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Mittwoch, 11. September 2024

Beobachtungen zu fettem Haar und Schlabberpulli

Videos wie das unten eingefügte zu sehen erfordert bei mir einen guten Magen. Und diese amerikanische Art, an die Dinge heranzugehen, ist einfach widerlich. Und außerdem falsch. Dabei versteht sich Patrick Coffin so erzkatholisch. Aber gerade diese Zunft versteht oft so überhaupt nicht, daß man der Welt und Gott einen wahren Bärendienst erweist, den Katholizismus zu ideologisieren.

Und wenn es eines gibt, was Amerika ist und getan hat und "kann", dann ist es das: Das Gute zu ideologisieren. Und das heißt: Das Geistige materiell zu verstehen und für "machbar" zu halten. 

Worin wir es mit einem der am meisten verkannten, ja unerkannten, dabei vielleicht wirklich - wie Rosmini meint - bedeutendsten Irrtum der Kultur des Abendlandes, ja der Menschheit überhaupt zu tun haben, der sich in unserem Kulturraum spätestens im 19. Jahrhundert so schrecklich beherrschend erhoben hat. Vermutlich ist der gesamte faktische Zusammenbruch dieser Kultur alleine darauf zurückzuführen, daß dieser Irrtum allgemein wurde, also auf dem Rücken der Massenmedien die Studierstuben verließ und "populär" wurde.

Das einzige, warum es diese halbe Stunde dennoch lohnt zu investieren ist, weil der allem Amerikanischen zugrundeliegende Liberalismus (der in Wahrheit ein revolutionärer Impuls ist) in einem Punkt fast immer interessant ist: Er schildert das, woran gelitten wird, oft sehr genau.

In dem Fall schildert ein Ehepaar nicht nur einige der häufigsten Fallen einer Eheschließung, sondern bemerkt sehr richtig, daß die feministischesten Frauen stets dann, wenn sie versuchen, einen Mann für sich zu gewinnen, sehr genau wissen, wie sich das Spiel Mann - Frau IN WAHRHEIT abspielt, was dessen wirkliche Natur ist. 

Da ist es plötzlich keine Frage, daß die Frau sich dem Mann fügt, daß der Mann die Führung übernimmt, galant und charmant ist, während die Frau sich unterwirft und von ihm die Lebensgestaltung erwartet. (Und tut sie es nicht, röhrt sie ins Hirschengebläse, hält nicht einmal die Datingphase längere Zeit, ohne daß beide wissen, wie ihnen geschieht.)
Es ist "cruel", es ist förmlich grausam, daß die Frauen dann in dem  Moment, wo sie den Mann "gefangen", gebunden wissen, schlagartig den Ton ändern, und mit ihren Forderungen herausrücken, was sie zukünftig an Verhalten erwarten, und was ihre wahren Ansprüche sind. Und urplötzlich so ganz anders sind, als sie sich bislang präsentiert haben.

Samstag, 17. August 2024

Erschreckende Medien

Nein, wir sinken nicht bewundernd in die Knie. Das, was dieses Video zeigt, ist keineswegs die große technische Innovation, auf die alle gewartet haben, und ihr Nutzen offensichtlich beschränkt. Freuen werden sich nur diejenigen mit unredlichen Absichten. Ihnen öffnet die KI (Künstliche Intelligenz) Tür und Tor. 

Die Konsequenzen sind atemberaubend, und deshalb wird es lange dauern, bis sie allgemein bewußt geworden sind, und zu weiten Kreisen werden sie überhaupt nie durchdringen. Aber hat man vor zwei, drei Jahren nooch geschätzt, daß 50 % der Beiträge auf den social media von (Vor-)Formen der KI generiert sind, so wurde von Fachleuten vorhergesehen, daß in absehbarer Zeit diese Marke bei 90 % liegen wird. 

Was heißt das für alle Teilnehmer an den social media? Werter Leser, atmen Sie ruhig durch, und lassen Sie den Gedanken sacken. Denn es heißt, daß wir den social media ÜBERHAUPT NICHT MEHR trauen können. Selbst der Photographie (der GRundlage des Films) kann man nicht mehr trauen, denn diese ist immer ein Bezug zu einem Realen - in der KI wird ihr aber genau das genommen. 

Wurde das Internet - ich erinnere mich noch gut an die Anfänge, mein erstes Internet im Jahre 2.000, und die Begeisterung, die es überall auslöste - als INFORMATIONSQUELLE hochgejubelt, so ist genau das der Grund, warum wir es VERGESSEN sollten. Es mag ein Spielzeug bleiben, aber als Informationsquelle ist es absolut unbrauchbar.
Das Internet und die social media mögen alles Mögliche sein, aber eines sind sie ganz sicher nicht: Sie sind nicht der neue Schritt der Menschheit zu einer vorgeblichen "Wissensgesellschaft". Vielmehr sind sie schon heute und weit konsequenter, als wir das gewahr werden wollen, Mittel der Täuschung, der Lüge und des Nicht-Wissens, damit der Verdummung und vor allem der Verwirrung.

