Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Mittwoch, 27. Juli 2022
Gottes sanfter Atem ist der Orkan der Geschichte
Sonntag, 3. April 2022
Ein Leben voller Wunderbarkeiten
Sonntag, 2. Mai 2021
Und wirtschaften im Paradies (2)
Teil 2) Es hat etwas von Paradies
Samstag, 1. Mai 2021
Und wirtschaften im Paradies (1)
Es sagt etwas über den Geist der Ungarn aus, worüber die Budapester Zeitung am 9. April berichtet: Dem Staat gehe, so schreibt die Zeitung, die Geduld aus. Deshalb würden die Strafen für Fahren ohne Führerschein, die bisher bis zu 400 Euro betrugen, nicht einfach erhöht, sondern durch die Drohung von Gefängnis definitiv verschärft. Eine Geldstrafe alleine wirkt nämlich nicht, wie die Statistik zeigt. Alleine in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 wurden über 3.000 Ungarn wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis angezeigt.
Sonntag, 17. Januar 2021
Von Voodoo, Vernunft und Wünschen (2)
Teil 2) Alles ist in einem Prinzip zusammenzufassen:
Wer ist Herr über Leben und Tod
Der von einer anderen Seite ohnehin - und das alles also innerhalb eines halben Jahres! in diesen vergangenen Monaten sind, werte Damen und Herren, im Schatten des Wellengekräusels der "Corona-Pandemie" ganz bedeutende Grundsätzlichkeiten passiert, die aber kaum zur Aufmerksamkeit kamen, denn Grundsätze sind immer geistigerer Natur als Konkretionen, und damit den Sinnen kaum noch erkennbar weil nur noch ableitbar! - bereits entgegengekommen wird, nämlich der der Sterbehilfe.
Die bereits per Gesetz in Österreich von einem "freiwilligen" Akt zu einem von außen durchführbaren, und damit verhängbaren wurde. Mit der Tatsache, daß die Beihilfe aus der Strafbarkeit herausgenommen wurde, wird nunmehr eine Praxis installiert, die in ihren Randbereichen bereits jetzt und von Anfang an von einer von außen auferlegten Sterbe-Nach-Hilfe immer weniger unterscheidbar wird.
Das läuft zumindest über die Frage, die auch für die Politik von so großer Bedeutung ist: Die nicht über die Sinne, sondern nur über die Abstraktion entscheidbare Frage nach dem "Willen" des Sterbenden. Der nunmehr von einem Außenstehenden interpretiert und definiert wird.
Aber wovon ist das wiederum als gängige Praxis schon seit langem initiiert worden? Von der scheinbar so harmlosen, kaum in der Öffentlichkeit diskutierten sogenannten "Patientenverfügung", in der jeder einem ausgewählten Nächsten das Recht zugestanden wird, den eigenen Willen zu interpretieren.
Man sieht an diesem Fall also sehr gut, wie ein Prinzip nächste Fakten nach sich zieht, die zuerst noch wie völlig andersgeartete, also leicht unterscheidbare Fakten gewirkt haben. Aber sie werden von Prinzipien berührt, und somit zieht ein Faktum das nächste nach sich, das von diesem Prinzip berührt wird.
Dabei übersehen wir hier einmal das nächste Prinzip. Denn man muß davon absehen, daß der Staat erstmals den sogenannten "assistierten Selbstmord" und sogar den Selbstmord überhaupt aus der Strafordnung ausgliedert! In der er sich bis dato befand: Selbstmord ist (oder war) bislang eine Straftat! Der Leser möge sich daraus die Stellung des Einzelnen zu Umgebung, Ort und Volk ableiten.
Somit ist aber prinzipiell die Tötung eines anderen außer Strafe gestellt. Ob diese Tötung - und die ist es nach wie vor! - eine Straftat ist oder nicht wird nun nur noch von (fallweisen) "Interpretation" abhängig gemacht.
Auch diese erst jüngst gefällte höchstrichterliche Entscheidung ist also eine Grundsatzentscheidung, die sich nicht nur selbst gar nicht an "Fällen", sondern an im Recht bereits vorhandenen Grundsätzen orientiert hat.
