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Dienstag, 28. September 2010

Schluß mit lustig

Bruno Ganz hat nach Medienberichten dem Theater endgültig den Rücken zugekehrt. Er wolle nie mehr Theaterspielen, ließ er jetzt in Berlin verlauten. Wo sonst.

Bruno Ganz in "Der Untergang"
"Ich bin total zerworfen mit dem Theater. Ich habe damit nichts mehr zu tun. Keiner von diesen Bundesliga-Erste-Sahne-Regisseuren im deutschen Theater läßt Identifikation zu. Die scheuen das wie der Teufel das Weihwasser. Also habe ich da nichts mehr zu suchen."

Der international tätige Charakterdarsteller, der als einer der profiliertesten deutschsprachigen Schauspieler gilt, hatte seine Karriere im Theater begonnen. Er arbeitete mit großen Regisseuren wie Peter Zadek, Peter Stein, Claus Peymann, Klaus Michael Grüber, Luc Bondy und Dieter Dorn zusammen. Mit Peymann überwarf er sich 2005 und konzentrierte sich seither auf Filmprojekte.

"Die Jungs machen ihr Theater und das gefällt mir nicht. Schluss. Aus", sagte er. "Ich muss es nicht machen, weil ich Kino machen kann. Vielleicht würden die das auch lieber, aber das ist ihnen verwehrt."


*280910*

Donnerstag, 13. August 2009

Nichts mehr anfangen können


Bruno Ganz im Interview:

...

Standard: Wann darf man Sie wieder auf der Theaterbühne bewundern? Gibt es Vorhaben?

Ganz: Nein.

Standard: Woran liegt das?

Ganz: Ich habe mich sehr weit vom Theater entfernt. Nach dem Ende der alten Berliner Schaubühne hatten es Leute wie ich etwas schwieriger mit Regisseuren. Als auch Klaus Michael Grüber anfing, nur noch Opern zu inszenieren, war er für uns Schauspieler nicht mehr zugänglich. Als ich zudem feststellen durfte, dass da eine neue Generation von Regisseuren heranwuchs - da hätte ich mich sehr opportunistisch verhalten müssen, um bei denen mitzumachen. Man wusste ja, wie dort gearbeitet wurde! Aber mich hinstellen und vier Wochen mit den Beteiligten streiten - ich kann mit den neuen Sachen nicht allzu viel anfangen. So ist mir das Theater vollkommen weggerutscht. Was mir leid tut, denn ich hätte schon Lust dazu.

Standard: Sie hätten Ideen?

Ganz: Man könnte sich selbst zu einem Monolog verhelfen: zum Beispiel Texte montieren. Aber auch das wäre eine Ersatzsache. Ich sehe im Moment kein Ensemble, keinen Regisseur, kein Vorhaben, auf die ich mich über längere Zeit einlassen würde. Manchmal erscheint es mir, als wären alle Sachen, die ich im Theater gerne gemacht hätte, nur noch im Kino möglich.

Standard: Wie kommt das?

Ganz: Die ganze Art, wie sich Theater heute verhalten: die gängige Auffassung von Theaterspielen berührt sich so gar nicht mit der meinen! Im Kino kann ich nach wie vor realisieren, was ich mir unter Schauspielerei vorstelle.


Standard: Aber die beiden Medien stellen doch grundverschiedene Anforderungen.

Ganz: Es wäre eine vollkommen sinnlose Quälerei mit dem Theater. Das geht im Moment nicht.





*130809*