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Donnerstag, 31. Januar 2019

Es ist unbegreiflich

Der österreichische Hochschuldozent und Klimaforscher Eike Roth hat anläßlich der Klimatagung in Kattowitz vom letzten Dezember den Stand der Klimawissenschaft, auf dem die derzeitigen Entscheidungen gefordert und getroffen werden, überblicksartig und quer über alle Bereiche zusammengefaßt. Er kommt zu dem Schluß, daß das Verhalten von Politik wie Klimaforschung unbegreiflich ist, daß man auf einem so unsicheren Wissensstand mit zahllosen ungeklärten Fragen und Widersprüchen, die jedes Urteilen bestenfalls aus einem bloßen "Gut meinen" heraus verständlich machen, derartig weitreichende Entscheidungen trifft. 

Nicht nur, daß daraus nichts Gutes erwachsen kann, stellt sich die Frage, ob wir erstens damit nicht unverantwortlich Ressourcen in einer Richtung binden, obwohl wir sie ganz woanders brauchen werden, um eher wahrscheinliche Probleme mit Klima und Wetter, so sie tatsächlich auftauchen, zu lösen. Und ob wir zweitens überhaupt nicht mehr Schaden anrichten, als wir Gutes tun. Wissen können wir es aus momentaner Sicht jedenfalls nicht.* (Aus "Die Kalte Sonne" übernommen, lesen Sie bitte dort die detaillierte Analyse.)
  • Wir wissen nicht, welches Klima optimal ist, wir wissen nicht, wie groß die Klima-Sensitivität des CO2 tatsächlich ist, und wir legen einschneidende Gegenmaßnahmen mit erkennbar unsicheren Rechenmodellen fest. Unbegreiflich!
  • Wir wissen, dass CO2 das Pflanzenwachstum verbessert und damit den Hunger auf der Welt reduziert, aber wir berücksichtigen das bei unseren Entscheidungen nicht. Unbegreiflich!
  • Wir wissen, dass über eine Milliarde Menschen dringend und sofort billige Energie benötigen, um aus Hunger und Elend heraus zu kommen (und um das Bevölkerungswachstum einzudämmen), aber wir gönnen sie ihnen nicht, weil wir gegen Ende des Jahrhunderts Klima-Gefahren befürchten. Unbegreiflich!
  • Wir wissen, dass die Energiewende parallel zum Zertifikatesystem nicht erfolgreich sein kann, aber wir setzen sie trotzdem unbeirrt fort. Unbegreiflich!
  • Wir wissen, daß Wind und Sonne ohne umfangreiche Speicher nur einen unzureichend kleinen Teil unserer Energieversorgung übernehmen können, aber wir stecken trotzdem sehr viel mehr Geld in den Ausbau von Wind und Sonne als in die Entwicklung geeigneter (und bezahlbarer!) Speicher. Unbegreiflich!
  • Wir wissen, dass die eingeleitete Energiewende nicht zuletzt auch an ihren horrenden Kosten unvollendet scheitern wird, aber wir geben weiterhin ungeheure Geldsummen für sie aus. Unbegreiflich!
  • Wir messen, dass die Erwärmung sich verlangsamt hat, aber wir nehmen das nicht zur Kenntnis. Unbegreiflich.
Zumindest für mich unbegreiflich ist schließlich auch, wie sich bei all diesem in einem Großteil der Medien und in der veröffentlichten Meinung ein „heiles“ Bild der Klimawissenschaft aufrecht erhalten kann. Alles wäre geklärt, die Schuld des Menschen wäre bewiesen und drastische Verhaltensänderungen wären unumgänglich. Wahrscheinlich ist Wissenschaft nie „settled“, beim Klima ist sie das heutzutage auf keinen Fall. Und wahrscheinlich spürt das die „breite Masse“ besser als die veröffentlichte Meinung.





*Da hilft auch keine "Wahrscheinlichkeit". Es gibt keine Wahrscheinlichkeit, die aus Daten ableitbar ist. Es gibt sie nur dort, wo Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge klar verstanden werden. Solche Zusammenhänge lassen sich aber aus prinzipiellen Gründen niemals über Wahrscheinlichkeiten ermitteln, weil Wahrscheinlichkeiten aus Datenreihen bestenfalls Korrelationen zeigen, aber nicht die geringste Aussage über Ursache und Wirkung machen. Wahrscheinlichkeiten können bestenfalls Zusammenhänge belegen, aber nicht "aufzeigen". Wie man im Falle der Klimafolgenvorhersagen, wo man so viele Faktoren überhaupt nicht kennt und (komplexe Systeme) nicht kennen KANN, dazu kommt, das dennoch zu tun, ist vom wissenschaftlichen Standpunkt aus glatter Unfug. (Siehe u. a. W. M. Briggs) Das dann auch noch für Handlungsurteile heranzuziehen, ist unverantwortlich und ein Rückfall in Aberglaube und Mythologie.





*121218*

Eine Aussage über unsere Zukunft (2)

Teil 2) Das Thema ist da, aber nur ableitbar



Der Film "Vor uns das Meer", der auf einer wahren Begebenheit im England des Jahres 1968 beruht, ist für ein wirkliches Erzählen der Geschichte zu kurz geraten. Seine Erzähltechnik geht nicht auf. Sie bräuchte um das wirkliche innere Elend darzustellen, in dem der Mann sich befindet, viel mehr Mut zur Länge. So hätte der Betrachter Zeit, die inneren Spannungen nachzuvollziehen, um die es geht. Stattdessen werden die eineinhalb Stunden von Ereignis zu Ereignis getrieben. Wenn nicht am Boot, dann in England. Das ist schade. Man kann sich also die Aussage nur "denken". Nacherleben kann man sie nicht. Nicht im Film. Nachher allenfalls.

Dennoch soll auf den Film hingewiesen werden. Denn er nimmt etwas auf seine Themenschaufel, das der VdZ als eines der oder vielleicht sogar DAS brennendste Problem der nächsten Jahre und Jahrzehnte bezeichnen würde. Es ist die Diskrepanz zwischen einer künstlich weil medial geschaffenen Identität und der Wirklichkeit. Die dem Täuschenden natürlich niemals verborgen bleibt. Das hat viel mit den neuen (social) Medien zu tun, in denen es heute obligatorisch ist, der Welt einen Schein vorzumachen. Ja, vielfach wird dieser Schein als das eigentliche Ich gesehen, weil ja angeblich alles volatil und rein auf der Ebene der Behauptung abläuft. 

Aber das ist ein folgenschwerer Irrtum. Und das würde der VdZ als die Aussage des Films bezeichnen. Denn es gibt die Wahrheit, in die alles eingebettet ist. Und der niemand entfliehen kann, schon gar nicht in seinem Gewissen. Einige Zeit halten die Versuche, den Schein für die Wirklichkeit zu erklären und vielleicht sogar selbst "zu glauben". Aber die Eisdecke, auf der solch' ein Mensch steht, wird immer dünner. Und sie bricht auch eines Tages, und zwar mit absoluter Sicherheit. Und dann wird das verlorene Gesicht zu einem so großen Problem, das es tatsächlich schwer zu ertragen ist, mit solcher als Lüge offenbar gewordener Scheinidentität wieder unter die Menschen zurückzukehren. Seinen Kindern wieder ins Gesicht zu blicken. Seiner Frau. Den echten Freunden. Dann kann der Weg zum Selbstmord tatsächlich kurz sein.

Was werden wir machen, in fünf, in zehn, in zwanzig Jahren, wenn wir alle (gewissermaßen) vor der Situation stehen, daß wir uns nur in einem künstlichen Theater bewegt haben? Wenn die Leere unter unseren Füßen so groß und laut wird, daß sie nicht mehr übersehen und überhört werden kann? Wenn wir entdecken, daß wir zwanzig, dreißig Jahre ohne innere Sättigung, ohne wirkliche Bestätigung und damit Kenntnis unserer selbst gelebt haben? Weil in einem wie ein Kostüm vor uns hergetragenem Schein, mit dem wir dem Schmerz der Wirklichkeit ausweichen wollten, der uns aber mit tausendfacher Gewalt eines Tages einholt. Dann stehen wir noch dazu den Forderungen eines Scheins durch das Außen gegenüber, die wir nie erfüllen können.

Weil nur eines wahrhaftig zu sättigen, nur eines unsere wahrhafte Gestalt heraus zu meißeln und als Mensch Halt zu geben vermag: Die wirkliche Wirklichkeit. Und die ist keineswegs volatil, wählbar, zufällig, beliebig konstruierbar. Das Bild von uns, das wir der Welt bieten, ist nicht ein bloßes Phantasieprodukt, mit dem wir uns holen, was wir gerne hätten. Weil wir auch so und so in der Welt dastehen wollen. Sie ist der einzige Grund, auf dem die Welt überhaupt stehen kann. Sie ist objektiv. Nur darauf gibt es für uns Menschen das, wonach es ihn so verlangt: Liebe. Liebe gibt es aber nur zum Preis der Wahrheit.

Noch etwas muß angeführt werden, und das ist der Unterschied zwischen dem eigenen Anspruch, was eines Platz im Leben sei, und der Realität. Auch hier spielen die Medien ihre Rolle. Denn mittlerweile ist die zweite Genration vollgestopft mit Bildern von Glanz und Glamour, die den Jungen den Kopf verdrehen, was angeblich das Leben für sie beinhalten würde. Noch mehr aber, es sind ja nicht nur die Medien direkt, sondern indirekt. Über die Mütter. Vor allem jene Mütter, die als "emanzipierte Frauen" ihre Bilder aus eigenen Lebensgestaltungsvorstellungen - losgelöst vom Mann - definieren können sollen und meinen. Dementsprechend meinen heute je nach Umfrage bis zu 50 Prozent der jungen Menschen, daß sie zu Berühmtheit und Glanz und Gloria berufen seien. Etwas, das schon aus simpelsten Überlegungen heraus gar nicht möglich ist. Etwas, von dem aber nach wie vor der Mythos "liberaler Kapitalismus" gespeist wird und wo jeder sich selbst schuldig fühlt, der dieser Lüge auf den Leim geht.

Sei zum Abschluß aber noch eine Metapher erwähnt, sie findet sich gleichfalls im Film. Denn der Titel ist wohl nicht zufällig: "Das Meer vor uns". Der Segler im Film hat nichts um sich. Da ist nur Horizont und Himmel. Es ist nichts, das ihm Widerstand leisten würde. Alles unterliegt seiner Machbarkeit. So weicht er erst recht allem aus, wo ihn die Wirklichkeit zur Persönlichkeit (von Bedeutung, gewissermaßen) durch Widerstand meißeln könnte. Auch darin liegt eine der großen Parallelen zur Gegenwart. Wo alles, was als Widerstand erfahren wird, ausgeräumt wird. Und sei es, indem man ihm aus moralischen Gründen die Existenz abspricht. Wo alles, was an Widerstand auftritt, als "Angriff" und "Machtanspruch einem selbst gegenüber" aus dem Spiel genommen wird.

Zurück bleibt ein immer mehr ins Amorphe abtauchender, regredierender Mensch, dessen Grenzen immer enger, dessen Angreifbarkeit immer niedrigschwelliger wird. Daß das ein gewaltiges Zukunftsproblem wird, verspricht die Dimension, die es mittlerweile (im Gender) hat. Wie sie sich in der Volatilität der Geschlechtsbestimmung, dem Verfließen jeder Form von Zwischenmenschlichkeit ausdrückt. Wo alles nur ein Schritt auf einer immer gleichen Bahn ins Nichts wird. Wo wie im Film der Tod als folgerichtiger Punkt einer einzigen schiefen Ebene zu sehen ist.








*101218*

Mittwoch, 30. Januar 2019

Nicht die Clans sind unsere Feinde

Die Clanbildung selber kann es ja wohl nicht sein, auch wenn sie hier als das eigentliche Übel an den Pranger gestellt wird. Wenn dann kann es nur um Kriminalität gehen, und die ist per Gesetz geregelt. Mit einer Justiz, die einer der interviewten Türken so darstellt, daß es doch an Deutschland liege, wenn man einen Drogendealer mit einem Jahr Bewährung davonkommen läßt. Die Türken (Araber etc.) selber nähmen solch eine Justiz jedenfalls nicht ernst. 

