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Samstag, 22. Oktober 2022

Der Leidende leidet nur (2)

Die Ablenkung vom Sinn. 'Kein Mitleiden - Nur eine Gruppe macht deshalb das Leiden der Leidenden unruhig. Eine Gruppe, die ihre Stunde gekommen sieht, den eigenen Machtanspruch zu rechtfertigen. Wie diese erwähnte Intellektuellengruppe. Die dnan eifrig darüber beriet, wie man Strukturen und welche aufbauen müßte, um das Volk aus der Misere zu führen. Und dazu wollten sie noch mehr agitieren, um noch mehr Volk auf die Straßen zu bringen.
Damit jedoch wird mit dem perfidesten aller Tricks gearbeitet: Mit dem Winken mit einer Standeserhöhung durch Tienahme am Aufstand der Intellektuellen, die sie - wie Gott, wie das, was am Horioont der Intellektuellen steht - vonihrem Leid befreien wird. Ganz ohne Gott. Ganz ohne Leiden.
Es gibt dieses Volk nicht, und alle die Aufrufe, die von Millionen schwärmen, die angeblich diesen deutshcen Herbst und Winter unter die freien Himmel der Stäte und Dörfer treiben würden, die gibt es nicht und die wird es nicht geben.

Freitag, 21. Oktober 2022

Der Leidende leidet nur (1)

Wieder habe ich es gehört. Wieder haben Intellektuelle in einem hochgelahrten Disput über die Gegenwart davon gesprochen, daß diese und jene Untätigkeit der Regierung eingetreten und zu befürchten" sei, und daß diese damit immer näher dme Punkt käme, an dem dieMassen aufstünden, auf die Straße gingen, und ihr Brot forderten.

Ich weiß nicht, was es war, aber diesmal stand es in großen Buchstaben vor meinen Augen. Diesmal sah ich klar, was da betrieben wurde, und warum.

Denn ich sah diesmal, daß sich dieses Schema seit Jahrund Tag udn Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden, wiederholt. Denn was diese Gelahrten und Intellektuellen da brabbelten, war alles andere als eine Beschreibung der Wirklichkeit, die angestochen wurde, und nun vor dem Ausströmen stehen soll. 

Dieses Imperativische der Worte ist nie zufällig gewählt. Sollen ist ein Befehl,  ein Imperativ, von dem die Imperatoren hoffen, daß er befolgt werde. Von wem? Von den Eliten. Anführern und Politikchefs, zu denen sie selbst nicht gehören.  Und von denen, denen sie angeblich Gutes tun. Ist das aber so?

Freitag, 7. Oktober 2022

Die Angst vor dem Schmerz

Selbst das ist eine der vielen Schein-Topoi, von denen wir schon regelrecht umzingelt sind. Deren Wirkung man im Alltag dadurch bemerkt, daß die Aussagen udn Einschätzungen der Mitmenschen völlig wirr und widersprüchlich geworden sind. Was die meisten Menschen von sich geben sind als Meinungen deklarierte Sprechblasen, die sie wie in Trance von sich geben. 

Eine Seuche, die auch tief in "untere Schichten" greift. In dem Punkt hat Lisa Eckhart einmal etwas sehr Richtiges gesagt.
Die sogenannte Meinungsfreiheit, meinte sie, bedeutet in der Realität, daß jeder unter den Zwang gerät, unbedingt eine Meinung haben zu müssen.

Freitag, 5. August 2022

Der (morgige) Samstag Nachmittag-Film (1)

Den Film "Good Bye my Lady" (1956), Regie: William Wellman, auf dne mich jemand (Thanks, Anthony Esolen!) hingewiesen hat, habe ich nur in der unten angefügten Form im Netz gefunden. Und was ich von Schauspielerkollegen gehört habe, dürfte wirklich so sein: Man dreht immer schon in den USA Filme gerne im Originaldialekt jener Landschaft und jenes Gebietes, in dem er spielt. 

Und das ist hier nicht nur der tiefste Süden von Misissippi, sondern es ist auch eine soziale Schichte, die das Schönsprechen nicht gerade kultiviert hat. Aber ich darf Ihnen versichern - er ist die kleine Mühe wert. 

Auch wenn man das eine oder andere Wort nicht versteht weil es so extrem (in der Sprechweise, die der Figur gehört, natürlich, nicht aus Schlamperei) genuschelt ist (auch mir ist es so gegangen) - man bekommt noch genug mit, um die Schönhiet dieses Filmes zu erkennen und sich daran zu freuen. 

So nebenbei: Ich war überrascht, in einer (vielsagenden) Nebenrolle einen noch ganz jungen Sidney Poitier zu sehen! Dem ich mit "Lilies of the field - Lilien auf dem Felde" eines meiner schönsten Filmerlebnisse verdanke. Das war in der Zeit, in der man bei jemandem alle paar Tage oder Wochen mal zusammenkam, weil der einen Fernsehkasten hatte, und einen berühmten Film oder einen der legendären Talk Show-Master (etwa Peter Frankenfeld oder Hans-Joachim Kulenkampff) zu sehen. Wobei das Beisammensein wichtiger war als der Film. Poitier, der für die Rolle des Homer im Film einen Golden Globe sowie einen Oscar bekommen hatte, ist übrigens erst im Jänner 2022 verstorben (r.i.p.)

Mittwoch, 25. Mai 2022

Es läuft nicht nur auf Euthanasie hinaus (2)

Die verlängerte Sinnlosigkeit. Die Alten wissen davon: Es gibt einen Gegenentwurf. Werden sie getötet, wird er aber vergessen - Daß das heute kaum noch so erlebt und gesehen wird, hat zum überwiegenden Teil mit der Protestantisierung des Wirtschaftslebens zu tun, wie sie schon (der Protestant) Max Weber vor 150 Jahren als Eigenschaft des Kapitalismus festgestellt hat. Die - analog zum Wesen des Protestantischen - in die Dinge dieser Welt kein Vertrauen mehr zuläßt, sondern deren Gutheit von ihnen trennt, und zu einem positivistischen, also "zu setzenden" Ding macht. Das mit dem materialen Grund (dem Wohlstandserwerb etwa) nichts zu tun hat. 

Die Wirtschaft läuft dann nach eigenen Gesetzen, denen zu folgen ist, sonst "funktioniert" sie nicht. Das Seelenheil zu erwerben ist dann ein ganz anderer Bereich, den man nur durch gewisse Frömmigkeitsattitüde erwerben kann (soweit er überhaupt erwerbbar ist.) 

Das hat aber auch die eigentliche Volkstradition zerrissen - welche Rolle die Alten wirklich spielen, und wie ich sie zu guten Teilen noch in meiner Kindheit in den 1960ern gesehen und erlebt habe. Der alte Bauer widmet sich dann eben den Bienen, oder der Kaninchenzucht, mit der er seinen Beitrag zum Gemeinwohl leistet, sitzt abends dann eben vorm Haus und dengelt die Sensen, mit denen die Söhne und Töchter beim Morgentau die Wiesen mähen, und die Oma bäckt die Strudel nach altem Familienrezept, und schaukelt daneben die Babywiege. 

Dienstag, 24. Mai 2022

Es läuft nicht nur auf Euthanasie hinaus (1)

Es ist das einzige, das wirklich zählt: Die Beschränkung und Reduktion der Weltbevölkerung. Dieser Gedanke, der seit der Geburt des Übermenschen, seit der Konjunktur des Genies zu Anfang des 19. Jahrhunderts (und als Aftergeburt der Renaissance-Idee, die den viel zu wenig reflektierten Gednnken zum Programm machte, daß das Heil der Menschheit in der Neuaktivierung der - heidnischen! - Antike läge) die Köpfe und Agenden jener bewegt, die sich als Führer der Menschheit berufen fühlen, ist auch von Bill und Melinda Gates wieder und wieder betont.

Da sollte es doch stutzig machen, wenn sie sich wie so viele andere mit dem Bewußtsein, zu den Auserwählten der Moderne zu zählen, seit fünfzig Jahren in "Anthropophilie" engagieren, und offenbar Wege fördern, die die Gesundheit und damit die Lebenserwartung wie (dieser Anspruch wird schon lange kombiniert) Wohlstand und Lebensqualität (die auf die Gesundheit zugespitzt wird) erhöhen.
 
Wo ist hier der Pferdefuß versteckt?

Freitag, 8. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (3)

Also war da dieses Rumpeln - Doch ehe wir uns noch darauf einlassen, ist es an uns, für etwas um Verzeihung zu bitten. Denn wenn ich ehrlich bin so lag es schon auf der Hand, bereits am dritten Tag dieses Vorhaben als eitel und unerfüllbar abzubrechen. In die Kniee zu gehen vor der simplen Frage, ob denn da alles das, von dem ich gemeint hatte, es wäre weil es Schmerz gewesen auch das Absterben der Sinne, wie es Juan de la Crux als erste und grundlegendste Eigenschaft anführt, von wo weg der Weg erst ein Weiterschreiten auf den Berge Karmel, also zu einer betrachtlichen Lebensführung überhaupt wäre, so glatt mit einem NEE zubeantworten wäre, daß alles weitere nur noch eitles Gegackere sein könne.
 
Denn genau das war jadieses Rumpeln, von dem ich berichtet. Dieses Erkennen, daß es noch so viel geben dürfte, an dem ich mehr hänge, als an der reinen Liebe zu Gott, daß sich doch alles weitere erübrigte. Und wie ich so das denke und denke, da ist es mir auch schon, als wollte alle Kraft versiegen. Ich ging also nieder, noch einmal, und lag beinah ausgestreckt am Boden. 

Montag, 28. Februar 2022

Wofür die Impfung gut ist

Was war das doch für ein Theater, als von einem Spieler des Fußballclubs Red Bull Salzburg bekannt wurde, daß er nicht geimpft sei, und zuminderst vorerst auch nicht vorhabe, sich impfen zu lassen. Wo doch bei diesem Vorzeigeclub der Hygiene und Gesundheitsvorsorge alles seine vorschriftsmäßigen Jauckerl (so nennt man in Österreich die "Stiche" bzw. die Spritzen) hatte, was bei Drei! nicht am Baum war. Selbst die Klobürste stach. 

Aber man hat aus dem Ausreißer aus der Impfdisziplin keine Katastrophe gemacht. Denn die Spieler (also auch der Ungeimpfte) wurden ohnehin regelmäßig, also mehrmals pro Woche, getestet, wie man stets lesen konnte.

Jetzt aber kam die Bombe. Mitten in der Champions League-Saison, meldet der Club, daß 15 (in Worten: fünfzehn!) Spieler "Coronafälle" sind. Die regelmäßig durchgeführten Tests haben Infektionen, vulgo FÄLLE, angezeigt. Die infizierten Spieler sind in Quarantäne, aber man muß sich keine Sorgen machen. Die betroffenen Spieler sind entweder symptomfrei, nur wenige haben überhaupt Symptome, und die sind nur leicht.

