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Freitag, 16. September 2022

Brauchen wir vielleicht gar keine Erlösung? ((2)

Die Erlösungsbedürftigkeit als Zustand, nicht Tat. Gedanken zu einem Konzil, und warum sich alle ärgern
Selbst aber das ist bereits der erste und entscheidende Schritt, sich einzugestehen, daß man im Innersten NICHT glaubt, selbst einer Erlösung zu bedürfen. 
Ja, vermutlich wäre das zwar die heute bei weitem häufigste Antwort, aber es wäre bereits die Wende zum Besseren selbst, würden die Menschen so weit gekommen sein.
Weil man nun darauf vertrauen konnte, sich unter ständigen Druck zu setzen, perfekt zu sein, damit die Welt perfekt weil zum Himmel würde. Oder um offen dazu zu stehen, daß es von einem selbst abhängt, die Welt perfekt zu machen. Daß wir dazu ikeinen Gott brauchen, es sei denn um bestimmte "nützliche Effekte" zu erzielen. 

Donnerstag, 15. September 2022

Brauchen wir vielleicht gar keine Erlösung? (1)

Das vielleicht wesentlichste Merkmal dieser Zeit ist, daß der Mensch glaubt, er könne sich sein Heil selbst erwirken. Er selbst sei de, der sich die Heiligkeit verschaffen könne, durch sien Verhalten, durch sein Werk.

Damit schneidet er sich aber direkt von der Tradition ab, udn damit vom Weisheitsstrom, der in der Kirche wie in einem gigantischen, ja unendlichen (weil immer erneurten, immer ergänzten, imm mit Neuem befüllten) Becken gespeichert liegt und in seinem Grundton einen Satz sagt, den wri überhaupt nciht merh begreifen könnten. Und den zu begreifen ich viele Jahrzehnte schon bete. Weil ohne diesen Satz zu begreifen, die Welt und das Christentum überhaupt nicht verständlich sind. Was sollte gar noch der Grund sein, sich für Christus zu entscheiden. 

Donnerstag, 25. August 2022

Mutter aller Häresien

Die Mutter aller Häresien, schreibt Thomas v. Aquin einmal, ist der Glaube, daß die irdische Wissenschaft das umfassende Wissen, das uns ind er göttlichen Offenbarung geschenkt ist, übersteigt und aussticht. 

Es ist also immer dieser gespaltene Zugang zur Welt, die an sich bereits - weil eine Schöpfung - eine Selbstoffenbarung Gottes des Schöpfers ist, in dem der Mensch sein "eigenes" Zusammenbräu für erhellender und erklärender hält, als die Heilige Überlieferung es sei. Denn Gott, dieser GANZ ANDERE, ist (wiue jedes ANDERE) direkt nur erkennbar, wenn er sich offenbart, ansonsten kann fur ihn nur rückgeschlossen werden.

Der Hochmut hinter dieser Haltung, ihn aber gar nicht zur Erkenntnis der Welt zu benötigen, wird nicht zuletzt darin offenbar, als es üblich ist, sich dem Wissen der Vorväter gegenüber (denen wir dann auch die Heilige Schrift verdanken) als so unendlich weit überlegen zu halten, als wären diese Weisen und Propheten und Denker in einer Art debilen Grenzzustands zwichen Kindern und frommen Dummerchen gewesen. 

Sonntag, 14. August 2022

Sein wie Gott

Das Problem des Subjektivismus als der Heranziehung des persönlichen "Fühlens" als Grundlage der persönlichen Entscheidungen ist kaum nochzu übersehen und sowieso nichtzu unterschätzen. Fast alles, was wir heute vor Augen haben, ist darauf zurückzuführen. 

Es erkennt nicht, daß die persönliche Entscheidungsgrundlage aus dem Zusammefließen aller möglichen Elemente und Strebungen im Menschen entsteht, die ihren jeweiligen Vorrang aus quasi zufälligem Vorrang der einen oder anderen Strebung bezieht.

Freitag, 8. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (3)

Also war da dieses Rumpeln - Doch ehe wir uns noch darauf einlassen, ist es an uns, für etwas um Verzeihung zu bitten. Denn wenn ich ehrlich bin so lag es schon auf der Hand, bereits am dritten Tag dieses Vorhaben als eitel und unerfüllbar abzubrechen. In die Kniee zu gehen vor der simplen Frage, ob denn da alles das, von dem ich gemeint hatte, es wäre weil es Schmerz gewesen auch das Absterben der Sinne, wie es Juan de la Crux als erste und grundlegendste Eigenschaft anführt, von wo weg der Weg erst ein Weiterschreiten auf den Berge Karmel, also zu einer betrachtlichen Lebensführung überhaupt wäre, so glatt mit einem NEE zubeantworten wäre, daß alles weitere nur noch eitles Gegackere sein könne.
 
Denn genau das war jadieses Rumpeln, von dem ich berichtet. Dieses Erkennen, daß es noch so viel geben dürfte, an dem ich mehr hänge, als an der reinen Liebe zu Gott, daß sich doch alles weitere erübrigte. Und wie ich so das denke und denke, da ist es mir auch schon, als wollte alle Kraft versiegen. Ich ging also nieder, noch einmal, und lag beinah ausgestreckt am Boden. 

Donnerstag, 17. März 2022

Ab wannen man es nicht mehr merkt

Irgendwann einmal verliert man das. Irgendwann verbohrt man sich so in einen Teilast, daß man jede Verbindung mit dem Grund verliert. Der einem erst einordnen ließe, welchen Stellenwert was hat, und wie deshalb alles Einzelne zu beurteilen wäre. WAS ES ALSO IST. Und dann merkt man auch nicht mehr die Widersprüche in dem, was man sagt, und zu denken vorgibt, um den Hintergrund zum Vordergrund zu beweisen.

Irgendwann merkt man es nicht mehr, daß wenn die Lebensstrukturen zerstört sind, das Leben nicht einfach um ein paar Stückchen geringer wurde, die man irgendwann schon wieder in die Waagschale legen kann, sondern das GANZE Leben ins Nichts fällt. Dauert das längere Zeit, dauert das zwei, drei Jahre, bei drei auf jeden Fall, löst es sich sogar auf. Werfel zeigt in "Die 40 Tage des Musa Dagh" sehr gut, was passiert, wenn das Leben verschwunden ist. Einige Zeit hält sich alles noch mehr oder weniger, einige Zeit halten auch neue Notziele wie "das Überleben". Aber irgendwann bricht es, und von einem Tag auf den anderen bricht Elend aus, wo vorher nur Not und Einschränkung war. Man hört auf, sich ordentlich zu kleiden, man hört auf Umgangsformen zu pflegen. 

