Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Das Matrjoschka-Prinzip. Hierachie der Wissenschaften heißt, daß die Theologie der Physik die Grammatik des Sach-Erkennens liefert - Was bei Zeilinger noch stärker als bei Dürr auffällt, zumindst mir. Denn niemals kann sich Metaphysik (als Philosophie und Theologie verstanden) "von unten her" bzw. !aus der Biologie" heraus zu einer Aussage kommen. ZUERST muß die Theologie da sein, und DANN kann die Welt der Dinge begriffen werden. Däürr sagft das an einer Stelle sogar, ohne daß es aber die Verbindung zu SEINER nicht-katholischen (hath-holon heißot ja nichts anders als "ganz umfassend") Theologie erkennt.
Diese scheinbar ziemlich verwegen Aussage (wer bin ich, wer ist Zeilinger?) wird mit in einem weiteren Voirtrag von 2016 bestätigt, wo der Physiker vor Bischöfen referiert hat. Schon in einem der ersten Sätze bestätigt Zeilinger, daß er das nicht verstanden hat. Wo er sagt, daß die Theologie (udn die Physik) jeweils nur dann in Konflickte geraten sind, wo sie "ihre jeweiligen Grenzen überschreiten."
Diesen Vortrag hielt Hans-Peter Dürr im Jahre 2007, und ich empfehle ihn zum aufmerksamen Studium. Selber möchte ich nicht viel zu den Inhalten sagen. Die üblichen Hinweise, daß Dürr gegen eine wirklich gegen Esoterik und religiösen Relativismus "undicht" ist, kennt der regelmäßige Leser ohnehin.
Aber in diesem Vortrag gelingt Dürr eine Art der metaphysisschen Sprache, die mich verblüfft hat. Und vielleicht fällt dem Leser dieser meiner Seiten etwas auf. Vielleicht fällt ihm ((wie mir) auf, wie nahe sich diese Sichtweisen, in denen die Grenzen zwischen Physik, Philosophie, Theologie und Dichtung kaum noch gezogen werden können, gekommen einander sind. In denen ich mich von einer völloig anderen Seite wiederum genähert habe, als Dürr.*
Das zu entdecken fällt mir mit den Aussagen Anton Zeilingers allerdings deutlich schwieriger. In diesem TV-Gespräch, das aus 2006 stammt, wechseln Passagen, in denen er völlig "dunkel" wird, mit Passage, die wirklich bemerkenswert sind. Denn aus seiner (vor Wochen mit dem Nobelpreis dekorierten) Einsichten in die Welt der Quantenphysik kommt der österreichische Physiker zur Aussage, daß aus naturwissenschaftliher Sicht ein mechanistisches Weltbild nicht aufrecht zu halten ist.
Zum Wesen der Verschränkung. Nobelpreisträger Zeilinger als Widerlegung der Schul- und Bildungstheorien.- Die Verschränkung von Teilchen spielt sich also ontologich in einer Hierarchie ab , deren Ausgangspunkt der Ort ist - das "Sein als Photon" (z. B.) Von diesem Wesen ausgehend, das aber keine "Zeit" hat (die tritt erst mit dem Weltwerden hinzu, also "nach" dem Verschränktsein), sind die als verschränkt auftretenden (Photonen-)Teilchen analog.
Aber nicht wie Synchronschwimmer, die ZUSAMMEN EIN Muster bilden, und daran mit je gleichen Bewegungen teilnehmen, sondern als Einzelschwimmer, die jedes für sich das Ganze des Beziehungsumfassenden - die Ordnung, der alle Teilchen gleich gehorchen - darstellen. Und die mit dem Eintreten in die Zeit (die Phtonen bewegen sich) in je einen je neue Beziehungsordnung eintreten, mit der sie interagieren.
Das dürfte der Grund sein, daß sie bisher einzige "Verwendung" für "Krypto-Informtion" tauglich ist. Weil nur der Empfänger alleien durch sein Empfangen, bei dem er an einen Ort mit dem einlangenden Photon tritt, damit auch den Schlüssel hat, unter dem er die einlangende Information deuten, als Informaton die Informaiton selbst erkennen kann.