Donnerstag, 19. August 2021

Der Lebensweg der klaffenden Wunde

Man kann nicht genug über die überlieferte Aussage des Hl. Laurentius nachdenken. Dieser, als Diakon für organisatorische Belange, im besonderen aber auch für die (heute so genannte) Sozialarbeit zuständig, ließ sich von den römischen Oppressoren der Kirche Wagen geben. Darauf wolle er die Schätze der Kirche, die herauszugeben er bei Androhung schwerster Folter aufgefordert worden war, aufladen und herbeischaffen. Man übergab ihm die Gefährte. Die der Heilige daraufhin mit den Armen und Notleidenden belud, für die er zu sorgen hatte. Damit fuhr er zu den Römern. 

Das, rief er, das sind unsere Schätze, die Armen und Notleidenden! Was darauf folgte, ist überliefert, und in einem seiner Wahrzeichen ausgedrückt, einem Rost: Er wurde auf einen eisernen Rost geschnallt, und über Kohlenglut "geröstet". Laurentius ertrug die uns unvorstellbare Marter angeblich fröhlich und im Gebet, ja er soll mittendrin sogar gerufen haben: Dreht mich um, auf der einen Seite bin ich schon durch!

Worum aber geht es eigentlich bei diesem Sinnbild, das Laurentius hier lieferte? Geht es um die soziale Arbeit, an der sich ein gestandener Christ beweisen kann, um Schätze im Himmel zu sammeln, indem er sein gutes Herz demonstriert? Wohl eher nicht. Ja, sogar sicher nicht. 

Donnerstag, 24. Juni 2021

Auch gegen dieses "Leisten" gewettert (2)

Aber war nicht im Anfang genau das: Das Wort? - Damit schließt sich diese furchtbare Lücke zwischen Rationalität und Vernunft, zwischen Ethik und Metaphysik, zwischen Welt und Gott (ohne in Pantheismus zu fallen) und zwischen menschlichem Erkennen und Denken. Diese Gegensätze sind jedoch nicht "eins", sondern sie sind einfach unzureichende Kategorien, mit denen das Ganze (erfolglos) einzufangen versucht wurde. Das eben nur als "Ort" zu denken ist, in und aus dem sich Wesen ergibt. 

Ein Ding (ein Seiendes, egal welches) ist somit nicht "für sich" zu denken, alleinstehend, als wäre es alleine im Raum, im Kosmos stehend. So kann es nie gedacht werden, so bleiben nur die oben erwähnten, aber völlig unzureichenden Antinomien. Die man durch Streit auszugleichen versucht hat, was ja überhaupt nicht geht. Ohne daß es deshalb "nicht erkennbar" wäre! Aber es ist es nicht.

Mittwoch, 23. Juni 2021

Auch gegen dieses "Leisten" gewettert (1)

Auf Funktionen zu gehen läuft genau im Gegensinn zur wirklichen Verfaßtheit der Welt. In der ein Sein stabil und auf "ewig" angelegt ist. Sodaß ein Ding, eine Maschine, nicht wegen einer temporären Funktion gewollt wird, sondern weil das Ding - nicht die Funktion! - zu meinem Lebensbereich gehört. Sodaß sich auch die Funktion nach der Potenz ausrichtet, in der ich für das Sein des Dings in meinem Hause sorgen kann.

Hier geht es aber um einen zweiten Sinn des Wortes "leisten". Nicht nur als Leistungsfähigkeit im Sinne von Talent oder Fähigkeit. Sondern im Sinne von "sich kaufen können", "sich beschaffen können", dafür sorgen zu können, daß mir etwas nach Lust und Laune zur Verfügung steht.

Freitag, 5. Februar 2021

Schauen wir uns einmal ein paar Zahlen an

Steigen wir einmal einen Schritt zurück. Nehmen wir, was sich in unseren Elitenseelen abspielt, die eine Schichte der Aufsteiger, der "Neureichen"-Mentalität, der Bauern, die in Bürgermeister- und Kanzlersessel kamen. Nehmen wir, was wir aus Erfahrung (der Praxis erwachsener Menschenkenntnis wie dem Wissen über den Menschen) erflossener Kenntnis gewisser Geschehen wissen. Nehmen wir, was an Daten und Zahlen vorhanden ist. 

Da ist einmal, daß in all dieser Corona-Krise sämtliche einzelne Volkswirtschaften der Welt dramatisch eingebrochen sind. Sämtliche. BIS AUF DIE Volkswirtschaft in EINEM LAND. China. Wo auch 2020 das Bruttosozialprodukt um mehr als fünf Prozent gestiegen ist. 

Schauen wir nun noch ein paar andere Zahlen an. Die sich zu einer schönen Graphik anordnen, die einige Aussagen zulassen. Da haben wir hier die Entwicklung der Einkommen, die von arm über mittel bis reich und sehr reich zeigt, wer wieviel von einer weltweit schrankenlos offenen Wirtschaft profitiert hat.

Überraschung. Der Mittelstand wie die Schichte der Mitteleinkommen wird durch die Globalisierung der letzten fünfunddreißig Jahre regelrecht ausradiert. 

Ja, die ganz Armen haben profitiert. Sie verdienen nicht mehr nur einen Dollar pro Tag, sondern mehr. Dann kommen ganz viele Verlierer, der gesamte Mittelstand darunter. Und dann, dann kommen die wenigen und immer wenigeren Reichen. Deren Einkommen ist durch die Decke geschossen. Was für ein Zufall. Wahrscheinlich waren sie nur tüchtiger, nicht wahr? 

Die einzigen Länder, wo ein Karniefeln der Bevölkerung durch Klimawandel-Panik und CO2-Shutdown funktioniert, ist ... der Westen. Vor allem die USA und Europa. Und Afrika, das innerhalb von Peitschenlänge an diesen Ländern hängt und deshalb brav tut und devot befolgt, was ihm geheißen wird. Und dann schauen wir uns an, wie sich der CO2-Ausstoß Chinas, Indiens und Ostasiens entwickelt hat. Nicht, daß wir an die Gefahr von CO2 glauben, und mehr als Glaube ist es nicht. Aber dieses Schema ist im Wirk- und Daseinsbereich des Westens perfekt installiert, und lenkt immer gigantischere Anteile an dessen Produktivität in völlig sinnlose, unproduktive Endlosschleifen der Geld- und Energievernichtung. 
 
Ach, werter Leser, bilde er sich doch sein eigenes Urteil aus diesen Anschaulichkeiten. Und bewerte er selbst die Plausibilität der These, daß sowohl an der Klima- wie an der Corona-Panik ein Urheber steckt. Der sich die verblödeten "ausgebildeten" (unproduktiven) Intellektuellenschichten* des Westens zunutze macht, indem er diesen Leuten endlich sinnvolle Tätigkeit verspricht - in der Subversion ihrer eigenen Länder, mit jenen Völkern, denen sie selbst zugehören, von denen sie sich aber zurückgewiesen fühlen - zurecht? - weil sie an deren Lebenssaft schmarotzen und nichts tun, und nur ablaufoptimierend, aber nicht produktiv denken können. 

Und die alles, was da ihre wirkliche Situation durchschaut, "Verschwörungstheorie" sagen, und jedesmal, wenn sie entlarvt werden könnten das Auditorium verwirren weil im Jargon der Eigentlichkeit daher schwafeln, daß es "keine Wahrheit" gebe. Der man freilich immer die Karotte vor der Nase halten muß, daß sie es "weit bringen" könne. 
Und die ihre armselige Position nur halten können, wenn sie ihre eigene Position so gut es nur immer geht als Arkanum, als Versammlung des Geheimwissens deklarieren können - "Die Wissenschaft sagt", oder "es ist wissenschaftlich erwiesen." Was defacto immer heißt: Das kann durch normales Denken nicht durchschaut werden.

Merksatz: Es gibt zwei Gewinner an Globalisierung und an der Corona-Krise, nimmt man außer acht, daß eine weitere Schichte, die der ganz Armen, nun nicht mehr ganz arm ist, sondern genug zu essen hat, weil Arbeitskraft ja ohne Nahrung auch nicht geht. Wobei diese Schichten ganz gewiß ewiger Dankbarkeit gekennzeichnet sind. Wem gegenüber? Den Nutznießern, den "Bringern" des Glücks, daß sie nicht mehr verhungern müssen. Und die dafür alles geben würden. Alles. Buchstäblich. Denen nur eines gewährleistet werden muß: Sie müssen die Hände der Macht schütteln, sich im Glanz der Medienberichterstattung wichtig fühlen dürfen.

Das ist China, und das sind die ganz wenigen Oligarchen, die in der Lage sind, die Globalisierung auszunützen. Aus-zu-nützen. Nicht "zu nützen". Beides hängt im übrigen engstens zusammen. Chinas Aufstieg und Position wird von den globalistischen Oligarchen finanziert, zum Beispiel.

Der Rest der Weltbevölkerung zerfällt in hier Sklaven (Masse), und dort nützliche Idioten, die die moralische Drecksarbeit für die ersten beiden Gruppen verrichten. 

Der Corona-Virus stammt aus Wuhan? Jein. Aus Wuhan stammt kein gefährlicher, tödlicher Virus. China ist aber die Abschußbasis für eine psychologische Rakete, die die natürlichen gesellschaftlichen Strukturen der Welt in die Luft gejagt hat.


*Ein Volk, eine Gesellschaft, eine Kultur ist durch innere Zusammenhänge und Dynamiken historisch aufweisbar sehr gut und sehr wohl in eine Situation zu bringen, in der die Menschen nicht mehr in der Lage sind, Welt und Wirklichkeit zu denken. Damit werden sie wehrlos und als Machtfaktoren aus dem Spiel genommen, weil sie sich immer ausschließlicher in Zirkelschlüssen bewegt, und ihnen somit die Fähigkeit abhanden kommt, mit der Welt fertigzuwerden. Mit anderen Worten: Sie machen weil denken nur noch Unsinn. Der Zustand der Universitäten und Bildungssysteme im Westen zeigt, daß es dort bereits so weit ist. 


*310121*

Dienstag, 2. Februar 2021

Es hält zusammen, was zusammengehört (2)

Teil 2) Reich sein heißt gar nicht in erster Linie, viel Geld zu haben,
sondern in einer Gruppe gut integriert zu sein, die reich ist 
Das fulminante Fazit, das es in sich hat.

