Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Samstag, 2. April 2022
Die nicht wissen, daß sie verloren haben (2)
Freitag, 1. April 2022
Die nicht wissen, daß sie verloren haben (1)
Dienstag, 22. März 2022
Der Schrecken der Äquivokation
Samstag, 5. Februar 2022
Der Kampf mit unserer Natur (2)
Aber mehr noch. Dieses Vertrauen kann auch noch wachsen. Es kann sich zu einem Staunen und Bewundern heranbilden, in dem wir das Leben unserer Vorfahren - ganz so, wie jeden Text in der Heiligen Liturgie, wie alle diese Gesten und Riten, in alles was uns hier zu treuen Händen übergeben wird, damit wir es bewahren, weil wior nie (!) fähig sind, es definitiv und in allen Aspekten zu beurteilen - betrachten und indem wir der Vergangenheit und allen uns vorausgegangenen Riten und Liturgien mit Ehrfurcht begegnen. Und einem nie ermüden sollenden Bemühen, es mehr und mehr zu erfassen.
Freitag, 4. Februar 2022
Der Kampf mit unserer Natur (1)
Wir werden von der Liturgie des Alltäglichen geprägt, darum geht es auch jetzt in diesem Coronawahnsinn. Nur höchst unweise, ja tölpelhaft-dumme Führer konnten auf die Idee kommen, eine Krankheit durch völlige Isolation der Menschen bekämpfen zu wollen. Es ist,als würde man mit einer zweijährigen Folter (und ich gehe daovn aus, daß dieser Kampf letztlich von dreijähriger Dauer gewesen sein wird) das Wohlergehen des Gefolterten bewirken wollen. Und Isolation gehört zu den schärfsten Formen der Folter, und ist deshalb aus dem Strafvollzug wieder verschwunden, WEIL es Folter war.
Mittwoch, 12. Januar 2022
... und krallt sich an einen Ort, um nicht zu sterben (3)
Dienstag, 11. Januar 2022
... stößt Schreie aus, um Hindernisse zu verscheuchen ... (2)
Ein Kampf, der umso leichter zu entscheiden war, als diese Medien in die Hände der Ideologen gefallen sind. Beziehungsweise deren Ausgestaltung von Interessen getrieben war und ist (man denke ans Internet, dessen Genese und Ausformungen kann jeder von uns, der das 40. Lebensjahr so halbwegs schon erreicht hat, noch so halbwegs erinnert) die in sich, also ihrem Wesen gemäß die Zerstörung des wahrlich Menschlichen zu ihrem natürlichen Ausgang haben. Was an dem ersichtlich wird, von dem ihr "Gelingen" abhängt.
Ohne solch beschriebene, durch das Sozialsystem (das die Karawanentiere stellte, auf deren Rücken sämtliche politischen Systeme und Diktaturen des letzten Jahrhunderts eingeritten sind) systematisch produzierte, soziale Wüste wären die social media generell, Dinge wie Facebook oder Twitter speziell, gar nie groß geworden. Ohne soziale Destruktion wäre amazon, das von den social media abhängt und wie ein Müllschlucker alles aufgesaugt hat, was die Entsozialisierungsmaschinerie durch die Mangel gedreht hat, chancenlos geblieben.
Montag, 10. Januar 2022
Wer, ins Dunkel geworfen, herumtappt ... (1)
Narziß, der sich im Außen nicht fand, sucht fortan im Spiegelbild, diesem scheinbaren Außen, seine Gestalt.
Ein Spiegelbild, das uns so viel über das Wesen des Internet - ein Bild an der Oberfläche, wie der Teich des Narziß - als angebliches social media verrät. Einer Konstruktion, die Soziales Gefüge vortäuscht weil zu errichten vorgibt, und wo wir es ebenfalls mit einem Schein-Außen zu tun haben.
Fortan wird Narziß vom Echo verfolgt, das sich in ihn unsterblich verliebt hat, und ihm nicht mehr von der Ferse weicht.
