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Samstag, 2. April 2022

Die nicht wissen, daß sie verloren haben (2)

Von Menschenopfern und den Nichtsenden. Vom schlimmsten Zustand, in den ein Mensch fallen kann. Und von der einzigen Hoffnung, die wir haben dürfen - Aber nein. Sie hören nicht auf. Und wenn sich auch tausendmal gezeigt hat - gezeigt! nicht geschwurbelt, herbeiphantasiert, was auch immer - daß es ein Wahnfieber war, und wenn ich auch tausendmal aufhöre, darauf zu bestehen, daß das zugegeben wird, wenn man einfach nur damit aufhört, so hören sie nicht auf. Und nützen das vermeintliche Kampfende, um kampflos die Felder zu besetzen. Sodaß wir, wenn wir vom Leben "woanders" zurückkommen, in eine Wohnlandschaft kommen, die vollkommen umgebaut sein wird. Wir haben ihnen die Haustürschlüssel überlassen, weil wir meinten, es sei doch alles klar, udn sie haben auch genickt.

Oder? Haben sie genickt? Haben sie je genickt? Oder haben wir das einfach nur antizipiert? Und müssen uns jetzt mit einer Sache auseinandersetzen und uns gegen Kräfte wehren, mit denen wir wirlich nicht gerechnet haben - mit Kräften, die vernichten, nicht siegen wollen.

Freitag, 1. April 2022

Die nicht wissen, daß sie verloren haben (1)

Eigentlich hat man es satt. Man hat das Thema satt, man hat den Streit satt. Und es ist ein Sattsein der Rechtschaffenheit, weil alles getan, alles gesagt, alles gemacht ist. Der Sieg ist errungen, und das Ganze gerettet, denn der Gegner hatte nicht nur ein Einsehen in die wahren Kräfteverhältnisse, sondern er hat anerkannt, daß er im Spielfeld bleibt. Der wahre Sieg der Demokratie ist ja genau erst dann errungen, wenn letztlich alle EINE EINHEIT sind, die sie nie verlassen, das ist ja das Tragfähige daran. (Siehe Anmerkung*)

NICHT um die Vereinung von Unvereinbarem also geht es, NICHT um die sogenannten TOLERANZ, sondern um die Einung auf EINEM Wort. Diese Hoffnung auf das Wesen der Vernunft - Einigkeitsschaffung - hatte ja dereinst die Aufklärung beflügelt, darum ging es allen in Wahrheit, die sie da aus dem Mittelalter herauskamen, und niemals damit gerechnet hatten, daß es Zeiten geben könnte, in denen NICHT mehr von alle dem ausgegangen wurde, von dem sie noch ausgegangen SIND. Weil es selbstverständlich war. Daß Zeiten kommen würden, iin denen der Gegner vernichtet werden mußte, weil er sonst niemals einsehen würde, daß er besiegt war. 

Freitag, 4. März 2022

Gedankensplitter (1219b)

Die, die nicht glauben, sehen Gott nicht, und ziehen sich alle möglichen Lehren und Methoden rein, mit deren Hilfe sie dann Gott sehen. So, wie es komischerweise ja auch alle "Religionen" tun, die ihre "spirituellen Orden" haben.

Die Sufis zum Beispiel, die sich so lange um die eigene Achse drehen, bis das Leibliche völlig aus den Angeln gehoben ist, und der Leib überwunden, der Geist für Gott befreit ist. Denn für dne Geist, da gibt es kein Drehen, kein oben, kein unten, oder?

Oder die Yogi. Die sind so spirituell, die leben nur von der Sonne. Oder von einer Maus pro Monat, Haut und Ohren abgezogen.

