Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Einem einfachen Mädchen, dessen Sinn nur Gehorsam kannte, wurde der Erlöser eingesenkt, und aus aus ihr heraus in die Welt geboren.
Welche Reinheit des Blicks muß dieses Mädchen gehabt haben, damit es die Wahrheit sah. Und das heißt, welche Weisheit muß am Grunde ihrer Seele gewartet haben, sie muß auf blühenden Wiesen in gründen, satten Auen gewandelt sein, sobald sie selbst geschaffen und empfangen war - verdankt die Welt ihre Verschmeldzung mit der wahren Dimension der Schöpfung, als Analogie Gottes, als Kunstwerk des gemalten Bildes der unendlichen Vollkommenheit. Wie still ist dieses Geheimins, wie leise, und erst so ergibt das Reden von der "Stillsten zeit" einen Sinn.
Denn die Erlöstheit der Menschheit, die eigene Erlösung schreit nciht laut durch den Tag, bahnt sich nicht mit Ellenbogen den Weg durch das Gerangel der alltäglichkeiten, die wir irrtümlich für "die Welt" halten, wo sie doch nur ihre (fast) zufällige Gefäßhülle sind. . Oh gib uns doch, Herre, das Verständnich, das hörende Herz, das sehende Auge, den frommen Blick, diese Aufne und Blumenwiesen zu unseren Füßen zu sehen und mit unserem Leben zu erfassen, und dem Ewigen Wort zu gehorchen., das da im Anfang war, und Alpha und Omega ist.
Als die Zeit erfüllt war, kam Gott in die Welt.
Still, leise, und von den Weisen und Klugen der Welt nicht gesehen. Nur die Frau, die außer ihrem Ja nichts sonst hatte, wußte darum, weil sie glaubte. Möge uns Gott diesen Glauben geben!
Die Zeit heilt keine Wunden. Sie läßt sie sogar erst aufbrechen weil sie jeden Versuch, Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit zu schaffen, als das ausblühen läßt, was es ist. - Man sagt, daß die Zeit alle Wunden heile. Als wäre das so einfach wahr! Hier hat sich vieles sogar wieder gedreht, das meinte nicht nur die Glatzerin vom Hotel am alten Preußischen Tor. Das rund um die Brücke eine Bieleumbauung bietet, die mehr an echter Romantik hat, als sich Filmregisseure je vorstellen konnten. Da unten meint man jeden Augenblick die Heidelinde zu sehen, die die Wäsche im Fluß spült, und da drüben den ollen Heinmück, der mit zerfleddertem Hut und löchrigen, hochgekrempelten Hosen einen Weißfisch im Flachwasser zu fangen versucht. Heute jedenfalls hat man denn auch wirklich den Eindruck, daß man sich allmählich wagt, das Deutsche zu hassen, das mit den nun so freizügig möglichen Besuchern (wir kannten aber damals noch nicht Corona; dieser Seitenhieb muß sein) daherkommt, als wäre er hier mehr zu Hause als ... ja, als was, als wer? Das Dumme ist nämlich, daß das tatsächlich so sein könnte. Aber wer würde das noch je zugeben wollen, der nicht in Gefahr geraten wollte, zum Revisionisten und Neo-Nazi gestempelt zu werden?
Die jungen Polen wollen davon aber aus anderen Gründen nichts mehr wissen, ja die kennen es gar nicht mehr. Die sind also an Nazi-Etiketten und den alten Deutschen überhaupt nicht mehr interessiert.
Ein frohes, gesegnetes, gnadenreiches Weihnachtsfest!
Das wünscht W. Ambrosius, der Verfasser dieser Zeilen,
allen Lesern dieser Seiten.
Natürlich gilt unser erster Dank dem Schöpfer des Himmels und der Erde. Dank sei aber dann auch allen jenen gesagt, die durch tatkräftige Hilfe, durch kleine oder große materielle Zuwendungen, oder die durch persönlichen Zuspruch und Anregung ihren wertvollen Beitrag geleistet haben und hoffentlich weiter leisten werden, daß dieses Blog, das bereits ins 16. Jahr seines Bestehens steht, und mit seinen bis dato etwa 10.700 noch zugängigen Artikeln zu einer jedem verfügbaren "Enzyklopädie der Welt- und Lebensdinge" angewachsen ist, und deren derzeit schon rund 33 dBände irgendwann angemessen veröffentlicht werden sollen, auch weiter in dieser Form zur Verfügung stehen kann.