Aber damit ist klar, daß sich nächste Fallentscheidungen anschließen werden. Die jeweils an die verschwimmenden Grenzen zu Grundfragen des Rechts anschließen in der eine gelebte Tatsache zum Recht werden wird (denn das tut das Leben: Es SETZT zumindest tendenziell Recht). Somit ist auch von dieser Seite das Recht auf Leben, das in jedem Volksempfinden auch eine Pflicht (also beidseitig) ist, außer Kraft gesetzt.
Damit fällt der Mord selbst. Weil seine Definition ins Neblichte absinkt.
Aber gehen wir weiter zurück. Und stellen die Frage: Warum und wie sind wir so weit gekommen? Ganz einfach: Weil dieses Lebensrecht bereits durch die Verhütung und der darin enthaltenen Frage nach "gewolltem und ungewolltem Leben" entschieden wurde: Der Mensch hat das Recht, einen Naturakt zu setzen und dessen Folgen aber dann nach "gewollt" oder "ungewollt" zu beurteilen.
In dieser Grundsatzentscheidung über die Entstehung von Leben, über dessen Ent-Bindung von ihrem natürlichen Entstehungsakt (Geschlechtsverkehr) folgte unausbleiblich die Abtreibung, und so mancher hat damals davor auch gewarnt weil das gesehen. Von diesem mit der Verhütung mitgeschleppten Virus - pardon: Prinzip - war der nächste Schritt klein. Und der war die Einführung der Euthanasie.
Das in der Verhütung enthaltene Prinzip war nämlich tendenziell (er "fiel" also in diese Richtung), über lebenswertes und lebensunwertes Leben zu befinden. Das lag in der Bewertung des Sexualaktes, den man aufteilte, sezierte gewissermaßen, und so seiner ganzheitlichen Natur beraubte, zur Funktion machte.
Verhütung - Zwangsimpfung - Eugenik. Die Linie ist klar. Sie macht explizit, was schon vor hundert Jahren in zahlreichen (!) Staaten dieser Welt gang und gäbe war. Nicht nur in Deutschland, wo es nach dem Krieg dämonisiert werden mußte, um die aus geostrategischen Gründen durchgeführte Vernichtung Deutschlands zu rechtfertigen. Sondern schon Jahre VOR Deutschland in Skandinavien, in den USA und in der Schweiz.
Nicht nur, aber eben dort gab es die Zwangssterilisierung von "Lebensunwerten", von Erbgeschädigten, von Geistesgestörten, von Schwachsinnigen, von Unintelligenten, von ... einfach "abstoßenden" Menschen. Mit der Hauptfrage: Wollten diese Kretins nicht selbst, daß sie ihr dumpfes Leben gar nie bekommen hätten, könnten sie diese Frage überhaupt entscheiden? Das brachte im Interesse der Volksgesundheit per Gesetz hunderttausenden, wenn nicht Millionen Menschen die Zwangssterilisierung. Und es war möglich, weil die Impfung per Zwang bereits Gesetz gewesen war.
Wo aber liegt die Wahrheit in dieser Frage? Sie liegt darin, daß es in der Schöpfung insgesamt nicht um bestimmte Aktualisierungen und Erkenntnis- oder Rationalitäts-Stufen als Kriterium des Menschseins geht, wie aber schon bei Descartes erstmals zum Kriterium des Menschseins überhaupt wurde ("Cogito ergo sum" - ich bin nur, weil und soweit ich "denke"), sondern um das, was Jesus selbst in mehreren überlieferten Geschehnissen mit "Selig die Armen im Geiste" und als gewisse "Stufe des Kindseins" bezeichnet hat. Das gerade auch den geistig nicht "Erwachsenen" nicht nur einschließt, sondern sogar zum bevorzugten Menschen per se macht.
Denn er hat etwas, das wir Rationalitätsmaschinen nicht mehr haben: Er hat die Kluft zwischen Gut und Böse nicht und damit sogar überwunden. Weil er auf der Stufe des Vor-Erbsündlichen Menschseins steht. Daß er insgesamt nicht "gut" oder "böse" werden kann weil nicht entscheidet, macht ihn erstens generell aber "gut", und zweitens gemahnt es an die Ausrichtung des Menschen auf eine Gesellschaft, auf den Nächsten.
