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Dienstag, 7. Dezember 2021

Vom Rückstieg zu Larve und Ei (2)

Seltsame Zeiten. Sogar in diesen Vorgängen könnte man Querverbindungen zum Corona-Geschehen erkennen. - Dazu muß man einfach vor Augen behalten, daß die Vorgänge in der Natur lediglich in der Konkretion differieren. Die Prinzipien bleiben bei allen Lebeweisen, ja bei allen Dingen sogar die gleichen. Nur die Ausformung geschieht der Art eines Lebewesens gemäß.

Aus diesem Geschehen bei Insekten kann man somit (natürlich: vorsichtig) Hinweise auf die Bedeutung der Lockdowns im besonderen für Kinder und Jugendliche erblicken. Und was solche Niederschlagungen von Leben für sie in ihrer Entwicklung bedeuten. 

Montag, 6. Dezember 2021

Leben zielt auf Sichtbarkeit (1)

Adolf Portmann weist auf eine Erscheinung hin, die ihm das erste Mal bei Caliphylla aufgefallen ist, einer kleinen, hauslosen Schnecke, die so in die Algen des Meeres eingepaßt ist, daß sie eigentlich nicht sichtbar ist. Denn ihre Verdauungsorgane erweitern sich in ihrem Lebenszyklus in Hautblätter, die sie verästelt durchdringt (und formt), die den Algenblättern so ähnlich sind, daß sie nicht unterscheidbar sind. Die Schnecke ist also "nicht auf Sichtbarkeit ausgerichtet", wie Portmann festhält. Das macht eine Erscheinung umso merkwürdiger, die er beobachtet hat, und die etwas von Gesetz an sich hat, das uns etwas ahnen läßt, ohne daß wir es der Kritik einer Formulierung aussetzen könnten. Wie so vieles eben in der Natur.

Solange die Schnecke noch durchsichtig ist, also "keine Haut" hat, ist alles, was an ihr sichtbar ist, wohl geordnet und symmetrisch. Dann beginnen die inneren Organe "Außen(haut)" zu entwickeln, das heißt, daß sie wie oben gesagt in die Verästelungen der "Blattimitationen" gehen. Je mehr sie das tun, desto blickdichter werden die Tierchen. Und desto mehr wird an ihnen ein Außen (Haut) sichtbar - und nur noch die. 

Sonntag, 7. November 2021

Da wußte ich: Es wird bald kommen

Es mag sein, daß ich Sie überfordere, werter Leser. Hoffentlich nicht. Ich wäre enttäuscht, das sage ich ganz ehrlich, würde aber ganz gegen jeden Habitus nicht erklären, warum.
Inständig hoffe ich aber, daß wir beide wissen, warum uns Meldungen wie die beiden, die ich dieser Tage in Zeitungen las, den Kübel aus dem Eimer dreschen, um es mit den Worten des Edelen Hoiber vom Deinpohl zu sagen. 

Da war zuerst ein Artikel in einem bürgerlich-konservativ-liberalen (ist das noch zu trennen?) Blatt. Wo ein Redakteur um die Notwendigkeitseinsicht warb, in all dem Denken an Klima und Katastrophe nicht die Notwendigkeiten der Freien Marktwirtschaft zu vergessen. Auch wenn, schrieb dann der Frohblitzer, Fleisch am Tisch zweimal in der Woche ja wirklich genug sei, das sehe er ein. Außerdem "schmeckt veganes Essen heute auch schon ziemlich gut." Womit er offenbar für alle übrigen einen Weg andeuten wollte, wie man dem Schlamassel entkommt das daraus erwächst, daß man früher - wie? irgendwie? sommerwie? brommerwie? - anders gedacht habe.

Mittwoch, 21. August 2019

Neulich nicht nur in Georgien

Was davon zu halten ist? Der VdZ weiß es nicht. Einen seltsamen Geruch hat es allemal, nicht nur für die Anrainer an eines jener streng abgeschottet gehaltenen, durch Verträge mit der Regierung außerhalb aller Sanktionierbarkeit gestellten US-Laboratorien. Von denen die USA weltweit dutzende betreibt. In diesen wird sehr wahrscheinlich und gegen alle internationalen Verträge an der Erforschung und Entwicklung von Bio-Waffen gearbeitet, die Krankheiten auslösen sollen, indem sie das individuelle menschliche Immunsystem zumindest kurzfristig überfordern. 

Wie es eben das Wesen von biologischen Waffen, ja von Waffen generell ist. Worunter sowohl direkte Krankheitserreger zu verstehen sind, wie auch genetisch veränderte Insekten, die Mensch oder/und Tier befallen und Krankheiten auslösen können bzw. sollen. Als Verbreitungskonzept sollen unter anderem Drohnen dienen, die über feindlichen Abschnitten solche Insekten ("Insect Allies") oder Gifte freisetzen, um allfällige Gegner auszuschalten oder zumindest schwer zu beschäftigen. Oder in Projektile eingearbeitet sind, die beim Auftreffen Gifte oder Viren freisetzen. Intimere Kenner der Prophezeiungen des Alois Irlmaier werden da aufhorchen. Hat der nicht genau solche Kriegsführung schon vor 60 Jahren vorhergesagt?

Hier eine Dokumentation der bulgarischen Journalistin Dilyana Gaytandzhieva, die als eine von zahlreichen Journalisten die Lage vor Ort erkundet hat und das Lugar Center in den Mittelpunkt stellt. Und viele zu Wort kommen läßt. Investigativjournalismus, der buchstäblich weltweite Resonanz erzeugte. Nimmt man die Medien unserer Länder aus, die die Sache nie als berichtenswert einzuschätzen schienen. Dabei sind die Vorgänge rund um das Lugar Center in Tbilisi (Tiflis), der Hauptstadt von Georgien, zumindest höchst suspekt. Wo Forschungselemente sogar per diplomatischer Post (also gegen lokale Justiz und Exekutive immun) transferiert werden. Solche Laboratorien gibt es in zumindest fünfundzwanzig Staaten der Welt.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die ohnehin in allen militärischen Bereichen schon seit langem übliche Praxis, konkrete Aufgaben an private Unternehmen zu übertragen. Damit entzieht man sie der Kontrolle des US-Kongresses. Das betrifft (wie Snowdon 2013 offenlegte) auch längst die extrem umfassende Sammlung von Daten zur weltweiten Bevölkerungsüberwachung, die im offiziellen Budget nur als "Unterstützung von Verteidigungsleistungen" aufscheinen. Und damit schon längst eine Parallelregierung installiert haben, bei denen man spekulieren kann, ob sie nicht längst die eigentliche Macht (nicht nur in den USA) übernommen haben. In diesem Fall ist die erst jüngst gegründete "Defense Thread Reduction Agency" im Spiel. Aber wann hat man Aggression NICHT mit Selbstverteidigung begründet?