Vielmehr erleben wir da etwas anderes: Der Staat kann sein Versprechen, das im völlig überzogenen Gewaltmonopol liegt, nicht erfüllen, sobald er es mit "gesunden" und integeren Familien zu tun hat. Ja, daß diese sich sogar ein eigenes Exekutivsystem einrichten hat damit zu tun, daß die Zuwanderer merken, daß die natürlichen sozialen Strukturen in diesem Land nicht funktionieren. Wo der Staat sich in alles einmischt, in die kleinsten zwischenmenschlichen Dinge, und damit selbstverständlich heillos überfordert ist. Es sind ideologische Gründe, daß man sich um Bagatellen kümmert, aber die großen und schweren Fische davonkommen läßt, weil man damit kapazitätsmäßig überfordert ist.

Dazu kommt der Faktor der Kulturfremdheit, obwohl die in diesen geschilderten Fällen gar nicht so gravierend erscheint. Aber hier stehen sich völlig unterschiedliche Wertewelten gegenüber, die entscheidend für den alltäglichen Lebensablauf sind. Will man nicht ständig nach dem Staat rufen. Und da sind uns die Zuwanderer heillos überlegen. Denn sie haben noch soziale Strukturen, die halten und funktionieren und keineswegs aufgegeben werden. In dieser Überlegenheitserfahrung erfahren sie unsere Länder als unterlegen, zu Recht. Und betrachten Deutschland und Österreich fortan als "Beuteland". 

Noch ein Wort freilich zu den Unterschieden in der Wertelandschaft: Darin zeigt sich der elementare Unterschied zwischen Orient und Okzident. Wie ihn schon die Griechen festgestellt haben, und wie er die Geschichte in so vielen Auseinandersetzungen seit je kennzeichnet. Im Orient steht uns Abendländern ein Massenmensch gegenüber, in dessen Leben die große, übergreifende Struktur den Individualismus des Europäers zurückdrängt. Das zeigt sich in völlig anderen Herrschaftsstrukturen. Im Zentralismus, im gottgleich-willkürlichen Herrscher, in den Großstrukturen in der sozialen Organisation, was über Bewässerungskollektive bis hin zu Armeestrukturen geht und sich nicht zuletzt im Gottesbild des Islam wiederfindet. Denn dessen Gott ist (analog zum erfahrenen Vater in der Familie) willkürlich, steht nicht auf dem Boden der Vernunft und damit der individuellen Einsicht, sondern im Gesetz des Gehorsams, der blinden Unterwerfung eben.

Dagegen setzt sich der europäische, vernunft- und damit (sic!) freiheitsbetonte Individualismus des Abendländers ab, steht in unvereinbarem Widerspruch. Dessen Geschichte deshalb eine Geschichte der Einzelkämpfer, der Helden ist. Dem auf eine gewisse Weise der Massenmensch, der den Kampf als technische, lediglich auf den Endzweck ausgerichtete Angelegenheit (Sieg mit allen Mitteln) auffaßt, tatsächlich überlegen sein wird. Spätestens dann, wenn man dem Einzelnen - und das geschieht und geschah bei uns! seit vielen Jahrzehnten wird uns das angetan! - alle Mittel aus der Hand schlägt ("Gewaltmonopol"), seine engeren, eigentlichen persönlichen und gewöhnlichen familiären Angelegenheiten auch selbst zu regeln. 

Völlig entwaffnet, steht heute der Deutsche und Österreicher Kollektiven gegenüber, die gar nicht anders können als ihn zu verachten. Denn wir sind tatsächlich lächerlich gemacht worden. Uns kann der Orientale ja gar nicht mehr ernst nehmen. Weil unsere Argumente nicht stimmen: Wir haben nicht andere Formen gefunden, um das soziale Gefüge zu schützen und zu gestalten, dieses Versprechen hat der Staat heutiger Prägung auch gar nie erfüllen können. Das hat bestenfalls so ausgesehen, so lange noch soziale Substrukturen bestanden haben, die das Gefüge gehalten haben, so daß das Staatsversagen nicht auffiel. Heute haben wir haben keine erhaltenden, schützenden sozialen Strukturen mehr, sondern haben das Land, das wir zu bestellen hätten, verlassen und schutzlos preisgegeben.

Wenn wir so weitermachen, werden wir in absehbarer Zeit keine "Parallelgesellschaft" erleben, wo also solche Clans und Zuwanderersozietäten NEBEN unseren Gesellschaften existieren. Dazu müßten wir längst durch Segregationsregelungen reagieren, wir haben hier darüber oft und oft gehandelt.  Sondern diesen Sozietäten wird das Land - unser Land! - einfach so zufallen.

Aber nicht diese Sozietäten, nicht diese Clans sind unser Feind, vergessen wir das nicht. Der VdZ begegnet diesen, die das Frische, Naive, Kindliche des Orients haben, sogar mit gewisser Sympathie, das hat noch etwas Gesundes, dem man nur mit Kraft begegnen muß, wenn sich das in zerstörerische Kriminalität ergeht (also in einer Kriminalität, die unsere Substanz schwächt, wie Prostitution, Schutzgelderpressung mit Gewaltandrohung um soziale Dominanz durch Ausbeutung zu erlangen, oder Drogenhandel). Ironischerweise aber passiert genau das nicht, oder viel zu wenig, wird das Falsche bekämpft - die Wertewelt dieser Zuwanderergruppen aus fremden Kulturen, die sie "intern" bewahren wollen.

Und dabei, natürlich bitte, auch die Kleinkultur mitnimmt, die des nächsten sozialen Umfelds also. Wir haben dessen Bedeutung nur vergessen, ja es ist mittlerweile sogar verpönt. Denn Religion soll nur privat sein, nicht wahr? Und dann wundern wir uns, wenn "Werte" aus dem sozialen Leben verdunsten.

Der Feind ist eben etwas anderes. Es ist eine zerstörerische Staatsideologie, die hier bei uns die Bildung gesunder heimischer, angestammter Sozialstrukturen bis hinein in die Familie verhindert, ja diese sogar weiterhin schwächt und zerstört, ohne daß es auffällt. Nur diese könnten aber dem Orient, der da zu uns herüberschwappt und uns überschwemmen wird, wirksam begegnen. Dazu braucht es unsere eigene Integrität.

Derzeit aber sind wir am besten Weg, UNS in stärkere soziale Gefüge zu integrieren, die wir selbst ins Land geholt haben. (Und als alte Gestaltleser sollten wir einmal darüber nachdenken - warum haben wir das gemacht? Hat das nicht vielleicht mit der Sehnsucht nach sozialen Strukturen zu tun, die wir nicht mehr haben?) Weil wir in völliger Verwirrung von Integration "anderer, Fremder" faseln. Migranten fremder Kulturräume in Gruppen bis ins kleinste Dorf verteilen, wo sie sofort beginnen, ihre Strukturen aufzurichten. Und übermütig werden, wie auch anders. Weil die proklamierte Form von "Integration" unmöglich und sogar menschenverachtend ist. Und das weiß wirklich jedes Kind mit einem Funken Restverstand.

Hier nun das Video der deutschen ARD. Lesen Sie dazu auch den faktenreichen Artikel der Basler Zeitung Online.








*111218*

Eine Aussage über unsere Zukunft (1)

Wenn der VdZ den Film "Vor uns das Meer" (2018; mit Colin Firth in der Hauptrolle) empfiehlt dann nach einigem Nachdenken. Denn der Film ist mißlungen, warum steht unten. Er greift ihn auf wegen einer Aussage, die man ihm entnehmen kann. Und deren Relevanz für die Gegenwart man fast übersehen könnte, denn sie ist nicht so leicht zu bergen. Zu sehr schließt sie sich auch in diesem Film in ein ganz persönliches, scheinbar allzu einzigartiges Schicksal ein, bleibt man beim vordergründigen Geschehen.

Das Schicksal eines Mannes, der endlich einmal etwas "Bedeutendes" machen möchte. Und obwohl er ein Amateur-Segler ist, der nie weit über Küstengewässer hinausgekommen ist, läßt er ein Schiff bauen, um in einem Wettbewerb um die schnellste Erdumsegelung in einem Einhand-Boot (also als einziges Besatzungsmitglied) und ohne Zwischenstop mitzumachen. Das soll ihn endlich nach oben hieven, das soll ihm endlich jene Anerkennung (auch "vor sich selbst") bringen, die ihm bisher versagt blieb. Nicht einmal ein wirklich ausreichendes Auskommen für seine Frau und seine beiden Kinder vermochte er mit seiner kleinen Firma für nautisches Zubehör auf die Beine zu stellen. Die geniale Erfindung bleibt aus. Was er geschafft hat, ist ihm zu wenig. Sein Anspruch liegt höher.

Aber sein Vorhaben hat von Anfang an einen Wurm im Apfel. Erst will das Schiff nicht fertig werden, das er selbst entworfen hat (und das vollgestopft mit neuen Ideen ist, die wie sich später herausstellt alle nichts taugen.) Dann entscheidet er angesichts des nahenden Winters, sogar mit dem nicht ganz fertigen Boot zu starten. Mit der Folge, daß von Anfang an in die Seitenrümpfe Wasser eindringt, was ihn zusätzlich am Fortkommen hindert. Dabei ist sein Schiff ohnehin äußerst langsam, schwimmt wie eine Tonne.

Die übrigen Teilnehmer am Wettbewerb sind längst auf und davon, und die Medien berichten aufgeregt von deren Fortschritten. Dem Umfahren von Kap Hoorn, dem Indischen Ozean, von der Fahrt im Polarmeer, der Annäherung an die Neuseeländische Küste. Das Rennen scheint ohne ihn zu laufen.
Auch, weil er eben vom Segeln viel zu wenig versteht. Seine Route zeigt sogar immer wieder Nordkurs. Als er nach Wochen immer noch nicht über den Äquator hinausgekommen ist - von England aus! - trifft er eine folgenreiche Entscheidung. Zu demütigend sind ihm die täglichen Funkmeldungen nach Hause, wo die Enttäuschung kaum noch verborgen bleibt. Seine Kinder glauben doch an ihn, glauben, daß er alle besiegen wird! Und er erfährt sich nun als totaler Versager. Schon nach dem ersten Sturm müßte er eigentlich aufgeben. Niemals würde er die schwierigen Passagen im Polarmeer überstehen, die er nehmen müßte.

Damit will er aber nicht leben. Also erfindet er einen Parallelkurs. Und meldet fortan Positionen, die "nach anfänglichen Problemen" ein sensationelles tägliches Vorankommen vorgaukeln. Und man nimmt ihm die Geschichte ab. Sein Presseagent verbreitet diese Nachrichten, und täglich gibt es neue Berichte, wonach er mit gewaltigen Tagesrouten seiner Konkurrenz auf den Fersen ist.

Alles nicht wahr. Nach Monaten dümpelt er immer noch im südlichen Atlantik, und muß sogar in Argentinien zwischenlanden - damit hätte er sowieso verloren - weil sein Boot endgültig leck ist.

Wieder auf See, holt er endgültig die Segel ein und treibt fortan im südlichen Atlantik. Nur eine Chance bleibt ihm noch: Letzter zu werden. Dazu muß er nur abwarten, bis der Sieger ihn wieder überholt. Dazu schaltet er den Funk ab, was auch die anderen Teilnehmer getan haben. Da erfährt er, daß die Konkurrenten nach und nach allesamt aufgegeben haben. Er ist nun als Einziger noch "im Rennen", so berichtet die Presse, die den Wettbewerb aufmerksam und mit viel Raum und Sensationsgier verfolgt. Dabei war seine Hoffnung, daß als Letzter nach England zurückgekommen, sein Betrug - nie die Welt umsegelt zu haben - durchgehen würde. Denn wer sieht schon in die Logbücher des Letzten ein? Nun weiß er, daß er auffliegen wird, in jedem Fall.

