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Samstag, 28. Januar 2023

Bodensatz (2)

Was geostrategisch von entscheidender Bedeutung ist. Als direkter Kontrahent von Rußland, der das Land dann direkt bedroht. Weil Rußland zukünftig mit einer US-NATO rechnen muß, die jederzeit so massiv anzugreifen vermag, daß die Streitkräfte Rußlands fortan ihren Schwerpunkt im Westen sehen MÜSSEN. 
Damit wird  der Osten Rußlands, also Asien, nachrangig. Und damit haben die USA in der Scheinfrage um Taiwan, in der es nur um die Dominierung Chinas geht, plötzlich auch militärisch wieder die Oberhand. Denn Rußlands Armee hat, was China nicht (oder bedeutend weniger) hat: Eine hohe Luft- und Atomwaffendominanz, und zwar global.

Ein Gedankenspiel das sogar eines der bisherigen größten Rätsel ausdeuten würde: Daß es fast gleichtültig ist, ob die US-NATO-Ukraine so gut wie jedes Einzelziel regelmäßig verfehlt. Denn darauf kommt es gasr nicht an! Das angerichtete Chaos, die immer gereizte Entzündung alleine reicht, um die eigentliche(re)n Ziele zu erreichen. Das System muß also komplex bleiben, und am besten unlösbar. Deshalb die absurden "Forderungen" des Westens. 

Sonntag, 25. September 2022

Die Weltordnung, die uns alt aussehen läßt

Was sich Mitte September 2022 in Samarkand in Usbekistan abspielte, kann man als das aufregendste, spannendste Ereignis der Weltgeschichte seit 100 oder gar hundertEN von Jahren sehen. Denn dort in Usbekistan hat erstmals eine Staatengemeinschaft ihren Schatten erkennen lassen, die sich unter dem Eindruck der Ereignisse in USA und Europa mit hohem Tempo formiert. 

Von Moskau bus Peking, von Kostantinopel bis Neu Delhi formiert sich eine euro-asiatische Staatengemeinschaft, die sich auf Prizipien der >Partnerschaft aufbauen will, die von den euroipäisch-amerinkanischen Wegen der letzten fünfhundert Jahre deutlich abweicht, und die Hälfte der Weltbevölkerung in gegenseitigem Wohlwollen zu allseitiger Entwicklung und friedlicher Kexistenz zusamenführen will.

   Europa weht nur vom Rande her, - Türkei, Kaukasus, Rußland  
Was wir auf diesen Photos sehen ist die atemberaubende Zusammenkunft der Anführer von fast vier Milliarden Menschen, die auffallend entspannt und freundschaftlich miteinander umgehen und begonnen haben, diesen gigantischen geopolitischen Raum - Eurasien - als Wirtschafts-, Kultur- und Politikraum zu formieren. In dem die vorherige europäisch-amerikanische Gesellschaft keine Rolle mehr spielt, höchstens die eines außenstehenden Handelspartners. Den man bestenfalls insofern teilhaben läßt, als er den eigenen Interessen noch bedient. 

Samstag, 4. Juni 2022

Wieder ziehen die plündernden Horden über die Steppe (3)

Steppenreiter machen ihre Beuteräume menschenleer. Die Herrschaft, die sich ihr Volk erfindet - Genau das hat sich Franz von Vitoria in Spanien auch überlegt, und hat damals etwas gewagt, das uns unerhört erscheinen mag, damals aber offenbar gar nicht so gesehen wurde. Obwohl in Philip II. ein König (die Kaiserwürde hatte man da schon an die Familienlinie der Habsburger in Österreich zurückgehen lassen) am Thron saß, der nicht mit sich spaßen ließ, ging es um geistige Subversion, hielt der heute "Vater des Völkerrechts" genannnte Universitätslehrer mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. 

Daß er nämlich die Monarchie dieses (also König Philipp's) Zuschnitts NICHT als die ideale Verfaßtheit eines Staates sah. Zu leicht kann das in eine Absolutheit und Deifizierung kippen, wie es dann hundert Jahre später auch in ganz Europa begonnen hat zu geschehen. Aber dann? 

Was, wenn der König zum absoluten Tyrannen wird? Was, wenn er sein Reich für seine persönlichen und schändlichen Interessen mißbraucht, wie es die Habsburger ja auch nicht gerade selten praktiziert haben? Was hilft den beherrschten Menschen dann noch? Sie sind ihrem Monarchen total ausgeliefert, und die Kirche kann das nicht mehr korrigieren (wie Josef II. es in Wien dann auch bewiesen hat.) 

Freitag, 3. Juni 2022

Wieder ziehen die plündernden Horden über die Steppe (2)

Wer nützlich ist darf am Tisch der Barbaren speisen, der Rest hofft unterm Tisch auf ein paar Krumen - Der Verführungskraft dieser Leitlinie ist offenbar auch der derzeitige Herr des Hauses Habsburg erlegen. Als ich Karl von Habsburg unlängst wieder einmal näher zuhörte, denn er gab in Servus TV ein Stelldichein, rollten sich mir nämlich die Zehennägel ein. 
Nicht nur, daß Habsburg wirkt, als hätte ihn ein D-Zug vergewaltigt, macht er nun auf wichtiger Unternehmer. Denn er hat irgendwas mit einer Telephonfirma in Kiew zu tun. Wie schön, Habsburgs haben ja immer schon gerne viel geplaudert. Und ein Geschäft ist das allemal, weltweit, in einer Welt, die nach Narrativen lechzt, die ihren geistig verwirrten Zustand des Herumlügens um den logos in ein allherrlich fabuliertes Kostümchen mit Liebesgeschmack zum Aufspeicheln faßt. 
Auch dieser Karl scheint in dem Punkt Erfahrung zu haben. Wie wenig sein Persönlichkeitskostüm aber mit Wirklichkeit zu tun hat erkennt man aber an seiner Bereitschaft, eine passende Geschichte gleich mal zu erfinden. Wer schon mit dem Wirklichen geshcmust hat, der kann darauf aber gerne verzichten, denn die Ohrfeige kommt garantiert.
Und noch einer Versuchung ist er erlegen, auch hier hat sich ja schon so mancher Habsburger zu Tode gewichtigt - auch dieser Habsburg hat die Nützlichkeit als Legitimationsquelle entdeckt. Und damit ist er auch endlich wer im Konzert der Zeitgeistquaker, und kann endlich aufhören, die Balladen aus längst vergangenen Tagen - also die Lieder dom Ewigen - zu singen. 
Das will heute doch kein Mensch hören, wie soll man da noch ein bissel mehr Telephonminuten verkaufen? In Kiew! Wo doch niemand Ewiges (also Vergangenes) hören will, sondern nur Zukünftiges, nein: Nützliches.
Der heutige Habsburg fährt Motorrad (tut Karl seit seiner Jugend), ist geschieden und wieder liiert, und hat drei Kinder. Nicht acht oder siebzehn. Und den Sinn fürs Pragmatische hat die schon damals sehr gewöhnungsbedürftige Allianz mit deren Mutter aus wenn schon nicht standesgerechten, so wenigstens reichem und nützlichem Haus ja ohnehin schon vor Jahrzehnten bewiesen. Na Hauptsach, mer seint all zerfrieden.

Donnerstag, 2. Juni 2022

Wieder ziehen die plündernden Horden über die Steppe (1)

Je länger und je häufiger ich mich mit der Ukraine befasse, weil es diese Tage so vor die Haustüre tragen, desto umschweifiger werden die Gedanken. Denn irgendwie scheint die Sache festzustecken, und ihr Schritt so in Zeitlupe gesetzt, daß die Gedankenpferde viel schneller laufen, und vor und zurück und hin und her stampfen.

Etwa in der Überlegung, daß sich in der heutigen Ukraine wieder einmal deren eigentlich recht altes, aber offenbar nie erlöstes Schicksal an die Oberfläche trägt. Und das ist dieser Raum als die "Große Ebene", das Große Feld, wie es im Grunde als einzig legitimen Namen trägt. Flach wie eine Palatschinkenpfanne, haben sich hier große und kleine Völker durchbewegt, und keines ist je zur Ruhe gekommen. 

