Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Nun kann man zwar sage, daß auf eine Weise das Nicht-sein in einem Ding enthalten ist, aber nicht auf die Weise, daß man das Nicht-sein als SUBSTANZ auffaßt. Das Nicht-sein "ist" also nicht auf die Weise des Seins, sondern nur als Dazugedachtes. Es "gibt es nicht", sozusagen, nciht als reales Ding, oder als positive weil reale Eigenschaft.
Es ist aber das, weshalb (nicht: wodurch!) wir ein Ding erkennen. Denn durch sein Sein erkennen wir es nicht, das Sein übersteigt uns immer. Wir erkennen auf die Weise des Verstandes bei keinem Ding direkt, "was" es ist. Wieweit etwas am Sein teilhat, auf welche Weise, das erschließt sich nun aber durch das, was es nicht ist.
Keine Hyäne käme auf die Idee, eine Giraffe zu sein. Und würde sie das behaupten, dann unterliegt sie entweder einen Irrtum, oder sie lügt. Niemals aber kann eine Hyäne dadurch definiiert und im Verstande erkannt werden als man sagt, sie sei alles Sein, das nicht-nicht ist. Dieses wäre völlig unerkennbar und unbegrenzbar. Es fällt also auch nicht "zusammen", als wäre das Nicht-sein "eine wirkliche, wirkende Weise des Seins."
Und es wäre auch genau so falsch verstanden, als würde die Substnaz eines Dinges als "nur in der Beziehung seiend", und sonst "nicht"! Vielmehr ist die Beziehung eine Bedingung, unter der ein Ding "seiner Art nach" sein (und deshalb überhaupt real sein) KANN (aber nicht einmal muß, wie beim Menschen, der das sogar bewußt verweigern kann.) Seine Substanz hat ein Ding immer, es ist die Ursache seines Daseins (als Anteilhabe am absoluten Sein), das immer ein Dasein "als Etwas" ist, das wir als "für Etwas, das nicht es selbst ist" erkennen.
Insofern ist die Beziehung, in der jedes Ding steht, eine Aufforderung zum Seiend-sein, und eine Aufforderung auf seine (bestimmte) Weise zu sein, weil er seinen Platz in der Ordnund des Wissens Gottes hat. Der Frosch hüpft nicht über die Wiese, um die Blüten des Marillenbaumes zu bestäuben, und er wird es auch nie "lernen" oder verlegenheitshalber übernehmen, weil die Bienen gerade Lohnstreik haben. Das kommt nurin den Märchen des Ambrosius vor, liebe Kinder.
Anmerkung* - Wie dumm deshalb auch dieses Gerede, jeder müsse "selbst denken", nicht "andere für sich" denken lassen. Was sonst, bitte! Welcher Narr meint wirklich, er könne alleine die Welt denken? Nur schon, daß er es KÖNNE ist krankhafter Wahn. Jeder lebt aus dem, was er von oben empfangen hat und zu empfangen hofft, und gibt in seinem Tun nach unten weiter, was durch ihn durch noch zu wirken vermag.
Das Spiel von oben nach unten hat auch eine Bedingungsseite - das von unten nach oben. Nur so sind beide in jenes Ganze getaucht, aus dem beide dann je ihren Teil zu erkennen vermögen. DENN SIE SIND AN IHREM ORT. Deshalb kann das Oben nicht ein Etwas denken, das für das Beziehungsfeld gilt, das beide umfaßt - jeweils in ihren Aspekten. Die von oben nach unten dekomprimieren, vereinzelter werden, spezieller, weniger universal. Denn das Universale ist durch das Oben gegeben, an das sie angebunden sind. keiner sagt, die Leben hätte den Menschen gerettet, wenn alle übrigen Organe versagen, mag sie noch so glänzen und frischen. Ist das Insgesamt tot, zerbrochen im Streit der Form mit der Materia, dem Akt mit der Potenz, ist alles tot.
Einer der lächerlichsten Dummheiten zu folgen führt zu einer der tiefsten Einsichten. Die Rede ist vom liberalen Kartenhaus der Wertfindung, in die sich leider auch so potente Männer wie Ludwig Mises verstrickt haben. Sodaß auch seine Gebäude auf dem irrationalen Schwemmsand des sogenannten Liberalismus errichtet sind. Ohne Wert ist von einem Markt nicht zu reden, auf dem ja Werte getauscht - substituiert! - werden. Ohne Wert gibt es kein prästabilisiertes und diese Harmonie von selbst anstrebendes Wirtschaftssystem.
Aber Wert "findet sich" nicht, ex nihilo, und kann deshalb nur auf dem nächsten und noch größeren Schlammgebirge "grüden", der Evolution mit ihrem Kampf ums Überlben als oberste Wertmaxime, sodaß es der Nutzen ist und bleibt, der Wert bestimmen soll.
Ort des Gebens und Nehmens als Ort des Menschen überhaupt.
Der Anfang - Das Ereignen der Geburt des Gottessohnes ist in seinem Wesen die Herabkunft eines Geschenks. Und deshalb schenkt man - wie beim Potlatch. Denn es ist das auf die Hoffnung (die in der Erfahrung zur Erwartung wird) antwortende Geben, das eine ontologisch bilaterale Verbindung - einen Ort, von dem wir hier schon so oft gesprochen haben - real zur Welt bringt und Welt sein läßt. In der Erwartung, daß die Gabe nicht einseitig ist, sondern Element eines Ortes, der ein Spiel des Seins in Gegenseitigkeit ist.
Der Pfarrhund - Photo by M
Die Bitte - Selbst das Hündchen weiß darum, und "benimmt" sich entsprechend: Die Haltung der Erwartung ist also ebenfalls ein Ritus, um dessen existentielle Bedeutung jedes Geschöpf weiß. Wenn es also aber ein Hund vermag, unser Herz zu rühren, indem er die Haltung der Bitte einnimmt, ja (als kleines Wesen trifft das ja zu) die Bitte selber IST, wieviel mehr kann man das auch von Gott erwarten? So wenig, wie wir dann geben müssen, so wenig muß auch Gott geben. Aber wir tun es aus Liebe, und sind selbst darin Gott ähnlich.
Völlig angewiesen, völlig ausgeliefert, erhofft das Lebewesen seine Gabe. Aber es ist mehr als Hoffnung, seine Haltung ist bereits die der Erwartung, die eine bestimmte Gewißheit der Gabe voraussetzt.
Ganz selbstverständlich geht aber das Hündchen davon aus, daß es ein lebenserhaltendes und -förderndes Gut ist, das er zu erwarten hat. Das über alle Ebenen seiner möglichen Existenz reicht. Vom Häppchen bis zum Wort, das seinem Leben die Ordnung gibt, die sein Herr für es vorgesehen hat, und in der er seinen Lebensraum findet und schafft. Und in dem sich seine Geschichte ereignen wird.
Vorwurf: Mundus vult decipi. Die Welt will betrogen werden. Quae volumus, et credimus libenter - Was wir glauben wollen, das glauben wir. //Caesar// Weh allen, wenn alle beginnen, ihre Lügen zu glauben. Früher logen Hunderte oder Tausende, heute Milliarden. Welcher Qualität ist der global gewordene Sprachraum? - Sie werden das, was wirklich etwas anders macht, nicht akzeptieren. Scheitern an ihren Einstellungen. Denn sie haben die Ebene der Einstellungen und Weltanschauungen gewählt, und werden auf dieser aber nicht zur Lösung kommen. Sondern im Rationalismus ersticken. Nichts werden sie ändern, und nichts werden sie bewirken. Es fehlt ihnen die wahre Radikalität, die dem Sein gegenüber. Und wenn sie es auch bis aufs Blut bestreiten würden - alles ist eitel, was sie machen. Die Rede ist auch von Roland Düringer und Gunnar Kaiser.
Die Dynamik der Welt zeigt sich in unseren nicht bewußten Antrieben. Weshalb eine Suche nach Ereignissen, die den archetypischen Topoi gleicht, sinnvoller ist als jede Alternative. Die Mythen der Welt sind (trotz der Notwendigkeit, sie von Überlagerungen zu reinigen) wahrer als unsere Geschichtswissenschaft. - Drei Phasen haben wir im Wesentlichen vor uns. Die alle unter einer einzigen Grundthematik stehen, die der tiefste Treibsatz der Menschheit und ihrer Geschichte sind. Und diese Geschichte ist das Verhältnis des Menschen zu Gott. Aber nicht nur das: Zwei dieser Phasen, wie ich sie oben in ganz ganz grobem Überflug aufreiße, haben ein Spezifikum. Es sind Menschheitsepochen, die "Satan" gehören. Er ist der Herr der Welt, er ist die Schlange, die die Menschheit (als ecclesia, als Braut Gottes) in die Ferse beißt. Was heißt, daß sie dort zubeißt, wo der Mensch es nicht bemerkt, daß er in seiner Standfestigkeit elementar getroffen wird.
Die Tatsache, daß einem Menschen die für ihn schwersten, beeinträchtigendsten Sünden am schwersten erkennbar sind, weil sie zugleich sein rationales Erkenntnisvermögen BILDEN, wird hier bald aufgegriffen. Denn das ist mit dem Biß in die Ferse gemeint. Ohne Eingriff von außen - Gnade bzw. der Topos "der rettende Ritter", während die Menschheit (die ecclesia) und die ihr gehörende (=unter ihren Namen gestellte) Welt die jungfräuliche Prinzessin, die Braut des Retters ist - ist das Aufbrechen dieses Gefängnisses deshalb fast unmöglich.
Ohne Gott ist der Mensch zu dem verdammt, was man nüchtern konstatieren muß: Der NORMALZUSTAND des Menschen - ALLER MENSCHEN und seit dem Sündenfall - IST DIE LÜGE. Noch im mildesten Format ausgedrückt ist es DER MANGEL AN WAHRHEIT. Das tägliche Bett, in das wir uns morgens beim Aufwachen legen, ist die Ruhestatt des verlogenen, eingebildeten Kranken, in der die Welt an uns vorbeidefiliert. Es würde mich nicht wundern, wenn Molière das auch erkannt hatte. Die Luft, die wir alltäglich atmen und zu der wir WELT sagen, ist vergiftet.
Die Epoche nach der Sintflut als finales Drama von Menschheit und Erde. Die Phase nach der Pause hat im vierten Akt die Peripetie der Schöpfung in der Geburt Gottes. Was wir seither erleben sind nur noch die verzweifelten Rückzugsgefechte des Herren der Welt. - Als nach der Sintflut die Wasser abliefen, und damit noch einmal enorme, aber - zur Erinnerung - der "Zeit" unterliegende Veränderungen in der Erdoberfläche - man denke an den Grand Canyon in den USA - sowie in den Meeren bzw. durch sie hervorriefen, fanden sich unter allmählicher Beruhigung der Erdoberfläche und des Lebenden, das auf ihr wieder Fuß faßte, im Gebiet der östlichen Türkei die letzten Überlebenden an Mensch und Tier. Noah und seine Familie, das heißt die drei Söhne Sem, Cham (der "Heilige"), und Japhet, die alle jeweils einen der drei großen Menschheitsströme begründet haben. Was? Drei? Auch wenn es aufs erste kaum glaublich scheint: Es ist eine statistische einfache Übung die zeigt, daß diese 4.000 Jahre reichen, um bis heute 7 Milliarden zu zählen. Beim berühmten Josefs-Groschen, der heute fünf Sonnen voller Gold wären, glauben Sie es ja auch, werter Leser.