Und das macht ihm immer mehr zu schaffen. Bis er mit seiner Gewissenslast, der Welt, seinem Land, seiner Familie nur etwas vorgespielt zu haben, nicht mehr fertig wird. Er kappt das Rettungstau. Seine Leiche wird nie gefunden. Sein Betrug freilich wird bekannt, denn man findet natürlich das treibende leere Boot.



 Morgen Teil 2) Das Thema ist da, aber nur ableitbar






*101218*

Dienstag, 29. Januar 2019

Hören wir ihm einfach zu

Ach, was soll alles Spekulieren. Wir wissen darum nicht. Wir wissen ohnehin alles nur vom Hörensagen. Vom Rückschließen, bestenfalls, das je nachdem wertvoll ist, als wir Ahnung von den Wirklichkeiten haben, in denen sich die mitgeteilte Geschichte bewegt. 

Hören wir einfach deshalb diesem Mann zu. Andreas von Bülow war von 1969-94 Mitglied im Bundestag, und unter anderem in der Kontrollkommission für die Geheimdienste. Er war darüber hinaus von 1976-80 Staatssekretär der Verteidigung, und 1980-82 sogar Bundesminister für Forschung und Technologie.

Geschichte, Weltgeschichte, alles "Große", läßt sich im Grunde immer - immer! - auf das Verhältnis des Einzelnen (hier: des Mächtigen) zum Sein, zur Wahrheit zurückführen. Das macht manchmal Geschichte, in so schweren Stiefeln sie auch daherkommen mag, zu einem unglaublich "primitiven" Geschehen. Das ist aber nicht ihr Kriterium. Es ist einerseits immer ein ganz simples Menschentum, das aber anderseits je nach Position entsprechende Wirkungen hat. Die ihm gemäß sind.

Simpel: Der Bauer wird auch einen Staat regieren, als würde er seinen Stall bewirtschaften oder seinen Acker bearbeiten. Das macht auch Weltgeschichte oft zu einem nach außen "großen Bild", das im Inneren aber ein Geschehen simpelster menschlicher Geschehen ist.

Wir dürfen, sollen, nein: müssen uns verbieten, Weltgeschichte als "Großes, Absolutes, Unnahbares" zu betrachten. Unsere einzige Achtung, unser notwendiger Respekt kann nie den Resultaten gelten. Sie können nur der Hierarchie gelten. Nie den "Fähigkeiten", sondern nur dem Stand.

Die Achtung der Schöpfung gegenüber kann nur dem "Ort" ziemlich sein.  Er ist der "Wesensmacher", wenn sich jeder darauf hin transzendiert, selbst überschreitet. Niemals kann unsere Kritik, unser Urteil auf einen vermeintlich "sachlichen Vorgang" Bezug nehmen. Da sind wir alle lächerlich. Agere sequitur esse. Es ist der Stand, der Ort, der das Handeln vorgibt. Aber das Handeln selbst ist in sich niemals wegen seiner Funktionalität, also qualitativ entscheidend. Auf dieser Ebene betrachtet ist auch der höchste Weltpräsident ein simpler Bauer.

Die Welt ist nicht erkennbar, weil man die (quasi physikalischen) Funktionen erkennt. Sie ist nur als Bildgefüge, als Gestalten-Zueinander - darin liegt alle Dynamik, aller "Wandel" - erkennbar und vor allem begreifbar.








*081218*

Wie aus Wahrheit Lüge wird

Was sich in diesen herausgegriffenen "Nachrichten" von US-Sendern zeigt ist, wie sehr sich Nachrichten zu poetischen Werken umgeformt haben. Erst die Reporterin in einem Kanu, die die Schwere der Überschwemmungen zeigen soll - als plötzlich zwei Männer vor der Kamera durchs Bild stapfen und zeigen, daß das Wasser nur ein paar Zentimeter hoch steht. Und dann die mittlerweile bereits legendäre Aufnahme eines Reporters, der vom Hurricane berichtet, der im September Florida getroffen hat. Während der Reporter ständig weggefegt zu werden droht und sich gegen die Mächte stemmt ... laufen im Hintergrund zwei Menschen in wenigen Metern Abstand völlig normal vorbei. Die ganz offensichtlich gar keinen Sturm erleben.

Wir stehen hier vor der Wahrheitsfrage. Denn an sich wäre gegen die Darstellung "einer" Wirklichkeit ja gar nichts einzuwenden. Wie es eben die Poesie tut, das Drama tut. Nur ist das dann kein Journalismus mehr, der eben genau das nicht tun darf: Interpretieren. "Eine" Wirklichkeit aufmalen. Tangenten anlegen und damit in freien Werken darstellen, wie "ein Hurricane/ein Hochwasser sein kann". Dann wird aus Wahrheit, die aus Ort und Zeit gelöst wird, plötzlich Lüge, weil Tatsachen nur noch herangezogen werden, um eine These zu illustrieren und damit zu beweisen. Ob sich diese These aber wirklich durch Tatsachen belegen läßt wird nicht mehr erkennbar.

Deshalb stellen wir uns nach solchen Berichten auch gar nicht die Frage, wie was wo gewesen ist. Sondern wir haben eine These vor uns, sehen auch nur diese These, aber keine Nachricht mehr, die wir selbst interpretieren. Wir wissen bei solcher Art von "Nachrichten" nicht, daß wir im Theater sitzen. Theater und "Welt da draußen" werden nicht mehr getrennt. Uns so haben wir eine Täuschung vor uns.







*271018*

Montag, 28. Januar 2019

Kriterien des Wahnsinns

Es braucht manchmal den verzerrten Blick durch ein Beispiel um zu erkennen, was sich in unserem Leben wirklich abspielt. Durch die Vorstellungskraft in eine andere Welt versetzt, werden dieselben Wirklichkeiten und Handlungsdynamiken mit neuen Inhalten versehen.

Und mit einem Mal werden sie erkennbar. Und mit einem Mal wird auch der Blick auf die Realität, in die wir uns begeben haben, in ihrer Wirklichkeit sichtbar. Und diese Wirklichkeit ist eine nicht für sich sichtbare Dynamik. Sie erschließt sich nur dem Geist. Es ist aber jene Wirklichkeit, die die Welt der Dinge bewirkt und bewegt.








*301018*

Gutes Wirtschaften heißt, gebraucht zu werden

Noch einmal Wolfgang Grupp, diesmal mit einem Vortrag aus dem Oktober 2018. Wachstum, sagt er hier, ist keine Frage nach "mehr Stück", sondern eine des inneren Wachstums. Denn wir sind ein Hochlohnland, und müssen uns also entsprechend verhalten. Mit Niedrigpreisen konkurrieren zu wollen ist für uns tödlich. Es kann keine Arbeiten in einem Unternehmen geben, die am Markt nicht den Preis erzielen, den es bräuchte. Also braucht es Innovation und Qualität. 

Und das ist eine Aufgabe des Unternehmers. Der direkte Verantwortung braucht. Nur so kann das Vertrauen in die Kraft der heimischen Wirtschaft wieder wachsen. Unternehmen ohne persönliche Verantwortung unterliegen fast automatisch der Gier und dem Größenwahn. Wenn man hört, daß ein Donald Trump sechsmal Milliardenkonkurse hinlegte, und immer noch Milliardär ist, dann muß man sich doch fragen, was da schief läuft. So entstand eine völlig falsche Elite.

Standard- und Massenprodukte sind bei uns nicht mehr zu produzieren, dafür gibt es am Weltmarkt Länder, die das können. Dafür muß man technisch hochstehende Produkte auch in unseren Ländern halten, nicht auslagern. Sonst vergeben wir uns den qualitativen Vorsprung. Wenn wir die Produktion verlieren, werden wir auch keine Dienstleistung aufrechthalten können, denn diese braucht die Produktion.

Sehr interessante Geschichten finden sich unter dem, was Grupp da erzählt. So die Geschichte des Niedergangs der deutschen Textilindustrie, die von Kaufhausketten und Versandhäusern lebte - und mit diesen unterging. Die auch eine Geschichte des Betrugs der Hersteller an den übrigen Kunden ist. Die Branche hat sich mittlerweile völlig verändert. Grupp hat sich darauf eingestellt. Sogar den Verkauf hat er mit übernommen, und vertreibt die Hälfte seiner Produktion über eigene Geschäfte. Denn "die anderen können das nicht".

Interessantes Detail: Grupp, der übrigens keine Akademiker einstellt, denn die "wissen viel von nichts", garantiert seinen Mitarbeitern, daß auch deren Kinder im Unternehmen einen Arbeitsplatz finden. Der Grund? Eltern werden nie zulassen, daß ihre Kinder schlecht arbeiten. Da geht es um Familien- und Elternehre. Kinder von Mitarbeitern sind somit "Rosinen" am Arbeitsmarkt.

Schön, was Grupp über die Situation vor vierzig, fünfzig Jahren erzählt. Wo Unternehmertum, Selbständigkeit das Ziel praktisch jedes guten Mitarbeiters war. Den man schon deshalb gut bezahlte, damit er dem Unternehmen gewogen blieb, und nicht seine eigene Firma, seine eigene Fabrik aufmachte. Alles das war getragen von einer weitreichenden Struktur von Kleinunternehmen, die praktisch jedem die Möglichkeit bot, auch mit geringen Mitteln in Selbständigkeit sein Leben zu gestalten. Schön auch was er über die identitätsbildende Kraft eines Unternehmens sagt, in dem sich alle als Teil einer Familie sehen. Jedes Kind muß stolz auf sein Elternhaus sein können. Dazu muß es schon als Kind in der Tätigkeit der Eltern mitleben. (Dazu braucht es, so nebenbei sagt es Grupp, eine stabile Ehe.) Das Kind, der Heranwachsende muß das Nahe kennen und kennenlernen. Von der Herumfliegerei der Jugendlichen in der Welt hält er deshalb nichts. Was soll es bringen zu sehen, wie andere Unternehmen funktionieren? Das Eigene soll man kennen! Und: Solche jungen Menschen werden das Nahe nicht mehr schätzen, weil sie andere Gewohnheiten annehmen und andere Ansprüche züchten.

Das Schönste im Leben, sagt Grupp, ist nicht, Geld zu zählen. Das Schönste im Leben ist, von anderen gebraucht zu werden. Und dafür muß man sich tauglich ("tüchtig" kommt von "fromm", also von "gemäß", Anm.) machen und halten. Dazu braucht es verbindliche, stabile menschliche Beziehungsumfelder. Und die sind zuerst und für jeden in der Heimat zu finden. Ihr muß man sich verpflichtet fühlen, ihr seine Problemlösungskraft schenken. Denn dort liegen dann auch Anerkennung, Respekt, Würde und gerechter Wohlstand.

Natürlich muß man etwas Wasser in den güldenen Wein von Grupp schütten. Denn mit vollen Hosen ist gut stinken. Schon in der Frage der alleinigen Übernahme des (damals noch verschuldeten) Betriebes von seinem Vater zeigt es sich - er hat seine beiden Geschwister ausgezahlt. Und wie Grupp sich tun würde, müßte er heute (sic!) von Null weg starten, ob er auch dann keine Schulden hätte, wie es mit den Mitarbeitern aussähe, die er erst aufbauen müßte (heute sind Mitarbeiter mit 25, 40, 50 Jahren keine Seltenheit, teilweise arbeiten drei Generationen gleichzeitig in seinem Betrieb), etc. etc., ist halt doch eine ziemlich andere Frage.

Denn der VdZ ist der Meinung, daß sich unter den heutigen Bedingungen ein Unternehmen im traditionellen Sinn aufgrund der Rahmenbedingungen fast nicht mehr gründen läßt, es sei denn, man ist zur Selbstentfremdung bereit. (Warum aber wird man dann noch Unternehmer?) Die gegenwärtigen Strukturen sind bereits zu sehr Einbahnen der bloßen Geldproduktion, die nur noch das Recht des Stärkeren, Sittenloseren, Skrupelloseren gelten lassen möchten, sind zu sehr nur noch Ablaufoptimierungen.

