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Freitag, 8. Juni 2018

Wie verhält man sich in der Natur? (5)

Diesmal mit dem Thema: Was tun, wenn die Kuh nun angreift? Wenn sich die Almidylle als unkultiviertes Chaos zurückstuft, hat der Mensch mit Gefahren zu tun, die sein Kulturraum eigentlich bereits bewältigt hat. Was, wenn nun sein kulturgewöhntes Verhalten auf dieses Chaos trifft? Das ja erst zur Ordnung wird, wenn es auf den Menschen und seine Lebensart ausgerichtet ist? 

Das Thema dieses Kurzfilmchens mit Tobias Moretti ist, was der Bauer tun kann, um die Touristen aus ihrer nun geforderten Ordnungsaufgabe etwas zu entlasten?

So nebenbei: Der VdZ hat viel Jahre selber Tiere auf Almen gehalten. Sie dort im Herbst dann geschlachtet. Etc. etc. Er spricht also durchaus aus seinem Erfahrungsraum heraus. 








*170518*

Donnerstag, 7. Juni 2018

Wie verhält man sich in der Natur? (4)

Heute: Thema Mutterkühe. Die "natürlichere Haltung" von Kühen hat bewirkt, daß man die Kälber oft - wie es "in archaischen Zeiten" war - bei den Mutterkühen läßt. Damit aber wacht ein Mutterschutzverhalten auf, mit dem niemand mehr gerechnet hat. Denn immerhin sind diese Rinder doch seit Jahrhunderten "gezähmt", ihrem "natürlichen Verhalten" entfremdet? Mitnichten und -neffen. 

Denn die "unberührte Natur" ist nicht nur dem Menschen durchaus gefährlich, sondern sie ist auch nicht auslöschbar. Ungefährlich wird sie erst, wenn er sie zähmt, also in die Ordnung menschlichen Seins - und das heißt: Kultur - überführt. Dazu hat er den Verstand. Ob es also überhaupt mehr ist als ein schlechter Scherz, Kühe wie die Nomadenstämme wieder quasi wild zu halten, bezweifelt der VdZ ziemlich. 

Vielmehr dürfte es sich um einen der dummen Scherze der überzeugungsfanatischen Bio-Idioten halten, deren Folgen ... in Wahrheit die Bauern auszutragen haben. Die wieder einmal brav genickt haben. Denn diese Art der Tierhaltung ist heute doch gar nicht mehr zu bezahlen, und in der Arbeitsleistung - Bauernhöfe sind heute nicht mehr von einer Menge von Personen bevölkert, bei denen es nicht auf Stundenlöhne etc. ankam, die einfach "mitlebten" - nicht zu leisten ist. Tatsächlich: Nicht zu leisten! Arm sind die Bauern, die diesen Schmähfuh tatsächlich glauben, und daran elendiglich scheitern. 

Die paar Touristen, die dabei umkommen, sind dagegen der Rede kaum wert.










*170518*

Mittwoch, 6. Juni 2018

Wie verhält man sich in der Natur? (3)

Heute: Drohgebärden.
Tip: Nehmen Sie auf ihre Wanderung einen Stecken (Wanderstock etc.) mit.
Nicht vergessen: Hohe Absätze ;-)










*170518*

Dienstag, 5. Juni 2018

Wie verhält man sich in der Natur? (2)

Heute: Lebensraum Alm. Allgemeine Verhaltenstips für Bergwanderer.










*170518*

Montag, 4. Juni 2018

Wie verhält man sich in der Natur? (1)

Herrlich, der vom VdZ als Schauspieler überaus geschätzte Tobias Moretti in einer Serie von Kurzfilmchen, die unseren deutschen Freunden vielleicht hilfreich sein können, wenn sie ihren Sommer in Österreichs freier, wunderschöner Natur verbringen wollen. Die es da wirklich noch gibt. Und die Filmchen sind gut gemacht. Moretti lebt ja, wenn er nicht gerade spielt, auf einem eigenen Bauernhof in Tirol, den er auch wirklich bewirtschaftet.