 

Es gibt Untersuchungen, die das eindeutig belegen. Die sogar zeigen, daß in den begüterten sozialen Schichten eine relativ lange "Pechsträhne" möglich ist, ohne daß der "Pechvogel" auch nur irgendwie an Prestige, Respekt, Vertrauen und sozialem Anschluß einbüßt. Die Bereitschaft zum Risiko ist aber für die Vitalität und Dynamik - und auch für den Wohlstand! - einer Gesellschaft unerläßlich. Wer der Geschichte von Ländern mit hohem Wohlstand nachgeht wird immer feststellen, daß an ihrem Anfang zum einen großer Mut, ja Abenteuerlust in Schichten mit hohem sozialem Zusammenhalt gestanden ist.

Schichten haben immer (sic!) eine geringe vertikale Durchlässigkeit. Das war immer so, das ist auch heute so, und das wird immer so sein. Jeder Versuch, diese Schichten aufzubrechen, muß am Wesen des Menschen selbst scheitern. Man kann also nicht mit Geld ausstatten und dann meinen, daß damit dem Aufstieg in höhere Schichten jedes Hindernis aus dem Weg geräumt ist. Zugehörigkeiten, soziale "Einheit" hat nicht mit technischen Güterausstattungen zu tun, sondern umgekehrt: Gewisse soziale Zugehörigkeit drückt sich in bestimmten Gütern aus. Das ist der Kern der Thesen von Douglas, die einer Änderungen der Paradigmen der Zielgruppenforschung im Marketing das Wort redet. 

Nur "Aufsteiger" legen deshalb den Wert auf die Güter oder das für ihren Erwerb nötige Geld, und sie sind genau dadurch sogar erkennbar - als Nicht-Zugehörige, denen eine Schichte bestenfalls einen sehr begrenzten Zugang gewähren wird. Ja, oft sogar Zulassung heuchelt, aber hinter vorgehaltener Hand bespricht, was im Handeln geschieht: Der innerste Kreis wird weiterhin verweigert, und eine wirkliche Zugehörigkeit nicht zugestanden, trotz äußerlicher Zeichen.

Wenn schon, dann ist vertikale Durchlässigkeit von der Eheschließung abhängig, und zwar ... über die Frauen. Nur ihnen ist dieser Weg offen. Sie können es schaffen, aufzusteigen, indem sie sich einen "überlegen positionierten Mann" krallen, um es salopp zu formulieren. 

Fassen wir das Gesagte ein wenig zusammen, dann kommen wir aber nicht nur zu dem Schluß, daß es nicht einfach die "Menge an Geld" ist, die den Wohlstand einer Gesellschaft anzeigt. Sondern wir werden gewahr, welche Bedeutung die soziale Strukturiertheit spielt. Diese wiederum - und jetzt kommt's! - kann nur gewachsen sein. Denn "Neueinsteiger" in soziale Schichten (man denke an die Verachtung, die schon in der Antike, aber heute nicht weniger, den "homo novae"), den Emporkömmlingen entgegengebracht wurde und wird. 

Soziale Gruppen sind nämlich deshalb sozial stark (und womöglich noch über Generationen, also auch schon durch die Väter und Vorväter) weil sich ihre Mitglieder je weiter "oben" sie angesiedelt sind umso stärker identitär abgrenzen. Was sich wiederum über Generationen (weil z. B. auf den Nachwuchs, weil aber auch auf das Heiratsverhalten) auswirkt.

Wohlstand und Güterspezifität gehen also zum einen nebeneinander her. Aber sie sind nur Ausweis - nicht Gründungsfaktor! - sozialen Zusammenhalts. Immer zeigt sich, daß wirklicher sozialer Zusammenhalt auf die Familie zurückgreift zum einen, diese stärkt (vor allem, weil er die Zugehörigen zu einer Familie identifiziert, "sich kennen läßt" etc.) zum anderen. 

Mit weiteren, anderen Worten: Die Charakteristik, in der sozialer Zusammenhalt wesentlich für Wohlstand, Lebenserfülltheit und -vielfalt ist, kann durch die vielge- und berühmte "Straßensolidarität" nicht wettgemacht werden. Damit kann sozialer "Aufstieg" nicht erreicht werden, der ohnehin und in jedem Fall (das ist durch sehr aktuelle Untersuchungen belegbar) sehr schwer ist. Auch das zeigen die Untersuchungen unter Verknüpfung mit wirtschaftlichen Eckdaten. Zwar ist es immer noch besser, wenn jemand diese "Solidarität der Straße" genießen darf, aber sie kann niemals die Vorteile auf den Familien basierenden Zusammenhalts wettmachen.

Die Folgerungen aus dem hier gewiß nur unzulänglich weil gerafft zusammengeführten Fazit sind somit viel weitreichender, als es manchem lieb sein mag. Es ist desillusionierend und ernüchternd, betrachtet man die sozialen Gegebenheiten in unseren Ländern in der Gegenwart. In der (man muß sich das einmal vorstellen!) fünf Jahrzehnte Sozialismus, Identitätsauflösung und Gleichmacherei die Illusion befeuert haben, wir lebten in einer egalitären Gesellschaft, in der es keine gläsernen Zwischendecken in der vertikalen Struktur gäbe. In der also jeder alles werden könne, es hänge alles nur von "seiner Tüchtigkeit" ab. 

Wie soziologische Untersuchungen belegen, sind es die Frauen, die "nach oben" wollen. Daraus kann man schließen, daß eine Gesellschaft mit hohem Drang "nach oben" von Frauen und von den Frauen zugehörigen Männern (vulgo "Muttersöhnchen", Narzißten, feminine Männer) dominiert wird. Gleichzeitig fehlt es dieser weil der femininen Charakterprägung an Bereitschaft, "nach unten" zu heiraten, also dauerhafte soziale Bindungen und damit Schichtenidentitäten einzugehen. 
Anders bei Männern bzw. dem Männlichen in seiner grundsätzlich stärker ausgeprägten Eigenschaft eines Willens zur Einordnung (also dem, was man erwachsene Resignation nennt) in eine bestehende Ordnung. Aber anders als Frauen gehen Männer auch viel bereitwilliger Bindungen mit Frauen ein, die "unter ihnen" stehen oder gestanden sind.

Auch wenn das bei uns nur wenige anerkennen wollen werden, so ist die Egalitarität, die wir angeblich erleben, nicht Merkmal eines Aufstiegs breiter gesellschaftlicher Schichten, wie verkündet und als Dogma zu glauben vorgeschrieben wird. Man denke nur an die kaum begreifbare Tatsache, daß fast sechzig Prozent der heutigen Jugendlichen Matura machen, daß der "Akademikeranteil", also der Anteil an Menschen mit universitärem Diplom, im kapitalistischen Westen bei zwanzig Prozent liegt. Sie alle aber fühlen sich mit einem Anspruch auf die oberste Schichte ausgestattet.  

Die Wahrheit ist für manche hart. Nicht diese Schichten sind aufgestiegen, sondern die Merkmale wurden billig, so könnte man es sagen. Nicht der Wohlstand ist gestiegen, sondern nur die verfügbare Menge an (unter vielerlei Hinsichten - man denke an Quoten, gar nicht nur an Umverteilungs- und Sozialleistungen - künstlich verteiltem) Geld. Entsprechend fielen auch die Produkte, welche man als Attribute (man denke an die Rolle der Filme dabei, die breiten Schichten davon erzählt haben, welche Güter in höchsten Schichten Standesmerkmale sind) der Zugehörigkeit zu den (gewünschten, das heißt erträumten) sozialen Schichten. 

Als weiteres Indiz ist festzustellen, daß wir heute in einer Güter- und Konsumationswelt leben, in der die Produkte nur noch so "wirken", aussehen müssen wie hochwertiger eingeschätzte, also einer höheren sozialen Schichtenidentität zugehörigen Güter. Ja, in der diese Güter von einer minderen, aus technischen Ersetzungsprozessen zusammengestoppelten Qualität bestehen, die vor allem ein Kriterium erfüllen müssen: Sie müssen billig sein.

Man könnte also zu einem weiteren abschließenden Urteil gelangen. Das die Gesellschaften in unseren Ländern als Gemeinschaft von Prahlhälsen und Defraudanten charakterisiert sind. Die nicht risikoaffin und schöpferisch sind, die nicht das eigentliche Merkmal von Reichtum - die dauerhaften Güter und Institutionen - anstreben, sondern einen Identitätsschwindel, eine Maskerade abführen. 

Der aber von der Politik und bestimmten Ideologiekreisen vorgemacht wird, daß die Quantität der Güter, mit denen sie sich umstellen, einer höheren Schichte zugehört. Damit niemandem auffällt, daß unsere Gesellschaften insgesamt, deutlich und gegen alle Versprechungen, mit denen sich eine bestimmte Elite den Zugang zur Macht erschlichen hat, nach unten gesunken sind.


*260121*

Montag, 1. Februar 2021

Es hält zusammen, was zusammengehört (1)

(Ein Versuch einer systemischen Gruppierung zum Behufe einer Aussage, die sich harmonisch in ein Insgesamt fügt.) Es trifft den Kern der Sache nicht, schreibt Mary Douglas in "The World of Goods", wenn man den Reichtum einer Gesellschaft an deren Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner mißt. Das sagt wenig aus. Vielmehr ist es eine Anzeige für soziale Strukturen, und Reichtum oder Armut entscheiden sich dort. Das setzt in der Tatsache an, daß sich Armut in erster Linie darin ausdrückt (ja, dort verankert ist!), daß der weniger Begüterte an hochfrequente Prozesse stärker gebunden ist. Er hat also weniger Zeit und Kapazität, soziale Kontakte zu pflegen. 

Diese sind es aber, die die Elastizität persönlicher Umstände bestimmt, welche wiederum einerseits dafür maßgeblich sind, ob jemand Rückschläge verkraftet oder nicht. Eine solidarische (also sozial gleiche!) soziale Schichte hängt davon ab, wie gut sie gepflegt werden kann, und das wiederum ist eine Frage der Reziprozität. Das heißt, daß sich Schuld und Schuldeinlösung in einem ständigen Ausgleich, bei gleichzeitigem Aufbau neuer Verbindlichkeiten im nächsten Schritt (einer ist immer "voraus") befinden.

Salopp gesagt bedeutet das, daß jemand dem anderen - dem Schichten-Kollegen sozusagen, etwas Gutes tut, ihm einen Gefallen leistet, bei der Berufslaufbahn hilft, was schon alleine, ja vor allem durch adäquate Information geschieht, hilft bei der Berufslaufbahn etc. Das ist bei wohlhabenderen Schichten nicht nur besser und auf vielerlei Weise möglich, sondern es ist geradezu Merkmal einer sozialen Gruppe. Damit ist erklärt, warum eine wohlhabende Gesellschaft immer auch eine Gesellschaft von großen Gruppen mit hoher Solidarität ist. 