Dazu kommt der Neid als Folge einer Gesellschaft eines kultivierten Narzißmus, wo kollektive Staatsabhängigkeit ein verfehltes Anerkennungsschema etabliert hat, und wo Vernunft als bedrohlich verdrängt, ja bekämpft wird. Man muß sich heute die Frage stellen, ob nicht traditionelles Unternehmertum in Feindesstellung zu unserer Kultur stehen muß. Grupp kann auf ein in Generationen gewachsenes Umfeld zurückgreifen, und es sei ihm auch gegönnt.

Aber gerade solche Felder eines solidarischen, stabilen Umfelds gibt es heute nicht mehr, jeder ist auf sich allein gestellt. Solidarität hingegen gibt es nur noch als kultische Abwehr des Wahren, als Solidarität der Schadenfreude und der kollektiven Angst vor der Vernunft, der man im eigenen Leben widerspricht, deren Stimme man nicht mehr hört weil hören möchte. Tradition hat etwas ganz Fatales. Ist die personale Weitergabe (die weit mehr enthält, als sie bewußt erfassen - und damit rekonstruieren - ließe) einmal zerrissen, einmal unterbrochen, läßt sie sich nicht mehr (lebendig) re-etablieren.

Und ein wenig Schatten hängt ja auch bereits über Grupp, der Leser möge genau gucken. Wenn er etwa von einer neuen Maschine ("Fabrik 4.0") erzählt, die mit nur einem Mitarbeiter Unmengen an T-Shirts ausstößt, und durch Computerisierung dieselbe Flexibilität beweist, die heute sein Markenzeichen ist. Da nimmt seine Stimme eine eigenartige Färbung an. Könnte es also sein, daß er sich eines Tages doch zur Massenproduktion gezwungen sehen könnte?

Derzeit beschäftigt Grupp in seinem kleinen Städtchen auf der Schwäbischen Alp immerhin zwölfhundert Mitarbeiter. Von denen nur fünfunddreißig in der Verwaltung arbeiten, alle übrigen produzieren. Ob dann seine Begeisterung für die Globalisierung, die ihm ermöglichte, heute in jeden Teil der Welt liefern zu können, noch so bleibt? Aber gut, er hat ja immer aus dem, was sich ihm bot, das Beste gemacht, und das ist sehr hoch zu schätzen, und er (oder sein Nachfolger, eines seiner Kinder also) wird es wohl auch diesmal bewältigen, ohne seine Philosophie zu beschädigen.

Zumal er in seinem wichtigsten Forderungspunkt uneingeschränkt Recht hat: "Wir brauchen in unserer Gesellschaft die Haftung und Verantwortung zurück!" Es kann nicht sein, daß wir die Vorteile einkassieren, wenn etwas gelingt, und dann die Verluste umverteilen, wenn etwas schief geht. Das hat sogar dazu geführt, daß Insolvenz systematisch zu betreiben ein eigener Geschäftszweig wurde, mit dem sich viel Geld machen läßt.








*081218*

Sonntag, 27. Januar 2019

Sozialsystem ohne Liebe ist nicht möglich

Der VdZ wird darauf gewiß noch näher eingehen, aber was ihm nach neuerlicher näherer Bekanntschaft mit dem Gesundheitsapparat unserer Sozialsysteme aufstieg, scheint ihm fest und wichtig genug, es in dieser halbfertigen Form, gewissermaßen am Aussagepunkt, den zu "beweisen" er noch säumig ist, an dieser Stelle zu formulieren. 

Und das ist eine ganz einfache Aussage: Ohne Liebe, ohne Barmherzigkeit kann ein Gesundheitssystem niemals funktionieren. Das ist einerseits ein dringender Appell, Ordenskrankenhäuser als einzig mögliche Form der Krankenfürsorge anzusehen. Das ist anderseits ein dringender Appell an jeden Kranken, an jeden Patienten, das ihm in solchen Anstalten (aber auch von jedem Arzt, jedem Pflegenden) Widerfahrende als ungeschuldeten Dienst der Liebe und Barmherzigkeit aufzufassen.

Ohne diese Haltung - dankbares Empfangen hier, liebendes Geben dort - ist einerseits keine Genesung, anderseits keine Hilfestellung möglich.  Ohne diese Haltung wird jedes Gesundheits-/Krankheitsfürsorgesystem in Sinnlosigkeit, Unmenschlichkeit und exorbitante Kosten kollabieren.





*091218*

Sind wir wirklich technisch so weit fortgeschritten?

Es erhebt sich die Frage, ob wir seit hundert Jahren (oder länger) wirklich eine Explosion des technischen Fortschritts erleben. Sondern ob es sich hier nicht um etwas völlig anderes handelt. Darum nämlich, daß wir verglichen zu dem, was wir "wissen", was auch "Stand der Wissenschaft" ist, lediglich viel zu viel "tun" und wagen, weil wir viel zu überzeugt sind, viel zu wissen, als es tatsächlich tun. Das dachte sich der VdZ, als er unlängst einen Bericht über Pestizide las. Wo ständig davon die Rede war, daß man (also vor allem die Forscher) von allen möglichen Wirkungen (in der Vergangenheit) eingesetzter Pestizide "völlig überrascht" war. Daß sich in der Realität Wirkungen zeigten oder Verweildauern, die den theoretischen Überlegungen bei der Entwicklung nicht entsprachen. Sollte da nicht zuerst einmal die Frage auftauchen, ob wir nicht zu wenig überlegt haben? Zu wenig gewußt haben?

Dabei handelt es sich nicht um "Erfolge" oder wunderbare Fügungen, denn die Realität ist prinzipiell ein Wunder, und insofern ist alles eine Überraschung, buchstäblich alles, wir haben uns nur daran gewöhnt und meinen deshalb irrtümlich, es handele sich um Automatismen. Es geht um klar als solche identifizierbaren Schädigungen bzw. Beeinträchtigungen.

Ist das so? Ist das so, daß wir in unserem Tun halt auch mit unbekannten Kollateralschäden rechnen müssen, und zwar immer und auf jeden Fall? Kann man dann noch von verantwortungsvollem Tun sprechen? Oder geht das in der Hierarchie der "geringeren Übel" auf? Bei einem Übel, das man gar nicht kennt?

Oder haben wir es gar nicht mit einer so übertollen "technischen Entwicklung" zu tun, sondern mit einem Absenken der moralischen Standards? Mit einem Verfall der Charaktere und damit von einem Ausfall des Denkens? Bei Menschen, die von einem immer deutlicher angestiegenen Größenwahn geküßt immer weniger Skrupel haben, die Welt als einziges Experiment zu sehen? Wo es gleichgültig ist, was sonst noch passiert, Hauptsache man hat einen innerhalb eines bestimmten eingeschränkten Mechanismus erzielbaren Effekt erreicht? Sind wir in der Anwendung von "technischen Errungenschaften" nicht maßlos überzogen und gewissenlos geworden?

Könnte nicht das der Grund sein, daß wir heute in immer mehr Fällen auf die Situation stoßen, daß ein bestimmtes Ziel eines Handelns nicht nur nicht erreicht, sondern die Gesamtsituation sogar noch verschlimmert wird oder gar ins Gegenteil ausschlägt? Aus dem einzigen Grund: Daß wir wie nervöse Pubertätsschussler notorisch mit halbausgegorenen, gar nicht verantwortbaren Lösungen in der Welt herumfuhrwerken. Und als "technischen Fortschritt" verkaufen, was allerhöchstens eine spätere Möglichkeit ist, wenn wir mehr wissen? Sodaß wir in einer Welt leben, die in vielen Dingen deshalb so ungeordnet wird, weil wir einfach die Geduld nicht haben, wie sie nur eine Haltung der Sittlichkeit, eine Haltung der geduldigen Bewährung bringt? Daß wir uns pausenlos mit Federn schmücken, die gar nicht auf unsern Hut gehören: Daß wir Lösungen hätten, die - wie sich immer öfter herausstellt - gar keine Lösungen sind, sondern lediglich den Müll anwachsen lassen, das Nicht-Geordnete, Nicht-Ordnenbare.

Das Gesagte läßt sich auf alle möglichen Bereiche ausdehnen. In der Forschung ebenso, wie in der Politik. Bereiche, in denen wir mit "Zukunften" rechnen, die sich noch nicht einmal annähernd als gewiß abzeichnen. Und mit einem Schraubenzieher halt die eine Schraube anziehen, ohne zu wissen, zu welchem Gerät sie gehört, ob wir einen Ozeandampfer, einen Bagger oder einen Computer "reparieren", weil wir aber genau wissen, wie man Schrauben festdreht.

So daß wir uns in einem Zeitalter befinden, das keineswegs technisch so weit avanciert ist, sondern wo wir einfach dem, was wir wissen, um Längen voraus sind und damit pausenlos in unbekanntem Terrain operieren. Zumindest würde sich daraus auch der immer höhere Handlungsdruck erklären, den wir in allen möglichen Bereichen heute erleben. Wo es nur noch um "Zeitdruck" geht, weil wir ein gerade wieder hereinbrechendes Unglück beheben müssen, ausgelöst durch ein Handeln an einem "Gerät", das wir zwar irgendwie erfunden haben, dessen eigentliches Einsatzterrain wir aber gar nicht kennen.* 

Wenn man jetzt noch an Eingriffe in offensichtlich komplexe Systeme denkt, an Wirkkreise, wo eines das andere ergibt, wir an einem solchen Eingriff weiterarbeiten, darauf wieder aufsetzen, und so weiter, womit sich die Wechselwirkungen exponentiell vermehren - haben wir dann wirklich den Fortschritt, den wir uns vorbeten?

Was - wenn nicht das - sollte man eine Auswirkung von Hybris, Hochmut nennen? Das Mindeste, was man dazu sagen kann, ist, daß es überall ... am Nachdenken, an der Besinnung fehlt. Und zwar schon seit langem. Wir wissen heute zwar viel. Aber wovon? Wir tun heute viel. Aber was?

Und fügt sich darein nicht die wirklich seltsame Beobachtung, daß wir seit Jahrhunderten in einem Zustand leben, in dem jede Generation meint, sie wüßte nun erst - im Gegensatz zu den Vorvorderen - alles, das Wissen sei gar "settled", es gäbe nichts mehr zu erfahren? Während doch genau das Gegenteil zu beobachten ist, wir in immer kürzeren Intervallen mit Folgen der Tatsache konfrontiert werden, daß wir eben NICHT wußten, obwohl wir das vermeinten? Sind wir nicht heute sogar ständig mit Folgewirkungen konfrontiert (der VdZ denkt da an eine kürzliche Diskussion über die Wirkung von "Handystrahlung", nur als kleines Beispiel), die genau das anzeigen? Daß wir mit einer Technik operieren, die zwar im Labor eingesetzt werden dürfte, aber nicht in der freien Wildbahn?

Es geht also um die Frage, was verantwortungsvolles Handeln ausmacht. Und um die Frage, welches Wissen jenen Gewißheitsboden bietet, der auch eine Technik in den Rahmen von Verantwortung zu stellen vermag. Mit der dem Leser hoffentlich nicht neuen Tatsache: Daß die höchste Gewißheit aus dem Glauben und seiner kleinen Schwester, der Metaphysik kommt. Die jedes weitere Denken dann in gesetzten Annahmen formieren und informieren.

Ist das nicht der entscheidende Mangel? Weil sich dieses Nachdenken verflüchtigt hat, sind wir nicht mehr in der Lage, zwischen Problemen und Scheinproblemen zu unterscheiden. Hier beginnt aber das Übel der "Behebung" von Problemen. Und damit das der Technik.


Nachtrag: Anlaß zu dieser Glosse war die Lektüre eines an sich seriös wirkenden Berichts von Addendum über den Forschungsstand hinsichtlich des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft. Der, wie sich der Leser überzeugen möge, von Vokabeln wie "wissen wir noch nicht" oder "damit haben wir nicht gerechnet" oder "müssen wir noch mehr erforschen" nur so strotzt. Es geht dabei dem VdZ nicht um Pestizide. Es geht ihm um das Prinzip, das hier erkennbar wird. Und das er oben in Worte zu fassen versuchte.





