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Mittwoch, 4. Januar 2023

Aus einem anonymen Brief an eine "öffentlich rechtliche Gesellschaft zur Abgeltung von Tantiemeansprüchen aufgrund (auch im Internet) veröffentlicher Texte, nebst eigenen Anmerkungen"

Eine befreundete Hand hat mir dieser Tage einen Ausschnitt aus einem Brief zukommen lassen, der Ende 2022 bei einer jener Gesellschaften eingelangt ist, die sich um die "gerechte Verteilung" zwei- und bald dreistelliger Millionenbeträge an Künstler und Intellektuelle sorgen soll, die Werke verfassen, die aufgrund der modernen Vervielfältigungs- und Publikationsmedien (vor allem in der Form von in der Verbreitugn kaum eingrenzbarem Daten sowie anderer moderner Vervielfältigungsmöglichkeiten) das Urheberrecht der Schaffenden wenigstens so halbwegs davor bewahrt, jedes Sinns entleert zu werden, und somit den Schaffenden die meist ohnehin extrem prekäre, fragile und dürftige Existenzgrundlage völlig zu zerstören.

Denn wie ich dieser Tage hier schrieb, haben die Medien der letzten Jahrzehnte mit der völligen Zerstörung der Texte (als Beispiel für ander Kusntsparten, wo es nicht anders ist) die persönliche und nur persönlich sein könnende Leistung einer Texterstellung (als Beispielf für alle) im Bewußtsein der Menschen (also im Riten-Katalog der Kultur) so verdunsten lassen, daß es üblich wurde, ohne jede Hemmung in den Meiden Aufzufindendes oder überhaupt nur irgendwie Verfügbares anzueignen, und in die eigene Persönlichkeit als Werk zu integrieren bzw.daraus als Eigenleistung auszugeben.*

Donnerstag, 24. November 2022

Wesen der Alchemie

>>Er habe ja bereits darauf hinge4wiesen, daß die große Schule der französischen Akademie die das Wissen der vorangegangenen Jahrhunderte gespeichert, geordnet und lehrbar gemacht hatte, zu einer Verwandlugn der Farbe habe gelangen wollen, gaz wörtlich. 
Das Ziel sei gewesen, die Malerei in eine Reihe mit der Alchemie, der Goldmacherei, der Magie treten zu lassen, und zwr durch Umwandlung von Wertlosem in Kostbares, son Totem in Lebendes, von Leindwandfetzen und Ölpaste in alle denkbaren Substanzen. 

"Farbe sollte aufhören, nach ihren Pigmenten analysierbar zu sein, sie sollte vielmehr zu einem Stoff eigener Art werden. Die fettschimmernden Klümpchen aus der Tube, auf die Palette gedrückt, sollten durch eine besonders komplizierte Behandlung zu einer entrückten, neuartigen Materie werden, aber das war keine Zauberei, sondern geschah durch das allmähliche Auftragen feinster, durchscheinender Schichten, Lage um Lage, und diese Schleier - wieder eine Verwandlung - wurden zu etwas Festem, schufen den Eindruck belebter Undurchdringlichkeit."

Freitag, 28. Oktober 2022

Filmempfehlung (3)

Der Film - Beginn der Geschichte - Die Geschichte ist einfach, und doch dramaturgisch komplex zum Fünfakter gebaut. Sie wird in den 90 Minuten ohne jedes Zuviel oder Zuwenig erzählt. Ein Mädchen an der Schwelle zur Erwachsenheit - im heiratsfähigen Alter, könnte man sagen - wächst alleine bei ihrem Vater auf. Dieser betreibt eine kleine private Detektei, und seine Klienten sind in erster Linie private Affairen. Darüber hat sich mit den Jahren ein Archiv heikler, pikanter Fälle angesammelt, in dem seine Tochter heimlich gerne  heimlich stöbert und ihre Phantasie nährt.  Bei ihrem heimlichen Studium stößt sie auch auf die umfangreiche Akte des reichen Amerikaners Frank Flannagan, den aktuellen Fall ihres Vaters, und ist fasziniert von ihm.