Denn diese Wechselseitigkeit ist bei weniger wohlhabenderen oder gar bei armen Gruppen überproportional eingeschränkt. Und zwar AUCH, wenn sie scheinbar an keinen gravierenden Mängeln leidet. Und zwar NICHT nur an Gütern des eigentlichen Lebensbedarfs, wie man meinen könnte, sondern sogar, wenn sie mit Konsumgütern relativ gut versorgt ist. Weil - siehe oben - sie durch die Art der Produktivität (nicht durch deren Bedeutung am Markt), die die Notwendigkeit ständiger Anwesenheit bedeutet (und das ist mit hoch- oder niederfrequent gemeint).

Reich sein heißt, daß so viel Kredit seitens einer Gruppe zur Verfügung steht, daß Verluste weitgehend absorbiert werden können. Es setzt damit voraus, daß man auf fast verborgene Weise in ein Netz eingewoben ist, das nur schwer zerreißt. Arm sein heißt hingegen, isoliert zu sein.

Die Schichte der Wohlhabende(re)n weist sich in erster Linie dadurch aus, daß deren Mitglieder relativ frei über ihre Zeit verfügen können, wir haben das bereits angedeutet. Das darf man durchaus in weiterem Sinn auslegen, und zeigt, daß man Wohlstand häufig mit anderen Kriterien messen sollte. Es ist dann diese Vielfalt im sozialen Leben, die nicht nur dem Geld, sondern dem Prinzip der Reziprozität innerhalb einer Schichte geschuldet ist. In Gestalt einer Gruppe, die "so und so lebt", und die vor allem eine Gemeinsamkeit hat: In der Möglichkeit, mit ihrer Zeit zu verfahren. Die also nicht kurzfrequent, sondern mittel- oder langfrequent leben kann.

Diese Thesen haben übrigens auch gewisse Nützlichkeit. Denn so kann man dann das Kaufverhalten von Menschen viel besser als mit "Mikrozensusdaten", Zahlen zu Einkommenshöhen und so weiter abschätzen. Denn was Menschen kaufen, hängt nicht einfach mit Geld zusammen. Sondern in den erworbenen Gütern zeigt (nicht: erwirbt!) sich hier Zugehörigkeit, dort ein Willen zur Zugehörigkeit.

Diesem sozialen Standesverhalten (und um das handelt es sich) dienen die Güter, die die Menschen anschaffen. Mit denen aber nicht nur die Erfüllung der zwischenmenschlichen Reziprozität möglich ist, sondern die das Fundament einer ganz wesentlichen Eigenschaft von Identität selbst bedeuten, nämlich der Eigenschaft der Abgrenzung. Glieder einer sozialen Schichte kennzeichnen sich nämlich durch eine bestimmte Art der Güter, die sie kaufen, mit denen sie sozusagen "ihre Umwelt dekorieren." Dazu gehört auch ein bestimmtes "Überschußverhalten", denn im sozialen Umfeld muß immer wieder "in Vorleistung" gegangen werden (können).

Schön langsam wird damit vielleicht begreifbarer was Armut in Wahrheit bedeutet. Nämlich gar nicht in erster Linie die Abwesenheit von notwendigen (kurzfrequenten) Gütern. Sondern die mangelnde Möglichkeit, die Güter selbst das soziale Leben "tragen" zu lassen, und vor allem aber die Vielfalt der Lebensgestaltung durch Güter. Denn die ist es dann, die Differenziertheiten möglich macht. Und die sind wiederum unbedingt notwendig, weil es in keiner wohlhabenden Gesellschaft GROSZE Schichten, dafür aber VIELE Schichten gibt. 

[Beispiel: Ein Unternehmer trifft seinen Freund, der ebenfalls ein Unternehmer (mit ähnlicher Firmengröße, ähnlicher Lebensführungsmöglichkeit) ist. Beide unterhalten sich nun über ihre Leidenschaft für Zigarren aus Kuba und beschließen, einem Club der Zigarrenraucher beizutreten. Der Leser kann selbst weiterdenken, welche Vielfalt sozialer Verbindungen und Verbindlichkeiten sowie welche Folgemöglichkeiten sich aus diesen wenigen Merkmalen bereits ergeben. Denke sich der Leser alleine dieses Beispiel nun für vom Monatslohn (=hochfrequent) abhängige Arbeiter, die abends nach der Schichte im Dorfwirtshaus sitzen und Marlboro rauchen.]

Untersucht man die sozialen Strukturen wohlhabender Länder ist es also vor allem die Differenziertheit und Vielfalt des Sozialen, die auffällt. Die NICHT dem ersten Sektor eigen ist, also dem der Urproduktion (Landwirtschaft, Bergbau etc.)! Diese Vielfalt ist selbst schon dafür verantwortlich, daß sich auch jene differenzierteren Erwerbsmöglichkeiten ergeben, die bereits dem zweiten (Verarbeitung), vor allem aber dann dem dritten Sektor des Wirtschaftslebens (Verwaltung, Lehrerschaft, jedenfalls mit hohem Dienstleistungscharakter) zugehören.

Damit ist ferner nicht nur erfaßbar, woraus das Geistesleben einer Gesellschaft sich charakterisiert. Sondern es zeigt einen weiteren wichtigen Faktor, der für Wohlstand bedeutend ist, und das ist der der Risikoaffinität. Jemand, der einer wohlhabenden Schichte im oben versucht beschriebenen Sinn zugehört, weist nämlich auch eine bei weitem höhere Bereitschaft auf, RISIKO einzugehen. 

Denn der Arme, dem ein Risiko schlagend wird, weil er - sagen wir - einen Betrieb gegründet hat, der aber pleite ging, sodaß ihm sogar Schulden bleiben, kann sich kein zweites Risiko mehr leisten! Er überlegt es sich also dreimal (und das wörtlich) so gut wie der Wohlhabende(re), ob er ein Unternehmen gründet, weil er NUR EINE CHANCE hat. Geht die schief, ist er gewissermaßen für den Rest seines Lebens erledigt. Geht dem Wohlhabenden (mit einem entsprechenden sozialen Netz Gleichgestimmter) ein Unternehmensplan daneben, ist die Wahrscheinlichkeit, daß er sich fängt, ja daß er von seinem sozialen Umfeld aufgefangen wird, sehr hoch!

Morgen Teil 2) Reich sein heißt gar nicht in erster Linie, viel Geld zu haben, sondern in einer Gruppe gut integriert zu sein, die reich ist - Das fulminante Fazit, das es in sich hat.


*260121*

Sonntag, 31. Januar 2021

Kein Leben außerhalb des Tanzes (2)

Teil 2) Das Schöne ist auch gut. Tanz und Moral sind Geschwister.


Ja mehr noch. Selbst in der nicht menschlichen Natur (etwa in der Tierwelt) läßt sich feststellen, daß jedes Handeln lebender Kreatur in einer gewissen gesetzten Gestaltgebung, also in einer gewissen "Liturgie", einem System von Formen abläuft. Das geht so weit, daß man, wenn man von Instinkten spricht (Henry Fabre hat dazu so wunderbare Beobachtungsschilderungen geliefert), zu nicht geringer Verblüffung feststellt, daß diese Instinkte von einem liturgischen Ablauf nicht nur ausgehen, sondern so sehr davon abhängen, daß das Fehlen der materiellen Bedingungen dazu die Tiere entweder irritiert (ohne daß sie es aber korrigieren könnten), oder ihnen gleichgültig ist. 

Das, was sie zu tun haben, ist zu allererst einen Ritus zu vollziehen, ihre "tierische Kultur" gewissermaßen (die freilich keine Kultur ist, weil sie nicht gesetzt, also frei gewählt ist) zu vollziehen. Ist das getan, sind sie zufrieden. Selbst, wenn das materielle Ziel dabei nicht erreicht ist.** 

Als illustrierendes Beispiel: Bei vielen Schlupfwespenarten (wie bei der Maurerwespe) baut das Weibchen eine Höhle für den Nachwuchs, magaziniert sie (zusammen mit dem Männchen) mit entsprechender Nahrung auf, legt dann ein Ei darauf, und macht diesen Bau wieder zu. Nimmt man das Ei heraus, legt die Wespe kein zweites, sondern vollzieht trotzdem ihre nächsten Schritte im Ablauf, bis zur Versiegelung des Baus. Obwohl der Zweck ihres Tuns nicht erreicht ist. Sie ist nicht in der Lage, in ihren Ritus zurückzusteigen, und noch einmal einen bereits gesetzten Schritt zu wiederholen. Sondern sie geht wie nach einer Aufgabenliste vor, und setzt wie in einem Ablaufzwang einen Ritusschritt nach dem anderen.

Der Mensch ist deshalb völlig anders, weil er nicht nur vom Symbolgehalt seines Handelns auszugehen vermag, sondern weil er in der Lage ist, sein Handeln in einen Bezug auf den letzten Sinn zu setzen. Weil er eine Hierarchie der Symbole zu setzen vermag, in der das Höhere das jeweils Niedere bestimmt, und nicht umgekehrt. Man kann sogar so weit gehen daraus abzuleiten, daß die Richtigkeit (als graduell höchstmögliche Sinnbezogenheit) einer Einzelhandlung sich aus der nach "ästhetischem Gefühl" zu beurteilenden Einfügung in ein Gesamtbild. Daraus werden sogar Begriffe wie Schönheit und Harmonie begreifbarer. 

Der sittliche, der moralische Mensch ist somit immer ein Mensch des Willens zur Schönheit des Insgesamt. Dieser Satz gilt auch im Umkehrschluß. Es ist kein Zufall, wenn die menschliche Überlieferung das Böse dem Häßlichen und Unharmonischen, Nicht-Eingefügten zuordnet.

Kein menschliches Handeln ist aber ein rein technisches Erfüllen eines Zweckes als ihrer eigentlichen Grundlage, sondern dieser "Nutzen" ist eine Frucht eines Setzens von Symbolen als das Erstellen von Gestalten, die in dieser ihrer Gestalt einem umfassenden Gesamtsinn dienen. Der Mensch spielt somit, und er spielt immer! Und die Erfüllung seines Gesamt-Sinnes, des letzthinnigen Sinnes seines Lebens ist aus dem korrekten Befolgen der Form, der Liturgie als Setzen von Gestalten innerhalb einer vom letzten Sinn vorgegebenen Geordnetheit der Gestalten gegeben. Oder nicht. 