*Übrigens spricht dafür auch die Entwicklung des Designs der Dinge, mit denen wir zu tun haben. Die jene gediegene Einfügung in ein Kulturinsgesamt, die Produkte noch vor hundert oder zweihundert Jahren hatten, und die ein Zueinander von Gestalten ist, die in ein Ganzes eingefügt Harmonie bedeuten, zugunsten von "gestaltloser Konstruktionsnacktheit" aufgegeben haben. Die Windräder sind ein gutes Beispiel dafür. Sowohl im Design, in der Ästhetik, als auch in den Wirkungen.





*221018*

Samstag, 26. Januar 2019

Schlimmer als Dachau

Als das Konzentrationslager Dachau von den Amerikanern Ende April 1945 "befreit" wurde - unter schrecklichen Begleitmaßnahmen gegen die SS-Wachmannschaften, das nur nebenbei; Rache war ein Impetus der "Befreier", überall, immer - wurde verkündet, daß alle befreiten Gefangenen in ihre Heimatländer zurückgestellt würden. Die Franzosen jubelten, die Holländer, die Polen, die Tschechen, und auch die vielen vielen hundert (vor allem deutschen und polnischen) katholischen Kleriker. Denn Dachau war das Priester-KZ des Dritten Reiches, mit insgesamt tausenden Opfern unter den Geweihten.

Nur eine Gruppe jubelte nicht. Die der gefangenen Russen. In den nächsten Tagen kam es für die Amerikaner überraschend stattdessen zu Massen-Selbstmorden hunderter Russen.





*081218*

Der Samstag-Nachmittag-Film

Nicht nur ein Film mit der berückenden Liselotte Pulver. Sondern ein Film über Normalität, die sich dennoch bereits als im Umbruch befindlich abzeichnet. 1957 unter der Regie von Helmut Käutner produziert, zeigt sich in "Die Zürcher Verlobung" eine Welt, die man als Heutiger vermutlich als "kitschig" empfindet. Warum? Weil sie eben - normal ist. Wir sollten uns vielleicht angewöhnen, das Normale wieder normal zu finden.

Ganz einfach deshalb, damit wir selber wieder normal werden. Dann werden wir auch das Drama wieder verstehen lernen. Wieviel Freude würde sich uns wieder erschließen.  Der VdZ meinte einmal in einem Interview (vor 20 Jahren), daß die Gegenwart nur die Tragödie verstünde weil verdiene. Er hat sich geirrt. Sie ist nicht bereit dafür. Sie müßte dazu erst einmal wieder normal werden. Erst dann gäbe es wieder Lebensfreude. Unnormale, irre Zeiten sind auch freudlose Zeiten.

Und sieh da. Normal geworden, kann man plötzlich in diesem Film den feinen Humor genießen, der enthalten ist. Humor ist immer fein. Weil er aus der Normalität lebt. Zum Wohle, geneigter Leser! Sehen Sie, wie man eine Frau zu nehmen hat.

Und freuen Sie sich nicht nur auf die berückende, im übrigen im besten Sinn erotische Liselotte Pulver, sondern auch auf einen überraschenden Gastauftritt des wie immer entzückenden Rudolf Platte. Was kann das übertreffen! Der Schluß, wo Platte noch einmal seinen Moment hat, ist umwerfend wohltuend.

Es liegt am Medium Film, seiner materialen Eigendynamik, Chaplin hat es in seiner Ablehnung schon richtig gesehen, daß sich die Banalität im Film derartig ausgebreitet hat. So daß heute wirklich nix mehr erhebt.









*241118*

Freitag, 25. Januar 2019

Der VdZ kapituliert.

Was der als "Antisemit" in den USA vom Establishment und dessen Medien bespuckte Christopher Bollyn in einigen Büchern - hier in einem Video von einem Vortrag komprimiert - sagt, ist derartig schlüssig und logisch-stringent, belegt durch Zitate und Dokumente, daß der VdZ ehrlich sagen muß: Er kapituliert. Er kann nur noch glauben. Wie wir alle übrigens. Denn was "wissen" wir wirklich?

Der (hoffentlich halbwegs gut englischsprechende) Leser möge sich ein eigenes Bild machen. Aber der VdZ will ihm diesen Mann vorstellen. Denn historisch gesehen stimmt das alles. Und viele Indizien belegen die vorgebrachte These, die Hauptthese von Bollyn: Es ist Israel, das von Anfang an (1948) einen Plan durchzog, in dem es den Terror als "scheinbar arabische Aktion" dazu einsetzte, die USA für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Niemals hatten die USA im Nahen Osten wirklich Interessen! Die USA haben seit vielen Jahrzehnten kaum noch zehn Prozent ihres Erdöls von dort bezogen, heute ist es wahrscheinlich NULL. Also stimmen auch so manche Theorien nicht. Sowieso nicht. Was aber macht amerikanisches Militär dort? Das so zufällig in langfristige strategische Planungen der Eckpfeiler der israelischen Staatsexistenz paßt?

Von allem Anfang an war den Gründern des Staates Israel der "Terror" als politische Waffe, die den Westen instrumentalisieren könnte, bewußt. ISIS war kein "Betriebsunfall", wie es oft dargestellt wird, entstanden aus der Einflußnahme der USA in Afghanistan. Es war von allem Anfang an eine geplante Rekrutierung eines terroristischen, staatsumbrechenden Potentials. Es war von Anfang an ein Potential, das Israel im Sinne seiner strategischen Gesamtüberlegungen aufgebaut hat, um einerseits sämtliche Staaten in diesem Raum zu destabilisieren, und anderseits den Westen unter dem Signum der "Terrorbekämpfung" in den eigenen Krieg, in die eigenen Langzeitinteressen einzuspannen. Die Proponenten - Zionisten - haben schon zu Anfang der 1980er Jahre davon geträumt, daß für diesen Zweck höchst geeignet wäre, wenn Flugzeuge ins World Trade Center - diesem großen US-Symbol - stürzen würden. Die Türme (es waren übrigens drei, nicht zwei) waren kaum eingestürzt, wußte jeder, daß es sich hier um einen "langwährenden Krieg gegen den Terror" handelte, den man zu führen habe. Ein neues Pearl Harbour? Und israelische Politiker forderten eine weltweite Koalition gegen den Terror. Nur - Israel war nie irgendwo dabei!?

81 Prozent der Amerikaner glauben nicht, daß die offizielle Regierungsversion des Abschlußreports zu 9/11 wahr ist. Sie glauben, daß ihnen etwas vorenthalten wird. Was aber haben wir dann noch anderes als Indizien? Man muß nicht an eine Verschwörung glauben, richtig. Aber es ist keineswegs unvernünftig zu meinen, daß die offizielle Version der Zusammenhänge und Ereignisse um 9/11 der Vernunft widerspricht. Und er kann beruhigt aufatmen: Denn sieben der nachweislichen Flugzeugentführer und Selbstmordattentäter waren nach 9/11 nachweislich noch am Leben.

So. Und nun denke sich der Leser noch die reale Medien- und Internetmacht Israels bzw. der Zionisten dazu. Wußte er etwa, daß Israel nachweislich eine riesige Infrastruktur (nicht einmal besonders "geheim") unterhält, um alleine das Internet zu "beeinflussen"? Davon leben viele Studenten. Und das streitet nicht einmal jemand ab. Jeder Leser der Jerusalem Post weiß es.

Wissen aber wir es? Kommt es in unseren Medien vor? Da wird bestenfalls vom Einfluß Rußlands auf amerikanisches Wahl- und Internetgeschehen geredet. Hat jemand aber einmal ein Wort darüber verloren, daß Israel das seit vielen Jahren ganz offiziell, höchst systematisch und mit ungeheurer Kompetenz macht?

Es sind immer wir, die aus Daten erste Fakten, Informationen machen. Wenn auch die Daten der These nicht widersprechen dürfen. Aber, aber! das ist nicht immer auf den ersten Blick (Stichwort "Fakten", eines der heute am meisten mißbrauchten Worte) bewertbar.

Werter Leser, der VdZ kennt hohe Kleriker, die noch vor zehn Jahren völlig selbstverständlich von dem wahren Problem des Zionismus sprachen. Heute? Heute betreiben dieselben (!) Männer Pressestellen und täglich abgesaftelte Twitteraccounts, in der sie vor ... Antisemitismus warnen, wenn man solche Dinge sagt. Wie sie hier als recht nüchtern wirkende, sachliche Analyse der in der Geschichte seit langem angelegte Hintergründe hinter den Geschehnissen im arabischen Raum und Syrien präsentiert werden.

Sie wissen ja, geneigter Leser: Wahrheit, Beweis ist keine Sache von "Daten". Es ist eine Angelegenheit des Geistes. Nur der kann Ursachen- und Wirkungszusammenhänge erkennen. In der Gestalt von Thesen. Die als Verleumdung und Schwächung des Gegners gern benutzten Vorwürfe, man würde "Verschwörungstheorien" anhängen, also sich in etwas hineinphantasieren, das nicht der Wirklichkeit entspricht, setzt - das sollte man nicht vergessen! - an einem rationalistischen, materialistischen, mechanistischen Weltbild ("von unten nach oben") an. Nicht einmal Kant hat das noch für wahr gehalten.

Noch einmal, wieder und wieder einmal: Es geht nicht um irgendwelche ethnischen, rassischen Kategorien. Es geht ganz einfach um eine Ideologie, und es geht um eine Geisteshaltung, die die Welt sehr effizient in den Abgrund zieht.

Das Video ist sehenswert.









*221018*


Der Freitag-Abend-Film

Auf diese Filmproduktion wurde der VdZ erst jüngst aufmerksam gemacht. Und er war überrascht über die Aktualität von "Durchbruch Lok 234" aus dem Jahre 1963. Der die schwierige Situation eines Familienvaters zeigt, der in einem System lebt und seine Kinder aufzuziehen versucht, die seinen Überzeugungen widerspricht. 

Es zeigt sich darin, daß man nur mit "Maßnahmen im eigenen Haus" nicht durchkommt. Besonders Kinder stehen - nicht per se, sondern durch das, was wir als "Errungenschaft" preisen, die Schulpflicht, der Kindergarten* - in einem Abhängigkeits- und Bildungsverhältnis zur Umwelt, und damit zu den öffentlichen ideologischen Systemen. Die - wie heute - in einem fundamentalen Konfliktverhältnis zu den Eltern stehen und keine Alternative lassen. Bleibt angesichts der Verantwortung überhaupt noch eine andere Möglichkeit als zu fliehen? Die innere Emigration bleibt in so einer Lage höchstens dem, der alleine steht.

Ein sehr spannender Film, der sich auf ein wahres Ereignis bezieht. Doch ist es gleichgültig, ob man den Ausgang kennt. Denn Spannendheit zeigt immer etwas an: Das Maß an Identifikation läßt sich im Bangen ums Gelingen einer Sache erkennen. Diese Identifikation ist immer die Ineinssetzung mit einem Archetyp, der auch im Betrachter selbst besteht. Die sich zwar nur an einem Konkreten zeigen weil wirklichen kann, wobei aber dennoch die konkrete Handlung, die Detailgestalten selbst, nur sekundäre Bedeutung hat.

Aber sie hat immerhin hinweisende, auf die konkrete Geschichtlichkeit bezogene Kraft. Im günstigsten Fall fallen also beide Dinge in eins, und der Archetyp trägt auch die wieder erkennbaren Kleider. Und da entfaltet jedes Drama (als Sonatenform - die zweite Form der Kunst neben der Fuge - in der Musik nicht weniger als in der Literatur, im Theater, oder eben im Film) seine entscheidende Wirkung. Wenn es gelingt, dieses (an sich a- oder prä-morphe) Archetypische, an dem man in der Darbietung teilgenommen hat, mit anderen Konkretionen zu füllen. Plötzlich kann sich dann das konkrete eigene ge- und erlebte Leben auf seine wirkliche Wirklichkeit hin erhellen.