Dem Vater ist diese Leidenschaft seiner Tochter gar nicht recht, denn er wollte seiner Tochter diese geballte Dosis an menschlichen Fehlern und Schwächen nicht zumuten. 
"Aber du hast doch mit Mutter auch immer darüber gesprochen?" - "Mein Kind, deine Mutter war eine verheiratete Frau!" "Gott sei Dank."  

Donnerstag, 27. Oktober 2022

Filmempfehlung (2)

Hollywood, ja die weltweite Filmbranche heute würde über Billy Wilder für die Botschaft von "Ariane - Liebe am Nachmittag" Berufsverbot verhängen. 

Wilder war ein wahrer Meister in der Taktik der "Selbstverhüllung in der Darstellung." Er konnte damit Themen in seine Filme einbauen (man denke an "Some like it hot", welchen Film man als Vorgriff auf die heutige, 70 Jahre später stattfindende LGBTQ-Diskussion sehen kann) die aus jedem Rahmen der Zeitmoral fielen.  Damit verschuf er sich sehr rasch jegliche Freiheit in seiner Kunst Und daswiederum ging nur, weil er wirklich wußte, wie Film funktioniert. Nur deshalb konnte auf allen seinen Saiten spielen.
Das ist auch bei dem Film der Fall, der uns Anlaß für diese Auseinandersetzung mit dem Thema war: 
"Ariane - Liebe am Nachmittag". 
Die Art, wie dort Ehebruch und Promiskuität - auch bei Frauen! - thematisiert wurde, sprengte auch 1957, als der Film entstand, jeden echten Rahmen herrschender Moralauffassung. Und er tut es auch heute! Wenn auch ganz anders. 
Der Unterschied? Die herrschende Moralauffassung!

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Filmempfehlung (1)

Die amerikanische Filmindustrie hat sich von ihrer Gründung an als Geschäft verstanden. Der Film war eine einträgliche Einnahmequelle, und weil er einem fragwürdigen Gewerbe zugerechnet wurde - der Unterhaltungsbranche - war er auch für Juden offen. 

Die Westküste der USA war damals schon jahrzehntelang bevorzugter Anlaufpunkt für die zahlreichen Ashkenadse-Juden, die aus dem "Schdetl", den später von Timothy Snider "Bloodland" benannten Landstrich, stammten, der vom Baltikumbis zum Schwarzen Meer reichte, also Litauen, das heutige Weißrußland, vor allem aber das Gebiet umfaßte, und später zur "Ukraine" zusammengefaßt wurde. 

Diese meist sehr armen Juden sahen sich in ihrer neuen Heimat aber genauso an der untersten Stufe der sozialen Leiter, wie sie es in ihrer Heimat gewesen waren, die größtenteils Staatsgebiet Österreich-Ungarns, aber auch Rußlands war. Nur war das ja immerhin das Konzept der Neuen Welt, so wurde es zumindest verkauft:
Jeder konnte erreichen, was immer er sich vorstellte. 
So hieß es zumindest, und so heißt es wohl heute auch in Afrika, von wo sich ähnliche Mesnchenströme aufmachen, um in Europa ihr Glück zu suchen. In gewisser Weise ist genau das auch ein in den Filmen Billy Wilders, um deren einen es hier gehen soll, immer wiederkiehrender Topos:
Die Vorstellung, daß man alles sein könne, was man wolle. 
Und das macht ihn, der 2002 im Alter von 96 Jahren gestorben ist, moderner, als man glauben möchte. So wie der Film höchst aktuell ist. Aber dieses Warum sollte  man vielleicht nicht zu laut sagen.

Davon später. Denn erst betten wir dieses Meisterwerk Wilder's in einen breiteren Rahmen ein, denn das Einzelne wird erst durch das Allgemeine erkennbar.