Donnerstag, 3. März 2022

Gedankensplitter (1219a)

Wissenschaftlich, oh ja wie wissenschaftlich die Vertreter des Richtigen, Wahren, guten doch sind. Man erblaßt vor Neid und Scham, sie reden zu hören. Und fast nahtlos fällt dannd er Blick auf die großen Wissenschaftlichkeitsbewegungen der letzten 200 Jahre. Sofort fallen einem da die Nazis ein, die ihre Lehre vom auserwählten Menschen, diese wahrer Nahrung des geilen Übermenschen, die Eugenik, zutiefst auf dem feuchten Boden der Wissenschaft errichtet haben. So sehr, daß - wäre nicht 1933 bis 1945 so manches entglitten - das Bekenntnis zu diesem Nährstoff der Götter bis heute ungebrochen wäre. Naja, muß es sich halt ein wenig nobler zurückhalten, und gut gut tarnen. Dann nennt man sich Planned Parenthood.

Oder Klimawandel, dieses Gold des Guten, diesem Goldstandard, in dem um des Wahren Guten willen (mit der Schönheit will es halt noch nicht so klappen, denn weder ist - aber wirklich wurscht, was man da hernimmt - was immer mit Weltrettung motiviert ist auchnur halbwegs ansehnlich, sondern immer potthäßlich (aber nützlich!), aber dafür ist alles sowas von wissenschaftlich.

Dienstag, 25. Januar 2022

Welche Stunde es geschlagen hat

Geht es ihnen auch so, werte Leser? Daß Ihnen die Leute "wegbrechen", mit denen Sie zwar immer ziemlich unterschiedliche Auffassungen vereinten, weil sie meinten, man könne ja nachsichtig sein, könne ja trotz der so unterschiedlichen Auffassungen in einen Topf spucken. Und sei es, weil gewisse Teilstrecken auch für sie gemeinsam begehbar schienen, weil einem ihrer Ziele zuarbeiteten. Und es nie zu dem Punkt kam, wo es tatsächlcih auf etwas angekommen ist.

Aber plötzlich brechen die weg. Plötzlich blicken sie sich wieder einmal um, und mit einem mal steht der andere auf jener Seite, die der ihren exakt gegenüber liegt, ja, die daran arbeitet, sie auszuhebeln und ins Nichts des Unvereinbaren, ganz sicher Inakzeptablen zu stürzen. Wie wir es jetzt in der Impfpflicht erleben. Wie wir es jetzt im "großen Reset" erleben, wie manche es bezeichnen, und wie die UNO es in ihrer Agenda 21 UND in ihrer Folge-Agenda 30 bezeichnet, zu denen uns unsere Politiker verpflichten und verpflichtet haben. (Man fühlt sich mit einem mal auch so ausgeliefert, verkauft, verraten.) 

Plötzlich (und ich kenne so einen Fall, deshalb greife ich das Thema ja auf, denn es scheint durchaus tauglich das zu beschreiben, was in den letzten beiden Jahren mit praktisch sämtlichen Grünen und Linken passiert ist) ergibt sich sogar ein ganz erstaunlicher Moment. Wo dieser eine und jene jenen, die noch vor drei Jahren vor dem "großen Reste" warnten, die panisch von Surveillance und Kontrolle warnten, und sogar noch strenger als Sie selbst, ja fast hysterisch sogar, hinter jeder Ecke eine "1984" zu warten schien, in seiner Übertriebenheit gar nicht übertrieben war. Sondern seine Paranoia realitätsgerechte Reaktion war. 

Mittwoch, 19. Januar 2022

Schwätzchen am Mittwoch (3)

Verschwörungstheorie Vernunft - Wird von Vernunft geprochen, so wird gemeiniglich und beileibe nicht erst seit der Aufklärung des 18. Jhd., (die Stränge dieses Denkens und Meinens verlieren sich vielmehr in der Frühzeit der Menschheit, als die Erinnerung an die Ganzheit sich durch Hinterfragen aufzudröseln begann, denn das Hinterfragen treibt das Auflösen voran, und ist nicht mehr rückgängig zu machen: Die Ganzheit in dieser Welt wieder herstellen zu wollen ist unmöglich) von einer bestimmten Art der Rationalität gesprochen. Die davon ausgeht, daß es möglich ist zu "denken", ohne daß ein persönliches Interesse damit verbunden sei.