Der Anlaß der Filmchen ist, daß es jährlich erstaunlich viele Unfälle und sogar tote Touristen in Österreichs Almgebieten gibt. Die deshalb umkommen, weil sie sich in Situationen finden, die sie überfordern. Sie unterschätzen die Fremdheit, in der sie selbst bereits leben. Was sich gerade dort zeigt, wo es Bauern gibt, die auf Tierhaltungsformen umgestiegen sind, die in den eigentlich sanftesten, "doofsten" Tieren Verhaltensweisen wachrufen, mit denen niemand rechnet, weil sie völlig verschwunden schienen. Und mit denen der heutige weltfremde Mensch nicht mehr umgehen kann.

Also, heute und in den nächsten Tagen: Wie verhält man sich ...

... mit Hunden auf der Alm?








*170518*

Sonntag, 19. September 2010

Mitnichten neue Menschen

Tobias Moretti, der den Ferdinand Marian (der in dem historischen Streifen den Juden selbst spielte) im nun vorgestellten neuen Film "Jud Süß - Film ohne Gewissen" gibt, in einem Interview mit der Presse, mit einigen bemerkenswerten, interessanten Aussagen, und manchen symptomatischen Beobachtungen. (Hervorhebungen und Anmerkungen vom VdZ.)

(Um mit Eiern und Tomaten beworfen zu werden) stehen die Chancen bei „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ auch ganz gut, der ist ja nicht nur auf Zustimmung gestoßen.
Es ist ein guter Film geworden. Es gibt partiell immer Dinge, die man sich anders vorstellt, aber was meine Figur betrifft, war die Arbeit eine gute. Spannend, provokativ und grenzgängerisch.

Wie haben Sie sich in den Schauspieler Ferdinand Marian hineinversetzt?
Es ging um zwei Schienen: Einmal Marian selbst, ein egozentrischer Schauspieler mit dieser damaligen spielastischen (übertriebenem Getue, Anm.) Dramatik und einem klaren Kalkül, der viele in seinen Bann gezogen hat. Marian ist durch diesen Film auch schauspielerisch zur Persona non grata geworden. Man hat ihm alle Fähigkeit aberkannt. Was falsch ist, denn er war ein toller, exzentrischer Theaterschauspieler. Die andere Schiene für meine Rolle war der Film im Film, wie Marian die Rolle spielt.
Bild: (c) APA/HERBERT PFARRHOFER

Wie haben Sie den Originalfilm empfunden?
Das erste Mal habe ich ihn vor zwanzig oder dreißig Jahren gesehen, in einem Studentenkino. Da wurde gar nicht erkannt, wie gefährlich gut er gemacht war. Der Film wurde nur in einer eifrigen 68er-Haltung als billige, schlecht gemachte Propaganda verdammt. Das ist falsch und feige, dadurch kann man nie der Sache auf den Grund gehen. Es ist ja ein bis ins kleinste Detail perfider Film von unglaublicher Sogwirkung und indirekter Suggestion. Vor allem suggeriert er, daß „der Jude“ jemand wäre, der nur auf seinen Vorteil aus ist: daß die Elite des Menschentums sich über ein Kollektiv definiert, und das Jüdische, Antideutsche definiert sich wie das Tier nur über das eigene Überleben.

Was sagen Sie zur Debatte über die historischen Fakten, die im Film verändert sind?
 
Das war ein Presse-Selbstläufer, der jetzt gar nicht mehr relevant ist. Die fiktive Form der dramatischen Zuspitzung ist plausibel und seriös, das wird oft gemacht. Klarerweise kann man darüber streiten, aber es ist ja kein Film über Himmler, (Anmerkung: wohl ist gemeint, daß es keine Dokumentation ist) sondern über einen Schauspieler, der sich in sein eigenes Dilemma hineinmanövriert, bis er in seinem moralischen Dreck ersauft. (Anmerkung: DAS ist ja die Aussage, das ist das Darzustellende, das künstlerische Abstraktum, Anm. geschlossen.) Was Oskar Roehler, der Regisseur, sehr wohl mutig erzählt, ist die Leichtigkeit der gesellschaftlichen Elite, die deutliche Parallelen zur heutigen Situation zeigt. Wir tun immer so, als ob sich der Mensch in zwei Generationen neu erfunden hätte. Das hat er mitnichten.