War ich ergriffen, als ich nach Eisersdorf an der Biele kam, das heute Zselezno (stimmhaft gesprochen, ist das "Schelesno") geheißen wird? Es liegt in einer unglaublich üppig wirkenden, tiefgrünen, aber nicht sehr gepflegten Senke nahe Glatz an der (kleinen, der Grafschafter) Neiße, das in selber Transponierung Klotzko (sprich hier "Gwotzko") genannt wird.
Ich war viel nüchterner, fast kalt im Inneren, als ich im Sommer 2016 vor der schlichten und in seinen Anfängen weil vom Baukorpus her erkennbar gotischen, nun in frischem Geld des Spätbarocks gehüllten Dorfkirche stand. Die ich von den Erzählungen der Mutter her inhaltlich, von alten kleinen Schwarz-Weiß-Photographien (mit diesem ausgefransten Rand, Sie kennen das) kennen sollte. Aber wie anders wirkte nun alles.
Auf den Bildern hatte sie nie so wenig barockisiert gewirkt. Diese Neigung zum Kitsch, die auf die heutigen Menschen hatte warten müssen, war typisch. Und erst im späten 18. Jahrhundert über das Alte gelegt worden, als der olle Fritz den bekannt starrköpfigen Glatzern den Glauben lassen mußte.
Man kenn tes von den Pharaonen, die letztendlich nur noch ihre Geschwister heirateten, um UNHTER SEINESGLEICHEN zu bleiben. als eine Pflicht, die sie sich selbs,t ihremeigenen Stand geschuldet haben, nciht aus Größenwahn oder irgendeiner Verbrohtheit, wie es manchem von uns scheinen mag. Un auch die Habsburger oder die Wettiner oder die Dodiescani aus Florenz haben es gemacht: Sie haben etwas gemacht, das so allgemein zum Menschen gehört, daß man den Menschen ohne das nicht denken kann. Nicht aus Schwäche, sonden aus Wesensvollzug!
Denn weil der Mensch am Du wird, das Ich im Du liegt, weil der Mensch sich erst entfaltet, wenn er auf die UImelt antwortet, entfaltet das eigen enur das begegnene Gleiche! Das ist so einfach zu verstehen, daß man eigentlich nur zweifeln kann, ob der Verstand jener en Luciditätsproblem hat, die diesen Satz verneinen, und das "Andere" so verstehen, daß es dem eigenen FREMD, also vom Wesen her etwas anderes ist. Der Stier, de den Hund als sinesgleichen behandelt, ist deshalb ein Unsinn. Aber ein Unsinn mit Folgen, denn der Stier (oder der Hund) wird irgendeinen Tiel seines Wesens gar nicht vferwirklichen können, wenn er mit einem Hudn aufwächst und nie eion anderes Rindvieh trifft.
Zwar sind unter Menschen aller Völker und Kulturen und Stufungen alle Menshen eben das - Menschen. Aber die Art, wie Menschsein vorkommt, wie es auftritt, wei es ausschließlich möglich ist, ist immer die Art einer Kultur.
Kultur aber bedeutet Ordnung, sonst ist es eben keine Kultur, sondern Chaos, und Ordnung bedeutet zwangsläufig, daß es hierarsche Ordnung gibt. Der einzelne Mensch wird also Mensch, wenn er SEINE Art, weise und Kultur umsetzt, SEINEN Stand, seinen Platz ind er Ordnung so gut er vermag einnimmt. Und sonst nichts. Ein Menschsein ohne eine bestimmte Stufe gibt es nicht.