Das menschliche Leben, das immer ein Kulturleben ist, ist somit immer ein Tanz. Nicht als gewissermaßen Dekorhaftes, das das rein Materielle, Funktionale bereichern soll (aber an sich unwesentlich ist), sondern das die eigentliche Handlung IST. Der jeder "Nutzen" (der nur vor den Sinnhorizonten als solcher erkennbar ist) lediglich innewohnt.*

Ohne das, ohne Sinn, ohne Symbol, ohne Spiel, ohne Liturgie, ohne Rhythmik (und was immer auch einer harmonischen Gestalt oder einem gelungenen Bilde dienlich sein mag) ist es gar nicht: Kein Mensch kann ohne Sinn, aber auch kein Mensch kann ohne Symbolwelt existieren. Tut er das, lebt er so reduziert, ist er dazu etwa gezwungen (wie in Situationen der Gefangenschaft), ist der Selbstmord naheliegend. In dem er selbst die Welt von nicht der Welt Zugehörigem - und das ist immer die Zugehörigkeit zu einem Sinnsystem als System von Gestalten, von Handlungsschemen, von harmonischen, sinnerfüllenden und sinnbezogenen Bildern - reinigt und befreit. Weil er sich außerhalb einer sinnvollen Gestalt außerhalb der eigentlichen Lebensquellen weiß. Die Quellen des Sinns sind.



*Wir bringen an dieser Stelle die Unterscheidung von Armut gegenüber Elend: Elend heißt die Abwesenheit des Tanzes, der aber hier ein Verzicht - also eine sittliche Handlung - ist. Armut heißt aber die Einschränkung der Tanzschritte, heißt eine Begrenzung der Möglichkeit, den Sinn darzustellen und zu erfüllen.

**Wenn wir die Welt des Lebendigen gleichzeitig in eine Rangordnung stellen, so steht am Sockel dieser Hierarchiepyramide das undifferenzierte Leben, in dem der Teil ohne das Ganze nicht lebensfähig ist. Je weiter die Individualisierung aber festzustellen ist, desto unabhängiger ist der Teil vom Ganzen - ohne freilich zu sagen, daß er das Ganze nicht braucht, also alleine leben soll weil kann. Sondern wo der Teil das Ganze widerspiegelt. Zu dem er sich verhalten kann. 

Was am Vollkommensten beim Menschen der Fall ist. Der sich dabei vom Tier (und noch mehr von der Pflanze) aber nicht graduell, sondern kategorial unterscheidet. Weil er sich im Geist zur geistigen Ordnung, zur Harmonie des Ganzen verhalten und den Teil (also sich in seiner Leiblichkeit) durchformen (was heißt: In Besitz nehmen) kann, beim Menschen sogar: Muß. Weil es zu seiner Natur, zu seinem Wesen gehört. Der Mensch kann sich beim Denken zusehen, er IST nicht sein Denken (wie man Descartes deuten könnte).

Insofern kann NUR der Mensch aber auch aus dem Ganzen, aus der Harmonie des Gesamtbildes herausfallen, indem er seine eigene Gestalt miß-gestaltet. Was er immer dort tut, wo er sündigt, also gegen (und das heißt ohne) den Sinn handelt. 

Die Unterschiede beim Menschen (wie bei jedem Lebewesen) sind einer einzigen Tatsache geschuldet: Der, daß alles Konkrete immer (!) an je einem Ort ist. Welcher wiederum in jeweils anderer Beziehung zu seiner Umgebung steht, und deshalb andere Gestalt annimmt wie erfordert. Kleinste und allerkleinste Unterschiede in den Anfangskonstellationen bewirken (siehe die Thesen des Nobelpreisträgers Henri Poincaré, wenn denn also jemand meint, daß ein Bezug zur "Wissenschaft" Mehrwert in der Erkenntnis bewirke) große in der Endgestalt. Erst in dieser Hinsicht wird begreifbar, was "Massenmensch" bedeutet: Die Verweigerung der Distinktheit des eigenen Ortes. Und das heißt: Die Verweigerung des Tanzes! 

Er bleibt ein Schema, dem "Fraktale" sozusagen eingesogen, ohne sich zur Individualisierung hinauszuheben (was Kraft kostet, und das ist dann ja Tugend: Per Haltung gebündelte, institutionalisierte Bewegungsrichtung) denn da würde es um Arscherl ziehen. Und das möchte der sozialstaatsverstörte Mensch eben vermeiden, genau das wurde und wird ihm ja aberzogen. Durch Formvermeidung, -zerstörung wie -verhinderung. Durch Gesetze. So formt sich eine Gesellschaft und mit ihr eine Kultur ihre eigene Zerstörung. 


*260121*

Samstag, 30. Januar 2021

Kein Leben außerhalb des Tanzes (1)

Was ist nützlich? Vielleicht wird mancher Leser, Gott hab ihn lieb, verblüfft sein, wenn dieser Frage die Frage nachgeschoben wird, was dieses "nützlich" denn überhaupt sei? Aber dann wird es transparenter, wenn der Leser sich beim Denken zusieht. Er wird nämlich sehen, daß er dazu ein Menschenbild sowie eine Interpretation der Geschichte (sogar der Welt) aufruft. Erst vor deren Hintergrund wird definierbar, was nützlich sei. 

Wenn man den Nutzen nicht nur in Hinblick auf ein Gesamtziel der Geschichte (die den Menschen einbegreift) abschätzt, sondern auch den Willen mitdenkt, daß die Erreichung dieses Zieles einem weiteren, noch umfassenderen Ziel dient. (Und sei es: Das Überleben oder Bestehenbleiben der Menschheit.) Diese Antwort ist deshalb als "letzte" Antwort zu finden, weil sie den Bereich des rein Materiellen verlassen muß. Sie muß also transzendent werden, den Interpretationsrahmen der bloßen Physik verlassen, und das gesamte physische, materielle Geschehen in einen geistigen Rahmen einbetten. 

Damit ließe sich das Leben der Menschen auf einen Punkt bringen: Daß es seinen Sinn nicht nur als das letztlich jedes Einzelhandeln motivierende Ziel ("auf - zu") erkennen läßt, das auch Prioritätenhierarchien aufstellt, die nicht nur dem Urteil als Grundlage dienen, um im Entscheidungs- und Wahlfall zu erkennen, was wichtiger, besser ist als etwas anderes, sondern gleichermaßen das menschliche Handeln (als das Weltbestimmende; denn es wäre über Sinn menschlichen Handelns gar nicht entscheidend - sondern höchstens resignativ als Suche nach einem "was habe ich sonst vielleicht doch davon?" - nachzudenken, wenn die Vorgänge, das Schicksal der Welt vom Menschen gar nicht beeinflußbar wären), sondern daß dieses Ziel als Gerichtetheit und Kriterion des Handelns aus einer menschlichen Zielsetzung, also aus einem menschlichen Akt stammt. Ja mehr noch. 

Es wird nun erkennbar, daß die Gestalt und Struktur menschlicher Gesellschaft durch diese Zielsetzung zur Kultur wird, weil nicht nur alles Handeln, sondern auch jede Institutionalisierung (als die entscheidenden Fix- und Fundamentpunkte) aus einer Sinngebung folgt. 

Daß dieser Sinn einem vorliegenden Sinn folgt, ist ein Nebenprodukt dieses Erkennensweges. Es ist insofern von Bedeutung, als das Gelingen menschlichen Handelns aus dem Erreichen dieses vorliegenden Sinnes - dem der menschlich definierte, somit zur expliziten Norm gesetzte Sinn "Gehorsam" sein muß und folgt - beurteilt wird. 

Die menschliche Welt - und eine andere gibt es nicht - ist eine Symbolwelt

Aber damit wird auch klar, daß das menschliche Handeln, die Gestalten und Dinge, mit denen der Mensch seine Welt als der Bühne seines Welttheaters "vollstellt", eines ist: Symbol. Was bedeutet, daß in ihm - noch einmal: In jedem Handeln, in jedem "Produkt", in jeder festgesetzten Institution, in der wiederum ein Gelingen angestrebt, gewissermaßen "garantiert" wird - ein Sinn mit einem konkreten Material verschmilzt. Sym-bol. Es paßt etwas zusammen, das als Einzelstück Scherbe eines Ganzheitsbildes ist. Was im tiefsten Sinn sogar einem Rechtsakt vergleichbar ist (und im antiken Griechenland auch in diesem Sinn verwendet wurde).

Sinn und Materie. Sinn als Formierendes, als Informierendes (was bereits ein actu der Form ist) von Materia, die erst dadurch zur Gestalt wird. Es ist somit der - dem Transzendenten entstammende - Sinn, der die Welt zur Welt der Kultur macht. Und damit die Welt insgesamt in ein Sinngefüge hineinstellt, das einem vorgegebenen Sinn folgt und im Grad des Gelingens mehr oder weniger entspricht.

Damit kehren wir endlich wieder an den Ausgangspunkt zurück. Wo wir die Frage nach der Nützlichkeit gestellt haben. Um festzustellen, daß diese Nützlichkeit von einem transzendenten Sinn abhängt, den der Mensch setzen muß. Was gleichbedeutend mit Kultur ist. Was wiederum bedeutet, daß die Welt des Menschen, die immer eine Welt der Kultur ist, nur in dem Grad eine Welt der Kultur ist, als es gelingt, Sinn zu erfüllen. Und zwar durch Dinge, durch Gestalt, die der Mensch setzt, und die Symbol ist.

Das ist auch der springende Punkt in den Untersuchungen des Ethnologen Marshall Sahlins. Der sich mitten in der 68er-Revolution des vorigen Jahrhunderts gegen ein materialistisches, marxistisches Kulturmodell ausspricht. Weil er in all seinen Fall- und Feldstudien der Welt, sei es bei sogenannten primitiven, sei es bei sogenannten zivilisierten Völkern (also bei "uns", zumindest bewerten es die meisten so - daß wir das "Bessere" in unserem Besitz haben), entdeckt hat, daß sich im menschlichen Handeln egal auf welcher Ebene eine Priorität des Transzendenten einerseits, und eine Kultur als Kultur gesetzter Symbole anderseits abgezeichnet hat. Es sind nie die materiellen Bedürfnisse, gewissermaßen, es ist nie der Satz "erst das Fressen, dann die Moral", sondern es ist ERST die Sinnerfüllung, und DANN das "zu Fressende", das durch den Sinn eben genau das nicht mehr ist: Fressen. 

Morgen Teil 2) Das Schöne ist auch gut. Tanz und Moral sind Geschwister.


*260121*

Samstag, 12. Dezember 2020

Wie sich Politik und Geld vermählten (2)

 Teil 2) Die ungeschminkten Anmerkungen


*Als einem bereits wahrhaftigen Renaissancekönig war der Anspruch Heinrichs VIII. auf Allmacht in seinem Staate, mit dem er sich ursprünglich aus der Schuldenfalle ziehen wollte, zum Bumerang geworden. Denn nun waren Geldgeber, Banken mit der Situation konfrontiert, daß der König als Schuldner jederzeit per Federstrich Gesetze erlassen konnte, die ihn von seinen Schulden befreiten und die Kreditgeber enteigneten. Oder vielleicht gar einen Kopf kürzer machten. Also bekam Heinrich nirgendwo in Europa noch Kredit. 