Mittwoch, 25. Oktober 2017
Technik stößt ins Nichts
Mittwoch, 7. Dezember 2016
Weil Gott aus dem Nichts schafft
Umso mehr versuchen immer mehr auch an Führungskräften der Welt, sachliche Notwendigkeiten und Pflichten durch subjektives, gefühlsbesoffenes Theater zu ersetzen, das einem ob der Verlogenheit die Zornesröte ins Gesicht treibt. Denn diesen Menschen geht es um Selbstrettung durch zur Schau gestellte, pharisäisch im phänomenologisierten Guten verweigerte wirkliche "Gutheit", die oft so gar keinen irdischen Lohn einbringt. Hier führen auch Fäden zusammen wie jene aus dem Versagen von Politik und Kirche, wo die Kritik nur darauf abzielen kann zu fordern, vehement zu fordern, daß diese lächerlichen Weichklumpen endlich endlich das sind, was sich aus ihren Positionen ergibt, OHNE ständig darauf zu schielen, was an persönlichem Profit daraus hervorgehen könnte. So wird alles zur Lüge, zur einzigen Lüge, und jedes Amt zum Instrument gräßlichsten Mißbrauchs. Im Falle des Papstes, im Falle des Klerus sogar zur Blasphemie. Ihrer alle Aufgabe ist nicht, der Welt ihr subjektives Grinsen ins Gesicht zu drücken, sondern das zu tun, was sie zu tun haben - sachliche, sachgerechte Politik, ungeachtet der Folgen hier, und Liturgie als jener Ort, an dem die Menschen Gottes ansichtig werden können dort. Und wenn sie dazu nicht bereit sind, sollen sie sich ihr Grinsen irgendwohin schieben, niemand interessiert sich dafür, weil das nicht das ist, worum es den Menschen geht, die hier regiert werden.
Sonntag, 29. Mai 2016
Alles steht im Streit
In diesem Streit erst scheidet sich das Einzelne aus dem Allgemeinen, dem Einen, auch in Gott, dem sehr wohl eben auch Zürnenden, Gewaltigen wie Gewaltsamen. Um sich so (im Gehorsam einerseits, in Begierde und Lust anderseits, als Reaktion auf die Bilder aus "dem anderen") zur Komposition der Ideen der Gesamtordnung des Seins zu fügen.
Man müßte den Feminismus deshalb nicht als Bewegung der Frauen sehen, sondern es ist das sieghafte Ergebnis eines Machtkampfes der Männer. Deshalb ist seine vornehmste Wirkung nicht, die Frauen vom Manne freigeeist zu haben - im Gegenteile, bzw. nichts weniger - sondern eine Depotenzierung, eine Kastration eines großen Teiles der Männer.
Der Ideenstreit um oder innerhalb der Rolle der Frau wird deshalb niemals durch Diskurs innerhalb der Frauen entschieden, ja nicht einmal beeinflußt. Dort wird er sogar in erster Linie verhärtet. Denn dort ist er ein Streit des Epigonalen, der jeweils Gehorsamen bzw. Geprägten, die mit einem Ideenumschwung ihr Weltsein verlieren würden, gewissermaßén ins Nichts fielen weil ihre erhaltende geistige Kraft verlören. Er muß (prinzipiell) unter Männern ausgefochten werden.
Mittwoch, 30. September 2015
Alle wollen fliehen. Nicht nur Syrer.
Montag, 27. Juli 2015
Von der Krankheit des Horrors
| Vexierbild - Man sieht immer aus einem Ganzen |
*Deshalb spielt auch die Pornographie, die "sexuelle Phantasie", eine so große Rolle. Sie ist genau so zu begreifen, ist deshalb sogar das Gegenteil von "Sinnlichkeit", mit der sie oft gerechtfertigt werden soll. In dieser Form der (pseudologischen, rationalistischen) Sexualität spielen aber lediglich - archetypische, aber nie ins Vernunftganze des Selbstseins als Selbstbesitz integrierte - situativ "gespielte" (=eine Funktion der Erinnerung) Vorstellungsbilder die Funktion des "Rammbocks", der diese innere Spaltung überwinden soll. Deshalb ist sie auch nie in sich "fertig", nicht wirklich befriedigbar, sondern strebt immer nach mehr, nach Erweiterung der Grenzen, um zu einem wenigstens kurzfristigen Leib-Seelisch-Ganzen durchzudringen, denn das pseudologische Ich "bleibt" nicht, es wird nur durch den Atem getragen, der es ausspricht. Diese Form der Sexualität tendiert deshalb aus sich selbst zum Horror, mit dem sie sich in ihren extremsten Formen dann offen vereint (bis zum Tod, bis zu offen satanischen Ritualen, in denen die personale Natur der bzw. dieser Nichtungsbewegung offenbar, ja für sich real wird), denn sie stammen aus derselben Wurzel.