Samstag, 30. März 2024

Über die Naturerfahrung des Menschseins


(Aus einer Korrespondenz diin disen Tagen), in manchjem auch eine Entschuildigung an den Leser für so manche Zumutung rein textlich-materialer Natur)

[...] Es wird immer eindeutiger . ISIS -K ist eine direkte Schöpfung der USA, und mehrere seiner Chefs waren z. B. Vizepräsidenten für das US-Puppenregieme in Afghanistan usw. Mittlerweile haben sich sogar die Taliban in Kabul ganz explizit gegen diesen Terroranschlag gewandt, und selbst gesagt, daß sie seit vielen Jahren gegen ISIS-K kämpfen. Außerdem ist nun klar, daß die Attentäter versucht haben, in die Ukr zu fliehen, und die entsprechenden Kontakte hatten, daß die Grenze für sie aufgeht.

Ich frage mich aber jetzt mehr denn je, ob es noch Sinn hat, wenn Ru so tut, als wäre die USA NICHT ihr direkter Feind, als hätten sich die USA NICHT wie in einem Krieg verhalten. Wpo es doch so war, und jeder, der nicht ganz ang'rennt ist, das auch weiß.

Wenn DAS die Frucht der Diskretion ist, dann kann man doch auch darafu verzichten, was soll das noch bringen=? Dann kann Moskau gleich die Handschuhe ausziehen und in den Ring werfen.

Freitag, 11. November 2022

Lust am Leben des Lebens

Was aber, schreibt Leser G, unterscheidet die hier ausgerufene "Lust am Leben" vom Hedonismus dieser Zeit? Die Frage ist berechtigt, guter G, wir werden deshalb weiter präszisieren, was mit diesem Aufruf, das Leben zurückzuholen, näherhin gemeint ist. 

Natürlich keineswegs als Aufruf zum Hedonismus. Der Hedonismus unterscheidet sich von dem hier Gemeinten dadurch, daß er alles Glück des Lebens, ja das Leben selbst INNERHALB und NUR VON der Schöpfung und den Dingen verlangt. Aber darin bleibt er auch unerfüllt und führt deshalb aus sich heraus zu einem Drang nach Steigerung, nach einem "immer mehr". Das zeigt, daß es der rein irdisch gedachten Lebenslust an einem entscheidenden Punkt fehlt.
Wenn ich schreibe, daß wir uns das Leben zurückholen müssen, so meine ich das im Sinne des Künstlers, der sein Material holt, in Besitz nimmt, liebt und den Besitz vor dem Besitzer von allem - Gott - verantwortet.
Dadurch erkennt (und umso mehr also liebt), und es schließlich OHNE ES ZU ZERSTÖREN, sondern durch hereinholende Überhöhung in ein dem Materialen DADURCH mögliches, aber durch das Mächtigere (=Geistige) implementierte, über es verhängte Gestalthafte formt.  
Ja, richtig, Gestalt ist immer eine Form von Gewalt, von Staat, von Ordnungsgesetz, eins in allem also. Das Heilige ist so besehen das Gewaltsamste, das denkbar ist!
Das wie jede Gestalt nur aus EINER Gestalt stammt. Jener Gestalt, in der alle Gestalten enthalten sind, somit in der Linie Mensch - Gottmensch, Schlußstein wie Fundament der Schöpfung. IHS.

Freitag, 14. Oktober 2022

Es bleibt nur, was im Kult ist (2)

Maria lactans. Die Gestalt der weltgebrdenden und welternährenden Frau. Ohne Eros der Frau keine Welt. - Das ist der Grund, warum es in der Malerei gar nicht wenige Darstellungen der Gottesmutter gibt, die - das Jesuskind auf ihrem Arm - ihre blanke Brust darbietet, aus der ein Strahl ihrer Milch dringt, den der Mund des Heiligen auffängt. Was der Heilige Bernhard von Clairveaux in einem Gesicht sah und als seinem geistigen Erleben zugrundegelegt begriff, ist auch die Wahrheit hinter jedem künstlerischen Schaffen. Als dem Dasein eines Standes, der dem Nützlichkeitsgeflecht der übrigen Stände entzogen ist. - und entzogen sein muß. Denn das ist seine Aufgabe. In den Künstlern, den Priestern, den Denkern, alle wiederum Teil des Hauses des Königs.

Denn dahinter zeigt sich die tiefe Wahrheit, daß dieses Fleischliche, das die Schöpfung ist - in seiner Erstursächlichkeit im Sohn Gottes, den sie empfing, gebar und großzog - aus der nährenden Milch der Verköperung der Reinheit des Menschen (als Schlüssel der Schöpfung, s. o.) selbst Fleisch annimmt! Getrieben von ihrer "inneren Forma", die in der von der Milch der himlischen Mutter alle Nahrung erhaltende Gestalt des menschlichen (vollkommenen) Werkes. 

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Es bleibt nur, was im Kult ist (1)

Maria Lactans
                                Maria lactans                                   
So also die Schöpfung, die vom Sohne Gottes ausging - dem Gott-Menschen Jesus Christus - auf Sichtbarkeit angelegt ist, sich durch wechselseitige Begegnung im MIteinander eines einzigen Werkes in der Existenz hält und damit VOR GOTT - ALS SCHÖPFUNG - hält, so ist auch alles, was der Mensch zu tun hat, auf Verfleischlichugn, auf Innkarnation, auf Leiblichkeit ausgerichtet. 

Nicht nur in der umgebenden Welt, sondern auch in seiner Leiblichkeit wird vor Gott deshalb nur relevant, was sich auch im Leiblichen ausdrückt. Denn Sinn (logos, das "auf - zu") ist die einzige Grammatik der Welt. Welt aber ist Gestalt. Fleisch. Inkarnation. Und in ihrem Zentrum steht - der Mensch, dieses Wesen, das vom Stabu genommen in den Himmel reichen sollte, diese wahre Schlüsselfigur der Schöpfung.