Vom Fuße des Kaukasus aus begannen sie und die Tier- und Pflanzenwelt, diese teils durch menschliche Kultur, teils "wild", sich fortzupflanzen und über die Welt auszubreiten. Für Europa glaubt der VdZ immer mehr, daß sich ein exemplarischer Ablauf anzeigt. Ging Cham vom türkischen Hochland aus nach Westen, ging Sem nach Süden, und Japhet nach Osten. Diesen besonders merkwürdigen Ort, an dem schon Kain seine Stadt-Zivilisation der Hoffart und wurzellosen Unrast, der Schmiede, Waffen, Kriege und Macht begründete. Die in ihrer Kain-itischen Unrast dann sogar Amerika erobert hat. Und ... bis heute beherrscht.
Eine ganz andere Geschichte- Die Archäologie und Paläoarchäologie hat schwer damit zu kämpfen, daß sie die Schichten noch auseinanderhalten kann, auf die sie stößt, und die aus drei globalen, großen, und mehreren kleineren (dabei ebenfalls globalen) Katastrophen kosmischen Ausmaßes steht. Nachdem sie aber über kein taugliches Geschichtskonstrukt verfügt, also einer völlig falschen Erzählung folgt, mit der die entdeckten Tatsachen nur bei Ausschluß größter Evidenzen in "Übereinstimmung" zu bringen sind, wird sie daraus auch keinen Ausweg finden. Ihr Beitrag zur Selbstfindung des Menschen durch Kenntnis der eigenen Vergangenheit, die ohnehin schwer durch einen progressiv zunehmenden Verlust der Erinnerung getroffen ist, wird also immer dürftiger und nähert sich der Irrelevanz. Sprich: Was immer sie erzählen, es ist leeres Geschwätz.
Nur einige wenige Ausreißer, oft genug in der Ecke der Phantasten, und die fast alle aus dem Lager der Außenstehenden stammen, durchbluten noch das über weite Strecken ausgetrocknete, im wahrsten Sinn inspirationslose Narrativ.
Wie in einschlägiger Fachliteratur zu lesen, häufen sich die Fälle, in denen Großkatzen (vulgo Raubtiere wie Löwen, Tiger und ähnliches Ungetier) nachweislich von Corona infiziert sind. Gerade wieder kam es im Zoo von Barcelona zu einem entsprechenden Vorfall, dem man pandemisches Potential nicht absprechen kann.
Weil zu vermuten steht, daß es sich hier nur um die Spitze jenes Eisbergs handelt, als den man den leichtfertigen Umgang mit Löwen bezeichnen muß.
Wie er sich in Anbetracht zu großer Leichtfertigkeit, die die europaweite Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen bewirkt haben dürften, in weiten Bevölkerungskreisen eingeschlichen hat. Auch wenn nur wenige Fälle an die Öffentlichkeit dringen, gehen Schätzungen von Experten von einer gigantischen Dunkelziffer gleichartiger, aber hinter dem Vorhange der Nacht bleibender Vorgänge aus.
Wobei der aktuelle Fall aus dem Zoo von Barcelona die beunruhigende Insonderheit aufweist, daß die infizierten Tiere - vier (!) Löwen - vor dem Infektionsfall (sie werden wie alle Tiere des spanischen Zoos regelmäßig getestet, wie man in entsprechenden Fachpublikationen erfahren konnte) KEINEN KONTAKT MIT WEITEREN TIEREN gehabt hatten.
Der Berliner Virenexperte Dr. Christian Drosten fordert deshalb sicher nicht zu Unrecht von der Politik, dem zu den bevorstehenden Feiertagen zu erwartenden Näheverhältnis von Menschen (und insbesonders Kindern, diesen Hauptgefährdern von Omas, Opas, Tanten und Onkeln) und Löwen oder Tigern vorzubeugen. In einer Aussendung der Charité in Berlin weist er deshalb vehement auf die Notwendigkeit eines scharfen Lockdowns hin, weil von der Bevölkerung nicht zu erwarten ist, daß sie angebrachte Disziplin und Vorsicht walten läßt.
Der Berliner Senat überlegt freilich, wie unbestätigte Nachrichten verbreiten, in Sonderkursen Berliner Bürgern kostenlose Schulungen für einen pandemiefreundlichen Umgang mit Löwen, Tigern und Sanakoa-Katzen (warum gerade diese seltene, vom Aussterben bedrohte Katzenart ist allerdings unbekannt) angedeihen zu lassen.
Derzeit scheitert die Herausgabe einer entsprechenden Durchführungsverordnung aber, wie man hört, an der heiklen Frage, ob diese Kurse als Zwangsmaßnahme (CDU, SPD und Grüne) verhängt oder in der Freiwilligkeit obliegenden Angeboten (FPD, AfD und Perverse) durchgeführt werden sollen. Der Berliner Bürgermeister soll aber, wie zu vermuten ist, solche schwerwiegenden Eingriffe in die Freiheitsrechte der Menschen nur bei Einstimmigkeit sämtlicher politischer Kräfte wagen.
Gerne tragen wir aber diesem Anliegen der geschätzten Wissen- und Gelehrtenschaft zivilgesellschaftlich motivierte, christlich-verantwortungsbewußte Rechnung, und fordern auch die Leser dieses Blog unmißverständlich auf, sich GROSZKATZEN ALLER ART auch bei den bevorstehenden Feierlichkeiten
(in denen Alkoholgenuß und Wärmegefühle gerne einmal verleiten, gewohnte Anstands- und Distanzregeln gegenüber der Fauna zu ignorieren)
trotz aller inneren - gewiß, rein menschlich verständlichen, aber diesmal angesichts der Krankheitsgefahren zu transzendierenden - Dranggefühle
NICHT WEITER als die durch die staatlichen Behörden empfohlenen Mindestabstände definieren, ZU NÄHERN.
Darüber hinaus werden Eltern - oder besser noch: Erziehungsberechtigte - aufgefordert, ihren Schutzbefohlenen und Nachwüchslingen entsprechende Verhaltensmaßregeln aufzuerlegen, sowie auf deren strikte Einhaltung zu achten.
Nur so können Sie - und damit wir alle - dem wahrlich abschreckenden Schicksal der beiden Pfleger in Barcelona entgehen, die, wie man in der Fachliteratur mit Entsetzen liest, bei entsprechenden routinemäßig stattfindenden Testverfahren ebenfalls Corona-Viren in ihrem Blut aufwiesen. Sie wurden somit (vermutlich mitsamt den Löwen, aber dazu schweigt die Presse) für zehn Tage unter Quarantäne gestellt. Über ihr weiteres Schicksal entscheidet der abschließend durchgeführte Corona-Test.
Diese Pfleger hatten, die Recherchen ergaben, nachweislich eine zu intime Nähe zu den Katzentierchen unterhalten. Gewöhnlich gut unterrichtete Kreise meinen sogar, daß es zu Handlungen gekommen wäre, die man mit "schmusen" bezeichnen könnte, ohne der Wahrheitspflicht vor dem Absoluten zu widersprechen.
Wie verständlich. Würden wir uns nicht genau so verhalten, werter Leser? Dennoch nehme er sich in Acht! Gerade Löwen sind bekannt für ihre fast heimtückisch zu nennende Eigenschaft, Viren in häuslich intime Gemeinschaften zu tragen (und dabei besonders unschuldig dreinzublicken, wir kennen das!).
Von wo aus dann aber die Durchseuchung eines Volkes mit gräßlichen Krankheiten aller Art (man denke an die Herpes-Viren, deren Wohlfühlverhalten in Raubtier-Biotopen wissenschaftlich außer Frage steht) seinen schicksalshaften Ausgang zu nehmen pflegt.
Wenn auch für Zoos im Raume der EU-Staaten derzeit keine akute Gefahr einer Verbreitung zu erwarten ist. Weil Zoos (als Betriebe der Unterhaltung und Freizeit-Branchen) für Besucher gesperrt sind. Aber seien wir ehrlich: Wird das immer so bleiben?
Und - täuschen wir uns nicht wieder einmal? Droht nicht dennoch akute Gefahr? Denken wir doch an die in Zoos frei fliegenden Tauben, oder an die gerne als Seuchenverbreiter unterschätzten Sperlingsvögelchen!
Dank sei freilich den Behörden und Kreisen der Verantwortungsträger. Denn für dieses Problem werden bereits seit längerem Maßnahmen überlegt. In einer ersten Frucht des Brainstormings der Fachgremien kamen auch schon brauchbare Vorschläge. Die meist in eine Richtung weisen, in der eine Überdachung sämtlicher Zoogelände, als verbindliche Vorschrift erlassen, angedacht wird. Das Präsidium der EU hat diesbezüglich sogar schon gewisse freundliche Töne anklingen lassen. Was dahin zu deuten ist, daß sie bereit sein könnten, mit Sonderfinanzierungen für die Betreiber solcher Veranstaltungen des Amüsements dieser Gefahr für alle Zeiten zu wehren.
***
Da leiden vier Löwen im Zoo Barcelona
bei kühlendem Wetter an heißer Corona.
Drum achte der Leser drauf, wenn er sie krauert,
der Virus auf Übersprung heimtückisch lauert.
Du Mensch bleibe ferne der großen Gefahr!
Der Virus ist bös, krümmt' selbst Leuten so mancherlei Haar.
***
Zur Abrundung der obigen Meldung nun aber noch ein Artikel der Online-Ausgabe von Österreich - oe24. Bei welchem Verlage auch sämtliche Bild- und Autoren-Rechte liegen.
Vier Löwen positiv: Corona-Alarm im Zoo von BarcelonaTwittern
Auch bei zwei Mitarbeitern des Zoos seien die Tests positiv ausgefallen.
Der Zoo im spanischen Barcelona meldet die Infektion von vier Löwen mit dem Coronavirus. Dies sei der zweite bekannte Fall, in dem sich Großkatzen angesteckt hätten.
Auch bei zwei Mitarbeitern des Zoos seien die Tests positiv ausgefallen. Die Tiere hätten in dem für Besucher geöffneten Zoo keinen Kontakt zu anderen Tieren gehabt.
Das Veterinäramt in Barcelona kontaktierte den Bronx Zoo in New York, in dem im April der erste Fall einer infizierten Großkatze bekannt wurde.
Nachtrag vom 10. Dezember 2020: In einer nächsten Schlagzeile bringt ein weiteres Fachblatt Entwarnung. Die Löwen im Zoo von Barcelona hätten sich von ihrer Coronaisierung bereits wieder erholt und seien genesen. Sie hatten zwar keine Atemprobleme, aber Husten und Schnupfen.
Verd... das hat der VdZ auch immer wieder. Er weiß ja, warum er sich nicht auf Coronaviren testen läßt.
Die Gründe, warum wir dieses (ein wenig seltsame) Video, eine Episode aus "Verstehen Sie Spaß", hier präsentieren, sind vielschichtig. Grob beschrieben geht es um die Düpierung eines Trainers und Verhaltensforschers bei Hunden durch absurde Ideen, wie man Haustiere (Hunde) perfektioniert. Alle spielen mit, das Publikum, die Kollegen, die Moderatorin, ein (falscher) Pharmavertreter und ein (falscher) IT-Fachmann. Diese geben vor, durch einerseits Pharmaprodukte und andererseits das Einsetzen von Computerchips einen Hund dazu zu bringen, sich menschlichen Wünschen und Vorstellungen zu fügen, ohne daß eine erzieherische Interaktion notwendig wäre. Wie die, daß um das Klima zu retten Hunde auf vegane Ernährung umzustellen seien.