Das löste William III. einige Jahrzehnte später, und er konnte es nur lösen, indem er die Hand des Geldadels ergriff. Die fortan mit einer von der Monarchie abgesicherten Zentralbank umgekehrt den König finanzierten (und den gesamten Geldschöpfungsprozeß des britischen Bankenwesens kontrollierten) - wenn der König die Macht über die Finanzierung der Monarchie ans Parlament formell abgab.

Der VdZ schreibt dies freilich mit einer gewissen hintergründigen Absicht. Denn er möchte dem Leser vielleicht klarer als bislang machen, daß Geld kein "Ding an sich" ist, sondern Symbol für ein reales Verhältnis. Das seinem Wesen nach ... Schuld (also: Schulden, als zu tilgende Verpflichtung) ist. Wenn es somit verschiedenenorts wie ein böses Schattengespenst an die Wand gemalt wird, daß Banken Geld "aus nichts" schaffen, so muß man dazu sagen, daß das überhaupt zum Wesen des Geldes im eigentlichen Sinne gehört! 

Davor muß sich also niemand fürchten, solange diese Verpflichtung auch erfüllt werden kann und das auch beabsichtigt ist. Denn dieses "nichts" ist kein "nichts", sondern ein Versprechen, durch zukünftige Arbeit (sic!) das heute ausgegebene Geld zu bedecken. 

Unser Geldwesen selbst aber hat durch diese flexible Geldschöpfung "vor Ort" (also durch Banken) jene Dynamik, die einer menschlichen Gesellschaft angemessen ist. Das hat bei aller substantieller Kritik die Entwicklung des Wohlstands in den letzten drei Jahrhunderten denn nun doch gezeigt. Das sollten wir zumindest vor Augen haben, wenn wir darüber reden.

Eine Geldschöpfung, die durch eine Zentralgewalt (hier und bis heute überall dual, durch König UND - privater! - ZentralBANK) gesteuert wird. Wiederum mit einem Parlament verschränkt, das dieses Gleichgewicht steuern kann und will. Und in der einen Beschluß aufbereitenden Debatte der Öffentlichkeit zugängig, durch die Wahl der Abgeordneten sogar mitbestimmbar macht. Mit dem uralten Leitbild, daß Besteuerung nur möglich ist, wenn die Bevölkerung (also der Besteuerte) dieser Besteuerung (die eine Form der Enteignung ist) auch zustimmt.

Was eine etwas anders gelagerte Frage aufwirft. Ob nämlich die gegenwärtige Praxis der Demokratie diese Kontrolle überhaupt auszuüben vermag. Ob also nicht eine Diskussion über die Institutionalisierung unseres Staatswillens angebrachter wäre als die letztlich substanzlose und utopistische Forderung nach "Transparenz" einiger Personen oder Gruppen. 

Tabuwort Demokratie

Die in einem seltsam verschwommenen, irrationalen Wunsch- und Traumbild einem Demokratismus anhängt, der wie ein messianischer Wundermechanismus alles "irgendwie" lösen soll. Und übersieht, daß die Rechtfertigungsmythen der Demokratie (als Telos, als Ziel, auf die sie angelegt ist) nie erfüllt und gar nicht erfüllbar weil irrational sind. Was sich nicht zuletzt an der Sakrosankt-Stellung des Wortes "Demokratie", aus der seine wirre, wahllose Verwendung als "Argument" (dabei aber nur Totschlaginstrument dem anderen gegenüber) ablesen läßt.

Wer bitte schön (und der Leser möge das anhand seines Umfeldes einmal überprüfen) wäre bereit auch nur spielhaft anzunehmen, daß das, woran wir immer mehr zu leiden meinen, wirklich leiden und noch mehr leiden könnten, all die Korruption, Instransparenz, die sich bildende Oligarchie (die jede "Mitsprache des Volkes" zur Farce macht), und überhaupt so viele der Zukunftsängste, auch unser Geld betreffend, mit dem Instrument "Demokratie" überhaupt nicht lösbar, sondern sogar deren unausbleibliche Folge sind? 

Wäre James Corbett etwa, dessen Kritik und Analyse sehr oft sehr zutreffend, klug, ja luzid ist, wäre der etwa bereit anzunehmen, daß sein Glaube, die Mißstände, auf die er hinweist, wären keineswegs "durch mehr Demokratie" behebbar weil nur Abweichungen von deren innerstem Gefüge und Sinn? Daß es also schlicht naiv und sachlich falsch ist, auf eine Bewegung "von der Straße" zu bauen, ja die "Aufgeklärtheit jedes Einzelnen" als eigentliches Wesen der Demokratie zu sehen?

Warum das falsch ist? Weil Denken, also "Aufklärung" nur in Zusammenhang mit eines Ort, also Stand, Berufung usw und damit Traditionstreue gesehen werden kann. Diese Bestimmung nie überschreitet, und eben nicht, wie die Aufklärung postuliert (ohne je daran zu glauben, bitte sehr! die Aufklärer waren sogar immer die schlimmsten Diktatoren, weil und wenn sie erkannten, daß ihre Vorstellung sich "nicht realisiert") eine Frage simpler mechanistischer "Logik" ist. 

Warum das? Kurz noch einmal gesagt: Weil Logik selbst Postulate HAT und braucht. Und das ist eine der mathematischen Logik vorausgehende Annahme über die Wirklichkeit, die selbst NICHT mit dieser "Logik" zu erfassen, sondern eine Frage des Transzendenten, des Glaubens ist.

Übrigens: Die Griechen, auf die wir uns in dieser Frage gerne berufen, wußten das noch. Ihr Verständnis von Demokratie als Herrschaft des Volkes war keineswegs irrational, sondern ziemlich anders, realistischer, als wir es pflegen.

²Dieser Eigentumsvorrang ging so weit, daß 1850ff. das Eigentum der (meist englischen) Landlords vor dem Notrecht der Iren selbst gereiht blieb. Während sechs Millionen Iren verhungerten, exportierten die englischen Herren des Landes unter Schutz eines Drittels des englischen Militärs die im Land produzierten Lebensmittel. Während sich, übrigens, die irischen Bischöfe in England eine Auszeit nahmen und von den Kelchen der Honneurs schlürften, die die englische Krone ihnen angesichts ihrer Dienstbarkeit servierte.

**Was hier heißt: Polygamie. Denn das bedeutet jede "Scheidung und Wiederverheiratung". Das hätte aber für einen christlichen, katholischen König bedeutet, daß er aufgrund seines moralischen Zustands der Repräsentation Gottes verlustig gegangen wäre. Ab diesem Moment war ihm kein Untertan, kein Bürger, kein Adeliger mehr zu Gehorsam und Eidtreue verpflichtet.

³Es gab in jeder Kultur auf ihrem Weg nach oben Einrichtungen der "Jubeljahre", also des Streichens von Schulden. Und damit der Möglichkeit zu einem Neubeginn nach einer Zeit von Mißgeschick, von Mißernten oder schlicht von Versagen. Damit hat der Kapitalismus aufgeräumt. Der den Schuldner gnadenlos nicht nur unter Zinsdruck stellt, sondern ihm bei Zahlungsunfähigkeit bis zur Versklavung nachstellen kann. Die englische Marine (Matrosen) mit den bekannt brutalen "Disziplinierungsmaßnahmen" oder Australiens Geschichte der Besiedelung, die eine Geschichte unfaßbarer Gewalt und grausamen Unrechts ist, sind auch und vor allem eine Geschichte der Verschuldeten.

***Wir berühren hier sogar eine der Hauptwurzeln der Sklaverei. Sogar der Sklaverei in Afrika (und damit der "Neuen Welt"), die nur durch die Verschuldung vieler Afrikaner möglich wurde. Sodaß diese zuerst Verwandte, Kinder und schließlich, wenn auch Überfälle von Dörfern und Stämmen, die von der eigenen Heimat entfernt waren, nicht fruchteten, sich selbst "verkauften." Um unter vereinbartem "sozialen Tod", unter Verzicht auf Leben und Würde ihre Schulden abzuzahlen!

****Es war genau diese Entwurzelung, die die Geburt der universalistischen "Nation" bewirkte. Die "als Idee" zu einer ideologischen, voluntaristischen, positivistischen "Nation" das wurde, was wir als "Nationalismus" bezeichnen. Eine völlig andere Qualität als die Vaterlands- oder gar Heimatliebe. 


*091220*

Freitag, 11. Dezember 2020

Wie sich Politik und Geld vermählten (1)

"Das Ergebnis war, daß die in Privathand befindliche Bank (Bank of England, Anm.) die persönlichen Schulden des königlichen Souvereigns (William I. von Oranien) in eine Schuld des Staates umwandelte. Die somit sogar zu einer staatlichen Währung wurde. Die Besiegelung dieser Transformation privater in gesellschaftliche Produktion von Geld (als Forderung demjenigen gegenüber, der eine Münze oder eine Banknote herausgibt) wurde durch einen Wandel im Machtgefüge erkauft. Die jenes historisch einmalige hybride Konzept eines "Königs im Parlament" hervorbrachte, die wir in England bis heute haben. 

Mit diesem Vorgang in England nahmen 1697 erstmals in der Geschichte Europas Institutionen für die öffentliche Produktion von Geld Gestalt an, die von einem immer wieder zu suchenden Gleichgewicht von wirtschaftlichen und politischen Interessen getragen wurden. Der Staat wurde nunmehr durch Anleihen bei einer mächtigen Geldgeberklasse finanziert. Und der Ort dieses Interessensausgleiches war eine öffentliche Bank. Somit hatten beide Seiten Interesse daran, daß die jeweils andere Seite langfristigen Bestand hatte."

Das schreibt Geoffrey Ingham in "The Nature of Money" über jene historische Phase, in der sich Politik und politische Macht erstmals mit dem Großkapital insoweit verbündete, als sie - in einem fortan geeinten Willen, in welchem sie dem "gemeinen Volk" gegenüberstanden - das Schicksal einer Nation bestimmten.

Dieser Punkt war das fast unvermeidbare Ergebnis einer seit dem 14. Jahrhundert immer drängender werdenden Verschuldung der englischen Könige. Die unter Heinrich VIII., der seine Vorfahren an Prunk- und Luxusliebe (bei gleichzeitigem Ehrgeiz in außenpolitischen Angelegenheiten, was im Klartext heißt: Kriegen) noch weit übertraf, so drängend wurde, daß dem König* "keine andere Wahl" blieb, als die Kirche zu enteignen. Die damals (rechnet man es in Geld um, wenngleich das niemandem eingefallen wäre außer ...) geschätzt die Hälfte der Vermögenswerte Englands besaß. 

Er nützte dazu geschickt kircheninterne Parteiungen, entledigte sich elegant moralischer Probleme**, samt den damit verbundenen schwerwiegenden Problemen der Legitimation seiner Herrschaft, und nannte diese Zerschlagung der Sozialgefüge samt der darauf folgenden Entwurzelung seines Volkes - wie wir Heutigen - nach lutherischem Vorbild "Reform" bzw. "Reformation". 