Fast alle sind übrigens Turkvölker, sodaß ich wohl anerkennen muß, daß diese Rasse weltgeschichtlich eine völlig unterschätzte Rolle zu spielen scheint. Von Korea bis vielleicht sogar Japan, haben sie - als Hunnen, Magyaren, Türken, Seldschuken, Tataren, Mongolen an die Oberfläche der Geschichte gekommen - am Schicksalsrad der Welt kräftiger gedreht, als uns gemeiniglich bewußt ist.

Dienstag, 10. Mai 2022

Woher die Indianer kommen (2)

Freilich wissen auch wir - Sie, werter Leser, ich - rein naturwissenschaftlich betrachtet nicht recht viel mehr. Also auch nicht, wie sich diese Kontinentaldruft, enstanden unter anderem aus dem immensen Druck der Wassermassen der Sintflut (von oben) und dem Auseinanderreißen des Planeten von innen her real abgespielt hat. 

Daß alles aber in sehr kurzen Zeiträumen geschehen sein muß, dafür spricht auch der Fußabdruck von tektonischen Katastrophen, die sich abgespielt haben müssen. Als sich schließlich die Landmassen endlich wieder hoben (und so das Wasser "in den inneren Abgrund hinein" ablaufen ließ (was dann noch einmal die Erdoberfläche gewaltig umgestaltete, man denke alleine an de Grand Canyon) 

Nur an Kometeneinschläge will ich nicht so recht glauben. Vielmehr hat da Hans-Joachim Zillmer eine Spur gezeigt. Der bei den "Kometenkratern" auch nicht von Einschlagspuren spricht, sondern von Eruptionslöchern. Nicht von oben also, sondern von unten sind sie entstanden. Das alles muß sich auf jeden Fall in so kurzen Zeiträumen abgespielt haben, bei denen nicht von Jahrmillionen o.ä, sondern von Wochen, Monaten oder Jahren gesprochen werden muß.

Montag, 9. Mai 2022

Woher die Indianer kommen (1)

Eine Untersuchung der globalen genetischen Konstellation der Völker der Erde (sie ist nach wie vor iin Gange und wird nun konsequent wie nie auf jeden einzelnen Bürger dieses unseren Heimatplaneten ausgedehnt) ergab einige nicht erklärliche Ergebnisse. 

Wie die, daß die nordamerikanischen Indianer mit den heutigen Europäern sehr enge Verwandtschaften aufweisen. Da warf sich ntürlich sofort miene hantasie auf, um mir vor Augen zu führen, wie sich die Wissenschaftler mit ihren weißen Kitteln mit den Assistentinnen im Schlepp, die mit Wattestäbchen udn Pißbechern das Filmset bei den Winnetou-Filmen überfumpelte.
 
Wenn sie schon mal da sind - Denn wo hat man schon so viele Indianer auf einen Haufen, um eione statistisch relevante Menge an Genmaterial einsammeln zu können? Die Indianer in den USA und Kanada hängen ja entweder schon mittags betrunken in verrauchten Reservatskneipen herum, verwalten ihre Casinogelder, und mißbrauchen ihre Kinder, so ungefähr düfte es sich abspielen.

Während man am Drehort in Jugoslawien (wo die Karl May-Verflmungen in der Regel produziert werden, Tito-Kommunismus hin, Jugoslawien-Ferienstimmung zu Niedrigpreisen her) höchst kultivierte Hundertschaften an frisch bemalten Prärierothäuten vorfand, die noch dazu vom Filmcatering bestens versorgt und damit geduldig wie heiter das Herumgetue der Gensammler ertrugen.

Samstag, 18. September 2021

Man wird weiß, gelb, schwarz oder rot (2)

Was wir vererben, was wir erwerben, was wir verderben. Die feuchten Träume vom Schokoladenpudding - Was hinsichtlich der oben angerissenen "Rassenfrage" auffällt ist, daß weltweit die Kinder annähernd gleich geboren werden. Die Stufen der Entwicklung sind gleich und auch die Zeiten, zu denen sie auftreten. Und zwar unabhängig davon, wie groß die "Rasse" später ist, unabhängig von vielen weiteren Merkmalen, die sich dann als "Rassenmerkmale" erkennen lassen. Sodaß ein Wind in jene Richtung weht, die in der gesamten weiteren Entwicklung der Individuen "innerhalb einer Rasse" das Insgesamt, die Umwelt, die Geographie, das Spezifische des Sozialen und so weiter und so weiter die entscheidende Rolle in der Herausformung solcher "unterschiedlicher" Gestalten spielt.

Samstag, 29. Mai 2021

Neues von der Gestaltsicht (3)

Teil 3) Und wir? Wir sehen einen Vatermörder, der als Lebenssituation mit Aufreißerschmäh um halb zwei an der Bar hängt


Denn hat sich die via Vererbung ähnliche bis gleiche Disposition zuerst noch in der Hinwendung zur Musik geäußert, greift ein Sohn (meist etwa zur Mitte seines Lebens) nach dem Vater. Eine folgerichtige Ablöse in der ontischen Ausrichtung des menschlichen Lebens auf Lebensphasen, die wiederum im Insgesamt des menschlichen Geschickes stehen, das generationenübergreifend IST.

QR Stefan Verra
Jetzt wissen wir somit, warum Stefan Verras jüngst erschienenes Buch den Titel trägt "Auch Leithammel sind nur Menschen" - als Zertrümmern der Vatergestalt! Und warum er dann mit Schopenhauer, diesem klugen Beobachter und Protokollisten der Eristik, der Kunst "im Gespräch zu siegen" daherkommt. 

Denn Evolutionisten müssen ja (sonst fehlt das unbedingt notwendige Prinzip des Fortschritts, des "warum" sich etwas entwickeln soll) das Leben als Kampf klassifizieren. Den sie selbst ja tatsächlich führen. Evolutionisten künden also (wie alle) nur von sich.

Dennoch rezipiert Verra manches gut. Das tun Liberale bekanntlich, die heute gerne diesen Zug zum "Konservativen" haben, wir haben oft schon darüber gehandelt. Was er übers Verkaufen sagt ist völlig richtig! Verkauf ist ein Seinsübergang, hat der VdZ (der ja nicht wenig Erfahrung mit dieser menschlichen Handlung hat) hier schon öfter formuliert. 
Der Kunde stimmt im "Verkaufsgespräch" einem Produkt zu, weil er es letztlich als in seine Seinssphäre zugehörig einstuft. Und somit ist sein "Kaufwille" als Wille, der als Verteidigungsgestus eines bereits Besitzenden (bzw. bereits Besessenen) am allerbesten beschreibbar ist.

Freitag, 28. Mai 2021

Neues von der Gestaltsicht (2)

Teil 2) Der eine liest, der andere sieht die Gestalt 


In eine ähnliche Kerbe, sogar noch direkter die des Gestaltsehens, schlägt dieses Gespräch desselben Senders mit dem Osttiroler, dessen Vater (nanonana, wie der Wiener da sagen würde) Bildhauer ist. Und was ist ein bildender Künstler mehr und anders als ein Gestaltseher! 

Was ist überhaupt ein Künstler mehr als ein Gestaltseher, der von dieser nur dem geistigen Menschen sichtbaren "Unsichtbaren" so gefangen ist, daß sie seine Lebensgrundlage ausmacht. Wenn sich also der im ersten Teil dieses Beitrages vorgestellte Eric Standop als Gestaltleser vorstellt, so stimmt umso mehr, wenn sich Stefan Verra als Gestaltseher bezeichnet. Er sieht, der andere liest, je nach Medium, in dem er tätig ist, aber immer ist es dieselbe Archetypik der Stellung zur Welt.

Donnerstag, 27. Mai 2021

Neues von der Gestaltsicht (1)

Es ist etwas, das jeder kann. Oder könnte, das heißt: Die allermeisten wissen nicht, daß sie die Welt so sehen, wie Eric Standop es zum Beruf gemacht hat. In und von dem er aber erst in Ostasien (Hongkong) arbeiten und leben konnte, denn für diese Dinge hat man in Europa wenig Sinn. Während das, was jeder Mensch kann - das Lesen von Gestalt, das Rezipieren dessen, was er davon wahrnimmt, das in Europa stumm, stillschweigend in die persönlichen Urteilsprozesse einfließt - in Asien überhaupt gerne zur für sich stehenden "Kunst" gemacht wird.
QR Eric Standop

Die es gar nicht ist. Denn das Wissen um eine Grammatik, die aber unendlich komplexe Dynamik ist, in der das Momenturteil in das Einfluß nimmt, was beurteilt und in das, was "ist", sodaß das Gehörte, das Urteil des Gesichtslesers (in dem Fall) in das eigene Sein miteinfließt und ... lähmt, katatonisiert, erstarren läßt, ist keine Kunst, sondern ein Defekt, wenn es für sich gestellt und "angewandt" wird.