Diese Leistung kann ein ideologisch konstruiertes, damit in seiner Tendenz immer totalitäres Werk (ideologische Werke haben immer die Starrheit eines künstlichen Konstrukts, denn ihnen ist die Freiheit, die Offenheit des konkreten geschichtlichen Ausgangs die drängendste Gefahr, weshalb ideologische Werke nie wirklich spannend sind, weil die Ideologie das Archetypische ersetzen will) freilich nicht erbringen. Es bleibt im Konkreten hängen, und meint, im Konkreten auch die kathartische (im "Feuer" reinigende) Wirkung festmachen zu können. Als würde sich das Archetypische immer in derselben Gestalt zeigen.

Man kann den ganzen dramaturgischen Konflikt, der sich im ersten Akt (Teil) aufbauen muß (Exposition), als Konflikt des Archetypischen als eigentlichem Wirklichkeitskreis mit dem Konkreten und dessen vordergründige Gesetzlichkeiten bezeichnen, das irrtümlich für das Wirkliche gehalten wird.

An der Fähigkeit zur Abstraktion läßt sich aber nicht nur die Reife eines Künstlers, sondern auch die des Publikums erkennen.** Eine Kunst, die einer Ideologie zuarbeiten möchte, ist deshalb immer unbrauchbar - und keine Kunst. Und ein Publikum, das ideologische Werke sucht, sucht nur die immer fragile Bestätigung der künstlichen Identität. Die entscheidende Tätigkeit des Künstlers ist somit der des Publikums ähnlich: Sich aus jenem Konkreten (als Lebensträger, nicht als Material des Lebens verstanden) zu lösen, in das er ab ovo eingeflochten ist. Erst dann kann er das Gute, Schöne, Wahre in die Welt stellen, auf daß es in der Existenzberührung mit dem Publikum, den Menschen, der anschließenden Welt, diese in Kommunikation und Kommunion hebe.







*Wie in diesen Tagen bekannt wurde, hat die deutsche Bundesregierung eine Broschüre herausgegeben, die Erzieher in Kindertagesstätten (Kindergärten) anleiten soll, wie mit Eltern zu verfahren ist, die "rechts" stehen. Was am Verhalten der Kinder erkennbar ist. Kita-Mitarbeiter sind angehalten, ein "klärendes" Gespräch mit den Eltern zu suchen, und sie auf die Notwendigkeiten einer "Erziehung zu Vielfalt", "Antirassismus" etc. hinzuweisen. Das ideologische System rückt immer näher, wird immer totalitärer.

Fast zeitgleich gehen in Österreich die Wogen hoch, weil die eher konservative, traditionsorientierte Aufklärungsvereinigung "Teen Star" - die Haltung des VdZ ist freilich bekannt, er hält öffentliche "Sexualaufklärung" in keinem Fall für vertretbar,  aber hier geht es um etwas anderes, um etwas Exemplarisches - von der linken Reichshälfte (und das ist mittlerweile quasi das Gros der "Bildungsbeflissenen") als "homophob" (u. a. wird Homosexualität - richtig - als Identitätsstörung dargestellt; offensichtlich in Österreich bereits ein Rechtsverstoß) und "nicht vielfältig" (weil gegen den Genderismus eintretend), somit als von Schulen unter Verweis auf bereits bestehende Gesetze (sic!) auszuschließen gefordert wurde. Wie sich allerdings mittlerweile herausstellt, geht das gar nicht so einfach per Ministeriumserlaß. Denn diese Maßnahmen sind von den Schulen in Eigenverantwortung vorzunehmen. Tja, die (viel zu halbherzige, im Grunde bloß scheinhafte) Schulautonomie hat vielleicht doch einige kleine Fächelchen geschaffen, in denen sie sich gegen die Indoktrinierung der Kinder wenigstens etwas wehren können. 

**Man erkennt so manche Stupidität der Gegenwart daran, daß gerade die "Gut-Beflissenen" (=Selbst-sich-für-gut-Haltenden) meinen, daß sich das Böse, das Übel an immer denselben Zeichen, Gestalten und Worten erkennen und festmachen lasse. Was in der Regel nicht mehr ist als das "von sich weg-"sprechen eines Archetyps ist, von dem man sich in Wahrheit gar nie lösen konnte. Deshalb sind die Gutmenschen in aller Regel selbst jene Totalitaristen, als die sie andere bezeichnen weil "an Zeichen erkennen" wollen.




*021218*

Donnerstag, 24. Januar 2019

Ein Deutschland vom Feinsten

Es gab mal eine Zeit, in der der VdZ das, was Wolfgang Grupp (Trigema) da als seine Unternehmensphilosophie vorstellt, als für Deutschland "typisch" sah. Das ist lange her. Zu dem, was Grupp hier sagt, ließen sich Seiten um Seiten über Wirtschaftsphilosophie niederschreiben. Hören wir ihm aber einfach zu, der Mann hat Substantielles zu sagen, direkt und indirekt. Eine völlig andere Kategorie als das, was heute als "Wirtschaft" gesehen wird, die Kollateralschäden produziert, die uns umbringen, weil dem Sinn von Wirtschaft und Unternehmen schon widersprechen und zum Selbstzweck geworden sind.

Das geht bis hin zum Regionalitätsprinzip, das Grupp so großartig realisiert. Unternehmer sein heißt eben Vater sein. Unternehmen sind nur eine andere Ebene der Familie. Das ist ohne persönliche Verantwortung nicht möglich. Weil sonst die Wirtschaft einen Charakter annimmt, der nur ins volkswirtschaftliche und politische Desaster führen kann.









*081218*

Der Paranoide ist nicht selbst schuld

Oh ja, da lachen halt die Klugen gerne mal, wenn sie solche Filmchen sehen. In denen halt das eine oder andere nicht ganz ausgewogen oder panisch und hysterisch ist. Aber man muß es ganz anders verstehen. Wenn man Menschen pausenlos belügt weil manipulieren möchte, täuscht man sich, daß diese das nicht merken. Denn die Wahrheit ist dem Menschen näher als er sich selbst, so daß sie sich immer in einem gewissen inneren Gefühl (das einem Wissen gleichkommt, das aber erst in der Sprache, der Wahrheit zur Gestalt wird, damit zum Teil der Ratio und damit der Vernunft im Urteil zugängig) meldet. Es kann manchmal lange brauchen, bis man sich von allen diesen Verstrickungen, in die wir seit langer Zeit gebracht wurden, frei macht. Alles, was in einem an Sätzen und sklerotisch gewordenen Behauptungen, die wie Steinwolken in uns hängen, die, weil mit vielen weiteren existentiellen Vorbehalten behängt, oft kaum zugängig sind, sich also im eigenen Seelenstübchen irgendwo verkrochen haben, müssen ins Licht der Wahrheit gehoben und zur Sprache gebracht werden, damit sie sich auflösen und uns frei machen.

Wer aber ständig belogen wird, steht noch in einer anderen Bredouille. Wenn er auch fühlt, daß mit der Sprache (des anderen) etwas nicht stimmt, so kann er es oft doch nicht entkräften. Damit treibt man ihn in eine geistige Verfaßtheit, in der er nur noch dumpfen Gefühlen der Gegenwehr ausgeliefert bleibt, und die Basis seines Selbstseins mehr und mehr aus den Händen gleitet. Das kann bis zur ausgewachsenen Paranoia gehen. Dementsprechend sind heute schizoid-paranoide Erscheinungen extrem häufig, weil sie Teile des (psychischen) Selbst der Menschen wurden. 

Darüber zu lachen oder sich lustig zu machen ist einfach nur böse. Es ist dasselbe Verhalten, wo man einer Katze zwei Beine am Rücken festbindet und sich dann darüber amüsiert, wie sie nun im Bestreben, das Gleichgewicht zu halten herumtorkelt. Und sie "Verschwörungstheoretiker" und "Paranoiker" nennt, oder ihre mangelnde Sachkenntnis an den Pranger stellt, weil sie mit ihren Mitteln die Ursache für ihre fehlende Balance und einen Täter sucht und mit der Macht der Autorität sogar richtige Antworten verhöhnt, um sie endgültig wehrlos in ihrem eigenen Elend zu machen.

Man darf nicht vergessen, daß es nicht der Schizoide ist, der sich selbst schizoid macht, daß es nicht der Paranoiker ist, der sich selbst paranoid macht. Sondern es sind konkrete Täter, die ihn zu dieser Haltung treiben. Oft genug - bewußt. Um freie Bahn für das eigene schändliche Treiben zu bekommen, um die eigene Schuld zu verschleiern. Weil der andere den Boden unter den Füßen verliert, zwar im Innersten weiß, daß er belogen wird, daß man ihn täuschen möchte, aber nicht zur Sprache kommt, nicht zur Vernunft. Dem einzigen Grund, auf dem er stehen kann. Dem die geistige Gesundheit auf dem Fuße folgt, wenn er jenen Punkt des Vertrauens findet, der seine eigene Weltrezeption in die Wahrheit und damit zum Selbststand hinein festigt. Denn der Torkelnde will gerade stehen.

Es sind immer die Schuldbeladenen, die täuschen, es sind immer die Schwachen, die manipulieren, es sind immer die Mißbraucher, die lügen. Die alle dem Gericht auszuweichen versuchen, indem sie den anderen zum Torkeln bringen, zum Mißtrauen in die Kraft der eigenen Vernunft. Findet er sie nicht, bleibt ihm nur noch die Irrationalität.

Wir wurden schon zu lange zu oft belogen, getäuscht, durch Propaganda manipuliert. Gerade letztere ist, das vergessen wir gerne, das eigentliche Treibmittel dessen, was wir als "Demokratie" bezeichnen. womit wir Parteien und Ideologien rechtfertigen. In einem Zeitalter der Zweitwirklichkeit, der Pseudologie, der Entwurzelung und Atomisierung der Menschen. Fehlt in solch einem Zeitalter aber auch noch die fleischlich präsente, welthaft gewordene Wahrheit, fällt es in Irrationalität und Wahnsinn.










*201018*

Mittwoch, 23. Januar 2019

Aber das Übel ist der Kredit selber

Dieses Video ist tatsächlich sehenswert. Es macht einige Abläufe in einer Volkswirtschaft auf recht simple Weise nachvollziehbar, vielleicht auch für den geneigten Leser. Es zeigt, daß eine expandierende Wirtschaft - und das heißt: Wohlstandswachstum - nur auf zwei Beinen stehen kann. Das eine ist Arbeit, und das andere sind ausreichende Umstände, also Freiheit (in Sittlichkeit), um produktiv zu sein. Sehr richtig wird auch gezeigt, daß Wirtschaft immer ein Geschehen unter Menschen ist. Daraus folgt auch die Tatsache, daß Ökonomie ein Teil der Moralphilosophie (und damit der Moraltheologie) ist.

Damit beginnt genau das Problem des Videos. Es zeigt Schulden als eine Art "Naturprozeß". Tatsache ist aber, daß es nur zwei Formen von Schulden gibt, die moralisch gerechtfertigt sind, also keiner Sünde entspringen (oder der Glättung von deren Folgen): Die Hilfe in Not (sagen wir: durch eine Naturkatastrophe), oder die gezielte Investition in ein Gut, das hilft, produktiv oder sogar noch produktiver zu sein.  Jede andere Form von Schulden kommt aus menschlicher Schwäche und aus Versagen. Mehr Konsum als man einnimmt kommt eben aus der Gier ("noch mehr"), aus Hedonismus, oder einfach aus Unbeherrschtheit, Spielsucht, Eitelkeit (Luxusgüter, die eines Einkommen übersteigen), Leichtsinn, Unvernunft, etc. etc. Dabei ist die Schuldfrage des Kreditnehmers gar nicht zentral. Denn man kann auch durch die Bosheit oder Schuld oder Fehlerhaftigkeit anderer (und sei es in der Form eines Krieges, oder einer Naturkatastrophe) in solch mißliche Lage kommen, daß man momentan mehr Geld braucht, als man zur Verfügung hat - also einen Kredit.