Wenn man begreift, daß WESEN eines Dings nie isoliert zu denken ist, sondern immer AN EINEM ORT, dann erweitert sich das 'Begreifen aller Dinge zu einem DING IN EINEM BEZIEHUNGSNETZ. Aus dem es nie herauszureißen ist, sondern auf den es immer bezhogen bleibt.
Damit wird auch verstehbar, daß alle Dinge AN DIESEM ORT (der nicht irdisch reduktiv als "Ort" gedacht werden darf, sondern als Metapher für das Zusammensein jedes Dings mit anderen an einem Seinspunkt, einem Knotenpunkt von Bezogenheiten, die jedem Ding WESENHAFT anhaften, also auchnicht abzustreifen sind, was immer ein Mensch tut. )
In diesem Vortrag des Wiener Quantenphysikers Anton Zeilinger wird nun darauf eingegangen, daß auch das Licht - ein Quantum, also Materie, die zugleich die Eigenschaften einer Welle (Broglie!) hat - ein Verhalten zeigt, das eher davon ausgehen läßt, daß auch dem licht eine "idee" zugrundeliegt. Wenn durch zwei Spalte nebeneinander nur EIN Photon (Lichtteilchen) gesendet wird, so zeigt sich dennoch an BEIDEN die Inferenzerscheinung, als wären durch beide (physische) Lichtquanten - also: Wellenerzeuger, denn Interferenzen sind Wellenerscheinungen - gegangen. Genau das hatte übrigens Einstein bestritten.
Zeilinger beschreibt u. a. den Zufall im atomaren Geschehen. Wobei er nur meinen kann, daß es sich im physikalischen Bereich nicht erklären kann. Man nehme einen "Klumpen" Radium. Das mit einer "Halbwärtszeit" zerfällt, daß heißt: daß in einem gewisssen Zeitraum die Hälfte der Atome zerfallen ist. Nur ist es nicht so, daß wir nur (noch) nicht wissen, wann welches Atom zerfällt, sondern dieser Zerfall hat keine Ursache. Auch dagegen hatte sich Einstein mit seinem berühmten Satz "Gott würfelt nicht" gewehrt. Auch darin hatte er aber Unrecht. Es gibt einzelne Ereignisse, die man nicht mehr nach (physikalischem) Ursache-Wirkungs-Prinzip erklären kann.
Einstein ging davon aus, daß es eine vom Menschen unabhängige, "objektive" Wirklichkeit gebe, die von Kausalgesetzen zu beschreiben sein muß. Derselbe Einstein mußte aber 1935 feststellen, daß sich Quantenereignisse in Korrelation zur Beobachtung eines Ereignisses verhalten. Zeilinger beschreibt das mit dem "Zusammenstoß zweier Billardkugeln". Sie zerfallen, und ein Teil fliegt in eine Ecke. Das weiß aber die Billardkugel selber nicht, es gibt dafür keine Kausalität, es ist kein Gesetzt, gewisermaßen, das in der Kugel oder am Tisch liegt. In dem Moment aber, wo sich das ereignet, liegt der andere Teil der zerfallenen Kugel - am gegenüberliegenden Ende. "Spukhafte Fernwirkung," sagte Einstein.
Später entdeckte man aber, daß es eine "Verschränkung" der (Zerfalls-)Teile gibt. Sie reagieren also gewissermaßen als "Teile eines Ganzen" (Interpretation vom VdZ), und reagieren in einer dem sie zuerst (zu einem Etwas, einer Kugel) integrierenden Ganzen zuzuordnenden Eigenschaftlichkeit, die unabhängig ist von Raum und Zeit. Darauf baut die heute so dominierende Quantenphysik der Verschränkung und "Informationsübermittlung" (als neue Computertechnik) auf. Damit ist Information nämlich ohne physische Leitung übertragbar, solche Computer sind also "absolut sicher".
Denn damit ist ein Übertragungsschlüssel dem Zufall überlassen, und damit niemandem bekannt - nicht einmal dem Quant (in seinem übertragenen/zusammengehörigen Zustand hier und am anderen Ort), das über seinen künftigen Zustand selber nichts "weiß" (er ist nicht absehbar, weil a-kausal). Wird der Schlüssel, der über ein "geteiltes" Photon (s. o.) übermittelt, abgelesen, so ist er deshalb völlig sicher, weil die Polarisation (aus der der Entschlüsselungseigenschaft abgelesen wird) erst im Moment des Ablesens - vom Abmessenden abhängig! - erkennbar wird. Würde jemand die Leitung "knacken", sich einschalten ("hacken"), würde sich sofort der Zustand der Quanten ändern. Gleichzeitig - und das ist die philosophisch interessanteste Feststellung - hat das "Original"Photon, der Sender gewissermaßen, seine Eigenschaft verloren, eben: teleportiert. Der Empfänger (das empfangene Photon) ist zum Original geworden.
