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Sonntag, 15. Mai 2022

Wie im Himmel so auf Erden (3)

Alles Werden ist ein Geheimnis - In alle dem, was ich in meinem Leben erlebt udn erfahren habe (und lusitgerweise gerade in diesem vergangenen Jahrzehnt, in dem ich es auf mir kaum begreifliche Weise zu einer Art "Berühmtheit" in Österreich "geschafft" hatte, ist nämlich auch ein Eindruck erwachsen, als wäre ein Bild viel zutreffender, geht es um Menschen und ihre Positionen und Leistungen: Daß die Welt und die Geschichte, daß das, was wir so als Weltgeschehen erleben, viel eher mit einer zufälligen Spielkiste zu tun hat, ind er es nachgerade gleichgültig ist, wer wohin gelangt, und wie und warum was erreicht. 

Das große Geschehen ist eine Frage des "Zufalls", tatsächlich natürlich von etwas ganz anderem: Von Gottes Liebe udn Vorsehung, in der er die Menschen zu sich führen möchte. Und was immer dazu nötig ist, was immer dem Einzelnen dazu zu überwinden nötig wäre, was immer den Einzelnen dazu befördern könnte, DAS FÜHRT GOTT DIESEM AUCH ZU. 

Samstag, 14. Mai 2022

Wie im Himmel so auf Erden (2)

Das Größte im Kleinsten - Und hier schließt sich der Bogen des heutigen Morgens.  An einem Punkt, an dem er sienen Ausgang genommen hatte, und von wo er aufgescheucht seine Runden trabte, und ansetzte einen der Fäden nun einfach aufzunehmen, daran zu ziehen, und auf den weißen Bildschirm zu befördern, gespannt, was sich nun zeigen würde. Es begann bei Menschen, die überfordert waren. 

Es begann mit über einem Papier des Huon von Bordeaux aus dem 13. Jahrhundert. Anhand dessen sich irgendein (mir völlig unbekannter) Nachwuchshistoriker der dabei doch so wuchtigen Frage näherte, wie es denn um die Qualität der Könige und Herrschenden im MIttelalter aussah. Den anhand des Gesangs de "Geste", die dieser Huon hinterlassen und die es in zweieinhalb Abschriften über die Zeiten geschafft hatte, werden einem mit einem mal Dinge klar, die man so nebenbei immer wußte, aber vielleicht doch einmal mehr wieder vor Augen stellen sollte. Um nämlich das Gleichgewicht wieder herzustellen. 

Freitag, 13. Mai 2022

Wie im Himmel so auf Erden (1)

Wir haben nicht die Bosheit entdeckt, die frühere Zeitalter nichts wußten. Wir gehen nur anders damit um. Dabei sind es gar nicht die Menschen, die sich hier verändert haben, die "Massen", sondern nur die Art, wie wir sie sehen. 
 
Die Masse - Auch die "Masse", auf die man so verächtlich herabblickt, ist ja so ein dummstolzer Begriff der Neuzeit. Der eigentlich nur verleumden, nichts erhellen soll, weil er die natürliche hierarchische Verfaßtheit der Menschheit und des Menschseins attackiert, schlecht redet, ohne ein haltbares Konzept dagegensetzen zu können. 

Vielmehr soll die pauschale Verteufelung der Gruppe als Teil jedes individuellen Daseins, als Element der Identität, ausgelöscht werden. Deshalb wird auch klar, worum und um wen es in diesem Spiel der Verteufelung "der Masse" oder des "Massenmensche" überhaupt geht" Es geht um die revolutionäre Ausschaltung der traditionellen Institutionen, die diese "Massen" bergen, ordnen, und im besten Sinn durch eine hierarchische Struktur "lenken". 

Sonntag, 27. Februar 2022

Tu es Petrus (2)

Vom Brötchenbacken. Und davon, den Papst einen guten Mann sein lassen.Steve Skojec ist  samt seiner Familie, die er zuvor schon fast verloren hatte, weil die seine Art der Selbstsicht nicht mehr verarbeiten konnte, in die "Wüste" gezogen, und abgetaucht. Er bäckt seither Brötchen, die ihm ganz sicher angemessener sind. Man merkt es an der Art wie er darüber schreibt. Und man merkt daran auch, WIE SEHR er sich übernommen hatte, wie sehr er sich überschätzt hat (und das nicht zum ersten mal, wie man sieht, kennt man seine Lebensgeschichte), und wie sehr er beim kleinen Einmaleins des Glaubenslebens immer hätte bleiben sollen, und nun, richtigerweise, wieder ansetzt. Wo er persönliche Befindlichkeiten an seine "letzten Treuen" durch den Äther schickt, deren literarisches Niveau (unter uns gesagt) ziemlich besch...eiden und deren Thematik ziemlich uninteressant ist.

Genau darum geht es auch in dieser Angelegenheit Papst Franziscus und Coronaimpfung, oder, wie vor ein paar Monaten, bei seinem Rundschreiben Traditionis. Überall kann man dasselbe Prinzip erkennen. Riesige Aufregung hier - kaum merkliche laue Lüftchen in der Realität. Hinter dem Aufblasen päpstlicher Meldungen und Meinungen steht also ein ganz bestimmter Wille, nämlich der, sich zum Richter über den Papst, ja letztlich zum Papst selbst aufzuspielen. Es ist dieses Aufblasen, werter Leser, dieses Wichtigmachen, da an den social media so katastrophal falsch ist, und seinen Beitrag zur Verwirrung der Gegenwart liefert. 

Samstag, 26. Februar 2022

Tu es Petrus (1)

Besteht eine Pflicht, Internet, social media, Fernsehen oder Zeitungen zu konsumierenn und zu konsultieren? Nein. Auch wenn es den speziellen Fall gibt und geben kann, daß ich mir eine Meinung zu etwas bilden muß, und dazu solche vorgeblichen Informations-Medien brauche, etwa weil ich eine Entscheidung treffen muß, habe ich nicht die Pflicht, mich an irgendwelchen Mediendisputen zu beteiligen, oder in meinem sozialen Umfeld daran teilzunehmen, oder überhaupt mir eine Meinung zu bilden. 

Es wird heute meist vergessen, daß ich nicht die Pflicht habe, mir zu allem eine Meinung zu bilden. Und wo das still und verborgen geglaubt wird, wo eine Art innerer Druck besteht, das tun zu sollen, und zu allem Stellung zu nehmen, ist es einer Marketingstrategie der Medien zuzuschreiben, oder diesem irrwitzigen pädagogischen Ansatz des "mündigen Bürgers", der genau so verstanden wird: Als jemand, der zu allem eine Meinung hat. 

Warum schon wieder eine so umständliche Einführung? Weil es um ein Thema geht, das diesen Hintergrund braucht, um ihm an den Leib zu rücken. Und das ist - der Papst. Nicht das abstrakte Papstamt, das steht sowieso außer Frage, weil die Kirche nur an einem konkreten Menschen - nein: Apostel! also: Bischof, als Vollpriester (alle anderen Priester haben nicht alle Vollmachten, die auch der Bischof hat), als voller alter Christus - aufgehängt sein kann, der noch dazu der Verheißung Jesu nach "von dern Pforten der Hölle nicht zu überwinden" ist. Der also letzthinniger Garant für die Präsenz der unverfälschten Wahrheit auf Erden ist. Es geht um den konkreten Papst, es geht um Papst Franziscus. 

Donnerstag, 30. September 2021

(Nicht mehr ganz so katholizistische) Gedankensplitter (34)

QR AUF tv
Je mehr Apokalypse desto mehr Spenden. Die Masche der Gauner war nie eine Masche der Kirche.- Was John Henry Westen da macht und betreibt, verbindet ihn aber nicht nur mit Steve Skojec, der darauf sogar eine Existenzform für seine zehn-, nun elfköpfige Familie gemacht hat. Sondern wie die Pilze schießen in letzter Zeit die Medienplattformen aus dem Erdboden. Die alle eines wollen: Unser Geld. 

Und die alle mit derselben Masche arbeiten, die ich hier offen als Gaunermasche bezeichne: Je mehr Apokalypse desto mehr Spenden. Das hat vor den Kirchentüren und am Marktplatz funktioniert, am besten gefördert von einem amputierten Bein, das neben der Spendenbüchse liegt, und es funktioniert scheinbar jetzt. Zumindest glauben auffallend viele daran, daß das ein Geschäftsmodell sei. (Was ich für einen Irrtum halte, das nur nebenbei.)

Mittwoch, 29. September 2021

(Immer noch katholizistische) Gedankensplitter (33)

Ich bin der Papst. Ich. Der nicht. Zumindest bis ich ausgebrannt bin. Das Übergreifende diesmal? Ein Streit innerhalb der Narzißmusfamilie. Und deshalb ziemlich zeittypisch.  - Da schreit jedoch ein John Henry Westen die nächste Schlagzeile in die Welt. Diesmal ist Franziskus schon "apokalyptisch" häretisch. Warum? Ja, und das sollte der Leser nachschlagen, es ist online: Weil er angeblich für homosexuelle Partnerschaften Partei ergriffen habe.
QR LifeSiteNews

Seltsam, ich kann diese Passagen nicht finden, die apokalyptisch häretische Aussagen sein sollen. Im Gegenteil, erscheint mir die Erzählung von franziskoiden Plaudereien im Flugzeug am Rückflug von einer nächsten Pastoralvisite die Schilderung eines Menschen, der versucht, diesen Eiertanz zu vollführen zu plaudern ohne Häresien zu verbreiten, zu denen ihn die weltliche Presse pausenlos verführen will (und der Argentinier latscht in seiner ungebrochenen Eitelkeit auch tatsächlich wieder und wieder drauf).