Samstag, 20. November 2021

Die Vorstellungen von Vikingern (3)

Die späte Phase der Vikinger. Erst wird der Christ in der Schlacht besiegt, dann wird er ausgeplündert. - Aber in diesem Stadium beginnt ein Faktor aufzustehen, den es bisher im Leben eines Volkes nicht gegeben hat. Weil die einen in einem Gesamtsystem des An-sich-reißens schwächer werden, sobald sie das Schwert aus der Hand legen, sobald sie die andere Wange auch hinhalten, sobald sie dem Hemd auch noch den Rock hinterdrein werfen, ab diesem Moment beginnt die Ausplünderung und der Diebstahl das bestimmende Element zu werden. Und ab diesem Moment - auch bei den Vikingern, ist archäologisch binnen kurzer Zeit die Zunahme von Migration festzustellen.

Schlechten Menschen geht es immer gut. Guten Menschen sehr oft schlecht. So hat es meine Mutter oft formuliert. So resigniert sie das auch meinte, es steckt ein Funke Wahrheit drin, nimmt man den "kurzen Blick". Der feststellt, daß scheinbar der Christ in Nachteile gerät.

Freitag, 19. November 2021

Die Vorstellungen von Vikingern (2)

Was aber bleibt? Der Sand in unseren Augen. Nicht nur die Vikinger gingen freilich unter, als sie Christen wurden, und damit bleibend. Aber vielleicht sehen wir genau deshalb deren letzte - aber nur die - in Walhalla. - Man muß sich in vielem eben fragen, wie es damit aussieht, wie viel bei bloßem Sand bleibt, den man uns in die Augen streut, oder der uns durch überzogene Vorstellungen angeblich möglicher weil nötiger Freiheit unzufrieden und kirre machen soll. Bewußt gesagt: Soll. Um unsere Gesellschaften zu destabilisieren, die sicherste Methode der Kriegsführung, man lese SunTsu.

Werter Leser, beantworte er sich doch einmal, wieviel von seiner Arbeit von anderen (nicht zuletzt: vom Staat, der mindestens die Hälfte des Wertes einkassiert) abgeschöpft wird. Oder wie es etwa mit der berühmten "Freizügigkeit der Ortswahl" aussieht, betrachtet man die Lebensrealität des allergrößten Teiles unserer Bevölkerungen ganz nüchtern. Nicht nur ist es oft aus sozialen Gründen nicht möglich und erwünscht, unser Leben ist doch in der Regel schon durch offene, freiwillig einzugehende (weil "zum Leben dazugehörende") Zwänge und Verbindlichkeiten so festgezurrt, daß wir uns kaum noch einen Millimeter bewegen können. 

Sonntag, 17. Oktober 2021

Da wird manch einer überrascht sein

Lesen wir doch einmal einen Teil dessen, was Papst Gregor XVI. 1832 in MIRARI VOS ARBITRAMUR schrieb. Vielleicht nimmt es mancher zum Anlaß, über so manchen Unsinn, der gegenwärtig als "Verbesserung" gefaselt wird, auch einmal nachzudenken. Mancher wird freilich überrascht sein, daß das aus der katholischen Wahrheit hervorgeht, und von dem er gar nichts wußte. Denn so mancher Katholik tut sich derzeit damit hervor, ins Horn anderer zu blasen, deren Absichten alles andere als heilsdienlich sind. Selbstverständlich sind nämlich die Aussagen von Gregor XVI. nach wie vor gültig, ja aktueller und gültiger denn je.

In MIRARI VOS ARBITRAMUR  heißt es aber so ganz im Gegensatz zum Duktus der heutigen Welt- und überhaupt alles -retter:

Montag, 9. November 2020

Gedankensplitter (687)

Noch bezugnehmend auf das gestern Gesagte bringen wir heute eine Überlegung aus dem Archiv. Schon vor Jahren hat sich der VdZ die Frage gestellt, was angesichts des schon fast die gesamte Menschheit eingreifenden Verfehlens der Wirklichkeitsebene zu erwarten ist. Und er meinte Folgendes:

Weil das Wahrheitsempfinden des Menschen, der isset, also "tätigseiend ist", immer mit dem Sein kommuniziert weil ihm permanent begegnet, ja dieses umschließt ihn wie den Fisch das Wasser, 

erfährt er jede Entfernung seines Selbst als des welthaften Ich, das nur ein "Seinspunkt" ist, reines Potens, reine Möglichkeit, die aber strukturell auf ein Hinaus, 
auf ein Weltsein, auf ein real konkret sein drängt, weil das das Wesen der Liebe ist, die alles durchwest, das am Sein teilhat, weil das Sein auch und vor allem Liebe ist, und Liebe dem Willen zubehört, der also Bewegung zum Seiens-sein, also zur Welt bedeutet, denn die Welt wurde nur aus Liebe geschaffen,

weil der Mensch also ist, der da denkt und Welt ist wie in der Welt ist, so wird er immer diesen Anruf des Seins hören. Er wird sich also niemals von der Tatsache wegbewegen können, daß er einem wirklich Wirklichen angehaftet ist, dem eine Welt gegenübersteht, die ein gewisses Eigensein entwickeln kann, das aber der wirklichen Wirklichkeit nicht mehr entspricht. 

Das "Willen" (Motive, Gedankenkonstrukte, Imperative, gesellschaftliche Richtungen als mitreißender Strom, Kultur- und Zivilisationslarven usw. usf.) entwickeln kann, der wie ein wirkliches Bewegungsziel (Motiv) auftritt. 

Machen wir das konkret und an einem simplen Beispiel leichter begreifbar: Es gibt Moden, Trends, und diese Trends hat - und das hat gewiß jeder schon erfahren - ein großes Täuschungspotential. Es gibt Kaufleute, die auf einen Trend setzen (der sich als Willen äußert, zu kaufen) der sich nicht entwickelt. Der VdZ kannte etwa einen Textilkaufmann (dem er später ein Haus gebaut hat) der in den mittleren 1980er Jahren sein gesamtes Vermögen (und das war damals gar nicht so gering) auf eine bestimmte Mode setzte. Er gab in Indien (und heute wird ohnehin alles schon in dieser geographischen Region genäht, was in unseren Kaufhäuern angeboten wird) Massen von Kleidungsstücken in Auftrag, und versprach sich hohe Gewinne. Weil er als einziger diesen Trend wirklich bedienen würde können. 