Und erinnert an das Wesen der Schöpfung als unfaßbares, gigantisches System der Hierarchie, der HEILIGEN ORDNUNG. In der eines dem anderen zur Nahrung wird - und somit nicht sich selbst gehört, auch nicht der MENSCH, auch nicht diesem sein Leben.
Was durch jeweilige Verhältnisse im Rahmen einer nie vermeidbaren, von uns Erwachsenen aber in gewissem Rahmen (als sittliche Entscheidung) mitbestimmbaren weil WÄHLBAREN Autoritätsbeziehung geschieht. In der wir dann unsere Urteilskriterien VON AUSZEN erhalten. Als Norm, als Gesolltes, als Sein überhaupt.
Es ist immer eine Offenbarung, die uns zeigt, was über uns steht, und wonach wir uns also ausrichten müssen. Wobei die menschliche Kette in Jesus Christus endet (und beginnt).
Aber egal welcher Mensch, immer ist er Abbild Gottes, und aus diesem selbst hervorgegangen: Als Geschöpf, als bejahtes Sein und somit als gewolltes Glied in diesem Spiel eines unendlichen Gottes.
Der sich in einem unfaßbar schönen Theater der Schöpfung an sich selbst erfreut, und uns Menschen - in Jesus Christus - in diese Freude mit hineinholt. Ungeschuldet, aus freiem Willen, und aus reiner Liebe.
Donnerstag, 21. November 2019
Was wirkliche Extremwetter sind
Das Resultat seiner Untersuchungen zahlreicher Chroniken und Berichte ist für manche vermutlich überraschend. Denn wir werden heute zwar täglich und stündlich mit der Behauptung geohrfeigt, daß wir in einer Periode ständiger und immer dramatischerer Extremwetter leben. Aber das fällt wohl eher unter die Kategorie "Glückliches Vergessen" ... das leider zu Verwirrung und fatalen Fehleinschätzungen führt, wenn es einer Haltung entspringt, die nicht mehr in der Lage ist, von der Gegenwart zurückzutreten um erst so, eingebettet in die Erinnerung, beurteilen zu können, was momentan wirklich passiert.
Ein Blick in die Geschichte der letzten tausend Jahre lehrt, daß das, was wir heute und in den letzten hundert Jahren erleben, daß also das, was wir als Schreckgespenst Klimawandel angeblich erleben, nicht einmal annähernd diesen Begriff verdient. Es ist nur belangloses Oszillieren in einem völlig normalen Ereignisrahmen, den nur unsere narzißtische Verstörtheit zum Extrem macht. In der wir hypochondrisch jede Minute zum Thermometer greifen, um mit schreckensweiten Augen zu gucken, wie es jetzt um unsere Temperatur steht. Um dann hysterisch in eine Katastrophe hinein zu extrapolieren. Denn nur eine Katastrophe ist diesem heutigen Narzißten angemessen. Erst ein "einmaliges Geschehen" macht uns zu etwas Besonderem, wie "Götter es eben verdienen", und vor allem das wollen wir doch sein. Also gilt alles, was wir bei immer noch näherer Betrachtung finden, als Indiz für diese Besonderheit.
Statt zu sehen, was wirklich ist, phantasieren wir uns somit in eine Vorstellung von Normalität als stets gleichbleibende Wetterumstände, die pathologischen Charakterdeformationen entspringt, die den Blick auf sich selbst lenken und damit dem Tode zutreiben. Denn was tot ist wandelt sich freilich nicht.
Vielleicht steckt also sogar das hinter dem Klimawandelwahn - der verzweifelte Versuch, einen Wandel zu (er)finden, während alles in jene reglose "Konstanz" versinkt, die unseren inneren Zuständen entspringt. Die uns politische wie moralische Systeme hat schaffen lassen, die in Riesenschritten auf einen Zustand zusteuert, in dem alles was sich bewegt, alles was uns zur Bewegung herausfordert, zur Bedrohung wird. Jede abweichende Meinung, jede abweichende Haltung wird zum Schrecken, weil sie uns aus unserer Acedia reißen könnte. Denn dann wird es mühsam, wenn wir das tun müssen, was wir zu tun hätten, nicht das, das uns in Scheinaktivität Tätigkeit vorgaukelt. (Und wie viel tut der Mensch, um das nicht tun zu müssen, was er zu tun hat! Er powert sich dafür sogar aus.) Also muß alles, sogar das Wetter kalmiert werden, um unsere zusammengekrümmte Haltung im Mutterleib zu beschützen.
