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Sonntag, 28. Januar 2018

Da scheint der Kardinal etwas nicht zu wissen

Es ist ein wenig erschütternd, was Kardinal George Pell hier in diesem kurzen Video über den Wucher sagt. In dem er zeigt, daß er Wucher als prinzipielles Problem nicht verstanden zu haben scheint. Denn anders als Pell (und mit ihm wohl sehr viele) es darstellt, ist Wucher nicht einfach eine Frage "zu hoher Zinsen". Das ist er nur in zweiter Linie. Vielmehr gründet das Zinsnahmeverbot der Katholischen Kirche auf einem viel umfassenderen, prinzipielleren Tatbestand, wie ihn noch vor hundert Jahren Papst Benedict XIV. in seinem apostolischen Schreiben Vix pervenit als seit je und bis heute gültige Lehre der Kirche festgehalten hat.

Denn es geht um das Wesen des Kredits einerseits, und das Wesen menschlicher Handlung anderseits. Letzteres ist vielen Unwägbarkeiten unterworfen, so wie menschliches Leben eben Unwägbarkeiten unterworfen ist. Der Mensch ist nur verantwortlich für die Richtigkeit und moralische Korrektheit seines Tuns, nicht aber für das Ergebnis.  Einseitig vom Ergebnis her zu denken (das kann nur eine zweite Gedankenreihe sein, die aber niemals falsche Mittel rechtfertigt, wo der Zweck also die Mittel "heiligt") ist vielmehr sogar eines der Grundübel der europäischen Geschichte, wie es vor allem seit der Renaissance Einzug hielt. Seit der nicht nur der unmoralische Vertrag (der etwa entsteht, wenn eine Seite in Not handelt), sondern auch das Eigentumsrecht absolut gesetzt wurde. Übrigens: Um den Diebstahl von kirchlichem Gut (wie er in der Reformation in England und Deutschland erfolgte, die die Auslöser für den eigentlichen Kapitalismus waren, welcher Begriff ganz scharf vom "Freien Markt"* zu trennen ist, den es tatsächlich aus naturrechtlichen Gründen braucht) zu rechtfertigen. 

Ein menschliches Tun - hier: ein Tun, das nur mit Hilfe geborgten Geldes ausgeführt werden kann - kann deshalb niemals mathematischen Zwängen und Folgen unterworfen werden, wie es ein mit Zinsen (und seien sie noch so niedrig) verliehener Geldbetrag aber ist. 

Jeder Kredit muß vielmehr mit einer eingebauten Rückkoppelung vergeben werden, über die der Kreditgeber direkt am Schicksal des Kreditnehmers partizipiert.  Im Guten (zum Beispiel als Beteiligung am Gewinn, den eine über Kredit angekaufte Fabrik erzielt) natürlich ebenso wie im Schlechten (Verlusttrage).

Wird es einem Kreditnehmer durch Fälle des Lebens unmöglich, den Kredit zurückzuzahlen, hat der Kreditgeber sogar die moralische Pflicht (der Nächstenliebe), den Kreditbetrag oder die Rückzahlung entsprechend der neuen Lage anzupassen, oder die Schuld gar zu erlassen. 

Wird ein Kredit aber gar vergeben, um jemandes dringende Not zu lindern, so besteht sogar die moralische Pflicht durch den Verleiher, das Geliehene letztendlich "wie ein Geschenk" zu sehen. 

Während die Kreditvergabe an jemanden, der unsittlich damit handeln möchte (und das sind in der Tat die häufigsten Gründe), in sich unsittlich ist, weil sie den Kreditnehmer ja noch mehr ans Übel binden, seiner Unmoral weiteren Vorschub leisten, sein Unglück (und seine Sünde) weiter vertiefen würde.

Zinsnahme ist in jedem Fall unmoralisch. Hier hat sich die Kirche - leider! - von der Praxis des Kapitalismus der Neuzeit klammheimlich unterspülen lassen, als speziell aus den Verhandlungen mit den Fuggern heraus ein Zinssatz von 5 Prozent quasi "genehmigt" wurde. Das scheint heute überhaupt niemand mehr zu wissen. Kardinal Pell irrt also, wenn er meint, es sei "heute" legitim, gewissen "geringen Zins" zu nehmen. Was hätte die Kirche verhindern können, wäre diese ihre Lehre immer präsent geblieben!

