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Dienstag, 31. Juli 2018

Glasperlen gegen Gold (1)

Naja, hieß es dann, daß nun die FPÖ dem Freihandelsabkommen mit Kanada CETA im Parlament zugestimmt habe, widerspreche zwar ihrem vormaligen Programm, aber es sei nun halt einmal ein notwendiger Schritt der Nüchternheit und somit die Zustimmung zum politisch Machbaren. Aber dafür zeige sie ja in der Frage der Migration klare Kante.

Als der VdZ das las bzw. hörte horchte er auf. Denn hier könnte sich etwas Seltsames zeigen. Daß man nämlich mit zwar emotional, medial kräftig aufgerührter Suppe eine ebensolche emotionale Zustimmung der Bevölkerung erreichen kann, daß dies aber wie eine Decke über andere Bereiche hängt, wo das Wesentliche abgemauschelt wird, und unter der man aber nun machen kann was man will.

Sind das alles nicht nur Scheintheater, um bei den schwerwiegenden Entscheidungen freie Hand zu haben, weil die in der Rezeption dann im Lärm des Spektakels untergehen?

Das heißt: Die Frage ist, ob die Prioritäten richtig erkannt werden. Nicht von der Politik, sondern von der Bevölkerung. (Oder weiß die Politik auch nicht mehr, was die wirklichen Prioritäten sind?) Während eine Show-Politik an Sekundärproblemen sich zu großen Posen aufwirft, werden die eigentlichen, viel weitreichenderen Stellschrauben nach wie vor in die falsche Richtung gedreht. Wo die Auswirkungen kaum merklich sind, schleichend passieren. Während die Abgrenzung zu Migranten aus kulturellen Fremdräumen sich ohnehin und absehbar durch Gegenwehr der Bevölkerung nach und nach wie von Geisterhand selbst formiert hat. Vielleicht weil es hier um ontologische Tatsachen geht, die man durchaus im Voraus erkennen kann? Weil man um das Wesen des Menschen, des wirklichen Menschen, seiner Ontologie, seiner Grundmatrix gewissermaßen weiß?

In diesen Zeiten auf eine weitere ungezügelte Ausweitung des Freihandels* zu setzen - der leicht protektionistische Ansatz von Donald Trump hatte also etwas prinzipiell sehr Richtiges - ist von weit größerer Tragweite als die aktuelle Zügelung von Migration. Die bei aller Wichtigkeit, die das Thema gewiß hat, doch schon deutlich zurückgegangen ist. Was Frucht der Politik ist, keine Frage, aber selbst hier ist die Frage, ob das schon alles war.

Das heute größte Scheintheater: Thema Migration

Denn nach wie vor setzt die Politik - gerade der so irgendwie sich als Regierung konstituierten österreichischen Regierung - auf "Integrationskonzepte", obwohl längst klar sein müßte, daß das kein Rezept IST. Trotzdem stöhnt die Masse, medial erstaunlich "offen" dazu informiert (man muß sich doch wirklich fragen, was die Kronen Zeitung zu solch einem Haltungswandel bewogen hat), wenn es heißt, daß nun verschärfte Deutschkurse abgehalten und gefordert werden. 

Aber könnte es sein, daß das die wirkliche Problematik der in Massen Zugewanderten - die bereits im Land sind - gar nicht trifft? Man also auf etwas setzt, das vielleicht gut klingt und so manchen Österreichermund süß füttert, aber in Wirklichkeit nur eine dünne Zuckerkruste über die tieferen Zustände breitet. Haben wir es nicht fast nur noch mit seltsamen Scheinbegriffen zu tun - "Integration" etwa?

Während die tatsächlich abscheulichen Vorfälle rund um Migrantenkriminalität doch schon deshalb keine Probleme sein dürften, weil es für sie einen klaren Maßstab gab und gibt: Die Gesetze! Und die politische Verantwortung jener, die dafür gesorgt haben, daß sie außer kraft gesetzt sind. Wer kann aber dagegen sein, den Rechtsstaat endlich wieder zu restaurieren? Was hindert die Regierungen, das zu bewirken? Worüber diskutieren wir hier?! Noch dazu in Ländern wie Österreich und Deutschland, wo gegen alle Sonntagsaussagen die Gewaltenteilung NICHT existiert, weil die Justiz dem direkten Einfluß der Legislative unterliegt und also gar nicht unabhängig ist?

Oder wie ist es mit der Ankündigung der "Fluchtursachenbekämpfung" als angeblichem Heilmittel? Ist das nicht auch so ein Wort, das Kurz et al. ganz gerne mal in den Mund nimmt? Volker Seitz hat auf der "Achse des Guten" recht treffend glossiert, was für Unsinn hier als politische Maßnahme vorgemacht wird. Als könnten wir das wirklich! Als wäre es so einfach, wie es ideologisierte Gutmenschen ständig vorzureden versuchen, denen gemäß wir noch dazu selber schuld am Elend auf der ganzen Welt sind. So daß wir uns sogar verpflichtet fühlen sollen, diese Schuld durch Hinüberscheffeln von Geld in "Entwicklungsländer" abzutragen.

Selbst afrikanische Politiker sehen das schon als Wurzel des Übels, nicht als Heilmittel. Das einzige, was wir damit nachweislich bewirken ist, daß noch mehr Menschen in die Lage kommen, Schlepper zu bezahlen und nach Europa zu reisen, weil hier die Trauben so tief hängen, wie manche muslimische Extremisten meinen.** Während die Eliten in diesen Ländern ihr wahres Schauspiel ungehindert abziehen. Auch hier also dieselbe Methodik - Scheintheater.

Scheintheater Integration

Wie das auf den Nebelbegriff der "Integration" zutrifft zeigt eine der Recherchearbeiten des Addendum, der Journalistenplattform des Mateschitz-Imperiums. Die eingehend die bereits lange, ja Jahrzehnte hier lebenden Türken untersucht hat. Und zu dem nüchternen Ergebnis kommt, daß zwar diese hunderttausenden Türken sich irgendwie "angepaßt" - "integriert" - haben. Daß aber die kulturellen Unterschiede so immens sind, nach wie vor, ja sogar wachsen, daß sie sich in Wahrheit eben wie Türken in einem fremden Land fühlen. Gut organisiert, noch dazu. Aus Pragmatismus nimmt man auf die hiesigen Gesetze und Lebensweisen Rücksicht, ja, aber es ist wie die "Bückware" im Sozialismus - das eigentliche Leben spielt sich woanders ab. Und dort hat es feste Konturen. Die Konturen einer fremden Kultur, die sich als unvereinbar mit der des un- weil andersgläubigen Gastlandes weiß.

Nichts anderes haben wir hier seit Jahr und Tag dargelegt. Und das ist der Grund, warum der VdZ nach wie vor meint, daß nur ein klares Konzept des Segregationalismus wenigstens sehr langfristig zu einer integralen Lösung führen kann, die konfliktfrei verlaufen kann. Aber so ein Konzept existiert nicht offiziell, davon ist weit und breit nichts zu sehen. Das sucht sich seine eigenen Wege, nämlich die von real vorhandenen Parallelgesellschaften, als die man es bezeichnet. Denen die Politik mit ratlosen Gesichtern gegenübersteht und sich nur von Zeit zu Zeit wundert, warum es zu Erscheinungen kommt (wie bei den Wahltouren des türkischen Präsidenten Erdogan, wo 2.000 (!) Türken in Bussen und PKW von Österreich nach Sarajewo fahren, um ihren (!) Präsidenten zu hören. Denn gut die Hälfte der hier lebenden Türken (und die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen) fühlen sich nach wie vor als Türken. 

Es erhebt sich also die Frage, ob nicht diese ganze "scharfe Kante zur Einwanderungspolitik" in Wahrheit ein riesiges Scheintheater ist. Eine Aufführung, die den bald neun Millionen Österreichern (und den 82 Millionen Teutschen dazu) Sand in die Augen streut.

Medienbetreiber spielen beidhändig Klavier

Die wahre Medienpolitik weiß seit Jahrzehnten, daß man, um wirklich Menschen manipulieren zu können, BEIDE Seiten einer Meinungslandschaft bedienen und vor allem beherrschen muß. Daß man also beide Puppen - Hü und Hott - auf der Bühne in der Hand halten muß, die sich auch blutig bekämpfen müssen. Dann aber hat man die Leut, dann formt man beide Seiten so, wie es einem paßt.

Während die Musik, wie man so schön sagt, "ganz woanders spielt".  Eben in Abkommen wie CETA, von dem man wenigstens hörte, während andere solcher Abkommen - wie das mit DEN südamerikanischen MERCOSUR-Ländern, das uns gigantische Mengen billig produzierter landwirtschaftlicher Produkte (als hätten wir in Europa nicht eben dieselben Produktionsüberschüsse) zuströmen lassen wird, damit wir im Gegenzug Maschinen usw. dorthin liefern können. Und mittlerweile wird sogar schon da und dort wieder über TTIP gemauschelt, man muß nur genau lesen. Und verstehen, wenn es in den Medien wie ein Seufzer der Erleichterung daherkommt, daß Trump nun eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zu diesem nächsten Freihandelsabkommen in Aussicht gestellt hat. 

Als Kompensation für die Strafzölle. Die die europäische Wirtschaft doch kaum betreffen. Denn die meisten Konzerne der betroffenen Branchen produzieren doch längst auch in den USA. Wenn, dann sind hier bestenfalls Mittelbetriebe berührt, und hier hat das Problem eine völlig andere Färbung. Eine Vorbereitung, daß wir eines Tages "noch froh" sein werden, das TTIP nun doch zu kriegen, mehr ist das doch nicht.

Morgen Teil 2) Hier geht es um was. 
Doch das kommt nicht vor.





*220618*

Könnten wir nur Helden sein

Wir können Helden sein, aber nur für einen Tag. Da könntest Du Königin sein, ich König. Nur für einen Tag. Ach, könnten wir nur Helden sein, und sei es nur für einen Tag!

Was drückt den Zerfall der Kultur besser aus als dieser verzweifelte Ruf, noch einen Weg zum Kult zu finden?

Kunst ist viel wahrer, als viele glauben. Gerade die "Kritiker", ja und wie oft die Konservativen, verstehen oft nicht die Bohne, worum es überhaupt geht.

David Bowie
"Heroes"








*1906187*

Montag, 30. Juli 2018

Bemerkungen zu Jordan B. Peterson

Wenn der VdZ schreibt, daß Peterson Pragmatist ist, so ist damit gemeint, daß er von einer persönlichen, also subjektiven Grundlage aus (richtig) erfaßt, daß vieles falsch läuft, auf ein sinnloses und irrationales Leiden an der Welt hinausläuft, und er sieht deshalb von dieser Evidenz aus auch in vielem sehr genau, was da schief läuft. Aber letztlich geht es bei ihm nicht in eine widerspruchslose Gesamterklärung auf, Peterson erspart sich den Schritt, auf den doch alles hinwiese, was er herausfindet. Das begründet wohl auch seinen großen Erfolg im Internet, wo angeblich seine Vorträge bislang 35 Millionen mal angeklickt worden sind. Er erspart sich und damit allen Zusehern den entscheidenden Schritt, der wirklich ein Loslassen, ein "Hinausziehen ins Chaos" bedeuten würde, ins Unbekannte - wo man dann auch die falsche Grundmetaphysik, in der er sich eingenistet hat, loszulassen. Denn sein Evolutionismus, an den er glaubt, hat ja weitreichende Auswirkungen. Aber das schiebt er vor sich her.