Der Kniefall ist nicht wegen, sonderntrotz des Zustands Gottes als Kind. Deshalb stinkt Hollywoods Lüge gerade zu Weihnachten besonders übel, das sich ein Kind nur zu sehr wünscht, um den König dahinter leichter töten zu können, um sich selbst auf den Thron zu setzen
Um dann die ständige, tägliche, minütliche Selbstrenovation des Einzelnen zu vernichten, sodaß er rat- udn orientierungslos geworden neue Gesetze und Richtlinien annimmt, die er zwar nicht mehr verstehen kann, die ihn aber an einen Platz shcieben, DEN ER NICHT WOLLTE, an dem zu sehen aber ANDERE WOLLEN. Das umschreibt den Zustand, in dem sich eine Gesellschaft dann befindet, der in Wahrheit dann die Akzeptanz einer Fremdherrschaft ist.
Was wir seit vielen Jahren erleben, wird von Jahrt zu Jahr am Fest Weihnachten exemplarisch. Denn jeder Alltag geht vom Fest aus. Esist das Fest, das die Normen vorprägt, an denen sich der Einzelne orientiert, sobald er die Festessphäre wieder verläßt, auch wenn er es eigentlich gar nicht bemerkt. Aber im Fest wird die Struktur des Lebens programmatisch und für sich gestellt.
Fest heißt nun aber Kult. Nicht auch, als Zusatznutzen, der mal da oder nicht da ist, sondern eins zu eins. Und das diesen Kult Vollziehende hat einen Namen - es ist die KUNST. Die Frage ist also gleichbedeutend mit der Frage nach der Qualität der Kunst, ob ein Festeskult Kunst IST, oder nicht, aber dennoch seine Stelle vertritt.
Und diese Stelle wird beim Weihnachtsfest durch eine reichhaltige Industrie von Werken eingenommen, die dem Weihnachtsfest eine Deutung geben. Die nominell kaum verändert scheint, und so von jedem mitgetragen werden konnte und kann, und doch klammheimlich umgedeutet wurde, bis sie nahezu zum realen Gegenteil wirde - Liebe,
Liebe zu den Menschen, und eine daraus geformte Atmosphäre, die eine Art Paradies sein sollte. Als Zustand, den wir immer haben wollten, sollten oder auch könnten.
In dieser Verfaßtheit, in der sich die Menschheit seit der Ursünde findet, vererbt von den ersten Eltern an und somit auf die gesamte Mensfchheit übergegangen, als Bruch im Erkennen, das vom Schauen auf das stückweise, zerlegungsweise aglutinierte Denken führte, können wir froh sein, daß unsere Entscheidungsfähigkeit von der Brüchigkeit dieses Denkens abängig ist, und somit gleichermaßen nur halb und halbherzig geschieht.
Wären wir in diesem Belang noch wie die Engel, so würden wir schon in jungen Jahren unser Verderben besiegeln, weil unsere Entschließen in einer Ganzheit geschähe, das uns auch im Irrtum für immer fixieren könnte.
Wir können das nicht, nicht mehr, udn wir können fro sein, auch wenn es uns das Leben mühsam macht. In dem wir all das an uns Vorüberziehende, Getane, Ausgelöste ebenfalls nur in Bruchstücken erfahren, um immer wieder aus dem Fluß des Zeitlosen herauszutreten, und es in unserer kleinen, hinteren Kammer zu zerlegen und zu analysieren, um das Abstrakte als das Ewige, Bleibende herauszufiltern. Denn dort liegt dan uc die Wahrheit, im ewig Gültigen, im nicht Veränderten und Veränderbaren, das als Grundgrammatik der gesmten Schöpfung zugrunde liegt.
Ein frohes, gesegnetes, gnadenreiches Weihnachtsfest!
Das wünscht der Verfasser dieser Zeilen (VdZ),
allen Lesern dieser Seiten.
Diese Wünsche übermittelt er auch im Namen des kleinen Teams, das so bescheiden und mit der nötigen Engelsgeduld an diesen Seiten mitarbeitet. Und auch für die Buchproduktion so viel beigetragen hat, die nur aus eigenen, von körperlichen Problemen nicht ganz unbeeinträchtigten Kräften nicht zu schaffen gewesen wäre.