***

Welche  Erkenntnis, die von Kant über Hegel bis zu Dilthey ihre fundierenden Theoriespuren zieht, im seinem einen Extrem zur Ablehnung jeder absoluten Wahrheitsmöglichkeit führte - weil alles "subjektiv" und damit gleichermaßen "unwahr" sei, also ein Ding niemals durch den Menschen objektiv beschreib- und erfaßbar sei. Warum? Weil es kein Ding "an sich" real gibt, wie Kant es als mathematisches Ideal der Wissenschaft proklamierte. 

Weil es Dinge nur gibt, wenn und insoweit sie in einer Beziehung stehen, also von einem unendlichen Netz von Bezüglichkeiten umwoben sind. Und die Quantenphysik bestätigt das: Definierbar, meßbar, bestimmbar sind atomare Vorgänge erst, wenn man sie in eine Beziehung gestellt hat bzw. so behandelt. Beziehung, die außerhalb ihrer selbst liegt, die das gesamte atomare Geschehen also in umgreifende Bedingungen stellt.

Der Physiker und Mathematiker Wolfgang Smith hat es so formuliert: Die mathematisierte Welt der Physik gibt es gar nicht.

Dienstag, 6. April 2021

Gedankensplitter (1076)

Das größte Übel am Liberalismus ist, daß er nicht nur Lügen verbreitet, sondern in sich eine Lüge IST. Denn sein Ziel ist kein positives Programm zu verwirklichen, sondern es ist antinomisch: Es besteht darin, jeden Widerspruch gegen die subjektive Willkür im Keime zu ersticken. Indem dem anderen und allem Begegnenden das Eigensein genommen wird. Das immer Ansprüche hat! 

So sehr, daß man überhaupt nicht von einem Sein der Dinge und damit der Welt sprechen kann, wenn die Dinge (und mit diesem hier stets ontologisch verwendeten Begriff sind auch Menschen gemeint) auch Ansprüche haben, die nicht verhandelbar sind! Die sich aus der Bedingung des Seienden überhaupt ergeben - an einem Ort zu stehen, das heißt ein Knotenpunkt von Beziehungen zu sein.

Liberalismus ist die Lüge der Tugendlosen, der Bequemen, der Menschen mit Acedia (als der seelischen Trägheit selbst), oder auch nur der schlichtweg Faulen, die allesamt mehr oder weniger versteckte Egoismen sind (den offen darzustellen doch noch geächtet ist).

Die Behauptung, daß nichts in der Welt durch scharfe Kontur seinen Ort in der Gesamtordnung HAT, daß überhaupt alles Humane disponibel ist, setzt das eigene Beharren auf grenzenlose und rücksichtslose Bedürfniserfüllung zur generellen Eigenschaft des Menschen. Und wer das nicht zugibt, ist einfach ein Lügner. Oder jemand, der sich halt nicht so gut kennt (wie man selber). 

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Der VdZ hat nicht wenige Menschen kennengelernt, die sich heute als Liberale bezeichnen. (So, wie sich heute ohnehin alle als Liberale entweder bezeichnen, oder faktisch Liberale sind. So sehr, daß es gar keine anderen Geisteshaltungen mehr gibt bzw. diese zahlenmäßig zu einem Bevölkerungsanteil geschmolzen sind, der in Bruchteilen von Prozenten zu messen ist.) 

Am vielsagendsten über die Natur des Liberalismus sind dabei jene, die aus Arbeiterfamilien stammen, und ihre gesamte Kindheit und Jugend im sozialdemokratischen Milieu verbrachten, wie es noch von ihren Eltern selbstbewußt vertreten worden ist. Deren Kinder sich sogar selber noch zu Beginn ihres Studiums als Links oder Sozialistisch bezeichnet haben. Die aber dann, eiderdautz, sobald sie "sozial aufgestiegen sind", ihre Bildungszertifikate in der Hand halten und ihrem "durch Leistung errungenen Recht" gemäße "Führungspositionen" erhalten haben, "toleranter" geworden sind. 

