Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Aufklärung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Aufklärung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 16. Juli 2024

Krieg als Dauerzustand (social media)

Es war wohl der Hauptgrund, warum ich mich von allen Formen der social media verabschiedet habe, und sie so weit wie möglich aus meinem Leben fernzuhalten versuche. 

Es ist das völlige Fehlen von Liebe im Umgang mit dem Nächsten. Die völlige Absenz jenes Wohlwollens, das den anderen als Ganzes, als Selbstzweck sieht, und sein Wohl will. 

Sogar auf Kosten des eigenen Rangs, in dem Wissen, daß die Größe oder Höhe eines Menschen von ganz anderen Dingen bestimmt wird, als von diesen Arten "rationalen Diskurses". Der ab dem Zeitpunkt endgültig erstarrt, in dem der Krieg ausgerufen ist. Und der Krieg ist in den social media prinzipiell ausgerufen.

 Denn die Art der social media scheint das sogar zu fordern. Die nur noch Sieger und Besiegte, Überlegene und Verlierer kennt und vorgibt, jeden in eine der Kategorien einordnen zu können. Wenn es in social media Respekt und Anerkennung von Stand und Identität (samt Rückführung des Werts eines Arguments darauf) gibt dann nur scheinbar, und durch andere Kriterien, als dem realen Leben entsprechen.

Wenn dann noch reale Lebenskriterien dazukommen so sind diese bereits entwertet weil enteigentlicht. Sie unterliegen immer noch dem Urteil jedes einzelnen Teilnehmers an diesen Diskursformen, und sind damit nie real, sondern immer nur Simulationen des realen Lebens.

Was im übrigen die völlige Verkennung des Wesens des rationalen Disputs anzeigt.

Wenn man aber über Krieg als Dauerzustand spricht, dann darf dieser gesamte Bereich der social media nicht vergessen werden.

Montag, 24. Juni 2024

Schicksalsschaffung und Schicksalserfüllung

Weitere Stückchen aus Korrespondenzen

Jacques Baud sagt in einem Videointerview, daß der einzige Sinn der "Schweizer Friedenskonferenz" niemals Frieden war, sondern, Vladimir Zelensky zu legitimieren. Sie war fern jeder Realität, und damit sinnlos. Das zeigt sich schon darin, daß niemand davon ausgeht, daß es zu einer Reaktion von Ru (=Rußland) kommt. Ein Diktat aber übersieht die kleine Tatsache, daß Ru den Krieg gewinnt. Sogar das wird ignoriert, daß von Anfang an die Verfassung der Ukr eine Stellung des Landes festlegt, die defacto einer Neutralität gleichkommt. In Istanbul 2022 hat die Ukr das auch selbst vorgeschlagen und Ru hat es bestätigt. Hat zugesagt, alle Truppen aus der Ukr zurückzuziehen. Aber mit einem mal hat Kiew es dann doch nicht akzeptiert. (Gier, sage ich. Fehlspekuliert über die Kraft des Westens, wie Johnson vorgegaukelt hat. Man meinte, doch mehr herausreißen zu können. Ich bin überzeugt, daß da außerdem schwere Geldkoffer den Besitzer gewechselt haben.)
Also warum sollte Ru - nach so hohem Blutopfer - nun doch wieder darauf eingehen?
Diese Konferenz war von Anfang an ein programmiertes Desaster. Sie hat aber die Glaubwürdigkeit des Westens (und der Schweiz) einmal mehr demoliert.
Es war eine bloße PR-Show von Zelensky.
Nicht einmal der Vatikan hat das Schlußdokument unterzeichnet (das im übrigen kaum mehr enthält, also ohnehin in einer UN-Erklärung bereits allgemein akzeptiert worden ist.) Nichts, was neue Wege gezeigt hätte, nichts, was auch nur eine weitere Diskussion anregen würde. Dafür Grotesken. Denn was sollte das mit der Sicherheit für Saporoschje? Es war doch nachweislich (siehe die Beobachter der IAEA) die Ukr (=Ukraine), die das Kraftwerk beschossen hat! 
Was bleibt also? Ein nächstes Totalversagen westlicher Diplomatie.
Und ein militärisches Versagen. 

Sonntag, 11. Juni 2023

Wenn die Wunderwaffen ausgehen (1)

(2. Fassung vom 11. Juni) Alleine wenn man die im Netz mittlerweile kursierenden Kurzfilmnchen hernimmt, auf denen zu sehen ist, wie die neuen Wunderwaffen der Ukraine in Schutt und Asche gebombt werden, kommt man bald auf die Zahl der überhaupt gelieferten magischen Instrumen te, von denen es von Welle zu Welle bereits hieß0, sie seien Gamechanger. HIMARS-Raketen, Drohnen, Panzer, und als nächstes F16-Flugzeuge. Welle um Welle brach bislang binnen binnen Tagen.

Und wenn ich den "objektiven Experten" zuhöre (ich denke da an Oberst Reisner, den Österreicher, der nicht begreift, daß er gar nicht "neutral informieren" KANN, sondern manipulieren "muß" (natürlich, in Wahrheit: zu müssen glaubt, denn schon das beruht auf einem Verkennen des Wirklichen), dann scheitern ihre Ansagen schon aus einem einzigen Grund: WEIL SIE SICH ALS PARTEI und ihre Aussagen als WAFFEN SEHEN.

Man hat sogar schon den Eindruck, daß die einzige Seite, die sich NICHT (oder nicht ultimativ) als Partei sieht, Völker sind ... (sollen wir es aussprechen?) ... die staunend am Zaun stehen, die Köpfe schütteln und ab und zu ein mahnendes Wort murmeln: So hört doch auf!
Die Ukraine verblutet jedenfalls derzeit mit ihrer vom Westen unter dem fatalen Irrwitz einer sich selbst zerstörenden, wie jede Lüge an ihrer letzthinnigen Komplexität in sich selbst zerbrechenden HALTUNGSLÜGE (eine Seins- und damit Dauerlüge) geforderten "Gegenoffensive" schon im Versuch, die ERSTE Linie der russischen Verteidigung zu durchbrechen.