Es kam ... anders. Kaum hatte er die Container mit Kleidungsstücken in Österreich empfangen, mußte er erkennen, daß die Mode wie ein Hase einen wahren Haken schlug und in eine völlig andere Richtung ging. Er saß auf Tonnen von Kleidung, für die er trotz der niedrigen Gestehungspreise im Einzelnen sein gesamtes Vermögen ausgegeben hatte, die unverkäuflich waren. Beziehungszweise die er dann zu Preisen verramschte, über Jahre (denn selbst zu solch niedrigen Preisen wollte niemand das Zeug kaufen), die den Verlust gerade noch verkraftbar machten.

Dies ist ein Beispiel das zeigen soll, was gemeint ist und sich auf vielen Ebenen abspielt: Der Mensch kann sich täuschen. Er kann die Wirklichkeit verfehlen! Ob in der Mode, ob in der Politik, der Einschätzung des Weltgeschehens, der religiösen Imperative, egal wo, egal auf welcher Ebene. Wir können völlig fehlgehen. Und werden nur noch von jener Substanz gehalten, die da war, jetzt aber gerade noch ausreicht, um uns nicht völlig auszulöschen. 

***

Wenn man sich ansieht, was sich heute abspielt, in dieser völligen Vefehlung des Wirklichen, so zeigt sich etwas, das man für eine Anfälligkeit für Wahn halten kann. Was es auf eine Weise ist, gewiß, aber es ist auch etwas anderes. Dieser Wahn kann eine andere Ebene eines tief geistigen Geschehens sein. Denn die Schöpfung, diese unsere Welt ist in ihrer tiefsten Substanz von Archetypen gehalten. Von Bewegungsschemata, um es auf simple Weise auszudrücken. 

Und diese haben Erscheinungen, Gestalten, die in der Welt sind und die "die" Welt sind. Auf allen Ebenen. Also auch auf den Ebenen des Verstandes, der Verstandesdinge, und nicht zuletzt: der Phantasie (die die Kombinationsfähigkeit aus Verstandesdingen ist, die aber nach inneren, seelischen Richtungen zusammengefügt werden; das heißt, daß die Phantasie auch solche Täuschungen integriert hat) als der "möglichen, in der Zukunft real gewordenen Wirklichkeit."

Aber nicht nur in der Zukunft, sondern auch in der Vorstellung eines wirklichen Geschehens, das "über" dem momentan faktisch Vorgefundenen steht (bzw. schwebt). Man kann Bilder vor Augen haben, die mit dem tatsächlich vor Augen stehenden nichts zu tun haben. Im schlimmsten Fall wird das pathologisch, also zur Krankheit, die es dann tatsächlich sein kann (aber auch nicht!).

Nun haben wir, meint der VdZ, schon ausreichend Komponenten, um den Gedanken einer Gesamtgestalt einzufügen. Und der lautet, daß sich in solchen, in unseren Zeiten, eine gehäufte Neigung heranbilden wird - und auch schon sehr kräftig gebildet hat - unsere Zukunft über oder fern oder außerhalb der Erde zu suchen. 

Deshalb wird nicht nur Science-Fiction und Fiction allgemein unsere unmittelbare Zukunft ausmachen. Man betrachte doch die "virtual reality", die vor einem regelrechten Boom steht. 

Die Pornographie reiht sich übrigens in diese Linie. Auch sie ersetzt fehlende Realität, Wirklichkeitsanbindung, durch Phantasie. Ohne Phantasie gibt es keine Pornographie.

Aber diese virtual reality, also diese vorgestellte Wirklichkeit, zeigt sich auf anderen Ebenen in einer Hinwendung zum Außerirdischen. Sei es in der Kosmologie, die sich als Wissenschaft (fast möchte man sagen: Als Wissenschaft getarnt; gemeint ist: Auf dieser Ebene unseres Weltseins) in immer phantastischeren Entwürfen äußern wird, wie der gesamte Kosmos, in dem die Erde immer unwichtiger werden wird, "abspielt", wie er "funktioniert", sondern dieses Funktionieren des Kosmos wird zu einem immer mächtigeren, fernen, außerirdischen "Apparat", zu einer gottgleichen Macht. 

Im selben Atemzug wird die Neigung, an Außerirdische zu glauben, die uns natürlich hoffnungslos überlegen sind, ja denen wir unser Existieren überhaupt verdanken, immer mächtiger werden. Sie wird auch die Wissenschaft erfassen, die uns "beweisen" wird, DASZ es Leben da draußen gibt, irgendwo, und irgendwie, aber - es wird dort Leben "gefunden" werden. (Was natürlich nur ein Begriffsspiel ist, eine völlig wirklichkeitslose Realitätsmathematik, aber das weiß der allergrößte Teil der Menschheit nicht, das wissen nicht einmal noch die meisten Wissenschaftler.)  

Es wird sich speziell deshalb auch in Filmen und Kunstwerken zeigen. Und es wird sich in Geschehnissen zeigen, die uns weltweit - und es wird immer mehr alles, was geschieht, egal was es ist, "global sein" - erfassen und beherrschen. Geschehen, das von geheimnisvollen Mächten und Dingen ausgelöst und beherrscht wird. Das nicht sichtbar ist. Oder so klein, daß es dem normalen Auge unsichtbar bleibt, wie geheimnisvolle Krankheitserreger, die nur noch von Trägern des großen Arkanums gesehen und verstanden werden.

Aber jetzt kommt's: Der Witz dabei ist, daß dieses Ahnen dem Angedrücktsein ans Wirkliche entstammt. Und somit etwas tief WAHRES zur Welt gebiert! Nämlich den Versuch, dieses innere Ahnen auch vor Augen zu bekommen, um so die Begegnung mit ihm gestalten zu können. 

Um so - in Gehorsam, denn es geht immer um Gehorsam, sogar der Ungehorsam-sein-Wollende ist gehorsam - diesem Wirklichen genügen zu können. In jener Beziehung, die allem Irdischen gemäß ist: In Beziehungen der Dankbarkeit aufgrund des Empfangens des eigenen Daseins, das vom Gehorsam gegenüber diesem wirklich Wirklichen abhängt.