Weil sie nun liberaler geworden sind. Und das heißt angeblich weniger "eng", und was es noch an Unsinnsprädikaten für diese Aufweichungsgebote gibt, die im Liberalismus immanent sind, und die allem Widerständigen - und das ist nunmehr alles, das sich selbst noch als Identität sogar explizit behauptet - entgegengebracht werden, und diesen Anspruch mit der Behauptung höchster Moral umkleiden.

Und in einer Kultur der Auflösung, der Nichtung, ist tatsächlich das Gebot zur Auflösung, also der Liberalismus, höchstes Moralgebot. Weil Moral auf Erhaltung ausgerichtet ist, also auf Identität, die wirklich solche ist. Die somit als Identität fundamental jedem Liberalismus entgegensteht, und diesem niemals beitreten, diesen als gleichberechtigem Anspruch aber niemals neben sich dulden kann ohne ihn als das zu begreifen, was er ist: Feind, ja Todfeind.

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Wenn wir von Studium sprechen, dann meinen wir das von eben dieser Sozialdemokratie verschleuderten, zur Volksverwirrung der Allgemeinheit "zugängig gemachten" Universitäts-Schullehrgänge, die lediglich den Zweck hatten und haben, sozialen Aufstieg zu ermöglichen. 

Nicht durch Bildung, sondern durch die Ansprüche, die sich aus Zertifikaten ergeben. Die gegen jede echte, innere, wirkliche Bildung auch jenen den Stand der Gebildeten zusprechen, und diesen sogar gesetzlich absichern. Und damit gegen jede (auch von ihnen selbst so gefühlt; machen wir uns nichts vor) Wahrnehmung der Umwelt eine Behauptung, Rang, Geltung und Autoritätsanspruch einer gewissen (vorgetäuschten) Gestalt durchsetzen können.

Aber wir müssen das noch schärfer weil umfassender, ganzheitlicher sehen. Mit der Massenuniversität wurde kein Aufstieg der früher "unteren" Schichten der Bevölkerung erreicht. Der war auch gar nie intendiert. Sondern es wurde der dieser Klasse übergeordnete Stand zerstört. Zerstörung, nicht Auferbauung war das Ziel des "allgemeinen, hürdenlosen Zugangs zu Universitätsstudien." 

Die man als "Chancengleichheit" bei der Verwirklichung von "Talenten" verkauft hat. Alleine in diesen Begriffen findet sich aber ein wahres Feuerwerk an Begriffsverwirrtheit und Lüge.

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Kaum eine soziale Gruppe aber, die die neu gewonnene Klasse der Aufgestiegenen mehr gegen alle Gefahren absichert, ja: offensiv absichert, das heißt: präventiv. Kaum eine soziale Gruppe, die mehr darauf bedacht ist, sich sofort gegen alle "unteren" abzusichern, und kaum eine soziale Gruppe, die eifriger am Bann arbeitet, überhaupt noch zu erkennen: Am Großziehen des Hochmuts und der Arroganz.

Vorwiegend jene sind und werden deshalb "liberal", die etwas zu verlieren haben, von dem sie selber wissen, daß es ihnen entweder überhaupt nicht zusteht, oder das sie sich mit Gewalt und unter vielerlei Opfer der Umwelt widerrechtlich angeeignet haben. 

Genau dort kippt dann der Liberalismus auch zur rücksichtslosen Gewaltanwendung. Genau dort wird der Liberale zum Vertreter strikter staatlicher Gewalt gegen alle jene, die die Gefährdung ihres Anspruchs gefährden. 