Donnerstag, 16. Februar 2023

Feilenspäne

Die Kulturen der Welt sind wie ein Lack, der sofort abplatzt, wenn man mit dem Fingernagel daran kratzt. Zum Vorschein kommen dann immer dieselben Menschen, mit denselben Freuden und Leiden, denselben Stärken und Schwächen, denselben Bösheiten und Qualitäten. Wenn nur das das Geheimnis der Welterklösung wäre, dann hätte Gott nicht Mensch werden müssen. Dann hätten Propheten genügt. 

Aber das Geheimnis der Erlösung ist etwas, das uns im Westen durch die Todessaat der Aufklärung völlig unbegreiflich geworden ist. 

Und wir haben durch die Aufklärung begonnen, das Unbegreifliche als besondere Aufforderung zu verstehen, es begreiflich zu machen. Und dafür bleiben usn aber nur sehr menschliche Kategorien, die dem Göttlichen gar nie angemessen sein können. Also haben wir uns den Weg zurück versperrt. Im nichtwetlichen Teil der Welt aber, im Orient, in Afrika, in Asien, ist dieses Verständnis noch vorhanden. Wo ein Gefüge, eine Gestalt einfach deshalb akzeptiert wird, WEIL SIE SO IST.

Samstag, 12. November 2022

Die neue Einheit der Welt

Nach acht (!) Jahrzehnten Kriegszustand, der im letzten Jahrzehnt rasant an Intensivität zugenommen hat und allmählich jeden Bereich des Lebens (zuletzt sogar das höchatpersönliche Moment der Gesundheit) an sich gerissen, geplündert und devastiert hat, ist im Februar 2022 eben dieses Europa (bzw. der Westen) wie 1914 mit wehenden Fahnen ins ultimative Feld gezogen. Um den finalen Kampf gegen ... seine eigenen Dämonen zu kämpfen.

Man kann darüber diskutieren, ob sich damit ein Plan vollendet. Und ich bin geneigt, das anzunehmen, weil das Zerstörungsszenario zu sehr bestimmten dämonischen Absichten entspricht, zu viele Züge eines Planes aufweist, als dem Bösen selbst zugeschrieben werden kann. Denn das Böse kann nur das Gute angreifen, und so sind seine Linien immer punktuell, fragmentiert, und einig bzw. einheitlich nur in seinem Kampf gegen das Sein und seine Repräsentanz, und das ist der Mensch. Der durch die Inkarnation Gottes selbst fleischlich in seine volle Königswürde gehoben worden ist und laufend (in den Sakramenten, und das heißt in seinem Glied der Kirche) wird. .

Freitag, 29. April 2022

Ein Ganzes braucht das egoistische Teil-Sein (3)

Was sich aber vor allem aus diesem Befund erlesen läßt - Aber das, was wir der zuletzt erwähnten Lektüre wirklich entnehmen können, was das wirkliche Faszinosum darstellt, ist etwas anderes. Mich hat seither der Gedanke nicht mehr losgelasse, daß wir es mit zwei Ebenen zu tun haben, in denen ALLES steht.

Die eine ist die des konkreten Alltäglichen, in dem jedem Ding nur begegnet (umd mehr wird auch nicht wahrgenommen, mehr ist gar nicht am Bildschirm, und mehr wird auch gar nicht beherrscht oder direkt befehligt) die als eine Einheit für sich steht. Dieses Selbstsein ist es, das das Selbstbewußtsein prägt, und den Rahmen steckt, in dem sich das praktische Leben vollzieht.

An dessen Rändern erst greift es in die nächste Ebene über, die für die Einheit selbst aber praktisch irrelevant ist und auch abstrakt und unerkannt bleibt. Man gibt dem Muskel X nicht den Auftrag "Los, geh!" Sodern vom Gesamtgeschehen her, von der Befehlszenhtrale also, erfoglt nur der Auftrag "Sei Du selbst!"

Samstag, 2. April 2022

Die nicht wissen, daß sie verloren haben (2)

Von Menschenopfern und den Nichtsenden. Vom schlimmsten Zustand, in den ein Mensch fallen kann. Und von der einzigen Hoffnung, die wir haben dürfen - Aber nein. Sie hören nicht auf. Und wenn sich auch tausendmal gezeigt hat - gezeigt! nicht geschwurbelt, herbeiphantasiert, was auch immer - daß es ein Wahnfieber war, und wenn ich auch tausendmal aufhöre, darauf zu bestehen, daß das zugegeben wird, wenn man einfach nur damit aufhört, so hören sie nicht auf. Und nützen das vermeintliche Kampfende, um kampflos die Felder zu besetzen. Sodaß wir, wenn wir vom Leben "woanders" zurückkommen, in eine Wohnlandschaft kommen, die vollkommen umgebaut sein wird. Wir haben ihnen die Haustürschlüssel überlassen, weil wir meinten, es sei doch alles klar, udn sie haben auch genickt.

Oder? Haben sie genickt? Haben sie je genickt? Oder haben wir das einfach nur antizipiert? Und müssen uns jetzt mit einer Sache auseinandersetzen und uns gegen Kräfte wehren, mit denen wir wirlich nicht gerechnet haben - mit Kräften, die vernichten, nicht siegen wollen.