Dennoch ist und war hierzulande von solchen an sich nicht widerlegbaren Dingen nicht ein Wort zu hören oder zu lesen. Es geht also auch hier nicht um Verschwörungstheorien, sondern um Seltsamkeiten, die durch Indizien schreckliche Verdachtsmomente nähren. Was ist etwa davon zu halten, wenn das Pentagon in seinen offiziellen Ausschreibungen Hinweise dafür liefert, daß man sich besonders um Krankheitsresistenzen und -dispositionen speziell von "slawischen", dabei sogar exakt von "russischen" Menschen zu interessieren scheint? Man nennt das in den US-Papieren "Ethnic Bio-Weapons". Zumindest hat man Vladimir Putin damit gute Argumente geliefert.

Verdachtsmomente, denen sich unter anderem aber auch ein deutscher freier Journalist, Mark Hegewald, der als MARKmobil auf Youtube auftritt, nachgegangen ist. Ein Sendeformat, das im übrigen durchaus sehenswert ist und den Eindruck verstärkt, daß heutiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk pure Steuergeldverbrennung sein könnte. Der VdZ muß zugeben: Ganz überzeugen ihn Marks Rechercheergebnisse nicht immer. Aber immerhin hat der auf eigene Faust und auf eigenes Risiko agierende Mann Mut und Freisinn genug, um sich den Dingen vor Ort zu widmen, um sie aus eigener Sicht zu schildern. Den nicht nur naiven, sondern abgeschmackten Pazifismus, den er ab und an wie so manche zutage legt, als wäre der eine bessere Art von Gutmenschentum, wo er doch eine Form der Flucht vor Verantwortung unter Bezug auf einen substanzlosen, verlogenen Autonomismus ist, wollen wir hier mal übersehen.

Und naiv, oberflächlich, dabei durchaus sympathisch, ja nett, sind auch die vom VdZ gesehenen paar Folgen von MARKmobil. Dagegen war ja "Unsere kleine Farm" noch subversiver, weil wenigstens reaktionär. Warum der Macher also, wie er oft betont, von Youtube usw. "verfolgt" werden soll, ist dem VdZ nicht nachvollziehbar.  Oder reicht zur Zensur schon, NICHT wie so viele ständig und explizit mit dem Gehirnprügel der political correctness auf den Zuseher einzudreschen?

So nebenbei weist eben dieses Format MARKmobil aber, zum Thema zurück, auf Vereinbarungen zwischen in solche Forschungsanstalten involvierte Pharmaunternehmen hin, in deren Führung höchste ehemalige US-Politiker eingebunden sind, die ihnen etwa in Europa über Monopolvereinbarungen für Hepatitis-C-Medikamente astronomische Gewinne zusichert. Das "Umsatzpotential" dafür ist allein in Europa so gewaltig, daß es die gesamten Vermögenswerte Österreichs übertrifft. Das fundamentum in re bestätigt dabei auch eine gerichtsanhängige Klage von "Ärzte ohne Grenzen", die sich allerdings nur auf diesen Kostenaspekt konzentriert.

Wenigstens in diesem Interesse zur Konfrontation mit Tatsachen steht MARKmobil in einer guten Tradition deutschen Journalismus. Man denke an Leute wie Peter Scholl-Latour, dessen Hinscheiden spürbar eine ungeheure Lücke in unserer Informationswelt hinterlassen hat. An sein Format als Welterklärer kommt MARKmobil leider nicht heran, denn dazu hatte Scholl-Latour etwas, das den jüngeren Generationen längst fehlt: Eine umfassende klassische Bildung, im besten Sinn, also einen geistigen Horizont, der aus der Gesamtordnung heraus die Rolle einzelner Fakten und Daten zu bewerten wußte. Und deren Analysen deshalb nicht dem Wind aktueller Strömungen unterliegen, sondern gewissermaßen "zeitlos" gültig bleiben.




Hier nun ein legendäres Interview mit dem nach Moskau geflüchteten, ehemaligen Sicherheitsminister Georgiens (unter Saakaschwili), Igor Giorgadze, das Russia Today 2018 geführt hat. Der anhand von Dokumenten nachweist, daß es unglaubliche Vereinbarungen zwischen im Auftrag des Pentagon agierenden Chemie- und Bio-Firmen gibt. Nun ja, das funktioniert ja immer: Man suche sich mit einem 21,5 Milliarden Dollar Budget (Pentagon, offiziell ausgewiesene Zahlen für Biowaffen-Forschung) ausgestattet korrupte Regierungen, die jederzeit Geld, innen- wie außenpolitische und möglicherweise handfeste Unterstützung (Rüstungsgüter, Berater) braucht, um an der Macht zu bleiben, und dafür gerne bereit ist, solchen Umtrieben als Gegenleistung Tür und Tor zu öffnen. MarkMOBIL meint sogar handfeste Indizien dafür gefunden zu haben, daß ganz Georgien zu einem regelrechten Labor für Versuche an Mensch und Natur geworden ist.







Montag, 10. Juni 2019

Nur hat niemand darüber nachgedacht

Wenn etwas in die optische Harmonie, die immer von einer Ganzheit ausgeht, hineinpaßt, kann man auch davon ausgehen, daß sich zahlreiche weitere Effekte ergeben, die allen möglichen Ebenen zugerechnet werden können. Dieser Effekt berührt sämtliche Bereiche, die mit dem von einem Ding affektierten größten Beziehungsebene (Raum) verbunden bzw. in ihm enthalten sind. Gestalt ist eben nicht einfach ein nettes Anhängsel subjektiv empfundener (also nicht unbedingt zu beachtender) "Ästhetik", sondern der Raum eines aktuellen, in sich dynamischen Beziehungsgefüges. Schlicht also das, was wir Welt nennen.

Also zeigt sich bei Eingriffen in Gestalt (also bei Gestaltung) auch die Auswirkung auf die "Funktionsharmonie" (die Teil eines Gestaltenvollzugs sind) - bei Häßlichkeit als Dysfunktion, bei Schönheit (ein absolutes, intuitives Aufleuchten der Wesenserfüllung, wo also die Essenz die in Existenz gegangen ist) als allen begegnenden, angrenzenden Teilen zuzusprechende Wohlfunktion. Pflanzt man in ein Wesensganzes (Ort/Raum) ein raumfremdes Element, also etwas, das mit diesem Raum bzw. dessen Beziehungsträger keine wesenhafte Verbindung hat, so verursacht man in jedem Fall Störungen, möglicherweise sogar Zerstörung.*

Das trifft, wie es immer mehr evident wird, natürlich auch bei Windrädern zu. Die uns unsere Landschaften und damit den größten unmittelbaren, uns weil unsere Gestimmtheiten und Ortsverbundenheiten bestimmenden Raum, der ja pausenlos zu uns spricht, rauben, uns damit entwurzeln und zu Fremden in unserer Heimat machen. Diese Effekte werden vollkommen unterschätzt.