Am erheiterndsten fand der VdZ dabei einen Spruch, der vor ein paar Jahren aufkam. Mit "Keine Toleranz den Intoleranten" wurde vorbeugend dieser Forderung nach Gewalt, die im Widerspruch zum ursprünglichen Anspruch steht und genau die hier beschriebenen Motivzusammenhänge zeigt, in eine vernebelte, irrationale Hausverstandskategorie zu heben versucht. Welcher Zug dann sämtliche Liberalen aufgesammelt hat, die ein wenig ratlos angesichts der einbrechenden Realitäten herumgestanden sind. 

Realitäten, die im übrigen - auch - die Frucht ihres eigenen Verhaltens sind bzw. waren: Die Rede ist hier von der 2015 allzu offensichtlich überbordenden Migration. Der Spruch ist deshalb nicht zufällig auch ... 2015 im öffentlichen Diskurs aufgetaucht. Und wurde sofort heftig akklamiert, und von erlöstem Aufatmen nach oben geblasen.


*250321*

Dienstag, 30. April 2019

Herzlich gelacht

Gerhard Polt mit der Sequenz "Toleranz". Ja, so ist das mit dem Kabarett. Das sagt einem schon, was wahr ist, man aber nicht hören will. Weil so eine Toleranz möchte halt jeder gern haben. Aber hat sie einer? Ich frag Sie: Hat sie auch nur einer? Wenn das Bayern-Spiel läuft und jedesmal, wenn der Stürmer im Strafraum drin ist, kommt der Moik ins Bild? Was hat der im Strafraum zu suchen? Soll der in Peking singen. Da bin ich tolerant.

Ich mein' - man kann doch nicht immer über Toleranz reden. Haben muß man sie, haben! Und wenn es noch so wurmt. Das ist ernst. Sein Sie einmal tolerant, bei solchen Nachbarn wie den Böhm. Kommt meine Frau dazu, ich soll tolerant sein. Da hau' ich ihr eine rein, daß sie einen Purzelbaum schlagt. Schreit sie als wie. Siehst Du, sag ich, wo ist sie jetzt, Deine Toleranz? Sagt sie: Na, da sag ich schön danke. Sag ich: Spatzl, dafür daß ich Dir so selten eine überzieh, brauchst du mir doch nicht dankbar sein. Bedank Dich bei meiner Toleranz!







*120219*

Donnerstag, 12. Januar 2017

Ganz andere Erkenntnisse der Kulturmischungs-Soziologie (2)

Teil 2) Aber hier wird es natürlich erst interessant. Und - amüsant.
Denn die Sache mit der Toleranz ist ganz anders als uns erzählt wird




Zum Abschluß aber noch ein paar Details, die man durchaus als amüsant bezeichnen könnte, und die sich über die gesamte USA legen ließen: Die Untersuchungen über Vorurteile erbrachten (abgesehen davon, daß sie sehr von den konkreten lokalen Bedingungen abhängen), daß jene am "wenigsten" Vorurteile hatten, die die höchsten Einkommen und die höchste Wanderungsfluktuation AUS gemischten Vierteln aufwiesen. Sie konnten am leichtesten wegziehen. 

Die "höchste" Vorurteilsrate fand sich bei jenen, die in gemischten Vierteln wohnen blieben weil oft genug weniger Einkommen hatten, sodaß sie nicht wegziehen konnten und dort wohnen bleiben "mußten". Auch wurde nicht festgestellt, daß sich die Einstellungen verändern würden, wenn Weiße und Schwarze in gemischen Vierteln lebten, im Gegenteil, die Vorurteilsmerkmale stiegen. 