Donnerstag, 25. August 2022

Im Sohn der Vater, im Werk der Künstler

Die Analogie des Schöpferischen Werkes und des Weges zur Heiligkeit. Wo in der Hingabe ans Schöpferische, das zu einer Lebensweise wird, die eigentliche Substanz ins Werk wandert. So, wie der Sohn gezeugt wird, entsteht also das Werk als verlängertes, ja im Mitleiden eigentlicheres Ich, der zum bloßen Durchgangspunkt wird, während sein eigentliches Leben im Werk stattfindet. Dort ist seione perspnliche Ebene der Reinigung und Läuterung und des Gebets.
[Wer saber ist mein Bruder, mein Sohn, meine Mutter? Der mein Wort hört und es befolgt, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter und Sohn.] Nicht das Blut definiert die Zugehörigkeit zum Haus, sondern der Gehorsam, der "Mensch guten Willens".
Die Erfahrung des Schreibens unterscheidet sich nicht mehr von der des geistigen Weges, wie ihn Johannes vom Kreuz beschreibt. Schreiben ist der Akt seiner Heiligung. Nicht anders wie dem Tischler sein Stuhl, gewiß, nur anders weil andere Menschheitsbereiche umfangend. Aber es gibt den Tischler, der ganz im Stuhl aufgeht, und dessen Stuhl dann (indirekt) das Heiligste verkündet.

Es ist dann das Werk, das liebt, es ist das Werk, das handelt, es ist das Werk, das verkülndet. Und der das Werk aufnehmende wird durch das Werk erhoben, in dem sein Schöpfer aufgegangen und damit verborgen ist.

Donnerstag, 30. Juni 2022

Die Herrschaft der Grundlage der Freiheit

Diskussion bei Tichy
Es ist bemerkenswert (und noch tiefer wahr), daß eine Diskussion unter Tichy's Ausblicke, die den Titel "Wie geschwächt ist unsere Demokratie" trägt, nicht nur zwei Schriftsteller unter den vier Diskutanten (incl. Tichy selbst) hat, sondern sich zu größten Teilen über den Schriftsteller selbst handeln. 

Und damit beim Ringen, diesem elendigen liberalen Gefasel doch ein paar substantielle Gedanken abzuschwitzen. Nein, erst damit, dieser Substanz, die aus dem Material und nicht aus der "Überlegenheit" der Handelnden  kommt, Nahrhaftes abzuschwitzen, sind wir schon beim Thema.

Während sich schon dazau viel sagen ließe, weil an der Freiheit des Künstlers die Natürlichkeit und sohin Gerechtigkeit einer Kultur (und Gesellschaft tritt auch als Zustandbeschreibung einer Kultur auf) einzig und direkt ablesbar ist, sollen nur zwei Punkte kurz herausgegriffen werden.

Sonntag, 3. April 2022

Ein Leben voller Wunderbarkeiten

So viel öffnet sich dem sehenden Auge, dem hörenden Herzen, auf daß die Welt in ein ununterschiedenes und ununterscheidbares Ineinander aller Ebenen und Höhen des Seins entspreche. Die Welt wird als das erkannt, was sie ist - eine unausgesetzte Komposition des Ineinander und Miteinander unendlicher Wundergeschehen, deren Zeugen wir täglich werden können. Eine Welt, wie sie in der Kirche Wirklichkeit geworden ist, geschenkt und gespendet, durchtränkt und durchweht vom Geist Gottes.

Immer wieder stehe ich also staunend vor so einfachen Diongen wie dem Matrikelwesen. Jenen Büchern, die die Priester seit vielen Jahrhunderten führen, und die keineswegs der Verwaltugn wegen eingerichtet wurden. Diesen Nutzen haben sie zwar auch, aber er ist nur der Abfall des eigentichen Vorgangs. Und er ist, ind en Getauften auch die Namen jener aufzuzeichenn, die am Jüngsten Tag aus ihren Gräbern hervorgerufen werden. Denn nur der in Gott Getränkte hat auch einen Namen, nur er hat etwas auf alle Zeit Bleibendes.

Sonntag, 27. März 2022

Ein Sinn. Ein Werk. Ein All. Und viele kleine Stücke.

Vielleicht nirgendwo sonst kommt das Wesen der menschlichen Arbeit so zur Deutlichkeit wie im Überarbeiten einer "alten" Arbeit, eines bereits bestehenden, einmal herausgegebenen (also auch verkauften) Werkes. Das man damals natürlich für gut und zumindest als "das Beste" ansah, das unter einer bestimmten Idee herauszuarbeiten war. 

Herauszuarbeiten, weil Arbeit immer heißt, aus einem amorphen "Allesmöglichen" ein konkretes "Dies" zu machen. Das im Falle des Künstlers - oder wie hier: Des mehr als Schreibenden, nämlich des Schriftstellers. - zu einem für sich stehenden, einzelnen Werk wird. Ein Werk, das im Laufe seines Lebens aber immer umfänglicher, immer allumfassender, immer komprimierter und immer endgültiger wird.