Und sie zeigen sich in konkreten Schäden. Denn abgesehen davon, zeigt sich ein Desaster nach dem anderen, das damit verbunden ist. Und die Liste die man derzeit aufstellen kann ist mit Sicherheit nicht zu Ende. Nicht nur, daß Windräder das Elektrizitätsnetz destabilisieren, nicht nur daß sie so ineffizient sind daß sie alles bisherige Denken (man müßte sagen: Der Menschheit, wo immer sie etwas "verbessern" wollte) über den Haufen werfen, nicht nur daß sie immer besser erkannten Schaden durch Infraschall (Schall ist eine Form der Enteignung von Raum, eine Herrschaftsform über ein Beiehungsgefüge, da umzugestalten er sich anmaßt) anrichten, nicht nur daß sie ein Massaker an Vögeln (durch direkten Totschlag) und Fledermäusen (durch Unterdruck, der hinter den Rotorblättern entsteht, und die Lungen der Fledermäuse platzen läßt) anrichten, haben sie scheinbar weitere, bislang gar nicht bedachte, aber verheerende Wirkungen.

So eine auf den Insektenbestand (Fluginsekten) und der damit zusammenhängenden Nahrungskette, die man bislang noch gar nicht bedacht weil gekannt hatte (und jede Störung eines Raumgefüges als Gestaltharmonie ist ein Hinausschreiten in eine Ursache-Wirk-Folge, die man noch nicht kennt, weil man nur kennt, was in Gestaltgefügen enthalten ist; mehr unbewußt sogar (aber um nichts präsenter), als bewußt (weshalb "Zustimmung zu Gestaltung, also Gefallen" immer ernster zu nehmen ist als irgendein rationalistisch betriebener Furz, den ein "Wissenschaftler" läßt.)

Wie eine aktuelle Studie des Instituts für Deutsche Luft- und Raumfahrtsforschung nämlich zeigt, dürften die Rotoren der Windräder auch für einen beträchtlichen Teil des beobachteten Rückgangs der Fluginsekten verantwortlich sein. Insgesamt nämlich verursachen die in Deutschland mittlerweile aufgestellten über 30.000 Windräder pro Jahr einen Verlust von 1.200 Tonnen (bei insgesamt 25.000 Tonnen gefährdetem Bestand) getöteter Fluginsekten. Das sind täglich (sic!) 4 bis 5 Milliarden Insekten. Und es wären weit mehr, gäbe es sie noch so zahlreich wie früher.

Was Außerdem auf die Nahrungskette größte Auswirkungen hat: Neben dem direkten Tod der Insekten, wird die Vermehrung und damit progressiv auch zukünftiger Bestand reduziert (denn die Wanderungen sind mit der Eiablage verbunden). Ein Indiz dafür liefert die Statistik, die eine Korrelation zwischen der Zahl der Windräder (seit 1990) und dem Insektenbestand zeigt. (Wobei Korrelation zwar nichts über Ursachen sagt, aber ein Hinweis sein kann.)

Man hat die Wirkung der Rotoren auf die Luftströmungen nicht berücksichtigt. Bislang war man der Auffassung, daß Fluginsekten nicht bis zu jenen Höhen steigen, in denen Windrotoren angebracht sind. Nun aber weiß man, daß Fluginsekten das sehr wohl tun. Weil sie Luftströmungen benutzen, um sich bei der Eiablage in entferntere Gebiete tragen zu lassen, und dabei auch in diese Höhen gelangen.

Das Faszinierende am "Fliegen" ist ja, daß nichts und niemand "fliegen", also aus dem Raum quasi aussteigen kann, sondern in der Luft quasi "schwimmt". Nichts auf der Erde kann seine Beziehungslinien überwinden, alles kann sich nur innerhalb solcher Räume (als Emanationen von Orten, also von Wesen) abspielen. 

Gerade Insekten brauchen also Luftströmungen, wollen sie sich über größere Strecken bewegen. Dabei werden sie von den Rotoren der Windräder angesaugt - und dann von eben diesen getötet. Auch das weiß man mit Sicherheit, weil mittlerweile bekannt ist (auch das hat zuvor niemand richtig bedacht), daß Insektenkadaver eine Hauptursache für das rätselhafte Phänomen ist, daß Windräder oft bis zu 50 Prozent Wirkungsgradverlust erleiden. 

Es ist also höchstwahrscheinlich gar nicht die pöhse Landwirtschaft, die Insektizide versprüht, auch von dieser Warte aus also nicht, die für die (angeblich; der VdZ hat so seine Zweifel an solchen Erhebungen) Verminderung des Bestands an Insekten bewirkt. Sondern es spricht viel dafür, daß der Öko- und Klimawahn auch in diesem Punkt - Windräder - nur Teil eines immer verheerender wirkenden Gesamtverlusts an Anbindung an den logos der Welt ist. Weil er an manches gar nicht gedacht hat. Wie denn auch, wenn man das, was  man um jeden Preis ändert, gar nicht kennt?





*Schon aus diesen Erwägungen heraus kann es also gar kein "Weltklima" geben, das adressierbar wäre. Sondern immer nur Klein- und Kleinsträume. Deshalb ist es völlig unsinnig, "große", "globale" Maßnahmen anzustreben, weil nur kleine und kleinste Maßnahmen überhaupt Wirkung haben können. Völlig unabhängig davon, wie dann ein alles umfassendes Gesamtbild aussieht, das in keinem Fall "machbar" ist. Typisches Beispiel liefert eine Nachricht aus der Geburtsstadt des VdZ, Amstetten. Wo nun Oberkluge den Klimawandel dafür verantwortlich machen, daß die Temperaturen in der Innenstadt im Sommer immer wärmer wurde. 

An den Maßnahmen, die man nun (mit viel Geld) setzen will, erkennt man aber, was die Ursachen sind. Es ist nämlich nicht der "Klimawandel", wie die Medien berichten. Der wird wie praktisch schon immer und überall nur als Ausrede für Versagen, Gier und Gedankenlosigkeit herangezogen, und öffnet natürlich wunderbare Hähne zum allgemeinen Steuergeldstrom, weil auch die höheren Politiker denkunfähig sind. Es ist die "Innenstadtgestaltung", die so vielen Bäumen (die in der Kindheit des VdZ noch sämtliche Hauptstraßen säumten) die Existenz gekostet hat, und die Bebauungsdichte, die einen Abtransport der Luft durch Wind immer mehr erschwert hat. So entstanden im Westen der Stadt immer umfangreichere Hochhaussiedlungen (vulgo "Zeckenburgsiedlung", noch dazu am Kamm eines großen Hanges), die natürlich den einfallenden Wind bremsen. Außerdem wurden (und werden laufend weiter) die Asphalt- und Steinflächen vervielfacht, Grünflächen (oder auch einst nur geschotterte Plätze) verschwanden, etc. etc.  Erst jetzt wieder wird ein ehedem riesiges Freigelände (Bahnhof) durch ein riesiges "Wohn- und Betriebszentrum" zugebaut. Dasselbe also, was auch in Sopron nach der großen "Verschönerungsoffensive" 2014-16 zu beobachten ist, der VdZ hat hier schon darüber berichtet.