Freitag, 1. April 2022

Die nicht wissen, daß sie verloren haben (1)

Eigentlich hat man es satt. Man hat das Thema satt, man hat den Streit satt. Und es ist ein Sattsein der Rechtschaffenheit, weil alles getan, alles gesagt, alles gemacht ist. Der Sieg ist errungen, und das Ganze gerettet, denn der Gegner hatte nicht nur ein Einsehen in die wahren Kräfteverhältnisse, sondern er hat anerkannt, daß er im Spielfeld bleibt. Der wahre Sieg der Demokratie ist ja genau erst dann errungen, wenn letztlich alle EINE EINHEIT sind, die sie nie verlassen, das ist ja das Tragfähige daran. (Siehe Anmerkung*)

NICHT um die Vereinung von Unvereinbarem also geht es, NICHT um die sogenannten TOLERANZ, sondern um die Einung auf EINEM Wort. Diese Hoffnung auf das Wesen der Vernunft - Einigkeitsschaffung - hatte ja dereinst die Aufklärung beflügelt, darum ging es allen in Wahrheit, die sie da aus dem Mittelalter herauskamen, und niemals damit gerechnet hatten, daß es Zeiten geben könnte, in denen NICHT mehr von alle dem ausgegangen wurde, von dem sie noch ausgegangen SIND. Weil es selbstverständlich war. Daß Zeiten kommen würden, iin denen der Gegner vernichtet werden mußte, weil er sonst niemals einsehen würde, daß er besiegt war. 

Sonntag, 13. Februar 2022

Ein schweres Unrecht

Den haben sie ja ordendlich gehirngewaschen. Vermutlich hat er schon jahrelanges "Gewalt-Deprogramming" durch die Selige Psychologenschar hinter sich. Die ihm ein neues Rationalitätskonstrukt eingezogen haben, und hatten leichtees Spiel, weil er zuvor sicher zu wenig reflektiert war. Ah, und grad hör ich's: Er war beim Psychologen ... da kommt dann sowas raus. Motto: Völlige Depersonalisierung, um ihn dann zum "funktionierenden Mitglied der Gesellschaft" zu machen. Besser seelisch tot, nicht wahr? Warum das alles? Weil das Strafrecht keine adäquate gesellschaftliche Vorgehensweise mehr abbildet.
QR Interview mit einem Mörder
Wir lesen hier die Reaktion eines Zusehers (wer war das nur ...?) eines Videos auf Youtube, in der ein mehrfacher Mörder über die "Erfahrung des Mordens" spricht. Das Ekeligsten an diesem Film ist dabei aber der Zugang der Filmemacher. Am zweiten Rang ist es erst der Mörder selbst. Dem die Verlogenheit so deutlich aufs Gesicht und in die gesamte Gestalt geschrieben steht, daß es schon weh tut zu sehen, daß das niemand zu merken scheint. Am wenigsten wohl die Verantwortlichen bei den Behörden. Aber er wurde in diese Situation gebracht, ja förmlichst eingeladen. Denn sie bildet ab, was sich im Strafvollzug heute abspielt.

Mittwoch, 8. Dezember 2021

Aus dem ambrosianischen Vorhersagekorb

Vor eineinhalb Jahren stand es hier zu lesen. (Und es steht immer noch hier, für den gesagt, der es nachschlagen möchte.) Ich habe vor eineinhalb Jahren vorhergesagt, daß die FPÖ ab principio einen Kapitalfehler darin gemacht hat, nicht auf Totalopposition zur Corona-Pandemie zu gehen. 

Wie hätte das aussehen müssen? Man hätte ihr mit jenen Argumenten begegnen müssen, von Anfang an, die sie jetzt, nach dem ohnehin bereits sinnlosen, also auch nicht zu spät erfolgten Führungswechsel von Hofer auf Kickl, zur Aufrechterhaltung wenigstens einer gewissen Opposition (in der Beeinspruchung des Impfzwangs, zu dem sie aber gar keine Mittel mehr hat) verwenden muß. Ohne diese Gegenargumente aber noch in ihrem eigentlichen Kern beitreten zu können. 
Im Nachhinein läßt sich so etwas nicht mehr korrigieren, ich weiß wovon ich spreche. Alles beginnt in einem stecknadelgroßen Kopf. Übergehe ich den, kann ich nicht mehr zurück, weil ich nun ein anderer geworden bin.

Freitag, 26. November 2021

Beharren auf dem Geheimnis unserer selbst

Daß das ein Grundsatzfehler ist, ist allgemein gar niemandem mehr bewußt. Aber dahinter steht nicht nur ein materialistisch-technizistisches Menschenbild, dahinter steht nicht nur eine Auflösung von Geist in "Sprechratio" (Verstand nennt man es meist, aber der Begriff ist m. E. nicht angebracht, schon gar nicht, wenn man es "Vernunft" nennt), viel eher ist es "eine Art Sprachgebrauch"), sondern vor allem ein gravierender Mangel an Nächstenliebe, die die Liebe zur Ganzheit einer Person ist, oder sie ist nicht.

Die davon ausgeht, daß jeder Mensch aus seinem direkten Gegenüber - Gott, das Sein, das personale Sein, das Sein das Person bzw. die Beziehungsdynamik von drei Personen mit unterschiedlicher Charakteristik ist - ein Geheimnis ist, und daß deshalb dieses Geheimnis auch eine Ansprache von Gott selbst (in Jesus Christus, den Gott-Menschen, der sich IM MENSCHSEIN als Ähnlichkeit widerspiegelt, was bis zur personalen Dynamik geht) an mich und an die Welt ist. Weshalb jeder dem Gegenüber mit Respekt und Wohlwollen begegnen sollte (wobei es eigentlich ein Müssen wäre, aber es verlangt unbedingt Freiheit), um ihn in Apperzeption aufzunehmen. ("Wer einen von diesen Kleinen in meinem Namen aufnimmt ...") Um ihn dann (nach-leidend, passum, im Erleiden) zu erkennen, das heißt sein Sein zu erfahren (und sich dazu dann zu stellen).

Deshalb reicht es bei weitem nicht, Menschenrechte zu fixieren, die sich aufs nackte Überleben beziehen, sondern es braucht den unbedingten Respekt vor der Ganzheit des Anderen als Begegnenden. Und als Kulturgut schon gar nicht. Denn hier braucht es diese Verankerung des "ertragenden Seinlassens" (soweit es nicht meine sachlichen Verantwortungsbereiche anbelangt, die aber eben einen Sachbezug, ein gemeinsam zu Tuendes brauchen) in dem ich dem anderen sein Geheimnis belasse. 