Donnerstag, 30. April 2015
Selbstbesudelung?
Ist solche Art der Aufarbgeitung der Geschicht esinnlos? Ist es bloße Selbstbeschmutzung, ein Brechen des Stolzes eines Volkes? Nein, gewiß nicht. Denn wer nicht Schuld begreift, der weiß gar nicht, was ihn treibt. Der versteht nicht die Gegenwart. Das Problem ist nicht die Selbstbezichtigung, die Versuche der Aufarbeitung von Schuld. Das Problem ist, sie zu tragen, und ihre Folgen - Strafe - zu begreifen.
Lieben kann man nur das Gute. Geschichte aber ist das Ringen des Guten - und nur das hat Anteil am Sein - mit dem Bösen, dem, das ins Nichts stößt, in dem man das Nichts wählt.
***
Donnerstag, 24. Oktober 2013
Ich bin nicht der andere
Das Nichtsein kann nur dem vereinzelt Seienden (ideell) zugesprochen werden, nicht dem Sein selbst. Dadurch wird das Sein erkennbar. Und es hat keine Möglichkeit zu positiver Erkenntnisbildung, weil ihm positive Bestimmung fehlt. Das Sein selbst bleibt positiv. Das bedeutet, daß die "positive Identität" eines Dings nicht ideell bestimmbar ist, dieses nur ausschließungsweise, sondern als personaler Akt der Zuwendung zur Realität und als Akt der Vernunft. (Der Verstand, die Idee kann "sich selbst" nicht sehen - so wie kein Mensch sein "ich" ideell sehen oder begreifen kann.)**
Denn ein Erkenntnisobjekt kann nicht von sich aus das vermitteln, was es nicht ist (also "ich"), sondern nur, was es ist. Reale (realistische) Identitätsbildung ist also ein zu leistender Akt des Ich, dem ein "wirkliches Ich" akthaft und real zugrundeliegt, dem das gebildete Selbst entsprechen muß, soll es zu keiner Spaltung des Selbst kommen.***
Vernunft und Vernünftigkeit definiert sich also auch (in ihrem akthaften zweiten Schritt) daraus, definieren zu können, was etwas - ein "Ich" - NICHT ist.****
Das sogenannte positive "ich", also das, "was ich bin" (und nicht das was ich nicht bin), bleibt damit aus seinem Wesen heraus ein Geheimnis (und damit nicht ein "nur noch nicht Gedachtes.") Es ist überhaupt nie ideell/ideal ausdefinierbar, weil jede Idealität von der Negativität (dem Nicht-sein) ausgeht. Ihm kann sich der Mensch nur in der Haltung ... der Liebe zuwenden. Denn es geht allem als nicht-ideelle Realität voraus, die alles zusammehält. Aus der heraus erst das "was ich nicht bin" - als "das was ich bin ist nicht das, was ich nicht bin" - ideell zu diesem wird.
**Natürlich - das Problem des Narzißmus, in dem sich ein "Selbst" in Wirklichkeit auflöst, je mehr sich der Narziß selbst betrachtet, und sich (bzw. das, was er sieht) dabei nur selbst verobjektivieren, sich selbst entfremden kann.