So nebenbei: Diese "Innenstadtgestaltung" geht oder ging einher mit einem großen Aussterben des einstigen Stadtzentrums, und damit Teil einer verhäßlichenden, (wie bei Windrädern) nur bestimmter Funktion gewidmeter Umgestaltung der ganzen Stadt ... der Leser möge das im Licht des oben Gesagten weiterdenken. 






Dienstag, 28. Mai 2019

Warum gibt es wirklich weniger Insekten?

Die Anregung können wir sofort aufgreifen, denn sie wirkt mehr als glaubwürdig: Auf der Seite "Bauer Willi" findet sich neben vielem weiterem Interessantem eine Replik auf die Behauptung, daß es weit weniger Insekten gibt als früher, und daß das mit dem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zu tun hätte. Es hat auch nichts mit Klima- und Biotopveränderungen zu tun, die nächste Behauptung. Auch das hat man in den Jahren 1989 bis 2016 untersucht, ohne Zusammenhänge zu finden.

Stattdessen stellt der Naturschutzbund NABU eine eigene und recht handfeste Erzählung aus der Realität der Bauern auf. Die durch die nämlichen Studien stark gestützt werden. Denn natürlich gibt es weniger Insekten (wenn auch mehr Vielfalt, übrigens), aber die Ursachen sind ganz anderer Natur: Sie liegen in der Umstrukturierung der Landwirtschaft, und vor allem im Verlust der früher zahlreichen kleinbäuerlichen Betriebe. Denn durch die "Umstrukturierungen" vor allem im Lebensmittelhandel haben in den letzten 40 bis 50 Jahren hunderttausende Betriebe aufgegeben.

Betrachtet man die Zusammenhänge genauer und mit ausreichender Sach- wie Ortskenntnis (des Landstreifens bei Krefeld, auf den sich die nämliche und aufsehenerregende Studie bezieht), dann ergeben sich ganz andere Aussagen als kolportiert wird. Denn es gibt weniger Insekten, WEIL 

  • die Naturschutzgebiete, in denen die Insektendaten erhoben wurden, heute dicht von intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen umgeben sind. Damit werden sie von deren Effekten stärker mitberührt als früher. Durch Nährstoffeintrag, aber auch durch Übergreifen von Pestiziden aus dem Ackerbau.
  • sehr viele viehhaltende Klein- und Mittelbetriebe nicht mehr existieren. Diese haben noch 1989 im betreffenden Gebiet 60 Hektar Weideland bewirtschaftet, heute ist es gerade noch ein Hektar. Das hat gravierende Auswirkungen, denn nun gibt es keine Kuhfladen mehr. Eine Kuhflade aber ist Nährort für 2-300 Gramm Insekten. 1989 wurden 25 bis 30 Hektar Weideland regelmäßig beweidet. Die dadurch entstandene Insektenmasse kann man hochrechnen. Heute wird nichts mehr beweidet. Damit fehlen schon aus diesem Grund locker 30 bis 54 Tonnen Insektenmasse. Pro Jahr.
  • auch Äcker sind typische Insektenbiotope, viel reichhaltiger als Grünflächen. Im Beobachtungszeitraum wurden 12 Hektar Ackerfläche in Grünland umgewidmet.
  • der völlig veränderte Umgang mit Gülle. Die hygienischen Anforderungen sind so gestiegen, daß es heute Misthaufen wie früher nicht mehr gibt, und Güllebehälter werden heute abgedeckt. Auch dies waren Brut- und Nährstätten für gewaltige Insektenmassen, die es heute nicht mehr gibt.
  • die Umwandlung von Weideland in Grünland. Zwar wurde auch 1989 ein Teil der Grünflächen für die Grasaufbringung und nicht als Weideland genutzt, heute aber ausschließlich. Diese Flächen werden heute drei- bis viermal gemäht. Jede Mahd aber nimmt einen Großteil der Insekten mit oder stört ihre Entwicklung. Daraus ergibt sich ein enormer Insektenverlust. 
  • 1989 wurden umfangreiche Flächen rund um das Naturschutzgebiet (in dem für die Insekten-Studie gemessen wurde) von Niederwald bewachsen. Nicht nur daß dort große Mengen Nährstoffe (durch Blätter etc.) anfielen, sondern diese Büsche und niedrigen Bäume haben auch viele kleine Feuchträume am Boden bewahrt. Heute sind diese Niederwälder verschwunden und mit ihnen der Lebensraum für viele Insekten. 
  • der Rückgang des Gemüseanbaus in der unmittelbaren Umgebung. Die Gemüseäcker, die es heute nicht mehr gibt, weil sie großteils in Grünland umgewidmet wurden, waren früher Anziehungspunkt für viele Schädlingsinsekten, und die wiederum lockten viele weitere Insekten an. Dazu kamen Schmetterlinge und Falter. 
  • die Verbote der Düngung von Grünland. Das hat nicht nur das Fehlen von Gülle bewirkt, sondern auch den Auftrag von Kalk betroffen. Damit versauern die Böden und viele Pflanzen (etwa Kleearten) gibt es nun nicht mehr. Dazu kommen Bodeneinträge durch Bakterien, die ebenfalls fehlen. Also haben etwa Hummeln oder Bienen keine Nahrung mehr und verschwinden.
  • die Studie hat nicht berücksichtigt, ob und in welchem Maß Wanderinsekten (etwa Schmetterlingsarten, die sogar aus dem Mittelmeerraum kommen) in den nämlichen Jahren die Messung der Biomasse beeinflußt haben. Denn diese Wanderungen sind für eine Region gesehen nicht regelmäßig und vorhersehbar. 2018 etwa war sie im betreffenden Gebiet sehr stark.
  • die Studie berücksichtigt nicht, ob und wieweit das Auftreten von starken Schädlingsjahren Einfluß auf die gemessene Insektenmasse genommen hat. So war 1989/90 ein extrem milder Winter, der die Schädlingsinsekten stark vermehren half, daß die Ernten teilweise vernichtet wurden. Das ergibt natürlich einen hohen Masseeintrag in den Meßbehältern. Daraufhin (!) hat man in den landwirtschaftlichen Betrieben mit dem gezielten Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln begonnen. Was natürlich die festzustellende Insektenmasse in den kommenden Jahren immer mehr reduziert hat.
  • damit in Zusammenhang steht auch die Auswirkung der Umstellung auf Monokulturen und der Einsatz von Insektiziden darin. Seit 1990 sind 20% der Ackerflächen auf Monokulturen umgestellt worden. Diese werden früher im Jahr auf Schädlingsbefall kontrolliert, ja früher tolerierte man sogar gewisse Schädlinge, weil sie in kleinen Mengen ertragsfördernd wirkten. Heute nicht mehr.
  • durch diese fehlenden Faktoren (Äcker) stabilisiert sich in den Naturschutzgebieten der Insektenbestand aus Räubern und Beutetieren auf niedrigem Niveau. Früher häufiger aufgetretene Masseninvasionen etwa, die eine Reaktion innerhalb des Gebiets brachten, fallen weg. Auch ist dadurch die Artenvielfalt im Naturschutzgebiet gestiegen, weil bestimmte Pflanzen stärkende Einflüsse von außen nicht mehr bestehen. Deshalb gibt es heute im Naturschutzgebiet, auf das sich die Studie bezieht, zwar weniger Insektenmasse, aber eine größere Vielfalt.
  • eng mit den Insekten hängen aber auch die Vögelbestände zusammen. Wo es keine Kuhfladen mehr gibt, gibt es deshalb nicht nur weniger Insekten, sondern auch keine Schwalben mehr. Insgesamt ist also zu erkennen, daß die Zusammenhänge in der Natur und zwischen ihr und menschlichem Verhalten bzw. der Landwirtschaft sehr vielfältig und komplex sind. Zu komplex, als sie einfach auf einzelne Ursachen wie "Einsatz von Insektiziden" zu schieben. Deren Verbot wird keine einzige Schwalbe zurückbringen. 