Man stelle sich einmal vor, was bei den von Aigner erzählten Extremwettern der Vergangenheit los wäre, würden sie heute passieren! Vermutlich würde die UNO eine Sondersitzung einberufen, und die Grünen Panzereinsatz fordern, um Klimaskeptiker und CO2-Moleküle totzuschießen und alle zu zwingen, Sojaschnittchen zu essen und Elektroautos mit Kobold im Tank zu kaufen.
Jede Normalität ist eine Idee, nicht mehr. Die uns freilich jenen Anker- und Zielpunkt bildet, wohin wir uns ständig zu wandeln haben, ohne ihn je zu erreichen. So ist das Normale zwar das Wichtigste und Erste, aber zugleich das gar nie dinghaft bestehende. Es ist nur eine Haltung des Abstands zu Augenblicksregungen, die uns erst zur Vernünftigkeit befähigt.
Was immer existiert, was immer gar lebt, existiert und lebt nur durch den Wandel und im Wandel. Und was uns das Wetter beschert, liegt wie alles, was uns am meisten bestimmt, nicht in unserer Hand. Der Klimawahn ist also ein ganz klarer Auswuchs eines Kampfes gegen Gott, der aus der Welt hinauskomplementiert werden soll. Was uns aber immer bestimmt, ist das Resultat eines gigantischen, uns unendlich übersteigenden Gesamtgeschehens, dessen Ausgang dem Spiel Gottes anheimliegt, das die Welt für ihn ist. Weil für ihn anderes zählt als unsere momentanen Befindlichkeiten und kurzschlüssigen, reduktiven Gedankenlächerlichkeiten, in denen wir die Welt zu einer Maschine gemacht haben, die unserer Kontrolle unterliegt.
Es ist somit klar, daß der Mensch in einer Welt, in der er Gott nicht mehr sieht, also blind ist, alles unter seine Kontrolle bringen möchte, und sich vormacht, das zu können, weil er sonst vor Angst verzweifeln müßte. Und jeden bekämpft, der eine gewissermaßen ergebnisoffene Welt vertritt weil diesem Bunker, in dem wir sitzen, immer wieder die Türen öffnet.
Unser Leben auf der Welt ist somit eher einem Rodeo-Ritt zu vergleichen, bei dem wir nicht wissen, in welche Richtung der Stier, auf dem wir sitzen als nächstes springen wird. Der uns deshalb sogar immer wieder abwirft, weil wir den Wandel ab und zu nicht mehr bewältigen. Aber solche Abwürfe schauen anders aus als das, was wir in den letzten Jahrzehnten an Wetter erleben. Für das wir eigentlich nur dankbar sein können - und müssen! Weil es uns wirkliche Extreme erspart hat, wie ein ein Blick in die Geschichte zeigt. Oder wollen wir wieder eine "Magdalenenflut" wie im Juli 1342, die geschätzt ein Drittel des gesamten Humus Europas ins Meer gespült hat? Auf die hin die Landwirtschaft weithin von Acker- auf Viehwirtschaft umsteigen mußte, weil es viele Anbauflächen nicht mehr gab und nur Tiere (vor allem Schweine) den Rest nutzen konnten.
Aigner sagt deshalb völlig richtig, daß es absurd ist, sich das Ideal eines "vorindustriellen Klimas" zu wünschen. Denn die Wetterereignisse vor 1850 sind alles andere als "normal verlaufen." Dort sind vielmehr Tragödien passiert, die wir uns lieber nicht wünschen sollten.