Also dessen, der wie der Gewerbetreibende auch die Idee zu seinem Werk herausschält, nicht eine "fremde" Idee (weshalb bis in die Renaissance erstensder Künslter als reiner Handwerker gesehen wurde, und zweitens es nie "dessen" Werk war, sondern das Werk des Auftraggebers. Der in diesen Zeiten, wo die Gesellschaften keine Kunst mehr BRAUCHEN, und also auch nicht mehr in Auftrag geben, der Künstler noch spezifischer und gequälter wurde. Er muß sich nun den Auftrag gewissermaßen SELBST auch noch herausarbeiten. Er muß in sich und aus sich und seinem Leben jene Botschaft finden, zu der er GEWORDEN ist. 

Erstmals entstand dieses Problem eines gewissen Müßiggangs (und da bestehen Zusammenhänge, zweifellos, und das sind Gefahren) mit der Renaissance bzw. als Zerfallsprodukt der zuuvor noch existierenden kulturellen, gesellschaftlichen Geschlossenheit des Mittelalters. Künstler wird nun nur noch der, der sich "sonst umbringt", wie es Fritz Muliar einmal so unvergleichlich ausdrückte. "Ummm...", das zog er so. 

Freitag, 4. März 2022

Zwischen hier und anderswo (1)

Es berührt höchst merkwürdig, dem derzeit unsere Länder überschwemmenden Purifikationswahn zuzuschauen, wie er den ganzen Westen erfaßt zu haben scheint. Was immer mit Rußland zu tun hat wird eliminiert, wenn es sich NICHT in einen totalen Rußlandhaß einfindet. Mittlerweile heizt sogar, wer mit russischem Gas heizt, "mit dem Tod", geht man von manchen Zeitugen aus. (Vorschlag, wie wäre es, mit diesen zu heizen? Steht nicht noch ein Kanonenofen im Gartenhaus?) 

Gottseidank haben wir ja amerikanisches Frackinggas. Tiefgefroren und zu Würferl komprimiert, wird es uns aus diesem unlösbaren moralischen Dilemma befreien. Denn auf die warmen Winter der Klimakatastrophe warten wir ja immer noch vergeblich. Dabei könnten wir sie gut gebrauchen.

Die Meldungen, die auf uns einstürmen, kaum öffnen wir morgends die Augen, sind so zahlreich und überschlagen sich in so wechselseitig vorantreibender Dynamik, daß ich nur willkürlich einiges herausgreifen kann. Aber es "lohnt", die Angel auszuwerfen und einzurollen, weil die Fänge viel erzählen. Ein wenig habe ich den Eindruck, daß sich nun ein Wahn entfesselt, der sich von Corona her noch einmal gesteigert hat, und härter, brutaler geworden ist. 

Montag, 31. Januar 2022

Wo man nicht hingehört

Warum die Intellektuellen in der Krise so versagen? Werte Leser, schauen Sie sich das Video an. Es genügen ja die ersten dreiminuten. Dann wissen Sie es aber. Denn wenn sich so eine Flachdümplerei das Niveau der "Creme der Intellektuellen" ist, wenn das Zugehören zur "Anti-", mit der primitiven Vernünftlerei, die zwischen Rationalisierung und Motiv nicht unterscheiden kann, die derartig lächerlich oberflächliche Floskeln von sich gibt, die einen Gemeinplatz nach dem anderen auf de Tisch knallt, und das dann für intellektuelle Tiefe hält, dann kann ich nciht mehr anders. Dann muß ich es hierherstellen, und darf Ihnen sagen: Nein. Das bin ich sicher nicht. 

Und wenn Ihnen das hier Gezeigte lieber ist, werter Leser, dann ist das Ihre Angelegenheit. Ich habe Sie gewarnt. Sollte ich bislang die Grenzen zu wenig deutlich gemacht haben, dann möchte ich das umso heftiger nachholen. Und umso härter daran arbeiten, die Meta-Position herauszuarbeiten, um die es aber geht. Nur mit dieser aber werden Sie das, was derzeit geschieht, in geistiger Gesundheit überstehen, oder eine solche wiedergewinnen, weil sich aus dem Schutt, den man auf uns alle abgeladen hat und ablädt, freizugraben. 

Sonntag, 5. Dezember 2021

Abbild vom Urbild

Es ist ein wunderschönes Filmchen, das die 45 Minuten wirklich lohnt, die es lang ist. Es zeigt (aus der Werkstatt des SWR Stuttgart) Arbeit, Wesen und Existenz des Reutlinger Pfeifenmachers Cornelius Mänz. Der seine als Kind empfundene Affinität zur Kunst über manche Umwege in die Kunst des Herstellens von Pfeifen getragen hat. 

Wir haben es bei ihm nicht nur mit einem Meister des Handwerks zu tun, sondern über dessen Fähigkeit zur Reflexion - die den Künstler definitiv beweist, denn der Künstler kann sich auch zu seinem Tun verhalten, geht nicht einmal, ja schon gar nicht in der Figur "als Künstler" auf - auch das Wesen des Schaffensprozesses wunderbar darzustellen vermag. 

Sonntag, 13. Juni 2021

Gedankensplitter 1165b (Einer von den ganz Wichtigen!)

