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Dienstag, 13. September 2022

Ein Mann zieht durch

Berichtin Al Jazeera
Es macht sprachlos, verblüfft und überrascht in seinen Inhalten, aber auch wegen der Offensichtlichkeit von bislang gar nicht mitgedachten Komponenten, erklärt aber letztlich sogar alles, wenn man liest, was der ukrainische Ministerpräsident Vladimir Zelensky ganz offiziell auf der Webseite der Regierung vermelet. Und was er zuvor lokalen Medien in Interviews mitgeteilt hat. 

Befragt um seine Vision der Ukraine, hat Zelensky nämlich Folgendes gesagt: Seine Ukraine nach dem Krieg mit Rußland, seine Ukraine der Zukunft, ist eine Art "gtoßes Israel". Und wie in Israel, das er als Vorbild sieht, wird das Hauptkonzept einer zukünftigen Ukraine SICHERHEIT heißen. Al Jazhzeera berichtet das so:

Sonntag, 27. Dezember 2020

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

Also: Die Palästinenser wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Von dem späteren Israel. Nun sagt der Sprecher des Israelischen Außenministeriums, daß es nicht gegen internationales Recht (und Menschen- und Flüchtlingsrecht) verstößt, Israeli beim Kauf von Grund und Gebäuden zu bevorzugen. WEIL Palästinenser, die in ihre Heimat zurückkehren wollen, nicht Israeli werden wollen. Würden sie das wollen, wären sie israelische Staatsbürger, und hätten so auch das Recht auf den Kauf von Immobilien.

Das ist nur ein Beispiel einer recht verdrehten Argumentation und darauf aufbauenden wirren Rhetorik. In der man hört, was der Sprecher des israelischen Außenministeriums von sich gibt. Und damit versteht, aus welchem Material die staatliche Politik Israels gestrickt ist. 

Weil in diesem interessanten Gespräch, das keinen Kommentar mehr braucht, versucht wird, die israelische Politik, im besonderen den Umgang mit den Palästinensern, zu rechtfertigen. 

Werter Leser, sichtbar wird aber vor allem eines: Was die Natur der Lüge ist. Hier wird sie nämlich offenbar. Der Mann, ein Sophist reinsten Wassers, behauptet sogar, daß Israel seit 1948, seit der Gründung, gar niemals Land okkupiert hat. Weil Okkupation bedeuten würde, daß man das Land eines anderen souveränen Staates in Besitz nehmen würde. Aber es gab dort keinen souveränen Staat. 

Was nichts anderes heißt als daß Palästina, also jenes Land, in dem Millionen Menschen in Familien- und Stammesstrukturen gelebt haben, das letzte "freie" Territorium der Welt gewesen ist. Aus welchem Territorium sein eigenes Land zu schnitzen die Juden jedes Recht der Welt hatten. 

Die mit einem Rechtsverständnis angetreten sind, das seinen Charakter insofern offenbart, als es dem neu gebildeten Recht jener Kaufleute entspricht, die im späten Mittelalter begonnen haben, die Grundkultur weil Natur der Menschheit zu verändern, um ihren Interessen gefügig zu werden. Man nennt dieses Abweichen des Zieles und Wesens von Politik vom Gemeinwohl, hin zum unlimitierten Wettstreit von Eigeninteressen ... Kapitalismus. 

Und es bezieht sich vor allem auf das Verhältnis zum Boden. Der nicht mehr als Leihe, als Lehen, als Leihgabe gesehen wurde, die von Gott ausgehend dem Menschen - allen Menschen! - eine Möglichkeit zum Überleben gewährt hat. Sondern die diese Möglichkeit von einem neuen Verstehen von "Eigentum" abhängig machte. In dem der Staat, diese Schwester der Geldinteressen, diese separierten Rechte auch noch durch Exekutivkraft erst zugestand, und dann garantierte.

So wie die Vereinigten Staaten es bei der Gründung gesehen hatten. Oder wie es in Südamerika nach 1492 abgelaufen ist. Oder durch die Engländer bei Australien, oder ... wie es bei so vielen Völkern der Welt gelaufen ist. 

Wo es überall hieß, es seien Länder ohne Völker, lediglich Länder "mit nicht einmal Menschen". Länder somit, die jenen gehörten, die es zuerst (wann? vor wem?) nach abendländischem Rechtsdenken und Weltverständnis für sich beanspruchten, weil erst dort der Mensch begann. Und somit (wo?) als nunmehr eigenes Staatsterritorium anmeldeten (vor wem?).

Wie alt ist doch diese Sichtweise. Und wie jung. Es ist dieselbe Sichtweise, die dem Embryo das Lebensrecht abspricht, und den alten, den behinderten, den kranken Menschen das Lebensrecht abspricht, weil es ihnen an Aktualisierung mangelt. Es hat sich nichts geändert.

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Auch nicht in Palästina. Daß der Mann im Interview das Verhältnis Israels zur UNO als "kompliziert", ja jede "Beziehung" Israels als kompliziert bezeichnet, kann da nicht mehr verwundern. Die Instanz muß erst geboren werden, die ein Israeli als Urteilsforum, dem er sich zu beugen hätte, akzeptieren würde. Daß sie damit einen Aufruf zu einer Welt der Gewalt perennieren könnte uns aber zeigen, warum es in Palästina niemals Frieden geben wird, solange diese Voraussetzungen bestehen: Daß nur die Gewalt eine Ordnung zu schaffen vermag, die selbst wiederum nur durch Gewalt aufrecht erhalten bleiben kann. Eine Eigenschaft, die immer die Naturwidrigkeit eines Zustandes aufzeigt, übrigens. 

***

Einer solchen Sichtweise widerspricht auch der als Vater des Völkerrechts bezeichnete spanische Dominikaner Francisco de Vitoria. Der auf den Gebieten des Staatsdenkens zu den absoluten Vordenkern des Abendlandes gehört. 