Sonntag, 29. November 2020

Aber Ungarn vertragen die Wahrheit schlecht (2)

Teil 2)


Ungarn sind auf ihr Land stolz. Ihr Nationalgefühl, ihr Patriotismus hat aber einen sehr positivistischen Charakter, und soll Volk, Volkskultur und Sprache (als das herausragendste Merkmal des Ungartums, ja fast als dessen "Aufhänge-Haken") gegen die drei angrenzenden Großmächte - Germanen, Slawen, Romanen - behaupten.

Nur fehlt fast immer - und schon gar in der offiziellen Erzählung - der Bezugspunkt. Eine Folge der (oft sehr gewaltvollen) Magyarisierung als Notgriff der Nationalitätsbildung im frühen 19. Jahrhundert. Denn etwa die Deutschen waren seit zumindest sechshundert Jahren, nach dem Tatarensturm, wesentliche Träger der Landeskultur und vor allem des Wohlstands. Das heißt, der Beantwortung der in Landschaft und Bodenbedingungen vorgegebenen Anrufe.

Dabei ist der Charakter des Ungartums seit je ein Königs-Charakter gewesen! Was wäre das noch heute für Kapital. Das heißt nicht weniger als daß es völlig gleichgültig ist, welcher "genetischen" Provenienz die Menschen waren, die sich dort einwohnten - sie alle schworen dem König, also personal (!), ihre Treue. Und dieser König hielt auch dann das Land zusammen. 

Ungarn ist ein Land mit kaum zu zählenden Völkerschaften. Von Anfang an waren es nämlich keineswegs nur "Magyaren", die über den Karpatenpaß kamen, und eine ziemlich menschenleere, dünnbesiedelte, aber riesige Tiefebene in Besitz nahmen. 

Von Anfang an waren andere Völker mit dabei, darunter die Szekler, wie die Ungarn ein Volk, ja sogar ein Turkvolk, aus den Weiten der zentralasiatischen Ebene. Neben dem Chasarenvolk, den Kumanen, die mit dabei waren, als diese von persischen, slawischen, skythischen, germanischen (im 5. Jahrhundert war Pannonien der erste Sammelplatz der Langobarden, deren Großteil dann weiter in den Süden wanderte und die herrenlose Lombardei samt Nord-Etruskien in Besitz nahm) Stämmen bewohnte Ebene kamen. Die umrahmt von Gebirgen wie eine Schale geformt ist. 

Man schätzt, daß die Zuwanderer Anfang der 900er Jahre in der doppelten bis dreifachen Übermacht waren, sodaß sich 400.000 Bewohner gut 800.000 Migranten gegenüberstanden. Im Westen wurden sie von den deutschen Kaisern gestoppt, namentlich in den bedeutendsten Ereignissen an der Unstrut und im Lechfeld (955) bei Landsberg am Lech.

Und mit diesen Völkern fand auch das nachchristliche "Judentum" seine Heimat in Ungarn, wie in den im Osten angrenzenden Landschaften der Westukraine (dem heutigen Weißrußland), Süd-Litauen und Südostpolens, also dem "Schdettel". Manche (wie Arthur Köstler in "Der dreizehnte Stamm") meinen sogar, daß es diese Völker und Volkschaften waren, die "den Ungarn" den Ruf als kriegerisches, wehrbereites, ja expansives Volk zu verdanken haben. Den die Magyaren als solche waren matriarchalisch, und das heißt immer: degeneriert, und damit wenig kämpferisch. 

Im Süden blieb die Expansionspolitik aber erfolgreicher, und so unterwarfen die Ungarn die Kroaten, Slowenen und Serben, sodaß Ungarn seit dem 12. Jahrhundert "am Meer" lag. In der "Personalunion" des ungarischen Königs als König von Ungarn mit dem König von Kroatien (und Bosnien). 

Das war, übrigens, erheblich später als jene Ereignisse, die Österreich (das nach den Babenbergern und gegen Ottokar von Böhmen habsburgisch wurde) über Kärnten-Krain (heute Westslowenien) und Triest (das den Schutz gegen die Venezier gesucht hatte) ans Meer anbanden. Wie in Triest das Deutsche, ist heute noch in Koper oder Rijeka, aber in ganz Kroatien, das Ungarische in vielen Begriffen der Alltagssprache erkennbar.

Es gab eine Zeit, beginnend mit der furchtbaren, schicksalsschweren Niederlage gegen die Türken bei Mohács 1526, in der das heutige Westungarn mit Sopron/Ödenburg, Mosonmagyaróvár (Wieselburg) und Györ (Raab) das einzige Gebiet war, das noch als "Ungarn" zu bezeichnen war. Der Rest war türkisch, und zwar bis 1683ff. 

Auch Siebenbürgen fiel zu jener Zeit sozusagen ab, und trotzte einerseits den Türken durch verwegene Gegenwehr (seit dem Herzog Vlad Tepes, oder Voyvoda, also "der Pfähler", das Vorbild für die im frühen 19. Jahrhundert vom Iren Brad Stoker erfundene Romangestalt des Grafen Dracula), anderseits durch kluge, clevere, ja manche mögen sagen: schlitzohrige Politik zwischen allen Mächten. Fürst Gabor Bethlen war einer der zähesten (und perfidesten) Gegner des Kaisers des Römischen Reiches.

Da war es Rabbs, oder Ödenburg, die das Zentrum von Ungarn waren. Und man sieht die Spuren dieser Stellung, diese Bedeutung als Zentrum für ein Königreich, im Stadtgefüge Soprons noch heute. Das in jenen Zeiten auch sehr reich war. Und Reichtum heißt immer: Befähigung und Ermächtigung zur Bewegung von Verbindlichkeiten und damit Kräften.

 


*311020*

Sonntag, 9. August 2020

Was Abendländer von Morgenländern scheidet (3)

Teil 3) Weil es ohne das Abendland nicht geht



Im Hinduismus (was, wie dem VdZ einmal ein indischer Gelehrter so erklärte, daß das nichts anderes heiße als "die Religion der Inder als jener Menschen, die dort, in Indien, eben leben", der in sich also gar keine definierbare "Religion" ist) zerfällt diese Grundlage des Seins ohnehin in buchstäblich zahllose Vorstellungen. In Bilder, von denen die meisten bis zu einem Punkt gehen, an dem sie dann einfach abbrechen, weil sie die gedankliche Konsequenz nicht lösen können. 

Wie jener sehr häufigen Vorstellung, daß die Welt auf dem Rücken eines Elefanten ruht, der wiederum auf einer Schildkröte steht. Diese steht selbst auf einer Schildkröte, die kleiner ist, diese wiederum auf der nächsten, die noch kleiner ist, und so weiter und so weiter. Was am Anfang steht? Diese Frage stellt der Hindu nicht. Diese Ungelöstheit des Anfangs, also der Widersprüchlichkeit und Ungelöstheit des Denkens "nimmt er hin."

Von den zahlreichen irrationalen, nicht näher bestimmten oder bestimmbaren "Naturhaltungen" wollen wir gar nicht sprechen, weil sie kaum zusammenfaßbar sind. Auch der tiefst überzeugte Kommunist hat in seinem realen Leben Glaubenshaltungen und Religiositäten, deren er sich aber nicht bewußt sein will oder darf. (Nur ist "Religion" noch lange nicht "Erlösung" oder "Heil"; es sind nur irdische mehr oder weniger gutgemeinte "Versuche", denen aber eine Bedingung fehlt: Wahrheit in Gestalt einer Person.) 

Natürlich können wir hier nur einen kurzen Abriß der Problematik vorstellen. Aber der reicht vielleicht dem einen oder anderen. So, wie oft ein einziges Wort genügt, um einen ganzen Gedankenboden sichtbar zu machen, den man über viele Jahre in ein Unbekanntes gespannt hat, der nur von der Widerspruchsfreiheit lebte, ehe mit einem Schlag der Schlußstein begegnete, der alles zu einem Gewölbe bzw. fertigen Gebäude verband. Das mit einem Schlag "einfach da war". So wie durch diese paar Worte, die dem VdZ in dem Büchlein "Die Seele des Orients" von Willy Haas zuflogen.