Freitag, 7. Oktober 2022

Abglanz und Spiegel Gottes

Wovon der Herz voll, davon kündet der in der Freude tanzende Mund. Denn wo das Herz voll des Lichtes, trunken vom absoluten Lichte ist, ist seine Tätigkeit unendliches Steigen und Fallen, wie der von den Lüften getragene Tanz der Schmetterlinge in der Frühjahrssonne.
A. d. Caraffa, De experientes

Zwar stimmt nicht, daß in der Vernunft (vorwiegend as Verstand aufgefaßt) Gott"zu sich" käme, wie Hegel es verstehen wollte. Aber es ist wahr, daß in der menschlichen Vernunft (als Ganzheit aus sittlicher haltung und rationalem wie klugem Begreifen) ein Spiegelbild Gottes in die Schöpfung getragen wird. In den Sinnen nimmt der Mensch an der Gestalt der Welt teil, indem er sie aufnimmt. Leidend, weil die Sinne leidend sind, also immer passiv, und im Prinzip immer unverfälscht.

Aus diesen Daten trägt der Mensch ein erst ungeordnetes, in der Vernunfttätigkeit aber dann geordnetes Wiederbild der Welt, die er sinnlich aufgenommen hat, in sich, und stellt es dann in der Sprache (das heißt in allen Formen von Sprache, die Künste sind hier nicht weniger eingeschlossen) aus sich heraus. Somit schafft der Mensch in seinem sittlichen Wiedergeben der Schöpfung eine "neue" Schöpfung. Damit sind wir am Höhepunkt der menschlichen Möglichkeit angelangt, bei der Kunst.

Dienstag, 27. September 2022

Die Vorstellung hat begonnen (2)

Nehmen Sie endlich Platz, die Vorstellung hat schon begonnen.Wie wünschte man sich, daß wenigstens diese Tatsache für den Menschen des Alltags präsent wäre. Stattdessen glaubt er an das Wissen anderer, denen offensteht, was ihm selbst prinzipiell doch niemals offensteht. Das Problem der Klimahysterie war also, das Ganze ins Auge zu fassen, und eine Legende aufzubauen, der Mensch wäre in der Lage, dieses Ganze zu gestalten (oder mißzugestalten.) 
Es ist eigentlich grotesk - während sich die Mensche gerade heute so ohnmächtig wie nie erleben, ausgeliefert allem und jedem wie einem Virus, der alles flachlegt und tötet, einem "Wirtshcaftsgeschehen", das alles wie eine göttliche Hand bestimmt, und so weiter, glauben sie an die Manipulierbarkeit nach Plan beim allergrößten, alles umfassenden System - des Weltklimas. 

Montag, 26. September 2022

Die Vorstellung hat begonnen (1)

So viele Jahre befasse ich mich nun schon mit Fragen rund ums Klima. Nicht ganz freiwillig, sondern um eine damals sich aufbauende, heute voll ausgebaute Bedrohugn usnerer Kultur zu begreifen. Nicht das Klima, sondern die Tatsache ieines sozailen Mechanismus, als mehr hab eihc das nie sehen können. 

Aber so kam es, daß ich jede Menge wissenschaflicher Gutachten udn Aussagen gelesen, gehört, mitgedacht habe. Das Bild, das sich schon seit geraumer Zeit recht scharf gestellt hat, widerspricht dabei nur in einem Punkt der Mär von der Klimakatastrophe (denn daß es auch dabei nicht um Sachfragen geht, war mir sehr rasch klar) - es liegt in der Gesamtbetrachtung dessen, was wir dann Klima nennen. Und wäre mit einer von allem Anfang an bekannten Aussage eigentlich schon bewältigt und beantwortet - hätte man die Sache jemals ernstgenommen. 

Samstag, 6. August 2022

Der Samstag Nachmittag-Film (2)

Der Film, das Kunstwerk, und seine Bedingungen - "Good Bye my Lady" ist da anders, das kann ich noch verraten, und den Film damit gleich noch mehr empfehlen. Denn wenn man eines darin erlebt, dann eben das: Größe. Größe im Kleinen. (Wobei: Was ist "klein" im richtigen Leben? Eben, nichts!) Nicht spektakulär ist es also, Sie werden keinen Actionfilm sehen, sondern in ruhigen Bildern, die einem Zeit lassen, mit dem Geschehen zu atmen. Und so wird man sogar gewahr, woran es uns so fehlt, und was die Welt so schön machen würde: MENSCHLICHE GRÖSZE. 

Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, in aller Gebrochenheit durch menschliche Schwächen, ja, so sind wir eben, in allen Versuchungen auftreten und dabei eine warme Milde aufkommen lassen, die unser Herz durchzieht. Das hat mit Moralismus absolut nichts zu tun. Aber - es IST moralisch.

Freitag, 5. August 2022

Der (morgige) Samstag Nachmittag-Film (1)

Den Film "Good Bye my Lady" (1956), Regie: William Wellman, auf dne mich jemand (Thanks, Anthony Esolen!) hingewiesen hat, habe ich nur in der unten angefügten Form im Netz gefunden. Und was ich von Schauspielerkollegen gehört habe, dürfte wirklich so sein: Man dreht immer schon in den USA Filme gerne im Originaldialekt jener Landschaft und jenes Gebietes, in dem er spielt. 

Und das ist hier nicht nur der tiefste Süden von Misissippi, sondern es ist auch eine soziale Schichte, die das Schönsprechen nicht gerade kultiviert hat. Aber ich darf Ihnen versichern - er ist die kleine Mühe wert. 

Auch wenn man das eine oder andere Wort nicht versteht weil es so extrem (in der Sprechweise, die der Figur gehört, natürlich, nicht aus Schlamperei) genuschelt ist (auch mir ist es so gegangen) - man bekommt noch genug mit, um die Schönhiet dieses Filmes zu erkennen und sich daran zu freuen. 

So nebenbei: Ich war überrascht, in einer (vielsagenden) Nebenrolle einen noch ganz jungen Sidney Poitier zu sehen! Dem ich mit "Lilies of the field - Lilien auf dem Felde" eines meiner schönsten Filmerlebnisse verdanke. Das war in der Zeit, in der man bei jemandem alle paar Tage oder Wochen mal zusammenkam, weil der einen Fernsehkasten hatte, und einen berühmten Film oder einen der legendären Talk Show-Master (etwa Peter Frankenfeld oder Hans-Joachim Kulenkampff) zu sehen. Wobei das Beisammensein wichtiger war als der Film. Poitier, der für die Rolle des Homer im Film einen Golden Globe sowie einen Oscar bekommen hatte, ist übrigens erst im Jänner 2022 verstorben (r.i.p.)

Dienstag, 3. Mai 2022

Allen Henkelschädeln ins Ohr gefiedelt

Gerne komme ich der Bitte nach, und kündige an dieser Stelle ein nächstes Konzert der (nunmehr sich so bezeichnenden, bislang als "Dornrosen" bekannten) "Schick-Sisters" für den 7. Mai, 20,00 Uhr, in den Klagenfurter Kammerlichtspielen an.
 
Das Theater ist uns wohl bekannt, und war Schauplatz der Uraufführung meines Stücks "Ich bin doch (nicht) Elvis" vor nunmehr über zehn Jahren. Inszeniert von Michaela Mahrhauser, hat der sich heute im Kärntner Lokalraum gut etablierte (ehemalige Freizeit-) Elvis-Imitator "Buzgi" Michael Buchacher eine Kabaretttragödie rund um die fixe Idee gespielt und gesungen, einfach BERÜHMT zu werden. Zwar auch, weil man etwas gleich oder besser kann, als es ein anderer kann. Wobei, das Womit der ruhm erreicht wird eher eine Nebenrolle spielt und die Frage eines Karriereplans ist. 

Das Lebensglück ist aber insofern bestimmt, als es mit der Sendung an den Ort zu tun hat, in den hinein man geboren ist. Nur dort ist man dann auch geborgen, nur dort kann sich ein Leben erfüllen.

Unten findet der Leser eine Kostprobe der Kunst der drei musizierenden Mädels, die nicht nur mit ihrem Äußeren spielen (behaupte ich), um das Schicksal des Elvis-Imitators (s.o.) DOCH zu durchstoßen, und ein eigenes zu erlangen. Das mehr ihren Phantasien entspricht. (Aber die Gretchenfrage ist, ob diese eigene Vorstellung mit der Vorsehung Gottes übereinstimmt.) 