Ex factis, non ex dictis amici pensandi - Achte auf das, was jemand tut, nicht auf seine Worte. Danach suche dann Deine Freunde, aus Ihrer Gestalt! 
Wer trägt sich schon auf der Zunge? (Antonio della Caraffa, "Sentencas")

Samstag, 20. November 2021

Liberté pour l'Autriche

Aus gegebenem Anlaß - Spontan kam es schon gestern zu einer Kundgebung vor der Österreichischen Botschaft in Paris. In einer angesichts der heimlichen, aber umso heftigeren, ja bösartigeren historischen Feindschaft dieser beiden Völker (die Rolle der Franzosen bei der Auflösung der Monarchie, der Haß, mit dem Österreich zertrümmert wurde, war beschämend; vergleiche man dazu die fast unverständliche Fairness, Verzeihungsgüte und genau darin wohlwollende Weitsicht mit der Metternich nur 100 Jahre davor Frankreich beim Wiener Kongress behandelt hatte), erklärten sich einige Hundertschaften Franzosen lautstark solidarisch mit den Österreichern, in deren persönliche Integrität mit dem jüngst verkündeten Anti-Coronamaßnahmen eingegriffen wurde. 

"Liberté pour l'Autriche" skandierten die Menschen. Freiheit für das Österreich**, Befreiung von der Corona-Diktatur!

Mittwoch, 10. November 2021

Jetzt wird's grausam

Es gab mal eine Zeit, es war unmittelbar nach Gründung, da hielt ich den Corona-Ausschuß des Rechtsanwalts Dr. Reiner Fuellmich für eine richtig gute Sache. Ja, für die einzig sinnvolle Methode, wie man dem Wahnsinn beikommen könnte. Indem man penibel und sachlich dokumentiert, was geschieht, gegenüberstellt, wie die Sachlage wirklich ist, somit beweist, daß der Irrtum nicht notwendig war, und daraus eine Anklage strickt.

So hätte man eines Tages der Politik und den Verantwortlichen in Medizin, Medienlandschaft und Spitzenklöppelei die Rechnung präsentieren können, vorausgesetzt, das Rechts- und Staatssystem hätte dann noch funktioniert. Dazu kamen die sympathischen Gesichter der Proponenten. Es schien gut zu laufen.

Aber alles das ist längst vorüber. Einer Enttäuschung - wobei ich mich dann gefragt habe, worin ich mich getäuscht habe? wenn dem so ist, dann sieht es aber so richtig übel aus ... - die sich einstellte, ist mittlerweile sogar blankes Entsetzen gefolgt. Denn was sich in den Gesprächen der jüngeren Zeit - darunter das über QR verlinkte - offenbart ist eine Geistlosigkeit, katastrophale Ungebildetheit und subjektiv rückverfolgbare Dummheit, die mir die Haare zu Berge stehen läßt.

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Die Ehe sagt dem Afghanen, wer er ist (2)

Es ist aber nicht die Zugehörigkeit zu einem Volk, das den Afghani bestimmt. Der Afghane lebt aus der Ehe, buchstäblich. Und hat einen Islam, der es nicht nötig hat, radikal zu sein. Warum wir uns also völlig verschätzen, wenn wir über Afghanistan reden. Warum das Land GANZ ANDERS IST. - Thomas Barfield weist auf etwas Wichtiges hin: Diese grobe Differenzierung nach Ethnie spielt innerhalb Afghanistans keine Rolle. Die Begriffe werden nur nach außen hin verwendet. Im Land selbst, untereinander, sind sie zu grob und umfassend, um eine Identität zu bedeuten. Anders als am Balkan, wo Volkszugehörigkeit auch Einheit in der Politik bedeutet, haben kleine und kleinste Einheiten eine ganz andere, differierende politische Ausrichtung. Hazaras sind hier für, dort gegen die Taliban, und auch überall sonst geht es quer und kreuz. Jede kleine Einheit will ihre Repräsentanz, ihren Einfluß, ihre Interessenvertretung, und hier sieht sie sie hier, fünf Kilometer weiter sieht sie sie dort.

Zugehörigkeit und Identität definiert sich in Afghanistan rein nach subjektiven Kriterien. Man ist, als was man sich empfindet, und als was man von der nächsten Umgebung gesehen wird. Eine ethnische Zuordnung ist unmöglich. Und genauso unmöglich ist es, eine Identität "zuzuweisen", "aufzuerlegen", "weil" man dies oder das an Kriterien erfüllt. 

Am treffendsten beschreibbar sind sie noch, beurteilt man sie von ihrer Abstammung nach. Sodaß "zugehört", wer von denselben Ahnen abstammt. Und in dieser Hinsicht sind die 15 bis 20 Millionen Paschtun (die der weltweit größte "Volksstamm" - "tribe" sind) allen anderen überlegen. Sie alle führen sich in einer Linie auf denselben Vorfahren zurück. Und der war ein Gefährte des Propheten Muhamad, also der erste, der sich zum Islam "bekehrte". Darüber hinaus führen sich die Paschtuni aber noch bis auf Alexander den Großen zurück. Dem sie ihrer Selbsterzählung nach zu siegen geholfen haben. (Wie auch immer also - ein Gott oder ein ultimativer Held muß her, sucht man den eigenen Urvater.) 

Sonntag, 11. Juli 2021

Vermeidung der Selbstrettung - Zwischen Aufklärung und Dogmatistik

Man könnte sich schon die Frage stellen, ob - und warum - es in Frankreich, wo man in unseren Ländern gerne die Aufklärung* im 18. Jahrhundert beginnen läßt, nicht zu Gegenbewegungen gegen die Aufklärung gekommen ist. Denn wenn man an einem keinen Zweifel haben kann, dann daran, daß es speziell in der Kirche Stimmen und Denker gegeben hat, die so auf die Wahrheit geeicht waren und sind, daß sie buchstäblich das Gras wachsen hören. Also aus kleinsten Abweichungen im Anfang von Entwicklungen die Konsequenzen bei ausgewachsenem Phänomen vorhersehen können. 