Wie wir wissen entstand diese aufgeweichte, aber falsche Haltung vor 350 bis 400 Jahren aus nicht ganz uneigennützigen Gründen mancher Kardinäle und Päpste. So hat man sich der moralischen Autorität begeben, Wucher "laut" zu verurteilen, hat damit die eigene, immer sehr klare Position zunehmend verschwiegen. Sodaß Zinsnahme allgemeine Praxis wurde. (Insofern hat der Wucher als "moralischer Fall" auch von dieser Seite - nicht nur von der der "pseudofertilen Sterilität" des Geldes selbst - Parallelen mit der Empfängnisverhütung.) 

Es ist auch nach heutiger Lehre der Kirche nur legitim, entstehende Kosten (Verwaltung etc.) zu verlangen. In keinem Fall ist es legitim (weil naturrechtlich zwei verschiedene Dinge mit einem Maß gemessen werden) die Kreditvergabe vom Risiko des Kreditnehmers zu trennen. Und das ist der Knackpunkt, den der australische Kardinal Pell nicht zu kennen scheint. Vix pervenit zu lesen hätte ihn von diesem Irrtum befreit.









*Der "freie Markt" baut auf dem Grundsatz auf, daß der Mensch mit Freiheit begabt ist. Ohne sie kann er nicht verantwortlich handeln, sie ist also auch essentiell für sein Seelenheil. Die Obrigkeit hat aber im Sinne des "Gemeinwohls" (das heute fälschlich etwa mit "Wohlstand für alle" gleichgesetzt wird) darauf zu achten, daß die Tätigkeit der einen nicht die Freiheit der anderen beschädigt. Deshalb hat sie auch darauf zu achten, daß einzelne Tätige nicht so viel Marktmacht kumulieren, daß sie die übrigen Teilnehmer am "freien Markt" in die Unfreiheit zwingen. 

Ferner hat sie Außenbeziehungen (die ihrem Ressort unterliegen) so zu gestalten, daß sie die gedeihliche - jeweils freie! - Entwicklung der eigenen Bevölkerung nicht unter eben solche Zwänge setzen. Liberalistische Freihandelsabkommen wie das TTIP, aber zuvor noch große Teile der EU-Bedingungen sind (und waren) deshalb in sich bereits unmoralisch. Und niemals darf ein Staat die Lebensweise seiner Bürger "umgestalten" oder zulassen, daß sie durch "internationale Marktzwänge" egal wie umgestaltet werden. Dabei  muß immer auch das Prinzip der "Subsidiarität" gewahrt werden, das die EU sogar direkt umkehrt: Sie gestaltet nicht, was die unteren Einheiten nicht vermögen, sondern sie unterwirft die unteren Einheiten der Anpassungspflicht für übergeordnete Entscheidungen.

Was aber bedeutet Freiheit? Eben nicht, wie es heute verstanden werden soll, als "jeder soll alles können", sondern sie geht von einem Wesen der Menschen und Völker und deshalb von einem möglichen "Gemeinwohl" aus. Innerhalb dessen, und darauf bezogen, heißt Freiheit die (sittliche, jeweils aktualisierbare) Fähigkeit das zu tun, was die Vernunft (nicht einfach eine mathematisch-logische Rationalität, aber auch nicht Irrationalität, also bloße "Situations-/Gefühlsethik") gebietet.





*060118*

Dienstag, 2. Juni 2015

Vom islamistisch-christlichen Klimawandelkommunismus (4)

Teil 2) Islam, Papst und Klimawandel - mißbrauchte, unverstandene Poesie




Und Simulation, Nominalismus ist überhaupt das Wesensmerkmal der Religionen der Gegenwart, auch innerhalb der Kirche. Es gibt nicht unbegründete Theorien, die den Nominalismus Europas, der sich als definierbare Bewegung im 13. Jhd. zeigt, auf den islamischen Einfluß (Averroes!) zurückführen. Die Wahrheit ist in den Augen des VdZ natürlich subtiler, komplexer. Auch der Byzantinismus hat seine nominalistischen Elemente, jeder Irrtum, jede Häresie ist ein mögliches Abweichen vom ganzen Wahren, das immer da war, und sein wird, je nach Kulturstimmung mehr ausbricht, oder weniger.

Auch die Poesie des Klimawandelkampfes ist geliehen, eigentlich: mißbrauchte Poesie. Und ihrer sozialen Herkunfsschichte liegt die "wahrere Religion" zugrunde (worauf sich ja jede Häresie als selektive Höherwertung ausgewählter Aspekte der Herkunftsreligion beruft). Denn dieses Paradigma der Gegenwart fordert immer aggressiver die Höherrangigkeit vor jeder "religiösen Religion". Wenn erst jüngst die amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton fordert, daß alle gesellschaftlichen Elemente verboten werden müssen, die die Werte der Gegenwart infrage stellen - Feminismus, Anti-Diskrminierung von Homosexualität, Klimawandelskeptiker - dann haben wir schon direkte Hinweise darauf, daß sich dieser Wandel vollzieht. 