Was aber auch immer die Conquistadores Spaniens an Argumenten vorbrachten, um die Berechtigung abzuleiten, mit den Ländern und Völkern in "Indien" (Mittel- und Südamerika) willküren zu können, um deren Vitalkraft für ihre Zwecke ausbeuten zu können - Vitoria hat es widerlegt und als unmoralisch, ja verwerflich gegeißelt. Er ist wie der Franziskaner Las Casas beredtes Beispiel dafür, wie die Kirche für das Recht der Indios eingetreten ist, als Menschen (mit allen Rechten) einzutreten. 

Sie haben Kaiser Karl V. zu strengen Gesetzen bewegt, mit denen der versucht hat, die Gier von Kaufleuten (denn die standen hinter den Explorationen des 15./16. Jahrhunderts) einzudämmen, und ins christliche Maß zurückzudrängen. Die wie so oft auch die Außenpolitik des Heiligen Römischen Reiches (zu dessen Teil das neu entdeckte Amerika wurde, wenigstens soweit es spanisch und portugiesisch wurde) zu bestimmen versucht haben. Indem sie einfach vollendete Tatsachen schafften.

Wer die Weltgeschichte einmal unter diesem Aspekt betrachtet, kann nicht anders als zu staunen, wie sehr es Kaufleute waren, die die Weltpolitik nicht nur vorgebahnt, sondern sogar bestimmt haben. Und sie waren auch höchst erfinderisch darin, dem Naturrecht ein Kleid anzupassen, das flexibel genug war, um den Profitinteressen Einzelner alle Bahn zu ebnen. Wie die Infragestellung des Rechtes der Indianer der neu entdeckten Länder, als Menschen zu gelten.

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Ach ja, man hört sie förmlich, die Guten und Schönen, wie sie aufjauchzen und -stöhnen. Aber sie sind es, die vergessen, daß das Menschsein im Moment der Geburt ansetzt, und von der Aktualisierung von Fähigkeiten oder körperlichen Eigenschaften völlig unabhängig ist. Genau darin hat ja die Argumentation der Kaufleute gegründet, die die Kindlichkeit der Indios ins Treffen führte um zu belegen, daß diese Menschen einer abendländischen Macht bedürften, um überhaupt erst zu Menschen werden zu können. 

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Nein, sagte Vitoria. Das Recht eines Volkes auf ein Land ist nicht von einem formalen Staatsverständnis abhängig, wie wir Abendländer es definieren. Sondern von einem Willen, für das Land, aus und auf dem man lebt, Verantwortung zu übernehmen. Es also in einen dauerhaften Bezug zu sich zu sehen. Und das taten die Indios, die man dort vorfand, daran kann kein Zweifel bestehen. 

Dazu gesellt sich ein Volksverständnis, das die Ganzheit von Menschen als Organismus in einem familialen Zusammenhang der Lebensvollzüge sieht. Und es ist ohne Belang, ob diese Menschen unserem Verständnis der Erwachsenheit genügen oder nicht. Der Ausweis dazu ist nicht zuletzt, daß sie (und mit ihnen ihre Umwelt) leben und überlebt haben. Es ist ohne Belang, ob sie aus ihren Ländern auch "mehr" hätten machen können. 

Ihr Lebenswille ist mit dem Land verbunden, das reicht, um ihren Anspruch auf Eigenständigkeit zu respektieren. (Freilich nicht, ohne mit dem Christentum bekannt gemacht zu werden, in der Hoffnung, daß sie dessen überlegene Erkenntnisoffenheit und damit Vernunftfähigkeit annehmen. Was angesichts der oft horrorartigen Zustände der degenerierten Zustände der vorgefundenen Religionen nicht so schwer zu sein schien.

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Das alles findet sich wohl doch auch bei den Palästinensern. Oder wollte das ernsthaft jemand in Frage stellen? Außer ... 

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Ob es jemals in Palästina einen Frieden geben wird? Der VdZ glaubt nach diesem Gespräch, das ihn verblüfft hat, weil er gar nicht geglaubt hat, daß die jüdische Position dermaßen schwach gegründet ist, daß es dort niemals Frieden geben wird weil kann. Die Juden legen es darauf an, weil sie jede Vernunft verweigern, sondern ihre eigene Vernunft etablieren wollen. Wer dazu nicht bereit ist, ist Antisemit. 

Kompliment an den Reporter, der den sensiblen Punkten sehr gut nachgeht, und sich nicht so leicht von dem Verwirrspiel des Israeli, der pausenlos die Ebenen wechselt, um der Wahrheit auszuweichen, aufs Glatteis führen läßt.

Der Wahrheit auszuweichen? Zu lügen? Werter Leser - ja. Ausweichen der Wahrheit, darum geht es offenbar in der Existenz jener, die sich heute Juden nennt. Das Gespräch in diesem Video ist kaum zu glauben.




*160520*

Freitag, 28. August 2020

Was ist in Beirut geschehen? (2)

Teil 2) Die Verschwörungssuppe kocht. In einer Situation, 
in der jeder jedem alles verbergen, jeder jeden täuschen will, kein Wunder.



Abstruse Spekulationen? Vielleicht doch nicht, vielleicht doch Tangenten in einem realistischen Zukunftsszenario. In jedem Fall bleibt die Frage auch hier, was mit solch einem Desaster bewirkt hätte werden sollen (wenn es verursacht, nicht "passiert" ist).