Es ist nichts Häretisches erkennbar, wenn der Papst sagt, daß homosexuelle Partnerschaften vom Staat geregelt sind. Sodaß jeder, der seinen Lebenspartner absichern, versichern, und was auch immer will, das mit den geltenden Gesetzen tun kann. Nur eines - und das sagt er immerhin und explizit - kann sowas nie sein: Eine sakramentale Ehe!

Ja was soll er sonst sagen? Alles - und den Eindruck, daß Leute wie Westen, ja ganze kirchliche Gruppierungen das vom Papst verlangen, muß man haben - zurecht rücken, was seit Jahrzehnten auf der Erde überhaupt schiefläuft? 

Dienstag, 28. September 2021

(Katholizistische) Gedankensplitter (32)

Mal wieder ein paar kirchliche(re) Geschichten gefällig? Ein paar verfolge ich ja noch, die meisten lohnen ja nicht, sodaß ich mehr und mehr meine Tagesroutinen geändert und vieles rausgeschmissen habe. So wie OnePeterFive.
 
QR Skojec unterwegs
Deren Gründer, Steve Skojec, in einer an Panik erinnernden Reaktion deren Chefsessel verlassen hat. Er mußte sich wieder einmal neu erfinden. Sodaß er nun samt seinen acht Kindern, Frau und Großpapa quer durch die USA zu rasen, und an der anderen Seite einen neuen Lebensmittelpunkt zu suchen. Interessant, was er so berichtet. Nicht WEIL es interessant wäre, sondern als Fallbeispiel, im Text hinter dem Text, in den Zeilen zwischen den Zeilen. 

Man kann durchaus mehr darin sehen, wenn er schreibt, daß die Kinder das erneute Wegziehen (diesmal aus Arizona) bedauern. Sie müssen ihre Freunde und die vertrauten Wege und Lebensvollzüge verlassen, um völlig neu anzufangen. Interessant deshalb, weil es offenbar nur der Vater, Steve Skojec ist, der die ständig (hitze-)braune Umgebung zu hassen begonnen hat, und nie dort Wurzeln fassen konnte. Nicht in der Kirchengemeinde (die fünfzig Kilometer entfernt ist, denn die normale Pfarre reichte ihm nicht, es mußte eine liturgische Alte Messe-Gemeinde der Petrusbrüder sein, mit deren Priester er sich aber zerstritten hat. 
 

Montag, 2. August 2021

Scharfkorn nach der Montagsvesper

Der Gehorsam schließt den Bogen, und: Die Anmerkungen. - Wie generell die Dinge der Welt ihrem Wesen nach ein Hereinsenken der (geistigen) Form in die vorausgehende, aufnahmebereite und disponierte Mater-ia sind. Nicht zufällig ist deshalb die Gottesmutter Maria Urbild der Kirche! Welche wiederum das Urbild der gesamten Schöpfung ist, das seit dem Sündenfall von einer faktischen Welt überlagert wurde, aber darin wie Gold in Tonnen von Erz steckt.

Was ihr mit der Unbefleckten Empfängnis geschah ist das Urbild aller Schöpfungsvorgänge, die eine Analogie (!) zu diesem Zeugungsprozeß Gottes in der disponierten Materia (der allzeit reinen Jungfrau) sind. Die aus der Seite des Mannes genommen ist, und deren Wesen der Gehorsam ist, um Form annehmen zu können! Weshalb Gottes Dritte Person in Jesus von allem Anbeginn an, und aller Schöpfung vorausgehend weil, wie gesagt, deren Urbild, Mann sein mußte.

Sonntag, 1. August 2021

Süßlikör zur Nachmittagstorte

Das Wesen der Dinge - Wobei die heikle Frage erst einmal zu beantworten wäre, ob eine Gebets- und Opferform die noch dazu einmal verbindlich installiert worden war - die "Alte Messe" geht nicht nur oder gar nicht erst auf das Konzil von Trient bzw. Pius V. zurück, sondern sie ist die in dieser Form am längsten erhaltene, durchgängig also aus der Tradition stammende, also von jeweiligen historisch-zeitgeistigen Strömungen weitgehend freie Liturgie des Opfers - überhaupt VERBOTEN werden kann. Eine Messe, eine Liturgie, die noch dazu zahllose Heilige hervorgebracht hat. Weil das dem jedem kirchenrechtlichen Befugnis vorausgehenden göttlichen Recht (wie bei der Ehe) widersprechen würde.
 
QR Mosebach auf CNA
In einem inneren, geistigen Sinn sicher nicht. Denn die Sakramentenliturgie kann man nicht erfinden, das theologisch begründete Sakrament und seine Liturgie sind untrennbar, eines bedingt das andere. Da gibt es nichts zu erfinden, und da gibt es nichts zu verbieten. Martin Mosebach weist in einem ironischen Kommentar auf CNA darauf hin, daß das Motu proprio von em. P. Benedict XVI. deshalb gar kein Disziplinarschreiben war wie "Traditionis Custodes", sondern vielmehr ein theologisches. Das hat P. Franziskus wohl verkannt, denn dagegen kann man nicht einfach mit einem Rülpser zum Frühstück vorgehen, da muß man auch theologisch argumentieren. Denn P. Benedict wies darauf hin, daß etwas ganz anderes vorliegt: Dieser "Alte Ritus" unterliegt durch die ungebrochene Tradition göttlichem Recht, und seine Ausübung KANN (im theologischen Sinn) GAR NICHT VERBOTEN werden. Darauf aber, so Mosebach, geht P. Franziskus gar nicht ein, das ignoriert er, und verlagert sich rein auf die Disziplin.

Wenn, dann kann er auch nur in diesem Sinn "dagegen" vorgehen (und nur darum geht es auch, P. Franziskus tut es in einer fast fanatischen, damit angstvollen Weise), im Sinn notwendiger Disziplin. Ausrotten kann er den Ritus damit also nicht, aber hier gibt es doch (allerdings nur konkret gemachte) Einschränkungsmöglichkeiten. Sprich: Die Ausübung kann nicht verboten werden. Wohl aber die Abhaltung im Einzelfall. Hier nicht, dort nicht, dann nicht. Das hat deshalb seine Bedeutung, weil Gnadenleben (was im übrigen auch das schlagendste Argument gegenüber der Wahrung der Tradition ist) zuerst den Gehorsam verlangt (der immer ein Einzelfall ist), und Gehorsam (auch allgemein gesehen) dem bloß Richtigen vorausgeht. Man lese die wunderbaren Elogen des Hl. Bernhard von Clairvaux dazu.

Magenbitter nach dem Sonntagsbraten

Es geht überall um den Gehorsam, denn er bzw. der Mangel an ihm ist es, an dem unsere Kultur zerbrochen ist, so einfach ist es; da braucht man gar nimmer weitersuchen, und hochgelahrte Theorien heranschleppen. Er ist der Kitt jeder Ordnung. - Was, auch ein Skojec, dieser Gründer von OnePeterFive? Ja, auch ein Skojec. Weil das, was er seit Jahr und Tag selber macht, was er als Bewegung zu etablieren versucht (und kläglich daran scheitert, weshalb er von Mal zu Mal größere Lebenskrisen bekommt), ist die Revolution von unten, ist die technizistische Selbstautorisierung und Autonomisierung des Menschen, ist dessen Aufwiegelung, seinen Ort zu verlassen, um über das Richtige (zuungunsten des Wahren, das ein unendlich übergreifendes Insgesamt ist) die Kirche zu retten. Besser lügt auch kein Kommunist.

Gerade dieses aktuelle Aufbegehren zeigt es erneut, ja zeigt es klarer denn je. Wo es um den Widerstand gegen die päpstliche Anbindung des Meßritus an die Diözesanbischöfe geht. Was VÖLLIG RICHTIG ist. Denn was Ratzinger (aka Benedict XVI.) machte war falsch. Der eine Entwurzelung akzeptierte zugunsten einer vielleicht (und dabei ohnehin nicht realisierten) Einigung mit der Gemeinschaft Pius X. 

Freitag, 20. März 2020

Pars pro toto

Was ist es nur, was den VdZ mehr als zurückhaltend macht, wenn er - wie im Video, wie bei OnePeterFive aber generell - Menschen über eine nicht nur notwendige, sondern von ihnen zu erbringende Restaurierung von Kultur und Form diskutieren hört, die in schlabbrigen T-Shirts vor dem Mikrophon sitzen, jeden duzen, und sich größter eigener Freiheit rühmen, weil (oder: und dabei) jede Form im persönlichen Umgang, jede Reserviertheit in der persönlichen Sprache vermissen lassen. 