QR Enzyklopädie Band XIII,2
Das große Ziel für dieses Jahr ist also erreicht, und die Wege sind gebahnt, um die Blogbeiträge in eine ENZYKLOPÄDIE DER WELT- UND LEBENSDINGE überzuführen. Ein Vorhaben, das der VdZ vor zwanzig Jahren in einem Projekt REKONSTRUKTION DES ABENDLANDES angerissen hat, aber ob der Größe gar nicht erst weiter betrieb, weil es zu groß und nicht zu bewältigen schien. War das Blog nur als Auslagerung von Tagebucheinträgen begonnen, hat es sich aber mehr und mehr in diese Richtung entwickelt, und mit einiger Überraschung für den VdZ selber lag es dann doch am Tisch. Als nächster Versuch eines Schriftstellers, Gottes Denken und Wissen nachzuformen, und das Universale zu fassen. Und mehr als zu versuchen ist so etwas ja nicht.
Danke, werter Leser, für Ihre Treue, und Dank für so manche Nachsicht, das Versuchhafte, das manchmal mehr durchkommt als gewollt. Denn die tägliche Aufgabe hat einerseits den Vorteil, den jedes Kunstwerk erst in die Welt hebt: Als Termin, als Druck aus Verpflichtung Ihnen gegenüber. Genau dieser Vorteil aber macht anderseits jenes Durchkneten, das vollendete Texte brauchen - die immer darauf abzielen, endgültige Zusammenfassung von Allem zu sein, nicht möglich.
Auch deshalb ist eine Buchveröffentlichung für dieses Werk notwendig. Sie ist der nächste Schritt. Nicht nur, weil zur Drucklegung mit nötigem Abstand noch einmal alles durchgearbeitet wird. Sondern weil die Gestalt als Buch das Wesen der Texte verändert, sodaß eine völlig neue Beziehung zum Leser be- und entsteht. Für den Autor ist es dabei ein ganz besonderes Geschenk, in einem nächsten Werk aufgehen zu dürfen, das als materialisierte Darstellung sein selbständiges Dasein in der Welt führen wird.
Deo gratias! Dank gen Himmel, dessen Gnade es möglich gemacht hat, daß zu Weihnachten 2021 ein nächstes Buch - das erste der geplanten Reihe von (vorerst) dreißig Bänden - unter dem Christbaum der Welt liegt. Vor allem aber Dank der Gottesmutter, der diese Arbeit zugeeignet wurde, und die sie sogar durch manch wunderbare Fügung liebreizend lächelnd segnet.
Dank aber auch an Sie, werter Leser, noch einmal, der Sie diese Arbeit mit jener Geduld und manchmal auch recht konkreten Unterstützung begleiten, die jeder Weg auf ein Anähneln an die Wahrheit selbst hin - das ist es ja, was man Heiligung des Lebens nennt - benötigt. Vielleicht können wir auch einen Blick gewinnen, in dem wir einer irre gewordenen Welt, die uns mit Pestilenzhauch ersticken will, die kalte Schulter zeigen, und am Dreimaster des Ewigen allen Stürmen trotzen und jener Sonne entgegenfahren, die ihre Lage nie verändert hat, die aber wegen der dunkelen Wolken des Drachenhauses manchmal zu verschwinden schien.
Es ist schwer zu vergleichen mit heute, und nur schwer vorstellbar im Sinne von begreifen, aber die Menschen des hohen und späten Mittelalters (grob das 11. bis 14. Jahrhundert) waren dermaßen "auf der Straße", daß man immer wieder verblüfft ist. Und das vor allem durch Pilgerfahrten. Gestützt von einem berückenden Mysterienglauben und -leben, kamen ständig neue Pilgerziele auf den Speisezettel der frommen Reisenden, der aber von einigen Fixpunkten dominiert war. Der Schrein mit den sterblichen Überresten der Heiligen Drei Könige in Köln, die Heimstätte des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela, und natürlich das Zentrum der Welt - Rom und das Heilige Land, die zusammengedacht werden müssen.