Vielleicht aber ging es lediglich um eine weitere Destabilisation des Libanon. Und tatsächlich ist die voriges Jahr so mühsam gebildete Regierung mittlerweile auch zurückgetreten. Die provisorische Staatsleitung hat nun sofort einen Lockdown im Land verordnet.* 

Dessen Lebensmittelversorgung durch die Katastrophe im Hafen massiv getroffen wurde. Weil in unmittelbarer Nähe Getreidesilos standen, die das Land für einen Monat versorgen hätten können beziehungsweise sollen, aber nun zerstört sind (dabei im übrigen die Druckwelle bei der Explosion so günstig abgelenkt haben, daß viel Schaden abgewendet wurde). In so eine Situation hinein erscheint es besonders "geschmackvoll", Hilfsangebote an Bedingungen zu knüpfen, wie der Libanon zukünftig auszusehen hätte. Wie es Außenminister Maas tatsächlich tut
Werner Bergengruen schreibt einmal im "Der Großtyrann und das Gericht", daß bei aller Anerkennung, die man dem dringlich beobachtenden, einbildungskräftigen und zugleich rechnerischen Geiste zuerkennen muß, der von der Wirkung auf die Ursache zu schließen versucht, doch eines zur Größe - nach seiner Weise - fehlt: Ahnung. Weisheit.
So gesehen ist es mehr als zulässig weil zutiefst ein Humanum, Unbekanntes, "Geheimnisvolles" mit einem Sinngerüst zu durchziehen. Und zu folgern, weil die Corona-Panik immer noch zu wenig war, um den Blick der Menschen auf die Welt durch einen Schleier von Angst und Schrecken zu beeinträchtigen und auf sich selbst zu lenken, nun nächste Schläge notwendig wurden. Um die Menschen nachhaltig aus dem Interpretationshorizont des Sinns (logos), dem eigentlichen Moment von Chaos und Angst, abzuziehen. 
Allmählich hat sich nämlich sogar die vorerst letzte Beklommenheit (nach Kaltem Krieg, Ozonloch, allen möglichen Pandemiewarnungen, Terrorpanik, Klimawahn, Feinstoffpanik etc. etc., zuletzt also Corona) aber auch diesmal wieder gelöst, und die Menschen haben den endlich gelösten, vom ersten Druck befreiten Blick wieder auf die Welt da draußen gerichtet, wie die weltweiten Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen beweisen. Aber das ist es, was es für manche Interessen zu verhindern gilt.
Also mußte das Chaos, die sicherste Quelle von Angst, laufend erneuert und gesteigert werden. Bis die Menschen "reif" sind für den ultimativen Schritt: Das Angebot eines "Erlösers". 
Der letzte Versuch durch BLM (Black Lives Matter) war ja schon recht gelungen. Sie schließt fast nahtlos an jene noch lange nicht verdaute Panik an, die uns bereits vor neunzehn Jahren die erste massive Welle von Zerstörungen des Menschseins brachte und seither latent ist. Durch die allgemeine Zustimmung zu einer Großoffensive der Überwachung aller Menschen auf diesem Globus mittels einer diffusen, letztlich irrationalen Terrorangst. Nichts von diesen Maßnahmen ist ja aufgehoben! 
Merkmal aller dieser Schritte ist die Anwendung des sichersten Mittels, das Irrationale und Diabolische solcher Ängste wach zu halten: Die Ungewißheit, das Nicht-Wissen, wer überhaupt etwas getan hat, wie gefährdet die eigene Lebenssituation wirklich ist, ja womit wir es bei der behaupteten Gefahr, die die Legalisierung des Raubs elementarer Freiheiten und traditioneller, gewachsener Lebensformen bildet, überhaupt zu tun haben. 
Begleitet von unübersichtlichen Bündeln von Maßnahmen, die mit staatlicher Autorität daherkommen, aber so vage und verworren und widersprüchlich bleiben, daß sie sich der allgemeinen humanen Vernunft nicht erschließen. Sodaß den drakonischen Strafmaßnahmen (auf diesem Video aus Australien ist zu sehen, wie eine Frau mit brutaler Polizeigewalt festgenommen wird, weil sie ... keine Maske trägt) nur entkommt, wer jeden Augenblick mit ängstlichem Herzen und neurotisiertem Sinn aufmerksam bleibt, um die Stimme der Willkür nicht zu überhören, die unvorhersehbar bleibt und aus dem Augenblick heraus diktiert, was zu tun und was zu lassen ist.

Weil die Rechtsprechung von umständlicher (demokratischer) Gesetzesmethodik namens des "höheren Gutes - der Gesundheit, für die der Staat zuständig ist," zur Methode des direkten Regierens via Verordnungen und Erlässen übergegangen ist. Was den Exekutivkräften eine neue Rolle und Machtstellung zuschreibt.





*Ob dabei wirklich Zusammenhänge mit Kreditvergaben durch den IWF bestehen, wie der "Fall Lukaschenko" in Weißrußland gezeigt haben könnte? Wir wollen das mal offenlassen.



*140820*

Donnerstag, 27. August 2020

Was ist in Beirut geschehen? (1)

Auf ersten Videos schien das unbekannte Flugobjekt noch eher wie eine Manipulation. Aber nun tauchen nach und nach Aufnahmen aus anderen Winkeln auf. Wie diese hier. Und sie macht staunen. Vor allem bei dem, was dann passiert. 

Denn bei etwa Minute 3:50 bis 4:00, es ist genau zu sehen, entläßt dieses seltsame Flugobjekt, das zeitgleich mit dem Brand in dem Lagerhaus im Hafen von Beirut aufgetaucht war und gefilmt wurde, ein Paket, das nach unten fällt, aber sogleich in der Rauchwolke verschwindet. Kurz darauf, etwa nach dem Zeitraum, der dem Herunterfallen entspricht, erfolgt jene gewaltige Explosion, die das Hafenviertel in Schutt und Asche legt, und neben riesigem Sachschaden rund hundertfünfzig Todesopfer und über fünftausend Verletzte hinterläßt.

Aus einem anderen Winkel gesehen wirkt die These, eine Bombe hätte diese Katastrophe bewirkt, noch überzeugender. Der Leser möge zu Minute 9:20 springen. Folgt man dem Explosionspilz könnte man sogar zur Annahme kommen, es hätte sich um eine (kleine) Atombombe gehandelt, die hier exakt ins Ziel gebracht worden ist. 