Zumal er sieht, daß er für seine Erklärung und Diagnose der Welt und der heutigen Menschen - insbesonders seine Studenten, die jungen Menschen also - gar nichts neu erfinden müßte. Peterson sieht sehr wohl und scheinbar sogar immer klarer, daß auf der Symbolebene im Christentum, namentlich im Katholizismus (denn der Protestantismus kennt ja keine Symbolik), alles bereits erfaßt zu sein scheint. Daß die katholische Grundauffassung der Welt mit dem übereinstimmt, was er als Grundkonstellation im Menschen wiederfindet. Dieses "alte" Schema der Welt erklärt nämlich nicht nur die wesensmäßige Verfaßtheit aller Dinge, es läßt offenbar in Analogie auch den Menschen begreifen. Nimmt man diese Grundverfaßtheiten, wird die Seele (bzw. die Psyche) des Menschen plötzlich transparent.

Aber diese Erkenntnis schiebt er vor sich hin, wie sich aus anderen Interviews mit ihm erkennen läßt. Wo er zwar zugesteht, daß er der Meinung ist, daß der Mensch Religion und Kult braucht, aber eben - aus pragmatischen Gründen. Daß sich dahinter eine Weltverfaßtheit zeigt, die auf einen realen Gott ausgerichtet ist, dämmert ihm zwar, das ahnt er, wie er sagt, aber er ergreift nicht das, was am Ende der Tangenten, die man an das meiste seines Denkens anlegen kann, als Zentrum deutlich wird. Wo sich dann die bloße pragmatische Sichtweise in eine ontologische Gegebenheit überführt.

Und manchmal scheint ihm noch mehr zu dämmern. Wo er etwa in einem Interview sagt, daß er durchaus anerkennt, daß sich diese Symbolik der Psyche mit einer Realität trifft, die mehr ist als Symbol, sondern wo diese Gestalten in sich wahr, also keine psychogene Spiegelung mehr sind. Denn letztlich läuft ja Petersons Symbolik genau darauf hinaus: Sie ist eine psychogene Spiegelung von inneren Verhältnissen der Psyche. Insofern als Metapher wahr, aber nicht in einem absoluten Sinn. Damit schwankt er auch deutlich sichtbar, ob er nicht Religion doch als rein psychisches - pragmatisches - Geschehen betrachten soll. Wo die Symbole nur rationalisierte innere Gegebenheiten sind, die aber keinen absoluten Wert haben. So, wie C. G. Jung es ja auch machte. Und Erich Neumann. Namen, auf die sich Peterson immer ja wieder bezieht.

Damit spürt man bei seinen Aussagen manchmal durchaus eine innere Resonanz, ohne daß diese aber in etwas übergeführt würde. Außer in eine Art "praktische Lebensweisheit", die so ist weil sie so ist, warum auch immer. Es spricht für ihn (oder für Leute wie Camille Paglia, die ähnlich einzuschätzen ist wie Peterson), daß er diesem Drang nachgibt. Aber es wäre notwendig, dies weiterzudenken. Warum er das nicht tut? Der VdZ weiß es natürlich nicht, aber er hat den Verdacht, daß für Peterson die trojanischen Pferde, die er mitschleppt und von denen er nicht lassen will, deshalb mitschleppt, deshalb hätschelt und nicht läßt, weil man nicht übersehen darf, daß etwa der Evolutionismus (der nahtlos in Nihilismus übergeht, weil er ihn enthält) eine Funktion eben dieser "großen Mutter" hat. Er gibt kuschelige Geborgenheit. Wenn man ihm huldigt, darf man viel, auch viel kritisieren. Also bleibt man lieber im Mutterbauch. Aber dann, Mr. Peterson, wird jede "Kritik" nur zum vorsichtigen Herauslugen aus einem Bullauge des feinen Ozeandampfers, der abends zum Tanz lädt und mittags ein feines Buffet bietet, all inclusive. Dem abzusagen ist noch eine ganz andere Kategorie als das, was Sie, geehrter Peterson, derzeit an Shitstorm erleben. Dem ja, nicht vergessen, eine gewaltige Zahl von Zusprechenden gegenübersteht.

Was man anderseits durchaus als naturwissenschaftlichen Ansatz sehen könnte, dem aber eben das fehlt, was allen diesen Ansätzen heute fehlt: Das Begreifen, daß sie sich nicht aus sich selbst erklären können, sondern eine vorläufige Metaphysik nicht einfach nur haben, sondern genau deshalb exaktes Denken der eigenen Prämissen brauchen.

Wieviel er doch damit gewinnen könnte. Aber freilich, dann würde er in einer Situation stehen, in der sich Naturwissenschaft (Psychologie, die er quasi bis an ihre Grenzen treibt, wo sogar Symbol zu einem naturwissenschaftlichen weil bloß empirischen Faktum wird), erstmals wirklich mit Philosophie und vor allem Theologie überschneiden würde, die Grenzen verflössen. Dann würde sein Denken von einer Dimension erhellt und getragen werden, das nicht mehr in den Rahmen einer Vorlesung von Psychologie einschließbar ist, sondern mehr verlangte. Dann könnte er nicht mehr wie ein eleganter Tänzer von Stein zu Stein im Fluß der Wahrheit tanzen, ohne wirklich naß zu werden. Dann würde er naß werden.

Aber das erklärt auch, warum er vor allem bei "Rechten" so beliebt ist. Denn er wird nicht naß, WEIL er sich eines Menschenverstandes, eines nicht weiter rückverfolgten inneren Motivs der Empörung bedient, das ihn mit den "Rechten" eben verbindet. Und mit vielen Liberalen außerdem. Wo alle diese Empörung einen Wahrheitskern hat, weil die Gegenwart in ihrem Wahnsinn eben an die Grenzen der ontologischen Konstellationen der Welt und des Menschen stoßen. Und das schlägt durchaus ins Empfinden, ins Befinden durch. Dem man ja, wie Peterson durchaus richtig sagt, sehr offen begegnen soll, weil der Schritt "sehen zu wollen was ist" eben einer der Grundschritte einer gesunden Psyche ist.

Das zu sehen schmerzt manchmal sogar, und man möchte ihm zurufen: Bück Dich, mehr nach hier, mehr nach da, und Du hast es! Aber dazu müßte er auch einen Schritt tun, der größer ist, als er aussieht: Er müßte vom psychologistischen Erklären in eine wirkliche Denkanstrengung übersteigen. Die als sittlicher Akt viel Anstrengung und Mühe kostet, und die sich nicht in Sophistik (deren sich Peterson viel bedient) auflösen läßt.

Manchmal, wenn er von der Realität überwältigt wird, daß er "als" Peterson vor "seinen" Studenten steht, also in einer (durchaus autoritativen) Position einer Beziehung steht, wenn er sich also als "Vater" begreift (und das muß ein Lehrer auf die eine oder andere Weise), blitzt das durchaus auf. Denn seine Forderungen an diese "seine Kinder" gehen weiter, als er selbst zu gehen bereit ist. 





*220618*

Kinder unserer Zeit

Leute, hier geht es in die dumpfen Tiefen des VdZ. Er kann nicht erklären, warum ihm die Clash mit London Calling seit je so gefielen. Wie ... heute noch gefallen. Einfach so. Einfach so? Weiß der Deibel. Das Gut in einer Kultur ist nicht so einfach positiv erfaßbar. Weit mehr ist "da". Seien wir manchmal einfach vorsichtiger? Ja. Vorsichtiger.

Wer reaktionär sein will - und ist das nicht das eigentliche "Gutmenschentum"? - muß auch das Gut in der faktischen Geschichte sehen können. Und das ist ein mühsames "sehen lernen", weil es uns zu nahe ist. Man sieht nur das Absente, das Ferne.

Ach Leute, es ist vieles nicht so einfach. Das allein zu sehen, hat viel viel Wert. Meint der Verfasser dieser Zeilen, der VdZ. Wollen wir wirklich verleugnen, Kinder jener - unserer - Zeit zu sein, die wir mit vollem Recht so fundamental kritisieren? Retten wir uns, indem wir konzedieren, daß The Clash noch ein richtiges Musical - also eine richtige Form! - schufen? Ja, das sollten wir. Das sollten wir. Das dürfen wir sogar!

Leute, und wenn wir uns noch so sträuben. Wir sind auch als die Kritiker, als die wir uns sehen, Kinder unserer - also genau jener verabscheuten! - Zeit. Und der Punk hatte viel Richtiges, als Reaktion einer (seien wir doch ehrlich!) völlig berechtigt verzweifelten Zeitströmung. The Clash haben das wirklich hervorragend zur Darstellung gebracht.










*190618*

Sonntag, 29. Juli 2018

Aber dennoch: Nicht jede Kritik ist wahr (2)

Teil 2)



Natürlich. Das Gemengelage von Hollywood, Medien und CIA (bis Pentagon) ist kaum noch zu überschauen. Kaum eine Medienanstalt - fast weltweit - die nicht unter dem Einfluß dieser Einrichtung steht. Die selbst den Regierungen gegenüber bereits eine übermächtige Sonderstellung hat, die Staat im Staat geworden ist. "Einen Journalisten zu kaufen, ist billiger als eine Nutte zu bestellen," meint einer der Proponenten in der Dokumentation (Auch Udo Ulfkotte kommt mit gleichlautender Aussage zu Wort. Auch er war ja einmal gekauft.)

Viel gefährlicher sind deshalb Filme, die wie "Familiennachmittage" daherkommen. Hier werden wirklich soziale Gefüge aufgebrochen, neue Lügen implementiert - irreguläre "Beziehungen", die funktionieren (und man zeigt natürlich, wie), Lügen über Liebe und Gefühle, neue Interpretationen von "Größe", die in Wirklichkeit Auflösung von Größe sind, die völlig neue Lebensweisen als "gut" vorgaukeln. Und hier, in einem immer perfideren "social engineering", das unsere ganzen Wertlandschaften manipulieren soll, ist Hollywood weit mehr zu fürchten als im Schauspiel von Helden und USA. Wo ein Liberalismus sich wie eine Seuche verbreitet, der in Wahrheit das Selbstsein auflöst, die Menschen wehrlos gegen Manipulation macht, und ihre (autonomistischen) Lebensentwürfe scheitern läßt.

Deshalb ist die Sequenz über das social engineering, das nach dem Zweiten Weltkrieg unter konzentrierter Zusammenarbeit von Universitäten und CIA über Amerika und die Welt ergossen wurde, auch der interessanteste Teil dieser Dokumentation, er findet sich in Teil 2 ab ca. Min. 15'. Hier wird es für die Gegenwart am meisten relevant. Und hier zeigt sich die wahre Brutalität dieses Vorgehens am deutlichsten. Wenn etwa Roy Orbison - pars pro toto - mit Drogen gefügig gemacht wird. Hollywood und CIA wurden die Schaltstelle für die Veränderung einer ganzen Kultur!  Und sie wirkten über Auflösung des Hergebrachten, über Lösen von Verwurzelungen, über die Zerstörung natürlicher, sozialer Strukturen, die den Menschen in einem homogenen Wert- und Lebensgefüge erst Halt geben.  

Offizielle Rechtfertigung war, die USA ständig "im Krieg" zu halten. So ging es bei jeder Maßnahme "ums Ganze", das alle Mittel rechtfertigte.  Die Air Force unterhielt sogar eigene Studios, in denen in den 1940er und 1950er über 20.000 Filme hergestellt wurden. Viele Stars, viele Proponenten des Hollywood-Films unterschrieben dazu Geheimhalteabkommen. 

Und immer wieder Drogen. Mit denen der CIA bis weit in die 1960er Jahre umfassende Programme laufen ließ, wo in realen Menschenversuchen Methoden getestet wurden, das menschliche Gehirn und Verhalten zu beeinflussen. (Wußte der Leser, daß ein Gehirn unter Drogeneinfluß fast deckungsgleiche Verformungen zeigt wie ein Gehirn bei regelmäßigem Pornokonsum? Das zeigt bereits nächste Zusammenhänge.)