Und die ihm ein ziemlich großes Verstehensgebäude zeigten, in dem der Mensch des Orients, vom Mittelmeer bis zur Japanischen See, plötzlich begreifbar wurde. Sodaß sich in diesem Begreifen aber auch der Abendländer zeigte. Der mit einem Mal in einer Größe vor Augen steht, die nur wundern macht, warum wir uns vor der Zukunft fürchten sollten! Denn der Abendländer hat etwas, das so gut wie jedem Menschen auf der Erde fehlt. Er hat den ... Gott der Wahrheit.

Deshalb steht die abendländische (Europa, Nordamerika) Wissenschaft vor der Tatsache, daß sie regelrecht irrelevant wurde. In dem Maß, in dem sie ihre Grundlagen "vergißt", nicht mehr ernst nimmt, ist sie nicht mehr in der Lage, die Welt zu begreifen und zu erklären. Sondern verliert sich immer mehr nur noch in "Teillogiken", Teillogizismen, die so nützlich und notwendig sind "wie ein Krope", wie der Wiener sagt. 

Und an denen zu orientieren einer der fatalsten Kulturfehler ist, zu dem verführt zu werden nur als Teil einer globalen Machtstrategie verstanden werden kann. Nichts war cleverer als die Abendländer an die Relevanz ihrer Grundlage - dem (katholischen) Christentum - zu glauben und daran festzuhalten. 

Idee eines notorischen Optimisten ...
So wurde es geschwächt, und damit zur reifen Frucht, die anderen Mächten in den Schoß fällt. Die freilich eine Frucht ernten, die kastriert, trocken und tot ist. Das ist ihr Fehler. Und das ist (noch) der Fehler auch der Chinesen. 

Wenn aber, dann werden die Chinesen draufkommen ... und möglicherweise dann sogar das Abendland neu zu beleben versuchen. Denn um auf seine Vorteile verzichten zu wollen - dazu sind sie zu pragmatisch. Das wäre dumm. Und so dumm wie die heutigen Abendländer sind sie nicht.

Denn die sind Orientalen. Die können mit unlösbaren Widersprüchen in nebeneinanderstehenden, eigentlich unlösbaren Parallelwelten leben. Zwischen denen sie hin- und herspringen. Wenn, dann können nur die Orientalen somit auch das Abendland bestehen lassen. Denn der Abendländer ist aus dem Wissen um die Unverträglichkeit von Widersprüchen in seinen Irrtümern gefangen, hat sich selbst totgeschlossen. 

Diese Widerspruchsfähigkeit macht den Orientalen zwar "undurchschaubar" und sogar "unberechenbar". Aber das gibt in der derzeitigen Situation des Abendlandes, das sich selbst nicht mehr helfen kann, sogar etwas wie Hoffnung. 

Als Hoffnung auf das Wissen um das geheimnisvolle, dem Menschen nie durchdringbare (doch immer widerspruchslose) Sein, in dem Gott letztlich alles zum Guten führen wird. Nicht, weil die Orientalen weiser, klüger oder mehr der Wahrheit zugeneigt sind. 

Sondern weil sie - hoffentlich, weil wenn, dann ohne zu wissen warum, also schlicht aus Pragmatismus - früher als wir Abendländer begreifen, daß das Abendland das Herz der Welt ist. Nach wie vor, und seit je. Hört dieses zu schlagen auf, versinkt die gesamte Welt ins Dunkel von Chaos und Widerspruch, in dem auch die Gewalt, das einzige Mittel um Chaos zu "ordnen", keine wirkliche Lösung ist. Denn in Systemen der Widersprüchlichkeit ist Gewalt die einzige Methode des Zusammenhalts. Auch ohne Einheit.



*Warum "gibt" es dennoch in China ernstzunehmende Wissenschaft? Vorsicht, werter Leser, überschätzen wir das nicht. Warum? Weil die Chinesen auf der Grundlage des atheistisch-nihilistischen, lediglich pragmatischen (und HÖCHST pragmatischen, also sehr klugen) Konfuzianismus als Lebenshaltung der meisten Chinesen einfach die offensichtlich überlegene Haltung des Westens, also des Abendlandes, übernimmt. Eine eigentliche Religiosität findet in allen möglichen, jeweils individuellen Religositäten statt. In Dingen, Aberglauben, alltäglichen Haltungen, Gewohnheiten, Methoden, Praktiken ... die nur nicht eines sind: Rational-geistig widerspruchsfrei in ein Ganzes eingefügt und somit geklärt. 

Damit wird der Welt- und Wissenschaftsgrund lediglich und allerhöchstens "erklärt", also "rationalisiert". Und ansonsten erklärungslos zur Kenntnis genommen. Punkt.  Denn der Kommunismus-Marxismus KANN das Problem nicht wirklich einordnen, seine Erklärungsansätze für Religion sind schlicht falsch.

Dieser "Treibsatz" der Wissenschaft leidet aber notorisch unter "Treibstoffproblemen". Er ermattet immer wieder, und braucht deshalb den Impetus des Abendlandes. Auch das wird China bald erkennen, keine Sorge. Die Welt und die uns bevorstehende Geschichte ist also viel spannender, als wir oft glauben wollen, wenn wir uns die Welt allzu einfach erklären. Nicht nur die Person, auch die Geschichte ist hoch komplex ...


*260720*

Samstag, 8. August 2020

Was Abendländer von Morgenländern scheidet (2)

Teil 2) Warum der Abendländer 
überlegen bleiben wird 



Dieses Sein aber ist dem Abendländer (letztlich) Christus, als inkarnierter Gott. Es ist ein Gott, der in sich gut ist, der in sich widerspruchsfrei ist. Somit ist alles Seiende, das an diesem göttlichen Sein teilhat, weil es sonst nicht wäre (wobei diese Teilhabe aus einer Haltung heraus geschieht - verliert das Ding, der Mensch diese Haltung des Empfangenden, verliert er auch die Teilhabe am Sein, er stirbt somit, das Ding vergeht).

Dieses Sein ist nicht nur widerspruchsfrei, es ist auch Taktgeber jener Logik, jener Intelligibilität der Welt, die anzunehmen den Abendländer unter anderem zu jenen Wissenschaftshöhen geführt hat, die den Okzident - nach wie vor! nur haben wir das vergessen! - als einzigen wirklich fähig macht, Wissenschaft zu betreiben. 

Warum muß man ihn so herausgehoben betrachten? Denn zweifellos ist die Wissenschaft (in ihrer Systematik eine abendländische Erfindung, wenn man so will) jene Bedingung gewesen, die die abendländische Kultur in eine Überlegenheit brachte, die von der gesamten Welt als Bedingung und Grundlage des realen Lebens betrachtet wird. 

Diese Überlegenheit wird so lange anhalten, wie der Mensch des Abendlandes (der Christus, den Gott der Christenheit also, zur Grundlage weil jenem Sein sieht, aus dem heraus die Welt "isset") diesen Gottesbegriff, dieses Verständnis von Gott (dem Sein, das aber Person ist, zu dem alles Dingliche, zu dem jeder Mensch im besonderen - "nach Seinem Bild schuf er ihn" - in einer Beziehung steht, die NICHT technisch-automatistisch ist, sondern den besonderen Bedingungen einer Beziehung unterliegt) nicht vergißt oder verdrängt. 

Solange er dieses Verständnis der Welt und seiner selbst (und des Denkens, des Geistes, der Vernunft als den rationalen Faktor, der bereits von den Bedingungen des Persönlichen durchtränkt ist) aufrecht hält, wird er der übrigen Welt überlegen sein, soweit diese dem christlichen Gott nicht beitritt. Was ein so reales Geschehen ist, daß es sogar an die konkrete Taufe gebunden ist, die ein ontologischer Tatbestand ist, der sich in der Welt ganz real auswirkt. Das ist beobachtbar! Das ist beobachtbar, wenn man wie Haas beobachtet, wie der Abendländer und wie der Morgenländer IST. 

Warum wird es dem Morgenländer nicht und nie gelingen, zu diesen Möglichkeiten vorzustoßen? Warum wird der Asiate gewissermaßen "immer" diesen Rückstand haben, und auch nie aufholen? Er wird ihn nicht aufholen, solange er nicht Christ ist. JEDE der Religionen, jede der Seinsdefinitionen, die sich in Asien - von der arabischen Halbinsel bis zu den Ausläufern Vietnams oder Nordchinas und Koreas - hat ein in sich bestehendes NEBENEINANDER. 