Nur eine kleine Gruppe ist davon unterschieden, und zwar jene von Weißen, die ein Haus in gemischten oder schwarzen Vierteln kauften. Und das ist ja wohl kaum verwunderlich, sonst hätten sie ja dort kein Haus gekauft. Deshalb ist auch interessant, daß die ursprünglichsten Referenzstudien, auf die sich die Thesenvertreter beziehen die behaupten, daß ethnisch-kulturell gemischte Bevölkerungen die höchsten Toleranz- und geringsten Vorurteilwerte hätten ... aus Untersuchungen in Siedlungen stammen, die von Anfang an als gemischte Viertel geplant und gebaut und verkauft worden waren. Die Ergebnisse schauen ganz anders aus, wenn Schwarze in ehedem rein weiße Siedlungen ziehen.

Die wenigsten Vorurteile gegen Schwarze aber hatten jene Weißen, die in ethnisch geschlossenen Vierteln lebten. 

Hier liegen also die Zusammenhänge fast entgegengesetzt, zumindest völlig anders zu dem, was heutige "soziologische Untersuchungen" und manche Politiker behaupten. Denn mit einem Wort: Tolerant sind die, die es sich leisten können, die ihre Lebensumfelder oft wechseln oder das leicht können, sodaß sie gar nie tolerant sein müssen.

Die Umwandlung von ehedem weißen Viertel in schwarze das heißt die Transformation der Bevölkerung, hängt aber nicht von Vorurteilen oder Rassismus ab, das ist ebenfalls eindeutig, sondern nur davon, ob und wie Schwarze mit Wohnmöglichkeiten in Gebieten versorgt werden, die nichts gegen gemischte Bevölkerungen zu haben scheinen. Es gibt viele gemischte Stadtviertel in den USA, gewiß, aber die meisten davon haben einen niedrigeren Anteil an Schwarzen als 10 %. So gut wie immer aber wandeln sich gemischte Viertel mit der Zeit in einheitlich schwarze um. Wo immer (!) gezielt Schwarze zugewandert sind oder durch Regierungsprogramme angesiedelt wurden konnte festgestellt werden, daß sich diese Stadtteile mit der Zeit zur Gänze in Schwarzenviertel verwandelten. Und dieser Prozeß ist irreversibel: Schwarze Viertel werden nie mehr weiß.

Man sieht außerdem, wie mit simpler Änderung der Interpretationsabsicht aus ein- und denselben Daten völlig andere "Erkenntnisse" gewonnen werden können. Und plötzlich wird aus "Tatsachen" ein Lügengebäude.




(Fakten aus: Yona Ginsberg, "Jews in a changing Neighborhood"; New York, 1975)






*131216*

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Inklusivismus als Form des Hochmuts

Vieles, ja das Häufigste, was einem heute als "Toleranz" begegnet, subsummiert der Indologe Paul Hacker* unter "Inklusivismus". Und darin gleicht es dem Hinduismus, denn Hacker zeigt, daß es eine typische indische Denkform ist. Gekennzeichnet durch charakterliche Disposition.

Keineswegs ist der Hinduismus eine Religion der Toleranz, wie eine eigentlich künstliche Form davon, die im Grunde aus Indern resultiert, die im 20. Jhd. im Westen westliche Philosophie studiert haben, und im Westen kursiert, verkünden will.²

Von da her ist das, was wir mit Hinduismus verbinden, ein Versuch, mit westlichen Begriffen dieses unglaublich uneinheitliche, in unzählige, aber- und abertausende Richtungen aufgesplitterte Volks-Religions-Phänomen in eine Einheit und vor allem in eine dem Westen gegenüber rechtfertigende Begrifflichkeit zu bringen. Weshalb eine eigene "propagandistische" Form eines  Hinduismus entstand, in welcher Einheit der Lehre er vor Jahrzehnten im Westen auftauchte, den es so gar nie gab oder gibt. Es waren Versuche, mit der Einheitlichkeit etwas des Katholizismus mithalten zu können, die ein Religionssystem künstlich zu schaffen versuchten. Auch alte Schriften wurden so umgefälscht, "geradegebogen", wie Hacker beeindruckend zu zeigen vermag.