Dabei nahm man sogar Anleihen bei Schamanen in Südamerika, die man eingehend studierte. Die Umformung der Protestbewegung der 1960er in Sex & Drugs & Rock'nRoll war weitgehend eine CIA gesteuerte Aktion. Man brauchte Massenwirkung, um effizienter eine ganze Kultur auszuhebeln und umzugestalten. Und Drogen eigneten sich dazu hervorragend. Mit ihnen konnten ganze Bevölkerungsgruppen (Jugend, Schwarze) ausgeschaltet werden.

Mittlerweile wendet der CIA die Erkenntnisse aus diesen Erfahrungen im Internet an, um den Diskurs zu steuern. Und wie früher bedient man sich dazu der Infiltration. Man schleust also Personen ein, die die Reputation von wirklich gefährlichen Menschen zerstören. Und man erschafft einen neuen Kalten Krieg, mit den alten Bekannten - dem Erzfeind Rußland. Und dazu aktiviert man die stärkste Schiene, den Krieg, auch in Hollywood.

Zwei Leitlinien sind für psychologische Beeinflussung am bewährtesten: Unsicherheit und Sex. Spaß und Sünde ist dessen Gleitmittel. Und man greift immer direkter zur Einbeziehung von Minderjährigen und Teens, die man am leichtesten in Richtung eines neuen Wertecodex beeinflussen kann, der an den Grundfesten jedes sozialen Gefüges rüttelt und einer Kultur die Zukunft raubt. Sie somit zum wurzellosen Momentgebilde macht, das haltlos geworden jeder Manipulation offen steht.

Selbst die Grenzen zur Pädophilie werden immer fließender. Und werden zur Falle.  Es gibt Stimmen die meinen, daß fast ganz Hollywood über Pädophilie bereits erpreßbar wurde. Es gibt Stimmen, die meinen, daß die Politik schwerstens dadurch korrumpierbar wurde. Erpreßbar von nachweislich bestens organisierten Kreisen. Was hier in letzter Zeit an die Oberfläche kam, waren keine Einzelfälle einzelner Pädophiler. Sie weisen alle auf systematische Vorgangsweisen.

Hollywood hat die Macht, unsere gesamte Vorstellungs- und Gedankenwelt mit zu bestimmen. Die Macht von Filmen kann sogar Religion ersetzen, kann über Musik und magische Bilder religiöse Vorstellungen implementieren, nach denen dann die Menschen auch handeln. Vor allem die Jugend. Es ist deshalb nur zu verständlich, daß die Politik daran größtes Interesse hat, an dieser Macht mitzunaschen. Und dafür auch bereit ist, einen hohen Preis zu bezahlen. Aber wir sollten nicht vergessen, so der unten angefügte Film in seinem Schlußstatement, daß hinter all dem mächtige Interessensgruppen stehen. Wir brauchen Orwells 1984 'Vision einer Totalüberwachung' nicht. Solange die Menschen bereit sind, sich ihre Direktiven "freiwillig" abzuholen.






*Wie subtil heutige Beeinflussungspsychologie bereits ist, hat ein Vorfall im letzten Parlamentswahlkampf in Österreich gezeigt. Wo die SPÖ einen "Medienspezialisten" (aus Israel) angeheuert hatte, der den Konkurrenten der SPÖ, Sebastian Kurz, nicht einfach angriff. Viel zu einfach. Er gründete PRO-Kurz-Plattformen! Über die ganz subtil Dinge eingeschleust wurden, die Kurz ein anderes Profil (etwa eine Nähe zu Rechtsradikalen) verpassen sollten. Das ihn dann leichter angreifbar und zumindest für Wähler weniger berechenbar machen würde. Ohne einen Singvogel aus der SPÖ-Wahlkampfzentrale wäre das nicht bekannt geworden. Noch einmal: Man wählt immer "positive", also erkennbare, identifizierbare Konturen. Entscheidungen brauchen immer ein Sein, dem man dann zustimmt - oder nicht. (Diese Herrschaften wissen also längst, daß der Rationalismus nicht funktioniert, weil der Mensch anders ist.) Herr über öffentliche Meinung ist also, wer Konturen zu schaffen (oder zu verändern) vermag.




*190618*

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (6)

Teil 6)




Dann folgen noch eine Reihe von "nebensächlicheren" Kritikpunkten. Wie die, an Wochentagen in der Fastenzeit Messen zu zelebrieren.

Bedarf von Zwillingen, sich zu unterscheiden

Bemerkenswert ist, daß man so eine Liste des Ausschließenswerten gegen Muslime oder Juden nicht kennt. Es zeigt, daß der Konflikt Orthodoxie - römischer Katholizismus ein innerfamiliärer, umso vehementer geführter Kampf ist. Es beweist, daß man schwer damit zu tun hat, sich getrennt zu sehen. Umso mehr versucht man, die Eigenberechtigung zu beweisen. Zu schwer wiegen die Gemeinsamkeiten. Wie bei Zwillingen, die alles tun, um sich zu unterscheiden und bald nur noch wirken, als würden sie sich nur mit Unterscheidungen befassen.



Kein Orthodoxer würde noch eine römisch-katholische Liturgie besuchen

Den Abschluß der Ausführungen bildet eine bittere Kritik an den Traditionsbrüchen im Katholizismus. Sowohl in der Musik wie auch in der Architektur. Viel Geld wird heute für Abscheulichkeiten ausgegeben. Damit steht in Zusammenhang, daß seit den 1960er Jahren die Zahl der Mönche in der römischen-katholischen Kirche um 95 Prozent zurückgegangen ist. Weltweit gesehen, folgt vielleicht noch EIN EINZIGES Benediktinerkloster den eigentlichen Regeln des Heiligen Benedikt (auch ein orthodoxer Heiliger).  Das zeigt, wie schwierig es in Wahrheit in der Katholischen Kirche (Roms) ist, katholisch zu bleiben. Und das zeigt vor allem, wie groß wirklich die Gräben sind, die Orthodoxie und römischen Katholizismus trennen. Er ist längst spiritueller Natur.

Aber mit rein dogmatischen Einigungen wäre es nicht mehr getan. Die römische Kirche ist bereits glaubenslos.

Was würde also passieren, wenn die römische Kirche das "filioque" aufgäbe. Was würde passieren, wenn die römische Kirche alle Konzile, die sie seit dem Nizäischen Konzil als "ökumenisch" bezeichnet, obwohl die Orthodoxie nie anwesend war, aufgäbe. Wenn die Römer also alles aufgäben, was sie von der Orthodoxie erst so richtig getrennt hat. Wenn sich also die römische Kirche aufs erste Jahrtausend besinnen würde, um mit der Orthodoxie überein zu kommen. Es wäre ein reines Wunder. Es wäre phantastisch. ABER ... was kommt am nächsten Morgen?

Könnte dennoch auch nur irgendjemand aus der Orthodoxie am nächsten Morgen in eine katholische Kirche gehen? Nein, ganz eindeutig: Nein. Ein Orthodoxer in einer römisch-katholischen Messe würde nicht wissen, wo er sich befindet. Er würde sich nicht in einem gemeinsamen Glauben finden! Kein Orthodoxer würde sich im Römischen wiederfinden. Dazu müßte sich die römische Kirche komplett reformieren, sich auf ihren Glauben und ihre Tradition völlig neu besinnen. 

Eine Einigung von Orthodoxie und römischem Katholizismus kann nur eine totale Überraschung sein. Nur ein Wunder. Denn die römisch-katholische Kirche hat sich so weit von der Tradition und dem depositum fidei des Katholizismus entfernt, daß eine Wiedervereinigung der beiden Kirchen nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen scheint.







* Eine gewisse Annäherung gab es freilich in den letzten Jahrzehnten, Rom und Moskau haben wechselseitig eine Reihe von Heiligen jeweils in ihr Martyrologium aufgenommen, eigentlich ein sehr bedeutender Schritt - denn sie bestätigen damit einander, daß man in der jeweiligen Glaubenszugehörigkeit, eigentlich in der jeweiligen Liturgie heilig werden kann!

**Das hat den VdZ bei Besuchen in Orthodoxen Liturgien mit am meisten überrascht: Jedesmal (!) lange Schlangen von Pönitenten, so gut wie alle gingen jedesmal beichten, wenn sie zum Empfang der Kommunion wollten. Und oft wurden die (meist: Mehrzahl) Priester bis zur Kommunion - trotz der zeitlich so langen Liturgie - gar nicht fertig.





*170618*

Samstag, 28. Juli 2018

Aber dennoch: Nicht jede Kritik ist wahr (1)

Der medial aufgeklärte Mensch der Gegenwart weiß schon lange darum. Nützen tut es wenig. Hollywood ist seit dem Ersten Weltkrieg direkt in amerikanische Politik und Propaganda eingebunden, ja ist ein direktes Instrument für Washington. Man muß davon ausgehen, daß nicht ein Film die Studios verläßt, der nicht in Hinblick auf Propagandatauglichkeit für US-Zwecke redigiert wurde. Wer nicht mitspielt, wer glaubt, er müsse "Wahrheit ohne CIA" verbreiten, bereut es bitter. Oder verschwindet überhaupt. Kein geringerer als Ben Affleck meinte jüngst, daß Hollywood "voll von CIA-Agenten" sei. Sie sagen, was geht, und was nicht geht.

Diese Beeinflussung passiert natürlich nicht einfach plump. Die Propaganda-Techniken sind längst extrem ausgefeilt und übersteigen mit Gewißheit den Denk- und Wissenshorizont des überwiegenden Teils der nicht beteiligten Menschen. Die Merkmale sind nur lächerliche Oberflächlichkeiten, bei denen man sich fragen kann, ob nicht gewollt ist, daß der Konsument es auch "merkt". Dann meint er, er sei distanziert, er sei immun - und schluckt den ganzen aber wesentlicheren Rest. Oberflächlichkeiten wie: Da stirbt kein US-Soldat, der nicht zuvor dreißig bis vierzig dunkelhäutige Terroristen oder sonstige Böse niedergekämpft, oder eine Kompanie deutscher Nazis ausgelöscht hat. Aber hat sich der Leser nicht schon gedacht, warum in den Filmen der letzten Jahre doch so viel "Kritik" durchzukommen scheint? Glaubt er wirklich, daß sich hier die geistige Freiheit Bahn bricht?

Das sind keine Gerüchte, das sind keine Verschwörungstheorien, das sind handfest bezeugte und belegte Geschehnisse. So nebenbei offenbart der Film auch die tiefe Verstrickung des CIA in Drogengeschäfte, mit denen dann "Rebellenarmeen" irgendwo auf der Welt finanziert werden. Die natürlich allesamt Vertreter des Guten sind. Denn wo der CIA hinlangt, um eine Regierung zu stürzen, geht es natürlich nur um das Durchsetzen des Guten auf der Welt. Kein Amerikaner, der mit der Waffe meint seinem Land dienen zu sollen, soll glauben, daß er für etwas anderes als höchste Werte sein Leben riskiert. Eine erstaunliche Parallele, übrigens, denn auch terrorbeflissene Djihadisten lassen ihr Leben mit dem Versprechen, daraufhin in den Himmel zu kommen. Das ist aber nichts anderes als das Wesen des Heldentums, ohne das kein Krieg zu führen ist.

Diese Dokumentation ist zwei Teile (á 30 min.) lang, wir bringen sie auf einmal. Man staunt eigentlich nur, daß die hier vorgetragenen Argumente und Belege mittlerweile zum Alltagswissen gehören. Das macht schon fast wieder ... stutzig. Denn zu glauben, daß auch nur irgendeine Information die Weiten des Internet durchströmt, die NICHT den Interessen der Oligarchie dient, weil etwas anderes gar nicht durchkäme, ist schon wieder fast sträflich naiv. Noch dazu für Information, die vor zwanzig, dreißig Jahren noch als Verschwörungstheorie gebrandmarkt worden war, während sie heute "Stand des Wissens" ist, das nicht einmal jemand bestreitet.