Die von sich behaupten, daß ihre (kritische) Stimme als Graswurzelbewegung im Konzert derjenigen, die von Kirchenkrise reden, unverzichtbar ist, und die die Bedeutung der (alten) Liturgie für so wesentlich bei einer Erneuerung zu halten vorgeben. Die zwar innerkirchlich von Demokratie wenig zu halten behaupten, aber jeden ihrer Leser aufrufen, die Initiative zu ergreifen, wenn es um Kritik an Papst, Bischöfen und der Kirche geht, weil jedes Lesers Stimme so bedeutend für eine Veränderung ist? Ja, die gar noch von Tradition und deren Bedeutung schwafeln, wo die Sache dann endgültig unerträglich wird?

Warum glaubt der VdZ also denn nicht, daß von solchen Kreisen oder Personen auch nur irgendein wirksamer, wirklicher, ernstzunehmender, dem Aufbau einer Kultur dienlicher Impuls zu erwarten ist? Warum hält er also denn solche Gespräche wie das hier vorgestellte - pars pro toto - nur für einen weiteren Tropfen in einem Meer des Gelaberes, das sich auf "konservativ-katholischer" Seite* zusammengebraut hat?






*OnePeterFive (1P5 - schon alleine dieses Kürzel der amerikanisierten englischen Sprache!) - steht ja nur für eine kaum noch zu überschauende Zahl von Seiten und Blogs, die sich der "Rettung der Kirche" gewidmet haben. Wobei die Seite von Steve Skojec sicher nicht die schlimmste aller derer ist, wiewohl sie exemplarische Merkmale hat.


*080320*

Sonntag, 9. Februar 2020

Handeln hat immer seine Zeit (2)

Teil 2) Es ist vor allem ein Problem der Medien



Form und Inhalt sind nicht trennbar. Deshalb ist der Anspruch, übers Internet "Wahrheit" zu verbreiten, schlichtweg dumm, in den meisten Fällen einfach bequem, vor allem aber kreuzscheu. Denn die Acedia hat mit Kreuzscheu zu tun. 

Heute, nach sechs oder sieben Jahren Bergoglio mit "Kritik" zu kommen ist hingegen zu spät. Denn die Zeit ist ein wichtiger Faktor. Am Anfang hätte man ihm begegnen müssen, sofort und knallhart. Aber zu warten, bis sich der Argentinier und alles, was er mit sich geschleppt hat, ein breites Fundament schafft, und damit eine eigene Wirklichkeit annimmt, war falsch. Nun haben wir es mit einem neuen Phänomen zu tun. Und dieses verlangt ein neues Vorgehen, eine neue Verhaltensweise. Die in diesem Fall in den Augen des VdZ nur so aussehen kann, daß man sich zurückzieht. Auf das zurückzieht, was das Wesen des Katholischen eigentlich ausmacht: Die Hingabe ans konkrete, partielle Leben in den Pfarren und Diözesen, in die man hineingeboren wurde.  

Dort ist der Ort, wo man sein Leben in Christo zu vollziehen hat. Was immer an social media-Geräusch den Äther erfüllen mag. Diese Schlacht ist nie zu gewinnen. Sie ist aber gefährlich verführerisch, sein christliches Leben, das Kreuz, in Twitter-Schlachten, Stellungnahmen und Richtigstellungen erfüllt zu sehen. 

Deshalb hält der VdZ das, was sich an Wortgefechten und "Kämpfen" im Internet abspielt, die Szene der Kritik an Bergoglio, heute außerhalb des Kairos. Sie ist irrelevant und langweilig. Und nutzlos. Aber nach wie vor gefährlich, weil sie die Ebene des Kreuztragens auf die Ebene von Propaganda (s. u. a. J. Ellul "Propaganda"), also auf eine zweitwirkliche Ebene verschiebt. Die eine neue Schichte des zweitwirklichen "Katholikentums" hervorbringt. Zu der auch Steve Skojec mit "OnePeterFive" gehört.*

Die nicht zuletzt in allen ihren Disputen und Diskussionen einen (sehr amerikanischen) Fehler machen: Die Fehlbeurteilung dessen, was die seit zwanzig, dreißig Jahren durch Internet und social media völlig veränderte Medienlandschaft bietet. Die nicht der Wahrheit eine neue Ebene vermittelt hat, die ansonsten unberührt bleiben könne, sondern die eine virtuelle Welt der Versuchung aufgestellt hat, nicht mehr zu sehen, was Handeln überhaupt bedeutet. Wo aber das Wort nicht zum Handeln wird, analog zu Gott, von dem kein Wort ausgeht, das nicht wirklich ist und damit real wird, da sollte es besser in der Brust bleiben. Ohne diese Dimension der Reflexion der Medien ist jede Diskussion über Bergoglio sinnlos, weil die Art seines Wirkens gar nicht begriffen wird. Über was sonst aber sollte man sich den Kopf zerbrechen? 

Ob der Querschluß zulässig ist, daß die neuen Medien vor allem von jenen als so relevant bezeichnet werden, die freudig diese neue Art der Kreuzesvermeidung aufgreifen, um sich so vorzumachen, daß sie doch am Seinstrom der Welt angeknüpft geblieben wären, also am Puls des Blutes der Wirklichkeit Christi wären, das mag der Leser selbst beurteilen. Der Schizoide jedenfalls, das kann immer gesagt werden, darf gar nicht nach seinen Worten, sondern muß nach seinem Handeln, muß nach seiner wirklichen Wirklichkeit - als Gestalt - beurteilt werden. Und nur darauf darf reagiert werden. 

Das Erkennen des Schizoiden ist nicht einfach eine Sache der Richtigkeit von Aussagen, sondern der inneren Festigkeit, die Wahrheit nicht im Gerede, sondern in der Gestalt WEIL IM WESEN zu erkennen. Und da ist das erste Kreuz, dieses Urteil durchzutragen, auch wenn die Worte und Aussagen es scheinbar nicht stützen. Das Problem mit dem gegenwärtigen Papst aber ist in vielem ein Problem, das man sehr durch Reflexion der aktuellen Medien begreifen lernt. Die an sich ein Problem des Schizoiden sind.**

Die genau das nicht getan haben, was ihnen fast durch die Bank zugeschoben wird: Die Welt verändert. Genau das haben sie nicht. Sie haben nur die Art verändert, wie wir der Welt begegnen, und das hat katastrophische Ausmaße angenommen. Denn die Neuen Medien haben uns von der Welt und Wirklichkeit ... abgezogen. Dazu verführt, in eine Scheinwelt eines Scheintheaters abzudriften, anstatt uns mit der wirklichen Wirklichkeit zu konfrontieren, ja diese noch zu sehen. Sie haben uns also auf ein unfruchtbares Abstellgleis geschoben. Umso mehr wird alles getan, daß wir auch fest an ihre Relevanz zur Wirklichkeitsbewältigung und zum Verstehen der Gegenwart glauben.



Nachsatz: Zum Wesen von Twitter (bzw. der Neuen Medien) hat der VdZ schon vor Jahren zahlreiche Artikel ins Netz gestellt, die der Leser gerne noch abrufen kann. Im Speziellen sei auf die Verbindung mit Papst (damals Benedict XVI.) hingewiesen.



*Warum das sehr typisch "amerikanisch" ist (auch wenn es uns in Europa, ja die halbe Welt längst erfaßt hat)? Spannen wir einen kleinen Bogen, damit der Zusammenhang leichter nachvollziehbar wird: Zweitwirklichkeit (=Pseudologie) als rationalisiertes Schein- und Ersatztheater von Wirklichkeit - Amerikanismus als zweitwirkliche, positivistische Idee von Identität (statt Verwurzelung) - die Rolle der Medien in dieser Art von Demokratie - die Art, überhaupt Welt wahrzunehmen: Als und in Zweitwirklichkeit, was wiederum die Rolle der Medien verstärkt, einerseits, und anderseits diese immer irrelevanter weil wirklichkeitsferner macht.

**Bergoglio hat nicht, wie in Verkennung behauptet wird, die Rolle der Medien "begriffen", sondern lebt - als Mensch der Zweitwirklichkeit, also des Schizoiden! - selbst in dieser Scheinwelt. Und kommt deren Erwartungshaltungen voll entgegen, hat sie mit beiden Armen umgriffen. Gegenfrage: Was bliebe von seinem Pontifikat ohne Neue Medien wahrnehmbar und relevant?




Samstag, 8. Februar 2020

Handeln hat immer seine Zeit (1)

Der Grund, warum der VdZ seine erste und sehr grundsätzliche Kritik an Papst Franziskus aka Jorge Bergoglio mit dem sperrigen Titel "Vom Wesen des Schizoiden" betitelte, ist leicht erklärt: Schon nach den allerersten Äußerungen und Taten dieses Papstes war ihm klar, womit die Kirche es da zu tun hat. Mit DER Krankheit dieser Zeit, dem Schizoiden.