Diesen Gedanken kann man sogar weiterführen, wie wir hier immer wieder versucht haben. Weil die Konstanz des Wetters, die wir im großen geschichtlichen Rahmen gesehen für die letzten hundert Jahre konstatieren müssen, ein Hinweis darauf sein könnte, daß die Dichte der Besiedelung der Welt diese immer mehr den menschlichen Kulturleistungen unterwirft, wie es uns bei der Schöpfung aufgetragen war. Die Zunahme der Weltbevölkerung ist also ein Segen, und nicht Ursache für eine Katastrophe, wie uns dauernd vorgemacht wird. Denn jeder Mensch ist in Gottes Hand geschrieben. Jeder. Aber es liegt an ihm, Gott, der ihm das Sein mitteilt weil sein Sein will, zu antworten.
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Sonntag, 30. September 2018
Der Verzicht aufs Sein
Das ist ein Agieren auf rein faktischer Ebene (Hegel), das auf das Sein selbst verzichtet, ja das ihm sittlich unerträglich ist. Nicht, wie Heidegger meint, weil man das Sein vergißt. Sondern weil man nicht mehr sittlich zu handeln vermag, denn darum geht es beim "Seinsverzicht". Der mit Emotion, Gefühl, momentaner Gedankenlandschaft auszukommen meint, um sein zu können. Sich so zu einer Art "Befindlichkeits-Metaphysik" aufschwingt.
Der vom menschlichen Wert insofern unabhängig ist, als sich menschlicher Wert (und damit auch sein Heilswert) NUR über die Hingabe an den wesensbestimmenden Ort ergibt. Wenn überhaupt, dann kann man erst hier über die Gleichheit aller Menschen sprechen. Die über die Verschiedenheit erst wirklich und vor allem Welt wird. Das obige Video aber vernichtet eben diese Unterschiedlichkeit, um nun doch mehr gesagt zu haben als beabsichtigt war.
Was fehlt allen zu Neymar? Etwas anderes als Talent, etwas anderes als die technische Fähigkeit, einen Ball zu streicheln, mit ihm zu spielen. Es fehlt die sittliche Haltung der dauerhaften Hingabe ans Sachliche.
Mittwoch, 1. August 2018
Wir haben alle dieselben Aufgaben
Eine Kultur, die sich daran erkennen läßt, daß sie in zahlreiche Teilgesellschaften aufgegliedert ist, die in einer Ordnung stehen und institutionalisiert sind, also einen Namen, einen Begriff haben, ist in ihrem Stand genau daran zu erkennen, daß sich alle um die Archetypen kümmern. Der Zerfall hat sein sicherstes Erkennungsmerkmal dann, daß die Menschen beginnen, um Inhalte zu ringen und zu streiten, als hinge alles davon ab. Und nicht - von den Orten. Denn diese Orte werden verlassen und sogar geringgeschätzt. Und die Menschen glauben, daß diese Orte von den Inhalten abhängen und von diesen sogar geschaffen werden. Das Gegenteil ist aber der Fall. Und so bleibt den Menschen immer weniger, bis sie völlig leere Hände haben. Weil die Fülle von den Archetypen ausgeht, nicht von den faktischen Konkretionen. Diese sind nur insoweit von Bedeutung, als sie auf Archetypen verweisen.
Das vorrangigste, erste, alles weitere grundlegende Archetyp des Lebens ist das Kreuz. Die Selbstüberschreitung. In ihm sind alle weiteren enthalten. Nur in Bezug auf das Kreuz erhalten Inhalte ihre (relative, und doch ernste, als Aufgabe - was von "gegeben" kommt - zu sehende) Bedeutung. Und zuerst und zuallervorderst ist Kreuz mit dem Ort verbunden, den wir zu erfüllen haben.
Es gibt aber auch ein falsches Kreuzverständnis. Das im Grunde eine Verirrung in die Inhalte ist. Die also nie die Frage nach dem angemessenen, gegebenen, zugewiesenen Ort stellt, sondern die Inhalte als entscheidend nimmt. Wo man also eine unhaltbare Position (weil an einem falschen, in der Regel selbstgewählten, willkürlich, irrtümlich gewählten Ort) über die Inhalte zur Selbstüberschreitung heranziehen will. Hier läge das Kreuz im korrigierenden Wechsel des Ortes.