Weit gravierender ist die Umstrukturierung der Betriebe, und hier vor allem der Wegfall der kleineren Betriebe mit Viehhaltung und Weidewirtschaft. Während die bestehenden Betriebe mit immer mehr Auflagen, Ge- und Verboten belastet werden. Der Druck drängt kleine Betriebe noch weiter zurück, während er die bestehenbleibenden zu weiterem Wachstum und veränderter Bewirtschaftsmethode zwingt. Deshalb ist es auch kein Rezept, nach "mehr Ökolandbau" zu rufen. Denn um rentabel zu werden, um die Versorgung zu leisten, die die Bevölkerung braucht, müssen auch diese Betriebe größer werden. Auch im Ökolandbau lassen sich größere, makellose Produkte, wie sie benötigt werden, nur durch Monokulturen erzeugen. Und ohne Pflanzenschutz kommt auch der Öko-Landbau nicht aus. Also wird auch er nicht unbedingt die Insektenmasse fördern.

Nachsatz: Es ist also genau das, was in Österreich beim EU-Beitritt 1994/95 den Bauern eingeredet wurde, und die haben nichts gemerkt. Daß hunderttausende Kleinbetriebe aufgeben werden müssen. Auch die Fetzenschädel der Funktionärskirche haben den Bauern damals eingeredet, der VdZ war vielfach Zeuge (und niedergebügelt in seinem Widerspruch), wie wunderbar eine solche Zukunft würde. Außerdem hat Raiffeisen gerne Kredite zur "Modernisierung" und Konzentration auf viel größere Betriebe bereitgestellt. Diese "Umstrukturierung" hat nicht nur eine ganze Lebensweise auf den Kopf gestellt und verändert, und zwar für eine ganze Bevölkerungsgruppe, sondern auch - wie man sieht - große Auswirkungen auf unsere weitere Mit- und Umwelt. 

Na, was glaubt der Leser, wie froh diese Pruntzer, die dafür verantwortlich sind, heute über den "Klimaschutz" sind. Wie viele sich mit dieser Trottelei aus ihrer Verantwortung stehlen können! Und wie viele genau derselben, die damals wie im Beispiel die Zerstörung der Landwirtschaft durch Umbau auf Industriebetriebe propagiert haben, heute mit Plakaten in der Hand "Für Umweltschutz und Klimarettung sofort!" demonstrieren.





*150319*

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Hört endlich auf mit dieser Panikmache

Es gibt in den Medien nur noch das Prinzip der Panikmache. Im möglichst furchterregenden Herausstreichen von Aussagen, die "das Ende" voraussagen, versuchen sich Medien (vergessen wir nicht: das sind immer Personen, wir sprechen also von MedienMACHERN) jenen Macht- weil Hoheitsverlust im Diskurs wiederzuholen, den sie im zum gewaltigen Froschkonzert gesteigerten Orchester der Stimmen im Einzelnen bereits erlitten haben. Das korrespondiert direkt mit der gesuchten Nähe zu allen Formen der Macht, ob in der Politik oder im Bereich Geld und Wirtschaft. Aber auch durch die Nähe zur Wissenschaft. Weil gerade letztere aber von einem normalen Redakteur nur höchst selten beurteilt werden kann, wendet er sich an jene, die sein Streben nach Macht - über den Hebel der Panikmache, der Katastrophenmeldung - stützen.

Ein Beispiel dafür ist die jüngst durch die Medien geisternde Meldung, daß es in Deutschland ein dramatisches Insektensterben gebe. In den letzten 30 Jahren sei die Biomasse aller Insekten um 80 Prozent zurückgegangen. 

Vergessen wir nun einmal, daß diese Meldungen nicht zufällig zu diesem Zeitpunkt kamen, denn es bereitet sich eine in diesen Tagen stattfindende nächste globale Klimakonferenz in Bonn vor. Diesen Herrschaften, die der VdZ immer schon in Verdacht hatte, das, was sie als Allgemeinzustand beklagen, in Wahrheit selbst (und nur selbst) auslösen und anrichten. Schon alleine durch den gesteigerten Flugverkehr, den diese Herrschaften auslösen, so daß man ja von steuergeld-, NGO- und Interessengruppen bezahltem "Klimatourismus" sprechen muß. Schon lange ist festzustellen, daß jeder solcher Konferenzen ein dichter Teppich an Unsinnsmeldungen in den Medien gewoben und ausgerollt wird, in denen sich dann Nachrichten tummeln, die zu gefühlten 90 Prozenten aus "könnte sich in wenigen Jahren" oder "muß man davon ausgehen, daß wir bald" etc. pp. bestehen, die alle möglichen Experten und Wissenschaftler von sich geben.

Manchmal aber tragen sie Funken von Fakten in sich. Die aber, wie es eben der gute Lügner tut, in einen Rahmen gestellt werden, der eben nicht mehr stimmt. Und auch nicht von Fakten gedeckt oder gar wissenschaftlich wäre, aber so irgendwie doch nicht gelogen ist.