Zumal wir davon ausgehen können, daß es keine Meldung in den großen Medienanstalten gibt, die nicht auf US-Interessen hin ausgerichtet ist, die wiederum die Interessen einiger Weniger sind. Die Medien sind im Grunde eine einzige Veranstaltung von "fake-news" geworden.

Und auch bei dieser Dokumentation darf man den spitzen Bleistift nicht aus der Hand geben. Denn hier werden Beispiele für angebliche Investigationserfolge - vorgebliche "soziale Anliegen" wie "Schwarzendiskriminierung", oder "Gleichberechtigung" oder "Homosexuellenrechte" etc. etc. - präsentiert, die selbst wieder eine Veranstaltung des social engineering, also der Oligarchie sind. Wie sagte schon Goebbels? Die Propaganda ist dort am mächtigsten, wo die Menschen glauben, daß sie aus Freiheit so denken. Wie geht das leichter als über die Aufregung, "Skandale aufzudecken" - und dabei ganz andere Köder zu schlucken?*

Man nehme doch den vermeintlichen Aufdeckerfilm "Der Krieg des Charlie Wilson".  Dabei wollen wir außer Acht lassen, daß dieser Abgeordnete, den Tom Hanks ziemlich sympathisch zeichnet, in Wirklichkeit ein Idiot war, wie Oliver Stone es ausdrückt. Wo die Hilfe für die Mudjahedin durch den US-Kongress (die Wilson eingefädelt hat) als Gegenwehr gegen die sowjetische Invasion dargestellt wird. Die dann halt (die Schlußsequenzen deuten das sogar an) daneben gegangen sind, weil man sich mit einer gewonnenen Halbzeit zufrieden gab, ohne das Spiel zu Ende zu spielen.

Die Wahrheit ist ganz anders. Man weiß heute, daß Jimmy Carter bereits 1979 ein Geheimdokument unterzeichnete, in dem die Destabilisierung Afghanistans durch Aufbau einer Mudjahedin-Miliz beschlossen wurde. Ja, die Sowjets marschierten 1980 sogar deswegen ein, weil Afghanistan (das noch wenige Jahre zuvor ein blühendes Land gewesen war) durch die amerikanischen Aktivitäten im Chaos versank. Propaganda funktioniert überhaupt nur dann, wenn Häppchen von Wahrheit in einem Horizont von Lügen neu arrangiert werden.

Oder man nehme "American Sniper". Der in bewegenden Bildern und ungemein gut gemacht demonstriert, wie sich die Propagandatechnik entwickelt und perfektioniert hat. Wo über die real beliebte, überaus sympathisch dargestellte, legendäre US-Identifikationsfigur des Helden Chris Kyle, der nur Beschützer sein möchte (und deshalb hunderte "Terroristen" mit seinem Präzisionsgewehr erschießt), die Wahrheit über die Vorgänge in Falludscha (Irak) völlig verdreht. Wo man in Wahrheit der Bevölkerung z. B. Strom und Wasser abgedreht hatte, so daß eine Gegenwehr der Einheimischen notwendig erfolgt ist.

Oliver Stone, der selbst Soldat in Vietnam war, meint (vor allem unter Bezug auf "Black Hawk Down") daß die Wirklichkeit um den Soldaten im Krieg aber völlig anders ist. Vor allem Angst beherrscht ihn, und das macht ihn so gar nicht zu dem Helden, als der er im Film dargestellt wird. 
Und hier zeigt sich eines der Dilemma der "Kritik". Sie verfehlt das Wesen der Dinge. Kunst ist per se Heldendarstellung. 
So daß man hier bereits die Schwierigkeit einer Kritik dieser Art erkennen kann. Denn Stone ist ein Anhänger eines depravierten "Realismus" - aber ist das die Wirklichkeit? Geht es darum im Film? Geht es darum in der Kunst? Geht es nicht vielmehr in der Kunst tatsächlich um eine "ideale" Darstellung, weil Kunst und damit auch Film eine Entrollung von Archetypischem ist, das in Wahrheit allem Faktischen zugrundeliegt. Das im Faktischen immer verborgen ist, gereinigt werden muß, weil es sonst gar nicht erkennbar wird? Kunst MUSZ Helden darstellen! Und sie muß das Heldische herausschälen, denn nur so wird sie zur Kunst. 
Es ist also auch ein Ungeist in dieser Art von Kritik, und den - endlich! - herauszuschälen wäre längst Aufgabe wirklich sinnvoller Kritik an der Gegenwart. Bei weitem (!) nicht alle, die "aufdecken" oder "kritisieren" tun dies auf eine richtige, schon gar nicht wahre Weise. Nicht alles, was als Kritik an den USA und am Westen auftritt, ist deshalb auch wahr und damit sinnvoll.

Medien sind so geworden? Sie sind so seit hundert Jahren, wenn nicht seit je, zumindest seit der Erfindung des Buchdrucks, dem bereits eine Veränderung der Sichtweise des Menschen und eine Trennung von Inhalt und Form (also Nominalismus/Rationalismus) vorausgeht. Und warum gerade Hollywood so wurde, haben wir vor einiger Zeit bereits ausgeführt: Weil es an sich eine Veranstaltung einer Minderheitsgesellschaft von Außenseitern war, die nur ein Ziel kannte: In der US-Gesellschaft eine wichtige Rolle zu spielen, ja die USA zu dominieren. Die also von Anfang an eine enge Kooperation mit der US-Regierung in den Genen hatte.

Wie sagte einmal jemand? Die Meinungs- und Pressefreiheit ist die Freiheit einiger Mächtiger, ihre Meinung und ihre Interessen durchzusetzen.

Hier nun der erste Teil der Dokumentation.



Morgen Teil 2)






*190618*

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (5)

Teil 5)



Unterschiede in den diskriminierenden Listen der Orthodoxie, wo man den Römern vorwarf, "unreines" Fleisch zu essen (also mit Blut, ersticktes also, was sich nur beim "Schächten", beim "Halal-Schlachten" vermeiden ließe), sind hingegen obsolet. Sie liegen bestenfalls im unterschiedlichen Klima zwischen Mittelmeer und Europa begründet. Wo das ganz andere Auswirkungen hat. In heißeren Klimazonen stockt Blut sehr rasch. Auch ißt man in Europa Tiere, die man im Osten nicht ißt, auch aus Klimagründen. Weil sich das Fleisch nicht hält.

Im Fleischverbot ist eine weitere, gewaltvolle Geißelung des Fleisches nicht notwendig

Auch das unbedingte Fleischverbot für Mönche ist nur relativ zu sehen. Dafür gibt es im römisch-katholischen Mönchen andere Praktiken, wobei man drüber diskutieren kann, ob sich der Flagello (Peitsche) zu unterziehen, um das Fleisch zu bändigen, nicht weniger klug ist als durch Mäßigung und Verzicht gleich Nahrung, die das Fleisch stärkt - also: Fleisch - zu vermeiden. Da ist sicher ein Widerspruch.

Dann warf man den römischen Klerikern vor, als Soldaten oder Ritter in Schlachten zu dienen. Eine Militarisierung, die als Reaktion auf die militärischen Bedrohungen aus dem Orient (Muslime) zu werten ist, keine Frage In den Kreuzzügen gab es ja sogar Ordensgemeinschaften, die als Programm das Schwert ergriffen. Das widerspricht völlig der orthodoxen Mentalität und Stellung von Priestern Krieg und Kampf gegenüber. Klar, auch dort hat man Priester im Militär, aber sie sind dort nur Kapläne, Geistliche, die niemals töten würden. 

Dann wurde kritisiert, daß römische Priester mehr als eine Liturgie pro Tag feierten (was im übrigen im römischen Katholizismus nur an wenigen Tagen erlaubt ist, darunter Allerseelen, Ostern (weil es nicht vermeidbar ist), und Weihnachten. Neben pastoralen Notlagen. Aber das hat damit zu tun, daß die Liturgie "pastoral" wurde, und sich vom eigentlichen liturgischen Kairos entfernt hat. In der Orthodoxie gibt es eben Vesper etc. Und daran ist die Liturgie gebunden. Nicht an die Pastoral. 

Übrigens: So spät dieses Argument der Pastoral im Vortrag kommt, es ist in den Augen des VdZ weit weit bedeutender. Ja, es ist einer der Hauptgründe für viele Fehlentwicklungen in der römisch-katholischen Kirche. Es ist in seinen Augen sogar der Hauptgrund, warum sich die Kirche über tausend Jahre fast zwangsläufig auf den Totalkollaps zubewegte, den das 2. Vatikanum in seinen Folgen nur noch zur Darstellung brachte, das aber längst alles - auch die tridentinische Liturgie - als Fäulnis durchsetzt hatte.

Ein Priester darf keinen "sex appeal" haben

Dazu paßt dann die Kritik der "schön rasierten Priester", was als Widerspruch zum Verbot gesehen wurde, daß ein Priester keinen "sex appeal" haben dürfe. Ein uraltes Gebot für Priester, das schon Moses sehr sehr scharf vorgab. 

Man kritisierte außerdem die Begräbnisgewohnheiten, wo plötzlich die Menschen nicht mehr mit überkreuzten Armen begraben wurden. Und kritisierte, daß man in Rom Laien zum Altar hinzutreten ließ. Das widerspricht jeder Tradition und der Wirklichkeit des Heiligen, des Tremendum. Man kritisierte auch das Sitzen im Gottesdienst, das sich im 16. Jahrhundert überall etablierte. Und zwar vor allem, weil die Bedeutung von Sitzen UMGEKEHRT wurde. Tatsache ist dabei, daß Stühle in unseren Volkskulturen immer nur den Oberen vorbehalten blieben. Ja, einen Sitz zu haben war Merkmal der Führung. Noch im Mittelalter saß NIEMAND, einen Stuhl gab es nur für den Herren.  

Sitzen ist ein Merkmal von Autorität!

Wer steht zeigt, daß er sich der Autorität unterwirft. Diese Änderung ist auf die Protestanten zurückzuführen - der VdZ hat schon mehrmals gesagt, daß die liturgischen Neuerungen des Tridentinums eine kaum faßliche Reaktion auf den Protestantismus war, der SEITHER noch deutlicher Einzug in der Katholizität hielt. Er hält schon deshalb die tridentinische Messe als Formalregelung, wie es so viele heute meinen, keineswegs (mehr) für das Heilmittel des Katholizismus! Da ist viel mehr notwendig. Die "alte, tridentinische Messe Paul V." ist vielmehr eine direkte Wegbereitung für die katastrophalen Zerstörungen des 2. Vatikanums und seinen Folgen. Das macht auch "Petrusbruderschaften" oder "Piusbruderschaften" und wie sie auch heißen mögen zu Totgeburten.


Morgen Teil 6)





*170618*

Freitag, 27. Juli 2018

Zwischendurch wieder ein Klassiker

Gerhard Bronner
Der g'schupfte Ferdl







*020618*

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (4)

Teil 4)



Ein nächster Punkt ist die "unbefleckte Empfängnis", wie sie die katholische Kirche 1854 als Dogma verkündet hat. Demgemäß wurde Maria auf eine von uns verschiedene Weise empfangen. Frei von Erbsünde. Das wäre aber kein Grund für "Heiligkeit". Denn damit hätte Maria niemals mit den Versuchungen der Erbsünde zu kämpfen gehabt. Wenn Maria die Taufe, wenn Maria die Versuchungen des "normalen gefallenen Menschen" nicht zu überwinden hatte, wäre ihre Heiligkeit doch nicht so groß wie sie tatsächlich ist!? Dieses Dogma macht sie also kleiner! Erst das machte sie aber zu dem großen Vorbild für alle Menschen!