Lassen wir einmal beiseite, daß der Umstand, daß man die Aussagen fast glaubt (auch der Düpierte tut das), anzeigt, wie weit wir wirklich sind. Es wird aber vor allem klar, daß man ein Haustier nicht anschafft, um eine perfekte Verhaltensmaschine zu erhalten. Vielmehr geht es um einen gemeinsamen Weg, der nur dadurch zu einem erfüllten Weg wird, weil er ein Ziel hat, das aber letztlich nie erreicht wird, weil es dynamisch ist. Und genau darin liegt der Reiz eines Haustieres. Das Zusammenleben mit ihm drückt ein je neu aktuelles Zueinander aus, auf das es einem ankommt. Sonst schafft man sich kein Haustier an. Denn darin, in diesem Ringen um eine Idee, die doch jede Sekunde verfehlt wird, liegt das Leben.
Man kann es vereinfacht so ausdrücken: Es geht nicht um das perfekte Ergebnis, den vollkommenen Effekt, den perfekten Hund. Der Effekt liegt nämlich nie in unserer Hand, das darf er gar nicht. Wehe, ein König zählt sein Volk! Wenn der Mensch das glaubt, verfehlt er sich gegen das Leben selbst. Denn das Ergebnis entspricht SEINEM Bild, seiner Vorstellung, und erstarrt zum Bild. Aber das ist immer ... tot. Effektbeherrschung bedeutet Tod.
Wenn die Existenz nicht ergebnisoffen ist, ist sie keine Existenz, sondern Erstarrung zu Stein. Es kommt vielmehr deshalb darauf an, das Ideal - die Idee - anzustreben, sich auf sie zu zu bewegen, ohne daß diese Idee jemals starr wäre! Sie ist in sich dynamisch, sie ist aber auch das, worauf man zuzuschreiten hat, denn nur sie ist durch die Bindung erfüllend. Bei einem Hund heißt das also, daß der Weg mit ihm ein Zuschreiten auf ein konkretes Ziel ist, in dem sich das Zueinander befindet, und das beider Seite Wesen umfaßt: Beide stehen an ein und demselben Ort.
Deshalb geht es auch in der Verantwortung nicht um ein starres Ziel, sondern um den Zustand der Bindung. Es geht um die Übernahme einer Bindung durch eine Aufgabe im Rahmen von Abhängigkeiten, die nie zu einem Ende kommt, es sei denn, die Verantwortung endet. Die nie mehr als ein Wort - Ja, Nein; also ein Entschluß - ist. Es geht nun darum, beide Seiten in ihrem Wesen auf diesen einen, beide erst verbindenden (in diesem Wort steckt "Ver-bindlich-keit", also Pflicht, Selbsttranszendierung, Abstand von flüchtigen Stimmungen etc.) Ort in ihrer jeweiligen Lebendigkeit zu sammeln.
Dieser Ort definiert nur die Art der Beziehung jener, die ihm beitreten, also dessen Struktur und in gewisser Weise somit dessen Hierarchie in bestimmten Hinsichten. Diese Art der Beziehung ist damit das fundamental Feste, Fixe daran, die konkrete, historische Ausgestaltung hat jene Dynamik des Historischen, die dem Geschichtlichen eben anhaftet und wie "Veränderung" aussieht. Sie ist aber nur das Resultat einer Dynamik, die nie erstarren kann, weil sie sonst Tod wäre.
So, in dieser dynamischen (wenn auch immer doch auch festgefügten) Verbindlichkeit durch Selbsttranszendenz, ist der Ort das Tor zur Lebendigkeit. Der Mensch hat keine Freude daran, wenn das Tier (oder der andere*) wie ein Roboter reagiert, völlig vorhersehbar und steuerbar ist, so daß es kein Eigenleben mehr entwickelt, also auch keine authentische Reaktion mehr zeigt, das Tier selbst erstarrt in dieser Konditionierung in Depression, Desinteresse an der Welt und Unlebendigkeit.
Das Leben aber ist es, um das es geht. Und Leben ist immer Einbruch des Transzendenten. Und es bricht ein, wenn das Lebende sich am Sinn - am logos - ausrichtet. Der das Leben selbst weil Person ist. Auch beim Tier. Das gibt jedem Moment seine Geschichtlichkeit weil Einzigartigkeit. Und der ganze Kosmos ist ein solches selbsttranszendierendes System, das von einem logos angewegt wird (wobei der Mensch sich als geistesbegabtes Wesen entscheiden muß), zu sein, weil sich in diesem Netz der dynamischen Interaktivität zu bewegen.**
*Wir reden deshalb hier so oft von der "Ehe", weil die Ehe als allem vorausgehendes, verbindlichkeitsschaffendes Wort der Prototyp der Art ist, wie alles Seiende einem Ort beitritt, oder - es ist gar nicht. Entsteht nicht, oder vergeht. Die Welt ist ihrem Wesen nach ehelich.
**Das gilt übrigens auch für das Wetter, also das "Klima", als dessen statistische Abstraktion, nicht aber als dessen "Motivator", als hätte es ein eigenes Sein. Sein hat nur das Wetter! Wenn also ein sogenannter Klimaforscher (wie unlängst geschehen) sagt, der "Klimawandel" sei "Wetter auf Steroiden", muß man allen Ernstes am Geisteszustand desjenigen weil an seiner Denkfähigkeit zweifeln.
Teil 2) Die Anmerkung als notwendiger Exkurs über Gestalt
*Dieser
Satz, diese Wahrheit wird leider heute völlig miß- beziehungsweise überhaupt nicht
mehr verstanden. Er wird nämlich dahingehend interpretiert, daß wir uns
immer erst um das "große Ganze" kümmern müssen, nicht um das kleine
Lokale. Also - erst Globalisierung, dann wird auch das Regionale gut. Das
ist genau das Gegenteil von richtig, es ist völlig falsch! Denn das ein
Regionales, Proprietäres übersteigende Insgesamt, das jeweils alles
Regionale in ein nächstes Überregionales, größeres Ganzes integriert,
ist GAR NICHT im Erfahrungs- und Gedankenhorizont des je von ihm
Eingeschlossenen. Es übersteigt dieses immer unendlich. Unendlich? Ja,
weil es als Ganzes nicht in Teile auflösbar ist, und somit unserer
Gestaltungsvollmacht gar nicht unterliegt. Vielmehr können wir immer nur
in unserem ureigensten lokalen, regionalen, individuellen (etc.) Rahmen
denken und handeln.
Man kann allem
Übersteigenden, allem Ganzen nur als "Gestalt" begegnen, der einzigen
Rezeptionsform, die ein "Ganzes" erfassen kann. Aber jedes Ganze hat
eben seine nächsten, eigenen Kategorien! Damit bleibt nur die
"Ehrfurcht" als erkenntnisgemäße Haltung. (Das Erkennen ist immer ein
Kommunizieren, ein personaler Akt, also ein wesensgemäßes Zueinander von
Gestalten.) Das Ganze kann deshalb nur bestaunt, nie aber "gemacht"
werden. (Weshalb Ehrfurcht vor allem Geschöpflichen, Dinglichen,
Persönlichen die einzige wirklich menschengemäße Haltung ist.)
Ein Beispiel: Der Junge, der Schüler (etc.) kann nie die geistige Welt des Erwachsenen (Lehrers) zur Gänze in Gedankenkategorien auflösen, das heißt verstehen.* Das ist bestenfalls in abgegrenzten Teilen möglich. Das Ganze aber kann er als Gestalt aufnehmen und erinnern. (Man beachte die Rolle der Sympathie - siehe Max Scheler! - im Erkenntnisprozeß.) Allmählich und mit dem Grad der Reifung wird sich deren innere Grammatik (wie sie die Gestalt enthält beziehungsweise diese trägt) aus der Erinnerung heraus aneignen können, wenn auch nie ganz (weil alles Personsein heißt, Individuum zu sein: So etwas wie "seine eigene Art". So, wie jeder Ort schon das Individuelle bewirkt. Und nichts ist am selben Ort wie ein anderes.
Wer
meint, das größere oder große Ganze machen zu können, ist wie ein Kind,
das seinen Legobaukasten hat und nun meint, die Welt exakt so bauen zu
können, daß sie wie die Welt "ist".
Die
Katastrophe rund um den Aralsee ist das exakt illustrierende Beispiel:
Hier wurde "im Großen" gedacht und gehandelt, und dabei alles Kleine
zerstört, und damit erst recht das Große. Die Austrocknung des Aralsees
hat bewirkt, daß sein zurückbleibendes, nun vom Wind verblasenes Salz
(Wasservertrocknung) sogar die umgebende Landwirtschaft zerstört hat.
Der Mensch kann nur im Kleinen (technisch) denken. Das Große wird sich
ihm IMMER entziehen, es ist unendlich komplex.
Das,
was unserer Gestalt direkt entspricht also. NUR indem wir somit in
diesem kleinen, uns eigenen Horizont handeln, also im Rahmen unserer
unmittelbaren Verwurzelung, gliedern wir uns in ein größeres Ganzes ein.
Schon gar nicht also können wir in einem Rahmen denken und urteilen und
handeln, der "das Weltganze" betrifft. Dieses ist von uns überhaupt
nicht direkt adressierbar! Sondern nur, indem wir von den allerkleinsten
Stufen unseres Daseins ausgehen und dieses erfüllen. Nur so berühren
wir das nächste Umfassende. Hierein wiederum befinden sich alle Orte,
alle Wesen in einer klaren Hierarchie, weil einem Zueinander, das nie
"gleich" sein kann. (Denn "hier" ist nicht "dort", und sei es nur einen
Millimeter daneben. Es gibt kein Ding, kein Wesen ohne nur ihm
zubehörigen Raum.)
Zur
Illustration: Nur wenn wir den Bohnenstrauch in unserem Garten wohl
hüten und pflegen, ja in diesem Rahmen als unserem ersten
Verantwortungs- und Aufgabenbereich denken, uns diesem kleinsten Rahmen
verantwortlich sehen, wird die globale Flora berührt. Nur, wenn wir uns
um unseren Vorplatz vor dem Haus, den Bäumen in unserer Straße widmen,
wird das Kleinklima, das uns umgibt, angepaßt und verändert. Dort endet
auch unsere Verantwortung, nur darum haben wir uns zu kümmern. Was das
im größeren Ganzen, im Stadtklima, oder etwa gar im "Weltklima"
ausmacht, werden wir überhaupt nie wissen, schon gar nicht beeinflussen
können.
Das Reden, daß wir das Weltklima nur
global lösen und retten können und müssen, nicht durch individuelles
Handeln und individuelle, direkte Verantwortung, ist also das hundertprozentige
Gegenteil von der Wahrheit - es ist ein Irrtum, wenn nicht eine Lüge.
Das "Weltklima retten" zu wollen wird also nicht nur mit absoluter
Sicherheit völlig unberechenbare Wirkungen haben, sondern es wird sich
vor allem an einem Punkt auswirken: Es wird LOKAL Störungen und Probleme
verursachen.