Freitag, 20. Juli 2018
Historische Melancholien
Immerhin zeigt dieses Lied bereits eine gewonnene Distanz zu sich selbst. Es ist Zeichen von Verarbeitung, wenn man zum Spiel mit einer Sache gelangt, nicht mehr von ihr getrieben wird.
Freitag, 11. Mai 2018
Dennoch - Non timete! Fürchtet Euch nicht! (4)
Donnerstag, 10. Mai 2018
Dennoch - Non timete! Fürchtet Euch nicht! (3)
Wesentlich dabei ist zu wissen, daß Dämonen keine "feste Wohnstätte" haben. Deshalb immer darauf warten müssen, an einen Ort "eingeladen" zu werden und damit konkret - und das geht nur über Sinn, logos, also über Beziehung und Aufgabe, Ausgerichtetheit - werden, also welthaft wirken zu können. Direkt oder indirekt. Sie brauchen ein Seiendes, das sein Wesen auf es hin orientiert. Was immer "isset" (Aktivform des "Ist", das "Ist" ist eben ein Aktivum) isset nur, soweit und solange es seinem Ort entspricht, also seinem Wesen, und das heißt Beziehungen und Beziehungsaufforderungen erfüllt. Also an anderem einerseits handelt, und daraus anderseits (immanent, also nicht primär explizit) sein "isset" (Identität) erhält. Das Wesen der Dinge ist Ort, und darin Beziehung. Erst so wird etwas Raum, also Gestalt.*
In den allermeisten Fällen sind dämonische Einwirkungen deshalb auf Weisen zu bekämpfen, die jedem Priester oder jedem Gläubigen selbst zur Verfügung stehen, und die im Wesentlichen nur "Stärkung des Selbstseins" (als Ausrichtung auf seinen Sinn) bedeuten. Wenn sämtliche Exorzisten darin übereinstimmen, daß die Fälle von Dämonie und satanischen Erscheinungen im letzten Jahrzehnt weltweit deutlich angestiegen sind, ist ihr Einschreiten als Teufelsaustreiber nicht nur letztes Mittel. Die Zunahme dämonischer Manifestationen hat recht klare Ursachen. Die bei den Menschen, in deren Lebensweise, in deren Haltungen liegen, die ein "Auflösen des Selbstseins, ein Öffnen auf andere Herren hin" bedeutet. Und dazu gibt es damit klar benennbare Verhaltensweisen.
*Deshalb sind Dämonen, ist der Teufel immer und überall völlig richtig als "erschreckend häßlich" dargestellt. Man hüte sich also vor dem Kult des Häßlichen, der heute so verbreitet ist. Häßlichkeit von Irdischem/Welthaftem ist immer eine Analogie zum Dämonischen. Und die Menschen haben das überall und seit je gewußt.
Mittwoch, 9. Mai 2018
Dennoch - Non timete! Fürchtet Euch nicht! (2)
Dienstag, 8. Mai 2018
Dennoch - Non timete! Fürchtet Euch nicht! (1)
Sonntag, 15. April 2018
Ach, einfach mal so
Freitag, 13. April 2018
Der italienische Stil (2)
Der Zusammenbruch Italiens unter Mussolini begann, als es ernsthaft versuchte, ein Großreich zusammenzuschustern. Sich also der italienische Stil, in dem die Welt im Spiel aufging, ja sich begründete, angesichts der unzweifelhaften innenpolitischen Erfolge selbst ernst zunehmen begann, also die Distanz zu sich selbst verlor.
Genau da sahen die prinzipiell humorlosen Briten ihre Positionen gefährdet, und reagierten entsprechend. Gleichzeitig brach 1936 Hitler Österreich aus der Nähe zu Mussolinis Italien - mit dessen Duldung - heraus.
Begünstigt durch die immer weiter voranschreitende Annäherung Italiens an Deutschland, das erst jetzt - eigentlich durch seine sich abzeichnende militärische Kraft, während die innenpolitische Zustimmung zum Faschismus in Italien abnahm - beginnt, den Ton anzugeben. Dennoch war Europa noch eher in Sympathie gestimmt, denn die Angst vor dem Kommunismus ging mächtig um. Anfang November 1936 verkündet Mussolini sogar die "Achse Berlin-Rom".