Übrigens - das Problem der "Rückführung" (Rebirthing etc.) in vermeint "frühere Inkarnationen" ("Ich habe schon einmal gelebt" etc.) ist sehr sicher aus dieser Unmöglichkeit der Selbstergreifung heraus verstehbar: Denn die tieferen Seins-Strukturen des Selbst können sich auf Verstandes-/Sprachebene nur in Bildern (des Nicht-Ich) äußern, die aus einem wahren Gemengelage an Faktischem und Motiviken (und Anlagen, Geneigtheiten, die ja von jemandem geerbt sind - Vergangenheitsaspekt!) heraus gebildet werden. Unter der natürlich gegebenen Prämisse, sonst würde es ja niemand machen, und da gehört schon dazu, es für möglich zu halten, daß nur jemand "Rückführungen" vornimmt, der davon ausgeht, DASZ es solche weitere Selbste/Identitäten gibt.
***Selbstverständlich berührt auch das die wahre Katastrophe des Gendering, der Verwischung weil Nicht-Konkretisierung von Geschlechtsidentitäten. Das soll aber hier nur angedeutet werden.
****Es ist eine ganz konkrete Beobachtung, daß Menschen, die sich nicht zum Nicht-Sein abgrenzen können - man denke an ein häufig zu beobachtendes Selbsteinschätzen, wonach Menschen sich "für alles fähig" halten, sich von allem angesprochen fühlen, nichts in seiner Relevanz scheiden und differenzieren und "diskriminieren" können -, zur Vernunft nicht fähig sind. Was mit einer bloßen Verstandestätigkeit nur am Rande zu tun hat.
Samstag, 19. Oktober 2013
Folgenreicher logischer Fehlschluß
Aber WENN sich ein Etwas auch als Nicht-dieses-Etwas identifizieren will, so muß ihm logisch das Etwas-Sein VORAUSGEHEN. Nicht zeitlich, sondern in seiner Wesensstruktur. Das heißt, der Akt des "Etwas-sein" ist das erste, Hegel's Identitätssatz betrifft erst die "zweite" Ebene, die der Reflexion, des auf-sich-selbst-Beziehens der Dinge.
Idealität setzt Realität voraus. Idee läßt sich nicht aus sich selbst heraus begründen. Das sieht auch Kant, der in seiner "Kritik der reinen Vernunft" schreibt, daß wenn dem begrifflichen Denken nicht eine Realität (des Seins) des mit dem Begriff bezeichneten Gegenstandes vorausgeht, und diese das Denken bestimmt, das Denken beliebig und realitätslos wird.
Denn ohne absolutes Sein, das erstlich alle Realität gründet, das einzig wirklich ist, sodaß alle faktische Geschichtlichkeit der Gegenwart (wie Zukunft und Vergangenheit) aus dem hervorgeht, was einfach "da-seiend ist", kann man diesem Sein, dieser Wirklichkeit nicht mehr vertrauen.
Damit sieht sich der Mensch ständig in Gefahr, sich zu verlieren, sobald er sich der begegnenden Wirklichkeit "fügt" - er steht unter dem Dauerdruck, in die Welt eingreifen zu müssen, sonst kommt kein "Gutes Ich" heraus. Denn nichts gewährleistet dann noch die Gutheit des Begegnenden, das Begegnende läßt alles "im Fluß".
Und damit schließt sich auch aus dieser Richtung der Kreis zu Internet, facebook und Dauer-ipod-Anschluß, zu einer Gegenwart, in der alles nur noch prekär ist, und niemand niemandem mehr vertrauen kann. Denn nur "im Fluß" kann ja niemand leben, mit Grund, wie wir gesehen haben, es fehlt eben der Halt in einem Sein, das dem Seienden vorangeht, es begründet - das Seiende begründet sich heute aus sich selbst heraus sein Sein. Wenn das Faktische, das Netz der Oberflächlichkeiten und Weltgespinste damit aber ausläßt - bleibt nur noch absolutes Nichts. Weil die Welt keinen Halt mehr hat, Identität (weil unzuverlässig) verweigert, sodaß man sie sich selbst schaffen zu müssen meint.
*Womit absolut nachvollziehbar wird, warum Marx diesen Idealismus später als unnotwendigen Schritt an Hegel ablehnt, die materialistische Konsequenz aus Hegel zieht, das Sein (und den Menschen) konsequent historisiert - er hängt nämlich tatsächlich in der Luft.