Das haben alle diese natürlich bemerkt. Aber mangels des Verstehens, mangels des Glaubens letztlich (somit wird, werter Leser, der Glaube als seinshafte Teilnahme an der geistigen Wirklichkeit des Seins selbst, also Gottes, auch als Bedingung menschlichen Wohlergehens begreifbar) kann er diese Widersprüche, diese Uneinheitlichkeit nur "auf die eine oder andere Art" lösen.*

Im Buddhismus etwa durch Auslöschung des Ich (und aller Dinge) im "Nirvana". Jenem Ort, wo es kein "Leid" mehr gibt (was klar ist, denn wo es "nichts" gibt, kann es auch kein Leid mehr geben).

Im Islam, der einen Gott der Willkür anerkennt, WEIL er diese Widersprüche nicht lösen kann. Der sogar diese Willkür und diese Widersprüchlichkeit so weit treibt, daß er lediglich feste Lebensregeln einerseits, eine rational nicht faßbare "Mystik" (wie im Suffitum) anderseits als "Gotteserfahrung" kennt, weil sie die reale psychische Verfaßtheit des Menschen durch Methodik (z. B. Tanz) an die Grenze der Selbstbewußtheit treibt, also einem (wenn man so will) medizinischen Grenzzustand Göttlichkeit zuschreibt. 

Was immer "weise" im Islam ist (und das gibt es dort), ist, schreibt einmal Nikolaus von Cues, der vor fünfhundert Jahren eine Schrift über den Islam verfaßt hat, aus dem Christentum übernommen. Ist der Islam doch immerhin historisch ohne große Probleme auf eine christliche Häresie zurückzuführen. Sodaß sich seine Hauptschrift, der Koran, in seinem Kern als fragmentarisch überlieferte christliche Verkündigungsschrift bestimmen ließe. (Sage der Leser das aber keinem Muslim, bitte!) Weshalb es auch im arabisch-muslimischen Raum keine Wissenschaft GIBT, so sehr sich manche auch gegen diese Tatsache wehren bzw. so sehr sie bestreiten, was aber doch so augenfällig ist. 

Nur wenn die Seinslogik auch in der Welt zu finden ist, kann man jene Bedingung der Wissenschaft erfüllen, in der das Denken sich vom Sein der Dinge prägen läßt, weil diese Dinge auch derselben Logik entsprechen, die Gott zugeschrieben wird: Widerspruchslosigkeit allem voran.


Morgen Teil 3) Weil es ohne das Abendland nicht geht



*260720*

Freitag, 7. August 2020

Was Abendländer von Morgenländern scheidet (1)

Die Seele jedes Menschen ist in ihrer Grundausrichtung und damit Ordnung gewissermaßen bei jedem Menschen gleich. Eine Struktur, die freilich nur geistig zu erfassen ist, sich also schon von der Kategorie her für keine Behandlung durch Naturwissenschaft eignet - falsche Methode zum falschen Objekt, sozusagen. Man untersucht ja auch die Struktur eines Eisenmoleküls nicht mit Seziermesser und Bluttabellen. 

Das Wunder der Seele beginnt bei der metaphysischen Tatsache, daß an einem Ort jeweils nur ein Ding sein kann. Damit hat jede Seele andere Bedingungen, unter denen sie mit der Welt korrespondiert, und denen gemäß sie sich mit jenen Inhalten füllt, die ihre (bei allen gleiche, aber nur im Geist zu erfassende) Grundausrichtung vorfindet und aufnimmt. Somit hat jede Seele ihre eigene Komplexität, und diese ist, weil die Seele ein Ganzes ist, das wie jedes Ganze an einer "Spitze" (als Hauptbestimmungsfaktor) aufgehängt ist, somit "anders" als jede andere Seele. 

Aus den Daseinsbedingungen, die an jedem Ort anders sind (und alles was ist, ist an einem Ort), befindet sich jede Seele in einem wiederum völlig anderen Umfeld vulgo "Umgebung". Mit anderen Einflußfaktoren, die wiederum aber - vergessen wir das nicht! - auf für alle Seelen (wie alle Dinge) gleichen Sinnbedingungen stößt. Sinn? Ja, Sinn. Weil der Sinn es ist, der alle Dinge, wie ein Magnet, AUSRICHTET. 

Was ein Ding, was eine Seele von der anderen unterscheidet, ist "lediglich" der Weg aus den jeweils anderen Bedingungen, in denen es (sie) sich befindet, zu ihrem (geistigen) Sinn zu finden. Das ist ihr Hauptstreben, und nur daraus ist die Seele deshalb zu verstehen. Worin eine Seele in ihren unterschiedlichen Ebenen natürlich auch - beginnend mit der Landschaft als jener Tektonik, die den Grundrhythmus des Menschen vorgibt, in dem er "schwingt" - natürlich jeweils anders finden muß. 

Deshalb läßt sich nicht nur davon sprechen, daß Seelen eines bestimmten Umkreises gewisse Gleichheiten aufweisen (die wiederum geistiger Natur sind), sondern auch in ihren Wegen zum Sinn gleiche Züge demonstrieren. Deshalb kann man sehr wohl von einer Seele des Orients (Morgenland) in ihrer Unterscheidung von der Seele des Okzidents (Abendland) sprechen. Deshalb kann man in diesen jeweiligen geographisch (wenigstens so irgendwie) bestimmbaren Orten auch bestimmte seelische Grundzüge lokalisieren.

Diesen Versuch unternahm auch Willy Haas in seinem schmalen Büchlein "Die Seele des Orients" vor mittlerweile fast einhundert Jahren. Haas mag damals, als sein Büchlein erschien, nicht von großen Leserkreisen beglückt worden sein. Aber eines dieser Büchlein schwamm über diese hundert Jahre bis zum Verfasser dieser Zeilen, der es in einem Antiquariat fand. Und dem er nun einen wichtigen Impuls verdankte, warum auch immer, in dem er viele Gedankenwege zu einer Idee verbinden konnte, die den Themenkomplex mit einem Schlage erhellt. 

Haas beschreibt 1916 ja nur, was er sah, er nahm also nur Fakten zur Kenntnis. Und meinte aus seinen Beobachtungen sohin den Grund definieren zu können, warum der Abendländer den Menschen des Orients nicht versteht und auf eine Weise auch nie verstehen kann. 

Denn der Abendländer zieht alle Bereiche seines Umfelds, seiner Umgebung, also der Welt zu einem Punkt zusammen. Den er so auffaßt, daß er von einem Sinn her beleuchtet ist. Immer, und in jedem Fall führt also die Fülle der Einzelerscheinungen der Welt zu ein und demselben (geistigen) Begriffsbild. Das in sich keine Widersprüche enthalten kann. Der Abendländer sucht also so lange, bis er alles, was er vorfindet, in einen logos, in einem Sinn einzuordnen vermag.

Das ist beim Orientalen (wobei Haas diesen Begriff für die Menschen vom Vorderen Orient bis nach China einsetzt) anders. Dieser "kann" mit der Spannung leben, die ein bloßes Nebeneinander der Einzelerscheinungen der Welt mit sich bringt. Diese Bereiche werden nicht zusammengefaßt, sondern nur auf die eine oder andere Weise pragmatisch "stehen gelassen". 

Deshalb wird der Orientale dem Okzidentalen immer "undurchschaubar" erscheinen. Denn er ist das, tatsächlich! Durchschaubar ist nur der Abendländer, wenn man so will, weil der auch diesen Anspruch an die Interpretation der Welt, an das Lesen des logos als der inneren Grammatik der Welt, hat. 

Der Orientale kann deshalb von einem Bereich zum anderen springen, und dort jeweils diesem Teilbereich "genügen", entsprechen. Somit kann er von einem Moment zum anderen scheinbar "komplett anders" sein. Ohne daß er das als seltsam sehen würde, was dem Europäer aber als "Falschheit" erscheint. 

Wir wollen das einmal nur zur Kenntnis nehmen, einfach nur anschauen. Und uns erst jetzt mit den Gründen dafür auseinandersetzen. Denn die gibt es! Es sind Gründe, die in dem ansetzen, was wir oben als "Haken" bezeichnet haben, an dem alle Dinge (also die Welt) aufgehangen sind. Als Punkt, von dem her jedes Ding (also auch der Mensch) bestimmt sind. 