Der jeweils größere Rahmen
bestimmt zwar die Beziehungen der ihm zugewiesenen Teile, also der
seiner Ordnung zubestimmten Orte und Teilorte, aber im Sinne einer
Festlegung, nicht im Sinne eines "Tuns". Handeln, tun kann somit
einerseits nur der ureigenste kleine Ort, anderseits kann er es nur im
Rahmen einer Bestimmung vom größeren Ganzen her, der IHM sein Wesen
gibt. Also - in der individuellen, "kleinsten" Wesenserfüllung
beginnend.
*Heimito von Doderer bezeichnet deshalb die (nachfreudianische) Psychologie, die genau das zu können von sich behauptet, als Geisteskrankheit.
Auch die Austrocknung eines noch vor zwanzig Jahren viergrößten Süßwassersees der Welt, des Aralsees zwischen Usbekistan und Kasachstan, hat mit Klima nichts zu tun. Sieht man davon ab, daß er das regionale Klima prägt. Sie war die Folge eines absurden, typisch größenwahnsinnigen Projekts der Kommunistenschädel, die da meinten, durch Wasserentnahme aus den beiden Hauptzuflüssen die kasachische Steppe durch Getreide- und vor allem Baumwollfelder (die noch dazu enorm viel Wasser ziehen) wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der Effekt ließ nicht lange auf sich warten. Der früher fischreiche, kristallklare See, der einen ganzen geographischen Großraum ernährte und wirtschaftlich prägte, trocknete bis auf einen kleinen Rest aus.
Aber es gibt Hoffnung, und der Aralsee wird wieder größer, seine Wasser steigen wieder. Durch ein von der Weltbank finanziertes, großes Dammprojekt, das vor einigen Jahren realisiert wurde. Schon wenige Jahre später ist sichtbar, daß die Seefläche wieder zunimmt, wie dieser Bericht aus dem Jahre 2017 zeigt. Und zur großen Freude der noch verbliebenen Bewohner, die in der Zwischenzeit auf Kamelnutzung umgestiegen sind, kommen auch die Fische wieder. Und zwar bei weitem nicht nur durch künstlichen Besatz. Zumindest für den Nordteil wächst die Hoffnung, daß der Aralsee wieder aufersteht.
Wenn auch die Anwohner sich nicht vorstellen können, daß er jemals wieder zur alten Größe und Pracht zurückgelangt, regt sich Hoffnung und mancher trifft bereits Vorbereitungen auf die nähere Zukunft. Indem er etwa beginnt, alte Boote wieder flott zu machen, indem er versucht, sich an die Fischfangtechniken der Väter zu erinnern. Mancher Junge plant sogar bereits wieder, sein Leben wie die Vorfahren als Fischer am See zu verbringen. Schon gibt es auch in Aralsk, dem Hauptort und früheren Haupthafen der Region, der heute dreißig Kilometer vom See entfernt liegt, in den Läden wieder frischen Fisch aus dem See.
Wie rasch die Erholung von ausgetrockneten ehemaligen Wasserflächen aus ganz natürlichen Gründen gehen kann, zeigt auch eine Studie aus Oregon in den USA. Wo man nach einigen Dürrejahren untersucht hat, wie sich die Population von Forellen und Salamandern in den ehedem fast ausgetrockneten Gewässern und den angrenzenden Flächen entwickelt. Und siehe da: Es dauert nur ganz wenige Jahre, bis die Dichte an Tieren frühere Ausmaße wieder erreicht.
Schon Richard Woltereck zeigt in seinen Untersuchungen im 20. Jahrhundert, daß Tierbevölkerungen ungemein elastisch auf Gegebenheiten in biologischen Räumen reagieren. Und sich in ihrem Freß- wie Fortpflanzungsverhalten ganz rasch auf wechselnde Bedingungen einstellen. Die Tiere haben offenbar ebenfalls eine Entsprechung zu dem, was den Menschen sogar als direkter Schöpfungsauftrag gegeben ist: Seid fruchtbar und mehret euch, und macht euch die Erde untertan! Nur auf anderer, instinktiver, direkter Ebene, die nie hinterfragt, die immer zu erfüllen getrachtet wird.
Am verblüffendsten fand der Biologe, daß Lebewesen ihren "Fraßfeinden" keineswegs in einer bloßen Abwehrsituation gegenüberzustehen scheinen, sondern sogar die Zahl ihres Nachwuchses nach den Freßfeinden orientieren. Also diesen sättigen, um dann ihren bestandserhaltenden Nachwuchs zu gebären. Umgekehrt, nehmen die Fraßfeinde "Rücksicht", und schränken ihre Jagd und ihr Fortpflanzungsverhalten ab einem gewissen Zahlenverhältnis Esser: Nahrung ein. Das sich grosso modo somit äußerst stabil hält.
Desaströs wirkt nur eines: Wenn Ortsfremde in ein bestehendes Biotop gelangen. Denen fehlt jeder Bezug zum Ganzen, und ein Lebensraum verändert sich dramatisch, ja kann überlebensfeindlich werden. Übrigens vor allem für die Zuzüglinge. Sie gehen von einem Insgesamt aus, das dem, in dem sie sich jetzt befinden, nicht entspricht.
Alle Lebewesen leben offenbar in einem "Feld", einem Lebensraum, einem abgrenzbaren Ort beziehungsweise Ineinander von Orten, meint Woltereck. Die bestimmte ideelle (ontologische) Beziehungsknoten enthalten müssen, sonst ist das Verhalten ganzer Populationsgefüge, die sich zu einem Ganzen verhalten, das mit der Umgebung nahtlos ineinanderfließt, nicht erklärbar. Ganzheiten, Felder, die dann auf das individuelle Verhalten einwirken und mit diesem korrespondieren. Der Ort definiert das Wesen, ja ist in gewisser Weise das Wesen der Dinge und alles Lebendigen.*
Morgen Teil 2) Die Anmerkung als notwendiger Exkurs über Gestalt
Wenn etwas in die optische Harmonie, die immer von einer Ganzheit ausgeht, hineinpaßt, kann man auch davon ausgehen, daß sich zahlreiche weitere Effekte ergeben, die allen möglichen Ebenen zugerechnet werden können. Dieser Effekt berührt sämtliche Bereiche, die mit dem von einem Ding affektierten größten Beziehungsebene (Raum) verbunden bzw. in ihm enthalten sind. Gestalt ist eben nicht einfach ein nettes Anhängsel subjektiv empfundener (also nicht unbedingt zu beachtender) "Ästhetik", sondern der Raum eines aktuellen, in sich dynamischen Beziehungsgefüges. Schlicht also das, was wir Welt nennen.
Also zeigt sich bei Eingriffen in Gestalt (also bei Gestaltung) auch die Auswirkung auf die "Funktionsharmonie" (die Teil eines Gestaltenvollzugs sind) - bei Häßlichkeit als Dysfunktion, bei Schönheit (ein absolutes, intuitives Aufleuchten der Wesenserfüllung, wo also die Essenz die in Existenz gegangen ist) als allen begegnenden, angrenzenden Teilen zuzusprechende Wohlfunktion. Pflanzt man in ein Wesensganzes (Ort/Raum) ein raumfremdes Element, also etwas, das mit diesem Raum bzw. dessen Beziehungsträger keine wesenhafte Verbindung hat, so verursacht man in jedem Fall Störungen, möglicherweise sogar Zerstörung.*
Das trifft, wie es immer mehr evident wird, natürlich auch bei Windrädern zu. Die uns unsere Landschaften und damit den größten unmittelbaren, uns weil unsere Gestimmtheiten und Ortsverbundenheiten bestimmenden Raum, der ja pausenlos zu uns spricht, rauben, uns damit entwurzeln und zu Fremden in unserer Heimat machen. Diese Effekte werden vollkommen unterschätzt.
Und sie zeigen sich in konkreten Schäden. Denn abgesehen davon, zeigt sich ein Desaster nach dem anderen, das damit verbunden ist. Und die Liste die man derzeit aufstellen kann ist mit Sicherheit nicht zu Ende. Nicht nur, daß Windräder das Elektrizitätsnetz destabilisieren, nicht nur daß sie so ineffizient sind daß sie alles bisherige Denken (man müßte sagen: Der Menschheit, wo immer sie etwas "verbessern" wollte) über den Haufen werfen, nicht nur daß sie immer besser erkannten Schaden durch Infraschall (Schall ist eine Form der Enteignung von Raum, eine Herrschaftsform über ein Beiehungsgefüge, da umzugestalten er sich anmaßt) anrichten, nicht nur daß sie ein Massaker an Vögeln (durch direkten Totschlag) und Fledermäusen (durch Unterdruck, der hinter den Rotorblättern entsteht, und die Lungen der Fledermäuse platzen läßt) anrichten, haben sie scheinbar weitere, bislang gar nicht bedachte, aber verheerende Wirkungen.
So eine auf den Insektenbestand (Fluginsekten) und der damit zusammenhängenden Nahrungskette, die man bislang noch gar nicht bedacht weil gekannt hatte (und jede Störung eines Raumgefüges als Gestaltharmonie ist ein Hinausschreiten in eine Ursache-Wirk-Folge, die man noch nicht kennt, weil man nur kennt, was in Gestaltgefügen enthalten ist; mehr unbewußt sogar (aber um nichts präsenter), als bewußt (weshalb "Zustimmung zu Gestaltung, also Gefallen" immer ernster zu nehmen ist als irgendein rationalistisch betriebener Furz, den ein "Wissenschaftler" läßt.)
Wie eine aktuelle Studie des Instituts für Deutsche Luft- und Raumfahrtsforschung nämlich zeigt, dürften die Rotoren der Windräder auch für einen beträchtlichen Teil des beobachteten Rückgangs der Fluginsekten verantwortlich sein. Insgesamt nämlich verursachen die in Deutschland mittlerweile aufgestellten über 30.000 Windräder pro Jahr einen Verlust von 1.200 Tonnen (bei insgesamt 25.000 Tonnen gefährdetem Bestand) getöteter Fluginsekten. Das sind täglich (sic!) 4 bis 5 Milliarden Insekten. Und es wären weit mehr, gäbe es sie noch so zahlreich wie früher.
Was Außerdem auf die Nahrungskette größte Auswirkungen hat: Neben dem direkten Tod der Insekten, wird die Vermehrung und damit progressiv auch zukünftiger Bestand reduziert (denn die Wanderungen sind mit der Eiablage verbunden). Ein Indiz dafür liefert die Statistik, die eine Korrelation zwischen der Zahl der Windräder (seit 1990) und dem Insektenbestand zeigt. (Wobei Korrelation zwar nichts über Ursachen sagt, aber ein Hinweis sein kann.)
Man hat die Wirkung der Rotoren auf die Luftströmungen nicht berücksichtigt. Bislang war man der Auffassung, daß Fluginsekten nicht bis zu jenen Höhen steigen, in denen Windrotoren angebracht sind. Nun aber weiß man, daß Fluginsekten das sehr wohl tun. Weil sie Luftströmungen benutzen, um sich bei der Eiablage in entferntere Gebiete tragen zu lassen, und dabei auch in diese Höhen gelangen.
Das Faszinierende am "Fliegen" ist ja, daß nichts und niemand "fliegen", also aus dem Raum quasi aussteigen kann, sondern in der Luft quasi "schwimmt". Nichts auf der Erde kann seine Beziehungslinien überwinden, alles kann sich nur innerhalb solcher Räume (als Emanationen von Orten, also von Wesen) abspielen.