Diese Form von "Science-Fiction" wird unsere Zukunft sein. In jeder Form, auf jeder Ebene. Als Versuch, religiös zu leben. Als Versuch das zu vollziehen, das zu tanzen, das zu zelebrieren, was dem Menschen so untrennbar weil wesentlich zu eigen ist, daß er ohne es gar nicht existieren kann: KULT.

 

*161020*

Sonntag, 17. Mai 2020

Alle Maßstäbe verrückt (2)

Teil 2) Die Zeit ist lange schon angebrochen, 
in der natürliche Ordnung zerfiel, 
und jedes Zueinander zu einem Gewaltverhältnis wurde


Abgenommen, abgepreßt, entlockt und durch zahllose Verführung erschlichen und damit "freiwillig" übernommen. Wegen des legitimieren sollenden Versprechens, individuelle Gerechtigkeits- und Verantwortungsstreben für den Bürger zu vertreten und deren Durchsetzung zu übernehmen. Damit wurden aber die privatimsten Lebensbereiche einer neuen, ideologisch gewollten Interpretation und Neuordnung - also einer Neugestaltung! - geöffnet. So rückhaltlos geöffnet, daß diese Einfallstore fremden Willens nun nicht mehr zu schließen sind, weil man es mit der Staatsgewalt zu tun bekommt. 
Die in der Hand derjenigen sind, die diesen Fehler nie gemacht haben und auch nicht zu machen bereit sind. Diese mit "Clans" und "Unwesen" diskreditieren zu wollen ist nicht nur als Mittel untauglich, sondern in Wahrheit nicht gerecht. 
Mancher mag über diese Aussage staunen, aber sie ist wahr: Diese haben es lediglich besser gemacht als wir. Sie wahren jene Integrität, die wir abgegeben haben. 
Nun wundern wir uns aber über die Folgen daraus. Und schreien wie die heulenden Weicheier, die wir in unserer Kindheit so verachtet haben, weil sie unter Heulen und mit wehklagender Stimme zum Lehrer gingen, daß der andere mehr habe als sie. 
So wie wir es als Sozialstaatskrüppel eben gewöhnt sind. Die wir das, was die anderen nun zeigen, längst hergeschenkt haben. Was nie (!) gerecht und legitim war, im Gegenteil: Was eine schwere Sünde war.
Nur deshalb haben wir es mittlerweile mit einem völligen Verrücken der Maßstäbe zu tun. Daß das längst weil immer schon zu weit ging, merken manche jetzt erst, und immer noch erst in Teilbereichen "wo es halt gerade wehtut". Aber die Schere klafft überall schon so weit auseinander, daß die Verhältnismäßigkeit so gut wie nirgendwo mehr gegeben ist.
Der ursprüngliche Fehler liegt also auch hier gar nicht so sehr in Staat und Politik und deren Fehldynamiken und bösen Absichten. Der Fehler liegt weit mehr in der oft genug nur aus Gründen von Schwäche, Feigheit und Bequemlichkeit erfolgten Zulassung der Gewissenskorrumpierung durch die Bürger. Und hier vor allem der Männer und Väter. 
Mit dem Haupttäter, dem Sozialstaat heutiger Prägung, diesem großen Instrument zum Niedergang der Persönlichkeit und damit der Abtötung der Lebensfülle eines Volkes, das sich in der Form eines Staates historisch gewachsen organisiert hat. 

Eines Staates, der sich aber längst vom Grundgedanken des Gemeinwohls entfernt hat. In dem auch dem aus egal welchen Gründen Schwachen ein gedeihliches Überleben möglich gemacht werden muß, der deshalb sogar verhindern muß, wenn die Entfaltung des Einen (die natürlich prinzipiell immer frei sein muß) das Wohl der anderen verunmöglicht. 
Der Staat wurde vom in streng zu beachtender Subsidiarität möglichen "letzten Mittel" zu einem ersten und direkten Mittel der Politik. Das Gemeinwohl wurde immer einseitiger zu Geldversorgung umgedeutet, bis der Begriff überhaupt verschwunden ist, es sei denn, er ist noch als Sand in die Augen nützlich. 
Die Wohltaten dieser Art, die nie aus der Verknüpfung im Dreieck "Liebe - Wahrheit - Gerechtigkeit" entbunden werden dürften, wurden so "mit großer Zustimmung der Allgemeinheit" (=Zulassungsbereitschaft) zu einem Verführungs- und Lenkungsinstrument, oft genug im Dienste des Neides. 
Er wurde so aber auch zum Hauptinstrument, die Wertmaßstäbe der Bevölkerung teils offen, häufiger aber heimtückisch und klammheimlich zu verschieben. Denn die meisten der "Wohltaten" des Staates wurden zu trojanischen Pferden der Vernichtung, zu Schienen auf dem Weg weg von der Tugend, hin zum Laster. 
Das war es, das dazu geführt hat, daß sich Schritt um Schritt das Rechtsgebilde des Staates dem natürlichen Rechtsempfinden der Menschen und deren natürlicher, also gottgewollter Ordnung entfremdet hat. Sodaß sich Bürger und Staat immer mehr in einem Zustand der Gegner-, ja Feindschaft gegenüberstehen. 
Was manche in diesen Tagen besonders schmerzhaft und erstmals deutlich vor Augen bekommen, ist deshalb eine Konsequenz aus jahrzehntelanger Zulassung und Verführungsbereitschaft. Keine Diktatur ist einfach verhängt, einfach irgendwie entstanden, einfach irgendwie möglich und real geworden. Sie ist immer Endpunkt eines mehr oder weniger langen Weges der Zulassung und Zustimmung, und versuchter Ausweg aus den Konsequenzen der Tugendlosigkeit. Diesem "leichteren" Weg, der nur einen Preis hat: Die Augen des Gewissens zu schließen.

Wir, die wir das Geschehen heute mit Schrecken, Entsetzen und Befremdung betrachten, können deshalb nicht einstimmen in den Chor derjenigen, die für alles einen "anderen" und "Schuldigen" suchen, sondern müssen uns - mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa! - an die eigene Brust schlagen. Wir haben zugelassen, daß es so weit kommen konnte. 

Nicht durch das Kreuzerl am Wahlzettel, sondern durch das Versagen im Alltäglichsten, wo wir jeder Last und jeder Unbequemlichkeit ausgewichen sind, und uns vom Staat immer mehr erwartet haben, daß er uns die Konsequenzen aus unserer Lebensverweigerung erspart und den Lohn, den nur die Tugend verdient, dennoch auszahlt. 