Es ist dieselbe Entwicklung aus einer christlichen Häresie heraus, ja wir erleben heute überhaupt die Bildung einer riesigen, mächtigen Religion - wenn der Protestantismus in Deutschland noch stärker als die Katholische Kirche über "Schwunderscheinungen" zu klagen hat, dann deshalb, weil er seine Mitglieder an diese neue Religion verliert! 

Deren geistige Grundlagen mit den geistigen Grundlagen des Protestantismus (und damit den Schichten der seit langem - etwa durch das ganze Spektrum der charismatischen Erneuerungsbewegungen, aber überhaupt durch viele Entwicklungen im Folge- und Dunstkreis der Rezeption des 2. Vatikanum - systematisch protestantisierten Katholiken) deckungsgleich sind, und sich als "Neuheidentum" (in unterschiedlichsten Facetten) manifestiert. Genau von dort gingen auch die gesellschaftlich revolutionären (erneuern sollenden) Bewegungen der 1960er Jahre aus. Gingen aus! 

Denn jede Kultur setzt im Kult an. Die Kirche ist damit nicht OPFER gesellschaftlicher Entwicklungen, sie ist deren Motor, so wie immer die Religion der (einzige!) Motor einer Kultur war. Auch und gerade, wenn dieser Motor selbstvergessen stottert.²

Und hiermit sind wir beim Ausgangspunkt zurückgekehrt, bei der Grundthese angelangt: Aus alledem wird klar, daß eine Zeit des aufbrechenden Islamismus genauso nur eine der Seite eines geschwächten, häretischen Christentums ist, wie es der "Kampf gegen den Klimawandel" bzw. die Umweltbewegungen sind. 

Auf dem Boden einer diffundierenden Kirche hat sich immer eine neue Religion gebildet, die erst noch '"Konfessionsverschiedenheit" zu sein scheint, sich aber mit der Zeit (und aus sehr konkreten psycho-sozialen Gründen) zu einer Religion ausbildet. Die Systematik, mit der sich das vollzieht, hat, wenn sie nicht in eine Bekehrung aufbricht (was sie individuell ja auch ab und zu tut), hat die Ablaufnotwendigkeit eines Gesetzes. Mit der derzeitigen Kirchenpolitik düpiert die Kirche aber sogar noch stärker jene, die sehnsuchtsvoll auf den Erlöser warten, und treibt sie anderen, greifbareren Erlösern in die Hände.






²Wenn man der Kirche gerne Sünden und Verbrechen der Vergangenheit vorwirft, was der VdZ im übrigen (meist zumindest) keineswegs so sieht, weil bereits der Kriterienkatalog, nach dem geurteilt wird, falsch ist, ja manche Vorwürfe gar die Forderung nach einer Häresie sind, so sind wir mitten in einer Zeit, wo die Kirche WIRKLICH schwerstens versagt und Blut an ihre Hände schafft. Denn sie hat schon vor geraumer Zeit begonnen, sich aus der Rolle der Religion zu verabschieden, als Taktgeber der Zieledefinition und Lebensweise. Der Kampf, den sie heute angeblich führt, gegen Abtreibung etc., ist nicht nur halbherzig, er ist überhaupt nur ein Scheinkampf auf der Ebene des von der Eidechse abgeworfenen Schwanzendes, ein Schattenkampf mit Phänomenen und Gespenstern. Die wirklichen - GEISTIGEN - Herausforderungen weist sie immer strikter sogar von sich. In diesem Papst hat dieses Versagen gar eine neue Qualität erreicht, weil es erstmals zum kirchenpolitischen ("pastoralen") Programm gemacht wird.  Pastoral aber ist bereits die Ebene der Macht. Nicht die der Autorität. 




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Montag, 1. Juni 2015

Vom islamistisch-christlichen Klimawandelkommunismus (3)

Teil 3) Parallelen - Eine neue Religion am Horizont - 
Eine Häresie der nur einen Wahrheit



Hier also schließen sich die Kreise Islam - Kommunismus und - Klimahysterie. Allen reichen die Fakten, die Tatsachen der Welt nicht aus, weshalb sie in eine andere Lesart flüchten. Und diese quasi "höherwertigen" Prämissen und Forderungen unhinterfragbar dogmatisieren.  Weil schon ein Hinterfragen der Zielsetzung selbst, die nur absolut gesetzt werden kann, entgegenläuft. Eben weil sie abstrakt ist, und nicht verdinglicht werden dürfte - abstrakte Ziele sind aber aus ihrer Natur heraus nicht direkt erreichbar! 