Änderungen an allen Sakramenten

Weiters führt Fr. Trenham Änderungen in den Sakramenten an, die die römisch-katholische Kirche durchgeführt hat. Die fast alle seit dem großen Schisma eingeführt wurden. Man nehme etwa das Kreuzzeichen. (Das aber kein Sakrament ist, sondern eine "Sakramentalie", Anm.). Es ist so alt wie die Kirche, und eines der ersten überlieferten Zeugnisse, überliefert bereits aus dem 2. Jahrhundert. Schon der Heilige Antonius bezeichnet es im Jahre 250 als mächtigste Waffe gegen das Böse. Nach Papst Innozenz III. aber wurde das Kreuz verändert - von links nach rechts, wie es die römischen Katholiken bis heute tun. Aber es war immer von rechts nach links! Das hat die Orthodoxie nie akzeptiert. Nicht, weil es nicht ein Kreuz wäre. Sondern weil es ein willkürliches Ändern einer Tradition war, dessen Wirkmächtigkeit ja oft und oft überliefert wurde. Warum ändert man das also, ohne sich darum zu kümmern, was der Osten macht?

Nächster Punkt - die Taufe. Sie wurde von Rom sowohl der Form wie in den Formularien (Prozedere) geändert. Die von Anfang an überlieferte Form ist das Eintauchen ins Wasser. Ganz. Dreimal. Im Namen des Vaters. Des Sohnes. Des Heiligen Geistes. Es begann im 10. Jahrhundert, als die römischen Katholiken nur noch einmal eingetaucht wurden. (Wir bemerken: Form und Inhalt wurden allmählich mehr und mehr auseinandergerissen. Die Dinge verloren, was sie sind - und das ist genau der Nominalismus, der später alles zersetzen sollte.)

Im Mittelalter verlor sich sogar diese Praxis, und entwickelte sich zur heutigen, völlig neuen römisch-katholischen Praxis: Man übergießt nur noch den Kopf des Säuglings. Das Sakrament wurde zum "Symbol". Man beachte dabei aber vor allem: Die Bewegung! Von - zu! Was geht von - zu? (Übrigens: Das Konzept des "logos", der ein "auf - hin" ist.) Das kommt einer Perversion, einer Umkehrung dessen gleich, was Taufe überhaupt IST.

Wer aber "tauft" überhaupt?

Dazu kam die Formel, das gesprochene Wort. Von "Der Täufling WIRD getauft" (passivum) zu "ICH TAUFE DICH" (aktivum!) (Erkennt der Leser die Zusammenhänge mit dem "Filioque"?) Damit wird genau das Falsche ausgedrückt. Der Priester IST der Gnadenspender, und nicht der Mittler der Gnade des Heiligen Geistes, der DURCH/ÜBER IHN wirkt. Johannes Chrysostomus hat diese Praxis seit dem 4. Jahrhundert bekämpft.

Gibt es drei Sorten von Christen? Vom Auseinanderreißen der Sakramente.

Das nächste, was schrecklich verändert wurde, war die Salbung mit Chrisamöl. Während die ersten Jahrhunderte die Praxis der Aufeinanderfolge von Taufe - Salbung (Firmung) - Eucharistie gleich war, brach die römische Kirche diese "Trilogie" auf. Seither wird die Firmung von der Taufe getrennt, man wird ohne Chrisamöl getauft. Eine neue Art von Christ wurde damit erfunden. Plötzlich gibt es drei Arten von Christen - die Orthodoxen kennen aber nur einen! Den Getauften, den Gefirmten, den Kommunionempfänger. Die Römer haben damit Kindheit von 6 - 7 Jahre alten Kindern getrennt. Nun gibt es getaufte, aber nicht kommuniable Christen. Und dann gibt es getaufte und kommunizierende, aber nicht gefirmte Christen. Das ist eine völlige Neuheit gewesen! Die es so nie gegeben hat. 

Das ließe eigentlich zu einer seltsamen Idee von "Exkommunikation" verleiten - da sind also Menschen exkommuniziert, nur weil sie ... kleine Kinder sind?

Dann kam die Neuerung, daß die Eucharistie, die nur in einer Form gegeben wurde, auf "ungesäuertes Brot" geändert wurde. Statt daß ein Laib verwendet wurde, der die Gesamtheit der Kirche symbolisiert hatte, wurden einzelne Hostien geprägt. Sie haben damit kein Brot "zu brechen". Das hat nur noch der Priester. Aber die normalen Gläubigen bekommen ungebrochenes Brot. Damit verbindet sich aber das Symbol "vereinzelter weil einzelstehender Teile". Das Symbol, der Gemeinschaft des "einen Laib zugehörend", verliert sich damit, wird im "einen Kelch" nicht mehr erfaßt.

Auflösung der Fastenordnung

Nächster Punkt: Das Fasten am Samstag, aber überhaupt die Fastengebote. Die Tradition kennt ein Fasten von Mittwoch und Freitag, und zwar wirkliches Fasten. Aber nicht am Samstag, nicht am Sonntag. Die heutigen Katholiken müssen schon froh sein, wenn man am Freitag kein Fleisch ißt. Die immer strengen Fastenregeln sind quasi aufgehoben, selbst in der Fastenzeit. Die Bedeutung des Fastens für die Volksfrömmigkeit ist dabei kaum zu überschätzen! (Das Fastengebot der Orthodoxie ist nach wie vor sehr sehr streng, und wird auch befolgt.)

Vom Zölibatären ist mehr verlangt, als von den Aposteln

Ein sehr wichtiger Punkt ist das klerikale Zölibat, eine wichtige Angelegenheit, weil sie das Verhältnis des Priesters zur Sexualität betrifft. Hierin unterscheiden sich Westen und Osten deutlich. Von Anfang an haben die westlichen Vertreter auf Konzilien versucht ein Gesetz durchzubringen, daß jeder, der zum Priester geweiht wurde, sich zukünftig - auch wenn er vor der Weihe verheiratet gewesen war - von sexuellen Beziehungen fernzuhalten habe. Es gab ja am Anfang viele zuvor zumindest verheiratete Priester, denn ein erwachsener Mann heiratet eben. Das Wesen des Menschen ist schlicht ehelich. 

Wer gesund ist, der ist verheiratet, so kann man das zusammenfassen. Die Argumentation der östlichen Tradition sagt nun, daß man zwar den römischen Impuls sehr zu achten habe, aber daß einen Mann zum Zölibat verpflichten zu wollen hieße, von ihm mehr Heiligkeit als von den Aposteln zu verlangen. Die ja zum Teil verheiratet gewesen waren, ehe sie sich zur Nachfolge Jesu entschlossen. Ja, von einem Kleriker ist mehr zu verlangen als von einem einfachen Laien, keine Frage, sagt Fr. Trenham. Auch mehr Heiligkeit, Keuschheit, etc. Aber was nicht der Fall sein kann ist, daß man von einem Priester mehr verlangt als von einem Apostel Paulus oder anderen Aposteln! 

Getreu den ersten Konzilien verlangt man apostolischen Rigorismus, klar, aber nicht einen "super-apostolischen" Rigorismus.  Das Priestertum VERSTÄRKT sogar die Position in einer Ehe, schwächt sie nicht (wie es die römische Kirche heute sieht.) Die Bemühungen der ersten Konzilien gingen dahin, Anstand in die persönlichen Verhältnisse zu bringen, nicht - Zölibat. Sogar zum Gegenteil. Seine Frau wegen der Weihe zu verlassen, sich des ehelichen Verkehrs zu enthalten, war ein Vergehen. Sie brauchten freilich Keuschheit, auch im Umgang mit der Frau, aber mußten sich nur dort enthalten, wo sie die Liturgie zelebrierten. 

Dazu muß man einfach zuerkennen, daß diese Lösung ... der Realität auch der römischen Kirche weit mehr entspricht. Denn die Praxis hat gezeigt, daß die römischen Anforderungen in der Praxis der orthodoxen Regelung entsprechen. Das Zölibat wird und wurde über weite Strecken nie eingehalten. Was also ist realistischer?

Morgen Teil 5)






*170618*

Donnerstag, 26. Juli 2018

Da steckt ein Plan dahinter

Da gibt es nicht mehr viel dazu zu sagen. Höre der Leser einfach, was Vera Lengsfeld da in einer guten Stunde über das "System Merkel" erzählt. Erzählt, wie eine kleine Parteifunktionärin, die niemand ernst nahm weil als graue Maus einschätzte, Deutschland nach dem System SED/DDR kaperte. Zu einer DDR.2 umzubauen begann. Zu dem, was Merkel auch in der DDR immer wollte: Zu einem Sozialismus "mit menschlichem Antlitz". Viele, viele Zusammenhänge, die da klar werden. Viele, viele Lügen, die offenbar werden. Und die Gründe und die Gerissenheit, mit der sie etabliert werden.

Die nächste Massenimmigration ist nicht nur im Koalitionsprogramm beschlossene Sache, sie ist im Laufen, und passiert hinter unser aller Rücken. Sämtliche Staaten Europas haben einem UN-Plan zugestimmt, demgemäß 60 Millionen Migranten nach Europa importiert werden sollen. Und Angela Merkel steht maßgeblich dahinter. Die das Parlament völlig ausgeschaltet hat. Und die die CDU, der sie seit 17 Jahren vorsteht, haßt und deshalb getreu dem Vorbild Lenin demontiert hat. In einem Land, in dem mittlerweile die Zensur wieder eingeführt wurde.

Ungemein erhellend! Und ungemein schockierend.







*050618*

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (3)

Teil 3)




Eine weitere Folge ist, daß der Papst die dogmatische Gewalt hat, Dogmen zu verändern, selbst wenn vorangegangene Päpste sagten, daß das nicht möglich ist. Und wir erleben es bei P. Franziskus tatsächlich. Eine wirkliche Grundlage, ihm zu widersprechen, wie es traditionelle Katholiken behaupten und oft genug sehr fragwürdig und unbeholfen zu rechtfertigen suchen, gibt es nicht, ohne diesem Primatsprinzip zu widersprechen. Das "depositum fidei" als Gut der gesamten Kirche verliert so sein reales Gewicht, seine Präsenz.


Die päpstliche Unfehlbarkeit hat versagt - sie bewirkt erst die Verwirrung, die zu bekämpfen sie vorgab

Die Folgen beobachten wir in der extremen Verwirrung, die heute herrscht. Die Ergebnisse von allgemeinen Umfragen, was katholisch sei, sind erschütternd. Nicht TROTZ des Primats in der heutigen Form, sondern eben ... WEGEN.)  Wie es eben beim Credo passiert ist. Auch die Einrichtung von "Kardinälen" widerspricht der Kirche. Extremes dogmatisches Chaos ist die Folge! Und nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt. Es gibt heute Kardinäle, die in ihren Diözesen Theologen beschäftigen, die sogar explizit die Auferstehung leugnen. Daran zeigt sich, daß die "Unfehlbarkeit des Papstes" in Verbindung mit zentralistischer Disziplin, die garantieren sollte, daß jeder Bischof und jeder Priester nur die eine Lehre verkündet, ganz real nicht funktioniert hat!

Das hatte weitere Auswirkungen. So hat die Kirche die Lehre der Kirchenväter über Bord geworfen, was das Wirken der Gnade anbelangt. Die Definition, daß sich die Gnade als eigene Substanz von Gott selbst unterscheidet, führt zur Definition, daß der Gläubige im Gebet nicht mehr mit dem ungeschaffenen Licht selbst in Verbindung kommt. Große Kirchenväter haben aber gelehrt, daß der Einzelne zwar nicht mit Gott, aber mit der göttlichen "Energie" in Verbindung kommen kann. Sie haben gelehrt, daß der Einzelne durch Gebet mit Gott in Kommunion kommen kann und so das ungeschaffene Licht erblicken kann. So daß jeder Gläubige das Erlebnis auf dem Berg Tabor in seinem Leben haben kann. (Kann!) Das wird von der römischen Kirche explizit abgelehnt.

Gnade als eigene Wirklichkeit?