Die Stunde heute ist weiter, als selbst direkt Betroffene heute meist auch nur ahnen.



*140520*

Samstag, 16. Mai 2020

Alle Maßstäbe verrückt (1)

Um das Phantom dieses "Notstands" überhaupt irgendwie am Leben zu halten, mußten die Regierungen zur schärfsten Waffe greifen, die überhaupt der Politik zur Verfügung steht: Sie mußten sämtliche Maßstäbe verrücken. Sodaß jedes frühere Abwägen von Verhältnismäßigkeit nicht mehr gilt. Das heißt, der gewachsene Grund des allgemeinen Rechtsempfindens wird mit einem dunkelen Sack überstülpt, und neues Rechtsempfinden an seinerstatt etabliert.

Wozu das führt zeigt dieses schockierende Video. Man glaubt die Bilder von Polizeieinsätzen gegen (man muß es hier sagen) friedliche und vor allem friedensbereite Bürger kaum. 

Der Artikel auf "Mitteleuropa" geht legitimerweise noch weiter. Er stellt die Frage, ob es nicht vom Staat gewollt weil zugelassen schon zwei Klassen von Bürgern gibt. Die einen haben genug Macht, um den Staat längst vor sich her zu treiben und zu instrumentalisieren, die anderen werden dafür umso mehr karniefelt und niedergeprügelt (denn so muß man das nennen). Hier läßt der Staat nicht nur zu, sondern schützt eine Versammlung, die er dort mit brutalsten Mitteln zerschlägt. 
Wem gehört also der Staat, in dem wir leben? 
Diese Frage muß man stellen, schaut man die obigen Bilder an, betrachtet man die im Alltag längst zu erfahrenen Realitäten. Dazu gehört auch die im Artikel gestellte Frage, ob man es als Zufall sehen muß, daß die Erleichterungen im Shutdown gerade zum Ende des Ramadans erfolgen. Während Ostern, dieser Höhe- und Angelpunkt des christlichen Lebens, in den Erdboden gestampft wurde, ja der christliche Kult sogar nach wie vor nahezu verboten weil strengsten, den Kult zerstörenden Reglementierungen unterworfen ist. Und auch hier: Durch Zulassung! Während der Starke sich behauptete. Denn immerhin könnte man Zusammenhänge vermuten. 
Man muß nämlich zum religiösen Kult die Kunst dazunehmen, dieses Kind des Kultes, sogar bei allen Einschränkungen die die Degeneration heute mit sich bringt. Dann wird das Ausmaß der Kulturvernichtung, die die "Corona-Krise" in Wahrheit war, noch deutlicher. Denn Kult und Kunst sind es, aus denen ein Volk lebt - oder eben nicht. 
Denn jedes Volk wird von der Art des Kultes (auch Kunst ist Kult) weil nach seiner Gestalt und Art geprägt. Welcher Kult aber darf stattfinden? Welcher Kult darf seine Kunst gebären? Diese Frage muß man stellen dürfen, und die Antwort, die offensichtliche Antwort darauf ist erschreckend.
Warum also das alles, warum vor allem diese Unterschiede in der Behandlung von Bevölkerung und ihrer Gruppen? Ist es tatsächlich schon so, wie Josef Pieper in einer seiner soziologischen Analysen bereits vor fünfzig Jahren feststellte, daß wir uns (damals) auf einen Zustand der Gewaltverhältnisse (noch) zubewegten, den wir heute aber bereits erreicht haben? Wo die institutionalisierte Ordnung der natürlichen und als natürlich zu Recht ("Hausverstand" oder "gemeiner Menschenverstand") empfundenen weil dort gründenden Ordnung nicht mehr entspricht. 
Weil in der faktischen Realität nur noch gilt, was gewaltbereit genug ist, sich um jeden Preis, auch den des Ganzen einer GEMEINSCHAFT, dieses immanent einigen Corpus jedes Staates, durchzusetzen.
Wo Recht und Polizeigewalt erhält, der wie im Beispiel genug Gewaltbereitschaft zeigt, um die Staatsgewalt nicht nur einzuschüchtern, sondern sogar zu beherrschen und zu dirigieren. 

Während die anderen schon so sehr an einen Zustand gewöhnt, weil dazu verführt wurden, in dem ihnen seit Jahrzehnten mittlerweile jede Gewalt (auch die legitime, die im innersten Verantwortungsbereich jedes Menschen) abgenommen und vor allem entwendet wurde, sodaß ihr Recht vor dem Staat nicht mehr anerkannt wird. 
Siehe Väterrecht, Familienrecht, Eherecht; siehe aber so viele weitere betroffene Bereiche, wie die Vernunft und Verantwortungsrechte auch in der Meinungsäußerung, was sich in dieser Corona-Krise nun so deutlich zeigt.

Morgen Teil 2) Die Zeit ist lange schon angebrochen, 
in der natürliche Ordnung zerfiel, 
und jedes Zueinander zu einem Gewaltverhältnis wurde



*140520*

Mittwoch, 27. November 2019

Die Einschläge kommen näher

Ein britischer Krankenpfleger wurde 2018 entlassen. Er hatte sich geweigert, einen Mann mittleren Alters, 180 groß, kräftig und mit Vollbart, als "Sie" beziehungsweise "Frau" anzusprechen, wie von diesem gefordert worden war. Daraufhin hatte der Pfleger geklagt und auf Genesis 1,27 hingewiesen. Gott habe den Menschen in zwei Geschlechtern, als Mann und Frau geschaffen. Geschlecht ist also nicht einfach wählbar. Er könne es deshalb mit seinem Gewissen nicht verantworten, die Unwahrheit zu sagen, und lehne (Trans-)Genderismus aus religiösen Gründen ab.

Das Gericht gab dem Krankenhaus Recht. Der Bezug des Klägers auf Religionsfreiheit, Respekt vor der Freiheit des Gewissens und damit seiner Sprache und Meinungsfreiheit, sei unstatthaft. Weil der Glaube der Bibel der menschlichen Würde widerspräche, verdiene er keinen Respekt.