Sie sind deshalb nicht zufällig in göttliche, absolute Sphäre gehoben, als einziger Weg, sie zu "verdinglichen". Um sie historisch aber "zu erreichen", verlangen sie den völligen Stillstand, ein Einfrieren des status quo, der immer ein Rückgriff auf vergangene Zustände ist.

Wenn die Stimmen innerhalb der "Klimaerwärmungsfraktion" immer stärker werden (und dem VdZ liegen einige ganz aktuelle Publikationen vor, die genau das sagen), daß es eigentlich unmaßgeblich sei, ob die Wissenschaft den Klimawandel "beweisen könne" (auch Gott läßt sich ja nicht linear-wissenschaftlich oder physikalisch beweisen, weil nominalistische Wissenschaft ja prinzipiell gar nichts beweisen kann), denn seine inneren, moralischen Ziele seien ja das wesentliche, dann haben wir es mit derselben Entwicklung zu tun, die auch der Islam durchgemacht hat. Auch dort hat man bis ins 11. Jhd. keineswegs von einer eigenen "Religion" gesprochen. Nirgendwo. Es war Christentum als Basis, zumindest wie man es verstand, das durch politisch-soziale Motive die Gestalt einer Religion annahm. Und genau das, bis ins Detail, ist beim Klimawahn zu beobachten. Weshalb beide Debatten, die über den Islam wie über den "Klimawandel", an Aktualität kaum zu überbieten sind. Auch die Umweltbewegung ist eine politisch-soziale Bewegung einer bestimmten Gesellschaftsschichte. So war es auch bei der Entstehung des Islam.

Das heißt, daß die Historienerzählung des Islam, sowie über weiteste Strecken - genau dort, wo er "wahr" ist - auch sein dogmatisches Gepräge, abstrakte Bilder des Guten und Schönen und Wahren darstellt. Er liefert damit eine Folie für den "Kampf gegen den Klimawandel": Fakten werden gleichgültig, es geht vielmehr um den moralischen Wert, der sich in seinen abstrakten Zielen ausdrückt. 

Aber niemandem dürfte einfallen, eine poetische Geschichte, in die hinein die Entstehung des Islam, seine spätere Geschichte überhöht wurde, wie es nun beim "Kampf gegen den Klimawandel" passiert, als Sammlung historischer Fakten zu betrachten. Der gesamte christliche Glaube fiele, wenn die Historizität, die faktische Historizität von Jesus Christus fallen würde. Gestern, als reale Geschichte, heute als geschichtlich wirksame Wirklichkeit, deren Relevanz für die tägliche Realität uns erst durch diese Geschichtlichkeit erkennbar wird. 

Einfach auf Geschichtlichkeit aber zu verzichten, wie es die Poesie macht, wäre dem Christentum unmöglich. Es wäre ... Fiktion. Ist also der Islam poetische Fiktion? Wie die sich abzeichnende Klimawandelreligion? Davon ist auszugehen.

Es kann überhaupt kein Zweifel darüber bestehen, daß der Koran (sowie die Hadithen, auf die sich die muslimischen Lebensregeln und Rechtsauffassungen weitgehend beziehen), der auf einer christlichen (historisch-real basierten) Erzählung beruht, durch die spezifische arabische, beduinische Poesie grundlegend geprägt und gestaltet wurde. Das Problem begann, als sich ab dem 9., vor allem aber dann dem 11. Jhd. seine wörtliche Lesart durchsetzte, und genau daraus sich dann das bildete, was man fortan als "Islam" bezeichnete. In der sich dann aus der ursprünglichen Zusammenstellung der Anspruch einer Religion zurückwendet, unantastbar und in sich geschlossen (weil wahr, das heißt: göttlich) zu sein. Womit das Wesen der Vernunft nachgeahmt wird, Vernünftigkeit (weil Wirklichkeitsrelevanz, also: historische Relevanz, denn darauf basiert Vernunft, sie ist kein Nominalismus) also simuliert wird. 



Morgen Teil 4) Islam, Papst und Klimawandel - mißbrauchte, unverstandene Poesie






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Samstag, 30. Mai 2015

Vom islamistisch-christlichen Klimawandelkommunismus (2)

Teil 2) Wie sich eine Religion bildet




*Dieser Vergleich - Islam/Kommunismus - ist äußerst zutreffend, denn die Methodiken beider sind die einer Ideologie, die in unausweichbarer Paranoia pausenlos um ihren Bestand fürchtet, sobald individuell-menschliche Vernunft sich erhebt, und sei es nur als Möglichkeit. Historisch ist es ein nicht zu bezweifelndes Faktum, daß sowohl der Kommunismus als auch der Islam eine Kultur binnen kurzer Zeit ersticken, indem sie das ersticken, was Kultur überhaupt erst ermöglicht - individuelle schöpferische Kraft und Lebendigkeit. 