**In weiterer Folge wird daraus verständlich, warum Hegel im Pantheismus landen muß: Das Daseiende, die Existenz wird erschöpfend zum Sein selbst, damit die Welt zur aus sich selbst bzw. dem in ihr "eingesperrten" oder "daseienden", identischen Geist (Sein) heraustreibenden Ursache. Das heißt aber auch, daß eine Zeit selbst, die "so" denkt, im Pantheismus landen muß. Von den Banalisierungen dieser Sichtweisen (etwa in diversen esoterischen Schulen) gar nicht zu sprechen, die sehr häufig schon den schlichten Mangel haben, Abstraktion und bildhaftes Vorstellen nicht trennen zu können, Abstraktes (Geistiges) bildhaft-konkret nehmen. Etwa wenn Menschen darauf hoffen, durch Techniken "Geister/Geistwesen" zu "sehen".
***Woraus sich sogar der "Evolutionsgedanke" ziehen läßt, in dem die Welt sich aus sich selbst heraus automatisch zum Fortschritt bringt. Selbst im Technizismus, in dem alles zur "Ablaufoptimierung" für selbst gesetzte Parameter (warum sollten die noch falsch sein?) wird, finden sich da Analogien.
Montag, 30. September 2013
Unbestimmbarkeit des Wesens
Wie sich Gott, Sein Wesen als absolute Fülle seiner selbst bewußten Seins objektiviert, so objektiviert sich das Unwesen des Vaters der Lüge als absolute Nicht-existenz in absoluter Unbewußtheit. Doch stehen sich beide nicht als polare Entsprechungen gegenüber, sonst würden wir wieder im dualistischen Manichäismus landen.
Gottes Wesen objektiviert sich als bewußtes Sein. Aber der Vater der Lüge ist niemand, der sich objektivieren könnte. Nur er, Gott, objektiviert auch ihn. Und er objektiviert den scheinbaren Gegenspieler eben nicht als Sein und Bewußtsein, sondern als Seinslosigkeit und Unbewußtheit. Wir können exakt nicht einmal sagen, das Nicht-seiende sei "zugelassen" als die Grenze des Seins. Denn diese Grenze hätte doch immerhin, wenn auch nur als die ausdehnungslose, in sich selber substanzlose Grenze, an der Wirklichkeit des Seins teil.
Diese substanzlose Grenze ist die Außenansicht der empirischen Wirklichkeit, die Ebene der reinen Quantität, des Grenzaspektes der all-einen Wirklichkeit als reines Teilsein. Und hier ist das Negative nur wirklich als Verneinung der Verneinung. Es ist nicht wirklich als gegenwärtiges "seiendes" Nicht-sein, sondern immer nur als gewesenes. Gott objektiviert den Vater der Lüge also nicht als den, der nicht-seiend ist - als die Grenze der Wirklichkeit - , sondern als den, der nicht-seiend war; also als den, über den die absolute Unendlichkeit des Wirklichseins immer schon hinausgegangen ist. So bleibt der also Gebannte in die extremste uns nur denk- und vorstellbare Wesenlosigkeit gebannt.
Matthias Vereno, in "Vom Mythos zum Christos"
Sonntag, 21. April 2013
Wirkungen der Kunst
Nun, in der Muße, der Darbietung, wird er dessen gewahr, darin, in seinem besseren Ich, bestärkt. Er tritt damit in einen weiteren Kreis, als er im Alltag in seinen Zweck- und Kampfbeziehungen, die ihn im Krieg halten, mit allen Notwendigkeiten, die der Krieg erfordert, gewahr wird
Aber es ist noch mehr: es ist eine wirkliche Verfleischlichung dieses Universalen, und damit Göttlichen, es ist eine Anähnlichung an dieses All-Sein, an Gott, das die einzige Grundlage des Erkennens bietet, weil aus ihm heraus alle irdische Form dem Menschen, dem Ebenbild Gottes, inwendig ist.
Das ist auch das befriedende der Heiligen Feier, des Kultes, der Liturgie als des Allesumfassenden, des weitesten Kreises, in dem sich die gesamte Schöpfung wiederfindet, aus dem sie entstammt. Und zu dem sie als sie selbst, gewiß, und nur so, sich doch geeint findet. Befreit aber von der Notwendigkeit, sich selbst einen Rahmen des Seins zu geben, der sein taggebundenes Tun hält.