Was hätten Sie an Marians Stelle getan? 
Das kann man nie sagen. Ein Schauspieler ist auf einer Plattform ein Tänzer, der Pirouetten dreht, mit einer Mischung aus Kalkül, Intuition und Begabung als Leitfaden. Allerdings leben wir in einer Zeit, in der die moralische Frage vom Bürgertum völlig abgelöst wurde. Es gibt keine Moral. Der Erfolg ist das Mittel. Und das ist gesellschaftsfähig.

Auch wenn es keine Moral mehr gibt: Sind die Ansprüche an Schauspieler trotzdem hoch?

Das ist nachvollziehbar: Die Religion ist in den wesentlichen Kulturen abgeschafft, wo gibt es dann noch eine moralische Instanz außer in der Kunst?

Gab es für Sie je ein unmoralisches Angebot?
Beruflich gibt es diese Schizophrenie zwischen Angebot und Selbstbetrug nicht in einem vergleichbaren Ausmaß. Ich habe das so jedenfalls nicht erlebt.

Es kann ja auf harmloserer Ebene laufen. Das lukrativere, prestigeträchtigere Angebot?
Geld ist für mich nie entscheidend gewesen. Und sonst gibt es nichts, wofür man jeden Verrat in Kauf nähme. Aber Opportunismus ist heute salonfähig. Wo man noch in den Neunzigern gesagt hätte, „das ist ein Wahnsinn, das würde ich nie machen“, ist man heute ein Depp, wenn man's nicht macht.

***

Nur noch die Kunst ist moralische Instanz.
 
 
 
*190910*

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Schlicht: köstlich


Der KURIER bringt einige Peinlichkeiten des Jahres 2008, und ich kann nicht widerstehen, einige davon hier zu bringen:

Glänzender Tipp
Zum Thema "Tipps gegen die Teuerung" Fiona Griffini-Grasser (aus dem Hause der Multimillionäre Swarowsky): "Wenn man Platz auf seiner Terrasse hat, dann soll man sich sein Gemüse, seinen Salat einfach selber anbauen."

Spitzerl
Claudia Stöckl fragte beim sichtlich angeheiterten Tobias Moretti nach, wie er sich den Verbleib von Dita von Teese im WC erklären könne. Moretti dazu:
"Wer?"
"Der Stargast von Richard Lugner (Anm.: am Opernball), Dita von Teese."
" Dieter, ein Mann?!"
"Nein, das ist eine Frau, eine Tänzerin, eine Edel-Stripperin (…)."
"Wieso heißt die dann Dieter?"
 

(siehe Photo: Dita von Teese)




*311208*

Mittwoch, 23. Januar 2008

Glück = Nutzen

Es soll nachgeschoben werden: Der Vortrag von Tobias Moretti bei einer Tagung in Hartheim in Oberösterreich. Denn er ist es wert.

"Wer das Leben am einen Ende - bei der Empfängnis - in Frage stellt, wird es auch am anderen Ende in Frage stellen. Das Leben an sich darf aber keine Rechtfertigung benötigen!"

Mit einem schönen Gedanken: "Mir macht die Norm Angst: Fit, jung, schön ... Wer aber ein behindertes Kind großzieht, sich um einen alten Menschen kümmert, für den ist das plötzlich Hobby (gegen die Norm) ... Die Frage, was Lebenskultur zu einer menschlichen Kultur beitragen kann ist, daß diese Frage nach dem Nutzen offen bleibt."





*230108*