Die Erzählungen von früherer kultureller Blüte sind nicht die einzigen historischen Fakten, die sich die interne Islamerzählung zudichtet - historisch sind sie nicht wahr. Es waren stets völkisch-kulturelle Blüten, die gerade nicht aus dem Islam entstanden waren, aber dann in sein Einflußgebiet gelangten. Sobald er stark war, war von "Toleranz" keine Rede mehr. Mit "Toleranz" wurde vielmehr jene Frühzeit umgedichtet, in der sich zum einen ein "Islam" herausbildete, zum anderen es noch eine relativ schwächere religiöse Gruppe (unter vielen!) war. Die Motive für sein Erstarken sind politisch-sozialer Natur, als Instrument der realpolitisch Schwachen, die sich nun eine religiöse Legitimation sahen. 

Die poetische Qualität des Islam, des Koran, ist ohne jeden Zweifel von oft höchster Güte, und da ist kein Funke Ironie dabei, das ist sehr ernst gemeint: Die historische Erzählung des Islam ist ein für sich gesehen wunderbares dichterisches Bild, das nicht zufällig auch den Okzident immer wieder fasziniert hat. Entsprechend subtil ist auch die Verteidigung der Wahrheit des Islam durch die Muslime selbst zu sehen. Denn alles, was sie vorbringen, ist auf eine abstrakt-poetologische Weise tatsächlich richtig, und wäre selbst für den Katholiken essentiell. Aber eben als Poetologie.  Diese in Wörtlichkeit umzulegen - ist eine Lüge der Äquivokation, eine Lüge der Schizoidität. In der man dieselben Wörter verwendet, aber auf ganz andere Deutungsebene hebt. 

Denn an sich ist eines der Hauptargumente des Islam, mit dem jede faktische Historizität als bedeutungslos abgewiesen wird, bemerkenswert WAHR. Und unterscheidet sich auf dieser Ebene  in nichts von der katholischen Sichtweise: Daß nämlich Wirklichkeit an sich zeitlos ist, und daß jede Erzählung eine Erzählung von zeitloser Wirklichkeit ist. Um deren Darstellung geht es. Aber dieses Argument funktioniert eben nur auf der Ebene der Poesie, der Kunst. Im realen Leben - nicht mehr, in dem sich das Zeitlose in einem Nacheinander präsentiert, und darum führt kein Weg vorbei. Es kann also das Tatsächliche, das Faktische, nicht einfach ignoriert werden, sondern das Wirkliche als Zeitloses ist vom Faktischen NICHT ZU TRENNEN. Gibt es kein Faktisches, aus dem sich das Wirkliche derivieren läßt, sinkt das Faktische zur bloßen Fiktion ab. Also kann man dann zwar sagen, daß sich im Koran Wahrheiten präsentieren, aber nicht, daß diese auch "Fleisch geworden" sind. Und wie erinnern uns: genau das ist ja das Problem des Arianismus, auf den der Islam zurückgeht. Die Bestreitung, daß das Ewige sich im Fleisch gezeigt hat. 

Diese Ebenen dürfen aber nicht verwechselt werden.

Etwas, das dem Wesen des Wüstenbewohners - der in gewisser Weise "in einem Traum" lebt, Zeichen einer (man wagt es kaum zu sagen, aber so ist es) niedrigen Kulturstufe -  freilich sehr entspricht. Und wozu der Koran sogar wörtlich auffordert: indem er dieses beliebige Wechseln der Bedeutungsebenen von Sprache (zur Lüge) explizit rechtfertigt. Insofern zeigen sich in gewissen dogmatischen Zügen des Islam deutliche Züge einer psychologisch-pathologischen Hermetik, durch Zirkelschlüsse. Es gibt nicht wenige Muslime selbst, die ein Verständnis der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse im arabischen Raum (samt Nordafrika) einfordern, weil sich die Gesellschaften dort auf der Ebene von Stammesgesellschaften bewegen. Und das heißt einfach: geringe Abstraktionsfähigkeit. Das drückt sich auch in der Sprach aus. Fachleute des Arabischen meinen, daß sich im Arabischen (das in seiner strengen Struktur ein Koranarabisch zu sein verlangt, aber praktisch in zahllose Dialekte zerfällt) viele abstrakte Inhalte einfach nicht anders ausdrücken lassen - wie im Deutschen! - als in Poesie. Das darf man sogar ... lieben.