Sonntag, 20. März 2022

Gedankensplitter (2005c)

Der Tempel in Jerusalem als Stufe zur Kirche. Die Zerstörung des Geschmacks. Technikgewinn als Verlust der Lebensqualität - Damit hat sich aber gar nicht so sehr eine noch weitergehende Ablösung vom Judentum Christi vollzogen. Das hat sich nie getrennt, Jesus Christus WAR das erfüllte Judentum, ein anderes hat es nie gegeben. (Was sich später so bezeichnete, war eine neu gegründete Religion.) Diese eine und einzig wahre Religion hat sich lediglich VERÄNDERT, weiter in die Geschichte hinein entwickelt, und ausgefaltet, das ist alles.

Und das hat sich im Kirchenbau gezeigt. Der sich von Anfang an auf die Architektur des Jerusalemer Tempels bezogen und diese nachgeahmt hat. Und DORT war der Ort der Opferhandlung IN EINEM EIGENEN RAUM. Ja, hinter idesem war noch einmal ein Raum - das eigentliche Allerheiligste, das nur einmal im Jahr beim Paschafst von einem jährlich wechselnden Priester betreten wurde. Selbst wiederum Symbol der Bundeslade, die sich darin befunden haben soll.

Samstag, 19. März 2022

Gedankensplitter (2005b)

UKRAINE als Schnittlauch auf jeder Suppe. Architektur, der Heilige Raum als Grammatik von Beziehungen. Die geraubte Zeit - Es geht nichts mehr ohne Ukraine. Wie auch, bei solchen Nachrichten? Die darauf abzielen, daß man darüber reden soll, und die klare Absicht haben, den Alltag der Menschen durch Furcht und Angst zu bestimmen. Bis in den nletzten Winkel wollen sie ienen aufscheuchen udn beherrschen.

Diesen Zweck soll die absurde Strafsumme erreichen, die in Österreich das Verbreiten von Feindpropaganda - und nur so kann das verstanden werden: Man sieht einen FEIND, MIT DEM MAN SICH IM KRIEG BEFINDET, denn das SIND Kriegsmaßnahmen - präventiv unterbinden sollen. Hinkünftig soll sich jeder dreimal fragen, ob das, was er macht, irgendwie "von" Rußland sein könnte, und "als" Propaganda verstanden werden könnte. 

Wobei - es geht ausdrücklich nur um die VERBREITUNG russischer Inhalte, also von allem, das AUS RUSZLAND STAMMT. Auf den möglichen Streit, was als Propaganda gesehen werden könnte und was nicht, läßt sich der Staat gar nicht erst ein. VERBREITUNG, heißt es.

Freitag, 18. März 2022

Gedankensplitter (2005a)

Eigentlich genau umgekehrt - Das Seltsame ist, daß das, was man "Traditionalismus" nennt, und das sich ganz besonders darauf beruft, daß es "die Tradition" aufgreife und weiterführe, die Tradition gewissermaßen "überspringt", und auf eine Art Vorgestern zurückgreift. Aber genau das verweigert, was Tradition ist, und was sie angeblich früher auch gewesen war. 
Der sogenannte Traditionalismus verweigert der eiugenen Elterngeneration die Übernahme DERER Tradition, um dabei nicht einmal auf die vorletzte Generation zurückzugreifen, sondern auf einen Fixpunkt irgendwann in der Vergangenheit. Man nennt das eigentlich nicht Traditionalismus, sonder Archäologismus.
Das Allerseltsamste aber ist, daß das gar nicht das Wesen der Tradition ist. Sondern es ist ganz exakt DAS PRINZIP DER REVOLUTION. Jede Revolution, und zwar wirklich jede, beruft sich auf einen Punkt in der Vergangenheit, den es nun angeblich wieder aufzugreifen gebe. WEIL die vorhandene Stufe nicht mehr im Strom der Tradition stehe, sondern diese FALSCH INTERPRETIERT habe.

Mittwoch, 27. Oktober 2021

Gedankensplitter (1356c)

Es gibt aber einen Ausweg. - Es gibt ihn auf dem eigentlich so einfachen, schlichten Weg der Selbstbehauptung. In dem man jede solcher Diskussionen, ob nicht dieses oder jenes veränderte Verhalten "besser", "vernünftiger" (was immer ausschließlicher: irgendeine, und am besten die ganze Welt rettender) verweigert. Indem man darauf besteht, daß man einfach nicht bereit sei, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.