Hier stoßen wir somit sofort auf das Sein selbst, auf diesen abstrakten Begriff, den wir letztlich als "Gott" bezeichnen. Aus dem alles stammt, insofern es am Sein teilhat, also "Seiendes" ist, das "Sein hat". Das es auch verlieren kann, ohne daß das Sein selbst davon berührt ist. Dinge können vergehen. Lebewesen können sterben (ja, sie tun es mit Gewißheit), eine Tatsache die sich aus der Beobachtung, also Erfahrung ergibt. 

Morgen Teil 2) Warum der Abendländer 
überlegen bleiben wird 


*260720*

Sonntag, 19. Januar 2020

Warum der Erste Weltkrieg die Vormachtstellung Deutschlands schuf (2)

Teil 2)



Die Nachkriegsordnung hielt aus dem Grund, so Höbelt weiter, nicht länger als bis 1939, weil die Siegermächte nicht wirklich hinter der neu geschaffenen Ordnung standen. Sowohl die USA wie auch Rußland hatten sich aus Europa wieder zurückgezogen und waren mit eigenen Problemen beschäftigt. Frankreich und Italien waren zu schwach, um Europa stabil zu halten, standen noch dazu in einem Konkurrenzverhältnis zueinander.

Nach 1945 hielt die Ordnung, weil sowohl die USA wie auch Rußland an Europa strategisches Interesse hatten. Grund war die neue Gegnerschaft, die im Kalten Krieg seine Form fand. Heute steht Europa vor der Situation, bestenfalls "die Schweiz der Welt" zu werden. Seine Bedeutung ist marginalisiert, denn die Mächte der Welt - USA, Rußland, China, Indien, die Tigerstaaten - spielen in einer eigenen Liga. Und haben in Ostasien einen neuen Schwerpunkt gefunden. Dem Europa sowohl technisch wie zivilisatorisch hoffnungslos unterlegen ist.

Interessant Höbelts Aussage zur landläufigen Meinung, die USA hätten am Kriegseintritt 1917 schon deshalb Interesse gehabt, weil sie sonst um ihre Kredite an die Alliierten hätten fürchten müssen. Höbelt bestätigt die auch vom VdZ vertretene Meinung, daß es anders war. Die USA hatten vielmehr im Ersten Weltkrieg die Chance gesehen, ihre alten Schulden an Europa (v. a. England) auszugleichen. Der VdZ hat auch hier schon dieselbe Ansicht dargelegt. Teilweise wurden die englischen Kredite mit Übernahmen von Aktienkapital ausgeglichen, und ein großer Teil der amerikanischen Industrie fiel in amerikanisches Eigentum. Bis dorthin hatte die USA seine schon 1914 überragende Stellung am Weltmarkt (Deutschland hatte mehr Stahl produziert als der Rest Europas gemeinsam, aber die USA mehr als die übrige Welt zusammen) durch englische Investitionen errungen.

Nach 1918 standen sie finanziell pari mit Europa, und konnten sich wieder in die alte Isolation (Monroe-Doktrin) zurückziehen. Sie waren ja nicht einmal dem Völkerbund beigetreten. Erst im Zweiten Weltkrieg war es anders, da erhielten die USA ihre Kredite an die westlichen europäischen Mächte nicht mehr zurück.

Höbelt spricht hier zwar nicht darüber, aber wir wollen kurz fortführen und darauf hinweisen, daß Europa nach 1918, noch mehr aber nach 1945, für den Rest des europäischen Kontinents erdrückend übermächtig wurde. Das war in der Gründung 1870/71 bereits angelegt, wir haben es bereits behandelt. Auch wenn es so tut, als sei es "fair" und Frankreich gewissermaßen den Vortritt läßt, um friedliche Absichten zu beweisen. In den Augen des VdZ erklärt sich so, was Höbelt hier verwundert festhält: Daß im Grunde die ganze EU nach der Pfeife Frankreichs tanzt. Während Deutschland alles tut, um seine reale Macht und Stärke unter der Tischdecke zu halten und im realen außenpolitischen Handeln alles zu tun, um sich als schwächer dazustellen als man ist.








Samstag, 18. Januar 2020

Warum der Erste Weltkrieg die Vormachtstellung Deutschlands schuf (1)

Der Wiener Historiker Lothar Höbelt ist nicht nur ein origineller Kopf, sondern bricht mit seinen Sichtweisen das lähmende Narrativ, das sich in unseren Ländern gebildet hat, und macht eine neue Weltsicht möglich. Höbelt liest die Gestalten, er läßt sich nicht von den Plaudereien wegziehen. So meint er auch, daß der strategische Sieger nach dem Ersten Weltkrieg Deutschland gewesen ist. Denn es hat sein größtes strategisches Problem, die Zweifrontenstellung zwischen Frankreich und Rußland, aufbrechen können. Was durch die Gründung Polens geschah, das traditionell mit Rußland in großen Spannungen lebt. Nun hatte Deutschland einen Puffer zum größten Land Europas, und konnte sich auf den Westen konzentrieren. Als eine der fünf neuen Weltmächte, die da die USA, Frankreich, Deutschland, England und Japan waren.

Die Frage, wer also den Ersten Weltkrieg eigentlich gewonnen hat, ist alles andere als eindeutig, wenn auch militärisch scheinbar klar durch die Kapitulationen. Politisch gesehen aber waren die offiziellen Sieger durch die Bank strategisch gesehen Verlierer. Vielleicht kann man daraus besser verstehen, warum die "Sieger" so darauf drängten, die Rolle der Kriegsschuldigen wie auch der Gewinner so vehement in den Verträgen von Versailles (Deutschland) wie St. Germain/Trianon (Österreich-Ungarn) festlegen zu wollen. Aber nicht einmal das ist gelungen.

Den Anlaß zum Kriegseintritt der USA 1917 bot Deutschland selbst, als es den uneingeschränkten U-Boot-Krieg gegen England erklärte und damit auch amerikanische Schiffe zu versenken begann. Diese Gelegenheit ließ sich Washington nicht entgehen. Wäre das nicht geschehen, wären die Westmächte bereits 1917 gezwungen gewesen, ihre Kriegsanstrengungen aus finanziell-materiellen Gründen zu limitieren, und der Ausgang des Krieges wäre ein anderer gewesen. Ende 1916 hatten nämlich die Amerikaner aufgehört, britische Schatzscheine zu kaufen, also Kredit zu gewähren. Nur eine Ausweitung der Kriegshandlungen selber konnte also die westlichen Alliierten retten. Das war im Grunde auch im Zweiten Weltkrieg nicht anders.

Am meisten hat Deutschland aber, so der VdZ, von der Zerschlagung der Donaumonarchie profitiert. Dadurch entstand ganz selbstverständlich ein Machtvakuum im Herzen des Kontinents, der schon aus natürlichen, geographischen wie ethnischen und historischen Gründen die natürliche Einflußzone Deutschlands wurde. Noch heute leidet Europa unter dem Fehlen einer in diesem Raum gleichstarken Macht, der noch dazu den amerikanischen, ja überhaupt den außereuropäischen Einfluß am Leben hält, weil sich Länder wie Polen, die Tschechei, aber auch Ungarn und einige Balkanstaaten nicht anders gegen die erdrückende politische Übermacht wehren können als durch solche transkontinentalen Allianzen. Zumalen sie sich von den westlichen Ländern benachteiligt und klein gehalten fühlen.

Rußland ohne Zaren war kein Gegenpol gegen Deutschland mehr. Als den Alliierten das einfiel, war es schon zu spät, die russische Armee war abgerüstet und der Westen hatte politisch durch den Frieden von Brest-Litowsk, wo Deutschland und Rußland untereinander alles regelten, keinen Zugriff mehr. Selbst die Ukraine wollte aber in der Monarchie bleiben, weil sie mit Recht befürchtete, zwischen Rußland und Polen zerrieben zu werden (und hatte für kurze Zeit 1919 sogar einen Habsburger als Regenten. Was heute kaum jemand bei uns weiß.)