In diesem Fall hätte man die Einflüsse aus England herüberkommen sehen müssen. Denn von dort ging der Umsturz der abendländischen Denkwelt aus, das heißt- auch gar nicht von dort, sondern von Amsterdam, wo - die Niederländer hatten die Rebellion gepachtet, und alles, was rebellieren wollte, floh dorthin, einschließlich der Juden Spaniens - alles gedruckt werden konnte, wurde dort gedruckt. Und von dort aus vor allem nach England geschifft. Wo man im stürmischen 17. Jahrhundert, wo es immer wieder Spitz auf Knopf stand, ob sich nicht doch der Katholizismus wieder reetablieren würde können, die Wirksamkeit in Massen gedruckter Schriften endgültig entdeckt und etabliert hatte. 

Das heißt, auch nicht von Amsterdam, sondern in seiner geographischen Eigenschaft, der Rheinmündung eingeschrieben zu sein. Und von dort kamen die Ideen, rheinabwärts, weil aus der Schweiz, dem Land der Calviner. Womit wir, gehen wir gegen den Strom, in Zürich und, nach einigen Kilometern durch die Täler der Westalpen, im französischen Geneve sind. Und womit wir erneut... in Frankreich wären. Wo man im 17. Jahrhundert die Calviner (Hugenotten) schwer verfolgt hat. Diese gottlose Geisteshaltung wollte nur der Preußenkönig, dem nützten sie, seine wurzellosen Ideen umzusetzen.

Donnerstag, 6. Mai 2021

Warum die Gegenwehr gegen Impfpflicht unmöglich wurde (2)

 Teil 2) Der Staat hat leichtes Spiel. Er steht nun schon direkt vor unserer Haut.


Gleichzeitig wird das für einen Staat bedeutend, das dieser als Mittel seiner eigentlichen Macht - die die Macht von Polizei und Militär ist, lasse sich der Leser nichts anderes einreden! -  am meisten braucht, und das ist ... Geld. Das er in der Steuerpflicht ebenso schafft, zum Zwangsmittel, vor allem aber (warum kann man das nicht sehen!) zum Ziel sämtlicher Arbeit und wirtschaftlichen Tätigkeit macht. Denn die Menschen MÜSSEN nicht UM GELD arbeiten, und alles tun, um ausreichend Geld zu beschaffen, weil sie sich "etwas kaufen" wollen. Sondern sie MÜSSEN es tun, weil sie ihre Steuern nur mit Geld bezahlen können. 

Was alles für den Normalbürger völlig verschwimmt.

Mittwoch, 5. Mai 2021

Warum die Gegenwehr gegen Impfpflicht unmöglich wurde (1)

QR Gerl-Falkovitz
Wo wir hinkommen, wenn wir auf einem Wissen (als sicher geglaubte Wirklichkeiten) aufbauen, das aber genau das nicht mehr erfüllt, was Wissen ist: Anteil am Wissen Gottes (also des Seins selbst) teilnehmen (Gerl-Falkovitz: "Die Wahrheit ist immer größer als wir!") erleben wir längst. 

Es ist uns nur nicht bewußt, wie wenig unser Denken noch die Zeit und die Wirklichkeit zu erfassen vermag, und wie wenig deshalb auch unser Wollen (das im Zielerfassen auf Wahrheit und Wissen Bezug nehmen muß) noch als es selbst erfaßt werden kann, und wie wenig wir deshalb noch in einer Gesellschaft, die sich auf einen täglich neu auszufechtenden Diskurs bezieht, weil jede Gewißheit (die wesenhaft Tradition ist, das heißt Gabe von Menschen, die uns im Leben vorausgehen) verloren ist, wie wenig wir also in solch einer Gesellschaft - der unseren - eine "Chance" haben, uns durchzusetzen.

Montag, 5. April 2021

Gedankensplitter (1075)

Das Heidentum (und im speziellen das Neuheidentum) ist wie alle Häresien und Abspaltungen, aber auch das neue Judentum (das nach Christus neu gegründet wurde), deshalb als Versuch zu werten, diese eigene Wahrnehmung zu verhüllen. Sich selbst zu verblenden!

Heute umfaßt der Talmud siebenundsechzig Bände. Darunter Stellen der Schmähung Christi, die so unerträglich sind, daß sie nicht zitiert werden sollen. Von denen sich aber das spätere oder heutige Rabbinertum nie distanziert hat. (Etwas, das von der Bibel, vor allem aber vom Koran, in deren als gegen das Judentum zu interpretierende Stellen längst gefordert worden ist. (Da könnte man vor allem das gesamte Johannes-Evangelium samt den Paulus-Briefen als "tendenziell antisemitisch" stornieren.)

***

Es gab eine Reihe von (geschichtlichen) Ereignissen, die dem geschichtlichen Tod und der Auferstehung Christi gefolgt sind. Nur wurde von allem Anfang an von vielen versucht, dies zu vertuschen, und die Zeugen mundtot zu machen. Aber es gibt Zeugen, die über den Kreis der Pharisäer und Schriftgelehrten hinausgehen, es gibt außenstehende Zeugen. 

Etwa die Wunder, die passiert sind, als im Mittelalter versucht wurde, den Tempel in Jerusalem neu zu errichten. Als man ans Fundament ging, öffnete sich plötzlich die Erde, und durch den Spalt schossen Flammen, die alle Nahestehenden töteten. Auch am folgenden Tag wurde es versucht, mit demselben Ereignis. Das viele mit riesigem Entsetzen erfüllt hat.

Aber unmittelbar nach Christi Tod, und bis zur Zerstörung des Tempels gab es über vierzig Jahre eine Reihe von höchst merkwürdigen Ereignissen, die Ianto Watt als "Anti-Wunder" bezeichnete. Weil einige bislang jedes Jahr geschehene Wunder, die als Zeichen gewertet wurden, daß Gott mit den Juden ist, nicht mehr geschahen. Als Zeichen, daß das Neue das Alte überwindet.