Eine Einheit wird so vorgetäuscht, die der Hinduismus in Indien gar nie hatte. Denn "der Hinduismus" ist praktisch überall in diesem Land als abgrenzende, antinomische und überall verschiedene "Lehre" (mit entsprechender Vielfalt des Kults) entstanden, weil er von allen Seiten mit Weltreligionen, vor allem dem Islam und dem Buddhismus, bedrängt wurde. Kein originaler Inder würde sich jemals als "Hindu" bezeichnen, eine solche Begrifflichkeit existiert gar nicht.** Das, was im Westen als Hinduismus auftaucht, ist den Indern selbst unbekannt. Es ist ein bereits in westliches Denken umgeformte und radikal veränderte weil westlichem Rationalismus angeglichene Naturreligion.

Und der Hinduismus Indiens ist alles - aber nicht tolerant. Vielmehr analysiert Hacker die indische "Toleranz" präzise im Sinn dessen, was der VdZ in anderem Zusammenhang hier bereits ausgebreitet hat: Der indische Inklusivismus ist in Wahrheit jener Hochmut, der die Ansichten und Begriffe des anderen als "in den seinen längst enthalten" klassifiziert. Nur so weit ist er "tolerant". Bei logischer Analyse ist das aber nicht der Fall.

Es ist das Verhalten der Schwachen, so Hacker, so der VdZ, die dem Begegnenden in Wahrheit nicht gewachsen sind, aber die sittliche Kraft nicht aufbringen, sich unterzuordnen. Sondern stattdessen den anderen auf ihre Begriffe und Begrifflichkeiten herunterbrechen, sodaß er ihnen quasi dann unterlegen ist. Weil SIE das, was der andere sagt, ja auch längst in ihrem Denken enthalten. 

Wir haben an dieser Stelle bereits eingehend darüber gehandelt. Verwenden wir also auch künftig den Begriff des Inklusivismus. Denn Hacker, der eine so klare Sprache pflegt, der so ungemein kenntnisreich und umfassend gebildet ist, daß selbst der gewesenen Papst Benedict XVI. ihn immer wieder als Vorbild anführt, wird uns noch sehr anregend beschäftigen.

Behalten wir vorerst diese Übereinstimmung - als Inklusivismus, deckungsgleich mit Formen des Narzißmus, wie wir sie an dieser Stelle bereits analysierend und in anderem Zusammenhang darzustellen versuchten.





²Und alle die, die heute daherkommen und erzählen, daß was man sage, doch dasselbe sei, was auch sie meinten (nur könne es der andere nicht erkennen, sie seien ihm also überlegen), gehören ins selbe Fach. In dieselbe verachtenswerte Geistes- und Charaktergeschichte. Nüchtern formuliert ist es nämlich eine primitive Strategie der Geistes- und Sittenschwachen, die so ihre embryonale Haltung zu bewahren trachten, unter Wahrung ihres eingebildeten sozialen Status.

*Paul Hacker (1913-1979) war nicht nur einer der angesehensten Indologen des 20. Jhds., sondern vielleicht aller Zeiten. So angesehen, daß viele selbst maßgebliche Inder zu ihm kamen, damit er sie in Sanskrit unterrichte. Zugleich war er aus dem originalen Schriftenstudium heraus ein außerordentlich exakter Kenner des Hinduismus. Er ist übrigens aus der ernüchternden Beschäftigung mit dem Hinduismus heraus, in dem er nur menschlicher Unzulänglichkeit begegnet ist, aber keiner plausiblen Heilslehre, in seinen späteren Jahren zum Katholizismus konvertiert.

**Das hat der VdZ auch persönlich erlebt, als er vor etlichen Jahren mit einem Hindu in nähere Gespräche kam, der ihm frei heraus erklärte, daß es so etwas wie Hinduismus gar nicht gäbe. Ein solcher wäre schlicht und ergreifend "Religiosität", ohne System, ohne Einheitlichkeit, nur NICHT islamisch oder buddhistisch oder christlich.



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