Dienstag, 24. September 2019

Der historische Bogen von Medjugorje als Betrugsfall (1)

Diese Aufzeichnung eines Vortrages von E. Michael Jones ist zwar schon zwanzig Jahre alt, aber sie ist jede Minute wert. Denn kaum wo ist das Phänomen Medjugorje derartig systematisch aufgearbeitet. Nicht nur in seinen nach wie vor aktuellen Linien, sondern in seiner Entstehung und in seinen Zusammenhängen mit Entwicklungen, die ab den mittleren 1960er Jahren ihren definitiven Lauf nahmen. Es lohnt, jeden Satz, den Jones da sehr konzentriert sagt, zu überlegen. Zwar haben wir alle diese Dinge hier längst einmal besprochen und analysiert, aber wir nehmen die Gelegenheit wahr, um noch einmal kompendiumartig den Fall des wohl größten Betrugsfalles in der Kirchengeschichte vor Augen zu führen. 

Denn das ist Medjugorje, und von "geistigen Früchten" zu reden ist nahezu lächerlich. Wir werden darstellen, warum. Zumal es das Thema der Schizoidität betrifft, dem immer noch weit unterschätzten Generalproblem der Gegenwart, gerade in Zeiten der Wortlawinen und des Internet, das aus seinem Wesen heraus schizoide Wege fördert und fast erzwingt, dazu später mehr.

Um zu verstehen, was sich in diesem montenegrinischen Dorf seit dem Jahre 1981 abspielte, muß man weit ausholen. Und Jones ist der Sache mit wissenschaftlicher Akribie nachgegangen, die Fülle seiner Aspekte und Argumente kann hier nur zusammenfassend wiedergegeben werden. Man muß aber zurückgehen bis in die Entwicklung der Charismatischen Erneuerungsbewegungen in den späten 1960er Jahren. Die in direktem Zusammenhang mit der Vorgeschichte zu Humanae Vitae stehen. Schlüsseljahr war 1965. In diesem Jahr verlor die Kirche in den USA definitiv die Kontrolle über sich selbst und katapultierte sich als vormaliger Eckstein aus der gesellschaftlichen Relevanz. 

Und man muß es so sagen: Aus Versagen der konservativen, also der eigentlichen katholischen Kräfte in der Kirche selbst. 1965 begann die heftige Debatte um die Empfängnisverhütung. Nie zuvor war das ein wirkliches Thema gewesen. Aber nun wurde es hochgespielt und erstmals wurde medial konzentriert aufbereitet die Frage virulent, daß es doch auch eine Sexualität gebe, die mit Empfängnis nichts zu tun hätte. Jeder könne doch erleben, wie "bereichernd" es sei, miteinander zu schlafen. Unter dem massiven Einfluß des CIA und privater Stiftungen wie der Rockefellers oder Carnegies wurde die vorrangigste katholische Universität und mit ihr die gesamte Intellektuellenschichte der Kirche von Geldern abhängig, die keineswegs der Entfaltung des katholischen Wirkbereichs dienen sollten, sondern die Veränderung der Inhalte zum Ziel hatte. Gezielt wurde von diesen Stiftungen Einfluß ausgeübt, während im Time Magazin neue geistig-leitende Köpfe aufgebaut wurden. 

Plötzlich traten führende katholische Intellektuelle und Theologen auf, die die immer gültige, immer geltende Lehre der Kirche (weil sie eine fundamentale, anthropologische Wahrheit verkündet) in Frage stellten. Längst gab es Gerüchte, daß der Papst eine Enzyklika vorbereitete, die die Empfängnisverhütung als das feststellte, was sie war - eine "in sich schlechte Tat", weil sie gegen die Natur des Menschen und darin gegen Gottes Gebot verstößt. Um diese Gerüchte einzudämmen erging von Rom eine Order, jede öffentliche Diskussion darüber einzustellen. Freilich hielten sich an diese Order nur die ohnehin orthodoxen, gehorsamen Priester und Theologen. Wer sich nicht daran hielt waren Priester, die im Dissens zur Kirche standen. Ihnen überließ man nun die Bühne und anstatt, daß eine öffentliche Debatte geführt wurde, konnten sie ihre Sichtweisen propagandistisch unterstützt ungehindert unters Volk bringen.

Das sich plötzlich mit einer seltsamen Wahl konfrontiert sah, die man angeblich hatte. Denn diese weitreichende Thematik wurde nun dem Belieben ("dem Gewissen") der Menschen selbst überlassen. Ein Gewissen, das die Notwendigkeit der Rückbindung an seine Bildung durch eine Autorität nicht mehr sehen will, sondern sich einfach der faktischen, subjektiven Augenblickslage ausliefert. Die Folgen dieses Schrittes waren katastrophal. Denn damit wurde die Kirche als Autorität in der Gewissensbildung ausgeschaltet.

Wird fortgesetzt) 


Samstag, 13. Januar 2018

Der Samstag-Nachmittag-Film

Filme, gute Filme mit Oskar Werner sind leider nicht so leicht im Netz (kostenlos) zu kriegen. Gerade seine besten gibt es (derzeit noch) nicht. Aber "Entscheidung vor Morgengrauen" (eine US-Produktion aus dem Jahre 1951) ist ein "immerhin". Gut, dramaturgisch, technisch sowieso, und schon wegen der Proponenten sehenswert. Denn Hollywood hat sich schamlos der Wirklichkeitserkenntnis von Aristoteles "Poetik" bedient.

Neben Werner ist es aber Hildegard Knef, derentwegen der Film die Aufmerksamkeit lohnt. Beide sind wirkliche Schauspieler. Er zeigt außerdem viel sehr plausible Realität in den letzten Tagen des April 1945. Nein, mehr. Es ist zumindest zum Teil eine wirkliche Erzählung der Väter. Daß er von Amerikanern produziert wurde - die es lieben, sich als Hort der "Menschlichkeit" darzustellen - sollte man entsprechend bewerten und als Filter einsetzen. Wir sollten aber doch genau zuhören.

Schon gar, wenn Werner sagt: "Ich glaube mittlerweile schon, daß jemand der gegen unser Volk kämpft, in Wahrheit für es kämpft." Da sind wir, mitten im Programm. Mit einer völlig anderen Weltanschauung als Horizont unterlegt wurde den unterworfenen Deutschen das Bild ihrer eigenen Geschichte aus den Händen genommen und völlig neu zusammengesetzt. Mit dramatischen Folgen. Dramatisch? Man möge nur Bundeskanzlerin Merkel ansehen. Mit Filmen wie diesem begann die völlige Verkehrung der Selbstsicht aller deutschen Völker. Und zwar genau dadurch, daß sie eine Versöhnlichkeit der Völker und Weltanschauungen (durch Subjektivierung) vortäuschten, die es gar nie gab. Ja, Subjektivismus, das war und ist das Konzept von Hollywood.