Das ging bei den meisten dieser neuen Wunder/Anti-Wunder, die historisch gut belegt sind, bis zum Jahre 70. Als die Römer einmal mehr einen Aufstand der Juden niederschlugen, und es immer gründlicher machten, weil es nicht aufhörte. Bis zur Vertreibung nach dem Bar Kochbar-Aufstand im Jahre 135, wo die Römer versuchten, das Judentum, diese durch geistige Subversion sogar große Gefahr für das Römische Reich, als die es manche sahen, ein für allemal auszulöschen. Das bedeutete auch die Vertreibung aus Palästina, die Diaspora. Nur einige alte, zur Fortpflanzung unfähige Leute durften bleiben.

***

Das Zeichen, das dem VdZ am besten "gefällt" war, daß seit der Kreuzigung Christi die Tempeltore (allen Zeugnissen nach riesige, schwere Tore) jede Nacht aufschwangen. Wieder und wieder versuchte man sie zu schließen und verschlossen zu halten, wieder und wieder, jede Nacht, schwangen sie auf. Als Zeichen, daß Gott den (alten) Tempel, in dessen innerster Kammer "Gott selbst" wohnte, und den nur einmal im Jahr, zum Paschafest, ein ausgewählter Priester betrat, verlassen hat.

***

Von wem versucht? Natürlich vor allem von denen, die dem Papier nach noch "Juden" waren. Dem Papier nach. Denn wer wirklich Jude war, wurde nun Christ genannt. Genannt! Denn das wirkliche Judentum - die Schriften des Johannes sind voll von solchen Verweisen - ist in Christus erfüllt, also nahtlos ins "Christentum" übergegangen. Das deshalb und in dieser Hinsicht eine kontinuierliche Linie (auch in der Liturgie ist das eindeutig) zum Judentum bilden, ja dieses "sind". 

Was dann folgte, war eine Neugründung. Die vor allem von den Schriften ausging, die eine neue Lehre, eine neue Religion begründet haben. Die sich intellektuell immer mehr vom eigentlichen Judentum wegbewegt hat, und - das war der Grund zur Unzufriedenheit, die sich in exakt derselben Weise zur Zeit Jesu abgespielt hat und der Grund war, ihm nicht zu glauben, ja, ihn als massivste Provokation Gott selbst gegenüber (Nun handele, nun zeig Dich als geschichtlicher Herrscher und Volksernährer wie -befreier!) ans Kreuz zu schlagen.

Weil in der Kreuzigung Christi der wesentlichste Teil der Torah (das weitgehend identisch mit dem ist, was wir Altes Testament nennen) ebenso verneint wurde - die Torah weist als Ganzes auf Jesus Christus hin, erfüllt sich in ihm in allen Teilen, ja erhält erst dadurch überhaupt Sinn, ist erst durch Jesus Christus überhaupt zu deuten! - gewann die Interpretation immer mehr Bedeutung. Die so gestaltet wurde, daß möglichst keine Lücke auftrat, die noch Raum für Jesus Christus läßt. Somit gewann der Talmud immer mehr Bedeutung, wurde immer umfangreicher, bis er die Torah überhaupt ersetzt hat. 

***

Diese Unzufriedenheit mit dem (eigentlichen, abrahamitisch-mosaischen) Judentum hat sich bereits in der vierzigjährigen Wanderung auf Sinai gezeigt. Wo das Volk, angetrieben von einzelnen Priestern, immer wieder zu dieser "neuen Religion" abgefallen ist. Das sich heute Judentum nennt, ohne daß es irgendjemandem auch nur annähernd möglich wäre, das verbindlich "als Judentum, für alle gültig" zu definieren. Die ältesten Schriftteile der Kabbalah (manche meine sogar, daß der Talmud in seinen ersten Teilen darauf zurückgeht) stammen angeblich auch aus dieser historischen Zeit.

Aus Opferpriestern wurden aber fortan Schriftgelehrte. Aus einer Opferreligion (die kein Opfer mehr hat, denn das ist nur im Tempel in Jerusalem möglich) wurde eine gnostische Lehre.

***

In dieser Abgrenzung war das Christentum eindeutig und neu. Das in seinem tiefsten Sinn keine Lehre ist, sondern ein Geschehen des Wirklichen. Somit ist das Stehen des Menschen in einer Welt vor Gott eine Begegnung von realen Gestalten. Womit wir beim Ausgangspunkt der letzten Überlegungen wären. Denn mit der Inkarnation Christi, in der er die Welt stellvertretend vor Gott Vater hineinnahm, hat er sie über sein Leiden erlöst. 

Das ein Leiden an allen Sünden der Menschen war. Und Sünden zu allen Zeiten, weil Gott zeitlos ist und somit alles in sich trägt. Deshalb konnte das auch nur ein Gott, und das wissen oft die Heiden am besten. Die nicht das Bedürfnis nach Erlösung unterscheidet, sondern daß der Christ alleine den real präsenten Gott als Ansprechstation hat.

Weil dieser fortan wieder unter jenen Menschen wandelt, die ihm qua Taufe in dieser neuen Welt, die man nun "Kirche" nennt, ganz real zugehören. Und fortan, wie Adam und Eva, in jenen unendlich schönen, freudvollen Hainen wandeln, in denen sich auch Gott ergeht. Ab und an, wenn man ihn gerade einmal trifft, ergeht er sich vielleicht, vielleicht ... als Gärtner.


*240321*

Samstag, 3. April 2021

Gedankensplitter (1074)

Was theologisch eindeutig ist, was philosophisch eindeutig belegbar ist (denn Philosophie kann nur hinweisen, verweisen, sie kann die Wahrheit selbst nicht definieren, ist im wahrsten Sinn Magd, werkzeuglich, dienstlich) findet sich im alltäglichen Glaubensleben kaum noch. Und wo es in formalen Fragmenten noch da ist, wird man das Gefühl nicht los, daß es nicht mehr wirklich geglaubt wird, die befruchtenden Wurzelwasser also bereits fehlen. 