Gerade Insekten brauchen also Luftströmungen, wollen sie sich über größere Strecken bewegen. Dabei werden sie von den Rotoren der Windräder angesaugt - und dann von eben diesen getötet. Auch das weiß man mit Sicherheit, weil mittlerweile bekannt ist (auch das hat zuvor niemand richtig bedacht), daß Insektenkadaver eine Hauptursache für das rätselhafte Phänomen ist, daß Windräder oft bis zu 50 Prozent Wirkungsgradverlust erleiden.
Es ist also höchstwahrscheinlich gar nicht die pöhse Landwirtschaft, die Insektizide versprüht, auch von dieser Warte aus also nicht, die für die (angeblich; der VdZ hat so seine Zweifel an solchen Erhebungen) Verminderung des Bestands an Insekten bewirkt. Sondern es spricht viel dafür, daß der Öko- und Klimawahn auch in diesem Punkt - Windräder - nur Teil eines immer verheerender wirkenden Gesamtverlusts an Anbindung an den logos der Welt ist. Weil er an manches gar nicht gedacht hat. Wie denn auch, wenn man das, was man um jeden Preis ändert, gar nicht kennt?
*Schon aus diesen Erwägungen heraus kann es also gar kein "Weltklima" geben, das adressierbar wäre. Sondern immer nur Klein- und Kleinsträume. Deshalb ist es völlig unsinnig, "große", "globale" Maßnahmen anzustreben, weil nur kleine und kleinste Maßnahmen überhaupt Wirkung haben können. Völlig unabhängig davon, wie dann ein alles umfassendes Gesamtbild aussieht, das in keinem Fall "machbar" ist. Typisches Beispiel liefert eine Nachricht aus der Geburtsstadt des VdZ, Amstetten. Wo nun Oberkluge den Klimawandel dafür verantwortlich machen, daß die Temperaturen in der Innenstadt im Sommer immer wärmer wurde.
An den Maßnahmen, die man nun (mit viel Geld) setzen will, erkennt man aber, was die Ursachen sind. Es ist nämlich nicht der "Klimawandel", wie die Medien berichten. Der wird wie praktisch schon immer und überall nur als Ausrede für Versagen, Gier und Gedankenlosigkeit herangezogen, und öffnet natürlich wunderbare Hähne zum allgemeinen Steuergeldstrom, weil auch die höheren Politiker denkunfähig sind. Es ist die "Innenstadtgestaltung", die so vielen Bäumen (die in der Kindheit des VdZ noch sämtliche Hauptstraßen säumten) die Existenz gekostet hat, und die Bebauungsdichte, die einen Abtransport der Luft durch Wind immer mehr erschwert hat. So entstanden im Westen der Stadt immer umfangreichere Hochhaussiedlungen (vulgo "Zeckenburgsiedlung", noch dazu am Kamm eines großen Hanges), die natürlich den einfallenden Wind bremsen. Außerdem wurden (und werden laufend weiter) die Asphalt- und Steinflächen vervielfacht, Grünflächen (oder auch einst nur geschotterte Plätze) verschwanden, etc. etc. Erst jetzt wieder wird ein ehedem riesiges Freigelände (Bahnhof) durch ein riesiges "Wohn- und Betriebszentrum" zugebaut. Dasselbe also, was auch in Sopron nach der großen
"Verschönerungsoffensive" 2014-16 zu beobachten ist, der VdZ hat hier
schon darüber berichtet.
So nebenbei: Diese "Innenstadtgestaltung" geht oder ging einher mit einem großen Aussterben des einstigen Stadtzentrums, und damit Teil einer verhäßlichenden, (wie bei Windrädern) nur bestimmter Funktion gewidmeter Umgestaltung der ganzen Stadt ... der Leser möge das im Licht des oben Gesagten weiterdenken.
**Sogar
die Schwulen-Bewegungen - an sich ideologisch - machen sich diese
jedem, auch dem Homosexuellen natürlich, ja diesem in allererster Linie
(man beachte alleine den oft bei Homosexuellen zu beobachtenden
Ästhetizismus, der ein Verlangen nach Schönheit ist, ohne den Ort dafür
zu haben, weshalb er oft in Kitsch übergeht, weil er keine Wahrheit hat)
eigenem Verlangen nach Ritus zunutze. Den zu erlangen derjenige zu
schwach ist (denn Homosexualität ist ja eine Schwäche des Selbstseins,
und damit ein in sich den Ritus ausgrenzender, ihn ersatzweise aber -
als Sitz des Lebens in der Welt, also als dessen Realisierung! - haben
wollender Habitus).
***Das gibt dem Weiblichen
diese bekannte (und notwendige) Ambivalenz aus Hingezogenheit und
Zurückweisung. Die in dem Idealbild von der "Heiligen und Hure" gar
nicht so unzutreffend beschrieben wird. ****Was uns heute also fehlt ist nicht irgendwelche Moral oder Dogmatik, es ist der Mangel an Vertrauen in die Fundamentalität und Potenz wie Ausrichtung der Transzendenz, daß sie uns uns selbst gibt!Dieser
Vertrauensverlust ist eine direkte Folge der Auflösung der Riten und
Tabus im Alltag. Denn nur eine durch verbindliche Riten geformte Welt
(und nur eine solche ist überhaupt Welt) bietet Vertrauenswürdigkeit,
weil das Transzendente nur im Ritus real und als Erfahrungsgegenstand
präsent ist.
Sodaß man sich anders
nicht transzendieren, auf dieses Unbekannte hin formen lassen will.
Daraus folgt zwingend eine Unentwickeltheit des Selbst, sodaß die
"Variabilität der Geschlechter" als tragische Fehlentwicklung gar nicht
ausbleiben kann. Nur Ritus könnte hier Abhilfe schaffen, und sei es der
Ritus der Farbzuordnung (blau=männlich, rot=weiblich, zum Beispiel), in
den ein Mensch hineinwachsen muß, weil er ihn als Teil einer
Gesamtkultur (=Ritusgemeinschaft) formt.
³Es ist
ein Irrtum, die "sexuelle Anziehungskraft" als den "Motor zur Ehe" zu
sehen. (Wo immer das passiert, ist der Mensch bereits schwer geschädigt
und von sich - als einem "auf das Oben zu" - abgewandt.) Es ist das
Verlangen nach Ehe, nach Ganzheit, die das tut. Aber sie tut es konkret,
INDEM sie beiden ihren Platz zuweist, und der ist real durch den Eros
von Mann und Frau (zueinander).
*****Vieles,
was deshalb in unseren Schulen als "Fähigkeiten" ausgepriesen wird, ist
in Wahrheit nur ein fataler Wildwuchs, der keinen Sinn hat und nie
Früchte tragen und schon gar nicht den Träger "glücklich" machen wird.
Er wird ihm nur die Energie aussaugen und an unerfüllten Ansprüchen u.
U. sogar zeitlebens leiden lassen. So wie ein Wassertrieb beim
ungepflegten weil ungeformten Holunderbusch vor dem Haus. Deshalb müssen
Schulen in erster Linie (erster, nicht zweiter oder späterer!) den
Ritus der Herkunftsidentität der Schüler zelebrieren oder zumindest
respektieren, für sich stehen lassen können, wollen sie "Lernerfolg"
haben. Spätestens hier wird deutlich, wie katastrophisch sich die
Ent-Regionalisierung (weil Ent-Ritualisierung) der Lehrerschaft
auswirkt. Was bis hin zu den Lehrinhalten geht, die weder mit Lehrer
noch mit Schüler etwas zu tun haben.
Vieles, was uns nur als ideologische Auseinandersetzung erscheint, ist
damit in Wahrheit ein (klar, oft genug ersatzweises, rationalisiertes)
Streben nach einem gebärenden Ritus.** Denn was dem Leben fehlt, bemerkt
man am fehlenden Ritus.
Noch etwas wird bei Tieren deutlich, es gilt auf andere Weise nicht weniger für den Menschen. Denn es ist immer dieselbe Archetypik, aber in je anderer Ebene, beim Menschen eben - im Geist, denn das Wesen der Seele, also der Form, zeigt sich immer in ihrem höchsten Punkt. Das Männliche hat etwas "Penetrierendes", hat etwas "gewalthaftes", das sich der mater/Materie/Mutter bemächtigt.
Welt wird also nur durch einen Akt der Gewalt. Diese ist jener Punkt, an dem das Männliche sich ins Unbekannte, ins Transzendente selbst hinein verliert weil hineinstirbt. Während das Weibliche scheu ist, von Natur aus, und flieht, somit genommen werden muß. Sein Sterben ist das Hinnehmen der beide überstülpenden, aus dem beantworteten Verlangen der Form heraus überlagernden (und damit zu "eins" machend: Mensch als Mann UND Frau) Form (=Ehe), welche nun die zu diesem Schritt zustimmende Frau überwältigt, und darin zu sich selbst und ihrer höchsten Möglichkeit bringt, der Lebensweitergabe, als das Schöpferische der beide überstülpenden Form.*** In deren Rahmen aber der eine (der Mann) überwältigt, der andere (die Frau) überwältigt wird, denn nur so ist diese Form (=Ehe) real und damit für beide aus sich heraus wirksam.
Es ist die Zustimmung zur Herrschaft des Mannes über sie, der sie zu diesem Moment bringt, und wo sie sich dem Unbekannten des Transzendenten (in dem die Wirklichkeit der Ehe "wartet", ja aus dem heraus diese lockt) ausliefert.³ Nur im Selbsttranszendieren aber wird alles zu sich selbst - empfangend, nicht selbst gebend. Das gilt wiederum für beide Geschlechter.****
Aber damit wird auch klar, daß es völlig gleichgültig ist, ob wir unser Leben als Gartenschlauchträger, Funzelbrenner, Schnapsproduzent, Ministerialrat oder König verbringen. Nämlich in dem Sinn, als all das nur Kostüme für ein und dasselbe sind, das einzig jedem Menschen aufgetragen ist! Das Geforderte ist bei allen Ständen und Berufen etc. etc. gleich. Noch etwas wird damit klar: Daß es ein lächerlicher, aber folgenschwerer Irrtum ist zu meinen (wie es heute geschieht, ja darauf baut unser gesamtes Bildungssystem auf), die Identität von "Fähigkeiten" abhängig zu machen, die angeblich zum Vorschein kommen. Es geht gar nicht darum, denn die Fähigkeiten (die man damit meint) werden nur im Rahmen von Identitäten (Orten) und damit in Riten und Tabus sichtbar, also zur Welt, und erst dort erlangen sie ihren Wert, also Anerkennung.*****
Ein "Gegenmittel", ein konstruktives Gegenmittel kann nur so aussehen, behutsam wieder Riten und Tabus zu etablieren. Die natürlich nicht einfach Kopien von Vergangenem sein können. Wenn sie auch manche oder viele dieser früheren Ritus-Elemente enthalten werden. Weil sie auf die Natur als Grundlage von Wesen Bezug nehmen, und die ist nicht schlicht a-historisch, abstrakt. Nur im Ritus werden wir wieder eine "bessere (=dem Schöpferischen förderlichere) Welt" für uns und unsere Nachfahren schaffen können. Nur so werden aus den Schutthaufen, die wir heute alle sind, und die alles ist, was wir lustigerweise noch Kultur nennen, wieder Gestalten aufstehen können. Dann werden wir auch das Müllproblem gelöst haben.