Für die Bevölkerung freilich änderte sich damit Gravierendes. Denn der Kirchenbesitz war im Wesentlichen Allgemeingut, und bis zur Reformation unter Henry VIII. war es jedem Briten jederzeit möglich, wenigstens seinem existentiellen Grundbedarf zu decken. Denn jeder konnte auf dem Kirchenbesitz ("Allmenden") ein paar Tiere halten, oder etwas anbauen, von dem er wenigstens grundsätzlich überleben konnte. Damit war nun Schluß. Denn fortan war alles Privatbesitz, und aus einst freien Bürgern wurden lohnabhängige Arbeiter. Sofern sie überhaupt Arbeit bei den neuen Herren fanden.

Die noch einen Preis vom König ausgehandelt hatten - den des absoluten Vorrangs des Schutzes des Eigentums. Der unter den gegebenen Voraussetzungen wie die Sanktionierung des Raubzugs an Land, Volk und Kirche wirkt.² Dieses Zusammenwirken von Staat und Kapital war die Voraussetzung für die Entwicklung des Kapitalismus selbst. Der die Macht des Staates braucht, um die Verbindlichkeit des Schuldners in ihrer Absolutheit auch durchzusetzen.³ Während dem Kapital - dem Geld - die soziale Verantwortung (also seine Aufgabe im Gemeinwohl) abgenommen wurde.

Als Wert zu Geld wurde

Noch wichtiger und meist nicht hinlänglich reflektiert - zu sehr wurden wir bereits umerzogen - ist dabei aber ein anderer Umstand: Es geht um die Etablierung von Geld als mathematische, rechnerische Abstraktion von "Wert". Diese Bedingung der "Sanierung" der Finanzen des Königs (die aber nur wenige Jahre hielt, und stattdessen die Notlage der Könige noch weiter verschärfte) veränderte völlig den Alltag der Menschen. 

Die bis dahin (und auslaufend bis ins 18. Jahrhundert) in einer Gesellschaft der "ständigen wechselseitigen Verschuldung" lebten, die aber in moralischer, persönlich zu bedienender Schuld bestand - also nicht in "Geld". In dieser wechselseitigen Verschuldung und Verschuldungsbereitschaft lag der Mörtel dessen, was wir mit "Sozialem Zusammenhalt" bezeichnen können. Worin er wiederum gemäß der christlich eingeforderten Nächstenliebe und Solidarität mit diesem Nächsten gestaltet war.

Geld, das nun aber aus zwei Quellen stammte, die sich zu einer vereinten bzw. wechselseitig konvertierbar wurden. Öffentlich (staatlich-königlich, seit dem frühen 18. Jahrhundert defacto als Metallstandard) und privat, durch die Banken und deren Kredit (vor allem im Wechsel) geschaffenem. Wo eine Seite gewissermaßen für die andere - und über die Steuern der Bürger für alle beide - bürgte. Denn Geld ist immer, wie gesagt, Schuld weil Leistungsversprechen. Das zwischenmenschlich auch ohne jede Münze fungiert, dort nur Ritus, Ritual, Symbol braucht. 

Die Münze ist lediglich das Symbol für ein Leistungsversprechen, entsprechend der Erfüllungswahrscheinlichkeit geschätzt und wertvoll. Und die Krone festigte den Wechsel, das Privatgeld, durch strenge Gesetze und - die Münze. Noch heute ist (auch bei uns) ein Wechsel sehr rasch und einfach einklagbar, und im Insolvenzfall bevorrechtet, hat also höhere Bonität als reines Buchgeld. Er ist, als privates Geld, somit sehr leicht in staatliches, königliches Geld - die Münze, den Geldschein - konvertierbar.

Der Metallgehalt der Münzen, den niemand geringerer als Isaac Newton als Schatzminister Englands reformierte und solide machte, war freilich nur im Austausch mit ausländischen, fernen Leistungen von Bedeutung als Zahlungsmittel. Dort aber oft auch nur der Metallwert. Münzen aus Edelmetall waren somit ein probates Mittel, um Wert aufzubewahren, nicht, um zu bezahlen. 

Dem einheimischen Bürger war auch das Edelmetall nur wirkmächtiges Symbol der Kaufkraft generell. Das zeigen die Münzen, die im Alltag in Gebrauch waren: Vom Metallwert her wertlose (Kupfer-)Münzen, die Kaufkraft per Konvention und deshalb nur in sozial homogenen (sic!) Räumen hatten, soweit eben persönliches Vertrauen herrschte. Aber in solchen begrenzten Räumen akzeptiert wurden, und somit als Zahlungsmittel taugten. Silber und Gold blieben dem Alltag fremd. Nicht selten hatte das Lokalgeld einen einzigen Bezugspunkt als "Wert" - und zwar dessen, was ein Arbeiter täglich (oder in einem bestimmten Zeitraum) zum Lebensunterhalt benötigte.

Alle diese Lokalwährungen (Anführungszeichen) wurden aber im königlichen Pfund vereint, das überall akzeptiert wurde: Es war zwar von einer (privilegierten) Privatbank herausgegeben, aber von der Krone (in Gold) garantiert worden, und war so der Hauptanker aller übrigen Banken und Zahlungsmittel. 

So nebenbei: Diese Balance der Macht, die in England zwischen diesen beiden Schichten stattfand, Finanz mit Finanzadel und Krone, war aber die Basis für Englands Aufstieg zum Weltimperium. Während zu viel Macht - wie im absolutistischen Frankreich, oder den kleinen italienischen Stadtstaaten - den Staat unfinanzierbar machte (s. o.). In England war eben nun das Parlament verantwortlich, ob Kredite aufgenommen und Zins und Tilgung durch Steuern eingehoben werden sollten oder nicht. Was alles im Frankreich auch des 18. Jahrhunderts der König höchst selbst entschied. 
Während somit der Staat in Frankreich immer noch Mittel der Bereicherung von Einzelpersonen war, war er in England bereits zum Mittel geworden. Das den allgemeinen wirtschaftlichen Wohlstand durch hohe Flexibilität in der Schaffung von Geld (sic!) durch Kredit ermöglichte. 
Es ist auffällig, daß bis ins 20. Jahrhundert die Staaten mit der höchsten - zählbaren - Wirtschaftsleistung auch die Staaten mit dem nachhaltigsten, größten und dynamischesten Kreditwesen waren, nämlich England und die USA. In diesen beiden Staaten verschmolzen Staat und Privat (mehr oder weniger) in einer Aufgabenstellung.

Ohnehin war Münzgeld stets (und in allen Völkern) lediglich und immer schon bekannter Ausgleich "an den Rändern". Und dort vor allem an den Berührungspunkten mit "den Fremden", also den Nicht-Engländern, den Ausgestoßenen, den "Anderen". Einmal etabliert, und zwar schon dadurch, daß die eingeführten Steuern fortan nur noch in Geld (!) zu bezahlen waren, setzten einen Kreislauf in Gang, in dem jeder Bürger imperativisch fortan nach Geld (und NUR nach Geld) zu streben hatte. Bis alles Streben nur noch dem Gelde diente, der Mensch sogar sich selbst (und seine Liebsten) in Geld bemaß und (sogar buchstäblich) verkaufte.***

Innerhalb von hundert Jahren war aber aus einem Land, das noch im 15. Jahrhundert bekannt dafür war, daß es jedem seiner Bewohner mehr oder weniger gut ging und das seiner Gastfreundschaft und Mildtätigkeit wegen gerühmt wurde, ein Land mit einer riesigen Schichte Elender. In dem eine kleine (und durch Konzentrationsprozesser immer kleinere) Schichte immer reicher wurde.

Aus ihren Heimaten**** expedierte Menschen suchten ihr Überleben in den Großstädten (vor allem in London). Dort vegetierten sie mehr denn sie lebten, zu sagenhaften Bedingungen. Erstmals gab es Massen an Lohnabhängigen, an Menschen, die ihre Arbeit als Ware (und darin zunehmend als abstrakte Funktion) betrachten mußten, die sie zu verkaufen hatten. Erstmals entstand also das, was man als Proletariat bezeichnen konnte. Zumal durch die neuartige Konkurrenzsituation der Arbeitenden auch die Löhne so stark fielen, daß man selbst mit Arbeit kaum mehr als notdürftig existieren konnte.

Morgen Teil 2) Die ungeschminkten Anmerkungen



*091220*

Donnerstag, 24. September 2020

Die Auslöschung des Menschen ist das Ziel (2)

 Teil 2)


Etwas, das sämtliche Ideen "nachhaltiger Energieversorgung" unter Ausschaltung fossiler Verbrennung ganz sicher NICHT leisten können. Noch dazu, wo diese Arten der Energieherstellung von einem Wohlstandsniveau ausgehen, das ohne fossile Brennstoffe gar nicht erreichbar ist. 
Sie sind anderseits mangels Energiedichte (also dem Verhältnis von eingesetzter Ressource zu erzieltem Ertrag) auch nach technischen Standards so wenig effizient (verglichen mit fossilen Brennstoffen um Potenzen weniger!) daß MIT ihnen dieses Wohlstandsniveau gar nie erzielt werden kann. Geht man aber - umgekehrt - von geringerem Wohlstand aus (was immer heißt: Qualitative Verringerung) fehlen den Volkswirtschaften die Mittel, um solche teuren Energieformen überhaupt zu betreiben. 
DAS ist der Grund warum es moralisch unvertretbar ist, meint William M. Briggs, die von Weltrettern (darunter die UNO) vorgeschlagenen Maßnahmen (wozu auch die Propagierung von Verhütung und Abtreibung gehört) zu unterstützen, wie es unfaßlicherweise der Vatikan fordert und tut, die die geforderte Reduktion der globalen Erwärmung bewirken sollen. 
Völlig unabhängig davon, daß diese Maßnahmen sowieso auf wissenschaftlich unvertretbaren Annahmen über das Weltklima fußen, und ihre "moralische Dringlichkeit rein aus Gründen einer möglichen, das heißt irrationalen, rein "in der Phantasie ausgemalten Gefahr" beziehen. 
Noch ein paar Zahlen, immerhin ist Briggs ja Statistiker, und hier immer besonders ergiebig: Angenommen, wir sagen, wir würden auf das globale Wohlstandsniveau von 1970 zurücksteigen, dann hieße das eine Reduktion des weltweiten Wohlstandsniveaus um fünfzig Prozent! Im selben Zeitraum (1970 bis 2009) ist wegen des höheren Wohlstands die Kindersterblichkeit um neunzig Prozent gesunken, und die Lebenserwartung im globalen Mittel von vierzig auf sechsundfünfzig Jahre gestiegen.