War bedeutet Schizoidität? Sie bedeutet eine Diskrepanz, ja einen Widerspruch zwischen dem Reden, Sagen, den Worten eines Menschen (und damit dem Denken) und seinem Tun. Sie bedeutet einen unvereinbaren Widerspruch zwischen dem, was man an der Gestalt erfährt, und dem, was diese Gestalt sagt, daß dieses Handeln "sei". Wenn wir betrachten, womit wir es heute in erster Linie zu tun haben, dann ist es genau das. Das Handeln läuft wie ein Eisenbahnzug, während die Dispute völlig wirkungslos scheinen. Auch, weil die Begriffe vom Lügner entwertet, entleert, auf den Kopf gestellt werden. Der damit einen Schleier des Nebels über alles wirft, damit die Wahrnehmung vom wirklichen Geschehen abgelenkt wird.

Um das zu erkennen braucht es vor allem Menschenkenntnis und Erfahrung. Und zwar vor allem Führungserfahrung. Man muß diese Form der Lüge (leidvoll) erfahren haben um erkannt zu haben, daß es falsch ist, sie mit der eigentlich anzuempfehlenden Art zu reagieren zu bedenken: Dem Abwarten, und der Suche nach dem Guten, das in diesem oder jenem doch auch enthalten sei. Gutes ist immerhin auch im Bösen, im wirklich Bösen enthalten, das sollten wir in diesem Zusammenhang nicht übersehen!

Dem VdZ wurde seinerzeit vorgeworfen, er sei "zu schnell" gewesen. Er habe "zu voreilig" geurteilt, OBWOHL (und zwar dieselben Kritiker!) meinten, er habe in allem Recht behalten. Einer meinte gar, sein Urteil sei zwar richtig, wie sich herausgestellt habe, aber es "zu intuitiv" gewesen. Da habe er es noch nicht "wissen" können. 

Lassen wir einmal weg, was sohin als "Gewußtes" gesehen wird. Schon darin scheinen sich manche Geister zu scheiden. Nehmen wir uns vielmehr den Charakter dessen vor, was "Intuition" bedeutet. Also dieses in einer Idee geschehende Hineinsenken "von oben", vom Geist her.

Aber es hat Intuition nicht mit einem Herabsenken einer objektiv in seinen Maßen definierbaren Idee zu tun, sondern hat mit der Fähigkeit des mit dieser Eingebung Bedachten zu tun, aus einer bestimmten Konstellation von Realitäten und Tatsachen den Zielpunkt der angelegten Tangenten zu erkennen. Und das hat auch viel mit Erfahrung zu tun. Wir alle kennen ja den Fall, daß jemand, der in irgendeinem Fachgebiet sehr kompetent ist, weil er sich schon lang damit befaßt hat, und weil er sich vor allem tief damit befaßt hat, schon aus kleinsten Dingen den Gesamtcharakter erfassen kann, mit dem er es bei einem bestimmten Phänomen zu tun hat. 

Wahrheit hat mit Kairos, dem richtigen Moment mehr zu tun, als mit Richtigkeit. Was morgen zu sagen ist - um zu handeln - ist etwas anderes, als es das heute ist.

Der Irrtum so vieler in der Beurteilung (=Stellung zu) Bergoglio war also nicht, daß sie zu lange gewartet haben, um ihm eine (christliche) Chance zu geben, war also nicht besondere christliche Tugend, sondern es war schlicht ein Mangel. Ein Mangel an Erfahrung und damit an Haltung zur Wahrheit selbst. Denn auf Internet-, Medien-, Twitternachrichten zu starren, um daraus das eine oder andere "Richtige" zu destillieren, das dann doch ein Gesamturteil über die Gestalt selbst zu ermöglichen, ist nicht christlich, sondern es ist ... inkompetent. Zumal die neuen Medien (social media), das Internet, nicht einen neuen Höhepunkt in der Stellung der Wahrheit bedeutet, sondern die Verlagerung der Wahrheit auf Rationalität, die bekanntlich bestenfalls Material der Wahrheit ist, aber nicht Wahrheit selbst. Die ohne Geschichtsmächtigkeit - im Kairos - nicht denkbar ist. Denn sie ist letztlich Person.

Morgen Teil 2) Es ist vor allem ein Problem der Medien





Dienstag, 14. März 2017

Kirchliches Etablieren von Dämonien (2)

Teil 2) Warum der Kirche ein nächster Mißbrauchsskandal bevorsteht




Es gibt auch mittlerweile eine Reihe von Studien zum Verhalten sogenannter "monogamer homosexueller Beziehungen", eine Form, die angeblich tolerabler wäre. Sie zeigen übereinstimmend, daß dies erstens für kaum die Hälfte der offiziellen Partnerschaften überhaupt zutrifft, und zum anderen nur kurze Zeit tatsächlich "monogam" bleiben. Über kurz oder lang werden praktisch überall von zumindest einem der Beteiligten weitere Sexualkontakte aufgenommen, wenn auch mit vielfacher Rechtfertigung, etwa einer "emotionalen Treue", also "Sex ohne Gefühl". 

Auffallend einige weitere Fakten. Rund sieben Prozent aller Jungen berichten, daß sie in ihrer Jugend mit gleichgeschlechtlicher Sexualität konfrontiert waren, aber nur ein Prozent der Frauen. Das hat ganz gewiß mit der schwierigeren Identitätsbildung des Mannes zu tun, denn dieser muß eine Extra-Leistung (sozusagen) erbringen, sich aus dem Allgemeineren des Frauseins herausheben, sich also auf die eigene Identität selbst überschreiten. Das ist ja der eigentliche Erwachsenwerdungsprozeß.

Die Rede kommt auch auf einzelne Figuren der Bewegungen der Homosexuellen-Bewegung, etwa Harry Hay. Der im besonderen die "Notwendigkeit von Pubertierenden" in den Vordergrund stellte, Kontakte mit älteren Männern zu haben. Damit eine zum Teil natürliche Bewegung (Vater-Sohn-Identifikation) ein eine rein geschichtlich ikonisierte Homosexualität umdeuteten und damit Mißbrauch propagierten. Und Mißbrauch (speziell wenn in der frühen Kindheit erfahren) spielt (neben Pornographie, auch in der Kindheit!) in der Genese vieler Homosexueller eine große Rolle. Sciambra, im Alter von acht Jahren von Männern mißbraucht, hat mit dreizehn Jahren Porno- und bald Gay-Porn-Videos konsumiert.

Sciambra weist auf eine interessante psychische Konstellation bei Homosexuellen hin, die ein wesentlicher Grund für ihren politischen Aktivismus ist: Der Homosexuelle will seine Lebensweise "prüfen", damit exponiert er sie fast notwendig. Die Rolle der spezifischen Szenen schätzt Sciambra wie immer schon als fatal ein. Denn sie erst bilden diese Identität zur "Normalität" aus, ohne daß das je gelingt (weil sie ja gegen ihre eigene Natur aufstehen), weil sie eine Gemeinschaft mit Menschen bedeutet, die fast alle dieselben Erfahrungen gemacht haben. Und das wird zumindest als beruhigend, "erlösend" erfahren.

Zum Abschluß spricht Sciambra noch einen wichtigen Punkt an, einen Punkt der ihn sehr beunruhigt: Wenn die gegenwärtige Kirche - und nach wie vor ist Homosexualität im Vatikan selbst sogar unfaßbar präsent, und zwar bis in die nächste Umgebung auch dieses Papstes - rein praktisch nicht in der Lage ist, Homosexualität richtig zu sehen, richtig damit umzugehen, so ist für ihn fast sicher, daß die bisherigen Mißbrauchsskandale nur ein erster Höhepunkt waren. Dem bald ein zweiter folgen wird. Wie sollen solcherart korrumpierte Menschen aber überhaupt richtige Entscheidungen treffen?

Zum Abschluß noch ein Link zu einem Bericht im Netz, wo über jenes Wandfresco berichtet wird, das der Erzbischof Vincenzo Paglia von einem homosexuellen Maler in seiner Kathedrale verfertigen ließ und das laut Aussage des Malers in ständiger Absprache entstand. Es unterstreicht, was Sciambra sagt - Jesus, mit dem Gesicht des Friseurs des Malers, zieht in Netzen deutlich homosexuelle Menschen in die Höhe. Das Fresco wirkt wie ein Programm. Papst Benedict XVI. hat aber genau diesen Bischof 2012 zum Erzbischof ad personam ernannt, und ihn zum Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Familie gemacht. Papst Franziskus ernannte ihn am 15. August 2016 im Zusammenhang mit der Errichtung des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben zum Großkanzler des Päpstlichen Instituts Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie und zum Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben. Der Päpstliche Rat für Familie wurde aufgelöst.

Hier ein Bericht des italienischen Fernsehens zu diesem Fresco.






*060817*

Montag, 13. März 2017

Kirchliches Etablieren von Dämonien (1)

Dieser Podcast ist aus mehreren Gründen hörenswert (wenn auch fast zwei Stunden lang). Mit einer Warnung: Er ist nicht jugendfrei! 

Er findet sich auf OnePeterFive, und Steve Skojec spricht wieder einmal mit Joseph Sciambra, von dem hier schon mehrfach die Rede war. Sciambra kommt gerade vom größten "katholischen Ereignis" in den USA zurück, dem, Los Angeles Religious Education Congress, der eigentlich der Katechese gewidmet ist und 40.000 Gäste begrüßen konnte.