Information ist wichtiger als der Körper, sagt Zeilinger deshalb. Sie bildet die Substanz des Materialen. Das ist ein Schlüsselsatz auch der Anthropologie, der Metaphysik. Denn es zeigt sich ja im Körper, das sagt Zeilinger schon richtig: Jede Zelle wird ständig modifziert, stirbt, wird ersetzt, und trotzdem bleiben wir "wir selbst".
Simpel formuliert: Ein Quantencomputer kann viele Informationen, die die heutige, elektronisch-elektrische, aber lineare Zustandstechnologie nur nacheinander abarbeiten kann, gleichzeitig verarbeiten. Sein Output ist lediglich davon abhängig, was man abfrägt. Entsprechend ändert sich sein Zustand der Information.
Der VdZ ist sehr offen: Er hält von Zeilinger wenig. Er hinkt der Philsophie um 500, um 1000 Jahre nach, und gerade im 20. Jhd. hat sich (v. a. in der Phänomenologie) ein ganz neues, noch klareres (weil im Kairos stehendes, also heute, historisch verstehbares) Verständnis des Menschen gerade in seiner Veränderung herausgebildet. Das alles scheint Zeilinger nicht zu kennen, zu wissen. Seine Fragestellung ist deshalb typisch: Die Quantencomputer würden die synchrone Vernetzung noch weiter steigern, was Zeilinger nie hinterfrägt. Insofern ist die von ihm mitentwickelte Technolgie tatsächlich ein "Quantensprung". Der aber die Verschränkung des menschlichen Denkens noch weiter - und zwar wirklich deutlich - vorantreiben würde. Damit sind wir bei Zeilinger bei einem Proponenten des Mythos des Internet, ja bei einem Produkt dieses Mythos aus "Allgeist", der sich in Information (als eigentliche menschliche Ressource, ja als eigentliches menschliches Sein) äußert. Ein dramatisches, nominalistisches Mißverständnis von Vernunft, von Vorsehung, von Idee überhaupt.
Derselbe Grund also, weshalb derselbe schon lange als Nobelpreiskandidat gehandelt wird. Zeilinger forscht nur an Anwendungen, die er nicht zu begreifen trachtet, dafür fehlt ihm das prinzipielle Denken, sondern nur - zu beherrschen, anzuwenden sucht. Zeilinger bleibt völlig innerhalb der Phänomene, die ihr Ziel aus sich selbst generieren - das ist eben Technizismus. Sobald er hierin weitere Durchbrüche hat (v. a. sobald dieser Technizismus gefährdet scheint; das Nobelpreiskomitee entscheidet ja schon seit vielen Jahren nach gesellschafts-politischer Notwendigkeit, nicht nach geistiger Größe) wird er deshalb mit den Nobelmillionen und -autoriatismen überschüttet werden.
Derselbe Grund also, weshalb er schon heute als Zampano der österreichischen Forschungslandschaft - die die Politik (wo es nicht einen Kopf mit geistigem Profil mehr gibt, dser noch in großem, handfestem Denken verankert wäre) zu vielen vielen und gar hunderten Millionen bewegt - gehandelt wird. Aus Österreich kommen aber nur noch Mechanisten, Materialisten, Physizisten, darum sind sie zunehmend selbst in den USA erfolgreich.
Blinde, Anwendungsdressierte. Folge der Bildungspolitik seit Jahrzehnten. Heute wird hierzulande sogar Medizinstudenten "human skills" per schriftlichem Test nachzuweisen abverlangt - auch human skills sind ja Teil der Technik, in die sich Welt in der Moderne auflöst. Zeilinger versteht sich aus vielen seiner Äußerungen heraus genau so: Wir wissen viel, aber wir wissen nicht wovon, und wofür. Aber die Geschichte der Technik hat ja gezeigt, daß es schon welche geben wird, die es nützen.