Der Andere, der Fremde, der Bruder, der Kollege - Haben wir wirklich vergessen, was doch jeder selbst erlebt, der vom Dialekt oft so mühsam zur sogenannten Hochsprache erzogen werden muß? Ist uns nicht nachvollziehbar, daß "wir Deutschen" (als Glieder deutscher Völker) schon automatisch in zwei Sprachen hineingeboren werden? Die, gewiß, viel miteinander zu tun haben, ja. Die aber doch auch so unterschiedlich sind, daß sie jeweils extra erlernt werden müssen.
***
 Kommt nicht auch die heute so oft monierte Rechtschreibschwäche genau aus dieser Ecke? Daß in dem an sich nicht falschen Ansatz "nach der Rede zu schreiben", diese kleine Tatsache übersehen wird: Daß wir alle, zumindest wir alle, die noch bis zu den 1960er Jahren geboren sind, in den Schulen eben "Deutsch" gelernt haben, im fast täglichen Unterricht, und das war etwas völlig anderes als das, was wir nach der Schulglocke, die das Ende der Stunde anzeigte, sofort gesprochen haben? So anders, daß jeder aufgefallen ist.

Mittwoch, 26. Mai 2021

Staunen trotz Grenzen (2)

Teil 2) Es ist doch alles Reden ein Reden von uns. Und alles Denken ein Denken aus uns. Nur wir, wir stammen im innersten Ich aus Gott.


Seine Autorität weil Berühmtheit hat sich der österreichische Kabarettist und Schauspieler Roland Düringer mit Programmen wie mit wirklich sehenswerten, höchst amüsanten Abenden, wie sie im angefügten Video aufgezeichnet sind, erarbeitet. Zweifellos ein Höhepunkt des Comedy-Kabaretts im deutschsprachigen Raum. Herrlich, wie Düringer da mit Erlebtem spielt, und es so zur Kunst erhebt. 

QR Düringer Kabarettabend

Denn natürlich ist es so, wie Martin Mosebach dem VdZ gegenüber einmal gesagt hat: "Seien wir doch ehrlich, in Wahrheit ist doch alles, was wir schreiben, autobiographisch.

Was so manchen Dummen zur Aussage verführt, daß Kunst mit dem "Erfinden" von etwas zu tun hätte, das dem Schöpfer völlig fremd gegenüberstehe. Daß es hingegen "keine Kunst" sei "von sich" zu erzählen (und jede Kunst ist Erzählung). Denn dann sei "der Künstler ja NUR ER SELBST." Gerade aus dem Kreis der dem Künstler Bekannten kommt solche Reaktion sehr gerne, Kollegen werden davon ein Lied singen können. Die da nämlich meinen, daß sie den Darsteller kennten, und auch im Dargestellten Wiedererkennungsfaktoren feststellten.

Dienstag, 25. Mai 2021

Staunen trotz Grenzen (1)

>>Wie er vor zehn, fünfzehn Jahren sein (echt lustiges) Komikkabarett abgebrochen und auf "Nachdenklich" umgestellt hat, habe ich ihn ausgelacht. Ich habe Roland Düringer nicht zugetraut, daß er das schafft, und gemeint, daß er sich übernimmt. Ich habe ihn unterschätzt. 

QR Düringer RTV

Vermutlich hat er viel gelesen, viel mit Leuten geredet, und noch vor fünf Jahren war er recht dürftig unterwegs. Aber wie ich ihn DA erlebe, das macht mich echt staunen! Jetzt ist es fast so, daß ich mir denke: Dem schicke ich ein Buch, wenn es herauskommt, und vielleicht ergibt sich etwas Gemeinsames. Wo er freilich noch einen schweren Defekt anzeigt ist, daß er immer noch dieser Appellcharakteristik hinterherläuft, "alle", "die Menschen" zu etwas zu bringen. "Wir müßten ..." 

Samstag, 15. Mai 2021

Der Samstag Nachmittag Film (1)

Natürlich ist es schon an sich ein Vergnügen, Willy Birgel, den jungen Maximilian Schell (in noch ganz ungewohnter heller Stimmlage!) und den noch jüngeren Heinz Reincke, den wunderbaren Hans Nielsen und jede Menge anderer Filmsterne in derartiger Zusammenballung zu sehen. Aber eine gut gemachte Schnulze (und Schnulzen konnte man in jener Zeit gut machen, gewissermaßen sogar im staatlichen Auftrag, meine Herren, denn es mußten ja ganze Völker im Gemüte wieder aufgerichtet werden!) ist "Ein Herz kehrt heim" aus dem Jahre 1956 gewiß nicht, die unter der Regie von Eugen York entstanden ist. 

Vielmehr werden sogar Themen angerissen, die für so einen Publikumsfilm, der unter der Schiene der Stimmungsfilme der Anfänge des Wirtschaftswunderlandes lief, ganz erstaunliche Tiefe haben. (Übrigens: Adenauer war einer derjenigen, die davor gewarnt haben, dem Volk aus scheinbarem "Stimmungsbedürfen" schlechte Kunst zu bieten; das Gegenteil sollte seiner Ansicht nach stattfinden!) Und "Ein Herz kehrt heim" wird seinen Erfolg gehabt haben, er erlaubt auch (war für seine Qualität spricht), ein paar Stufen drunter gelesen zu werden. Aber das war damals gar nicht so notwendig. Auch von der eigenen Mutter mit nicht mehr als der damals üblichen achtjährigen Grundschulausbildung weiß der VdZ, daß der Sinn für echte Tragik und Substanz der dramaturgischen Konflikte weit ausgeprägter war, als die Medienmacher jener Zeit manchmal meinten, den Leuten zumuten zu dürfen. Denn die seien ja dumm. 