Von dem sich Oskar Werner nach einem ersten Film ("Das Narrenschiff") angewidert abwandte. Weil er Wahrheit, weil er Kunst suchte. Werner ist gewiß - und gerade durch die Verweigerung von Ruhm, der ihn dennoch überrannte, aber aus anderer Richtung - einer der größten Künstler unter den deutschen Schauspielern. Der tatsächlich, wie er es einmal formulierte, "am Tisch der Götter gesessen" ist. Das Volk, seine Strukturen, seine Obrigkeiten gibt es nur als böse. "Das Volk ist egal," sagt der Obergefreite Steiner (O. Werner) an einer Stelle, "wichtig ist nur das Gewissen."

Und wer und was bildet das Gewissen?

Der Film ist also die Versuchung eines "Auswegs". Wenn ihr so und so denkt, seid ihr bei den Siegern, seid ihr wieder dabei. Während Heidelberg zerbombt wird. Steiner (Werner) fällt, weil er auffliegt. Und damit das Leben seines Ko-Verräters rettet. "Verrat kann mehr sein als Verrat, ich hab's gelernt." So endet der Film.










*231117*

Sonntag, 17. Dezember 2017

Wenn subjektive Gewissensruhe selbst die Sünde ist (2)

Teil 2)  Versuch einer zusammenfassenden Erläuterung





Gerade WEIL jeder Mensch (und sein Sein) in der Wahrheit gründet, hat er einerseits die Pflicht zum subjektiven Gewissen, anderseits die noch strengere Pflicht, dieses Gewissen an der ewigen Wahrheit zu formen, nach dieser auszurichten, es "zu bilden". Subjektives Gewissen kann also niemals (prinzipiell; von möglichen Sonderfällen unverschuldeter Gewissensblindheit abgesehen, die aber nur das Maß der Schuld betreffen, nicht die objektiv falsch, sündige Tat "taufen", deren reale Folgen in jedem Fall dieselben bleiben) zum Ergebnis kommen, daß eine in sich schlechte (weil der Wahrheit widersprechende) Tat geboten sei. 

Auch kann eine objektiv schlechte (falsche) Tat nicht im Zuge einer Abwägung gegen eine noch schwerere Tat gewählt und für gut geheißen werden. Zwar ist es, wie Seifert ebenfalls in diesem Interview sagt, ein Gut, wenn ein Drogensüchtiger, der im Ehebruch lebt, sich von der Drogensucht befreit, und das kann auch anerkannt werden. Aber immer noch steckt er objektiv in einer schweren Sünde und steht deshalb außerhalb der Gemeinschaft mit Gott (und damit prinzipiell fern der Gnade). Erst wenn er auch noch diese objektive Verfehlung bereinigt, hat er die Gemeinschaft (als Eingliederung in die objektive Ordnung Gottes) wiederhergestellt. (Indem er sich also trennt, oder zumindest keusch lebt, und dazu dann auch noch beichtet, denn aus der Todsünde oder schweren Sünde kann sich der Mensch nicht mehr selbst in die Gnadengemeinschaft in Gott hineinheben wie in der läßlichen Sünde, hier braucht es also die objektive Tat Gottes durch den Priester in der Beichte.) 

Schon gar nicht darf man Gewissen einfach mit subjektiver Befindlichkeit gleichsetzen. Gewissen hat nur Sinn, wo es auf objektiven Wertmaßstäben beruht, und die sind prinzipiell von außen vorgegeben. Einmal durch Menschen. Und hier kann es tatsächlich vorkommen, daß die Allgemeinheit, die Autorität etc. dem Einzelnen eine Gewissenslage, also ein Gewußtes übergibt, das objektiv irrig und falsch ist).

Das kann aber nicht vorkommen, wenn es um den zweiten Teil des Gewissens geht, der auf der Natur der Dinge bzw. der Welt selbst Bezug nehmen muß, die ja selbst auf der objektiven Ordnung der Wahrheit beruhen (und nur insoweit überhaupt sind) und damit in der Sachlichkeit (die deshalb ein sittlicher Akt ist) gewissensbildend sind. Gewissen kann also niemals außerhalb der Wahrheit und dem subjektiven Bemühen, sich danach auszustrecken (was deshalb ein sittlicher Akt ist) gesehen werden. Diese Natur ist in jedem Menschen objektiv vorhanden und insofern ist das objektive Gewissen in jeden Menschen eingesenkt. Darauf bezieht sich obiger Hinweis von Professor Seifert, wo er deshalb sogar den Heiden Cicero zitiert, der darum weiß. Gottes Gesetz ist also allen Dingen als ihre Natur, als ihre Verfaßtheit eingeschrieben!

Wo ein subjektiver Gewissensentscheid außerhalb der Wahrheit oder zu ihr in Widerspruch steht, muß er im Irrtum sein. Zumalen es auch keine Vernunft oder Vernünftigkeit außerhalb der Wahrheit gibt. Von dort her muß sich also der Mensch auch - gesetzt den Fall daß sie in Widerspruch stehen - gegen die im ersten Teil des Gewissens genannten Bedingungen wehren. Das subjektive Gewissen ist also immer in der objektiven Ordnung gegründet, selbst wenn es scheinbar widerspricht, und es ist dieser objektiven Ordnung NACHgereiht, also unter sie gestellt und nach dieser Ordnung zu bilden.

Wäre das alles nicht so, wäre jedes Martyrium umsonst und sinnlos (gewesen), eine nette Fleißaufgabe, aber nicht mehr. Denn dann hätten sich alle Märtyrer eigentlich "geirrt". Weil es aber so ist, ist letztlich sogar jeder Mensch gegebenenfalls zum Martyrium aufgerufen.

Dies spricht auch klar gegen die sogenannte "graduelle Gutheit" (siehe als Aussage u. a. von Kardinal Schönborn) als Begründung für einen objektiven Gnadenstand. (Siehe das obige Beispiel des drogensüchtigen Ehebrechers.) Weil die falsche, schlechte Tat als Verstoß gegen die objektive Ordnung immer außerhalb der Ordnung und damit Vorsehung Gottes stellt, ist es auch niemals gerechtfertigt, ein objektiv schlechtes Mittel zu wählen, um ein objektives Gut zu erreichen. Dieses wird immer dann unerreichbar bleiben.