Vor allem bei letzterem muß man die Unsicherheit der Pilgerwege als einen der Hauptgründe für die Kreuzzüge annehmen, und zwar nicht nur durch die muslimischen Araber, sondern durch Europäer, die frisch und frei neben ihnen ihr fragliches Handwerk entwickelten. Das Ausrauben von Reisenden war also nicht nur das traditionelle Gewerbe vieler Araber, ja das eigentliche Handwerk ganzer Landstriche, sondern auch das zahlreicher Franzosen, Engländer oder Deutscher, die auf diese (in manchen Kulturkreisen durchaus angesehene, "legitime") Weise ihren Lebensunterhalt bestritten. Heil den langen Weg von Konstantinopel durch die Levante nach Jerusalem durchzukommen war eine höchst seltene Ausnahme.
Die öffentlichen liturgischen Handlungen der Kirche Ungarns fanden auch über die Weihnachtsfeiertage - und trotz aller Lockdown-Regelungen der Regierung - fast ungehindert statt. Zwar war der Kirchenbesuch deutlich geringer als der VdZ es von früheren Jahren gewohnt ist, aber er konnte jederzeit die Heiligen Opfer besuchen, somit auch diese Weihnacht in allen ihm zur Verfügung stehenden Akten der Gnadenschöpfung wahrlich feiern.
Als Begründung ließen die ungarischen Bischöfe in einem Beschluß der Bischofskonferenz, der der als papabile gehandelte Primas der ungarischen Kirche und Erzbischof von Esztergom-Budapest, Kardinal Péter Erdö, vorsitzt, verlauten, daß es gerade in Zeiten der Bedrängung und Not von umso größerer Bedeutung sei, den Menschen die Erneuerung durch die Sakramente und das Gebet nicht vorzuenthalten.
Zwar rieten die Bischöfe, die staatliche gebotenen Vorsichtsmaßnahmen - Maske, Abstände, Schutz der vulnerablen Gruppen - einzuhalten, und zwar fand die Mitternachtsmette in Sopron generell statt in der Mitte der Nacht schon um 18 Uhr des 24. Dezember statt, und zwar war sie vergleichsweise schütter besucht - noch vor einem Jahr fand man in der Basilika St. Michaly oder in den Kirchen der Stadt kaum Platz, dicht gedrängt standen die Menschen, bis zu den Ausgängen, und harrten die vollen zwei Stunden der Feier aus - aber sämtliche Pfarren und Kirchenrektorate der Stadt hielten den gewohnten Rhythmus der öffentlichen Liturgien zu den Feier- wie Wochentagen aufrecht.
Nur nebenbei sei gesagt: Auch die Mundkommunion wurde niemandem verweigert. (Wie überhaupt der Umgang mit dem Corona-Phänomen in Ungarn deutlich entspannter als etwa in Österreich oder Deutschland stattfindet, wenngleich die Folgen für das gesellschaftliche, wirtschaftliche Leben kaum geringer sein dürften. Zu eng sind unsere Länder in ihren Lebensvollzügen bereits verwoben.)
Lediglich dazu rieten die Bischöfe, daß ältere und kranke Menschen gut auf sich achtgeben und die öffentlichen Kulte eher meiden sollten. Für diese Fälle dispensierten sie von der Pflicht, an gebotenen Feiertagen an diesen Kulten teilzunehmen. Was freilich nicht heißt, daß irgendeine "Pflicht zur Heiligung des Tags des Herren" aufgehoben ist.
Ein frohes, gesegnetes, gnadenreiches Weihnachtsfest!
Das wünscht der Verfasser dieser Zeilen (VdZ),
dem sehr geschätzten Leser dieser Seiten.
Diese Wünsche übermittelt er auch im Namen des kleinen Teams, das so verläßlich und bedankenswert ruhig, unauffällig und mit der nötigen Engelsgeduld an diesen Seiten mitarbeitet.
Gleichzeitig erlaubt er sich, für den vielfachen Zuspruch, natürlich aber auch für all die dinghafteren Zuwendungen - in der Form von manchmal schier überwältigender Herzlichkeit und Großzügigkeit - ganz herzlich zu danken, die eingelangt sind.