Um sich so der einzig wahren Aussortierung von Möglichkeiten eines GEMEINSCHAFTLICHEN (also als Gemeinschaft = nicht pluralistischer Einheit vollzogenen) Arbeitens wieder anzuschließen. 

Die es nämlich gewesen ist, die unsere Kultur bis in diese (so überreich volle, nun also, als Leichnam, fast unerschöpflich auszuweidende) Gegenwart geführt hat.  Und dieses Prinzip ist ebenso einfach wie radikal. Es besagt, daß sich alles in der Erstentscheidung begründet, überhaupt einer Gemeinschaft anzugehören. Die - eiderdautz - gar nicht von einem selbst getroffen wurde. Damals, als man geboren wurde, und von Gott in ein Insgesamt hineingestellt worden ist. 

Dienstag, 26. Oktober 2021

Gedankensplitter (1356b)

Weiter in dieser Art. Bis sich die Themen ziemlich runden, und alles ineinander läuft. - Von einer Organisation von Mitarbeitern im Film (meist schon neudeutsch Crew genannt) habe ich dieser Tage ein Anschreiben erhalten, das manch in den letzten ein, zwei Jahren abgelaufenen etlichen ähnlichen Bestrebungen dem Faß den Boden ausschlug. Verpackt in eine "Umfrage" mit dirigierenden und manipulativen Fragen wie der, ob man "begrüßen würde, wenn es am Set zwar nur noch ein- bis zweimal in der Woche Fleisch beim Catering gebe, dafür aber nachhaltig und qualitativ hochwertig", finden sich gegen Schluß hin Paragraphen, in denen verlangt wird, daß künftig Filmförderungen etc. an diese Bedingung geknüpft werden sollen.

Ich habe ähnliche solcher "Umfragen" - mit denen beginnt es - schon erlebt, zu etlichen anderen Themen, wie "Gewalt am Set" (Set = die Situation an einem Drehort, mit allen Einrichtungen und beschäftigten Personen) oder "Variety = Vielfalt am Set" oder das natürlich unausbleibliche "Gendergerechtigkeitsthema". Sie haben alle mit süßer Stimme als Empfehlungen zu freiwilligem Berücksichtigen begonnen, um dann über "freiwillige Selbstverpflichtungen" zur "von der Branche selbst vorgenommenen Beschränkung" zu schreiten. Und in Gesetzen zu enden. 

Montag, 25. Oktober 2021

Gedankensplitter (1356a)

Im Rennen um Deutungen für den berühmten Buchstaben "G" (in Kombination mit einem Multiplikator) gibt es einen neuen Vorschlag von Leser G (sic!), der auf die Erweiterung: G für "gehirnentleert" hinweist.

Denn, so G, in Anbetracht der Tatsache, wie viele Menschen bereits vollkommen leere Worthülsen zum Normalgebrauch der Sprache erwählen, in Anbetracht der Tatsache, daß die Sprache nur noch als drohend aufgerichtete Keule Verwendung findet, in der mangels Vernunftzugängigkeit der Lebensweisen der Gegenwart nur noch Emotionen - an sich wirkungslos - zu weltgestaltender Wirkung verholfen werden soll, drängt sich diese Deutung von G auf.

Auch wenn ich mit solchen Attributen - die man meist bei jenen hört, die von sich behaupten, daß nur sie überhaupt dächten, sodaß wir in diesem Fall von immerhin rund 99 Prozent der Bevölkerung unserer Länder sprechen - vorsichtig bin, stimme ich Leser G ausnahmsweise zu.

***

Denken ist ein sittlicher Akt. Es ist die Sittlichkeit, die die Paßgenauigkeit jener Gestalt-Bausteine zuläßt und sucht (weil dann findet, also niemals "selber schafft") die in der Sprache dann als "vernünftig", "logisch" und so weiter sichtbar werden. Und darin von jedermann erkennbar wird. 

So nebenbei das sicherste Zeichen dafür, daß die gesamte Welt in ein Fluidum einer lebendigen, interagierenden, personalen (eins seienden, ansprechbaren, uns als Gegenüber identifizierbaren) Wahrheit schwebt. 

