Es ist kein Dialog mehr, mit niemandem, insofern auch nicht mit Gott, wie man denken könnte. Vielmehr schreibe ich jatzt, weil es rein und ausschließlich ums Darstellen geht. Ums Fertigstellen oder Herstellen eines Gemäldes (oder Gebäudes), von dem ich weder das Ausmaß noch exaktere architektonische Details kenne. Was ich aber weiß ist, daß hier und da und dort und überhaupt etwas fehlt.
Jeder Satz, jede Aussage ist also das Füllen einer Lücke, um deren Existenz mir bewußt wird. Und die zu füllen ist das, was ich Gott zu tun schulde.
Das ist der Grund, warum ich nach zweieinhalb oder drei Jahren phasenweise recht schwerer Krankheit nun doch wenigstens so weit wieder hergestellt bin, als ich wenigstens wieder diese ein, zwei Stunden Arbeit am Tag leisten kann, ohne einfach so einzuschlafen, und irgendwann aufzuwachen und oft nicht einmal zu wissen, wo ich bin, und wie spät oder welcher Tag es ist. Die Bücher haben so zugenommen, daß sie mir die Fenster verstellen, und ich nicht einmal mehr am Tageslicht etwas Orientierung in der Zeit finden könnte.
Aber ist nicht genau das erreicht, was mir immer Lebensziel war - SITZEN UND SCHREIBEN?
Die Welt ist falsch. Das Geschehen der Gegenwart ist richtiger. Einzig das Erkennen Gottes drängt und treibt, und das ist auch das, was mich in diesen Tagen überrascht hat, wenn ich es auch geahnt habe. Aber wie immer, ja noch weit mehr, zieht ein Satz den nächsten, diese das nächste Aussagepaket, den Absatz, das Thema hervor, und in alle steckt das Eigentliche, das ich ohne Schreiben nicht erkannt hätte. Das ich nicht einmal am Lesen und Sprechen erkennen habe dürfen. Obwohlich doch das Publikum (oder "ein" Publikum) nach wie vor liebe. Warum? Weil ich dann so wunderbar sterben kann. Und in diesem inneren Akt ist mir Gott am nächsten, ist mir der Himmel am unmittelbarsten.
Insofern habe ich in den letzten Monaten vor allem eine neue Lebensqualität entdeckt, und das ist die des Glaubensaktes, der Hingabe an Gottes Vorsehung, dem ich alles überlassen kann, was ich früher doch immer zu erreichen hatte wollen.
Aber warum dann ein Blog?`Ganz einfach - weil ich mich an die technischen Voraussetzungen gewöhnt habe. Dazu müßte ich jetzt eine Geschichte erzählen, die einem die Haare zu Berge stehen läßt. Was passiert ist, als ich nach Jahrzehnten der Weigerung und Nutzung anderer (leider oft sehr mangelhaften) Schreibprogramme schlicht und ergreifend auf WORD umstieg.
Wer das kennt weiß, daß man damit auch seine komplette Datenverwaltung übergibt. Buchstäblich: Übergibt. Man verliert die Herrschaft darüber. Und das hat unter Umständen dramatische Auswirkungen. Bei mir hatte es die. Wenn ich wenigstens noch eine mehr oder weniger unpolierte Fassung meines letzten Romanes (der mich endgültig meine Gesundheit gekostet hat) habe dann nur deshalb, weil ich immer wieder Zwischenfassungen fremd abgespeichert habe.
Dadurch war die unfaßliche Datenlöschung, die ich erfahren mußte, und wo Microsoft bzw. die KI direkt auf sämtliche meiner Festplatten zugegriffen hat, wenigstens irgendwie erträglich, wenn auch diese Erfahrung wahrlich traumatisch für mich war.
So sehr, daß ich nach wie vor gar nicht darüber sprechen möchte.
Daß ich kurz darauf so schwer erkrankt bin ist mir jedenfalls nicht verwunderlich. Ich wurde in den letzten sechs, sieben Jahren ausgelöscht. Und ich hätte es nicht anders haben wollen. Genau so äußerte sich auch meine Erkrankung.
Aber nur, um endlich noch mehr in Seinen Armen zu ruhen.
Non nobis, nobis Domine, non nobis Domine! Sed in nomine, in nomine Tuo da Gloriam!