Cui bono? Wem könnte dieser Anschlag nützen? Wer könnte eine Bombe (von einer Drohne) abgeworfen haben, die die 2.750 Tonnen Ammoniumnitrats (mysteriösen Ursprungs, sodaß man nicht einmal mehr weiß, wem es gehörte - vielleicht sogar Geheimdiensten?) hochgehen ließ? Wer hat die Technik, wer solche (Atom?) Bomben?

Israel, meinen manche, das eine neuartige Bombe eingesetzt hat. Warum? Weil sich in diesem Hafen ein großes Waffenlager der Hisbollah (die schiitische Miliz, die bereits im Syrienkrieg eine wichtige Rolle spielte*) befunden hat, und das sollte beseitigt werden. Daß sich ein so großes Ammoniumnitratlager daneben befand, sei durch einen Fehler des Geheimdienstes "übersehen" worden, schreibt angeblich Tikun Olam, ein jüdischer Blog mit erheblichem Einfluß.
Das Ausmaß der Katastrophe wäre dann so etwas wie ein Betriebsfehler gewesen. Was aber für eine Religion (als Grundhaltung auch der Politiker, wobei Premierminister Benjamin Netanjahu bekanntlich dem radikalen zionistischen Judentum recht nahe steht), in der der Zweck jedes Mittel heiligt, nicht weiter von Belang sein dürfte.
Wobei das Ammoniumnitrat in erster Linie ein Grundstoff der Düngemittelindustrie ist. Und (weltweit gesehen) nicht das erste Mal in katastrophischem Ausmaß hochgegangen ist. Die hier gelagerte Menge entsprach aber immerhin dem Sprengstoffäquivalent von 1/15 der Nagasaki-Atombombe. Und es war durch die sechsjährige Lagerung unter entsprechenden Bedingungen kräftig zusammengepappt, was eine Bedingung zur Explosion ist. Doch kann es ohne kräftige Initialzündung nicht hochgehen. Ob diese Initialzündung das brennende Lager für Feuerwerkskörper lieferte, das neben dem Düngemittellager in Brand geraten war? Oder war es gar kein Feuerwerkslager, sondern Munition für die Hisbollah? 

Es gibt also Spekulationen. Hat die Explosion etwa mit dem Umstand zu tun, daß das am schwersten betroffene Viertel von Beirut das Christenviertel war? Das wäre dann auch eine ideale Situation einer false flag-Operation, mit der man falsche Fährten legen hätte können. Der Konflikt ließe sich immerhin aufpfeffern, wenn man ihm religiöse Motive unterschieben könnte, und es eine islamistische Bewegung gewesen wäre, die die Christen im Blut baden ließ. 

Und immerhin: Kein Geringerer als der Bischof der Katholischen Christen in Beirut stellt die Situation öffentlich auch in diesem Aspekt dar. War noch vor siebzig Jahren der Libanon (damals "Die Schweiz des Nahen Ostens") fast zur Gänze christlich, sind die Christen (v. a. unter dem Migrationsdruck durch Palästinenser aus den von Israel besetzten Gebieten) lange schon im Rückzug. Jetzt noch mehr. 

Denn nun werden reiche Muslime die zerstörten Häuser und Anwesen von Christen kaufen, denen oft kein anderer Weg bleiben wird, zu überleben. Viele werden auch auswandern. Gerade sie gehören nämlich auch hier zu den Hauptgeschädigten, weil ihr Anteil an der Bevölkerung der Hafenviertel groß war. Das wird zu einem nächsten Schub im Bevölkerungsaustausch von Beirut führen.


Morgen Teil 2) Die Verschwörungssuppe kocht. In einer Situation, 
in der jeder jedem alles verbergen, jeder jeden täuschen will, kein Wunder.




*Wenn man solche Nachrichten liest sollte man aber nicht vergessen haben, was im Video (morgen) zu sehen ist!




*140820*

Montag, 10. September 2018

Ein rasch verglühter Stern

Sie wurde später die Marilyn Monroe des arabischen Raumes genannt, immerhin hatte sie sogar deren Schönheitsfleck am Kinn. Sie war als Asmahan Teil der damals schillernden, wilden, schrankenlosen Jerusalemer Gesellschaft der 1930er/1940er Jahre. Aus Ägypten als kleines Mädchen mit ihren Eltern nach Syrien geflüchtet, hatte sie ihren Durchbruch 1933, als 14jähriges Mädchen, schon mit ihrer ersten Schallplattenaufnahme. Als Sängerin und Schauspielerin berühmt, war sie noch mehr bekannt für ihr ausschweifendes Leben, in dem sie sowohl den Männern - als auch deren Frauen - den Kopf verdrehte. 

Weil sie so schön, dabei intelligent, charmant, eloquent war, fließend mehrere Fremdsprachen sprach, und so unwiderstehlich im Umgang mit Männern war, jeden um den Finger wickeln konnte, nahmen sie sämtliche Geheimdienste als Agentin unter Vertrag. In den damals französischen Protektoraten Syrien und Libanon ebenso wie im britischen Protektorat Palästina.

Sie spielte beide Länder elegant gegeneinander aus. Auch die Araber mit ihren Verbündeten, den Deutschen, meinten zu Zeiten, sie auf ihrer Seite zu haben. Es stimmte ebenso wenig. Die Briten hatten sie zuerst, im Mai 1941, in ihre Dienste genommen. Sie sollte die Vertreter der französischen Vichy-Regierung in Damaskus zum Seitenwechsel überreden. Als sie aber mitbekam, daß die Briten ihr Versprechen eines unabhängigen arabischen Staates nicht halten wollten, stahl sie einem ihrer Liebhaber geheime Papiere und verkaufte sie am nächsten Tag an die Deutschen in Istanbul. An der Grenze zur Türkei wollte sie ein türkischer Grenzsoldat verhaften, sie biß ihn und entwischte. Als schließlich die Franzosen sie in Damaskus nicht mehr länger bezahlen wollten, übersiedelte sie nach Jerusalem.