Und Sciambras Bericht beginnt, wie wir es längst kennen: Nicht EINER der zahlreichen Vortragenden auf diesem Kongreß habe sich mit der katholischen Lehre in Übereinstimmung befunden, manche auch ganz offen erklärt, die kirchlichen Lehren für falsch zu halten. Dennoch werden gerade diese Leute landauf und landab und ständig zu Vorträgen eingeladen. 

Der gesamte Kongress wirkte auf den Ex-Homosexuellen ("ex-gay-man") Sciambra wie eine einzige Werbeveranstaltung für die LBGT (LesboBiGayTrans)-Agenda. Mit dem klaren Ziel, die katholische Glaubenslehre zu verändern. Auch die versammelte Geistlichkeit stützt diese Anliegen auf verblüffend offene Weise - "gay is o.k." führt sogar so weit, daß man Sciambra, dessen dramatischen Weg er in seinem Buch "Swallowed by Satan" beschrieben hat, ignoriert und maßregelt. Er irre und verwirre.

Die einzige Sünde, die - als Tenor einer katholischen Veranstaltung - ein Homosexueller begehen kann, ist ... den homosexuellen Lebensstil zu verlassen! Mittlerweile ist es schon so, daß wenn Eltern Rat bei katholischen Priestern suchen, weil ihr Kind Tendenzen zur Homosexualität zeigte, diese mit "Tendenzen" zu diesen katholischen Einrichtungen gehen, und als "überzeugte Homosexuelle" zurückkommen. Die Bischöfe haben katastrophal versagt, zumindest in den Diözesen San Franzisco, Los Angeles und New York und sich von der LBGT-Agenda völlig überrollen lassen. Nicht ein Priester, der offen und massiv involviert war und ist, wurde entfernt. Er wurde bestenfalls alibihalber versetzt, blieb dabei aber immer in einflußreichen Stellungen. Hier zeichnet sich ein ähnliches Desaster ab wie es jahrzehntelang bei Mißbrauchsfällen angerichtet wurde.

Sciambras Position ist bekannt - er wirft der Kirche vor, die Homosexuellen total (!) im Stich zu lassen, ja sie schwer zu verraten. Indem die Kirche die irrigen Ansichten über Homosexualität übernommen hat, stößt sie diese Menschen mittlerweile in einen endlosen Sumpf der Verzweiflung, weil nun überhaupt keine Hoffnung mehr besteht, sie sich notgedrungen mit einem Lebensstil abfinden müssen weil sollen, weil regelrecht und offiziell seelsorglich darauf verwiesen werden. Von Priestern, von Seelsorgern, von dem sie selber erleben, daß er sie ruiniert und in eine menschliche Katastrophe führt, aus der es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Stattdessen erleben sie sich als von Gott selbst - weil angeblich "so gewollt" - zu einem Ritt in die Hölle verdammt. Das sagt ein ehemaliger Homosexueller, der alle Tiefen dieses Lebensstils durchlebt hat, ehe er nach vielen Schwierigkeiten (durch Priester selbst) durch einen zufällig doch noch gefundenen traditionellen Priester zu einem Ausstieg aus der von ihm erlebten Hölle fand. Die Pastoral der Kirche widerspricht fundamental dem, was sie selbst als "Lehre" bezeichnet.

Dabei ist der Anteil der Homosexuellen an der Gesamtbevölkerung (entgegen aller Propaganda) sehr klein. Sciambra spricht bei Männern von zwei Prozent, bei Frauen von gerade einmal einem Prozent. Und eine verschwindend kleine Minderheit darunter ist überhaupt an der Kirche interessiert. Die Szene selbst wird dabei immer extremer. Kaum noch eine Perversion, die nicht ihre Angebote und Nachfragen gefunden hat. Freiwillig geht kaum ein Seelsorger in diese Milieus, die meist tief dämonisch geprägt sind. Vieles scheint schon eindeutig als Besessenheit einzuordnen zu sein. Meist wird von den Involvierten selbst nicht mehr als von "Menschen" gesprochen, sie nennen sich "creatures", "pigs" etc. Und Sciambra sieht über die vielen Jahre, die er die Szene kennt, einen klaren Trend in eine Richtung des "Transgender", wo sich alle Grenzen auflösen. 

Sciambra ist auch sicher, daß der Anteil an Geisteskrankheiten in dieser Community, insbesonders in der Transgender-Community weit höher liegt als unter der Normalbevölkerung. Hat die normale Bevölkerung 0,1 Prozent Selbstmordrate, weisen Transgender-Personen eine Selbstmordrate bis zu 13 Prozent, im Versuch von etwa 40 Prozent auf. Ein sicheres Zeichen für die Verzweiflung am Leben, die diese Menschen selbst empfinden.

Dabei fällt auf, daß typischerweise die Eltern, aber vor allem die Mutter die "Andersartigkeit des Kindes" wie ein Orden vor sich hertragen und verstärken. Damit sichern sie sich selbst Aufmerksamkeit. Eine schlimme Form des Mißbrauchs, nebenbei. 

Vielfach wird auch falsch rückgeschlossen. Denn wenn auch auffällt, daß Homosexualität mit einem Mangel an Identifikation mit dem Vater (bei Männern) zusammenhängt (worauf eine Fürsorge-Überreaktion der Mutter häufig ist), so ist ein schlechtes Verhältnis zum Vater nicht einfach ein "Grund" homosexuell zu werden! Die allermeisten Menschen, die mit einem gestörten Vaterverhältnis nicht zurechtkommen - und sie sind auch nur ein Teil der Bevölkerung mit gestörtem Vaterverhältnis - reagieren völlig anders, wenn auch oft nicht gerade gesund, etwa durch Alkoholismus, durch Pornosucht etc.

Eltern sollten, meint Sciambra aus vielfacher Beobachtung, nicht tolerieren, wenn sich ihr Kind für die Szene zu interessieren, Identifikationspuntke mit ihr sucht. Das Kind braucht einen klaren Orientierungspunkt der Normalität, deren Übertretung man nicht einfach "tolerieren" darf. Das gilt vor allem für die Phase der Pubertät, wo sich sexuelle Identität definitiv ausbildet und deshalb Ambivalenzen auftreten. Man kann diese Identitätsbildung nicht der Erfahrung des jungen Menschen alleine überlassen, weil sich ja die Erfahrungsbewertung an der sich formenden Vernunft mit zu bilden hat.



 Morgen Teil 2) Warum der Kirche ein nächster Mißbrauchsskandal bevorsteht






*060817*

Dienstag, 1. November 2016

Sollte Ihr Glaube durch Papst Franziskus gefährdet sein ...

Der VdZ erlaubt sich, einen Artikel von Steve Skojec (USA), dem Gründer von OnePeterFive, vom September 2016, hier in einer Übertragung zu bringen. Er titel mit:

Sollte Ihr Glaube durch Papst Franziskus in Gefahr geraten sein ...

"Ich sehe viele Leute nach Beweisen und Günden suchen, daß Franziskus ein Antipapst ist.  Aber ich frage mich: Warum? Warum bewegt diese Angelegenheit sie so? Genügt es nicht, daß er ständig irrt und Wege sucht - schlaue Wege, die ständig an den Grenzen des Papstamtes herumspazieren - um die Gläubigen in den Abfall zu führen? Ich habe erst heute morgen diese Bedenken mit jemandem disputiert, und ich möchte das mit Ihnen teilen.

Man kann als gesichert davon ausgehen, daß Franziskus der Sache nach ein Häretiker (ein "materialer" Häretiker) ist. Zu prüfen, ob er es auch formell ist, ist aber schon nicht mehr unsere Angelegenheit. Seine Ansichten - nicht freilich seine Lehren, denn da ist er nach wie vor äußerst vorsichtig, um nicht gegen das authentische Lehramt zu verstoßen - führen die Menschen zur Sünde, manchmal möglicherweise sogar in die Hölle.

Aber welchen Maßstab immer man anlegt - er ist immer noch der Papst.

Der katholische Glaube ist voller Paradoxien, voller Stolpersteine und schwieriger Aussagen. Wir hatten auch schon Päpste in der Geschichte, die Häretiker waren. Wir hatten Päpste, die die Häresie begünstigten und unterstützten, ja mit Häretikern zusammenarbeiteten. Wir hatten Päpste, die ein skandalöses Leben führten, das sie sicher und ohne jeden Zweifel zu immer weiteren Sünden führte, und wahrscheinlich in die Hölle.

Und trotzdem waren auch sie Päpste. 

Hören Sie deshalb auf mit allen Versuchen, das selbst lösen zu wollen. Ist es ist Ihre Kirche, oder die unseres Herrn Jesus Christus? Hören Sie auf zu glauben, daß dieser Sturm das Schiff zum Sinken bringt, sondern lassen Sie sich ermahnen, wie die Apostel ermahnt wurden: "Oh Ihr Kleingläubigen ...!"

Und sie erlebten, wie er mit einem Wort dem Sturm gebot, und dieser legte sich augenblicklich.