Mittwoch, 26. Juni 2019

Es ist nicht das Können

Manchmal kriegt man auch Inspiration von Stellen, die man nicht so einschätzen würde. Wie diese: Da singt ein Mädel einfach so in einem ganz alltäglichen Karaoke-Ereignis in einer stinknormalen Bar wie ein "Pop-Star".

Herrschaften - wer von Euch glaubt denn den Shit, daß Kunst von Können käme? Hat er nie bemerkt, wieviel seine ihm nächsten Menschen "können"? Das Internet ist somit genau die Falle, in die so viel tappen. Es verheißt, daß Ort, Stellung mit "Können" zu tun habe. Was für ein Irrtum.

Künstler zu sein ist etwas ganz anders. Es ist ein Müssen. Ein nicht anders können. Im Können unterscheidet es sich meist gar nicht vom Alltäglichen. Der Ort eines Menschen läßt sich im Grunde gar nicht aus seinen "Fähigkeiten" ableiten. Das entlarvt sämtliche heutige Pädagogik-Konzepte als leeres Gewäsch. Wir sehen es an den Wirkungen.







*040519*

Donnerstag, 6. Juni 2019

Der Donnerstag-Konzertabend

Anton Rubinstein - Portrait von Ilja Repin
Es ist kaum verständlich, daß Anton Grigorjewitsch Rubinstein (1829-1894) heute so völlig vergessen ist. Denn sein Einfluß auf die Musik Rußlands (Tschaikowski, vor allem aber Rachmaninow) und Europas ist kaum zu überschätzen. Vielleicht hängt es damit zusammen, daß er als einer der ganz wenigen Komponisten seiner Zeit einen völlig anderen Weg als Richard Wagner einschlug - an den klassischen Formen mehr orientiert, nicht an der Musik als politischen Treibsatz der Gegenwart, wie Wagner, der seine Musik bewußt so verstand.

Um seinen Ruhm hat er schwer gekämpft, dabei blieb er immer bescheiden, hielt seinen Bruder für weit begabter und besser. Errungen hat er ihn nach vielen Rückschlägen vor allem durch seine Mammutkonzerte, die mindestens vier, fünf Stunden gedauert haben müssen, in denen er sich regelrecht durch die Musikgeschichte spielte.

Und eine Interpretationskunst am Klavier und als Dirigent entwickelte, die bestenfalls mit Friedrich Liszt (in der Nähe von Sopron/Ödenburg geboren) zu vergleichen gewesen sein soll, der damals ganz Europa mit seiner Musik paralysierte. Liszt förderte ihn auch, wo immer er konnte. Denn das Große kennt keinen Neid, es ist ja deshalb groß, weil es nur der Schönheit und Wahrheit dienen will und letztendlich kann, weil der Mensch sonst erstickt. Anderes lohnt doch nicht im Leben, wozu sollte man es sonst führen? Nur das Große (das oft so lange in Angst erstarrt, weil es nirgendwo dazugehört, als Mensch also im Nichts steht) zieht deshalb auch noch Größeres nach sich, oder mit sich nach oben. Das Mediokre, das Niedrige sucht immer noch Niedrigeres und haßt das Große.

Rubinstein spielte oft und hingebungsvoll in ganz Europa, ging ohne Rücksicht auf seine Gesundheit jedesmal an die Grenzen der körperlichen Kräfte, daß er einmal während eines Konzerts am Klavier ohnmächtig zusammengebrochen ist. Dabei wurde er immer kränker, ließ sein Herzleiden nicht behandeln, um nicht in seinem Seelenleben gestört zu werden.

Zeitlebens litt Rubinstein unter seiner Ortslosigkeit. Eigentlich war er in Breslau als Sohn jüdischer Eltern (deutsch-russisch) geboren worden, dann in Rußland aufgewachsen, erst in Wohlstand, dann nach dem Bankrott des Vaters in vieler Not, lange in Sankt Petersburg, dann oft und längere Zeit in Wien lebend, viel in Europa unterwegs, war er den Christen ein Jude, den Juden ein Christ, den Russen ein Deutscher, den Deutschen ein Russe, im Kollegenkreis den Klassikern ein Moderner, den Modernen ein antiquierter Klassiker. Er gehörte nirgendwo hin.

Auch als Komponist (und er sah sich eigentlich als solcher) war er ungemein produktiv. Siebzehn Opern, fünf Klavierkonzerte, sechs Symphonien, Kammermusik, zahllose weitere Werke - sie alle sind heute kaum noch gespielt, noch weniger einem Publikum vertraut, und entstanden neben seiner ausgedehnten Konzerttätigkeit. Sie auszugraben wäre die Mühe wohl wert. Rußland hat zur Wende des 19./20. Jahrhunderts Europas Kultur, die im Totalzusammenbruch war, durchgetragen und bewahrt. Die Kunst des Abendlandes, also die Kultur selbst, weil deren Quellen, haben in Rußland - auch im religiösen Kult - überlebt. Erst offen, dann unter der Oberfläche, heute wieder frei zugängig.

Höre der Leser zum Beweis Rubinsteins Klavierkonzert Nr. 1, in dem, wenn man genau hinhört, tatsächlich die Klavierkonzerte Rachmaninows regelrecht vorweggenommen sind. Während im Hintergrund Bach, der Barock, ja die gesamte europäische Musikgeschichte, vom Volkslied bis zu den großen Kompositeuren, zu hören ist. Sowohl formale Strenge wie auch gefühlvolle Ausgestaltung gehen hier Hand in Hand. Das Orchester, die Tschechoslowakische Philharmonie unter dem legendären Alfred Walter, spielt mit dem Pianisten, Joseph Banowetz, den Ball großartig hin und her, ein wunderbares Hörerlebnis!