Und so wichtig sind auch weiterhin, und waren. Nicht nur, um all die Rechnungen und Vorschreibungen zu bezahlen, die so eintreffen weil das oft so bedrängende, zwingende Gekreische der Maschine "faktische Welt" sind, in die wir notwendig eingespannt sind. Sondern auch um genug Mut und Kraft aufzubringen, diese Seiten weiterhin und allen nicht immer einfachen Umständen zum Trotz Tag für Tag zu beschicken.
Sie alle, werter Leser, Sie, die durch Wort und Tat (und Geldbörse) unterstützen, sind der lebendige Beweis für das tiefe Wissen und Glauben, daß unser Leben in die Vorsehung Gottes eingebettet ist. Und daß gilt, was immer galt, das zu Freude und Zuversicht berechtigt - dieses NON TIMETE, dieses FÜRCHTET EUCH NICHT, das der VdZ auf dem Dach seines Hauses stehen hat. In Form einer Jesus-Statue, die die Hand zum Segen erhoben hält.
Wenn aber Gott für uns ist - wer ist dann noch gegen uns?
Und während die Zeit verstreicht, das Christkind den Baum aufputzt, und durch die Fenster die Engerl ein- und ausfliegen, sodaß aus allen diesen Gründen alleine schon die Tür zum Wohnzimmer recht fest geschlossen bleiben muß, muß mit Erzählen die Zeit verstreichen. Das die Aufmerksamkeit wenigstens so halbwegs bindet, das Äuglein höchstens mal ab und zu abschweift.
Es ist das Erinnern, das Gegenwart erst schafft. Weil wir im Erinnern jene schöpferische Kraft aufrufen, aus der wir rund ums Unsichtbare des Wirklichen das spinnen, was Welt ist.
Also ist es das Erzählen, das uns nicht nur als Kinder vorkam, als sei es der Zeit enthoben - und damit gegenwärtig - sodaß jedes Ende einer Geschichte wie eine Überraschung, wie ein Schock daherkam, sondern es ist das Erzählen, das den Festen der höchsten Wirklichkeit, wie sie im Weihnachtsfest vor uns stehen, ihre Zeitlosigkeit gibt. Was immer wirklich sein will, muß deshalb erzählt sein. (Und unser Leben und Gegenwärtigsein als Mensch muß eine Erzählung sein, sonst ist es nicht.
Diese Geschichte hat sich am Weihnachtsabend 1944 in den Ardennen wirklich zugetragen. Und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind. Alle Herren des Krieges haben seit je Angst vor der Kraft des Festes, das das Menschsein neu begründet. Es gelten nur noch die Archetypen, das Wesen, zu dem wir wie Kinder geschaffen sind. Als Epiphanie des Menschen.
Und sei der Wust der Ärmel, in denen man steckt, noch so groß - für einen Tag darf man ausfädeln, zum spurenlosen Kind werden. Für ein paar Stunden darf alles neu beginnen, und das Chaos der Welt, in das wir uns getrieben haben, eine Ordnung atmen, die uns dereinst verheißen ist. Deshalb eignen sich Geschichten aus dem Krieg so hervorragend, um Weihnachten verständlich zu machen. In ihnen wird der Kontrast am deutlichsten.
Ein deutscher Soldat erinnert sich an Weihnachten im Kessel von Stalingrad 1942. Wer das erlebt hat, brauchte später keine Päckchen mehr, keine Geschenke. Es genügte sich darüber zu freuen, daß man lebte.
Es geht bei Weihnachten tatsächlich um eine kulturelle Errungenschaft höchsten Ranges. Vergessen wir alle Sentimentalität, die im Grunde aus einem Mangel in der Erlebensfähigkeit stammt, weil sie ein künstliches Theater ist, das man sich selbst (und anderen) vorspielt. Es geht um eine tief im Wesen des Menschen verankerte Geschütztheit und Geborgenheit, in der das zutiefst Innere des Menschen einige Stunden, einige Tage lang etwas wie den Himmel erfahren kann, nach dem sich der Mensch in diesem "Tal der Tränen" (vallis lacrimosa) so sehnt. Und damit zeigt, daß es um weit mehr geht als um etwas, das in dieser Welt, aus ihr heraus, möglich wäre. Würde man nicht Heilige Zeiten ausrufen, die sich wie ein Glassturz über alles stülpt, und das Recht verleiht, alles Leid und alle Sorge draußen zu lassen. Sogar im Gefechtsgeländer von Stalingrad.