Was im Fall des Koran die Problematik erhellt, daß man davon ausgehen muß, daß wissenschaftlich-linguistisch eindeutig zumindest (!) ein Viertel des Koran falsch, ja manchmal absurd falsch (ins sogenannte "Koranarabisch", das als "himmlische Sprache" gleichfalls sakrosankt ist) übersetzt ist. Aber auch darüber ist innerislamisch keine Debatte möglich. Auch die historische Forschung hat ihre Probleme, denn es gab im Islam Bücherverbrennungen und Verfolgung Andersdenkender zu einem Zeitpunkt, da war das Wort für Deutschland noch nicht erfunden. Manchmal waren sogar diese Verfolgen jene, auf die sich der heutige Islam unter Verweis auf "Blüte und Toleranz" gerne mal bezieht.

Nach derzeitigem Stand. Die außerislamische Forschung (eine ernstzunehmende innerislamische historisch-kritische Forschung gibt es eigentlich nicht, und wenn, wird sie beschränkt) ist erst dabei, das Gebiet durchzuarbeiten. Das hat nicht zuletzt mit der "revolutionären Kraft" der Erkenntnisse zu tun, die neben der jahrhundertelangen eingewöhnten Sichtweise des Abendlandes auch noch ein ganzes Religionsgebäude zum Einsturz bringen würden. 

Und das ist kein Problem selektiv fehlenden guten Willens, oder gar von "Rassismus" oder "Islamophobie", sondern eines der dem Islam (in seiner ersten Entwicklung aus einer arianisch-christlichen Häresie, die sich in ihrer über die Zeit immer deutlicher werdenden Konsequenz konkretisiert) zugrundliegenden manichäischen Weltauffassung.




ÜBERmorgen Teil 3) Parallelen - Eine neue Religion am Horizont - 
Eine Häresie der nur einen Wahrheit




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Freitag, 29. Mai 2015

Vom islamistisch-christlichen Klimawandelkommunismus (1)

Schon im Jahre 2006 hat der australische Kardinal Pell in einer öffentlichen Wortmeldung seine Bedenken gegenüber dem Islam ausgedrückt, ob dieser überhaupt als die "Religion des Friedens und der Toleranz" angesehen werden könne, wie oft behauptet wird. Denn die Gewalt und Intoleranz kommt aus der Mitte des Islam selber, dem Koran.

Er selbst hat die Lektüre des Buches nach 50, 60, 70 Seiten aufgegeben, denn er sei pausenlos auf Aufforderungen zur Gewalt gegenüber Andersgläubigen gestoßen. Nachdem aber die Muslime sakrosankt stellen, daß der Koran wortwörtlich von Gott stamme, könne er sich nicht vorstellen, wie sich daraus ein theologische Diskussion entwickeln sollte, die ein Änderung der Lesart - zur Friedensreligion - mit sich bringen könnte. Über im Koran enthaltene Widersprüche, offensichtliche Faktenirrtümer, oder Anachronismen könne man mit Muslimen ja nicht einmal diskutieren, diese Debatte kann aus dogmatischen Gründen gar nicht geführt werden. Dazu müßten sie das Zentrum ihrer Religion in Frage stellen.

Selbst wenn man jeder Religion auch Verbrechen in der Geschichte zuschreiben muß, so sei es ein Mythos, daß der Islam je tolerant und friedlich gewesen sei. Pell hatte ein Jahr zuvor schon Aufsehen erregt, als er den Islam mit dem Kommunismus verglich.*

Der australische Kardinal ist außerdem immer wieder aufgefallen, weil er die Klimawandelhysterie als Religionsersatz anprangert, der das Neuheidentum mit sich bringt. Gab es früher aber Menschen- und Tieropfer zur Sühnung und Versöhnung mit den Göttern, so ist es heute die Vermeidung von CO2-Ausstoß. 


Morgen Teil 2) Wie sich eine Religion bildet




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Dienstag, 10. Februar 2015

Papst dogmatisiert den Klimawandel

Soweit mußte es ja kommen, und der VdZ hat es in seiner bereits wenige Wochen nach Amtsübernahme angefertigten Analyse der bestürzenden Persönlichkeit des derzeitigen Papstes Franziskus vorhergesagt, wenn er auch noch ein wenig zweifelte, ob es tatsächlich soweit kommen würde: Aber in einer Ansprache vom 12. Jänner 2015 kündigt der Papst an, daß das beabsichtige "Klimaabkommen" eines der brennenden Ziele der Menschheit sei.*

Ein Ziel, das als reales Motiv überhaupt nicht existent, sondern reines Medien- und Propagandaprodukt ist, dessen Natur sich bei näherer - lauterer - Befassung mit Wissenschaftstheorie und -philosophie jederzeit und klar erkennen läßt. Das aber die pseudologische, wirklichkeitsferne und bösartige Natur dieses Pontifikats auf eine erschütternde Weise offenlegt.