Uff, daran hatten wir doch gar nicht gedacht. Aber was ist denn nun die Absicht der Weltretter durch Beendigung der Verbrennung fossiler Rohstoffe, um dadurch (sic!) die globale Temperatur zu senken bzw. an ihrer weiteren Erwärmung zu hindern? Dem Klima ist es einerseits ziemlich wurscht, ob die USA Öl und Kohle verbrennt oder nicht. Was kann man dann also wollen? 

Was kann die UNO wollen, die doch ganz offensichtlich von einer völlig anderen Wertebasis ausgeht als es der Vatikan und die Katholische Kirche tun? Denn die UNO sehen nicht ZUERST den Wert des menschlichen Lebens, wozu durchaus ein gewisser kultureller und güterbezogener Wohlstand gehört, und nur das kann das Bezugsmaß einer menschlichen Volkswirtschaft bilden. 
Das Bezugsmaß für menschliches Wirtschaften und Leben kann aber nicht, wie es die UNO offensichtlich fordert, die Ausschaltung jeder Auswirkung menschlichen Handelns auf die Erde sein! Was man ganz unbestreitbar durch das Herstellen globaler Armut erreichen will. 
Wo ist nun der Beweis für die Mär, in der Papst Franziskus sich als "Armut der Armen" bezeichnen läßt - ein Titel, den die Kirche übrigens seit je hatte, der also keine Erfindung dieses Papstes ist.
Wir müssen spekulieren, wenn wir nun endgültig darüber nachdenken, was also mit dieser Weltrettung durch Klimarettung beabsichtigt sein kann. Wir müssen vom Cui bono ausgehen, und wir tun das mit einer sehr realistischen Grundlage:

Als Ziel aller politischen Maßnahmen, die eine lokale Temperatur- und Wetterbezwingung als Folge einer Bezwingung eines globalen Klimas bewirken sollen, bleibt nur noch eines übrig: Der Mensch. Die Auslöschung des Menschen. Darum geht es, und sie ist das Ziel.


*Aus gegebenem Anlaß und unter Bezug auf Leser R: Die auf ihre Weise hochgradig aussagekräftige Absurdität des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen - aussagekräftig, weil sich Dämonie auch im Widersprüchlichen zeigt - um "das Klima zu schützen", zeigt in wunderbarer Klarheit ein Interview, das in diesen Tagen auf Servus TV erschien. Wo von einem der maßgeblichen Motoingenieure der Autoindustrie das Elektroauto - nachgerade zum Symbol der Weltrettung geworden - als sogar kontraproduktiver Holzweg in all seinen Aspekten aufgezeigt wird. 

Und die Kunden wie die Hersteller wissen das. "Was ist das für ein Produkt, das nur über immer mehr Förderung überhaupt verkaufbar ist?" Nach acht Jahren, so Prof. Fritz Indra, ist eine Batterie am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Sie kostet aber fast die Hälfte des Preises eines Elektroautos. Das bedeutet, daß nach acht Jahren das gesamte Kapital "Auto" verloren ist, denn eine neue Batterie wird niemand mehr kaufen, mit Recht. Im übrigen ist das Auto dann Sondermüll. Dazu kommen weitere (absurde) Bedingungen der Nutzung von E-Autos. So nebenbei weiß noch niemand was es für Folgen zeitigt, beim Fahren auf so hohen Spannungen zu sitzen ...

Heute und auf unabsehbare Zeit werden nämlich 50 % der Energie, die für die Herstellung eines Autos notwendig ist, für die Herstellung der Batterie verwendet. Die Rohstoffe benötigt, die unverantwortbaren Förderbedingungen unterliegen. Und deren Herstellung, so nebenbei, völlig in der Hand Chinas ist. Das dafür, so nebenbei, den Strom aus Kohlekraftwerken verwendet. Denn woher sollte er sonst kommen? Und woher sollte er kommen, wo doch das Elektroauto nichts anderes als ein ZUSÄTZLICHER Stromverbraucher ist? 

Sogar der Betrieb ist viel bis sehr viel teurer als der eines Autos mit fossilen Brennstoffen. Selbst die Plug-in-Antriebe sind ein grotesker Irrweg. 

Die gesamte Diskussion "E-Auto" wird somit von reinem Wunschdenken gesteuert und ist ein "Märchenland". Die Technik "E-Batterie" ist ein Irrweg. Nicht zufällig hat sich die Firma BOSCH vor einem Jahr aus der Forschung in diesem Bereich zurückgezogen: Das war richtig, meint Prof. Indra. Die Batterie ist keine realistische Perspektive. 

Und wer hat das längst erkannt? China. Das zwar für den Westen brav die geforderten Batterien herstellt, selber aber ganz offenbar auf Brennstoff-Autos setzt, die freilich mit einem Kraftstoff betrieben werden - der aber (synthetisch) aus Wasserstoff hergestellt wird.

Zumal auch das herkömmliche Wasserstoffauto, der Wasserstoffantrieb, keine Zukunft hat. Mercedes hat vor zwei Jahren aufgehört, Wasserstoffautos (von denen knapp 2.000 Stück gebaut wurden) zu produzieren. Es scheitert an der Wirklichkeit.



*170920*

Mittwoch, 23. September 2020

Die Auslöschung des Menschen ist das Ziel (1)

Ein Austausch von Werten solle stattfinden, so verkündete der Vatikan bei einer Weltkonferenz, bei der sich die katholischen Wichtigsten dieser Erde mit den klimarettungsbeflissensten Organisationen dieser Erde zusammensetzten. Ein Austausch von Werten? Oh, da geht es sicher um die Heiligkeit des Lebens, um die Berufung des Menschen unter Gott, dessen Abbild und Ebenbild der Mensch ist und deshalb vor allem sein soll und wollen soll (denn das ist "sein" und "ist": Eine Dynamik der Selbstüberschreitung auf ein Ziel zu, nicht statisch).

Aber wie soll man sich dafür einen Austausch von Werten mit Gesellschaften und Organisationen vorstellen, die explizit als wichtigstes Mittel zur Rettung des Weltklimas vorgeben, die Zahl der Menschen durch Verhütung, vor allem aber Abtreibung reduzieren zu wollen? 

Also muß man schon hier einmal kräftig schlucken und die Frage stellen, was da überhaupt läuft. Ob mit einem Mal doch die Mittel schlecht sein dürfen, um ein gutes Ziel zu erreichen? Ob nun die Intention einer Reduktion der Menschen ausnahmsweise erlaubt ist, weil das höhere Ziel die Rettung des Weltklimas sei. 

Aber lassen wir das einmal, meint William M. Briggs in einem Radiogespräch, das dieser Tage stattfand. Briggs war nämlich in Rom dabei, und er hat dort in einer Pressekonferenz eine Studie (mit) vorgestellt. In der es um eine interessante Annahme ging, nämlich um die Berechnung der Folgen, wenn die Welt und vor allem die USA alles so machen würde, wie die Klimaretter es fordern. Und wenn dazu alles das als wahr angenommen wird, was eben diese Gruppen und Personen als Fakten und Zahlen verkünden, die "Klimaleugner" also klein beigeben und sagen, daß diese "Fakten" stimmen.
  • Wenn wir als Amerikaner aber, sagt Briggs, so tun als wären die Forderungen gerechtfertigt. 
  • Wenn wir somit alles tun, was die Welterwärmungsapostel fordern, und die Verbrennung von fossilen Brennstoffen sofort einstellen, und zwar zur Gänze, 
  • wenn wir ferner so tun, als wären alle die Berechnungen richtig und der Klimaretter Modelle auch tatsächlich Modell der Wirklichkeit des globalen Klimageschehens in allen Faktoren, 
  • wenn wir außerdem vergessen, daß sich kein wissenschaftlicher Nachweis führen läßt, daß die Emission von Treibhausgasen einen Ausfluß auf die globalen Temperaturen hat, 
  • dann wird zum einen die Weltdurchschnittstemperatur bis zum Jahre 2105 um sage und schreibe 2/200tel Grad, also 0,02 Grad, fallen bzw. sich weniger erwärmen. ZWEI HUNDERTSTEL GRAD weniger globale Erwärmung werden erreicht, wenn man die amerikanische Volkswirtschaft total und sofort aus dem Rennen nimmt.
Daß die Amerikaner ihren Wohlstand verlieren werden - geschenkt. Wenn es sein muß, dann muß es halt sein. Aber wissen Sie, werter Leser, was dann laut Briggs bzw. der Studie, die er im Vatikan präsentierte, passiert, wenn Amerika arm ist? 
Tusch, Pauken und Trara, jetzt kommt's: Die Folge eines aus Mangel an Energie aus fossilen Brennstoffen verarmten Amerika wird sein, daß die Entwicklungsländer ihre Produkte nicht mehr nach den USA liefern werden. 
Und die Folge davon wird sein, daß der Wohlstandsverlust (wenn man das so nennen kann) in diesen Ländern so groß sein wird, mit allen dramatischen Folgen für Gesundheit und Lebensbedingungen dieser Milliarden von Menschen, daß er jeden Wohlstands- und Lebensqualitätsverlust - 
und das heißt auch, bitte schön, einen erheblichen Verlust der Standards in der Behandlung der Umwelt, denn die Befähigung zum Umweltschutz ist nachweislich von einem BIP von 6.000 Dollar pro Kopf und Jahr abhängig, etwas, von dem noch immer Milliarden von Menschen lediglich träumen können - 
durch eine (angenommene) Erwärmung des Weltklimas erheblich überschreiten wird. 
Das heißt, daß ein sofortiges Beendigen der Verbrennung von fossilen Brennstoffen* die Menschheit vor die Situation stellt, daß einerseits der Wohlstand in den USA mangels Energie entscheidend reduziert wird, und anderseits die übrige Weltbevölkerung eine gewaltige Einbuße an ihrem bereits erreichten Wohlstand erfahren wird. 
Man steht also bei der Reduktion der Energie aus fossilen Brennstoffen vor der Alternative, daß man entweder die Weltbevölkerung in Armut stößt, oder sie in der derzeitigen Armut beläßt.  
Es muß also Ziel jedes Bemühens um Humanität sein, der Weltbevölkerung MEHR, nicht weniger Energie zugänglich zu machen. Denn menschlicher Wohlstand hängt ganz ohne jeden Zweifel von der Verfügbarkeit billiger Energie ab, und die ist derzeit nicht anders als durch fossile Verbrennung (Gas, Öl, Kohle) herstellbar. 
Es gibt aus der Geschichte der letzten hundert Jahre ausreichend Daten aus denen sich erweisen läßt, daß Eckdaten des Gemeinwohls wie Kindersterblichkeit, Lebenserwartung, Versorgung mit (sauberem) Trinkwasser, Abwesenheit von Hunger und Verfügbarkeit medizinischer Versorgung direkt mit der Verfügbarkeit von Energie zusammenhängen. 

Morgen Teil 2)