Bald ging in Jerusalem die Mär um, daß wer bei ihr die Nacht verbrachte, ein bewegtes Abenteuer vor sich habe. Weil unter sowie auf dem Bett ein englischer General lägen, im Schrank ein französischer Diplomat wartete, während am Lampenschirm ein arabischer Scheich baumelte. 

Ihre Exzentrizität war Legende. Für ihre Zeit war sie durch ihre freizügige, selbstbestimmte Lebensweise mehr als ungewöhnlich, eher einer Frau des 21. Jahrhunderts vergleichbar. Dabei hatte sie unter ihren Kritikern nur Bewunderer. Offiziell nannten die englischen Damen der feinen Jerusalemer Gesellschaft sie natürlich "Prinzessin Schund". Inoffiziell hieß es, daß man nun endlich in Jerusalem schicke Pelzmäntel aus Wien zu kaufen bekäme. Unbestritten aber war sie allen eine der schönsten oder die schönste Frau, die man je gesehen hatte, wenn auch eine der verruchtesten, die ständig Geld brauchte.

Die Nächte im Jerusalemer In-Treff, dem King David-Hotel, brachte sie, obwohl immer noch blutjung, regelmäßig bei Whiskey-Champagner-Cocktails durch. Ehe sie einen saudischen Prinzen, einen weiteren der britischen Offiziere (samt dessen Frau), oder einen palästinensischen Würdenträger verführte. Einmal warf sie die ägyptische Königinmutter aus der von ihr belegten besten Suite im King David, weil sie eine Affäre mit deren Kammerherren anfangen wollte.

Ein Biest, durch und durch, so könnte man sie nennen, die Jerusalems Männer (und nicht wenige Frauen) in faszinierte Bewunderer verwandelte. Als sie - als Drusin - in einem ihrer ersten Filme eine skandalös leichtgeschürzte Rolle spielte, schossen drusische Landsleute empört auf die Leinwand - und konnten sich doch nicht an ihr satt sehen. Sie war als Filmstar im gesamten arabischen Raum auf steilem Weg nach oben, alle lagen ihr zu Füßen.

Mehrfach verheiratet - und ebenso oft wieder geschieden - kam sie 1944 (gerade 24jährig!) bei einem mysteriösen Autounfall in Kairo ums Leben, bei dem ihr Wagen in den Nil stürzte und sie ertrank. Sie war gerade mitten in den Dreharbeiten zu dem Film "Love and Vengeance", in dem sie ihre bislang wichtigste Hauptrolle spielte. Die Gerüchte um einen bezahlten Mord verstummten nie, überall gab es Motive. Abwechselnd wurden der britische MI6, die deutsche Gestapo, der von ihr zurückgewiesene, seither auf Rache sinnende König von Ägypten, Farouk, oder die damals berühmteste ägyptische Sängerin Om Kalsoum, der unterstellt wurde, daß sie die Konkurrenz ausschalten wollte, als Auftraggeber gehandelt.

Dieses Lied galt damals als ihr größter Hit und wird angeblich noch heute im arabischen Raum gespielt: 

Asmahan

"Verzauberte Nächte in Wien"







*180818*

Samstag, 16. Mai 2015

Die Sache mit dem Islam geht weiter (3)

Ohne feste historische Verankerung der Ursprünge, ist aber der Koran eine reine Projektionsfläche von Phantasien und Wunschvorstellungen. Mit einem offenbarungspositivistischen Verständnis und wortwörtlichen Interpretationen kann immer wieder eine fragwürdige Theologiepolitik betrieben werden.

Die westliche Islamforschung ist zur Zeit ausschließlich arabisch-philologisch orientiert. Sie verzichtet auf die Anwendung von Methoden, die in den Historischen Wissenschaften zum Standard gehören, und berücksichtigt nicht die orientalischen Sprachen, die im Koran ihre Spuren hinterlassen haben, ebenso wenig die zahlreichen religionsgeschichtlichen Bezüge. Offensichtlich aber spricht der Koran Hörer an, die in diesen lebendigen Traditionen standen. und reagiert auf aktiv vertretene Positionen. Ihn ohne Rekurs auf diese Vorgaben auslegen und verstehen zu können, ist unmöglich. Wenn diese Mühsal des Nachforschens nicht geleistet wird, wird der Koran zur bloßen Projektionsfläche eigener Vorstellungen – seien sie muslimischer oder westlich-„wissenschaftlicher“ Art. Er selbst versinkt dann im Dunkel – das Gegenteil seiner postulierten kanonischen Geltung. 



 Wird fortgesetzt





***

Mittwoch, 13. Mai 2015

Die Sache mit dem Islam geht weiter (2)

Teil 2) Im Anfang war da nur Christentum





Die Nachfolge Maavis trat 681 der syrische arianische Christ Abd al-Malik, der gewiß eine gewisse Position in der Region haben mußte, aber das ist nicht nachweisbar. Malik selbst schon, es existieren Münzen. Er versuchte zuerst offenbar, das Reich zu konsolidieren, und Byzanz zu beruhigen, indem er die Tributzahlungen erhöhte. Vielleicht war er militärisch zu schwach, es ist anzunehmen, aber es kam zu einer gewissen Blüte unter ihm - dem sogenannten "mahamadismus": Der Zeit des Gepriesenen, des "muhamad", ein Titel. Und als solcher taucht der Begriff auch auf Münzen aus Südpersien aus jener Zeit auf.