Es ist hier liebevoll persifliert und regt zum Schmunzeln an: Das Balzverhalten der Korkenzieher wollen wir aber dazu benützen, um zu illustrieren, was damit gemeint ist, wenn wir sagen, daß die Dinge sich immer in Ritualen begegnen. Diese sind symbolische Repräsentanzen der Natur, die der Begegnung innewohnt. In ihr ist alles enthalten, was dieses Zueinander per naturam kennzeichnet. Somit drückt sich im Ritual auch der Respekt vor der Eigenart des anderen aus. Nur so können die Dinge sein, und das sind sie letztlich immer nonverbal, gestalthaft. Nur so können sie kommunizieren, anhand eines gemeinsam erreichbaren Endzustands.
Natürlich wird es anhand von Lebewesen deutlicher, denn nur Lebewesen können kommunizieren. Und zeigt sich - allen bekannt - am Balzverhalten unter Tieren am deutlichsten. Das auf Nutzen reduzieren zu wollen, ist schlichtweg lächerlich, und die Evolutionsdeppen brechen sich auch alle Zähne im Versuch, Rituale mit Zwecken zu unterlegen. Die aber die eigentlichen Vorgänge überhaupt nicht begreifbar machen. Die Nutzlosigkeit des Symbolischen (und der Schönheit generell) ist für Staubgehirne auch die am unmöglichsten zu knackende Nuß.
Noch etwas wird aber darin deutlich: Das Ritual wahrt nicht einfach den Respekt, es wahrt im Respekt das Geheimnis des Innersten des Gegenübers. Dieses bleibt unberührt. Denn alles was ist, geht zwar von einem innersten Innen aus, einem geistigen Punkt der Idee, doch ist alles Gestalthafte Resultat einer Begegnung des Äußeren. Dort ist der Punkt der Selbstwerdung als der Weltwerdung sogar, und er ist das Weben eines Kostüms, in dem die Beziehungsfiguren der Ideen zur Weltgestalt und -geschichte werden.
Insofern kann man davon sprechen, daß das Wesen der Dinge in jenem Begegnungsort enthalten ist, auf den hin sich die Dinge in ihrer noch unentwickelten Richtung transzendieren, dessen Anforderungen sie erfüllen sozusagen (der damit kulturell, also im Außen verankert und induziert ist und als Außen herantritt). Diese Anforderungen enthält der Ritus, der damit anweist, auffordert, und dem der je andere beitreten muß, damit die Kommunikation (also damit das Gemeinsam-Werden in einer Aufgabe, die beide prägt, je nach Eigenpotenz) gelingt. Nur in diesem Hinein-Werden an die Anforderungen, die der Ort stellt, wird alles Lebendige zur Gestalt, und damit zur Welt.*
Geben beide zu diesem durch den Ritus angebotenen Gemeinsamen ihre Zustimmung, schaffen sie tatsächlich ein Drittes. Das somit sein Dasein einem Ritus, einem Symbolischen, einem Geisthaften damit verdankt. Von dorther ist das Verlangen nach Legitimität erst so richtig zu verstehen, das jeden Menschen prägt.
Morgen Teil 2)
*Das kann man bis in scheinbar Profanstes hinein verfolgen - man
nehme nur den Verkauf, diese völlig falsch eingeschätzte Tätigkeit. Es
ist dasselbe Geschehen. Profan wird es nur dann (und dann auch die
Integrität der Teilhabenden verletzend), wenn es als reiner
Nutzenabgleich in den Dreck gezogen wird. Wird Verkauf als Ritual
verstanden, wird es zu einem der schönsten Handlungsmomente, die uns in
unserem täglichen Lebensvollzug zur Verfügung stehen! Von dieser Warte
aus muß man deshalb auch den Konsumismus, den Kaufrausch etc. ganz
anders betrachten. Beide werden geboren aus der Sehnsucht nach etwas,
das einerseits andere brutal ausnützen, das andererseits mangels Ritualen
(also Banalisierung) keine Sprache mehr findet und deshalb letztlich
unerfülltes Verlangen nach Schönheit und der Befriedigung des
Kommunikativen (das auf anderer Stufe dem Orgasmus als Kategorie
zuzuordnen ist) zurückläßt.
Als es um den Beitritt Österreichs zur EU ging, waren vor allem die Bauern zu überzeugen. Denn die haben - völlig zu Recht! - geahnt, daß es vor allem sie treffen wird. Und das tat es. Heute ist nur noch ein Drittel der damaligen Höfe aktiv. Die Zahl der Vollerwerbs-Bauernhöfe in Österreich sank von zweihundertfünfzigtausend im Jahre 1994 auf mittlerweile nicht einmal mehr hunderttausend. Wie prognostiziert. Da haben sie einmal Wort gehalten, die EU-Demagogen, kann man nix sagen.
Aber darum soll es nicht gehen. Auch nicht darum, daß bei der Abstimmung 1994 gut 60 Prozent der Bauern Österreichs FÜR einen EU-Beitritt gestimmt haben. Fast so viele wie unter den Akademikerstrohköpfen, nein doch nicht, bei dieser "Elite" waren es 80 Prozent, wie sich später herausgestellt hat. Aber erst hieß es so, die haben ja auch gute PR-Leute. Und die Pauren waren sicher stolz auf diese Parität, haben ja immer gerne vergessen, daß SIE die eigentliche Elite im Land sind. Ach was reden wir ...
Denn die dümmsten Kälber wählen eben ihre Schlächter selber. Am meisten verloren haben nämlich ohnehin die Akademiker, die Eliten, nur wissen die es nicht einmal. Die tun einem auch nicht leid. Leid tun dem VdZ die vielen älteren, oft so berührend braven Bauern mit oft sehr kleinen Höfen, wie es eben Niederösterreich kennzeichnet, mit den großen, reichen Höfen in den (wenigen) Ebenen, mit den vielen vielen kleine Höfen in den oft kargen Mittelgebirgslandschaften, die er damals als Diözesansekretär so oft besucht hatte.
Und darum geht es hier schon mehr. Damals traten nämlich alle möglichen Vertreter von EU-Behörden und Bauernvertretern, eifrig unterstützt von Kirchenvertretern, die sich endlich auch in wichtiger Aufgabe sahen (nämlich die Bauern zum "richtigen Verhalten" zu manipulieren, und die EU wurde von diesen Sumpfdeppen ja als effizientestes Mittel für den offenen, demokratischen Staat und vor allem: "gegen rechts" angesehen, was praktisch immer hieß: damit sie nicht katholisch sein müssen), und erklärten den oft so verdammt, ja schmerzhaft gutmütigen, leider oft aber so ungebildeten, viel zu vertrauensseligen ("Die Großkopferten werden es schon wissen!") Bauern die Vorteile.
Zum Beispiel, daß die Lebensmittelpreise sinken würden. Das erklärt ein Politiker der ÖVP den Bauern, die vor ihm sitzen, der VdZ war dabei und dachte, nicht recht zu hören. Und diese Strohköpfe von Bauern (die den VdZ sogar um Beistand gebeten hatten, um ihnen in der Versammlung - und deren gab es damals sehr viele - argumentativ zu helfen) sitzen damals, wenige Wochen vor der EU-Abstimmung, da ... und nicken zustimmend, als dieser sichtlich nur für diesen Zweck geschulte ÖVP-Jungspund das verkündet. Bauern aus dem Mostviertel, dieim privaten Gespräch völlig einer Meinung mit dem VdZ waren. Und DIESELBEN jammern heute über niedrige Lebensmittelpreise ... Da fällt einem nur ein Wort ein: Sühne. Und ... Strafe.
Aber auch darum geht es nicht, den Irrsinn schlucken wir auch hier runter. Diese Mostplutzer (pardon ...) haben ja sogar den glatten Lügen geglaubt, daß sie den Schilling behalten könnten. Denn das wollten sie alle unbedingt. Dabei war der Euro schon im Beitrittsvertrag ausgemacht, und fünf Jahre später kam er auch. Tausend Rosen.
Heil EU - Exportchance Parma Schinken - Photo KRONEN ZEITUNG
Es geht nämlich hier um einen ganz konkreten Fall, wo einer der Politiker, die sich damals alle gerne ihrer kirchlichen Wurzeln erinnerten, denn die Katholische Männerbewegung (KMB) mit ihren 70 Prozent Bauern als Mitgliedern (damals noch gut elftausend in der Diözese St. Pölten, das war bitte jeder achte männliche Kirchgeher) stellte brav und pflichtschuldig jede Menge an Versammlungen, wo also eines Abends, zu dem man die Mitglieder der KMB wieder einmal zu einem wichtigen Termin vergattert hatte, (die braven Männer folgen, wie Männer es nämlich immer tun, wenn sie was taugen) wo also ein routinierter Scheiß-Politiker den Bauern erklärte, daß die EU für hiesige Landwirte große Chancen hätte.
Da würde zum Beispiel Italien - das ist aus dem Gedächtnis quasi wörtlich zitiert! - großen Bedarf nach Schweineschlögeln für den berühmten Parma-Schinken haben. Die Bauern müßten sich nur ein wenig umstellen. Dann wäre halt ein Ende mit der schlampigen Art, Schweine "irgendwie" zu halten. Denn das Rohmaterial für Parma würde - waggonweise dringend benötigt! - nur in exakten Maßen abgenommen. Dann ginge es darum Schweinestelzen zu produzieren, die im Maß um kaum mehr als einen halben Zentimeter von einer vorgegebenen Norm abwichen. Sagten wörtlich Politiker (und/oder Bauernvertreter).
Und die Bauern nickten wieder einmal
Nur WIE man das bewerkstelligt, hat sich offenbar niemand überlegt. Oder doch? Egal. Nun ist es ein Skandal, den die Zeitungen (die alle damals selbst kräftig desinformiert haben, pardon, "die richtige Meinung zu bilden geholfen" haben) "aufdecken". Nun stellt sich heraus, daß diese Sauen, die die so maßgenauen Rohstoffe für den Schinken aus Parma darstellen, diese Maßgenauigkeit natürlich nur erzielen, indem man sie an jeder Bewegung und Aktivität hindert.
Was dabei herauskommt kann sich der Leser selber denken: Erbärmliche, im Verdacht der Tierquälerei stehende Lebensbedingungen. Unter denen genug Tiere krepieren. Während man den Rest mit Sedativen und Schwanzkupieren irgendwie zumindest so lange hinhält, bis der Kunde (quasi: die Schinkenräucherei in Parma, die uns dann in Lidl und Aldi und Billa und Spar mit bestem Schinken um 1,99 pro 100 g im Sonderangebot verwöhnt) abgemessen hat. Und der LKW vor der Tür die letzte Reise zum Schlachthaus ankündigt. Und die Waage verkündet, daß es sich bei ausreichender Stückzahl irgendwie am Jahresende ausgeht, mit Kreditrückzahlungen und allem Chichi, vor allem der Studienkosten für den Sohn, weil Bauer WERDEN, den Hof übernehmen will sowieso schon lange so gut wie niemand mehr. Na bitte, reguliert sich eh von selbst.
Bitte, bei den Überlebensperspektiven? Die EU-Stumpfschädel, die jeden Krautacker verschandeln und nur Geld der Allgemeinheit als politisches Programm haben, kündigten den Bauern ja zudem an, daß ein Betrieb trachten müsse, zukünftig mindestens siebzig Mastsauen zu halten, darunter sei ein Hof zukünftig unrentabel. Die durchschnittliche Tierzahl damals, 1994, betrug nicht einmal fünfunddreißig Sauen, bei starker Streuung. Was heißt: Sehr viele Betriebe hatten DEUTLICH weniger Tiere, wenige freilich schon damals deutlich mehr. Kredite für die neuen Ställe und den elektronischen Mastmechanismus gab es beim Ausgang, gleich beim Raiffeisenschalter links sozusagen. Und sie sprachen von "Maisfurche", also von Monokulturen, bestens geeignet für Saumast, zwischen Tulln und Wels. Usw. usf., es gehen einem die Worte aus. Und die Bauern nickten auch hier. Auch die mit ihren steinigen Äckern im Jauerlinggebiet bei Pöchlarn.