Gerade bei sogenannten "Traditionalisten", wie sich die Besucher der "Alten Liturgie" gerne nennen, ist der Hochmut die vielleicht häufigste Erscheinung. Glauben wir wirklich (noch), daß alles, buchstäblich alles, und das heißt: Alles Geschichtliche, alles Seiende, alles was ist (indem es auf Gott zu isset), von diesem Gott am Kreuz abhängt?

Die gesamte Evangelisierung Europas hat sich jedenfalls darum gedreht: Glaubten die Heiden, die in diesen unseren Ländern gelebt haben, unsere (damals noch nicht, heute nicht mehr bekehrten) Vorfahren also, daß alles von der Erlösung durch den am Kreuz hingeopferten Gottmenschen abhängt. Glauben wir's? 

Kein Gutmenschentum, keine noch so "gute" Tat hat Wert, wenn sie nicht durch das Lamm Gottes vor Gott getragen ist. Da spürt man im Grunde nix, das geschieht geistig, im ontologischen Gefüge der Welt nämlich. Es geschieht mit dem Schlüssel, dem Gehorsam als Aufgabe jedes Eigenwillen in der Hand, in der Herzenseinigung mit Jesus, in diesen wir dann hineingenommen wurden und werden. Ein Akt, der im realen, also real geschehenen Schritt der Taufe angelegt sein muß, und nur deshalb möglich wird. (Von der Begierdetaufe mag ich nicht reden, sie ist zum einen vermutlich extrem selten, wenn auch im Sterbeprozeß möglicherweise recht häufig, auf daß der Liebe Herrgott seinen Himmel vollkriege,)

***

Das sogenannte "Neuheidentum", mit dem wir es heute zu tun haben, ist immer von Hochmut getragen. Als Verweigerung des Gehorsams. Aber vor allem - aus Angst! Es ist deshalb eine Flucht vor der eigenen Schuldhaftigkeit, und seine Liturgien sind immer Handlungen, die den Teilnehmenden das Selbstgefühl der Geheiltheit und Erlöstheit vermitteln. 

Wie viel es doch dadurch mit Protestantismus und allen diesen evangelikalen, pfingstlerischen Charismatismen, die auf erschreckende Weise bereits das Katholische durchfault haben, zu tun hat. Die von demselben Subjektivismus (das Gefühl als Grundlage des Urteils) ausgehen.

***

Nur in der Not wird es noch eindeutig. Da beginnt der Mensch wieder zu erwarten, zu hoffen, auch weil ihm das, was ihm fehlt, zu deutlich vor die Augen steigt. Umso leerer und irrelevanter wird die Losung der Aufklärung. In diesem Liberalismus spielt sich da gar nichts mehr ab, wenn es drauf ankommt. Man sieht es doch mit dem Krückstock - wenn es drauf ankommt, werden die einen Liberalen runzeldifutz um des einfach sonst nicht kommen wollenden Bessern willen zu Diktatoren, die anderen schießen sich eine Kugel durch den Kopf, und der größere (aber verschwiegene) Rest bekehrt sich endlich. 

Und ist froh, nicht mehr pausenlos gegen sich selbst Wache stehen zu müssen. Sagt adies zu dieser Seinsschwächung, in der ihm die Welt verborgen geblieben ist. Weil sie im Liberalismus zum nutzigen Putzfetzen wird. 

Vor allem aber weil Seinsschwächung nicht einfach einen fundamental anderen, rationalistischen Zugang zur Welt als "das andere" bedeutet, wie vom Liberalen behauptet, damit er als Weltanschauung auch ernst genommen wird (und nicht nur als gar nicht definierbare Legitimierung seiner Willkür und Begierde; rede man doch mit Liberalen! Jeder Liberale hat eine andere Anschauung, je nach subjektivem Bedarf eben, sondern ein "anderes", dem man Autorität geben müßte, um es im Staunen als Ganzes inhalieren zu können, gar nicht mehr kennt.

***

In Wahrheit ist die Frage, wie Gott aussieht, wie der Gottessohn aussieht, eine Scheinfrage. Ich bin sicher, daß wir es wissen. Daß wir deshalb augenblicklich, wenn er vor uns steht, wissen, daß DIESER DA GOTT IST. Und zwar aus seiner Gestalt! Aus seiner Erscheinung! Als Objekt der körperlichen Sinne, sozusagen (die freilich ohne Geist blind und taub), bloßes "Geräusch" bleiben.

Siehe Cochlea-Implantat bei Säuglingen, die nur "Rauschen" haben, also keineswegs "hören" - bleiben.

Sodaß alles unser Verhalten auch eine direkte Antwort auf das ist, WAS WIR KENNEN. Weil wir es sehen. Weil uns die gesamte Schöpfung so deutlich von Gott erzählt, ihn darstellt, ihn in seiner Charakteristik erkennbar macht, ihn durch das von Gott ausgegangene Wort ("Name") von Mensch zu Mensch weitergegeben, uns dieses geistige Sehen von Anfang an gegeben hat. Das wir prinzipiell nur im Empfangen uns "aneignen" können, auf das wir also nicht selber kommen können. 

Erkenntnis ist also völlig anders, als die Aufklärung behauptet hat. (Und nach deren Vorgabe die sogenannte "Naturwissenschaft" seit hundertfünfzig, zweihundert Jahren sucht - ohne diese je bestätigt gefunden zu haben, ohne, daß man der Logik Gewalt antut und vor allem in frei erfundenen Legenden, im behaupteten autoritativen Range des Mythos, ausweicht.) 