Malik selbst versuchte dem Kaiser wenigstens religiös etwas Paroli zu bieten. Er ist es deshalb auch, der den Felsendom*** in Jerusalm errichtete, als Gedenkstätte, nicht als direktes Gebetshaus (das lag und liegt noch heute gegenüber). In der zweiten den Christen wichtigen Stadt dieser Region, neben Damaskus. Und zwar an jener Stelle, an der der Überlieferung gemäß Abraham seinen Sohn Isaak opfern wollte. Den noch die späteren Kreuzfahrer als christliche Kirche ansahen. 

Er war eine Art Gegenstück zur Hagia Sofia in Byzanz, ihr in der architektonischen Konzeption sehr ähnlich (wie viele andere Kirchenbauten aus dieser Zeit auch), die rund 100 Jahre zuvor erbaut worden war, und in deren Inneren sich eine berühmte Inschrift befand (die später entfernt wurde, weil eine Versöhnung der christlichen Richtungen erleichtert werden sollte). In ihr war die Dreifaltigkeit festgehalten. An die die Arianer nicht glaubten. So, wie sie auch an die Gottessohnschaft Jesu des Christus glaubten. Abd al-Malik setzte also in einer 280 Meter langen Umschrift ins Innere dieser Kirche eine Gegenschrift, ein arianisches Gegen-Glaubensbekenntnis, die noch heute dort steht. 

Das im Wesentlichen so lautet: "Es gibt nur einen Gott außer Gott allein, er hat keinen Teilhaber". Und: "Gelobt sei der Knecht Gottes [bewußt diminuierender Ehrentitel Maliks, wie damals üblich; Anm.] und sein Gesandter." "Jesus Christus, Sohn der Maria, ist der Gesandte Gottes." "So glaubt an Gott und seinen Gesandten, und sagt nicht Drei"

Abd al-Malik begann, eine eigene arabisch-christliche Kirche, mit dem Zentrum im syrisch-aramäischen Raum, zu gründen. Praktisch sämtliche, heute als "islamisch" bezeichnete Begriffe und Grund- bzw. Stehsätze ("Es gibt nur einen Gott" etc. etc.) sind auf christliche Glaubenssätze und Aussagen zurückzuführen, und später einfach übernommen und zu "islamisch" erklärt worden. Wie überhaupt aus dem Behauptungsbedürfnis gegenüber Byzanz mehr und mehr ein Abgrenzungsbedürfnis entstand, das sich in der Entwicklung der Schrift oder in religiösen Sätzen und Gebräuchen ausdrückte.

"Isa bin Maryam". Jesus, Sohn der Maria. Der Kaiser von Byzanz hatte seine Hagia Sofia, der Kaiser der arabischen Kirche hatte ab 694 sogar auch seinen Dom, den Felsendom. (Karl der Große hat in seiner berühmten Pfalzkapelle in Aachen sicher keinen islamischen Bau kopiert - das Oktogon des Felsendoms, Zeichen der Vollkommenheit "8", war vielmehr eine damalige Grundform für Sakralbauten.)

Für Abd al-Malik war Jesus Christus eben nicht Sohn Gottes, sondern "der gepriesene Prophet". Sein "Muhamadismus" war der Name, unter dem dieses arianische Glaubensbekenntnis subsummiert wurde, und so nannte man seine Untertanen "Muhamadaner". Die Kurzformel MHMD findet sich dann auch auf Münzen, auf denen auch eine eschatologische Figur aufgeprägt ist: Christus, der Gesandte Gottes, der Verkünder Gottes, der "kalif Allah", mit dem Flammenschwert des Richters bei der Wiederkehr. Ein Kreuz kommt selten vor, aber es spielte generell als Symbol in der arabisch-arianischen Kirche eine geringere Rolle, was sich schon theologisch aus dem Arianismus heraus begründen läßt.****

Dafür wimmelt es in der Gegend von Münzfunden eindeutig christlicher Prägung. Daß ein Herrscher einer untergebenen Gruppe - den "Muslimen" - eigenes Prägerecht zugestanden hätte, ist zudem eher unwahrscheinlich. Dafür gibt es in keinem einzigen Dokument und Fund aus dem 7. und 8. Jhd. aus dieser Gegend auch nur den leisesten Hinweis auf eine "neue Religion in Arabien", oder wird das Wort Islam oder Muslim verwendet. Als christliche Häretiker freilich wurden die Araber, die "Mohamedaner" (als die, die an Christus als den Gesandten, aber nicht als Gott glaubten) tatsächlich oft bezeichnet, was sie als Arianer auch waren.

Das Wort Muslim taucht erstmals überhaupt erst 753 auf, in Persien, führt sich aber auf das syrisch-aramäische Wort für "Rechtgläubige" (meshlem) zurück - und das waren für Arianer eben die Arianer.

Warum aber wird das alles so ganz anderes gesehen, auch von Erforschern des arabisch-islamischen Raumes, oder man denke an die regelrechte Islam-Romantik (Goethe!), die im 19. Jhd. in Deutschland, ja Europa ausbrach? Wir haben einfach bestimmte Interpretationen und Geschichten übernommen, das war es auch schon. Die Gründe dafür sind vielschichtig, wir werden darüber gewiß noch handeln. Ein Hinterfragen der Behauptungen des Islam selber (der jede fundamentale kritische Auseinandersetzung und Forschung ja als blasphemisch verbietet) hat einfach nie - bzw. nur in Randbereichen - stattgefunden.

Und die "goldenen Zeiten" des Islam? Sie sind eine Legende. Es hat sie überhaupt nie gegeben. Es wurde mit der Zeit einfach alles Historische und der Verklärung der eigenen Vergangenheit Nützliche "islamistisiert". Und unter Voraussetzungen, auch religiösem Licht betrachtet, wie wir Europäer es einfach gewöhnt sind und annehmen,weil wir so sind. Die hier aber gar nicht zutreffen. Nicht viel anders, als wir es bei anderen Religionen tun und getan haben, etwa dem Hinduismus, den es in der heute in Europa populären Form niemals und nirgendwo gab, der eine abendländisch-christliche Neudeutung, ja eine regelrechte Neuschöpfung ist.