Gott läßt es zu. Und Gott war es, der eine autoritäer strukturierte Kirche geschaffen hat, deren Autorität wir uns zu beugen haben, zumindest so weit, als wir es mit unserem wohlgeformten (!) Gewissen vereinbaren können.

Selbst, wenn Franziskus wirklich ein Antipapst sein sollte - was verändert sich dabei in unserem Leben? Hören Sie zu beten auf? Hören Sie auf, die Hl. Messe zu besuchen? Geben Sie Ihre geistigen Lesungen auf? Geben Sie Ihen Glauben auf?

Natürlich hat es seine langfristigen Awirkungen, ob er ein authentischer aber diabolischer Papst oder oder ein Papst ist, der sich das Amt erschlichen hat und zudem diabolisch ist. Und egal was davon stimmt bleibt er gleichfalls ein Papst, der dem Herrn der Welt dient, und nicht dem König der Könige.

Sind Sie über ihn entrüstet? Gut. Das sollten sie. Wenn Sie Glauben haben dann ist nämlich unübersehbar, daß er die Zerstörung will. Und dem muß man widerstehen, mit aller Glaubenskraft, derer man fähig ist.

Aber: Gott. Läßt. Es. Zu. Und. Das. Hat. Einen. Grund. Vertrauen wir Gott? Oder doch nicht. Ist es wirklich wichtig, und zwar wichtig um unser Heil zu erlangen, ob wir seine Gründe für diese Zulassung kennen? 

Als die Päpste in Avignon residierten, setzte der Heilige Vinzenz Ferrer auf das falsche Pferd. Er war sicher, daß Clemens der echte Urban der falsche Papst war. Die Heilige Katharina freilich setzte auf Urban, der aus heutiger Sicht auch der echte Papst war. Aber davon völlig unabhängig waren beide, Vinzenz und Katharina, große Heilige.

Hängen Sie sich deshalb an die Dinge des Himmels. Kümmern Sie sich weiter um Ihre Heiligkeit und Ihre Erlösung. Hören Sie auf, sich ständig den Kopf über diesen Mann in Rom zu zerbrechen, der Ihnen nur ihren inneren Frieden raubt. Ja, klar, wir sollten schon Bescheid wissen, was er so im Namen der Kirche alles tut. Aber wir sollten doch bitte nicht verzweifeln! Es hat seinen vollen Grund, daß Gott schon bisher die Päpste in allem außer der engsten Glaubensdoktrine so fehlbar machte. Denn Gott wußte, daß wir in Zeiten wie heute kommen. Fassen Sie also Mut. Haben Sie Glauben."





*100916*

Sonntag, 26. Juni 2016

Es beginnt an der Spitze

Alice von Hildebrand war die Ehefrau des + Dieter von Hildebrand. Dieses seinerzeit zumindest wohlbekannten Philosophen (im Gewicht seiner Stimme vielleicht dem heutigen Robert Spaemann zu vergleichen), der vor allem nach den Reformen 1970ff. unermüdlich seine Stimme erhob, um vor den Folgen der Entstaltung der Liturgie zu warnen (nach wie vor für "Einsteiger" in die Problematik sehr empfehlenswert sein Buch "Der verwüstete Weinberg", antiquarisch noch da und dort erhältlich.) Die hochbetagte Damen lebt noch. Das amerikanische Portal OnePeterFive bringt nun eine E-Mail dieser Frau, in der sie von Begegnungen ihres Mannes in den 1960er jahren erzählt, bei denen sie anwesend war. Darin geht es um das legendäre "3. Geheimnis von Fatima". 

Das sich im Licht ihrer Schilderungen in etwas anderem Licht darstellt, als es vielfach und von Allzufrommen dargestellt wurde. Die mit dem "Fall des Weißen Mannes" das gegenständliche Attentat auf Johannes Paul II. gleichsetzten. Aber es scheint sich eine wesentlich symbolischere Deutung aufzudrängen. Denn tatsächlich wurde eine wesentliche Passage, so Hildebrand, NIE veröffentlicht. Und diese Botschaft der Muttergottes an die Seherkinder von Fatima, wie sie die erst vor wenigen Jahren verstorbene Schwester Lucia (eines der drei Hirtenkinder, denen die Muttergottes 1917 erschienen war) aufgeschrieben und an den Papst weitergeleitet hatte, erschließt sich erst mit einem nie veröffentlichten Nachsatz. Der da lautet, daß der finale Fall der Kirche "von der obersten Spitze aus" beginnt.

Steve Skojec erzählt aber noch etwas anderes. Er berichtet von einem langen Brief von Schweser Lucia an Kardinal Caffarra im Jahre 1980. Und in dem schreibt Sr. Lucia folgendes:

 "The final battle between the Lord and the reign of Satan will be about marriage and the family. Don’t be afraid, because anyone who works for the sanctity of marriage and the family will always be contended and opposed in every way, for this is the decisive issue.’ And then she concluded: ‘however, Our Lady has already crushed its head.’”

Immerhin, wir haben es mit realen Geschehnissen und Augenzeugen zu tun. Glaubwürdigen Augenzeugen, keinen Spinnern. Die diese in den Tiefen der vatikanischen Archive versenkten schriftlichen Nachricht gesehen haben, und diesen Zusatz bestätigen können: Das Ende fängt bei der obersten Spitze der Kirche an.

Dies ist umso mehr glaubwürdig, als die Eheligkeit des Menschen - als Spitze der Ehelichkeit der gesamten Schöpfung, als Frage der Stellung des logos zur materia, als Problem von Mann und Frau - tatsächlich das Problem der Gegenwart ist. 

Nicht aber in einfachen Moralismen, nicht in kleinbürgerlich aufgewärmten Formen, wo in Äquivokationen alles erledigt wäre, wenn nur jemand von der "Bedeutung der Familie" seinen Sonntagskaffee auffettet. Die Frage reicht viel tiefer. Sie setzt in der Grundstruktur der Welt und damit der Kirche an. Und die ist in der Tat nach menschlichem Ermessen heute hoffnungslos verkannt und verformt. Auch und gerade bei den Superfrommen und Selbstheiligen, die mit nominalen Aussagen alles für gebongt halten. 

Von der Stellung von Mann und Frau, vom Wesen der Ehe, in ihrer Formungskraft auf den einer Ehe entstammenden Menschen, worin sie ihre eigene Grundstruktur in den Rhythmus ihres Nachkommen einsenkt, damit dessen Welt- wie Gotterkennen bestimmt, ja all sein Wahrnehmen bestimmt, hängt das Schicksal der gesamten Welt ab.

In den Vorhersagen von Fatima ist es dabei ... der Papst, der fällt. Das Faktum, daß da "ein Schuß fiel", ist aber nicht einfach eine herauszulösende Einzeltatsache. Alles hat in Wirklichkeit eine weit umfassendere Seinswegegung zum Inhalt. Der Papst, getroffen von der Tod bringen sollenden Kugel der sich von Gott losreißenden Welt, fällt. Der Papst fällt. Das läutet das Ende ein.

Hier also der Wortlauf des E-Mail von Alice von Hildebrand, die sie am 6. Mai 2016 an Pater Brian Harrison gerichtet hat.

Dear Father,
I think the following two conversations, which I recall very well from the 1960s, are of particular interest now, in these deeply troubled times half a century later. For they apparently corroborate Cardinal Ciappi’s testimony that part of Our Lady’s Fatima secret was the shocking prediction that the great apostasy in the Church would begin “at the top.”
The first conversation was In June 1965. We were in Florence in the house where my husband was born, and where I spent my first sabbatical. My husband invited a priest named Msgr. Mario Boehm, whom he had met in Rome shortly after his conversion, and who had been one of the top editors of L’Osservatore Romano for many years. The topic of Fatima came up. 
My husband raised the question, “Why was the third secret of Fatima not revealed?” For the Holy Virgin had said it should be shared with the faithful in 1960.
Don Mario: It was not revealed because of its content. 
My husband: What was so fearful about it?  
Msgr. Boehm (as a well-trained Italian) did not say that he had read it, but intimated that the content was fearful: “infiltration of the Church to the very top”. It shattered us but confirmed my husband’s fear that the way Vatican II was interpreted was going to expose the Church to terrible dangers. Alas, this fear was well founded.
The second conversation is one with Bella Dodd that I have already spoken about on previous occasions. We met her in the Fall of 1965 and she visited us here at New Rochelle, NY, where I still live, either in 1966 or 1967. She had been an ardent communist from her student days at Hunter College – a hotbed of communism. (That is why I was systematically persecuted there, as recounted in my book, Memoirs of a Happy Failure.) Bella had sown the seeds of this diabolical philosophy at Hunter, but converted in 1952 under the guidance of Archbishop Fulton Sheen. Let me repeat the conversation between her and my husband:
DvH:   I fear the Church has been infiltrated.
Bella:   You fear it, dear Professor; I know it! When I was an ardent communist I was working in close contact with four cardinals in the Vatican working for us; and they are still very active today.
DvH:  Who are they? My nephew Dieter Sattler is a German stationed at the Holy See.
But Bella, who was under the spiritual guidance of Archbishop Sheen, declined to give him this information.
The only recourse we have now is prayer, and the firm conviction that the gates of hell shall not prevail. St. Matthew ch. XXIV has warned us.
In union of ardent prayers.
I am, dear Father, respectfully yours in Christ,
Alice von Hildebrand


Nachtrag: Und wer nun glaubt, dies sei eine der üblichen Verschwörungstheorien, der sei auf diese Aussagen des nachmaligen/ehemaligen Papstes Benedict XVI. Josef Ratzinger verwiesen. Der 2000 zugab, daß die Veröffentlichung des Dritten Geheimnisses (im Zuge des von + P. Johannes Paul II. ausgerufenen Heiligen Jahres) nur einen Teil der Botschaft von Fatima enthält. Der unveröffentlichte Teil (die volle Botschaft hätte 1960 veröffentlicht werden sollen, wurde es aber nicht) beziehe sich auf ein mißlungenes Konzil und ein schlechtes Verhalten der Massen ("a bad council and a bad Mass") Angeblich und bezeugt sprach Kard. Ratzinger von EB M. Lefebrve als dem "größten Theologen des 20. Jhds."