Vereinfacht sagt die Orthodoxie mit Kirchenvätern, daß der Mensch zwar nicht mit der Sonne, aber mit deren Hitze und Wärme in Kontakt kommen kann. Die zwar nicht die Sonne selbst sind, aber doch auf eine Weise, und zwar über ihre Wirkungen und Eigenschaften.  Das Tageslicht, die Wärme sind zwar nicht Gott selbst, aber doch reale Anwesenheit Gottes (im Beispiel: der Sonne). (Das führt übrigens auch zum Punkt der Wertschätzung der Weisheit, der Sophia in der Orthodoxie, als Teilhabe am Wissen und an der Vorsehung Gottes. Es wird auf jeden Fall leichter verständlich, warum römisch-katholische Theologen manchmal meinten, die Rolle der Sophia in der Orthodoxie wäre fast einer "vierten göttlichen Person" gleich. Was natürlich so nicht stimmt.) Gnade wird bei der römisch-katholischen Kirche also zur "geschaffenen" Wirklichkeit, einer eigenen Substanz, nicht zur direkten Eigenschaftlichkeit Gottes (und damit seiner Präsenz über die Anwesenheit der Gnade) selbst.

Zusammengefaßt: Das filioque wird deshalb abgelehnt, weil es zwar keine Frage ist, daß Christus der Mittler ist, der diese Möglichkeit eröffnete, über die Anähnlichung an ihn, aber die Wirklichkeit des Heiligen Geistes als Dritte Göttliche Person, der vom Vater ausgeht, ist dann an sich eine weitere, eigene Wirklichkeit.

Wer gestorben ist, ist noch lange nicht gerettet

Die weiteren Unterschiede hängen damit eng zusammen. So die Lehre über das Fegefeuer. Die römisch-katholische Kirche lehrt, daß das Fegefeuer ein Feuer der Reinigung ist, nicht das Feuer der Hölle, wie die Orthodoxie. Sie behauptet, daß die Rettung schon durch den Glauben erreicht werde, OHNE daß die Erfordernisse der Reue erfüllt seien. Diese Lehre gab es zwar schon vor dem Schisma, aber sie explodierte im Mittelalter. Wo sich das Konzept des Ablasses ausufernd steigerte. Luther habe damit Recht gehabt, als er sagte: Wenn der Papst die Vollmacht hat, diese Strafen im Fegefeuer abzukürzen oder überhaupt zu erlassen, warum macht er es nicht einfach so, aus Liebe? Warum also "Ablaßkäufe"? 

Freilich, das protestantische Konzept, daß man mit dem Tod - "ping!" - auf der Wolke des Himmels schwebt, ist genau so Unsinn. Nicht besser als das Konzept des Fegefeuers der römischen-katholischen Kirche.

So lange jemand noch im "Fegefeuer" ist, daß das Feuer der Hölle ist, ist jemand nach orthodoxer Ansicht aber noch nicht gerettet. Worauf bezieht sich so ein "Optimismus"? Die Orthodoxie hat deshalb 40tägige Riten nach dem Ableben einer Person, man muß sich um jeden Verstorbenen ernsthafte Sorgen machen. Denn der Übergang von diesem Leben zum ewigen Leben passiert nicht "plötzlich". Und schon gar nicht ist er leicht (wie er es bei der Jungfrau Maria war.) Er ist sehr sehr herausfordernd, und unsere Gebete für den Verstorbenen sind äußerst wichtig. Was die Protestanten, im speziellen noch die Calvinisten sagen, daß die Seele nach dem Tod SOFORT in den Himmel gelange, entbehrt jeder Grundlage. Wenn man auch gewisse Vorsicht bei solchen Konzepten haben sollte, denn im Neuen Testament steht nichts darüber.


Morgen Teil 4)





*170618*

Mittwoch, 25. Juli 2018

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (2)

Teil 2)




Trotz dieser Zahlen haben aber heute die, die den Katholizismus ernst nehmen, größte Probleme einen Ort zu finden, an dem sie diesen Glauben auch leben können. Wo sie nicht mit der Fülle von Widersprüchen konfrontiert sind, die die römische Kirche heute kennzeichnen. Das Verhältnis Priester zu Gläubigen in den USA ist deshalb nicht zufällig 5.000 zu 1. Und davon sind gut 50 Prozent "Importe", aus den Philippinen etwa. Aufgrund der Erosionen in der katholischen Kirche gibt es für konservative, "anständige" Katholiken keinen Ansporn mehr, Priester zu werden. Es wird deshalb auch immer schwieriger eine Kirche zu finden, wo die Liturgie noch anständig gefeiert und keine moraltheologische Verirrung gepredigt wird. Oder wo man wie früher immer beichten gehen kann. Und nicht einmal das spärliche Beichtangebot wird noch wahrgenommen, denn Katholiken gehen heute gar nicht mehr zur Beichte.** Die Katholiken sind nicht nur protestantisiert, sie haben freiwillig angenommen, was die Protestanten angerichtet haben. Daran sind die Bischöfe selbst schuld. 

Fr. Trenham schickt seinem Sermon über die Unterschiede voraus, daß er große Wertschätzung für die römisch-katholischen Gläubigen hegt. Auch schätzt er die Zusammenarbeit mit dem Katholizismus, der der Orthodoxie oft auch hilft. 2016 ist sogar erstmals ein Statement gegen die Abtreibung herausgegeben worden, in dem katholische und orthodoxe Bischöfe gemeinsam Stellung bezogen. 

Dennoch ist seine Liste der Abgrenzungspunkte nicht weniger scharf. Und so beklagt er, daß die römische Kirche oft sehr aggressiv vorgeht. Etwa im Vorderen Orient, in Gebieten wo es gar keine Katholiken gibt, sondern nur Orthodoxe, errichten sie etwa Schulen - sie haben die Mittel dazu - und drängen die Schüler, die orthodox sind, klammheimlich in den Katholizismus, etwa im Meßbesuch (in der Memoration).  Diese "Proselytenmacherei" ist generell zu beobachten, und oft genug (siehe Ukraine) ein schwerer Anstoß zum Konflikt. (Aber hier haben wir eben das Problem der Religionsfreiheit, und warum die Orthodoxen das oft wollen, liegt auf der Hand: sie dient der Minderheit, und nur der Minderheit.)

Eine große und fragwürdige Rolle spielten die Erscheinungen von Fatima. Die Kinder erhielten dabei eine Prophetie, genau übrigens in dem Jahr, in dem Rußland durch den Bolschewismus gekreuzigt wurde. Es heißt dabei, daß sich Rußland "bekehre". Die Katholiken interpretieren das aber so, als hätte das geheißen, sie würden KATHOLISCH! Totaler Unsinn! Der orthodoxe Priester und Theologe erzählt von einem seiner Gespräche mit dem (sehr frommen, katholischen) portugiesischen König (derzeit außer Amt). Der sei mit den Seherkindern in regelmäßigem brieflichem Kontakt gestanden. Auf eine spezifische Anfrage diesbezüglich hätten diese ihm aber geantwortet, daß ihrer Auffassung nach Maria diese Botschaft so gemeint habe, daß die Russen sich ZUR ORTHODOXIE bekehren würden! (Übrigens: Manchen Berichten zufolge scheint sich das heute tatsächlich zu ereignen.)

Die Liste der Unterschiede - Am Anfang stand das Filioque

Was steht nun aber wirklich zwischen der Orthodoxie und der römisch-katholischen Kirche? Die orthodoxe Kirche hat dazu ab dem 7./8. Jahrhundert Listen angefertigt. Und ganz an der Spitze der Unvereinbarkeiten steht das FILIOQUE als Lehre vom Ausgang des Heiligen Geistes. Das widerspricht der Lehre von der Dreifaltigkeit, und die Konsequenzen dieser Häresie sind immens. (Wir haben darüber schon einmal unsere Gedanken dargelegt, es stimmt: die Konsequenzen WAREN immens.) Es geht dabei nicht nur um die Arroganz, in der der römische Papst einseitig und eigenmächtig das in Nizäa gemeinsam erarbeitete Glaubensbekenntnis geändert hatte. Sondern man hatte damals festgelegt, daß am Credo "nicht eine Silbe" geändert werden dürfte - bei sonstigem anathema sit. Seither expliziert sich die römische Kirche auf genau diese beiden Punkte, die aber extrem scheiden: Das Filioque und die Unfehlbarkeit des Papstes (in der er das einseitig verkündete). 

Was ist der Papst?

Im päpstlichen Primat sieht die Orthodoxie die Abweichung, daß es beim Bischof von Rom in der römischen Auffassung nicht einfach um den "Nachfolger von Petrus" geht, sondern um dessen "stellvertretender Präsenz auf Erden". Daraus ist die Vorstellung erwachsen, daß der Bischof von Rom nicht einfach Jurisdiktion über SEINE Diözese (Rom) hat, sondern daß er gleichermaßen das Recht hat, sich disziplinär in die Agenden der östlichen Patriarchen einzumischen. Nicht nur gewissermaßen "im Vorrang der Ehre", sondern in Jurisdiktionsgewalt. 

Das hat sich so ausgewachsen, daß es heute keinen römisch-katholischen Bischof auf der Welt gibt, der nicht vom Papst eingesetzt wird. Die Orthodoxie lehnt diesen Zentralismus völlig ab. Die Idee, daß ein Bischof alle Rechte gegenüber allen anderen Bischöfen hat, verletzt das Territorialprinzip, das Lokalitätsprinzip der Kirche.





Morgen Teil 3)




*170618*

Der Grund war intellektuelles Versagen aus sittlichem Versagen (5)

Teil 5)



Dagegen steht heute eine Generation joggender Mädchen, die ohne Büstenhalter und in knappen Shorts durch den Park laufen, Kopfhörer in ihren Ohren, und nicht verstehen, daß sie der Männerwelt Signale setzen, mit denen sie umzugehen hätten. Stattdessen stehen sie in Widersprüchen - was sie sind, was sie bewirken, wollen sie zwar schon erfahren, aber ohne die Konsequenzen, die daraus erfolgen. Daß z. B. Männer auf sie reagieren, und völlig natürlich reagieren. Denn sie lösen in den Männern völlig automatisch "Jagdinstinkt" aus, und provozieren damit besonders jene Männer, die psychotisch sind. Junge Frauen sind heute völlig ahnungslos und naiv. Umso gigantischer und omnipräsenter werden ideologische Konstrukte über die bösen Männer.

Dazu kommt die Besonderheit des Alkoholkonsums unter jungen Menschen. Denn Alkohol enthemmt. Der Betrunkene weiß um die Konsequenzen seines Handelns, aber sie kümmern ihn weniger. Nun muß man wissen, daß 84 Prozent der 18-jährigen Burschen noch keine oder kaum Erfahrung mit Frauen haben. Sie erleben, daß junge Frauen (und je schöner desto mehr) sie versteinern lassen. Also trinken sie Alkohol, um sich zu enthemmen, um endlich einen Fortschritt zu machen. 50 Prozent aller Vergewaltigungen geschehen unter Alkoholeinfluß, und zwar SOWOHL bei Frauen wie bei Männern. Umso mehr fällt auf, daß unter Jugendlichen Alkohol - Stichwort "Komasaufen", "Alkopops" - eine immense Rolle spielt, als "sexuelle Freiheit" ganz oben auf der Liste steht. Als wollten sie dem Regelwerk entkommen. Und - dann doch nicht, weil sie nachträglich noch entscheiden, ob ihr Handeln "freiwillig" war oder nicht.

Ein neuer Faschismus. So gab es ihn noch nie.

Es ist aber Faschismus der schlimmsten Art, wenn sich der Staat nunmehr dessen annimmt, was Mann und Frau zueinander sagen dürfen und was nicht. Im übrigen beruht es auf einem völligen Mißverständnis von "Entscheidung" und "Vertrag". Und die Linken unterstützen das auch noch! Früher haben junge Menschen GEGEN Gesetze gekämpft - heute wollen sie mehr und mehr davon?! Was sind das für angebliche "Linke"? Noch dazu wo diese Gesetze auf bürokratische Ebene verlagert werden, Institutionen (wie Universitäten) verpflichtend auferlegt werden, und eine neue parallele Ebene einziehen. Mit derselben Regulationsmacht wie Gesetze, aber ohne deren Garantien aufgrund deren Einbettung in geschichtliche Zusammenhänge und ihrem Insgesamt, in dem sie stehen.