Aber ist nicht dieses "Leben" weltimmanent, also der Welt zugehörig? Nein, eben nicht. Leben ist nicht einfach nur ein Geschenk, es ist ein Geschenk aus dem Jenseits, aus dem Himmlischen, es ist ein Geschenk Gottes, der das Leben selbst sogar ist. Wenn sich also ein Mensch darüber freut, zu leben, so freut er sich an einer Übernatürlichkeit, freut er sich an seinem Herkommen aus der geistigen Welt. Wir sehnen uns also nicht einfach an "Leben" als irdisches Fortexistieren, fressen, saufen, sich's wohlsein lassen. Wir sehnen uns nach der Ewigkeit des Lebens, also seiner jenseitigen Herkunft als Gabe, auf daß sie so ewig dauern möge, wie es sich so richtig "anfühlt" - im Leben selbst gehören wir zum Himmel. Wozu wir es verwenden ist ein ganz anderes Problem.
Dieser Himmel ist eine innere Qualität, und der Leser kennt vielleicht noch selber die Zeiten oder Menschen, die sie erlebt haben, die das erfahren haben, und erfahren haben, daß es von Gütern und Besitz völlig unabhängig, ja diesen übergeordnet ist.
Die kulturelle Leistung ist, diesen Respekt vor diesen geheiligten Tagen sogar weltweit wenigstens so halbwegs etabliert zu haben. Und er ging vom realen, historischen Erleben der Geburt des menschgewordenen Gottes Jesus Christus aus, dessen Ankunft die Gründung dieses Reiches Gottes auf Erden bedeutet, dem jeder beitreten kann, der "guten Willens" ist. Ausgehend von jenem Tag, an dem Gott, das Leben, in die Welt kam, als Mensch, der das Leben in der Welt (aber nicht von der Welt) ansässig machte. Und dieser himmlische Friede soll sich fortan auch über die Erde ausbreiten, das ist die Folge der Geburt Christi. Nicht als Lüge, nicht als Täuschung, sondern als Angeld auf den Himmel, dem wir durch die Zugehörigkeit zu Christus zugeschrieben sind.
Nicht als Utopie. Diese Welt ist irdisch gesehen nicht zu "retten". Sondern als Eintauchen der umgebenden Welt in einen dem Himmel angenäherten Zustand feiert die Christenheit Weihnachten. Und dieses christliche Fest in seinen Äußerungen hat sich rasch über die gesamte Welt ausgebreitet. Es bringt etwas zur Realität, wie jedes Fest, das am Ende steht, aber vor allem am Anfang, und auf das man in der Feier vorgreift. Weihnachten begründet so erst als Fest das wirkliche Menschsein auf Erden. Und weil man Mensch zuerst ist, weil man der Menschheit angehört, und um das zu sein immer Teil einer Gemeinschaft, einer Familie, eines Volkes sein muß, ist Weihnachten das Fest einer Kultur.
Deshalb schenken wir, deshalb geben wir. Wir verdanken uns der Gemeinschaft, die uns vorausgeht, auf die wir hingeordnet sind, und die wir mit anderen teilen, die desselben guten Willens sind. Und deshalb ist jedem zu gönnen, Weihnachten satt und erquickt zu werden. Meinetwegen, einige Tage lang darf hier ein bißchen geflunkert, die Zukunft gespielt werden, das Ewige, Zeitlose dominieren, als wäre es schon dauerhaft hier. So ist Weihnachten (und jedes Fest) auch ein Stück weit außerhalb der Zeit.
Es sind die Feste, die eine Kultur begründen, und es sind die Feste, die die Fundamente je und je neu beleben. Damit das menschliche Leben in allen lärmenden, fesselnden Zufälligkeiten der Ereignisse seinen eigentlichen Sinn nicht verliert. Und jeder wieder neu den Atem des Wirklichen in seine Lungen bekommt.