Österreich war damit verloren. Aber auch für Mussolini-Italien brach das Ende an, auch wenn es vorerst noch eine eigene außenpolitische Linie verfolgte. Aber die Humorlosigkeit Hitlers - als absolute Unfähigkeit zum Spiel - riß das verspielte Italien ins Verderben. Mussolini will Macht real machen, und da bricht notwendig seine militärische Potenz zusammen. Ja, in Abessinien (Äthiopien) verstößt er endgültig gegen jede Humanität, die sein ästhetischer Stil erst verhieß. Ab da bricht auch die Zustimmung im Volk ein, und er macht sich die Briten zum Todfeind, denen er den Weg nach Indien absperren will.
Und genau da reißt er auch das erst jetzt kongeniale Hitler-Deutschland in entscheidende Kalamitäten: Die notwendige deutsche Intervention erst in Jugoslawien, dann in Griechenland (was sich noch als besonders folgenreich erweisen sollte) und dann in Nordafrika (Libyen ist ab 1911 italienisch, aber zwischen den Engländern am Suez-Kanal in Ägypten und den anlandenden Amerikanern in Algerien eingekeilt) ist einer der definitiven Sargnägel an Hitlers Bestrebungen. (Denn von Plänen kann man nicht wirklich sprechen.)
Es mag Träume gegeben haben, aber nie Pläne. Das verzögert den Rußlandfeldzug 1941 entscheidend. Nämlich um genau die paar Wochen, die für die Eroberung Moskaus angesichts des einbrechenden Winters und der viel zu dünnen Versorgungsmöglichkeit (die deutschen Armeen hatten nicht einmal Winterkleidung, die der eigentlichen deutschen Taktik der Beweglichkeit hohnsprechende völlig unzureichende Mobilisierung ist ohnehin nicht mehr erwähnenswert) gefehlt haben.
Mussolinis Verwechselung von Spiel und der Realität der Moderne kostet schließlich aber auch Deutschland enorme Kräfte, das Dritte Reich überdehnt sich endgültig. Und sie entscheidet die Invasion in der Normandie, die genau von jenen britischen Armeen getragen wird (die amerikanischen Landeabschnitte sind ja teils furchtbar verblutet), die erst in Dünkirchen entkommen lassen wurden, dann aber - immer unter demselben Befehlshaber, Bernard of Montgomery - in Nordafrika über Rommels vereinte Deutsche und Italiener im Mai 1943 gesiegt hatten.
Aber auch umgekehrt: Man muß Mussolini zugute halten, daß er mit gewisser Vernunft gerechnet hatte. Denn nicht nur Italien war 1939 nicht zu einem nächsten Krieg bereit, sondern auch Deutschland. Das wußten alle Militärfachleute. Auch in Deutschland, weshalb Hitler die Generäle der Wehrmacht absetzte und selbst die Fäden in die Hand nahm.
Aber Hitler stellte Mussolini nach und nach einfach vor vollendete Tatsachen. Die gewaltigen Erfolge der deutschen Armeen in Polen 1939 und in Frankreich 1940 überrumpelten auch den Italiener. So entschließt Mussolini sich zum Angriff auf das britische Ägypten, der fatal verläuft, und sogar für den Angriff auf Griechenland.
Naja, immerhin, er hielt den Pakt, wenn er auch erst hinterherhinkte. Aber er verlor alles. Weil Italiens bereits in Abessinien angeschlagene Militärkraft - im Stahlpakt devot verkauft und in ein gemeinsames Schicksal verhangen - nichts mehr vermochte. Italien war nicht mehr kriegsfähig, und wurde so zum Gehilfen Deutschlands, das schließlich in Stalingrad endgültig verblutete. Es konnte damit der Invasion der Amerikaner in Sizilien 1943 nichts mehr entgegensetzen. Aber es hat damit Deutschlands Armeen, die ständig Feuerwehr spielte, endgültig überlastet.
1943 wird Mussolini in Italien vom König abgesetzt und inhaftiert. Dann von der SS befreit, und "regiert" von deutschen Gnaden noch einige Monate ein Restitalien am Gardasee. 1944 wurde er von Partisanen ermordet.