Wer sich nämlich mit dieser Meldung vom angeblichen katastrophalen Insektensterben näher auseinandersetzt wird bald entdecken, daß es sich hier nur um eine Einzeluntersuchung in einem einzigen deutschen Moor handelt. Die methodisch noch dazu insofern fragwürdig ist, als sie sich für eine solche Globalaussage einfach nicht eignet. In diesem einen Moor nun wurden über zweieinhalb Jahrzehnte mit bestimmten Sammelbehältern mit Alkohollösung Insekten gesammelt, die Beute gewogen und das Gewicht verglichen. Aber es wurden nur zwei Jahre verglichen, wie die Krefelder Forscher auch offen sagen: 1989 und 2016. Dabei ergab sich tatsächlich eine Differenz, den man Rückgang nennen könnte, um erwähnte 80 Prozent. 

Aber warum das so ist, wieweit es mit der Sammelmethode selbst zusammenhängt (so wurden die Standorte immer wieder gewechselt), oder ob es dafür ganz andere Erklärungen gibt als einen "Rückgang aller Insekten in Deutschland", wie es bald überall hieß, wurde dabei unberücksichtigt gelassen. Außerdem wurden nur Fluginsekten gemessen, es fehlen also sämtliche übrigen Insektenarten. Und natürlich geht es in dieser Studie nur um einen ganz begrenzten Raum, eben dieses Moor, nein, noch genauer: um diese Stellen in diesem Moor. Und nicht einmal so ließe sich eine wissenschaftlich belastbare Aussage treffen - die Fragwürdigkeiten um diese Studie sind zahlreich. Sodaß man sich fragen muß, WARUM Wissenschaftler solche Aussagen machen! Oder sich damit zitieren lassen. Sie machen sich damit selbst lächerlich.

Manche sprechen deshalb von "Unstatistik des Monats". Andere von einer neuen "Waldsterben"- oder "Ozonloch"-Ente, die wie vor 30 Jahren durchs Dorf getrieben wurden und alle in Panik versetzten, bis sich herausstellte: Nichts davon ist wahr, dem Wald geht und ging es nicht besser oder schlechter als immer, eher sogar besser (weil die Gesamtbiomasse in den letzten Jahren weltweit deutlich gestiegen ist. Auch das übrigens ... eine Hochrechnung, eine Statistik, eine Schlußfolgerung.) Und das Ozonloch über Arktis und Antarktis wächst und verschwindet in weitgehend völlig unbekannten Ursache-Wirk-Dynamiken. (Weshalb es sich natürlich besonders, nach wie vor, für Panikmeldungen eignet: mal um den Erfolg von Politik darzustellen, mal um die Menschen zu schrecken und gefügig zu machen. Und letzteres ist wohl auch der Grund, warum Panikmache ständig eingesetzt wird. Sie soll die Urteilskraft des Einzelnen angreifen und lähmen.)

Fakt ist: Ob es in Deutschland ein Insektensterben (mit allen Folgen, wie einem darauf folgenden Vogelsterben, usw. usf.) gibt WEISZ NIEMAND. Nur der liebe Gott. Es gibt keine verläßlichen, belastbaren Messungen über das Bundesgebiet, die eine Aussage in dieser Richtung auch nur annähernd stützen würden. 

Was es gibt ist allerbestenfalls ein subjektiver Verdacht, den jemand zur These ausgehärtet insoweit auf Relevanz untersuchen könnte, als er diesbezüglich Untersuchungen anstellte, ob sich sein Verdacht denn auch erhärten ließe. Etwa rückgefolgert aus der gewaltigen Zunahme von großflächigen Monokulturen für die Produktion von Energie (Biosprit oder -gas, oder Verstromung), die einen Rückgang der Insekten zumindest in der Vielfalt annehmen lassen, schon alleine weil das Kleinklima auf solchen Flächen anfälliger und trockener wird, was wiederum den Einsatz von Insektiziden enorm steigert, weil solche Flächen meist keine Ökosysteme mehr sind, die im Bestandserhalt (dem Hauptziel aller organismischen Systeme) von selbst funktionieren könnten. Ohne daraus aber schon per se Rückschlüsse auf "ganz Deutschland" ziehen zu können.

Ansonsten aber wäre man wirklich froh, wenn die Medien endlich ihre pausenlosen, täglichen Versuche einstellen würden, Panik zu schüren, indem sie Falschmeldungen - und das ist aus dieser Einzelstudie dann auch geworden - und Tunnelblick verbreiten, die nur ein Ziel haben: Die Vernunftfähigkeit der Bevölkerung zu erschweren, zu neurotisieren und zu beschädigen. Und das verursacht allmählich Brechreiz.






*101117*

Sonntag, 19. November 2017

Alles verläuft nach Plan

Jahrzehntelange entomologische Beobachtungen hatten immer wieder dasselbe gebracht, sodaß Jean Henry Fabre zu einem Schluß kam: Insekten egal welcher Art handeln nicht einem subjektiven Sinn gemß, sondern ihr Instinkt füllt Stellen in einem Plan. Jede Handlung steht nämlich für sich, hat offenbar seine Belohnung ("Lust") in sich. Das Insekt "fragt" sich aber nie, ob sie noch sinnvoll ist.

Was ist damit gemeint?  Fabre hat es in zahllosen Versuchen demonstriert. Immer wieder nahm er etwa Hautflüglern, Sandwesen oder Schlammbrütern oder oder ihre Brut weg. Er brach ihre oft so kunstvoll errichteten Bauten auf, auch noch während das Insekt sie errichtete und etwa nach neuem Material unterwegs war, er nahm die eingelegte Nahrung weg, mit der sie das eingelegte Ei versorgen wollten, sobald es geschlüpft war, oder er nahm überhaupt das Ei weg. Alle Varianten probierte er, immer wieder korrigierte er seine Versuchsreihen. 

Auch die Raupen von Schwalbenschwanzschmetterlingen kamen dran. Hier zerschnitt er etwa deren Kokon, während sie ihn noch spannen, stellte ihn auf den Kopf, machte Löcher, das Ergebnis war dasselbe. Die Raupe setzt das Stadium ihrer Arbeiten - etwa die Innenarbeiten - fort, in dem sie war und wo sie von einem zum anderen fortschritt, obwohl der Kokon etwa auf einer Seite offen, sie also leichte Beute für Räuber ist. Aber sie schloß das Loch nicht, obwohl sie eindeutig noch genug Spinnstoff hatte! Ihn zuzumachen war bereits dran, nun stand etwas anderes an, auch wenn es sie das Leben kosten würde.

Sämtliche Insekten fahren in ihrem Handeln je nach Stufe - Eilegen, Bau oder Kokon errichten, mit Nahrung füllen ... - fort. Sie müssen sehen, daß es sinnlos ist, weil etwa das Ei fehlt, die bereits hergebrachte Nahrung herausgenommen wurde, sodaß die Raupe nach dem Schlüpfen verhungern mußte. Ja er nahm die Mauern des Baus weg. Ergebnis? Die Wespe (und alle Insekten haben ein stupendes Ortsgedächtnis, sie finden die Stelle immer, wo sie ihren Nachwuchs aufziehen möchten, selbst wenn der Bau selber weg ist) setzte ihre Arbeit auf der glatten Mauer fort, weil nun das Verputzen und dann das Verschließen dran war, sogar wenn der Bau selber fehlte.