Niemand sagt den jungen Mädchen mehr, daß sie selbst für ihr Verhalten Verantwortung übernehmen müssen! Sagt man das aber, wird man als reaktionär verdammt. Das ist das genaue Gegenteil von Feminismus, es ist die Totalentmündigung der Frauen. Und evoziert eine Paranois, in der die schlimmsten Aspekte der Tyrannei exakt ins eigene Leben implementiert werden.

Implementierung von Verantwortungslosigkeit

Es wird so getan, als hätte der eigene Körper nichts mit eines "Worten" zu tun.  Als seinen das zwei verschiedene Wirklichkeiten. Als sei "Vertrag" nur eine Sache der Worte. Das ist naiv, ja pathologisch zu meinen, daß Menschen so interagieren und kommunizieren!

Paglia erzählt von ihrer Beobachtung, daß die jungen Menschen heute vor allem über iPhone etc. kommunizieren. Dabei fällt ihr auf, daß sie die Fähigkeit verlieren, über Körperlichkeit und Gesichtsausdruck zu kommunizieren. Sie werden ihrer selbst gar nicht mehr gewahr, und können vor allem das Gegenüber nicht mehr einschätzen, weil sie seine Körpersprache, seine Mimik nicht mehr einschätzen können. Um so ein umfassenderes, wahreres Bild von Wirklichkeit zu erhalten, mit der sie zu tun haben. Sie verlieren ihre Fähigkeit, die Absichten des anderen zu erkennen. Paglia meint, daß ihr auffalle, daß ihre Studenten von Jahr zu Jahr "flacher" und ausdrucksloser in ihrer Mimik und Körpersprache werden. Oft sitzen die Leute, die über iPhone kommunizieren, sogar im selben Raum.

Man könnte es doch viel einfacher sagen, oder? Unser Verhaltenssystem wird diktatorisch und totalitär, bis ins alltäglichste Detail, weil die jungen Menschen nicht mehr in der Lage sind, jene Sittlichkeit aufzubauen, die sie zu Menschen machen würde. Deshalb muß auch das Verhaltenssystem angepaßt werden. Und zwar muß den Menschen die Menschlichkeit abgeknöpft werden, die sie noch haben, sie sind im Konkurrenzkampf eine "Zumutung" - weil sie auf jeden Fall gewinnen würden. Davon versprechen sich die Unsittlichen also jenen - erzwungenen - Ertrag, den sie in der Wirklichkeit nicht mehr ernten würden. Natürlich ist das ein fataler Trugschluß der auf Kosten unserer gesamten Kultur geht.

Dazu erzählt Peterson, daß es verläßliche Zahlen gibt, die sagen, daß Frauen, die Brüder haben, weit weniger oft vergewaltigt werden. Der Grund? Sie haben einfach gelernt, einen Mann zu lesen und zu interpretieren. Paglia ergänzt durch ihre Beobachtung, daß Frauen, die viele Brüder haben, ganz besonders gut in leitenden Organisationsaufgaben sind. Denn sie haben gelernt, Männer nicht zu ernst zu nehmen. Sie können einfach mit Männern umgehen. Sie sehen Männer nicht als Aggressoren, haben Humor, haben schlicht eine unvoreingenommene Beziehung zu ihnen. (Damit schließt sich der Bogen zu den Folgen der Kleinfamilie.)

Das Problem wurde virulent, als sich Feminismus mit "Frauen im Beruf" gleichzusetzen begann. Seit Mutterschaft eine "geringere Form von Erfahrung" wurde. Ab da wurde Feminismus zur Obsession. Denn dem ganzen Feminismus fehlt nun die Erfahrung der Mütter und Ehefrauen. Es fehlt damit die Erfahrung um die Fragilität der jüngeren und älteren Männer, und das Bild vom Mann wurde zu einem unwirklichen Zerrbild. Die Bewegung des Feminismus ist heute dominiert von unverheirateten Frauen, Lesben, Frauen ohne Kinder, vor allem Frauen ohne männliche Kinder. Hätten alle diese Frauengesellschaften auch nur einige Mütter unter ihnen, einige verheiratete Frauen, sie würden sofort den Großteil ihres Genderunsinns aus dem Fenster werfen. Aber die feministische Rhetorik ist heute monomanisch, starr und hysterisch.

Akademische Ausbildung ohne Bildung

Auffallend ist dabei der geringe Kenntnisstand auch über Geschichte. Erst dann aber würden sie sehen, daß selbst die größten patriarchalischen Gesellschaften - Rom als Republik, oder England unter Victoria - ein völlig anderes Bild von der realen Macht der Frau zeigen würde, das den feministischen Vorstellungen nicht im geringsten entspricht. Das gilt auch für das Matriarchat, denn dann würde sich zeigen, daß dieses regelmäßig in Desaster geführt hat, einerseits, und anderseits eine Fraulichkeit verlangen würde, die abgelehnt wird. Die Perversion dabei ist also, daß zwar das Patriarchat heute als das verkörperte Böse gilt, daß aber alles darauf hinausläuft, daß ein Patriarchat notwendig und dann gut wäre, wenn Frauen es betreiben würden.

Die Zukunftsprognose fällt bei beiden, Camille Paglia und Jordan Peterson, sehr pessimistisch aus. Vor allem aus der Perspektive der Schulerziehung und der Universitäten, wo wirklich alles daneben geht und die Zerstörung unserer Kultur zementiert. Denn der Westen wurde durch das Prinzip der Selbsttranszendierung geschaffen - genau das wurde nun aber aufgegeben und sogar bekämpft. Weltanschauungen in der Tradition des Marxismus herrschen, die eine extreme Verengung des Blicks bedeuten.







*150618*

Dienstag, 24. Juli 2018

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (1)

Über die Unterschiede zwischen dem römischen Katholizismus und der Orthodoxie handelt dieser Vortrag, den der amerikanische Theologe Josiah Trenham in den USA 2016 hielt. Und wir wollen gleich einmal einhaken: Trenham entstammt methodistisch (protestantischem) Hintergrund. Und konvertierte zur Orthodoxie, ja ließ sich zum Priester weihen. Das ändert nichts an der Bewertungshaltung seiner Argumente, die viel Wahres enthalten.

Aber es sollte auch nie - nie! - vergessen werden, denn es gibt Berührungen zwischen Protestantismus und Orthodoxie, gegen die sich die Orthodoxie zwar immer abzugrenzen bemühte - Bemühungen der Protestanten, eine Allianz mit der Orthodoxie zu finden, wurden aus Moskau brüsk zurückgewiesen - die sie aber dennoch sehr betreffen. Das wird der Leser im Fortlauf des Textes gewiß erkennen. Aber es bleibt ziemlich interessant, was der Theologe zu sagen hat. Und ist eine Art Kompendium, das durchaus zutreffend ist.

Der VdZ wird nie vergessen, wie ihn ein angesehener Fachtheologe und Philosophie-Dozent an einer katholisch-theologischen Hochschule einmal anrief, um ihm mitten aus seiner Arbeit an seiner ersten Dissertation mitzuteilen, daß er nach intensivem Studium des Lutherismus zur Meinung gekommen ist, daß er "auf deren Seite gewesen" wäre. Es gibt wohl kaum einen "konservativeren" Theologen als ihn.


***

Trenham beginnt mit dem Hinweis, daß das große Schisma zwischen Ost und West eine Familienaffäre war. Es geschah in Wirklichkeit nicht 1054, das Datum wird der Einfachheit halber oft genannt. Vielmehr geschah die wirkliche Trennung 1204 bei der Plünderung von Konstantinopel durch römisch-katholische Kreuzritter. Das zeigt ihre historisch-faktische Dimension.

Die Orthodoxie hat durch die Trennung verloren

In Wirklichkeit kann man ja die Kirche nicht teilen. Man kann sie nur verlassen. Und Trenham ist natürlich der Ansicht, daß die Eine Heilige Kirche in der Orthodoxen Kirche weiterbesteht, daß also der Westen die Kirche verlassen hat. Schon deshalb war das Große Schisma ein extremer Verlust für die Kirche selbst. Vor allem auch durch die Lostrennung von sehr vielen Heiligen, die der östlichen Kirche nunmehr verloren gingen.* Nunmehr konnten viele Taufnamen nicht mehr vergeben werden, weil der Osten nicht wußte, daß es Heilige mit diesem Namen gab - ein wichtiger Grund für die Entfremdung, die stattfand. Immerhin hat vor zehn Jahren eine orthodoxe Synode eine Reihe von römisch-westlichen Heiligen in ihr Heiligenverzeichnis aufgenommen.

Aber auch auf anderen Gebieten hat die Orthodoxie manches verloren, was die römische Kirche hatte. Etwa die missionarische Kraft und Fähigkeit, oder einfach Organisationsfähigkeiten. Auch in der Liturgie gab es im Osten eine gewisse Monomanisierung. Die Fülle der oft recht unterschiedlichen Liturgien des Westens ging verloren. Und natürlich verlor man viel militärische Kraft im Hintergrund. Heute hat die römische Kirche das Mehrfache an Mitgliedern, das war vor dem Schisma nicht so, da waren beide gleich groß.

Aber katholisch sind doch beide?

Schockierend war für die Orthodoxie, daß es dem Westen gelang, den Begriff "Katholizismus" für sich zu beanspruchen. Dabei versteht auch die Orthodoxie sich als "katholisch". Auffallend ist dabei, daß es im Westen ab dem 13. Jahrhundert zu einer ungeheuren Dynamik kam, in der sich Häresien entwickelten. Das ist in dieser Form in der Orthodoxie nicht passiert. So kam es über die Jahrhunderte zu einer immer größeren Entfernung beider voneinander, ausgehend von Thomas von Aquin, der einmal sagt, daß jeder, der nicht mit dem Papst in Einheit ist, verdammt sei. Erst im 20. Jahrhundert hat die römische Kirche nach und nach diese Abgrenzungen wieder aufzuweichen begonnen. Speziell Johannes Paul II. (der eine orthodoxe Mutter hatte) hat einige römische Positionen geändert und denen der Orthodoxie damit ähnlicher gemacht. So die Frage nach dem Gehorsam dem Papst gegenüber. Benedict XVI. führte das weiter. Daß er freilich den Titel "Patriarch des Westens" auch aufgab, war der Orthodoxie zu viel, denn gerade diesen Titel liebten sie. 

Was aber, so Fr. Trenham, der jetzige Papst glaubt weiß niemand. Er zumindest hat keine Ahnung.  Die römisch-katholische Kirche durchlebt seiner Einschätzung nach momentan eine unglaublich traurige Zeit.

Nun ist die Orthodoxie überall zu klein

Trenham betont, daß es auch heute noch ein großer Schmerz sei, daß diese Trennung existiert, auch für die Orthodoxie. Die (nicht nur) in den USA in der Situation einer kleinen Minderheit ist. Und als Minderheit ist vieles nicht machbar. So daß man zugeben muß, daß die engagierten Katholiken für ihr Vaterland oft sehr viel tun. Man denke nur an Schulen und Erziehungs- oder gar die Sozial- und Gesundheitseinrichtungen oder Krankenhäuser, denke an die Pro-Life-Bewegungen, ans Engagement in der Verteidigung der traditionellen Ehe, oder an die, die die Freiheit der Religionsausübung verteidigen (was wir natürlich für höchst fragwürdig halten, siehe dazu die Artikelserie von vor einigen Wochen). 71 Millionen Katholiken haben eben ein anderes Gewicht in den USA als eine Million Orthodoxe. Die größte Diözese der USA - Los Angeles - hat alleine über vier Millionen Katholiken. Es fehlt meist einfach die Grundmenge, die für eine Maßnahme oder Einrichtung nötig ist. Er selbst habe auch viele Freunde und Förderer, die römisch-katholisch sind.