2010 sagte em. P. Benedict XVI. Josef Ratzinger zum Geheimns von Fatima: Es werden vielmehr „Realitäten der Zukunft der Kirche aufgezeigt, die sich nach und nach entfalten und zeigen“. Über den in der Vision gezeigten Moment hinaus müsse die Notwendigkeit eines Leidens der Kirche gesehen werden, „das sich natürlich in der Person des Papstes widerspiegelt, aber der Papst steht für die Kirche und daher werden Leiden der Kirche angekündigt“.

Die wahre und grundlegende Antwort der Kirche müsse die Umkehr sein. Für Benedikt XVI. wird heute deutlich: Die Angriffe gegen den Papst und die Kirche kommen „nicht nur von außen, sondern die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Inneren der Kirche, von der Sünde, die in der Kirche existiert“, denn: „Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von den äußeren Feinden, sondern erwächst aus der Sünde in der Kirche“.






*130515*

Montag, 25. Januar 2016

Die Ruhe vor dem Sturm?

Was Steve Skojec auf OnePeterFive schreibt wirkt nicht nur wegen der Person die es berichtet plausibel, sondern weil es sich exakt in das Charakterbild des Menschen fügt, von dem die Rede ist - Papst Franziskus. Zuerst einmal muß man schon Skojec' düstere Vorahnung teilen, daß es kein gutes Zeichen ist, daß sich der Bergoglio-Papst nun schon eine gewisse Zeit sichtlich zurückhält. Der VdZ teilt diese Befürchtung, denn dessen Charakterbild legt nahe, daß er nicht lange leben kann, ohne Unruhe, um nicht zu sagen Rebellion gestiftet zu haben.

Und dann berichtet Skojec doch noch von etwas Seltsamem, über das zu berichten er lange hintangehalten habe. Denn im Vatikan wollen die Gerüchte nicht verstummen, daß Bergoglio nicht nur für seine cholerischen Anfälle gefürchtet ist, in denen er auch vor sehr deftiger Sprache nicht zurückschreckt, daß er auf Kritik mitunter mit heftigen Ausbrüchen reagiert, sondern daß es einen öffentlichen Vorfall dazu gegeben haben soll, der bislang von den Dabeigewesenen zwar nie bestätigt, aber auch nie eindeutig dementiert wurde. Der Amerikaner bezieht sich in seinem Bericht auf etliche andere Quellen, und alle sind gleichlautend, was die Vorfälle betrifft, für die es dutzende Zeugen gab. Worum ging es?

Zu Beginn der Familiensynode Anfang Oktober 2015 hatte es eine bemerkenswerte Initiative gegeben: 13 Bischöfe und Kardinäle, allesamt höchste Ehren- und Amtsträger und aus allen Teilen der Welt, darunter der Präfekt der Katholischen Glaubenskongregation, hatten in einem öffentlich gemachten Brief die überfallsartige Änderung des Procederes der Beschlußfassung beklagt. Was da geändert worden war möge der geneigte Leser nachschlagen, es findet sich auch an dieser Stelle. Damit, so die Mahner, hätte man aber das Ergebnis der Synode schon vorweggenommen, die Synode zum leeren Scheintheater degradiert.*

Als der Papst davon erfuhr, soll er sich gerade im Speisesaal des Hauses Santa Maria aufgehalten haben, wo er ja zu logieren pflegt. Und sein Ausbruch sei schockierend und so heftig gewesen, daß er einem Herzinfarkt nahe gewesen sein soll. Ohne Rücksicht auf die anwesenden dutzenden Zeugen - Bischöfe, Priester, Seminaristen und noch zahlreiche andere Personen - soll er sich in einem Ton über die an der Kritik Beteiligten geäußert haben, den die Erzählung als regelrecht ausfällig bezeichnet. Solche Leute hätten in der Kirche nichts zu suchen, er werde ihnen die Hüte vom Kopf reißen und sie aus dem Vatikan werfen, soll er (sinngemäß) geschrieen haben. Er sei der Papst, ihm sei die Macht gegeben, habe er herumgebrüllt, er sage, wo es langgehe, was glaubten denn diese Kardinäle, wer sie seien?  

Solche Ausbrüche seien aber alles andere als Ausnahme bei diesem Papst. Nur in diesem öffentlichen Rahmen und in dieser Heftigkeit sei der berichtete Vorfall außergewöhnlich. Denn im Vatikan herrsche längst ein Klima angstvoller Vorsicht vor der Willkür und Cholerik des obersten Chefs. Selbst wenn die Atmosphäre im Zentrum der Kirche nie die Ungezwungenheit von Absolvententreffen der Strunzakademie in Wiesbaden gehabt haben mag: So sei es noch nie gewesen. Niemand wage mehr ein offenes Wort. Das hört man nicht selten. Erst vor kurzem wurde ein nächstes (anonymes) Schreiben eines Kurialen öffentlich, in dem dieser von der Atmosphäre der Angst im Vatikan berichtete. Denn wer kritisiert - der wird bestraft.**

Die beizeiten etwas freie, ungemessene Plapperei des Argentiniers ist hingegen etwas anderer Natur. Sie ist auch keineswegs vereinzelbare Einzeleigenschaft oder einfachhin liebenswürdige Sonderheit, die lächelnd Nachsicht verdiente. Sie verweist vielmehr auf Probleme im Bereich der Sittlichkeit der Gesamtpersönlichkeit, die Kennern der menschlichen Seele (von denen es heute leider nur noch sehr wenige gibt) mehr erzählen, als dem Papst lieb sein kann.***

Und so manche seiner "weisen Worte" haben den ganz eigentümlichen Geschmack, daß sie nur dazu dienen, jenen, die ihn erkannt (um nicht zu sagen: durchschaut) haben, so rasch als möglich und unter Zuhilfenahme der päpstlichen Autorität den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nicht selten, indem das geistige Rüstzeug, das zu diesen Sichten befähigt, und das im wesentlichen schlichte katholische Tradition und Weisheit der Menschenkenntnis in sich birgt, als fragwürdig weil "dogmatisch enggeführt" dargestellt wird.

Auch das ja ein recht aktuelles und gewissen Charakterfärbungen eigenes Spiel: Wer eine unpassende Realität nicht ändern kann, versucht dann eben, die Kriterien ihrer Erkenntnis zu ändern und Autorität über die Fragestellungen zu erlangen. Dazu gehört, daß er die Kenntnisnahme der Realität selbst schon als unmoralisch diffamiert, oder ohne weitere Ausführung die Urteilsfähigkeit des Kritikers in Frage stellt, allfällig verstärkt durch den Hinweis auf ein zu hütendes Arkanum, das dem Kritiker ja gar nicht bekannt sei.





*Es gibt übrigens bis heute kein offizielles Schlußdokument zu dieser Synode zu Familie und Ehe. Das zu verfassen sich der Papst selbst vorbehalten hatte. So nebenbei: Auch die angekündigte offizielle vatikanische Entscheidung zu Medjugorje wurde nicht wie zuvor mehrfach angekündigt, ja verschoben, im Herbst veröffentlicht.

**Neuerlich sei an dieser Stelle auf die Analyse vom Frühjahr 2013 hingewiesen, die sich an dieser Stelle unter dem Stichwort "Schizoidität" findet. Das Thema wurde seither immer weiter präzisiert. Und an einer Stelle wird auch der Zusammenhang dargestellt, der zwischen dieser "Libertinität", die Bergoglio an den Tag legt, und der darunter latenten aggressiven Autoritarismusenergie besteht. Mit anderen Worten und aus anderer Richtung noch einmal zusammengefaßt: Wer die konkrete Gestalt auflöst, erlebt Machtlosigkeit über die Welt (wobei die Gestaltauflösung bereits aus Machtlosigkeit stammt). Daraus erwächst die Notwendigkeit, Bewegungen (die Bewegungen an Gestalten sind) mit impulsiver, willkürlicher Energie zu erzeugen, weil sie nicht aus dem Gestaltenspiel heraus mehr erfolgen. Wie es aber der Natur der Welt entspräche. 