Sie arbeiten nach einem Plan, der im Ganzen steht, aber dessen Teile jeweils für sich bestehen, der nicht im Insekt selber "intelligent" vorhanden ist. So perfekt, so unglaublich vollkommen ihre Tätigkeit an sich wirkt. Aber das Tier selber kennt keinen Sinn, den sie reflektieren, korrigieren, anpassen würde. Kommt etwas Außerplanmäßiges, das den Zweck ihres Tuns im Ganzen zunichte macht, ist sie völlig überfordert, dabei: nicht einmal gestört! Ist dies dran, macht sie dies, ist das dran, macht sie das. Das war's.

Zu ganz analogen Schlüssen kommt Jakob Uexküll bei seinen Untersuchungen niedrigster Lebensformen, beginnend bei reinen Plasmatieren, bis hin zu Seeigeln. Plasmatiere sehen zwar aus wie Flüssigkeiten, verhalten sich aber anders als diese nach einem Gesamtplan. Sie haben ja eine erstaunliche Besonderheit: Sie können jeweils Organe formen, die der zu verrichtenden Tätigkeitsstufen (sagen: beim Eß- und Verdauungsakt) entsprechen, lösen diese Strukturen aber dann wieder auf, um aus dieser Regeneraton heraus die Strukturen für den nächsten Schritt zu bilden. Bis hin zur Ausscheidung.

Je höher die Lebewesen werden, desto mehr nehmen die Einzelorgane insofern Form an, als sie ihre Struktur behalten, desto weniger also können neue Strukturen gebildet werden.

Zu einem ersten Höhepunkt der Aussagen kommt er in "Umwelt und Innenwelt der Tiere" bei den Schilderungen seiener Beobachtungen an Seeigelarten.  Wo er zu denselben Aussagen wie Fabre kommt: Seeigel verhalten sich nach einem Plan, der einen nur staunen läßt, weil alles derartig  ineinandergefügt ist. Aber die Seeigel selbst sind nur ein Plan, der wiederum in einen großen Plan "mit der Umwelt" eingefügt ist. 

Niedere Tiere wie die Seeigel haben kein "Gesamtzentrum". Sondern alle ihre Organe, jeder Stachel, die Nerven, die Beißzangen, die Giftverwendung, die verschiedenen Muskelgruppen, die die Stacheln bewegen, alles hat im Grunde ein Teil- und Eigenleben. Man kann sie alle regelrecht "für sich" untersuchen, sie funktionieren genau gleich und sind reine Reflexmaschinen. Aber darin (!) sind sie alle derartig auf "einen ganzen Seeigel und die Umgebung, die er braucht" abgestimmt (und nicht um ein Jota mehr! Alle anderen werden bestenfalls zu Reizen, aber nicht zu Dingen, auf die er reagieren könnte, die er gar "erkennte"), daß er als Seeigel - wie eine Republik, schreibt Uexküll einmal - lebt und überlebt. Was beim reinen Beobachten des Tieres so gezielt aussieht, ist in sich jeweils kein Ziel, sondern nur die Abfolge für sich stehender Reaktionen von Organen auf Einzelreize. 

Auch hier also: Alles ist ein Plan, in den alle Einzelfaktoren - Lebewesen wie Umgebung - eingefügt sind, aber nichts ist die Intention eines ganzen, einzigen Lebewesens. Das beginnt erst im Geist. Das gibt es erst im Menschen.





*241017*

Freitag, 28. Februar 2014

Vom Wesen des Instinkts

Mit zu den spannendsten Kapiteln in Jean-Henri Fabre's Forschungen zu Insekten gehören jene, die sich mit der Natur des Instinkts auseinandersetzen. Ist man in der Forschung auch nur ein wenig zu ungenau, kommt es nämlich sehr schnell (und die Vergangenheit belegt es) zu Schlüssen, die den Tieren falsche, meist zu anthropomorphe Verhaltensweisen beimessen. Ihnen etwa Vernunft beilegen, die sie aber gar nicht haben.

An den Maurerbienen demonstriert Fabre, wo Instinkt liegt. Die Maurerbiene baut aus Sand und Steinen mit Hilfe eines Mörtels aus ihrem Speichel kleine, hülsenartige Zellen, die nach oben offen sind, und nach Ende ihrer Tätigkeit mit einem kleinen Stein verschließt. Denn dorthinein legt sie ja ein Ei, und die Made, die schlüpft, nährt sich vom ebenfalls von der Mutterbiene eingebrachten Honig, bis sie den Kokon durchbricht, den Verschlußdeckel aufbeißt, und als Biene ihr Leben fortsetzt. Diese Bauten, für die die Biene gerne Dächer annimmt, können so massiv und zahlreich werden, daß sie ein Dach gar zum Einsturz bringen können, das nur nebenbei. Oder abrutschen und Menschen in Gefahr bringen, denn die kleinen Häuschen sind steinhart und fest.

Fabre hat nun Folgendes gemacht: Die Biene hat eine Zeit lang nur das Bauen im Sinn.  Pausenlos, im Abstand von 3 bis 4 Minuten, fliegt sie fort um Material zu holen, das sie dann kaut, und zu diesem Zylinder hinzufügt, der mit der Zeit entsteht. Hat das Bauerk eine bestimmte Größe erreicht, beginnt die Honigeinbringung. Sie kommt also fortan mit Pollen, die sie gleichfalls zerkaut und als Honig in die Zelle hinein auswürgt.

Es ist nunmehr zu beobachten, daß die Biene auch repariert. Fabre brachte kleine Schäden an, und jedesmal reparierte die Biene die Löcher, sobald sie zurück war. Dreißigmal, vierzigmal ... unermüdlich reparierte sie das jedesmal neu von Fabre aufgerissene Loch. Aber sie tat es nur, so lange sie "am Bauen" war, bis der Bau fertig wat, und das hieß: ohne Loch (außer dem Eingang oben).

Sobald sie aber daraufhin begann, Honig einzubringen, "sah" sie neu gerissene Löcher nicht mehr. Das führte sogar so weit, daß der Honig jedesmal restlos wieder auslief. Aber die Biene reagierte nicht, schien zwar etwas irritiert, weil sie den Schaden mit ihren Fühlern zur Kenntnis nahm, konnte aber nicht adäquat reagieren. Hatte sie stattdessen eine bestimmte Anzahl von Honigflügen absolviert, folgte der abschließende Akt: Die Biene kam mit einem kleine Steinchen, dem Abschlußsteinchen zurück, legte ihr Ei, und schloß stets augenblicklich den oberen Deckel. 