Man übersieht leicht die eigentliche Aussage, die getroffen wird, wenn die Physik zeigt, daß es im Quantenbereich der Atomistik keinerlei Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge mehr gibt. Denn nimmt man der Naturwissenschaft die Sinndimension, reduziert man sie zu einem toten Mechanismus, dem genau das fehlt, was jedes Ding, jedes Lebewesen auszeichnet - die Entelechie. Das heißt, den allem Werden vorausgehenden Gesamtsinn, der jedes Teil aus dem Höheren heraus organisiert und mit Zweck erfüllt, am richtigen Ort.
Innerhalb einer mechanistischen Weltauffassung, innerhalb einer weltimmanentistisch erschöpfenden Auffassung von Sprache und Denken aber ergibt sich (siehe u. a. J. Monod, "Zufall und Notwendigkeit") zwangsläufig die Aussage völliger Sinn- und Ziellosigkeit der Natur. Materie läßt sich nicht aus sich selbst erklären - das ist die eigentliche Aussage, die die Quantenphysik tätigt. Im Experiment in tote Teile zerlegt, untersucht die Naturwissenschaft etwas ANDERES, als sie am ganzen Organismus oder in den in ihn integrierten Teilen beobachtet. Ihr fehlt das "Informierende", das nicht materiell sondern nur als weltwirklichen(den) Geist (bzw. Geist in der Bewegung des Lebens) verstehbar und anzunehmen ist.
Es berührt seltsam, in einer "Philosophie der lebendigen Welt" (Richard Woltereck) aus dem Jahre 1940 zu lesen, daß die Annahme der Biologie, daß es sich aufdrängt, transmaterielle Ursachen für existentielle Lebens- und Morphosevorgänge anzunehmen, von der Physik zunehmend gestützt wird.
Um dann Zeilinger's Bücher aus 2005 etc. über die Quantenphysik herzunehmen, und seine Schlußfolgerungen zu rememorieren ("Hat sich der das nicht auch so gedacht?") - und zu lesen, daß er dieselben Grundannahmen empfiehlt: daß sämtliches materielle Seiende auf einer reinen (immateriellen) Informationsmatrix aufruht, daß das Sein an sich - logos, Wort also, Sinn ist.
Zeilinger geht ja noch weiter, da weht Schopenhauer noch herein, der die Welt, die es ja nur eigenschaftlich gibt, als Zueinander von Wirkungen beschreibt, sohin als existent nur in Bezüglichkeit - wenn er nämlich Geschehen (im Quantenbereich) vom Bewußtsein und Willen des Beobachters abhängig macht. Samt aus seinen Experimenten anklingenden seltsamen weiteren Querverbindungen ... ein verschränktes Lichtquantum, das (als oder: in seinen Eigenschaften) teleportiert wird, dessen Eigenschaften also in eine Beziehungswelt treten (und das Quantum eine Aufgabe übernimmt), "klont" sich nicht. Sein Ausgangsquantum verliert alle Eigenschaften. Und, weiter: die Wirklichkeit als (bei Beziehung induzierte) (quantenphysikalische) Entladung dahinterstehender Wirklichungspotenz, ahnbar (weil in der "Messung", der Beziehung überhaupt erst "wirklich", eigenschaftlich) wird.
Woltereck schreibt 1940: "Jeans sagt einmal, daß die Elektronen, Protonen usw. unbeobachtbare Quellen beobachteter (=meßbarer) Ereignisse seien. Wenn wir mit Weyl und im Sinn von Jeans hinzufügen, daß diese Quellen von transmaterieller Natur sind, so haben wir eine nüchterne und nicht zuviel sagende Ausdrucksweise, der die Wirklichkeit vermutlich entspricht."
65 Jahre liegen zwischen diesen Büchern. Man ist in der Biologie völlig andere (rein mechanistisch-materialistische) Wege gegangen. Aber die (Quanten-)Physik pocht neuerlich ans Tor. Und Kurt Gödel sagt schon 1952, daß er nicht verstünde, warum man - NACH seinem Unvollständigkeitssatz - noch SO arbeiten, noch solche Dinge postulieren, noch positivistisch arbeiten könne: wo doch bewiesen (!) sei, daß Systemimmanenz zu keiner Beweisbarkeit führe.