Im Klartext:  Die Dienensposse (und mehr ist es nicht) Bergoglios, in der er "Formalitäten" ablehnt, bewirkt Macht- weil Wirkverfall, den er durch autoritäres und willkürliches Eingreifen (das sich auch gerne des Effekts der Verblüffung bedient, auf die immer erst mit gewisser Verhaltenheit reagiert wird, weil man sie ja erst einordnen, überlegen muß, die aber immer auf vordergründige Erlebensurteile abzielt) wieder wettzumachen gezwungen.

Man hüte sich deshalb vor jenen, die besonderen Wert darauf legen zu demonstrieren, daß sie liebten und gerne zur Schau stellen, wie sehr sie lieben. Es ist so gut wie immer Rauch, der das Mündungsfeuer in Nebel hüllen soll, um die Richtung zu verbergen, aus der das Geschoß kommt.

***Auch das wurde hier längst dargestellt: Die bei Bergoglio schon sehr lange und deutlich erkennbare Charakterfärbung und Persönlichkeitsstruktur lebt vom beliebigen Spiel mit den Ebenen der Gültigkeiten von Aussagen. Deshalb finden sich regelmäßig auch so viele - einander widersprechende! - Deutungen, denn nun ist einerseits Kritik abgeblockt, anderseits jeder bedient. Und sie lebt wie eben die Schizoidität (die bestenfalls ein Vorfeld der Schizophrenie ist, aber nicht wie jene bereits pathologisch, sondern ein nicht gerade lobenswertes Charakterverhalten der Täuschung) vom guten Willen, ja von der Liebesbereitschaft der Rezipienten: Der Unanständige kann nur durch den Anstand des Anständigen groß werden. Aber es wird sein, wie es seinerzeit mit Bischof Krenn war: Diese (bewußte wie unbewußte) Strategie verheddert sich irgendwann in sich selbst, und sei es, daß sie am Leidensdruck der Rezipienten zerschellt, der sich Luft verschafft. Der VdZ hat deshalb vorhergesagt, daß sich Bergoglio eines Tages (er sprach von 3 Jahren; naja, dies möge man nachsehen, Zeit ist am schwierigsten zu prognostizieren, weil jeder Moment Zukunft ändert; der VdZ hat aber 2013 nicht geglaubt, daß sich Bergoglio wirklich 3 volle Jahre halten wird, wie es derzeit aussieht, sondern geglaubt wie gehofft, daß sein Finale früher kommt) mit einem "kapitalen Bock", den er geschossen hat, abmelden wird. 





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Donnerstag, 19. November 2015

Dieser Papst ist nicht katholisch (2)

Teil 2) Diese Soteriologie führt zwangsläufig in die Häresie - 
Wer grinst, verliert alles




Wieder einmal also: Wovon redet der Irre da überhaupt? Den die letzte Bischofssynode am heikeln Nerv erwischt hat, weil sie ihm Schranken gesetzt hat, die er nur noch schwierig und vor allem wortreich wird umkurven können (aber er wird das, man habe daran keinen Zweifel), weil sie seinen wirren, bösartigen Zielen nicht einfach zugestimmt haben. DAS hat ihn am empfindlichsten Nerv getroffen, den des Narzißmus, dessen andere Seite Totalitarismus heißt. Und welche Charaktere lieber alles in den Abgrund reißen, als es nicht zu beherrschen - in diesem Fall indem sie die Strukturen auflösen, alles freisetzen. Medea. Lieber tote Kinder als Kinder des Vaters.

Von welcher fiktiven Situation redet Bergoglio also? Auch das ... einfach nur noch typisch für ein bestimmtes (milde gesagt) problematisches Charakterbild (dem von den perversen Katholisierern das "santo subito" bereits zu Lebzeiten in die geilen Ohren gebrüllt wird). Der Gute weiß offenbar auch einfach nicht, wie weit der Katholizismus durchdenkbar ist. Weshalb sich der nächste Punkt fast automatisch ergibt.

Der Vorwurf der Gnostik (in der Kirche; als Gedanke der Selbsterlösung durch "richtiges Denken", wie ihn die Esoterik verfolgt) ist somit weit rascher erleidgt. Denn in ihm soll - wie Luther (!) es tat - das Denken des Menschen, dessen Logik hinwiederum ja aus der Wirklichkeitsstruktur der Schöpfung hervorgeht, also gleichfalls dem Hören entstammt, desavouiert werden. Anders als durch Denken (weil Urteilen - jedes Denken IST ein Urteilen, deshalb sittlich) aber wird der Mensch gar nicht zu einem Selbst, anders kann sich ein Ich gar nicht manifestieren - als im Denken, bzw. zuvor: an der Sprache, der fleischgewordenen Manifestation der lebendigen, kraftinkarnierenden Sittlichkeit. Bis heute lehnen die Protestanten die Meteaphysik ab.

Hier versucht nicht nur ein Papst seine katastrophale Denkschwäche zu kaschieren, sondern eine Absicht zu verschleiern. Und genau dieses Klientel derjenigen, die selbstschwach sind wie der Bergoglio-Papst, erwischt jener als "Gefolgsame". Die wir Bergoglio schon längst in die Simulation der Früchte des Hl. Geistes - durch psychismische Hervorrufung - geflüchtet sind, um ihrer eigenen Lebenswirklichkeit auszuweichen und das Kreuz zu fliehen. Das nämlich in der Form liegt, in der Transzendierung auf die Idee (die immer die Dynamis einer Gestalt weil Beziehung ist) hin.

Im übrigen wirft er damit - voraussschauend, denn er ist ja nicht unschlau (nur: keineswegs "klug") -  anderen (durch Herausobjektivierung) vor, was ihm sogar selbst vorzuwerfen wäre. Und spielt auf perfide Art mit den Menschen "guten Willens", indem er mit dem "Funken Wahrheit" spielt, der in allem steckt.

Das ist nicht katholisch. Und schon gar nicht haben wir es mit einem Kavaliersdelikt jemandes zu tun, der es halt aus menschlicher Großzügigkeit und Herzensweite nicht immer so genau nimmt. Hier wird die Pseudo-Dogmatisierung einer Häresie vorbereitet, das Papstamt schwerstens mißbraucht, und nur weiter Verwirrung gesät, aus niedrigsten Motiven.

Dieser Papst ist nicht katholisch. Er ist sogar bösartig. Und er wird die, die ihm idolatrisch-blind folgen, mitreißen. Die sich umso beschämender an Worthülsen wie "Papsttreue" festkrallen, als sie begreifen, daß sich ihre Glaubwürdigkeit in Luft aufgelöst hat. Weil bei diesem Papst Vernunft und Glaube einfach nicht mehr zusammengehen. Katholisch ist aber nicht, was irgendwie zum Katholischen paßt!

Und damit sind wir bei der "Theologie" dieses Papstes gelandet. Die genau in der Richtung lag, die einem aufsteigt, wenn man all die christlichen Existentialisten hernimmt. Von Gabriel Marcel über Ferdinand Ebner bis hin zum Juden Martin Buber, oder zu Rosenstock; oder dem an sich so großartigen Denker Heinrich Beck, oder den ganz aktuellen Strömungen rund um Rolf Kühn, um nur ein paar Namen zu nennen, ohne die ganze Riege wunderbarer Phänomenologisten, von Levinas bis zu Derrida oder Ricoeus zu vergessen, die allesamt der Lektüre wirklich wert, ja sogar notwendig weil wirkliche Entwicklungen des Denkens sind: Aber wenn man sie mit wachem Herzen liest wird einem auch klar (und das ist selbst bei einem Thomas von Aquin nicht anders), wo das hinführen muß, wenn man die Wurzel nicht hat, d. h. kennt und durchgedacht hat. 

Dann schlägt der Baum schnurstracks in den Relativismus aus, dann bleibt nichts mehr als Auflösung in den Aktualismus, ja in jene (in Wahrheit nicht mehr gründbare!) Substanziierung des Augenblicks, die man schon bei Johannes Paul II. so verhängnkisvoll vorgebildet sieht. Und die wie das Aufwirken des geistigen Hintergrunds der Liturgiereformen des 2. Vatikanums erscheinen muß. Genau so wie die Denkfrucht, die aus diesem von daher stammenden "neuen Menschen neuer participatio" kommt. Dieser Papst kennt alles andere als zufällig - als erster Papst! - die "alte Liturgie" nicht mehr, nicht mehr als Priester. Er führt direkt vor Augen, was bei der neuen rauskommt!

Das ist - wie von Anfang an vorhergesagt - die Herausforderung dieses Pontifikats, das ist das  momentum des Heiligen Geistes in der Kirche: Zu lernen, damit umzugehen. Mit einem nicht-katholischen Papst. Zu lernen, wo sie liegt, die "Freiheit des Chtistenmenschen", die Luther beschwor, und dabei genau verfehlte, weil er sich im Ablehnen desjenigen, auf das hin sich aber jeder zu transzendieren hätte, weil sonst die Dynamik der analogen Trinitarität der Wirklichkeit, des Fleisches nicht mehr stimmt, die Form! im Vater damit zur Welt wird, zum Gefangenen seines Selbst machte.

Quod scripsi - scripsi.




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