Vielleicht geht es auch Ihnen, werter Leser so, vielleicht kennt er auch das Daseinsgefühl des VdZ, das ihn seit dessen Kindheit nicht verlassen hat: Daß das Leben ein sehnsüchtiges Hoffen von Weihnachten zum nächsten Weihnachten ist. Denn alle übrige Jahreszeit ist ein Hinaustretenmüssen in den Krieg, den Welt bedeutet.
Es ist eine recht gelungene Darbietung der Christkindlmesse des Schlesiers Ignaz Reimann, den wir hier durch die Kirchenchöre von Schömberg und Schörzingen im Netz finden.
Den Passagieren der U-Bahn in Los Angeles war sie lange schon bekannt. Schließlich filmte sie ein Polizist, der von ihrer Interpretation von "O Mio Babbio Caro" (aus "Gianni Scicchi" von G. Puccini; hier mit der Callas) berührt war, und stellte die Aufnahmen online. Nach und nach wurde die Geschichte der Frau bekannt. Sie heißt Emily Zamourka, ist 52 Jahre alt, und eine Musikerin aus Rußland, die vor dreißig Jahren in den USA angelandet war. Über viele Lebensbrüche hin ist sie schließlich als Obdachlose geendet. Und, als man ihr dann auch noch ihre Geige gestohlen hatte, ihre letzte Grundlage, etwas Geld zu verdienen, blieb ihr nur noch ihre Stimme.
Binnen drei Tagen brachte ein Spendenaufruf genug Geld, um ihr wieder eine Wohnung zu besorgen. Und einige Tage später kam ein Angebot eines Opernhauses, sie zu engagieren.
Was die Geschichte lehrt? Viel. Der VdZ will aber nur einen Gedanken davon herausgreifen. Den nämlich, wie lächerlich es ist zu meinen, daß es (technisch, oder durch irgendwie meßbare) Leistung wäre, die eines Stellung in der Welt bestimmen würde. Es ist umgekehrt.
Die Blindheit der Menschen ist unendlich. So unendlich, wie sie von der Unendlichkeit entfernt sind. Nur wer den Himmel sieht, sieht auch den Menschen. Nur wer Gott kennt, sieht den Platz, den jeder in dessen Ordnung hat.
Unwesentlicher Nachtrag: Wie die Krone berichtet, hat sich die Geschichte nicht ganz so glatt aufgelöst, wie die ursprüngliche Fabel uns meldet. David Hasselhoff hatte ihr über seinen Plattenproduzenten einen Vertrag angeboten, und die angeblich international erfolgreiche Diane Worren schon ein Lied komponiert haben, mit dem sie nach bewährter Businessmethode à la Hasselhoff durchstarten hätte können. Aber Zamourka habe weder den Vertrag unterschrieben, noch PR-Termine wahrgenommen, und das Lied von Warren nicht einmal eines Blickes gewürdigt. Also wurde sie wieder in die Wüste geschickt.
Wer weiß, vielleicht ist das aber gar nicht der schlechte, sondern der gute Teil der Geschichte, wenn auch als solcher nicht gleich erkennbar. Aber vielleicht folgt er der wirklichen Poesie des Märchens, und nicht der Geschäftslogik eines Mannes, der sich um viel Geld verkauft hat und deshalb als "erfolgreich" gilt.
Wobei: Warum hängt Hasselhoff dann in Österreich herum, und singt auf Firmenfeiern? Wollte er auch der Zamourka da etwas andrehen, das bei ihm selber so gar nicht funktioniert hat? Oder nur bei Leuten funktioniert, die gar keine Künstler sind, und sich deshalb rückhaltlos allem und jedem verkaufen?
Also, werte Leser, behalten wir die Geschichte ruhig warm im Herzen. Und denken uns das Ende so schön, wie es vielleicht war. Für Zamourka und die Kunst.
Ausnahmsweise einmal der sentimentale Bernstein. Auch wenn der von Kultur nix versteht, nix. Aber mein Gott, man gönnt sich ja sonst nichts ... aber dem VdZ ist heuer so nach weihnachtlicher Ruhe.