Eine Rede, in der er wirklich so gut wie kein Klischee ausläßt. Die allesamt nur ein Problem haben: Sie  sind - so - gar nicht wahr. Sie sind einfach Schatten der Scheinmoral, mit der der Zeitgeist hausieren geht, wenn er mit Luftballons von "Furchtbarem" hausieren geht, um alle mundtot zu machen, sodaß man die eigene Vernunft am bestern gleich mit "Post Vatikan" abschickt, um auf nächste Publikationen zu warten (man muß nicht lange warten, sie erfolgen täglich, und mehrmals), die einem dann erklären, was Sache ist. Auch das war übrigens vorhergesagt. Vielleicht mögen Sie, werter Leser, es nachlesen, auch wenn es (wie üblich auf diesen Seiten) sehr lang ist.

Wer (auch ohne besagte Lektüre, oder trotz ihr ...) aber noch einen letzten Rest Vernunft behalten hat, möge ruhig den Kopf schütteln. Und gelassen die Exkommunikationsprüche der treufanatischen nützlichen Idioten - pardon: der Verfechter der These, daß dieser Papst ein wahrer Segen für die Welt und -kirche sei - über sich ergehen lassen. Und zusehen, wie die Kirche in einem Ausmaß vorgeführt und beschädigt wird, das bei KEINEM der so gerne angeführten "bösen" Päpste aus Mittelalter und Renaissance auch nru annähernd erreicht war. Denn diese waren persönliche Schurken, aber sie wußten das - und versuchten, das über umso größere Hochschätzung des Amtes verbergen. Sodaß sie wie kein heiliger Papst es besser zustandegebracht hätte, das Amt und damit die Kirche als Leib des Hauptes sogar noch beförderten. Selbst damit, daß sie jeden ins jenseits beförderten, der sie ihres unzüchtigen, sittenlosen Lebenswandels öffentlich zieh, denn sie wußten, daß das nicht öffentlich werden sollte.

Heute ist es fast genau umgekehrt. Fast, weil sich die Schurken und Lügner von heute als Heilige ausgeben und erklären, der Kirche den Garaus machen zu wollen, um ihr damit erst recht zu dienen. Die sich selbst öffentlich als Sünder bezeichnen, um von den wirklichen Vergehen, zu denen sie alle verführen wollen, abzulenken. Und der Welt erklären, daß es doch nur darauf ankäme, Frieden zu schließen, abzulassen von ihrem Neid und ihrer Gier, die alleine dem Frieden im Wege stehe! Welch Spiritualität! Welch geistige Tiefe! Indem man alles sagt, was einem noch irgendwie einfällt, ist auch irgendwie alles Gute dabei, und man ist nicht angreifbar. Man hat es doch eh gesagt!

Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und zwei macht neune, 
ich mach mir die Welt widewide wie sie mir gefällt.

Wetten darüber, wieviel unsäglich dummen, aber ganz gewiß frommen Schmonzes - schön unter Allgemeinfloskeln verpackt, denen natürlich niemand widersprechen möchte, und auch gar nicht "kann" weil ja so viel "Richtiges" oder "irgendwie Richtiges" auch drin steht: Friede, Freude, Liebe, Eierkuchen und fünf Halleluja! - die schon zur Jahreswende angekündigte (zwischenzeitlich angeblich, lt. Pressespecher Lombardi, "gründlich entschlackte") Enzyklika über "Ökologie" enthalten wird, werden jetzt bereits angenommen.

So ein Papst ist nur möglich, weil die Spiritualität aus der Kirche verschwunden ist. Sodaß man den Menschen einfach alles erzählen kann, weil eh niemand weiß, wovon die Rede ist. Da wollen wir den Herrn Papa Bergoglio einmal so richtig beim Wort nehmen. Wie böse muß eine Kirche gewesen sein, daß sie vom Heiligen Geist in seiner Gerechtigkeit mit so einem Papst quittiert wird.