Dabei war es noch 1916/17 Interesse der einen Hälfte der Engländer (die andere war längst in den Weltherrschaftsträumen der britischen Rasse von Cecil Rhodes, Rothschild et al. verfangen, sie hat sich dann v. a. später durchgesetzt), wenn auch eher im Format eines Gedankenspiels (es kam allerdings tatsächlich zu einem diesbezüglichen Treffen zwischen Briten und Österreichern), die Donaumonarchie als Gegengewicht zu Deutschland am Leben zu halten. Niemand hatte eine rechte Vorstellung was passieren würde, wenn die Habsburger Monarchie zusammenbräche. Und letztendlich hatte England nicht wirklich noch Interesse an Zentraleuropa, Zeichen des Rückzugs, der sich im späteren Verlust des Empires, das man aufgab, um Kernengland zu retten, dann manifestierte.

Daß Österreich zusammenbrechen würde, war militärisch erst Mitte 1918 endgültig klar, als die Balkanfront zusammenbrach. Eine direkte Folge des Zusammenbruchs Bulgariens, das bis dahin die Engländer, die von Saloniki aus nach Norden wollten, in Schach gehalten hatte. Österreich alleine hatte dem nichts mehr entgegenzusetzen, es war militärisch schon zu ausgeblutet, und wirtschaftlich am Boden. Wien war die Zentrale von Verwaltung und Kapital der Monarchie. Aber was verwalten? Wo anders war das Kapital investiert als in den (nach heutigem Begriff) nicht-österreichischen Gebieten der Monarchie?

Und erst dann bekamen die eigenstaatlichen Bewegungen in den Monarchievölkern ihren vollen Auftrieb (man sehe dazu auch einen weiteren Vortrag von Höbelt aus allerjüngster Zeit), lange Zeit noch ohne die Absicht, eine überstaatliche Zusammenarbeit in den Grenzen der Monarchie aufrechtzuhalten, in welcher Form auch immer. Die Westmächte hatten noch im Herbst 1918 keine klare Linie, was mit Zentraleuropa passieren sollte. Allerdings waren sie durch verschiedenste Versprechen bereits stark gebunden und auf Wege gedrängt, die sich dann durchsetzten, weil sie nun die einzige und erste feste Linie der weiteren Entwicklungen waren.

Morgen Teil 2)  




Donnerstag, 24. November 2016

Amerika als islamische Krankheit Europas

Wie auch immer man diese Fakten einordnet, die der Physiker Bill Warner im Rahmen seiner Tätigkeit bei "Political Islam" darstellt, sie sind interessante Ergänzung. In einer Zeitreihe rollen sämtliche Schlachten des Islam gegen den Rest der Welt ab, und werden dann mit den berüchtigten Kreuzzügen verglichen. Das Gesamtbild, das dabei entsteht, ist ebenso entlarvend wie erschreckend. Denn es zeigt Tendenzen, Gesamtbewegungen, die sich seit 1400 Jahren nicht geändert haben.  Doch hat es so sein Problem, an der Oberfläche des "Islam" hängenzubleiben. Der anti-islamische Effekt hat zwar eine Seite, die ihn berechtigt darstellt, aber er hat eine andere, die viel tiefgreifendere Betrachtung erfordert. Denn der Islam ist nur einer der Söhne, die zum Vater zurückkehren, aber nicht, um sich an die Brust zu schlagen, sondern um ihn zu unterwerfen. Weshalb eine Kritik des Islam aus amerikanischer Sicht gar nie gelingen kann. Sie haben beide dasselbe Problem.

Es braucht eine umfassendere Sicht

Beginnen wir einmal mit den historischen Fakten. Denn das definitiv Falsche an diesen im Video aufbereiteten Fakten über den historischen Islam liegt in der heute aber fast immer anzutreffenden Sicht des Islam begründet. Denn es hat hunderte Jahre gedauert, bis ein reiner Eroberungskrieg einer aufsteigenden, das Ringen persisch-arabischer Kräfte und Fürsten um Vorherrschaft in einem nachrömisch entstandenen enormen Machtvakuum, das zunehmend politische Eigendynamik annahm, zum "islamischen Jihad" wurde, der eine immer größere Rolle als Motivationsfaktor gewann. Und er hat es mit der allmählich eintretenden Etablierung einer politisch einenden Macht natürlich nicht unterlassen, aus auftretenden Legitimationsfragen heraus posthoc die gesamte Geschichte zu einer Geschichte des Islam zu machen. 

Solche Fragen treten eben auf, weil Erfolg eine gewisse Erschöpfung nach sich zieht. Und plötzlich Fragen aufwirft, die inmitten des Trubels des Aufbaus gar nicht ins Bewußtsein gestiegen waren. Es ist deshalb im historischen Verlauf logisch, daß nach diesen ersten Expansionsbewegungen ins Mittelmeer (nach Westen, einem den Kulturen in Vorderasien vergleichbar begehrenswerten Kulturraum) ab dem 9. Jhd. eine Phase "arabischer Philosophie" auftaucht, die sich in Rezeption der Antike aber bald zur politischen Gefahr entwickelt. Sodaß im 13. Jhd. die Bewegung der Historisierung des Islam seine Blüte und seinen ideologisierenden Abschluß fand. Diese verband sich dann mit dem Aufstieg eines neuen expansiven Fürstengeschlechts, den aus Asien nach Anatolien eingewanderten, bereits islamisierten Turkstämmen mit den Osmanen als Motor. Erst ab diesem Zeitpunkt kann man wirklich von islamischen Kriegen sprechen. Und sieh da - es ist exakt jener Zeitpunkt, an dem Europa sich durch Kreuzzüge erstmals zu wehren beginnt.

Erst ab da ist es ein islamischer Krieg

Denn erst ab jetzt ist der Islam wirklich zur Gefahr fürs Abendland geworden. Zuvor war er einfach ein Krieg zwischen Völkern, Königen und Fürsten um Macht und Einfluß, und genau so ist er auch nach Spanien gekommen, das durch das Ringen unterschiedlicher Völker uneins war und einzelne Fürsten Berberstämme als Verdündete nach Europa holten. Und zuvor war er ein Beutefeldzug arabisch-asiatischer Nomadenvölker in eine immer noch reichen, im wahrsten Sinn des Wortes blühende Mittelmeerkultur, die die alte antike Städtekultur so schwer in Mitleidenschaft zog, daß sich Europas Schwerpunkt nach Norden verlagerte - und aus notwendiger Gegenwehr das einen sollende Kaisertum neu belebte.

So lange es ein reiner Völkerkrieg war, und das war vor allem in den ersten Zeiten unter persischer Fürstenherrschaft der Fall (Persien war eben KEIN Nomadenland), so lange er "nur politisch" blieb, war auch für die unterworfenen Kulturen und Völker noch relativ gut weiterleben. Kluge Fürsten verstanden es, sie als Prosperitätsfaktor zu sehen und zu nutzen. Etwas, das bis heute als "Blütezeit des Islam" verkauft wird, mit Islam aber so gut wie nichts zu tun hatte.

Mit der Islamisierung der Macht aber, aufbauend auf einer "Islamisierung des Islam als Konsolidierung ZUM Islam" ab dem 9. Jhd., wurden diese Kulturen binnen weniger Jahrzehnte erdrückt. Die Mittelmeerküsten, in vielen Jahrhunderten von Waldregionen auf von Menschen bebaute Garten- und Landwirtschaftsstruktur umgestaltet (die ohne Menschen aber auch untergehen mußte), begannen so zu veröden, wie wir sie heute kennen. Schienen zuerst die Ressourcen aus den eroberten Gebieten im Osten grenzenlos, entwickelte sich auch ein wirtschaftlicher Zwang zur Expansion. Denn was nicht selbst produziert wird, muß von außen - durch neue Eroberungen - herbeigeholt werden.

Die Kampfweise von illegitimen Rebellen

Selbst in der Kampfesweise zeigt sich bereits diese Änderung. Denn diese Heere kämpften auf neue und zuvor als "unmoralisch, ehrlos" betrachtete Weise. Sie kämpften wie Nomaden, kämpften einen "asymmetrischen Krieg", in dem sie auf traditionelle Kriegsmächte trafen, die der Übertretung von Grenzen nicht gewachsen waren. Das ist ja der eigentliche Vorgang, der sich analog bis in alle Lebenssituationen zeigt: Der Zerstörer siegst scheinbar problemlos, weil er jene Grenzen nicht akzeptiert, die der Verteidiger, der Angegriffene als systemrelevant ansieht, und nicht anwendet, weil er das Ganze bewahren will und als Pflicht vor Gott zu müssen meint. 