 
Hören Sie, werter Leser, aber gleich danach sein zweites Klavierkonzert, es lohnt die weitere halbe Stunde. Denn anders als bei vielen anderen Komponisten ist es "völlig anders" als sein erstes. Es zeigt damit die Fülle an, die in Rubinstein angelegt war und die ein ganz langes Leben gebraucht hätte, um sich in einem Ganzwerk zu erschöpfen, wenn überhaupt.

Wo das Alles ist, ist das Eine für die "Menschen da draußen" nicht zu fassen. So ein Mensch, in dem Alles in einem ist, KANN gar keine "Gruppe" finden, der er zugehört. Denn er hat nie einer zugehört, sondern ... allen. Aber damit ... keiner. Wo sollte da ein Platz in der Welt für ihn sein?

Achten Sie allein die Sequenz bei min 24:30 - als wäre Rachmaninow (siehe unter anderem dessen erstes und zweites Klavierkonzert, aber fast noch mehr sein drittes, sowieso sein Höhepunkt) in ihm bereits enthalten gewesen, durch Rachmaninow nur noch ausgefaltet worden. So etwas nennt man Vaterschaft.




Um dann zu Rubinsteins Symphonien zu gelangen. Wo sich der Zuhörer mit Recht in Superlativen überschlagen darf. Übrigens - wer darin bereits Tschaikowsky hört, tut das zurecht. Wie klar aber überhaupt, wie weitsichtig, wie visionär (man beachte etwa die Sequenz rund um min 11, sie könnte von heute sein) ist doch diese Musik. Der zweite Satz nimmt regelrecht Dvořáks Symphonien vorweg. Achten Sie auf das Motiv, auf dessen Behandlung! Dvořák, was sonst. Dessen berühmt gewordene neunte Symphonie in compondo. Oder Smetana. Die Moldau. Bis zur Instrumentierung. Man achte auf die motiv-arbeitende Funktion des "Streicherteppichs".

Das findet sich höchstens noch in Bruckner, dort aber schon im Abklang, in der "Cluster-"Auflösung hin zu Wagner, den Bruckner so verehrte (Komponisten können eben nicht denken, sie sind Mathematiker; aber wer außer dem Schriftsteller kann denken?), als Leidens- und Todes- weil Chaosmotiv. Rubinstein hält das alles noch geordnet in der Hand. Kann man das begreifen?

Man denkt es freilich als geübter Musikhörer umgekehrt. Aber das ist nur, weil die Nachläufer - auch Dvořák, ist einer - bei uns bekannter wurden. Das Ganze, wirklich Visionäre, ist eben zu sehr voraus und abstrahierend-kompakt für Schweinsohren (wie es der Pianist, mit dem der VdZ einige Jahre zusammenarbeitete, immer nannte), also den durchschnittlichen Hörer. (Ned bös sein! Der VdZ liebt den "normalen" Hörer, gerade weil er ihn kennt.)

Wer keinen Ort in der Welt hat, hat nur das Jenseits, das ... Zukünftige, das Ewige. Rubinstein zeigt in seinen Symphonien, daß die Formen der abendländischen Kultur noch lange nicht ausgeschöpft sind (was deren Ende anzeigte, was unter anderem der Revolutionär Richard Wagner meinte), sondern die Inhalte, die Historie, die Zeitgemäßheit immer noch zu erfassen und zu tragen vermögen.

Es sind somit die Russen, an denen man noch heute europäischen Kulturoptimismus schöpfen kann, werte Leser. In deren Kunst hat sich das Abendland noch einmal komprimiert, und durch die historischen Unbill zu einem gewissen Grad in eine Konserve gepackt. Die man doch noch - auch in der orthodoxen Liturgie, diesem Anschauen unserer Kultur in ihrer Geburtskraft vor tausend Jahren - öffnen kann, um wenigstens das Aroma dessen zu erschnüffeln, das uns bis heute trägt, auch im Westen.








*230319*

Sonntag, 25. November 2018

Von der Wahrheit und dem Künstler (3)

Teil 3) Von der Rückversicherungsgarantie des Künstlers



Und doch, und doch haben Künstler gewissermaßen eine Rückversicherungsgarantie zur Wahrheit und zur Vernunft. Und diese liegt im Material, deshalb im Tun. Denn es ist eben die konkrete Welt als Gefüge der Dinge, die die Gesetze Gottes, den logos, in sich trägt. An dem er dann im Tun teilhat. Tut der Künstler nicht, fällt er buchstäblich ins Nichts. Tun ist seine einzige Chance zu sein. Denn Sein (als Analogie zu Gott) ist ein actu, ist Tätigkeit.

Diese Welt ist das Buch Gottes, in dem der Künstler, der um Wahrhaftigkeit ringt, liest, an dem er zu sich kommt. Wer deshalb dem Material, das er bearbeitet, treu bleibt, wirklich treu, daran geschmiedet wie Prometheus an die Felsen des Kaukasus, worin auch die Erfahrung seiner selbst enthalten ist, und zwar gerade in der Nichterfüllung dessen was "ein Leben des Alltags" ausmacht, geleitet von den im Material enthaltenen Eros der Formen (zu dem er sich aus seiner Natur heraus - wenn, dann kann man hier von Talent sprechen - hingezogen fühlt), wird auch über kurz oder lang zu Gott finden und an seine Türe klopfen. Es bleibt nur zu hoffen, daß er die richtige Tür findet. Und früh genug.