Nun ist diese "Chance des EU-Beitritts" sogar ein Fall für den Tierschutz.Und gar nicht zu Unrecht. Bauern als Tierquäler. Ob das einen EU-Geld-abhängigen Bauern vor Gott und seinem Gewissen zufrieden macht? Ob sie heute noch zu den erwürgenden Schlagworten vom "Feinkostladen Österreich - für Europa" nicken würden? Der Bio-Landbau hierzulande - damals ein Fünftel, Rekord in Europa - geht zurück, es ist einfach nicht rentabel, die Bauern könnten kaum davon leben, gäbe es nicht einen Bauernmarkt in Bad Ischl oder in Purbach, die alle mit Augenzwinkern von der lokalen Obrigkeit geduldet werden, obwohl sie kaum einer EU-Vorschrift entsprechen, weil die Bauersfrauen mit ihren groben, gewiß nie manikürten Arbeitshänden in der Käsemolke oder im Krauttopf herumpantschen, daß es eine Freude fürs Immunsystem ist. Glückliches Österreich. Wo man heute leider schon über einen türkischen Halal-Fleischer am Viktor-Adler-Markt in Wien-Favoriten dankbar ist, der noch vernünftiges Kalbfleisch oder knackfrische Lammkeule anbietet, die ganz sicher nicht aus Neuseeland stammt. Denn ein regulärer österreichischer Fleischer kann sich da gar nicht mehr halten.*
Wissen Sie was, geneigter Leser? JA. Würden sie. Die zahlenmäßig sehr reduzierten Bauern würden auch heute mehrheitlich nicken. Aus den Exportchancen wurde ein ehemaliges Agrarland, das sich heute - und das ist einmalig! - nicht einmal mehr selber mit den Grundnahrungsmitteln versorgen kann. Nach den Rußland-Boykotts sind die Lebensmittel-Exporte sowieso auf einem historischen Tiefstand. Getreide, von dem wir noch in den 1970er Jahren hunderttausende Tonnen exportierten, wird heute versprittet (ein Sechstel des in Österreich und Deutschland in extrem wasserziehenden Monokulturen - der "Klimawandel" läßt grüßen! - angebauten Getreides wird Bio-Sprit; eine reine und sinnlose Ausrede!) und das Schweinefleisch und die Milch kommt wie in Deutschland aus den Niederlanden oder Spanien.
Die machen bekanntlich ja sogar aus einer Handvoll Hühnerscheiße Tonnen von Tomaten (der VdZ hat einmal als Schauspieler in einer deren Werbekampagnen gespielt und sah alles) oder tausende Schweinehälften, und verklappen die Gülle in den Atlantik. (In Österreich darf man Gülle nicht einmal mehr als Dünger ausbringen, wie es immer war. Wahrscheinlich verkochen die Bauern sie zu Original Marillenschnaps aus der Wachau. Dafür verfüllen wir unsere nicht mehr gebrauchten Gebirgstäler mit Müll aus Neapel und Rom, wenn Touristen ausbleiben. Das sind keine Fake-News, das ist EU-Realität.)
Die Politiker und die Kirchensauschädel sind sowieso schon in der Hölle. Die können uns hier egal sein. Aber die Bauern können einem oft schon Sorgen machen.
*In dem 2.000-Einwohner-Ort im Mostviertel in Niederösterreich, in dem der VdZ gut fünfzehn Jahre lebte, gab es vor dem EU-Beitritt Österreichs FÜNF Fleischereien, alle mit absolut überzeugender, ja oft grandioser Qualität der Produkte. Der hatte legendäre Leberknödel (sogar täglich ausgekocht und als Suppentopf angeboten), der das beste Schweinskarree, der die besten Bratwürste, und der die großartigsten Rindersteaks. Und alle mit Eigenschlachtung. Samt dem VdZ, der über viele Jahre Schafe, Kaninchen, Ziegen und sogar Truthühner hielt. HEUTE gibt es im selben Ort nur noch EIN Fleischvertriebsgeschäft (neben dem Billa, der nunmehr gebaut wurde), das nicht einmal mehr selber schlachtet, weil die Hygieneauflagen der EU zu streng sind.
Will einem da einer der Politikerschädel allen Ernstes einreden, daß die Lebensqualität gestiegen sei? Haben die sie noch alle, wie ein Bekannter des VdZ es ausdrücken würde? Wir Österreicher haben doch VOR dem EU-Beitritt viel besser gelebt! Samt den Bauern. Auf die paar Software-Start-Ups, die der VdZ mit seinem mühsam erarbeiteten Geld über Steuern auch noch finanzieren muß, die die "große Welt" vorgaukeln, in deren Ozon sich die Politiker ihre Freizeiträusche holen, obwohl sie allesamt lächerlich sind, kann das Land gerne verzichten. Und Zuwanderer braucht auch niemand. Buchstäblich.
Jahrzehntelange entomologische Beobachtungen hatten immer wieder dasselbe gebracht, sodaß Jean Henry Fabre zu einem Schluß kam: Insekten egal welcher Art handeln nicht einem subjektiven Sinn gemß, sondern ihr Instinkt füllt Stellen in einem Plan. Jede Handlung steht nämlich für sich, hat offenbar seine Belohnung ("Lust") in sich. Das Insekt "fragt" sich aber nie, ob sie noch sinnvoll ist.
Was ist damit gemeint? Fabre hat es in zahllosen Versuchen demonstriert. Immer wieder nahm er etwa Hautflüglern, Sandwesen oder Schlammbrütern oder oder ihre Brut weg. Er brach ihre oft so kunstvoll errichteten Bauten auf, auch noch während das Insekt sie errichtete und etwa nach neuem Material unterwegs war, er nahm die eingelegte Nahrung weg, mit der sie das eingelegte Ei versorgen wollten, sobald es geschlüpft war, oder er nahm überhaupt das Ei weg. Alle Varianten probierte er, immer wieder korrigierte er seine Versuchsreihen.
Auch die Raupen von Schwalbenschwanzschmetterlingen kamen dran. Hier zerschnitt er etwa deren Kokon, während sie ihn noch spannen, stellte ihn auf den Kopf, machte Löcher, das Ergebnis war dasselbe. Die Raupe setzt das Stadium ihrer Arbeiten - etwa die Innenarbeiten - fort, in dem sie war und wo sie von einem zum anderen fortschritt, obwohl der Kokon etwa auf einer Seite offen, sie also leichte Beute für Räuber ist. Aber sie schloß das Loch nicht, obwohl sie eindeutig noch genug Spinnstoff hatte! Ihn zuzumachen war bereits dran, nun stand etwas anderes an, auch wenn es sie das Leben kosten würde.
Sämtliche Insekten fahren in ihrem Handeln je nach Stufe - Eilegen, Bau oder Kokon errichten, mit Nahrung füllen ... - fort. Sie müssen sehen, daß es sinnlos ist, weil etwa das Ei fehlt, die bereits hergebrachte Nahrung herausgenommen wurde, sodaß die Raupe nach dem Schlüpfen verhungern mußte. Ja er nahm die Mauern des Baus weg. Ergebnis? Die Wespe (und alle Insekten haben ein stupendes Ortsgedächtnis, sie finden die Stelle immer, wo sie ihren Nachwuchs aufziehen möchten, selbst wenn der Bau selber weg ist) setzte ihre Arbeit auf der glatten Mauer fort, weil nun das Verputzen und dann das Verschließen dran war, sogar wenn der Bau selber fehlte.
Sie arbeiten nach einem Plan, der im Ganzen steht, aber dessen Teile jeweils für sich bestehen, der nicht im Insekt selber "intelligent" vorhanden ist. So perfekt, so unglaublich vollkommen ihre Tätigkeit an sich wirkt. Aber das Tier selber kennt keinen Sinn, den sie reflektieren, korrigieren, anpassen würde. Kommt etwas Außerplanmäßiges, das den Zweck ihres Tuns im Ganzen zunichte macht, ist sie völlig überfordert, dabei: nicht einmal gestört! Ist dies dran, macht sie dies, ist das dran, macht sie das. Das war's.
Zu ganz analogen Schlüssen kommt Jakob Uexküll bei seinen Untersuchungen niedrigster Lebensformen, beginnend bei reinen Plasmatieren, bis hin zu Seeigeln. Plasmatiere sehen zwar aus wie Flüssigkeiten, verhalten sich aber anders als diese nach einem Gesamtplan. Sie haben ja eine erstaunliche Besonderheit: Sie können jeweils Organe formen, die der zu verrichtenden Tätigkeitsstufen (sagen: beim Eß- und Verdauungsakt) entsprechen, lösen diese Strukturen aber dann wieder auf, um aus dieser Regeneraton heraus die Strukturen für den nächsten Schritt zu bilden. Bis hin zur Ausscheidung.
Je höher die Lebewesen werden, desto mehr nehmen die Einzelorgane insofern Form an, als sie ihre Struktur behalten, desto weniger also können neue Strukturen gebildet werden.
Zu einem ersten Höhepunkt der Aussagen kommt er in "Umwelt und Innenwelt der Tiere" bei den Schilderungen seiener Beobachtungen an Seeigelarten. Wo er zu denselben Aussagen wie Fabre kommt: Seeigel verhalten sich nach einem Plan, der einen nur staunen läßt, weil alles derartig ineinandergefügt ist. Aber die Seeigel selbst sind nur ein Plan, der wiederum in einen großen Plan "mit der Umwelt" eingefügt ist.
Niedere Tiere wie die Seeigel haben kein "Gesamtzentrum". Sondern alle ihre Organe, jeder Stachel, die Nerven, die Beißzangen, die Giftverwendung, die verschiedenen Muskelgruppen, die die Stacheln bewegen, alles hat im Grunde ein Teil- und Eigenleben. Man kann sie alle regelrecht "für sich" untersuchen, sie funktionieren genau gleich und sind reine Reflexmaschinen. Aber darin (!) sind sie alle derartig auf "einen ganzen Seeigel und die Umgebung, die er braucht" abgestimmt (und nicht um ein Jota mehr! Alle anderen werden bestenfalls zu Reizen, aber nicht zu Dingen, auf die er reagieren könnte, die er gar "erkennte"), daß er als Seeigel - wie eine Republik, schreibt Uexküll einmal - lebt und überlebt. Was beim reinen Beobachten des Tieres so gezielt aussieht, ist in sich jeweils kein Ziel, sondern nur die Abfolge für sich stehender Reaktionen von Organen auf Einzelreize.
Auch hier also: Alles ist ein Plan, in den alle Einzelfaktoren - Lebewesen wie Umgebung - eingefügt sind, aber nichts ist die Intention eines ganzen, einzigen Lebewesens. Das beginnt erst im Geist. Das gibt es erst im Menschen.
Sie ist ein so alltäglich Ding, daß man sie kaum der Beachtung wert findet. Und doch ist sie ein einziges Wunderwerk der Komplexität auf vielen Ebenen.
Die Rede ist von der Vogelfeder.