Fabre versuchte zahlreiche Kombinationen, um seine Erkenntnisse zu präzisieren, einzugrenzen. Bis sich eine Kontur des Instinkts der Bienen abzeichnet. Denn die Biene reagiert nach wie vor nicht, wenn ihre Zelle ein Loch hat, aus dem aller Honig ausfließt, den sie einbringt, ehe sie nun das Ei legt. Dabei entfernt sie während des Einbringens selbst sogar sorgsam jedes Fremdpartikel, der zufällig das Zelleninnere verschmutzt, und sei es das Ei einer anderen Biene, das Fabre eingelegt hat. Jedes Steinchen, jeder Schmutz wird sorgsam und gründlich (die Biene fliegt dazu weit weg, und steigt 15 Meter hoch, um den Fremdkörper dann fallen zu lassen) entfernt, hält das Innere rein, solange sie Honig eben einbringt.

Sie bemißt die Honigmenge dabei auch nicht nach Augenmaß oder Füllhöhe der Zelle, die kennt offenbar kein Mengenmaß. Selbst wenn der Bau leer ist, weil unten ein von Fabre angebrachtes Loch alles auslaufen läßt, oder er mit einem Wattebausch und Pinzette den Honig jedesmal entfernt, wenn sie zu neuem Flug aufgebrochen ist, hat sie das Maß der Menge an Honig nicht aus dem Füllstand, einer Menge, sondern - nur aus ihrem eigenen Instinkt heraus. Dieses Maß wird nicht an anderen Faktoren kontrolliert, es ist ein Maß für sich. Die Biene hat offenbar nur jeweils einen Tätigkeitskreis, selbst wenn der einen gewissen Umfang an Einzeltätigkeiten einschließt.

Ja, selbst als Fabre, nach Verschluß, seitlich ein großes Loch anbringt, das die Biene deutlich sehen muß, sodaß das gelegte Ei höchst gefährdet wäre, die Larve beim Schlüpfen gewiß vertrocknen oder dann verhungern würde - die Biene reagiert nicht. Nun ist Mauern am Programm, also mauert sie. Dann kommt die Honigeinbringung, also bringt sie Honig ein. Und unterbricht auch nicht um zurückzugehen im Programm um zu mauern, zu reparieren, etwas das sie beim "Mauern" ja sehr wohl tut, also kann. Und sie mißt auch nicht, ob genug Honig da wäre, sie folgt nur ihrem inneren Maß, das sie erfüllt, selbst wenn der Honig ausgelaufen, nichts in der Steinwabe mehr zurückgeblieben ist. Und sie legt ihr Ei, und verschließt den Deckel, selbst wenn darunter ein klaffendes Loch oder fehlender Honig alle Mühe zunichtemachen wird. 

Selbst, als Fabre nach Eiablage einen kleinen Strohhalm in die noch offene Zelle steckte, der nun deutlich herausragte. Die Biene nimmt ihn zur Kenntnis, und - ummauert ihn, wenn sie den Deckel anfertigt. Der vormalige Säuberungsinstikt ist mit einem mal erloschen, denn nun ist die Tätigkeit des Zumauerns des Deckels dran, und in diesen gehört nicht, die Zelle zu säubern, oder ein Leck zu reparieren. Sie "kennt" nicht einmal ein "Ei".

Auch an Erdwespen zeigt Fabre, das die Tiere sogar nicht einmal ihren eigenen Nachwuchs erkennen. Als er, um den phänomenalen Orientierungssinn der Wespen zu erforschen, die ihren mit menschlichem Auge nicht sichtbaren Bauplatz in der Erde immer wieder erkennen, selbst wenn man ihn überschüttet oder halb zerstört, gar aushebt und eine der inneren Kammern des Erdbaus, in der bereits eine Larve geschlüpft ist, offenlegt. Die Wespe ignoriert den sich krümmenden, nun freigelegten Wurm, der aus einem ihrer gelegten Eier geschlüpft ist, und der nun bald vertrocknen wird - ihren eigenen Nachwuchs kennt wie nicht, so selbstlos und unter Lebensgefahr sie ihn zuvor scheinbar versorgt und zur Welt bringt. Sie hat ein bestimmtes Procedere, ihn (bzw. die Nebenkammern) mit Nahrung vor der Eiabblage zu versorgen, und wenn ihr dieses Procedere nicht möglich ist, "erkennt" sie die objektive Lage nicht.

Die Instinkte der Insekten, schließt der Franzose, sind weitgehend auf ein perfektes Ineinander der Abläufe ausgerichtet, die in ihrer eigenen Natur liegen, und alle Merkmale einer in sich geschlossenen Welt trägt. Sie schließen höchstens ein, was an zu erwartenden, üblichen Störungen auftreten kann. Aber sie schreiten von Tätigkeitsbild zu Tätigkeitsbild. Keinen Moment kann die Biene Abläufe rekonstruieren, außerhalb dieser Abläufe einzeln herausgreifen und zeitlich versetzen. Wechselt die Aufgabe, die selbst wiederum einem festen Ablaufprogramm im Leben des Tierchens folgt, so wechselt auch die Wahrnehmung und die Reaktion. Das Insekt arbeitet so Punkt für Punkt in ihrem Leben ab, bis es stirbt. Aber es kann zeitlich nicht springen, zurücktreten wie der Mensch, um durch gedankliche Abstraktion Abläufe zu zerlege, das Insgesamt, das man sich durch Abstraktion als Bild formt, im Blickfeld halten, kann es nicht.




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Mittwoch, 15. Januar 2014

Leben braucht Gegenstand

Jean-Henri Fabre schreibt in seinen "Erinnerungen eines Insektenforschers", daß in der Insektenwelt auffällt, daß dort, wo die Böden zerklüftet und vielgestaltig sind, ja schwierig, Insekten vereinzelt leben und ihre Brutlöcher bauen, während in flachen ungegliederten Gegenden, mit vielfältigen Transportwegen, Siedlungen und Staaten entstehen. Woraus sich so etwas wie Mentalität als Wesenseigenschaft auch innerhalb von Arten ausprägt. So wie bei der Schlupfwespe, je nach Landschaft, in der sie lebt.

Vereinzelt Lebende integrieren ihre Umwelt in ihre Persönlichkeit, weshalb sich dort auch ein anderer Eigentums- (als Zugehörigkeits)begriff bildet. Dieser erstreckt sich auf die Umwelt.

Eine Beobachtung, die sich durchaus auf den Menschen ausdehnen läßt. Und sich heute vor allem auch an den umgekehrten Erscheinungen erkennbar macht. Der Verlust des Bezugs zur Umwelt, zur Landschaft, ihre Ausschaltung durch Überwindung der Zeit in der Geschwindigkeit, ist begleitet vom Anwachsen der Ballungsräume und Großstädte. Ja die Städte selbst sind Gründungen von Bodenlosen, die die Kaufleute waren. Die die damit fehlenden Bezugslinien durch andersgelagerte Beziehungsbahnen ersetzen, in die sich ihre Handlungsenergie erfließen kann.




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