Weil er sich sonst der Gefahr aussetzt, seine einzige Inspirationsquelle zum Guten, Wahren, Schönen zu versäumen. Und die ist das Tun in der Teilhabe am Kult, an der konkreten, fleischlichen und lebendigen Schönheit, Wahrheit, Gutheit. Durch ein immer besseres Kennen geliebt, und damit auch im Opfer der Selbstüberschreitung von allen Schlacken gereinigt hergestellt. Denn im Entfernen des Unnötigen, nicht Dazugehörigen, wird das Geschaffene, das dann über sich hinausweist - auf die wirkliche Wirklichkeit, auf Gott. Aus ihm, aus dem unendlichen Geist an sich, kommt alle Form urbildhaft, wir bilden dann nur noch nach. Ohne Gehorsam kein Gelingen. Ohne Gehorsam kein Kunstwerk. Aus dem Nebel entreißen, aus dem diffusen, amorphen Stein meißeln.

So werden auch die künstlerischen Werke zu dem, was ein Kunstwerk ausmacht: Zu wirklich lebendigen - originären, einmaligen - Werken, wie alles Dingliche einmalig ist. Weil sie sind, also die unsichtbare Wirklichkeit zeigen weil aus diesem Weltgrund kommen, was sie darstellen. Am Kult als jener Quelle der Inspiration der Begegnung mit dem unendlichen Geist, aus der heraus dann auch eine Kultur alleine lebt weil Substanz zum schöpferischen, originären Tun hat. Und diese Substanz ist die lebendige Vernunft, als Einheit von Wahrheit (Verstand), Gutheit (Liebe) und Schönheit (Gefühl).

In diesem Sinn kann man erst davon sprechen, daß wirklich "jeder" zum Künstler berufen ist. Aber er ist es an seinem Ort. Deshalb sind Kunstformen, wie sie uns entgegentreten und die wir als "Kunst" bezeichnen - Literatur, Malerei, Architektur, Musik - in ihrer Form von der Kultur abhängig. Sie stehen aber zu deren funktionalem, zweckhaftem Gefüge "quer". Ihr Gesicht ist dem Universalen zugewendet. Sie werden aus einer Kultur damit geboren, weil sie diesen Platz freiräumen - konkret: Künstler sind Menschen, die man zweckhaft nicht "braucht", oder die nicht brauchbar sind, Kunst (in diesem eingeschränkten Sinn) als ultimo ratio ausüben, denn was sollten sie sonst machen?

Das unterscheidet damit auch den Künstler von allen anderen Teilnehmern am Gesellschaftsspiel (vereint sie aber mit dem Priester, dem Philosophen und dem König, die alle strukturell gleiche Probleme der Legitimität weil von der "Handauflegung abhängigen", also Gott verdankten Autorität haben): Die Existentialität seines Tuns. Erst wenn das der Fall ist, ist er in diesem engeren Sinn Künstler. Und das unterscheidet sein Tun von dem des Hobbys und der Muße, das ja auch keinen Zweck, wohl aber Sinn hat.

Dennoch ist es jedem Menschen aufgegeben, sein Tun an seinem Ort und in jedem Tun, also in jedem Beruf, zu jener Reinheit zu bringen, die in der Kunst und im Künstler ihre absolute Gestalt findet. Denn in der Grundbedingung - wenn auch nicht in der Gestalt - sind alle Menschen letztlich tatsächlich gleich.

Fazit

Fassen wir das nunmehr Gesagte zusammen, läßt sich eines sagen: Wenn es heute heißt, daß der Künstler (oder überhaupt der Mensch) "aus sich heraus" schaffe, so trifft genau das Gegenteil zu. Nicht aus sich heraus schafft er, sondern in etwas hinein! Alles, was er selbst dazu beiträgt ist nicht explizit, sondern allem seinem Tun immanent. Denn die Wahrheit liegt in der Sache, und um sie zu finden, muß er Urteile der Vernunft fällen. Tut er das nicht, glaubt er "aus sich heraus" schaffen und urteilen zu können, verliert er seine Freiheit, weil er sich Kräften ausliefert, die er nicht mehr kennt, weil ihm die Urteilsbasis des Ich fehlt.

Und deshalb erkennt er sich im Tun, aus der Wahrheit des Materials, und wird im Tun zu sich selbst. Im Gehorsam dem Material und der Sache gegenüber, die er darstellen möchte, weil er muß. Warum muß er? Weil er einen Auftrag dazu erhält. Erteilt eine Kultur den Künsten aber diese Aufträge nicht mehr (oder wie im 19. Jahrhundert, wo sie zwar Aufträge gab, aber diese nur noch die Wünsche des Funktionalen und Epigonalen waren), hat der Künstler in ihr keinen "Raum" mehr, keinen Ort, bricht die Kunst in sich zusammen, weil die Wahrheit zusammenbricht. (Auch dafür ist das 19. und dann das 20. Jahrhundert, dann so richtig Beleg.) So daß dann die Künstler in sich zusammenfallen, die diese Wahrheit nicht mehr verfleischlichen können. Ja, sie werden verdrängt von einer simulativen Pseudokunst, der es nicht mehr um Wahrheit geht, sondern darum, zu gefallen.





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