Noch ein Punkt sei kurz erwähnt, auf den Seifert in den anderen Teilen des Interviews eingeht: Und er betrifft die Aussage die in Amoris Laetitia durchschimmert, daß Gottes Gebot für einen Menschen objektiv nicht lebbar wäre. Das kann es nicht geben! Gott fordert nie etwas, das objektiv nicht erfüllbar ist. Das würde zu seinem Wissen bzw. der Vorsehung in unvereinbarem Widerspruch stehen. Etwas kann schwer sein, gewiß, sehr schwer, gewiß, aber umso mehr muß der Mensch auf die Gnade bauen, wenn seine leibliche Verfaßtheit etwa in einem falschen Habitus, einer falschen Gewohnheit oder zivilisatorischem Druck sich "wehrt".






*161117*

Wenn das Böse das Gute wird

Wissen Sie, meinte Leser G. unlängst in einem Brief an den VdZ, manchmal sind die Koinzidenzen einfach zu auffällig. Ich kenne ein Ehepaar, wo der Mann als Universitätsprofessor und Mitglied in internationalen Klimarettungsfonds tätig ist, die ihn und seine Bücher auch unter tatkräftiger Vertriebshilfe durch die New York Times, die seine Bücher hochjubelt, finanzieren, und wo die Frau als Ärztin in einer Klinik Abtreibungen vornimmt und weltweit Vorträge zur Verhütung und für das Recht auf Abtreibung hält. 

Er fällt mittlerweile dadurch auf, daß er in einem Studienprojekt mitarbeitet, das den Einsatz von geo-engineering studiert, sich also dem Ausbringen von Chemikalien in die Atmosphäre, um die schlimmsten Klimakatastrophen zu verhindern. Dazu sieht er sich alle Rechte, ja er sieht es als Pflicht. Während er Wirtschaftsprogramme fordert, die die gesamte Weltwirtschaft in ein etatistisches System steckt und sie in die Klimarettung zwingen soll. Der Mann sieht sich sogar als katholisch an.

Da fällt doch beides in dieselbe Kategorie der Weltrettung? Er rettet direkt das Klima, sie indirekt, weil sie die Menschen verhindert, die es schädigen.

Beide sehen sich in höchstem moralischem Status, wie sie immer wieder sogar betonen. Beide sehen mich hingegen als bösen Menschen. Vor allem aber habe ich deswegen kein Recht mich zu artikulieren, weil sie beide Universitätsstudien absolviert haben, ich nicht. Wörtlich meinte er in einem Gespräch, daß das was er sage schon deshalb gelte, weil es wissenschaftlich sei.

Wir leben schon in einer seltsamen Welt, in der alles auf den Kopf gestellt ist.


Dazu fällt dem VdZ nur ein Artikel ein, den er vor kurzem las, und in dem Henryk M. Broder das Thema aufgreift. Das immer häufiger in der Öffentlichkeit auftaucht, noch viel häufiger aber flüsternd genannt wird, um die Öffentlichkeit nicht gar zu sehr zu verschrecken. Daß nämlich das größte Klimaproblem die Zahl der Menschen auf der Erde sei. Und deshalb internationale Maßnahmen gegen die angebliche Überbevölkerung der Erde die wirksamsten, ja vielleicht die einzig wirksamen Maßnahmen gegen die angeblich dräuende Klimakatastrophe sind. Es liegen sogar schon Studien dazu vor, was die effektivsten Maßnahmen zur Weltrettung durch Klimarettung wären, in denen explizit die Reduktion der Zahl der Menschen als bei weitem effektivste Maßnahme genannt wird.





*131117*

Samstag, 16. Dezember 2017

Wenn subjektive Gewissensruhe selbst die Sünde ist (1)

Eine Person, die unter unüberwindlicher Unwissenheit oder einem unschuldig missbildeten Gewissen leidet, glaubt oder „fühlt“, dass ihr Ehebruch in Ordnung ist, kann natürlich weniger schuldig sein als jemand, der direkt gegen die Stimme seines Gewissens handelt.  

Aber wir dürfen niemals vergessen, dass die Ungerechtigkeit des Ehebruchs Teil des Naturgesetzes ist, das in das Herz eines jeden Menschen geschrieben ist, wie der Apostel Paulus sagt, so dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass jemand überhaupt keine Kenntnis von der Sünde des Ehebruchs oder homosexueller Aktivität hat. Der Heide Cicero nennt den Menschen, der leugnet, dass Ehebruch immer und überall eine schwere Sünde ist einen „Verrückten“.  

Aber vor allem müssen wir verstehen, dass ethische Wertblindheit oft an sich sündhaft ist oder die Folge von Sünde ist, weil wir durch wiederholte Sünde für die Stimme des Gewissens abgestumpft worden sind oder weil wir einen faulen Kompromiß machen zwischen unserem Stolz und der Begehrlichkeit auf der einen Seite und unserem begrenzten Willen, das Gute zu tun, auf der anderen Seite, so dass wir die Sündhaftigkeit der Handlungen nicht klar sehen, sobald das Sittengesetz es uns nicht erlaubt, unsere Leidenschaften oder Neigungen auszuleben. [...]

Wenn man allgemein den Hang dazu hat, auf das einzugehen, was uns subjektiv befriedigt, aber immer noch nicht bewusst und offen sündigen will, wird unser moralisches Urteil leicht verdunkelt, entweder in teilweiser moralischer Wertblindheit oder in Blindheit der Subsumtion, das heißt einer Nicht-Einordnung unseres Verhaltens in die Kategorie „Ehebruch“.  

In diesen und vielen anderen Fällen moralischer Wertblindheit sind wir voll verantwortlich für die Deformation unseres Gewissens, und daher macht uns die Abwesenheit vom Bewußtsein, dass wir eine Todsünde begehen, nicht unschuldig, weil wir für unsere Blindheit selbst schuldig sind. [...]

Es ist nicht zu tolerieren und würde privaten und öffentlichen Skandal hervorrufen, wenn Priester anfangen würden, zwei Gruppen von Sündern zu schaffen: jene Ehebrecher und Homosexuellen, die unschuldig sind und die Sakramente empfangen können und diejenigen, die es besser wissen und ausgeschlossen werden müssen.


Aus einem Interview mit dem Philosophen und Theologen Josef Seifert


Morgen Teil 2)  Versuch einer zusammenfassenden Erläuterung




*161117*