Es ist ein gehorsames Ausschöpfen der Sprache hinter der Sprache, die man in die irdischen Behälter der Begriffe gießt, und möglichst so anordnet, daß sie dem Willigen (sic!) den Blick auf das Hinter-allem-Liegende des Wirklichen eröffnet. Und insofern das wirklich Wirkliche "verirdischt" und zur Welt ordnet, die der wirklichen Ordnung entspricht. Und jenem den Weg weist, der sich an der Hand der Gestalt des nunmehr Ausgesprochenen bis zur Schwelle alles Grundlegenden hinführen läßt. Ab hier kann er sich ergreifen lassen. Oder nicht.

Samstag, 9. Oktober 2021

Es ist doch ganz einfach

Ach es ist doch viel einfacher. Die Frage, was Pornographie von der "erotischen Darstellung" (mit künstlerischem Wert) unterscheidet ist mit einem Satz erklärt. Man verwendet ihn nur selten bis gar nicht, weil er nicht mehr verstanden wird. Dieser Satz lautet so: Die Pornographie ist eine Darstellung (menschlicher) Sexualität, die nicht WAHR ist. Pornographie ist eine Lüge.

Und genau das ist auch das erste Kriterium, mit dem diese gesamte Flut an LGBT-Filmen, die sich derzeit über uns ergießen möchte (und vor allem über die Jungen ergießt), ganz glatt GELOGEN SIND

In denen homosexuelle (lesbische) Beziehungen als natürlich dargestellt werden, in denen behauptet wird, daß die Liebe zu einem gleichgeschlechtlichen Partner als völlig gleich und gleichwertig der zum jeweils "anderen Geschlecht" (heterosexuell) völlig identisch ist, und die Probleme (die natürlich bekannt sind) sämtlich der restriktiven, moralistischen Haltung der traditionellen (oder von dieser geprägten) Gesellschaft und Kultur zuzuschreiben sind. 

Donnerstag, 8. Juli 2021

Maschine der Läuterung

Die dramatischen Formen sind "Erkenntnis- und Reifungsmaschinen". Maschinen, um aus bestimmten Lebenssituationen die Hintergründe herauszukeltern, zu destillieren. Wie in einen Experimentierkolben füllt man eine Situation in eine Eprouvette, und hält diese dann über den Bunsenbrenner. Und schaut zu, was am Ende herauskommt, wenn das Wasser verdunstet ist, was am Boden der Eprouvette übrigbleibt. Das, was in der Flüssigkeit aufgelöst, das hat ihr diesen eigenartigen Geschmack gegeben, man erinnert sich nun.

Deshalb muß man, will man sie verstehen, bei dramatischen Formen (als überhaupt alle Formen in der Kunst) immer schauen, wie eine Zeit ist. Darin kann man dann deren Mechanismen erkennen, nach denen als Stein der Weisen gesucht wird. Denn muß man nicht auch danach suchen, ob eine Zeit dieselben Mechanismen anwendet, um den Menschen im Leben zu läutern? Ist nicht das Leben selbst diese Läuterungsmaschine, die am Ende das Reine, Pure herausbringen soll?

Sonntag, 30. Mai 2021

Erst im Darstellen isset Welt

Das 19. Jahrhundert hat vom Museum gelebt; auch wir tun dies noch, ohne dabei zu bedenken, daß es dem Besucher eine vollkommen neue Beziehung zum Kunstwerk aufgezwungen hat. Ihm ist es zum guten Teil zuzuschreiben, wenn die Kunstwerke [...] ihrer eigentlichen Funktion enthoben und dafür in Bilder verwandelt sind: selbst die Bildnisse sind diesem Verwandlungsprozeß nicht entgangen. 

Sind Cäsars Büste oder Karl V. zu Pferde immer noch Cäsar und Karl V., so ist der Herzog von Olivarez nur noch Velazquez. Was kümmert es uns noch, er der Mann mit dem Goldhelm, wer der Mann mit dem Handschuh gewesen ist? Sie heißen für uns Rembrandt und Tizian. Ein Portrait ist nicht mehr in erster Linie Abbild eines bestimmten Menschen.