Nicht durch Auflösung in ein Nichts, wie es im Osten vorherrscht, durch Auslöschung des Alltäglichen, Kurzgebundenen, Engeren, das einen Scheinfrieden bringt, aber zugleich die Schöpfung auslöscht. Sondern durch Heimbringen, als einem Zusichselbstbringen, ein Zumursprungbringen, im Sein. Damit befriedet es die Welt, die sie in ihrem Wert, in ihrer Schönheit und Fülle in alles ihr Mögliche erhöht - statt sie zu entwerten.
Weil dieses Ziel da ist, kann auch der Weg dazu nicht abgekürzt werden. In einer disparaten Welt, die in sich widersprüchlich und zerrissen ist, in die wir ohne es gewollt zu haben aber hineingezogen sind, können wir nicht einfach "heraussteigen". Wir müssen die Wege freischlagen, die Schlingen entwirren, in denen wir stecken. Dazu braucht es die Philosophie, den Verstand, die strenbe Logik, als Verpflichtung des Gewissens. Erst dann werden wir frei, und zwar als Ganze, in denen wir nicht einen Teil - und sei er in noch so frommen Stimmungen und Gefühlen - bergen, den Rest aber abwerfen, ausschließen können. Man kann Mäntel, die man angezogen, nicht anders verlassen, als aus den Ärmeln wieder herauszuschlüpfen, auf demselben Weg, auf dem wir sie angelegt haben.
Freitag, 29. März 2013
Widerspruch und Gegensatz
*Aus gegebenem Anlaß sei etwas Wichtiges hinzugefügt: Es taucht nämlich gar nicht selten die Behauptung auf, daß Gott und Satan in eines zu denken seien. Aus genau dem obgenannten Grund. Wer so denkt, übersieht, daß er dabei Gott als Geschöpf, als weltliches und damit gedankliches Ding denkt, und zudem die Freiheit der lebendigen Geschöpfe völlig außer acht läßt. Die Mutualität vieler Dinge bezieht sich aber nur auf die Geschöpflichkeiten. Nicht auf das Sein an sich also. Die geschöpflichen Dinge sind nur vor dem Hintergrund eines Nichts denkbar, das sie von Gott abtrennt, der Möglichkeit des Nichtseins also, die das Sein an sich ja nicht haben kann. Wobei das Nichts gar kein Ding der Vorstellung ist, sondern eben die Abwesenheit von Dingen, damit gar nicht vorstellbar IST. Das hat seine Bedeutung im Sprechen darüber, in der Metaphysik. Aber das Wesen Gottes ist eine andere Kategorie, die des Absoluten.
Während Satan in die Kategorie des Geschöpflichen fällt, seine Nichtungsabsicht sich also auf die Schöpfung und damit auf die Bedingtheit bezieht. Weshalb für Gott auch die Begrifflichkeit, die ja auf eine Metapher und damit auf Geschöpfliches zurückgeht, weshalb im Judentum überhaupt teilweise ein Name für Gott vermieden wurde, weil er nie Gott gemäß wäre, versagen muß. Gott ist dem Menschen niemals faßbar, im strengen Sinn kann man von ihm nur ableitungsweise, bildhaft, und vor allem ausschließungsweise sprechen, als das, was er nicht sein kann. Gott ist uns unzugänglich. Nicht aber Satan, der (als gefallener Engel) immer noch an Gott in der Weise des Geschöpflichen teilhaben muß, sonst gäbe es ihn gar nicht. Satan, das Böse, bezieht sich also in seinem Haß zwar auf das Sein, dem er sich immer verdankt, in seiner Möglichkeit aber auf das Geschöpfliche. Die Hypostase Jesu bezieht sich deshalb nicht auf dessen Geschöpflichkeit, er ist kein Geschöpf, sondern als Gott SELBST Wahrheit, in der Gestalt Mensch. Deshalb den Menschen nicht in der Sündhaftigkeit, der Möglichkeit des Nichts gleich. Jesus ist deshalb nur als persönliche Begegnung (soweit überhaupt) begreifbar, nicht als "Lehrer" oder "Religionsstifter" etc., von denen er sich s.o. grundlegend unterscheidet. Von ihm geht die Geschöpflichkeit aus, er ist selber aber nicht Geschöpf, wie jeder andere Religionsstifter oder Lehrer. Synkretisten gehen also von einer völlig inadäquaten, weltimmanenten Kategorie aus, sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Die Schlüsselfrage nach Jesus ist: "Wofür halten mich die Menschen?". Es ist die Frage, ob man glaubt, daß er Gott selbst ist.