Genesis.net widmet ihr eine Kolumne, und stellt darin die Ergebnisse jüngster Untersuchungen vor. Die das Ergebnis bringen, daß kein Mensch in der Lage wäre, dieses simple Ding Vogelfeder zu konstruieren. Denn kein Mensch kann auf so vielen Ebenen zugleich denken und einzelne Vorgänge abstimmen. Dies mit linearer Abstimmung eines jeweils nur partiell denkbaren Anpassungsvorganges ist völlig unvorstellbar.
Nimmt man eine Vogelfeder in die Hand, überrascht immer wieder, wie
leicht dieses Gebilde ist. Es heißt nicht umsonst „federleicht“.
Gleichzeitig sind Vogelfedern ausgesprochen robust und dennoch biegsam
und kombinieren damit sehr unterschiedliche Eigenschaften. Diese
Kombination stellt besondere Anforderungen an den Feinbau der Federn. Es
wird geeignetes Baumaterial benötigt– lange Proteinfasern aus
beta-Keratin –, außerdem gibt es anspruchsvolle Anforderungen an die Art
und Weise, wie das Material in Federschaft, -ästen und -strahlen
„verbaut“ wird, und schließlich sind auch die Anforderungen an die
Struktur der reißverschlussartig ineinandergreifenden Federstrahlen
(Bogen- und Hakenstrahlen) alles andere als trivial.
Denn bei aller
Robustheit müssen die Federn auch kontrolliert nachgeben können, wenn
starke Kräfte auf sie wirken, damit irreparable Risse vermieden werden;
dafür ist der „Reißverschluss“ sehr praktisch. Materialeigenschaften,
Feinbau und Federstrukturen sind also genau aufeinander abgestimmt. Es
ist leicht einzusehen, dass diese besonderen Eigenschaften der Federn
zum einen komplett vorhanden sein müssen, damit Federn flugtauglich
sind, und dass sie zum anderen nicht oder nur in sehr viel einfacherer
Ausprägung benötigt würden, wenn Federn nur irgendwelche anderen
Funktionen wie Wärme- und Kälteschutz, Signalgebung oder Schutz vor
Verletzungen erfüllen müssten, nicht aber zum Fliegen gebraucht würden.
Tatsächlich ist der Feinbau von Schaft und Federästen so kompliziert, dass bis vor kurzem viele Details nicht bekannt waren.
Die Fasern sind nämlich mit einer Matrix zementartig verbunden, was die
Aufklärung ihrer Anordnung erschwert, aber zugleich zu ihrer Stabilität
beiträgt (vgl. Lingham-Soliar 2017, 1). Erst in jüngerer Zeit wurden
durch neue Untersuchungstechniken hier größere Fortschritte erzielt.
Durch Computertomographie (Laurent et al. 2014) und mithilfe
federzersetzender Pilze (Lingham-Soliar et al. 2010), durch die die
Keratinfasern und Faserbündel freigelegt werden können, wurden ganz neue
Einblicke in die Anordnung der Fasern und damit in den Feinbau gewonnen
(Lingham-Soliar 2014; 2017).
Dabei hat sich Folgendes gezeigt: Diebeta-Keratin-Fasern
bestehen aus feineren Fäserchen und sind selbst in Bündeln angeordnet.
Diese können verschiedene Schichten bilden, in denen die Fasern
unterschiedlich orientiert sein können. Dietrich-Bischoff (2014)
fasst die weiteren Befunde wie folgt zusammen: „Nun sind zwei
verschiedene Fasersysteme mit unterschiedlicher Orientierung
nachgewiesen worden, die unterschiedliche mechanische Eigenschaften
verleihen. Im größten Teil des Federschafts laufen die Keratinfasern in
Längsrichtung, wodurch die Feder verdreht werden kann, ohne zu brechen.
In den Seitenwänden des Schafts hingegen liegen die Fasern über Kreuz,
was der Feder größere Steifheit verleiht. …
Die Keratinfasern weisen
zudem in gewissen Abständen Knötchen auf, die zu denen benachbarter
Fasern versetzt angeordnet sind. Diese Anordnung trägt dazu bei, dass
sich ein Riss im Federschaft schlecht ausbreiten kann. Zudem konnte
gezeigt werden, dass Federschaft und -äste keineswegs hohl sind, sondern
ein ‚schaumähnliches‘ Inneres aufweisen – ein poröses Netzwerk von
Fasern, die mit einem Polymer beschichtet sind, das Gase bindet. So
steht die Feder unter schwachem Druck, was dazu beiträgt, dass sie
weniger leicht einknickt. Der Schaum wirkt wie ein Energieabsorber und
sorgt vermutlich dafür, dass die Feder nach Verbiegen oder Verdrehen
wieder in ihre ursprüngliche Position zurückspringt.“
In einer neueren Arbeit legt Lingham-Soliar (2017) weitere
interessante Befunde zur Anordnung der Keratinfasern in den sich
verjüngenden Federschäften vor. Er konnte zeigen, wie die Verjüngung
erfolgt, ohne dass die Faserverläufe in den Wänden (Cortex) des Schafts
auslaufen. Die Keratinfasern biegen vielmehr links und rechts in die
Wände der Federäste ab, wodurch die Äste tief im Schaft gleichsam
„verwurzelt“ sind. Das ermöglicht Reißfestigkeit und verringert
gleichzeitig die Gefahr von Brüchen oder Knicken im Schaft; die Kräfte,
die beim Flug auf die Federn wirken, werden so auf die Federn
gleichmäßig verteilt.
Ein Auslaufen (bzw. ein Abbruch) der Fasern im
Cortex würde – so Lingham-Soliar – aus mechanischen Gründen die Gefahr
von Beschädigungen erhöhen.[1] Diese Grundstruktur des Abzweigens in die
Federäste erwies sich bei den verschiedenen untersuchten Arten als sehr
ähnlich (S. 4). Lingham-Soliar (2017, 7f.) lobt diese Lösung als „biomechanisch genial“
(„ingenious“); durch diese neu entdeckte Architektur des Cortex der
Schaftes und der Äste, wo Hunderte von Fasern in die Äste abzweigen
statt beendet zu werden, würden auf einen Schlag viele Sollbruchstellen
vermieden.
Als Kommentar ist dem noch hinzugefügt:
Diese Details machen deutlich, wie fein abgestimmt verschiedene
Aspekte der Federfeinstruktur sein müssen, damit die Feder die für ihre
Funktion erforderlichen Eigenschaften besitzt. Angesichts dieser
Tatsache überrascht es, wenn Verena Dietrich-Bischoff (2014)
abschließend zu den damals bereits bekannten Details schreibt, dass die
vorgestellten Befunde zur Feinstruktur von Federn möglicherweise dazu
beitragen würden, ein evolutionäres Rätsel, die Entstehung des
Vogelflugs, zu lösen. Oder dass Lingham-Soliar (2017, 6) meint, es sei
klar, dass die außergewöhnliche Mikrostruktur des Wand des Schafts und
der Äste über die Millionen Jahre der Vogelevolution perfektioniert
worden sei.[2] Jedenfalls zeigen die neuen Befunde, dass das Rätsel
größer ist als je zuvor, denn die Federn erweisen sich als komplizierter
gebaut als bisher bekannt. Und man kann durchaus nachvollziehen,
dass die Details auch allesamt in der verwirklichten Form ausgeprägt
sein müssen, damit die Federn ihren Teil zur Ermöglichung des Fluges
leisten können. Die dafür erforderlichen höchst anspruchsvollen
Materialeigenschaften sind notwendige Voraussetzungen. Es handelt sich
auch um weit mehr als um „Perfektionierung“, sondern vielmehr um eine
ausgeklügelte, anspruchsvolle Konstruktion.
Zudem ermöglichen auch die allerbesten Federn noch keinen Flug. Es
wird auch eine zweckmäßige Verankerung im Körper benötigt, ein
Muskelgeflecht an den Federspulen zur Bewegung der Federn, Blutgefäße,
Nervenbahnen und Sinnesorgane, die die Positionen der einzelnen Federn
registrieren und ans Gehirn melden, und die passenden Reaktionen darauf,
die Einbettung der Federn in ein hydraulisches System von Fett- und
Bindegewebe und weitere anatomische Details. Die Anforderungen an die
Federn und ihre Steuerung sind wiederum nur ein Teil der Voraussetzungen
für die Flugfähigkeit, denn es muss auch ein passendes Federkleid
ausgebildet sein, weiterhin dessen koordinierte Steuerung; zahlreiche
Muskelpartien sind beim Flug beteiligt; es gibt Anforderungen an den
Skelettbau; die Federn bedürfen ständiger Pflege usw.
Es ist daher alles andere als klar, dass und wie die Federstrukturen evolutiv entwickelt und „perfektioniert“ wurden.
Das Problem besteht neben zahlreichen Details vor allem auch in der
Notwendigkeit vielfacher Abstimmung verschiedenster Aspekte.
Dietrich-Bischoff (2014) kommentiert einen kurzen Überblick zum groben
Aufbau einer Feder wie folgt: „All diese einzelnen Elemente sind
hervorragend an ihre jeweilige Funktion angepasst und wirken zusammen,
um der Feder die notwendigen Gesamteigenschaften zu verleihen.“
Zukunftsblinde Prozesse wie Mutation und Selektion sind nach allem, was
wir wissen, völlig überfordert, solche Abstimmungen über mehrere Ebenen
der Organisation zu ermöglichen.
Natur und Technik. Lingham-Soliar (2017, 10) zieht einen
Vergleich mit technischen Materialien; diese seien vergleichsweise
einfach strukturiert und die technischen Strukturen seien
monofunktional. Ganz anders dagegen die biologischen Strukturen, die
viele Funktionen zugleich erfüllen und so kompliziert aufgebaut sind,
dass es schwierig ist, sie in die einzelnen Komponenten aufzuspalten, um
daraus etwas für die technische Anwendung zu lernen. Von einer Nachahmung in der Technik ist man daher weit entfernt.
Auch dieser Sachverhalt spricht zusätzlich mehr dafür, dass die
Entstehung von Vogelfedern eines enormen geistigen Inputs bedurfte,
während Komplexität und Multifunktionalität sicher nicht für eine
natürlich-evolutive Entstehung sprechen.
Vergleich mit anderen Strukturen. Interessant ist auch der
Befund, dass es Ähnlichkeiten im Aufbau der Federn mit anderen
biologischen Strukturen gibt. Dietrich-Bischoff (2014) weist darauf hin,
dass auch der Chitinpanzer von Insekten aus mehreren Schichten besteht,
in denen die Chitinfasern auf verschiedene Weise orientiert sein
können, wodurch der Panzer an manchen Stellen hart, an anderen biegsam
wird. Was das schaumartige Innere des Federschafts betrifft, so sind
ähnliche Strukturen auch von Pflanzenstängeln und Stacheln von Tieren
bekannt. Lingham-Soliar (2017, 8f.) sieht weiterhin Ähnlichkeiten in der
Anordnung von Fasern in der Rücken- und Schwanzflosse des Weißen Hais (Carcharodon carcharias)
und im Verlauf von Leitungssystem und Fasern bei der Verbindung von
Ästen mit Stämmen von Pflanzen, die ähnlichen Kräften ausgesetzt seien
wie die Federäste. Auch hier stellt sich die Frage: Sind zukunftsblinde
Prozesse in der Lage, unabhängig voneinander in ganz verschiedenen
Systemen dieselbe anspruchsvolle Lösung für schwierige Aufgaben zu
finden?