Morgen Teil 2)






*170618*

Der Grund war intellektuelles Versagen aus sittlichem Versagen (4)

Teil 4)



Entsprechend ist es wahr und unwahr zugleich, weil es diesen Pragmatismus ahnen läßt, wenn sich beide in ein Loblied unserer Zivilisation hineinsteigern. Ja, es stimmt, es ist uns allen nicht oder zu wenig klar, in welchem Ausmaß wir mit Dingen leben, die im Grunde von Männern aufrechterhalten werden. Elektrizität, Wasser, Computernetze, täglich frische Milch im Kühlschrank ... überall sind es Männer, die pausenlos im Hintergrund arbeiten, damit wir alles das ständig zur Verfügung haben. Denn diese Kontinuität ist ein Schein. In Wirklichkeit bricht alles ständig, wird aber sofort zusammengeflickt. Wir ringen ständig mit den Elementen, entwinden dem Chaos die Ordnung, die Welt, in der wir leben. Ohne diesen männlichen Kampf würde alles zusammenbrechen, und in der Gesellschaft würde Chaos ausbrechen. Wer einmal einen Krieg erlebt hat weiß, wie fragil diese Dinge sind. Der weiß sie dann aber zu schätzen.

Eine Generation, die keine Ahnung mehr von Wirklichkeit hat

Der antizivilisatorische Affekt der political correctness stammt genau von dort: Aus mangelnder Wirklichkeitserfahrung. Alle diese Kämpfer für Gendergerechtigkeit etc. sind ausnahmslos in diese funktionierende Welt eingebunden und von ihr abhängig. Und kämpfen umgekehrt genau dagegen und gefährden sie.

Diese Gefährdung ist sehr lebendig in einer Welt, in der es keine Unterschiede in der Qualität mehr gibt. Denn wir leben davon, daß jeder daran glaubt, daß es auf ihn und seine bestmögliche Leistung ankommt, und daß er sich damit Ansehen und Stellung erringen kann, und sich vom anderen unterscheiden kann. Das heißt nicht, daß man Anerkennung "fordern" kann, aber es heißt doch, daß man sie nur auf dem Weg über Leistungshierarchie erringen kann. Daran glaubt auch jeder implizit! Sonst würde sich keiner mehr anstrengen. Und eines der wissenschaftlich am besten abgesicherten Merkmale ist die Höhe der Intelligenz. (Dieser Verweis findet sich bei Peterson übrigens sehr sehr regelmäßig und hat ihm manche Vorwürfe eingebracht.)

Peterson weist übrigens auf eine der dem heutigen verrückten Weltbild vom "bösen Patriarchat" zugrundeliegende Art von Fehlschluß hin. So erzählt er von der Tatsache, daß die meisten, die Kinder mißbrauchen, selbst in ihrer Kindheit mißbraucht wurden. Daraus leitet man ab, daß Mißbrauch Mißbrauch "bewirkt". Aber das ist falsch! Denn die meisten, die als Kinder mißbraucht wurden, mißbrauchen später NICHT wiederum. Ja, Mißbraucher wurden meist selbst mißbraucht. Aber deshalb kann man nicht sagen, daß Mißbrauch weiteren Mißbrauch AUSLÖST. Mißbrauch setzt sich nicht von selber fort! Solche Fehlschlüsse gibt es heute en masse.

Die Großfamilie ist nicht zu ersetzen; ihre Zerstörung hat weitreichende Folgen

Sehr richtig weist Paglia darauf hin, daß die Problematik der Geschlechter durch die Atomisierung der Großfamilie bewirkt wurde. Denn in einer Großfamilie wirken unzählige Faktoren auf die Bildung einer Identität hin, und Beziehungen sind ungemein vielfältig. Es gibt ein ganzes Biotop von Beziehungsmustern und Dingen, die einem entsprechen - und solche, die das nicht tun. Und das beste: Das passiert ganz selbstverständlich. Und vor allem erfährt jeder Heranwachsende Familie als stabile Zelle. 

In der Kleinfamilie hingegen erfährt das Kind, wie instabil diese Familie ist. Weil der Bestand durch nur wenige Faktoren (und die sind alle direkt) gesichert ist. Zwei Menschen (die Eltern) können niemals die Gesamtheit des Lebens vermitteln, wie es in der Großfamilie weit besser der Fall ist. 

Die heutige Psychologie trägt das ihre zur Identitätsdiffusion bei. Sie bezieht sich in ihrer Therapie auf die "Reparatur" von Verhalten. Aber sie läßt die Geschichte des Menschen aus. Schon allein darauf hinzuweisen, daß die Vita von Homosexuellen eine Geschichte der Identitätsbildung zeigt, daß diese Geschichte außerdem bei vielen Homosexuellen absolut gleich ist, und mit der Familie zu tun hat, wird heute zum Verbrechen. 

Weil es die Psyche destruiert ist Sprachregelung ein unsägliches Verbrechen

Aber das Verbrechen liegt anderswo.  Es liegt in einem mehr und mehr restriktiven Sprachgebrauch, der den Zugang zur Wirklichkeit der eigenen Erfahrung verbaut. Wie eine Regierung sich anmaßen kann, die Sprache seiner Bürger zu bestimmen, ist eine Ungeheuerlichkeit, es ist ein Verbrechen! Denn die Sprache, die jemand HAT, die jemand spricht, entspricht auch seiner Psyche. Sie per Verordnung und Ideologie zu verändern heißt, den Einzelnen von sich selbst zu entfremden!

Eine der schlimmsten Auswirkungen der Kleinfamilie - mit älteren, damit bereits situierten, materiell gut ausgestatteten Eltern, und wenigen Kindern, sodaß die wenigen Kinder dann viel zu "bedeutsam" für den Lebenslauf der Eltern werden, Kinder also viel zu weit nach oben gehoben werden - ist die mangelnde Stabilisierung der Identität der Kinder, WEIL es weniger Geschwister gibt. Und deren Funktion ist eben auch, einen "am Platz zu halten", selbst wenn das manchmal brutal sein kann. Denn Geschwister können durchaus auch "mörderisch" werden, und hier muß dann auch eingeschritten werden. Dinge sind eben immer komplex und ambivalent und nicht, wie Ideologen glauben, einfach immer in einem Grund motiviert. Es ist geradezu Kennzeichen von Ideologien, daß sie in allem nur eine Ursache kennen wollen - wie heute in der Geschlechterfrage: Alles gehe um (männliche) Macht!

Vor allem lernen Kinder mit Geschwistern die Ambivalenzen der Zwischenmenschlichkeit kennen. Lernen Frustrationen zu verwinden, lernen Spannungen auszuhalten. Damit ist die Familie das Gegenteil der heutigen Universitäten geworden, die genau das Gegenteil versucht: Durch Verbote und Gebote der Korrektheiten jede zwischenmenschliche Spannung auszuschalten. So wird auch den Studenten die Möglichkeit genommen, zu reifen.

Kinder brauchen aber junge Eltern

Kinder brauchen junge Eltern. Sie brauchen Eltern, die die Energie haben, ein Leben aufzubauen, auch beruflich, auch im Status, und in diesen Kampf sind die Kinder automatisch mit eingebunden. Es ist notwendig für Kinder, daß man sich NICHT ständig um sie kümmert, und junge Eltern, die etwas aufbauen, sind dazu nicht in der Lage. Das ist für ihre Prägung außerordentlich wichtig. Stattdessen werden vor allem die Frauen in ein Schema gepreßt, in dem ihnen eingeredet wird, sie müßten Karriere machen, müßten ein zukünftiger "Leader" (Führer) sein. Dabei signalisiert doch jeder junge weibliche Körper diese natürliche Bestrebung, Mutter zu werden, Kinder zu haben. Das Ergebnis sind dann Frauen, die zutiefst unzufrieden sind, aber nicht wissen, warum. Wenn sie sich in jungen Jahren für einen Mann und Kinder entscheiden, werden sie aber wie Verräter, wie Versager behandelt. Das tun doch höchstens Unterklasse-Arbeiterfrauen!? 

Paglia sagt, daß sie aber gerade Frauen aus den unteren Schichten als die viel abgerundeteren Persönlichkeiten erlebt. Sie drücken sich viel kräftiger aus, setzen sich leichter durch, haben einen Körper, der "Raum greift", haben einen Mann, dem sie ins Angesicht widerstehen, sind also viel vitaler. Ihnen stehen diese bourgeoisen Mädchen entgegen, die bei allem verletzt sind, voller Betulichkeiten, ständig auf der Suche nach dem Schutz und der Unterstützung ihrer Eltern, die ihre jungen Jahre zugunsten einer vagen Zukunftshoffnung nicht gelebt haben. Sie sind den einfachen Frauen heillos unterlegen. 

Deshalb sind gerade auf Universitäten junge Frauen oft so aggressiv. Sie opponieren auf einer ganz ganz tiefen Ebene gegen ihr Nicht-Frau-sein. Sie wollen zwar Freiheit, aber sie wollen nicht die Risiken, die damit einhergehen.  Sie umgeben sich mit einem Regelwerk, das nur verwundern kann, denn frühere Generationen haben genau dem zu entfliehen versucht: Sie wollten dem Regelwerk entfliehen, auch wenn es ein Risiko war, lernten das andere Geschlecht kennen und mit ihm umzugehen, lernten auch einmal sich abzugrenzen, oder auch damit zu spielen.


Morgen Teil 5)





*160618*

Montag, 23. Juli 2018

Wenn Fakten erzählen

Seit einiger Zeit gibt es in den Krankenhäusern von Venezuela das von der Regierung erlassene Verbot, daß "verhungert" als Todesursache nicht notiert werden darf.

Grund? Tausende Kinder verhungern. Die UNO schätzt, daß gut 1,5 Millionen Venezulaner (von 31 Millionen Einwohnern) unter extremem Hunger leiden. Fleisch gibt es defacto im ganzen Land nicht mehr.

Das Land wäre an sich ein äußerst fruchtbares Land. Dazu hat es entdeckte und ausgebeutete Ölvorkommen, die vielleicht die größten der Welt sind und je nach Rechnung 15 Prozent des amerikanischen Ölverbrauchs decken. Aber die Regierung von Nicolas Maduro, der als totalitäre Personaldiktatur eine kaum zu fassende Herrschaft einrichtete, die die Tradition des langjährigen vormaligen Präsidenten Hugo Chavez fortführt, der das Land in eine kommunistische Diktatur verwandelte. Sie gilt als eine der korruptesten der Welt.

Das Land ist von extremen Versorgungsnöten geplagt, Lebensmittel werden kaum noch produziert und wenn nur noch am Schwarzmarkt gehandelt. Zwar werden riesige Mengen Öl exportiert. Dennoch müssen fast alle Produkte importiert werden. Das Land ist folgerichtig extrem verschuldet, die Inflation beträgt 800 Prozent, die Währung ist defacto wertlos.

Seit einiger Zeit werden die Grenzen zum Ausland wieder für 12 Stunden am Tag geöffnet, damit sich die Menschen in den Supermärkten des Nachbarlandes Kolumbien wenigstens etwas versorgen können. In heimischen Märkten dürfen sich Erwachsene nach den Endziffern ihrer Paßdokumente geordnet, die je einem Tag zugeordnet werden, mit Lebensmitteln eindecken. Strom gibt es nur für vier Tage pro Woche. 

Der Terror im Land wird vor allem von einer privaten Militärmiliz ausgeführt, die ganz offenbar dem Präsidenten untersteht und durch eine höchst fragwürdige Wahl 2017 sogar ins Parlament gelangen sollte.








*150618*