In einer Diskussion ist einmal der Einwand aufgetaucht, daß doch Jesus selbst der Versuchung unterlegen wäre. Er müsse also offenbar doch versuchbar gewesen sein. Nun, der Gang Jesu in die Wüste vor dem Beginn seines öffentlichen Wirkens zeigt nur eines: Daß Gott als Mensch auch die Historizität des Menschseins auf sich nahm, weil es Menschsein als Geschöpf ohne Geschichte nicht gibt. Er mußte auch selbst - als Mensch - begreifen lernen, daß er Gott ist, dieses Gottsein in sein Menschsein auf allen Ebenen, also auch als reifer, herangewachsener Erwachsener mit realer irdischer Geschichte, hineintragen. Nur auf diese Ebene bezieht sich die Versuchung Satans, der die wirkliche Kategorie Gottes ja selbst gar nicht erkennt - das zeigt sich ja in der Versuchung im Paradies: "Sein wie Gott" ist sein Losungswort. Der Mensch soll über dieselbe Schwelle stolpern, über die er gestolpert ist, die er nicht erkannt hat. Hätte Satan Gott erkannt, so hätte er, an dem - Lucifer, Lichtbringer - die gesamte Schöpfung (aber auch er selbst: als Geschöpf, als Engel) hing, gegen ihn entschieden. In der Versuchung in der Wüste hätte er, wenn man so will, das öffentliche Wirken, das Erlösungswerk selbst gefährden können bzw. war das seine Absicht: als Eingriff in die Selbstbewußtwerdung Jesu als Mensch. Niemals aber hätte er Gott stürzen können, der als Sein das Gute ist.
Aber er hat Gott eben verkannt. Jesu klare Zurückweisungen zeigen damit die Vollannahme seiner Sendung als Mensch, aber in unserem Sinn als Gefallene versuchbar war er nicht. Gott KANN gar nicht das Böse wollen, es wäre ein Widerspruch in sich. Genau das hat seine Reaktion ja gezeigt. Ein Moment, das später sogar noch in der Ölbergnacht und am Kreuz kurz aufblitzt, und für die Erlösungstat selbst wesentlich ist, weil sie erst das Menschsein ganz, bis ín den letzten Winkel hinein, in diese Wirklichkeit Gottes - in der möglichen Teilhabe als Geschöpf, die aber menschliche Antwort braucht - hineinnimmt. Weil Jesus so die (bildlich gesprochen) letzte Reserve des Menschseins (als Sein zu sich, ein Akt, kein passives Faktum) noch aktiviert.
Mit einem wesentlichen Detail: Auch Jesus hat den messianischen Auftrag erhalten - sich ihn nicht einfach aus dem Finger gesogen, weil er sich selbst für gut hielt. Das tat er nämlich gar nicht: Der Anfang der Erkenntnis Gottes liegt in einem zerknirschten Herzen, der entscheidend Grund, warum Satan Gott NICHT erkennt. Abgesehen von den Einflüssen, die man sich in seinen ersten 30 Jahren nur vorstellen kann, steht am Anfang seines Auftretens als Messias - und von da an auch erklärt er den Tempel der Juden, den bisherigen Gottesdienst, für ungenügend, er wird ihn übersteigen - die demütige Taufe durch Johannes, und von ihm bereits, aber dann von der Stimme, der herabkommenden Taube, erhält er die definitive Sendung: Als Sohn Gottes.
Nur der Frevler ernennt sich selbst. Jesus erhielt seine Ernennung von außen, und als Sohn Gottes kann nur Gott Vater für ihn zeugen, kein Mensch, beginnend bei der Verkündigung an seine Mutter.