Erkenntnis ist eine über das gegebene Wort geschenkte, geschenkhafte und gewährte Teilhabe an der Wahrheit als Grundstruktur und vor allem -grammatik, als dem lebendigen, letztlich und in der Wahrheit vom Heiligen Geist getragenes weil letztlich innertrinitarischem Zueinander als Grammatik der gesamten Schöpfung, ja des Kosmos. Sie ist insofern also "dialogisch", weil sie den Rahmen wie Boden der persönlichen Beziehung zur Wahrheit selbst braucht.


*240321*

Freitag, 2. April 2021

Gedankensplitter (1073)

Liberal heißt, nicht vom Sein auszugehen, sondern von der Funktion. Nicht von der Gestalt, und die Welt als Gestaltgefüge zu sehen, sondern als technische Maschine, die entsprechend funktioniert und beherrschbar ist. Man sieht dann die Welt völlig anders, sie zerfällt einem regelrecht. Denn ganz und heil bleibt sie nur, wenn man - wie im Traum - in einem Gestaltgefüge lebt, und bei allem, was man tut, diesen Ort (also: diese Gestalt) zu sehen, und nur sie. Daß es nur darum geht, daß alles seinen Ort hat, seine Ordnung, und daß somit von dort her alles ausgeht, was zu tun ist: Vom Sein, das das Handeln bestimmt.

Er hat engstens mit der Aufklärung zu tun. Und ist auch in dieselbe Zeit zu verankern, das heißt, daß er uns seit zweihundert, zweihundertfünfzig Jahren programmatisch zu durchsäuern begonnen hat. Ausgegangen ist er vom 13. Jahrhundert, ich bin sicher, dort wurden die Weichen erstmals durch die Politik, durch gezielte Veränderungen der Kulturinstitutionen, so gestellt.

Die Welt ist dadurch zerfallen, weil die Dinge zerfallen sind. Weil das Gesamte weggenommen wurde, verdunstet ist. Ein Teufelskreis. Je mehr das Außen, das Gesamt verdunstet, desto mehr richtet man sich aufs Einzelne, um es noch zu befestigen.

***

Als die entscheidende Folge ist seit dem 19. Jahrhundert eine Veränderung der Haltung der Menschen in dieser Kultur erfolgt. Sie haben von einer Haltung des Erwartens, des permanenten Bitt- und Flehensgebetes, aus einem Erfahren der eigenen Unfähigkeit, sich selbst in den Himmel zu tragen, zu einer Haltung des Beherrschens gewechselt. Das wurde zur Grundstimmung in dieser Kultur, und das war ihr Todesgift.

***

Dasein ohne Schuld, ohne Verschuldung, ist ein Dasein ohne Verbindlichkeit. Dies ist zur Form der Freiheit geworden, um die es der Aufklärung "geht". Eine Freiheit, die nie aktualisiert wird, weil sie sich nie realisiert. Denn das tut sie erst in der Verbindlichkeit, die ich auch verneinen kann. Die in dem Sinn kein Zwang ist, aber eine Notwendigkeit, der ich folgen kann.

So wird begreifbarer, wenn man denn sagt, daß es ohne Verbindlichkeit überhaupt keine soziale Einheit gibt. Ja, ohne Verbindlichkeit wird das soziale Bedürfen des Menschen - das als Bedürfen auf die Verbindlichkeit hinweist! - frustriert. Es gibt keine Gesellschaft als Gemeinschaft ohne Verbindlichkeit, also ohne Schuld. Und insofern haben die Geldtheorien recht, die darauf hinweisen, daß es nicht Gold oder Vermögen ist, das Geld schuf, sondern soziale Verbindlichkeit, also Schuld.

Geld kann nur dort bestehen, wo es wechselseitige Verbindlichkeit gibt. Und das ist der Kern jedes Gesellschaftlichen: Es ist die Bereitschaft aller Teilnehmer, sich jederzeit und gegenüber allen zu verschulden. Weil man selber darauf vertraut, daß der andere ebenso eine Verbindlichkeit eingeht, indem er mir eine Leistung erbringt, um die ich ihn bitte, und deren ich bedarf.

Das ist der einzige Boden, auf dem Geld als Ausdruck dieser wechselseitigen Verbindlichkeit und des wechselseitigen Vertrauens - das ich mit dem Übergeben eines Geldstückes an den anderen besiegele - Sinn hat. Wo dieses Vertrauen, daß der andere zuläßt, daß ich ihm verbindlich bin (weil er mir etwas leistet), das ich mit einer höchsteigenen Leistung erfülle, besteht. Fehlt es, entstehen alle die Erscheinungen in Zusammenhang mit Geld, die wir kennen. Inflation oder Deflation (als Mangel an Verbindlichkeitsbereitschaft) sind somit Erscheinungen der Schwäche sozialer Netze, die zugleich der Geltungsraum von Währung (Geld) sind.

***

Das war eine der wichtigsten Erfahrungen in meiner Zeit der Bekanntschaft mit der (russischen) Orthodoxie: Ich habe dort diese Haltung des Empfangens, des Erwartens noch deutlich erkannt, die jene hatten, die an den Gottesdiensten teilnahmen. Etwas, das der römischen Liturgie mittlerweile fast völlig fehlt. 

Die auch in der sogenannten "Alten Liturgie" übrigens nicht da ist. Die einem vielmehr wie eine der vielen Vorstufen zur Liturgie (mit dem Trienter Konzil beschleunigt, behaupte ich) erscheint, wie wir sie heute vor Augen haben. Und die die in ihrer (umfassend gemeinten) Architektur die Gesamthaltung der Menschen dermaßen deformiert, daß diese heilsunfähig und damit taub und blind gemacht werden. 

Werden können, muß man hinzufügen, weil es stark von den individuellen Bedingungen, vor allem auch von der konkreten Architektur der Kirche abhängt, die man besucht. Ich habe bei meinen (dienstlich bedingt) häufigen seinerzeitigen Besuchen in Pfarren einer österreichischen Diözese festgestellt, daß die Art der Kirche auf die Art des Glaubens der Menschen dort Rückschlüsse zuließ. Nicht immer klar in Worte zu fassen, aber immer zumindest atmosphärisch.

***


*240321*