Aber noch etwas wird verschwiegen. Das Video zeigt nicht, was mit den Zinsen passiert. Wer diese also einsteckt. Damit haben wir aber das wirkliche Problem mit Kredit und Zinsen. Sie führen immer und unausweichlich zu einer akkumulativen (also sich mit der Zeit immer mehr in die Hände weniger fließenden) Konzentration von Vermögen und Macht hier, zu Schuldknechtschaft dort. Denn in den Zinsen steht eine mathematische Logik einer menschlichen Realität gegenüber. Die menschliche Realität ist immer volatil, geprägt von Unvorhersehbarkeiten, ja, auch zeitweiligen Schwächen, Versagen, Fehlern, die durch Tugend und Fleiß umgekehrt ausgebügelt werden müssen. Aber damit stehen sich zwei Logiken gegenüber, die aus unterschiedlichen Gebieten stammen und nicht kompatibel sind. Es sei denn, der Kreditgeber beteiligt sich am Risiko der Geldausgabe! Und das ist auch die einzige Form, in der Kredit moralisch gerechtfertigt ist. (Wenn er nicht, wie im Falle der Notlage, eigentlich die Verpflichtung zum Geschenk, zur bloßen Hilfestellung in sich trüge.)

In jedem Fall wird richtig gezeigt, daß Schulden in jedem Fall zu einer späteren Reduktion der auszugebenden Geldmenge führen. Denn sie müssen irgendwann einmal bedient werden, und das geht vom auszugebenden Betrag ab.

Aber noch etwas verschweigt der Film. Daß nämlich ein "Aufschwung" in einer Wirtschaft, die zu so großen Teilen (in den USA etwa das 20fache des Nicht-Kredit-Geldes) auf Schulden basiert, nach einer Rezession nur möglich ist, indem der Staat auf Kosten der restlichen Steuerzahler die "Großen" herauskauft. Also wieder mit Vermögen ausstattet, das sie bereits verloren hätten. Denn sonst müßte jede Wirtschaft ja an einem Punkt (im unteren Bereich der Zyklenkurve) quasi "bei Null" anfangen, bei einer "tabula rasa". Das hat nicht nur eine volkswirtschaftliche Logik zum Grund, sondern vor allem die Macht der Einflußnahme der Großen auf die Politik. 

Denn die Politik ist die erste, die Geld braucht, um ihren Apparat aufrecht zu halten. Sonst würde ja in jeder tiefen Depression auch der Staat in all seinen Institutionen zusammenbrechen. (Wie es etwa in Rußland unter Gorbatschow und vor allem unter Jelzin der Fall war.) Sie braucht also funktionierende Geldgeber, die ihr in einer solchen Lage noch Kredit geben. Und dazu verpfändet sie die Arbeit und Produktivität seiner Bürger, sonst hat sie ja nichts (sieht man vom Staatseigentum - Landflächen, Wälder, Betriebe - ab, die sie einmalig veräußern kann - an wen? Richtig. An die Großen, wer sonst hätte das Geld dafür). 

Also führt eine schuldenbasierte Volkswirtschaft (die Schulden als notwendig und unumgehbar ansieht) in jedem Fall zu einem Zentralismus, der nur besteht, weil er einzelne mächtige Geldgeber im Hintergrund hat, die über diese Macht klarerweise Einfluß auf die Politik nehmen. Und damit die Politik eines Landes unter ihre Gewalt bekommen. Damit stehen wir seit 500 Jahren zunehmend in der Situation, daß diese Zyklen keineswegs "Naturgesetze" sind, sondern die Folge von Handlungen und Mechanismen, in denen eine immer kleiner werdende Oligarchie immer mehr Einfluß und Macht gewinnt. Bis ihr ein Volk gegenübersteht, daß nur noch "Operationsmasse", Objekt für ihre Interessen ist. Eine "Marktwirtschaft von Freien" besteht dann in jedem Fall nicht mehr.  Ein System hat nur noch die Wahl, entweder in eine Diktatur zu gehen, um alle Folgen einer Korrektur durchzustehen ohne eine Abwahl oder einen Sturz riskieren zu müssen, oder sonst in die Hände weniger zu fallen.

Diese Dynamik ist in einer Wirtschaft, die auf Kredit und Zinsen beruht, unausweichlich. Weil sie der Wirtschaft (und damit dem Handeln jedes Einzelnen) eine Logik aufzwingt, die nicht dem Gemeinwohl entspringt bzw. diesem allein dienlich sein will. Sondern wie im Kapitalismus möglich macht, daß der Einzelne sich in der Pflege von Rücksichtslosigkeit und Brutalität so weit ausdehnen kann, daß sie die Gesamtwirtschaft mehr und mehr in ihre Hand bekommen. Und das ist geschehen, und durch die Implementierung der Philosophie des Liberalismus insoweit abgesichert, als der Liberalismus vor allem die Waffen- und Wehrlosigkeit der Gegner der Oligarchen, ja man muß es sagen: der Anständigen, garantiert.







Hinweis: Eine recht gute Analyse und Übersicht über die unausweichlichen (rezessiven) Folgen von Kredit und Schulden auf unsere Volkswirtschaften anhand von realen Daten aus der jüngsten Geschichte und Gegenwart liefert ein Artikel aus der Feder des Ökonomen Daniel Stelter. Er ist über dieses Link aufrufbar. Stelter zeigt darin, daß wir aus den Realdaten der Volkswirtschaften des Westens heraus in einer Situation stehen, in der eine so gewaltige Krise vor der Türe steht, gegen die die Rezession der 1929ff.-Jahre ein Kindergeburtstag war.  Ohne sagen zu können, wann sie virulent wird, denn je größer das Risiko dafür ist, umso intensiver werden die politischen Maßnahmen sein, ihren Ausbruch zu vermeiden; derzeit geschieht das durch den immer weiteren Auf- und Ausbau einer allumfassenden Schein-Staats-Wirtschaft, politisch gerechtfertigt durch "Klimawahn".

Wenn es aber gelingt, diese (oder eine solch geartete) Krise weiter zu verschieben, so zeigt Stelter, daß in jedem Fall die nachfolgenden Generationen es sind, die die Folgen einer Schuldenwirtschaft zu tragen haben. Wenn die derzeitigen Entscheidungsträger längst in Rente oder tot sind. Ja, das Gemeine an einer schuldenbasierten Wirtschaft ist, daß es praktisch immer die nächste Generation ist, die darunter zu leiden haben wird.





*041218*

Die Erde ist eben nicht begrenzt

Die Katastrophenbilder des "Grenzen des Wachstums" waren auch für den VdZ in den mittleren und späteren 1970er Jahren Vorzeichen einer Jugend, die unter einem bestimmten apokalyptischen Grundton stand. Wenn wir so weitermachen, hieß es da, wird die Welt in 25 Jahren in einer totalen Katastrophe landen. In einem Artikel auf "Tichys Einblick" geht Frank Schäffler auf den Bericht des Club of Rome ein, auf dem das Buch basiert, das damals weltweit Furore machte und Angst verbreitete. 

Und er kommt zu dem Schluß, daß nicht eine - NICHT EINE - der Vorhersagen dieses vorgeblichen Gremiums von neun Wissenschaftlern (im übrigen ist die Entstehung dieses Gremiums ein Lehrbeispiel der Public Relations im Medienzeitalter, dessen sich seither viele viele weitere solcher Agenden bedienen) eingetroffen ist! Nicht eine. Diese Herren haben sich schlicht und ergreifend in allen Punkten geirrt. Nichts von dem, was sie als unabwendbar weil in den "Grenzen der limitierten Erde" definiert bezeichneten, hat sich bewahrheitet. Die Grenzen der Erde sind offenbar weit weit größer. Und das, obwohl sich eine der Eckdaten - das Wachstum der Weltbevölkerung, das eine der Hauptstoßrichtungen des Alarmismus war, der da verbreitet wurde - nicht nur nicht gebremst, sondern enorm gesteigert hat. Wir haben heute mehr als das Doppelte an Menschen auf der Erde. Und die prophezeiten Eckdaten (Bruttoinlandsprodukte, Armut und Hunger) haben sich eklatant verbessert. 

Der Bericht des Club of Rome, der auch dem VdZ damals in den Knochen saß und der selbst im Schulunterricht heftigst diskutiert wurde, beruht eben auf einer - man muß es so nennen - höchst primitiven Weltsicht. Die auch heutigen Katastrophenmeldungen zugrunde liegt, um derentwillen bekanntermaßen alles, alles verändert werden soll, koste es was es wolle, weil sonst das Ende vor der Türe stehe. Es ist eine quantitative Weltsicht, wie sie einem materialistischen Weltbild entspringt. 

Sie kommt aus einer Geschichtserfahrung, in der mangelnder Geist Wachstum nur buchstäblich in einem quantitativen Ausgreifen des immer Gleichen begriff. Wie ein Plünderer, wird dabei von Pflanze zu Pflanze, von Baum zu Baum geeilt, um zu kriegen, was zu kriegen ist: Viel von immer dem Gleichen. Eine innere, eine vertikale Entwicklung - und sie ist das, was den Menschen überhaupt erst zum Menschen macht - gibt es da nicht. So, wie sich eben die englischen Großkapitalisten verhalten haben, deren primitiver, rationalistischer Geist die Welt eben nicht erfaßt, sie nur benutzt.

So entstand eine Sichtweise, die auch heute die großen Katastrophenbilder bestimmt: Eine physikalistische, horizontale Sichtweise, die ein Gegebenes als in sich fertige Größe nimmt, und damit die Welt "vollgestellt" sieht.

Die Vorstellung einer begrenzten Erde ist aber kein Bild, das der Evidenz entstammt, sondern eine Prämisse, die einer mechanistischen, materialistischen Weltsicht entspringt.

Aber das Wesentliche der Welt - das gilt für den Menschen nicht weniger als für die Welt der Dinge, die eine Welt der "Orte" ist, also nicht weniger als beim Menschen eine Welt der Beziehungen, so daß jedes Ding in sich dynamisch ist (was manche zum Trugschluß verleitet, alles wäre lebendig, aber das ist eine andere Baustelle) - ist, daß sie sich nicht primär horizontal entwickelt, sondern "vertikal", also einem Sinn folgt. Die horizontale Entwicklung, also wenn man will: Die "Zahl der Dinge", folgt dann der vertikalen Dynamik. Und hier sind wir beim Begriff der Kultur.²) 

Dieser Sinn kann historisch ganz andere Konkretionen zeigen, und zeigt er auch, notwendig. Er schließt sich nicht in Dingen ein (wenngleich er das tut, aber nur als momentanen Punkt eines Sinns, ja, da muß er sogar auf seiner konkreten Dinghaftigkeit beharren) sondern zeigt eine Dynamik, die man im besten Sinn als "Fortschritt" bezeichnen kann. Fällt die vertikale Komponente, sinkt sie also, sinkt auch die Zahl der Dinge (sehr sehr vereinfachend gesagt.)

Dieser historische Wandel, in dem sich jeweils täglich neu alles aufeinander einstellt, um es (wieder einmal) simpel zu sagen,  macht jedes Festnageln von Prozessen (in denen alle Dinge stehen, sonst wären sie nicht) auf "Maschinen" obsolet und falsch.* Das sind nur Momentaufnahmen, aber keine wirklichen Einblicke in die Welt der Dinge. Und das, genau das hat sich in dem Auseinanderklaffen der "wissenschaftlich begründeten" Katastrophen-Vorhersagen und der tatsächlichen Entwicklung gezeigt. 

Nur eines braucht diese Entwicklung - sie braucht Wärme, Hitze, Feuer, sie braucht Energie. Und das drückt sich auch in den physikalischen Energieformen aus, die wir kennen. Als Elektrizität, als Verbrennungswärme. Aber auch hier gab es eine "vertikale" Entwicklung, und sei es in der Entwicklung der Fördermethoden für Öl. Oder der Entwicklung von Kernkraftwerken.** Aber es gibt keinen Grund zur Annahme, daß die Entwicklung der Menschheit (in Zahl) die Erde aus dem Gleichgewicht bringen würde, so daß sie zusammenfallen könnte. Aus dem Gleichgewicht insofern ja, natürlich, als alles, jedes Bewegen eines Arms, die Welt aus dem Gleichgewicht bringt. Aber die Welt ist eben nur insoweit, als sie sich in ihrem Eigensein vollzieht - also dynamisch auf jede Veränderung reagiert. 