(wird in Kürze fortgeführt - Von der christlichen Häresie 
zur eigenen Religion)





²Es fließt in diese sich immer weiter rundende Arbeit des VdZ über den Islam so viel Literatur aus so vielen "Ecken" ein, daß es jeden Rahmen sprengen würde, diese anzuführen. Und eine wissenschaftliche Arbeit soll es ja nicht werden, bewußt nicht. Der VdZ nimmt sich vielmehr die Freiheit, eine Art schwungvolle Erzählung "wie es wahrscheinlich gewesen ist" vorzutragen. Die bezüglichen Quellen und Arbeiten, die Belege liefern, sind aber hoch seriös und zum überwiegenden Teil (historisch, philologisch, religionswissenschaftlich) "state of the art of science". In einer hoch aktuellen wissenschaftlichen Debatte, die dabei oft wieder aufgreift, was bereits vor 100 Jahren bekannt, aber nicht bekannt gemacht war, arbeiten sich in den Augen des VdZ die hier vorgestellten Deutungsversuche als erste Konturen heraus. Die enorme Erhellungskraft spricht s. E. für deren weitgehende Zutreffendheit.

*Chosrau wurde ob seiner Machtherrlichkeit auch in alten Dokumenten als "pharao" bezeichnet, mit dem ägyptischen Herrscher also verglichen.

**An dieser Stelle wurde bereits vor einiger Zeit eingehend über die allen Völkern eigene mündliche, vor- und nebenschriftliche Überlieferung und deren (faszinierendes) Wesen berichtet. Durch die Tradition von Sängern, durch Volkslieder etc., wird aus immer wieder verwendeten Grundtopoi - Grundschemen - jeweils im Vortrag eine Geschichte geformt. Die dem Auditorium, der Verfaßtheit und Laune des Sängers, Ereignissen, etc. etc., jeweils angepaßt wird. Es geht also um die Topoi, historische "Beweise" lassen sich daraus niemals ziehen, selbst Geschichten, die sich auf historische Ereignisse beziehen, verändern sich im Laufe der Zeit erheblich. Übrigens ist auch die "Ilias" unseres geschätzten Homer eine solche, durch lebendige Tradition weitererzählte Geschichte, bis sie eben dieser Homer in eine Gesamtform brachte, und dadurch ein erstes Religionssystem aller Griechen fundierte. Die Teile der Ilias führen sich auf Topoi zurück, die sich in vielen Völkern und Traditionen nachweisen lassen, aber dort eben "dort" passiert sind. So wohl, wie die Hadithen, die dann von einem "Mohammed" erzählten, dem Idealsten aller Menschen.

***In der heutigen Form ist die vorgebliche Moschee Felsendom ein Produkt des 20. Jhds.

****Für den Islam sind diese Münzen mit dem "stehenden Kalifen" aber bis heute Beweise für die Existenz des Propheten Mohammed. 




***

Dienstag, 12. Mai 2015

Die Sache mit dem Islam geht weiter (1)

Treiben wir die Dinge um den Islam weiter, fassen wir nächste Bausteine zusammen²:

Im Jahre 622 besiegte der byzantinische Kaiser Herakleios den Persischen Kaiser Chosrau II.* in Armenien entscheidend. Dieses Jahr ist ein Schlüsseljahr für die nördliche arabische Halbinsel, in der in den Gebieten des heutigen Palästina, Syrien und Mesopotamien die "arabi" lebten, die "Westlichen". Denn mit einem mal endeten Jahrhunderte schwerer Bedrückung, eine Zeit der Weltuntergangsstimmung, in der alle diese Menschen lebten. Überwiegend Christen, aber in zahlreiche Richtungen zerfallen, darunter auch viele Arianer (die also nicht an die Gottessohnsschaft Jesu glaubten, sondern ihn als Propheten, als besonders begnadeten Menschen sahen). Sie erwarteten die Wiederkunft Christi, des Gesalbten, des Begnadeten, und das Endgericht, denn der persische Kaiser war der Antichrist, die Perser "Feueranbeter", und das Land wimmelte von Propheten und Heilskündern. 

Der byzantinische Kaiser zerschlug also 622 entscheidend die Perser (die Kriege dauerten freilich noch einige Jahre, endeten aber für Persien desaströs), 

Ins Jahr 622 wird auch die Flucht des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina datiert. Über ihn gibt es keinerlei historische Daten, sondern lediglich die Schriften des Hadith, die wesentliche Grundlage für das islamische Rechts- und Lebensordnungssystem, das im wesentlichen davon ausgeht, wie es Mohammed gemacht hat oder gemacht hätte. Von diesen Lehrsätzen, Erzählungen, Legenden etc. gibt es bis zu 1 Million, die bekanntesten Sammlungen, die seit dem 9. Jhd. existieren, haben aber auf 7-8000 Sätze reduziert und anerkennen den Rest nicht als original. Denn über Jahrhunderte wurden wahllos und nach Bedarf solche Lehrsätze zugefügt. Auf diese Sammlungen beruft sich die sogenannten "Sharia".

Und in diesem 9. Jhd. taucht, in diesen Hadithensammlungen, die im wesentlichen bis heute gelten, auch erstmals der Begriff "Mohammed" als Eigenname auf. Der vorher aber niemandem bekannt war, und den auch keine einzige historische - nicht also islamisch-dogmatisierte - Quelle nennt. Bis dorthin, so die muslimische Erklärung, gab es nur mündliche Überlieferungen, die schließlich aufgezeichnet wurden. Zwischen dem frühen 7. Jhd. und dem 9. Jhd. klafft also eine Lücke, die nur der Hinweis mündliche Überlieferung füllt.**

Was auch nicht weiter verwunderlich sein dürfte. Denn den Eigennamen Mohammed gab es in Arabien gar nicht. Es handelt sich dabei vielmehr um ein aramäisches Gerundiv, und das Wort heißt "der Gesegnete", der "Begnadete", der "Gesalbte". Es heißt dasselbe wie "Christus".