Dienstag, 9. Februar 2016
Einladung zum Fasching
Die Migrationswelle, die uns seit vorigem Jahr ungebremst überrollt, ist - und es verwundert, daß es niemand sehen will! - hat grundsätzlich etwas von Fasching. Sie hat etwas von Unernsthaftigkeit. Der VdZ behauptet sogar, daß der überwiegende Teil der Millionen Zuwanderer gezielt den Fasching sucht, den dieses Abenteuer für ihn bedeutet. Denn die Ernsthaftigkeit, die diesen Invasionswellen unterschoben wird, existiert nicht. Oder bestenfalls für einige wenige. Die meisten müssen wissen, und wissen auch garantiert, daß sie hier keine Chance haben. Aber sie setzen bewußt ihre in ihrer Heimat geltenden Lebensgesetze der Ernsthaftigkeit außer Kraft, fliehen in den Fasching, und werden noch dazu eingeladen. Denn auch hier gilt Fasching, sogar übers ganze Jahr: Auch hier nimmt kein Staat seine eigenen Gesetze und Notwendigkeiten ernst, ja sogar die Regierungen lachen über Grenzen und internationale Verpflichtungen und stellen alles auf den Kopf.
Daß hiesige Männer längst gelernt haben, nicht mehr wahrhaftig zu deuten, was sie sehen, ist dabei der entscheidende Unterschied. (Und das ist die eigentliche Kastration des Mannes; das Heben der Dinge in wahrhafte Welthaftigkeit wäre seine Aufgabe. Übrigens: die nächste chthonische Zeitbombe, darüber noch zu anderen Zeiten mehr.)
Noch dazu ist Fasching als Kulturerscheinung in der muslimischen Welt unbekannt. (Was über ihn mehr aussagt, als ihm lieb sein kann.**) Erwachsenwerden heißt also auf eine Art auch, den Fasching als "umgekehrte Zeit" zu halten.
Was auf frappierende Weise dem Verhalten gegenwärtiger junger, nachrückender Generationen entspricht. Die entsetzt sind, daß der Dauerfasching, zu dem sie bereits erzogen wurden, nicht auch jenseits des 30. Lebensjahres und bis in die Pension weitergeht. Ja, so manche politische Forderung und manches politische Programm ist nichts anders als das Versprechen, daß dieser Fasching auch weitergeht, und gar nie mehr endet. Und enorm viel Empörung hat ganz genau den selben Grund: Empörung, daß nicht doch noch und nur Fasching gelte.
Aber die wollen wir lieber gar nicht gestellt wissen.
**Der Islam ist als solcher untrennbar mit einer dogmatischen Beschränkung der Wirklichkeitsrezeption verbunden. Deshalb die fanatistische Überbetonung des "Männlichen", als pseudologisch die Wahrnehmung überlagernde Ebene einer ontischen Verfehlung. Erst als er sich dann auch zu einer "Religion" formierte - beginnend im 9., defintiv werdend im 12./(13. Jhd., zementierte er sich logischerweise auf einen Interpretationsstandard ein. So gut wie lale, womit wir es heute beim Islam (namentlich der Sharia) zu tun haben sind deshalb Rezeptionsstand des 13. Jhds., der im späten 19. Jhd. noch einmal erneuert wurde.
Das sieht übrigens auch der Muslime und gewiß großartige Denker Navid Kermani so, was zu entdecken den VdZ ziemlich erfreut hat. Im selben Maß starb seine Poesie. Und DIE ist seine eigentliche Stärke, wenn man nach dem Guten im Islam sucht. Aber dazu muß man in die Zeiten VOR dem 13./19. Jhd. ausweichen. Ab da war der Islam unausbleiblich nur noch Kulturerstickung. Die Sehnsucht vieler Muslime - die der VdZ durchaus ernstnimmt und achtet - nach den "Zeiten von Cordoba" (der VdZ weist wieder und wieder auf die wunderbaren Schriften von T. H. Lawrence, und den großartigen, wenn man genau hört: tiefsinnigen Film "Lawrence of Arabia" hin) hat ihr wahrhaftiges fundamentum in re.