Deren erste Bewegung die des liebenden Seins - also Gottes - ist. Und weil alles, was geschaffen wird, vom Schaffenden zeugt, seine Eigenschaften trägt, ist auch die Welt auf Unendlichkeit angelegt. In der wir sicher sein können, daß kein Haar am Kopfe ungezählt und sinnlos ist.






*Darin liegt das eigentliche Problem der Klimakatastrophik, die die "Klimawissenschaft" okkupiert und nahezu paralysiert hat. Sie kennt keine vertikale Dynamik. Sie kennt nur lineare, also horizontale Fortsetzung. (Anders sind auch keine Computermodelle machbar, in ihnen muß das Dynamische, das jeder "Ort" in sich trägt und das unvorhersehbar ist, ins Lineare, Vorhersehbare umgebrochen werden.) Das darauf aufbauende Weltbild geht also von einer "endlichen Erde" mit "endlichen weil maschinellen Prozessen" aus. Und in diesem Rahmen bringt sie auch die daraus folgenden "Resultate". Die aber an der Wirklichkeit der Erde vorbeigehen. Das ständige Versagen von Vorhersagen - auch im Klimabereich - zeigt nichts anderes: Die Erklärungsmodelle stimmen mit der Wirklichkeit der Erde und ihrer Gegebenheiten nicht überein. Man kann also durchaus zu dem Schluß kommen, daß die sich ständig steigernden Katastrophenvorhersagen (die "seltsamerweise" nie eingetroffen sind, vom Waldsterben bis zum Ozonloch oder jetzt zu den Klimakatastrophen) eine logische Frucht aus einem verfehlten Weltbild sind, das der Wirklichkeit einfach nicht entspricht.

²Je in sich entwickelter, je komplexer etwas ist, desto mehr ist es von Kultur abhängig, also vom Menschen. (Noch nie hat sich eine "Evolution" "höher"-entwickelt; sich selbst überlassen fällt alles zurück und degeneriert.) Und damit von durch den Menschen zugeführter Energie. Das wird leider viel zu wenig berücksichtigt, man nehme nur den Mais als Beispiel. Den es in dieser Form nicht "urtümlich" gab oder gibt, sondern der eine Züchtung ist, auch wenn diese schon viele Jahrhunderte zurückliegt. Aber damit ist auch klar, daß er mehr Nahrungsenergie braucht, als ihm eine Umgebung wie die unsere liefern kann. Denn er ist prinzipiell kulturfremd (gewesen). Maisanbau in europäischen Breiten ist viel problematischer, als vielen bewußt ist. Und er wirkt sich verheerend auf unsere Kleinklimata aus (wenn, dann gibt es ja nur Klein- und Kleinstklimata als Korrespondenzadresse, aber sicher kein Weltklima.)

**Nur eine Bemerkung sei dazu noch gestattet. Sie bezieht sich auf die Energie, namentlich auf die Windräder als Form, elektrischen Strom zu gewinnen. Die nämlich neben allen anderen Faktoren ein gewaltiger Rückschritt ist, und als Technik aus einem vorigen Jahrhundert stammt. Hier wird tatsächlich jede innere, vertikale Entwicklung geleugnet, und stattdessen ein Ausgreifen in die Horizontale betrieben, was in der Flächenkonsumtion erkennbar wird. 





*011218*

Dienstag, 22. Januar 2019

Wenn Großunternehmen zum Instrument der Linken, zum "Woke Capital" werden (4)

Teil 4) Aber damit haben wir auch die "Woke-Religion"
- Die Lage ist aussichtslos aber nicht ohne Hoffnung


Eine der fatalsten Auswirkungen dieser Spiralkreise der progressiven Entwicklungen, die aus diesem symbiotischen Ineinander von Kapital und Ideologie folgen, ist die Zersetzung der Religion. Wir haben es heute, so der amerikanische Artikel, auf den sich diese Ausführungen beziehen, mit der Tatsache zu tun, daß diese Weltanschauungen der alltäglichen Lebenszwänge eine Auflösung sämtlicher traditioneller, bisheriger Religionssysteme bewirkt haben. So daß man heute sagen muß, daß sämtliche dieser Religionen (Katholizismus, Reformierter/Konservativer Judaismus, Mormonentum, Protestantismus, etc.) progressive Körper in den Kleidern traditioneller, aber heute toter Religionen sind. Progressive, die solche Organisationen hassen, gehen schon lange gegen sie gar nicht mehr offen aggressiv vor, sondern sie unterwandern sie von innen her, und treten dann mit deren Kleidern auf. Oft geschieht das durch die Taktik, wie man einen Frosch kocht: Setzt man den nämlich in einen Topf mit kaltem Wasser, und erhitzt dieses allmählich, reagiert der Frosch gar nicht. Bis er tot ist. Das ist das Problem mit der Zeit. Man sieht sie nicht. Scheinbar ist lange Zeit alles, wie es immer war. Bis plötzlich alles anders ist.

Dazu gehört auch die Attitüde der Linken, sich nach wie vor gegen "die Macht" zu wehren. Gegen die Konzerne. Gegen die Polizei. Gegen die "Macht". Das wirkt umso seltsamer, als alle diese Institutionen doch längst links SIND! Und die Agenden der Linken vorantreiben. Würden die Progressisten diese Institutionen - und auch das Kapital - aber als ihre Freunde öffentlich anerkennen, würden sie ja ihr Spiel aufgeben müssen, mit dem sie vor allem die Rechte, den "Normalo" täuschen. Umgekehrt sucht die Rechte immer noch die großen Organisationen und Kapitalien. Ohne bemerkt zu haben, daß diese sie hassen. Es wäre also höchste Zeit, den wahren Gegner zu erkennen. Und er ist das ... woke capital. Das eingeweichte, von der Linken instrumentalisierte Kapital.

Das gilt auch für die Kirche. Auch hier gilt es, die Augen endlich aufzumachen. Wieviele Kirchen haben Transparente mit "Flüchtlinge willkommen" oder "Gegen Rassismus" (in Europa auch "Klimarettung") hängen, an wievielen Portalen hängen Regenbogenfahnen (übrigens: als der VdZ das letzte Mal - wörtlich - in Mariazell war, war der Vorplatz mit einem halben Dutzend Regenbogenfahnen "geschmückt".) Heute wäscht der Papst muslimischen Invasoren sogar öffentlich die Füße. Wie soll ein normaler Katholik darauf noch reagieren? Austreten? Nur betrifft das übrigens das Judentum nicht weniger. Es ist zwar nicht der Hauptfeind wie der Katholizismus, der kraft seiner Lehre, seiner Dogmen immer noch der schärfste, ja einzige und erklärte Feind des Progressismus ist, aber nicht weniger mißbraucht.

Ob man also nun auf die Religionen oder auf die Unternehmen, das Kapital, oder die institutionalisierte Politik blickt - wir haben es heute überall mit leeren Hüllen zu tun, die in ihrem Inneren den eigenen Todfeind herangezüchtet haben und verbreiten. Man könnte also diese "Woke-..." Bezeichnung heute auf fast alles schon anwenden. Den Sport, das Militär, die Wissenschaft, die NGOs, die Regierungen, die Medien ... eigentlich muß man nämlich sagen: Die gesamte Öffentlichkeit, das gesamte öffentliche Leben ist heute "woke". Eingeseift, aufgeweicht, durchgewaschen.

Die Lage ist zwar aussichtslos, aber nicht hoffnungslos - Das System muß an sich selbst scheitern

Der VdZ erlaubt sich zum Abschluß dieser (weitgehenden) Übertragung doch aber noch eine Bemerkung: Die Perspektive scheint auf den ersten Blick hoffnungslos. Zumal sich eine Wirtschaft, die sich in diese Bereiche bewegt, zwangsläufig die Gesetze des Wirtschaftens mehr und mehr verletzt und anfällig wird. Das ist mit der Politik nicht anders. Deshalb wird die Verflechtung von Politik und Wirtschaft so extrem. So daß große Unternehmen heute in dem Maß immer weniger überlebensfähig sind, als sie ihr Wohl und Wehe nicht den öffentlich verwalteten Steuergeldern verdanken, je mehr sie sich in diese ideologischen Agenden einbinden lassen. In dieser scheinbaren Stärke liegt aber auch die große Schwäche. 

Denn die Großunternehmen sind damit abhängig. Freilich wie die Politik, also reziprok. Aber anders als ein Wirtschaftsunternehmen ist die Politik volatil. Und sie kann auf Dauer nicht bestehen, wenn sie nicht dem Naturrecht folgt. Denn auch wenn heute niemand damit rechnet, irgendwann setzt sich die Natur des Menschen wieder durch. Der Mensch ist nicht beliebig "veränderbar". Er ist GAR NICHT veränderbar. Er macht nur eine Zeit lang alles Mögliche mit. Aber daraus entsteht Leidensdruck. Und irgendwann bricht sich dieser Bahn, entlädt sich. Das ist so sicher wie das Amen im Gebet. 

Man kann nicht sagen, wann. Man kann nicht sagen wie. Man kann nicht einmal sagen, ob es nicht zu "Ersatzentladungen" kommt. Von selber, also, wird nichts "gut". Es wird sicher nur "anders". Wobei immerhin gilt, daß sich meist eine Gegenbewegung auch zumindest ungefähr die Richtung sucht, aus der der Druck zum Falschen, Entmenschlichenden kam und kommt. Wir stehen also unmittelbar vor einer Situation, in der die Unternehmen aufgrund einer schwankenden, immer fragileren (weil grundsatzloseren, entwurzelteren) Politik auch selber anfälliger werden. 

In diesen Unternehmen aber werden mehr und mehr - das ist nur eine Frage der Zeit - die "Boomer-Generationen" von den "Millennials" abgelöst. Die bereits sämtliche Schulen der Gehirnwäsche und Enteigentlichung des Denkens durchgemacht haben. Glaubt wirklich jemand ernsthaft, daß die jetzigen Generationen, die in absehbarer Zeit alle Hebel der Macht in Händen halten werden, diese komplexen Apparaturen und Mechanismen und Institutionen aufrecht halten können, von denen sie heute zehren, die sie aber gar nicht mehr verstehen (können)?

Der gesamte Westen sitzt heute auf einem Gebirge von Errungenschaften und Kapital, von dessen Substanz er aber immer ausschließlicher zehrt. Ja, er zieht sich seine Schergen selber. Weil die Erben es binnen kürzester Zeit verspielen werden. Glaubt jemand ernsthaft, daß selbst Google seine Position halten kann, wenn sein Mitarbeiterstab aus 99 Prozent "diversifizierten Mitarbeiten der Vielfalt" besteht, und es nur noch dieses eine Prozent "gehaßter" Leistungsträger hat, die sich um all diesen Quatsch nie gekümmert haben?

Das System wird an sich selbst zugrunde gehen, das ist so sicher wie das Amen im Gebet. Wo aber ist ein Ausweg? Vielleicht, so der Artikelschreiber, kommt eine neue Religion, eine Religion die es wieder möglich macht, etwas zu leisten, sich in die Welt zu investieren. Die die Nebel aufreißt und jeden wieder atmen läßt, so daß er bereit ist, vorbehaltlos etwas aufzubauen. Vielleicht. Vielleicht tritt aber auch bald eine neue "Messias-Figur" auf, ein neuer Cromwell oder ein neuer Stalin.

Die Frage wird nämlich bleiben, ob ein solcher Umbruch, ein solcher Befreiungsschlag, egal wie er kommen wird, überhaupt unblutig ablaufen kann. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, daß sich die Kathedrale an die Macht klammert, mit beiden Händen daran festkrallt. Die Roten Khmer haben es erfahren lassen. Hoffentlich erleben wir nicht dasselbe. Das System der Kathedrale ist nicht weit entfernt davon.






*031218*