*Apropos Ansprachen: Bei DIESER Ansprache, in der der Papst das Unbedingte Techt auf Eigentum bestreitet, muß man schon sehr sehr mit dem spitzen Bleistift suchen und "hineindeuten", um noch Worte genug zu finden, um sie noch als "katholisch" bezeichnen zu können. Denn selbstverständlich hat der Mensch ein Recht auf Eigentum, und ein Staat, der das nicht beherzigt, wird ein massives Problem - nämlich das des Elends - bekommen. (Natürlich fehlt nicht: "ABER ich bin kein Marxist.") Daß es vor Gott kein "unbedinges Recht auif Eigentum gibt" mag konzediert sein. Das betrifft die Armen übrigens nicht weniger. Aber was heißt schon "Bedürfnisbefriedigung"? Niemand hat das Recht, das Eigentum des anderen zu konfiszieren, weil jener "vor Gott kein absolutes Recht" darauf habe, abends im Frack und mit Perlenkettchen an der Herrin Hals im Rolls Royce zur Oper zu fahren, um La Traviate mit Janos Botha in der Hauptrolle zu sehen, während jener seine schimmelte Knackwurscht am offenen Lagerfeuer brät, und kaum die Fourage für Schusters Rappen aufbringen kann.

Was für eines Wahnsinns kecke Beute muß denn ein Papst geworden sein, wenn er einerseits - ach, wie bescheiden, stöhnte die Heiligkeitskommission! - sich NUR als Bischof von Rom zu verstehen vorgibt, und anderseits in täglich kaum noch zählbaren Botschaften (war alles vom VdZ vorhergesagt!) bis in die intimsten Pfarrangelegenheiten jeder Pfarre der Welt einmischt, die ob der päpstlichen "unfehlbaren" Wünsche kaum noch "papp'" zu sagen wagt, schon gar, weil ihm jeder x-beliebige machtbesoffene Kirchenbesucher, der endlich seine Stunde gekommen sieht, beim Schlaffittchen packen kann, er sei nicht "katholisch" weil "nicht papsttreu", hier, hier stehe es doch geschrieben? Das ist doch Zentralismus und Papismus, wie er überhaupt noch nie, und das ganz sicher: NOCH NIE, aufzufinden war, denn dazu braucht es die heutigen technischen Strukturen, allen voran das Befehlsmedium par excellence: Twitter. Prompt, sofort, effektiv. Und zwar im allereigentlichsten, und im allerinfamsten Sinn. Die Folgen sind längst zu erkennen, der Gutwollende möge nur seine Augen so richtig aufmachen. Der andere kann es gar nicht sehen, man muß sich da keine Mühe mehr geben.

Er wird aber noch mehr Fehler machen, der Herr Bergoglio, viel gröbere, man warte nur ab. Denn er wird - straflos - längst schon keck, und er wird noch kecker, ja er wird ausschweifend werden, um die alte römische Weisheit zum Ende zu führen. Das hat die Sache so an sich, unter der er antrat, und eine im (echten, gottgefälligen) Gehorsam geschulte Gefolgschaft im Quadrat springen lassen wird. Dazu muß man nicht in der mensa des Gästehauses des Vatikan seine Spaghetti verdrücken, oder abends von einer keuchenden Stimme "Sono Papa!" angerufen werden. 

Die Papstgemächer sind verwaist. Der eine sitzt leutselig in der Mensa und spielt mit unüberbietbarer Nonchalance (die nur lebt, weil das Gegenüber sich auf ein völlig anderes Papstbild bzeieht, als dieser Papst verfolgt) vor, was es heißt, heilig zu sein. Der andere, der stumme Papst, sitzt im Kloster nebenan und betet. Man möge darüber denken, wie man will.


Nachtrag, einige Wochen nach Verfassung obigen Artikels eingefügt (bis auf wenige Ausnahmen sind ja alle Beiträge in diesem Blog sind aus prinzipiellen Gründen vier bis sechs Wochen vor Erscheinen verfaßt worden): Daß die Katholische Kirche nach wie vor besonnene Köpfe hat, zeigt eine Rede des australischen Erzbischofs und Kardinals George Pell, die dieser vor der Global Warming Policy Foundation in London 2011 hielt. Darin faßt er recht gut zusammen, was es zu diesem Thema eigentlich zu sagen gibt.

Daß von der angekündigten päpstlichen Äußerung das Schlimmste zu erwarten ist, bestätigt ein Interview mit Bischof Marcelo Sánchez Sorondo, Vorsitzender der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, im Spiegel vom 27. Jänner 2015. Darin sagt er, daß der Papst "von der Klimakonferenz in Lima enttäuscht gewesen sei", weil er konkrete, "mutige" Maßnahmen erwartet hätte. Deshalb die Enzyklika. Denn, so Sorondo, der Papst sehe die ärmsten Länder vom Klimawandel "am meisten betroffen". Sie hätten Folgen für den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu trage, die ihnen selber gar nicht zur Verfügung stünden. Darin berufe er sich auf die Wissenschaft. (Genau darauf geht übrigens Kardinal Pell ein.) Die nächste Verwirrung, die unter die Menschheit gestreut wird, ist also ernsthaft zu befürchten.




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