Man könnte drei Viertel der Kriegsgeschichte der Menschheit und so gut wie jede Geschichte der "großen Eroberer" darunter subsummieren: Sie griffen zu Mitteln, die zuvor und beim Gegner immer noch als verwerflich galten. Und lösten damit eine Gegenreaktion aus, in der diese Mittel zu übertreffen zur Notwehr wird. Womit wir bei der Kriegführung des 21. Jhds. angelangt sind. Weshalb aber bis ins 13. Jhd. hinein die Armbrust in Europa nur gegenüber den anbrandenden Heidenvölkern, Meistern in der ebenso feigen Pfeil-und-Bogen- und Guerilla-Technik - zuschlagen, zurückziehen -, aus dem Osten gestattet war, das zur Illustration.

Kein neues Vorgehen, sondern das Wachstumsprinzip vieler Reiche, und auch des römischen Reiches. Bis in die Kampftaktik, die den nichtrömischen Völkern feige und verwerflich war. Technik. Es galt nur noch der Effekt, der Erfolg rechtfertigte alles. So stie Rom in derm Aufstieg der arabischen Macht vergleichbarer Weise auf, und begann ebenso, am Gipfelpunkt angelangt, aus erschöpfter Expansionsbewegung, der innere Schwäche vorausgeht, abzusteigen. Es ist interessant, daß aus diesem Abstieg heraus sich von den bald nicht mehr zu haltenden Randgebieten Roms her ein ideologisiertes, rationalistisch-technisiertes Christentum (im Arianismus) als Zersetzungsprodukt zum Nährboden jener neuen Religion machte, die sich dann zum "Islam" entwickelte.  Es gibt keine "machtfreien Zonen", sondern jeder Raum ist und wird immer und sofort von Macht erfüllt. Sonst ist er auch gar kein Raum. 

Die Abtrünnigen kommen nie zur Ruhe und kehren als Eroberer zurück

Und auch hier gibt es Parallelen. Das Verhältnis Europas zu Amerika zeigt nahezu deckungsgleich diese Bewegung. Aus der Schwäche des Abstiegs der europäischen Kultur (in der Renaissance, jener Scheinblüte, die man bei Pflanzen als "Notblüte" kennt, als letztes Aufbäumen vor dem Ende) heraus. Aus dem Rationalismus heraus, der bereits Zerfalls- weil Aufspaltungsprodukt ist, entwickelte sich der Expansions- und Eroberungsdrang der Menschen Europas. Um dann ab dem 18. Jhd. (man kann den Einfluß der amerikanischen Revolution auf die französische Revolution als europäische Urkatastrophe nicht überschätzen) und in ständig aufsteigender Kurve über das 19. Jhd. (das von Amerika her die gesamte europäische Art zu leben umzuwälzen begann) im 20. Jhd. seinen Höhepunkt zu erlangen, wo Europa zum Randgebiet eines amerikanischen Imperiums wurde. 

Was bis hin zum heutigen Papst geht, der ganz genau als aus den Randgebieten Zurückkehrender dieser Invasion den Weg vom Herzen Europas her bereitet. Um es endgültig zum Machtvakuum zu machen, um das sich nun externe Mächte zu streiten beginnen. Und wie beim Islam, sind es die (häretischen) Randgebiete, die den Kern erobern wollen, um sich die Rechtfertigung zu verschaffen. 

Man kann den Expansionsdrang sowohl des Islam wie Amerikas nicht verstehen, wenn man nicht begreift, daß hier Häretiker des Christentums um Anerkennung kämpfen. Sowohl der Islam wie der Protestantismus (genauer: Puritanismus) Amerikas stehen (genau wie das orthodoxe Judentum) unter jenem Zwang der Rechtfertigung, der sich aus der Absage an die Wahrheit und damit an die Inkarnation Gottes in Jesus Christus ergibt. Und sie berufen sich auf die "eigentlichere, höhere Heiligkeit". Sie alle sind "Randgebiete" Europas, Peripherie, die nie zur Ruhe kamen und nun ins Zentrum vorstoßen wollen, um zu beweisen, "daß sie recht haben."

In ein sturmreif geschossenes, zerfallendes, in zahllose Streite und Kriege hineinschwindendes Europa, dem Quellpunkt der Welt. Oder welcher Weltteil bezieht sich heute NICHT ganz offiziell auf diesen europäischen Kern, das Herz der Welt? In diesem Kontinent von Kriegen, die Bürgerkriege sind, bereitet sich ein Kampf um die Macht vor, ja holt bereits Luft, der der Kampf außereuropäischer, nicht katholischer Mächte um die Weltherrschaft ist. Der Mensch hat nur zwei Möglichkeiten: Zu herrschen oder beherrscht zu werden. Ein Drittes gibt es nicht.

Wir europäische Völker sitzen, von der Politik im Stich gelassen, kopflos, mit Popcorn im Kino und sehen es abrollen. Erste Reihe, fußfrei, zum Zuschauen verdammt, in hilflosem Haltsuchen in kreuz und quer laufende "Bewegungen" aufgescheucht, die nie zum Ziel führen können, weil sie nur Symptom, aber nicht Gegenmittel sind. Denn es gibt keinen Papst mehr, der einen Kaiser salbt, der schon nur durch sein Da-sein wieder alles in die Mitte zurückbinden könnte. Ohne Mitte aber - keine Gestalt.










*051016*

Dienstag, 29. März 2011

Road-to-heaven-Test

Ein außerordentlicher Härtetest der Armee Taiwans.

Gefunden bei xaxor


Gefunden bei xaxor


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Donnerstag, 10. Februar 2011

Wirre Knäuel

Während also die "Generation Facebook" Ägyptens weiterhin friedlich den Präsidenten zum Rücktritt zwingen will, koste es an Blut was es wolle, während die Islamistenführer Ägyptens ins Land zurückgekehrt sind und dankbar für jeden weiteren Tag des Chaos in dem Land sind, während der amerikanische Präsident Obama als der Präsident in die Geschichte eingehen wird, der binnen weniger Jahre die USA völlig als "Global Player" demontiert hat, dafür aber friedensnobelpreisgepolstert "Demokratie" rufend die Probleme der Welt wegzulächeln versuchte und durch Säbelgerassel die amerikanische Tradition der letzten 150 Jahre entsorgt indem er nicht einmal mehr so tut als würde grobes Säbelgerassel ernstzunehmende Überlegungen zum Hintergrund haben, meldet der Generaldirektor der VÖESt-Stahlwerke von der bevorstehenden irreversiblen De-Industrialisierung Europas durch Klimagesetze, die nur Europa einhält, sich damit aber unbewältigbare Wettbewerbsnachteile dafür einhandelt, rebelliert Italien gegen geplante Schuldenbremsen, und paktiert Deutschland mit Frankreich, um mehr Wettbewerb zu koordinieren, sind einige Jubelmeldungen von Zeitungen zu früh dran wenn sie meinen, Berlusconi endlich an den Eiern zu haben, und singt Lena Meyer-Landruth unter Ausschluß der Öffentlichkeit die Songcontest-Ausscheidung sie gegen sich, wehrt sich die österreichische Unterrichtsministerin gegen eine Neuaufrollung des Pisa-Tests, und erinnert sich ein ehemaliger Finanzminister an sechs Konten, die er bei seiner Steuererklärung seinerzeit vergessen habe, weil sie im Ausland gelegen waren, oder auch nicht, weit weg in jedem Fall, und rechnet der Verteidigungsminister noch einmal sein Lieblingsmodell einer Heeresreform rund, das er der Öffentlichkeit nun schon einmal versprochen hat. Ach ja - ein schon in der Vergangenheit notorisch hochstapelnder Scheich ist unleugbar pleite und kann Kneissl-Ski doch nicht retten. Apropos retten - Österreich hat in den letzten drei Jahren 4,3 Prozent seiner Wirtschaftsleistung (in Form von Krediten als "Konjunkturstützungsmaßnahmen") ausgegeben, um summa summarum seine Wirtschaftsleistung seit 2007 - das Jahr VOR der Krise - stabil zu halten, hat das WiFo nun errechnet. EU-weit schrumpfte das BIP um durchschnittlich 0,7 Prozent. Polen, der Schweiz und Norwegen ging es am besten. Letztere beide sind keine EU-Mitglieder.

Ist das eine Welt, an diesem 10. Feber 2011.

Gesehen bei thisisnthappiness


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