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Freitag, 5. Dezember 2008

Dann packe zu!

Jack Malloy in "Verdammt in alle Ewigkeit" kurz vor seinem Ausbruch, den er Prew zu dessen Überraschung verriet - er hielt seinen Zellenkumpan bis dahin für absolut abgeklärt und ausgewogen, aber der winkte ab, er stehe auf tönernen Füßen: "(Im Gegensatz zu Dir) ... habe ich die Armee nie geliebt. Ja, ich habe überhaupt nie etwas genug geliebt, und deshalb gehöre ich nirgendwo dazu. Die Dinge, die ich geliebt habe, waren alle zu trügerisch, zu irreal. Ich leide an der gleichen Krankheit, die ich zu diagnostizieren versuche und die die Welt zerstört.

Das ist's, was mich mein ganzes Leben lang verfolgt hat, (...) Immer ist es hinter mir her gewesen und hat mich zu Fall gebracht, dieses Ding, das ich gesucht hab und niemals finden werde. Welcher Platz im Himmel auch immer auf mich wartet, ich gäbe ihn dafür, wenn ich etwas so lieben könnte, wie du die Armee liebst. Verlaß sie nicht, (...) Niemals.

Wenn ein Mann einmal das gefunden hat, was er wirklich liebt, dann muß er es festhalten, ganz gleichgültig, ob seine Liebe erwidert wird oder nicht. Und (...) wenn es ihn schließlich tötet, sollte er dankbar dafür sein, daß er überhaupt die Möglichkeit hatte, so zu lieben. Darin liegt nämlich das ganze Geheimnis.
"

Dazu vielleicht nur zwei Bemerkungen, Hinweise - auf diese Angst vor dem Schmerz, dem Tod, dem man sogar sein Glück opfert, einerseits, und: die (eben: Nicht-)Erziehung zur Trägheit der Versorgtheit, ja: des Förderwesens, das zutiefst einer Haltung der Lieblosigkeit erwächst, die das Kind schon genau das, was es liebt, vielleicht sogar noch erkennen läßt, aber den entscheidenden Ernst, es festzuhalten, nie ertüchtigt, sodaß der Mensch, erwachsen, korrumpiert, dem davonwehenden Glück schlichtweg ... traurig nachblickt.

Es ist eben nicht (zumindest nicht: zuerst) die Versorgtheit, die Versicherung gegen die Lebensunbill, die Lebensgeglücktheit grundlegt.

Es ist der Wille, zuzupacken - vor dem Hintergrund der fehlenden Furcht vor Schmerz und Tod.




*051208*

Sonntag, 16. November 2008

Irrglaube an die Machbarkeit des Glücks

Prew in "Verdammt in alle Ewigkeit" von James Jones: "... erinnerte er sich, was Onkel Turner, der nie verheiratet gewesen war, einmal zu ihm gesagt hatte. Weiber lenken die Welt, mein Junge. Gott hat ihnen alle Trümpfe zwischen die Beine gesteckt, sagte er. Die sind nicht aufs Glück angewiesen wie wir Männer, und wir geben's besser gleich zu."

Und wie paßt der Satz auf die Wirklichkeit? Öffnet sich dabei manche Türe? "Diese verdammte Frauengleichberechtigungsscheiße kommt nur davon, daß die allen Ernstes glauben, daß Glück und Erfolg in der Welt machbar sind. Sonst würden sie nicht glauben, daß es die Männer sind und waren, die es sich vorbe- und ihnen vorenthalten hätten! Und die Männer lehnen sich zurück und schauen zu und grinsen, den Zahnstocher im Mundwinkel, weil es denen auch nicht gelingt: dabei wären die nie auf Glück angewiesen gewesen! Die hätten es sich richten können, denn sie haben einen Weg, der steuerbar ist: uns."




*161108*