Byzanz gliederte dieses Reich nun in Vasallenreiche, denn es war relativ wenig an diesen Ländern interessiert. Zwar war das Volk also befreit, atmete auf, und ein neues optimistisches Lebensgefühl brach auf,  aber diese Reiche führten untereinander nun Kriege, um Macht, um Einfluß, um Rangordnung. Das sind die Kriege, auf die sich die Hadithen berufen, die angeblich der Prophet Mohammed geführt und gewonnen hat. Die aber seltsamerweise keinerlei Spuren hinterlassen haben. Genau so wenig wie eine Person "Mohammed, der Prophet und Religionsgründer" als historisches außerislamisch-glaubenssystematisches Zeugnis nachweisbar ist.

Islamische Kriege und Schlachten, wie in der Überlieferung berichtet, sind gleichfalls historisch nicht nachweisbar. Auch ist nirgendwo von einem Heerführer "Mohammed" die Rede. Aber es gab genau in dieser Zeit eine Reihie von Satrapenkriegen. Neue Fürsten tauchten in einem allmählichen Machtvakuum auf, wie es in Machtvakuen immer geschieht.

Die Vernachlässigung des Ostens durch die byzantinischen Kaiser ging nämlich schließlich so weit, daß der Kaiser Konstantin II.  seine Residenz 662 nach Sizilien verlegte. Zwischen Persien und Ägypten herrschte  nun dieses Machtvakuum. Und er erste, der dies erkannte, was ein Fürst namens "Maavia". Diese Gestalt, die im Islam eine große Rolle spielt, ist erstmals auch historisch faßbar. Als Vasall des byzantinischen Kaisers, der diesen aber verriet, weil er sonst die Unterstützung im persischen Teil des Reiches verloren hätte. Und dieser Maavia ließ in Damaskus Münzen prägen, die Christus mit dem Kreuzglobus in der Hand darstellen.

Er wurde in diesem Jahr 662 im Südiran zum Emir gewählt, zum Amir al-Miminin. Und residierte in eben diesem Damaskus, in der auch die wichtigste Basilika der Zeit stand, die Johannes-Basilika (mit dem Kopf von Johannes des Täufers als Reliquie). 

Ein Jahr später nahm er den Kampf mit Byzanz wieder auf. Ein berühmter Inschriftenstein ist vorhanden, der mit einem Kreuzzeichen beginnt, und mit seinem Namen endet. Dieser bedeutet in Persien "oberster Schutzbewahrer", die wesentlichste Eigenschaft und der Legimitätsausweis eines Fürsten schlechthin. Daraus machte die islamische Tradition "Führer der Gläubigen", und schnitzte dem Mann eine schöne arabische Herkunfts- und islamische Glaubensgeschichte aus Mekka zu.

Die historisch faßbaren Daten um Maavi sind freilich etwas pragmatischer: Persien hatte immer schon ein Problem mit der Seekriegsführung. Maavi ließ nun 672 eine Flottenbasis nicht weit von Byzanz errichten, rüstete auf, und erlitt aber gleich zwei Jahre später eine furchtbare Niederlage vor der Stadt am Bosporus, woraufhin er dem byzantinischen Kaiser tributpflichtig wurde. Daraufhin erhob sich Widerstand im Osten, und Maavi wurde abgesetzt. Seine Spur verliert sich dann. Aufgrund zahlreicher Indizien kann aber als recht sicher anzunehmen gelten: Maavi war arianisch-arabischer Christ. Und auch als sicher gilt, daß noch im 9. Jhd. christliche (und buddhistische) Mission entlang der Seidenstraße (Persien- Afghanistan) stattfand.

Die muslimische Geschichtserzählung sieht das freilich ganz anders. Und macht aus ihm den ersten islamischen Kalifen. Historisch sicher ist aber etwas ganz anderes.



Morgen Teil 2) Im Anfang war da nur Christentum





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Dienstag, 2. September 2014

Der Schuldige

Jimmy Carter: Die Ursache für die Unmöglichketi zum Frieden im Nahen Osten ist Israel. Israel hat gegne jedes Recht, gegen jede Abmachung und gegen Menschenrecht verstoßen, um Land (etwa durch Siedlungstätigkeit) zu okkzupieren, das ihm einfach nicht gehört, und das es selbst so anerkannt hat. In den besetzten Gebieten hält Israel ein Apartheitsystem aufrecht, das das von (damals) Südafrika noch übertrifft. Und dort hat die angestammte Bevölkerung nicht einmal die grundlegendsten Menschenrechte. "Der Konflikt liegt ausschließlich darin, daß Israel Gebiete besetzt hält, die ihm nicht zustehen."







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Donnerstag, 28. August 2014

Der Konflikt mit den Juden

Niemals wäre es Juden oder Palästinensern eingefallen, übereinander herzufallen. Sie lebten nicht nur Jahrtausende miteinander, sondern die Bewohner Palästinas verstanden sich immer als Nachfolger und Erben der biblischen Völker dieses Raumes. Da entstand eine seltsame Idee. Manche nannten sie dann "Zionismus". Und Großbritannien begann sich für das Land zu interessieren. Plötzlich wurde Land und Nation zu einer Idee, die alles auseinanderriß.







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Samstag, 26. Juli 2014

Sichtweisen

Wie Norbert Blüm, ehmals deutscher Bundesminister für Arbeit und Soziales, nach mehrfachen Besuchen vor Ort die Frage Israel - Palästinenser sieht.

"Hart aber fair" aus 2011.







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