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Montag, 12. August 2024

Vom Irrtum des Lobes, und von der Seltenheit des Genies

Korrespondenz über den Irrtum des Lobes, und über das Genie - G hat sich m. e. und bedauerlicherweise dann verstiegen, heute halte ich ihn für unerträglich. Er erzählt heute auch enorm viel Blödsinn, hat aber - wie ein Guru - eine große Fangemeinde. Aber die XY aufgedeckt zu haben ist zweifellos sein Verdienst, der am Anfang stand, aber dann durch seinen Narzißmus elendig abgesoffen ist. Lob und Erfolg zerstören rasend schnell, schon gar am Anfang eines Lebens oder eines Werkes.

Überhaupt ist Lob die gefährlichste Waffe, die es nur geben kann. Wenn man jemanden zerstören will, dann lobt man ihn über den grünen Klee. Kaum jemand verkraftet das, kaum ein Selbst, das nicht abhebt, und den Sinn für Wirklichkeit zerstört. Wenn ich mir die heutigen Jungen anschaue, schon gleich die Generation nach mir, da fängt das bereits an, dann ist das die Folge: Hochmut, totaler Zerstörung des Wirklichkeitssinns. 

Und warum? Weil man sie als Kinder und Jugendliche viel zu viel gelobt hat. Das gilt ja in der heutigen Pädagogik als die große Wunderwaffe, um das Selbst eines Menschen zu stärken. Was für ein Quatsch! Ganz selten, punktuell, kann man einen Menschen, der vielleicht am Boden liegt, an sein Gutes erinnern - loben. Ihm helfen, das Gute wieder oder überhaupt einmal zu sehen - in der Anerkennung. Aber selbst damit muß man bis zu Momenten geizen, wo es vielleicht um Alles geht, und jemandes Lebensdecke zu zerreißen droht. 

Ansonsten muß und kann jeder Mensch nur am Wirklichen satt und stark werden. und nicht selten, ja allermeist muß jeder gerade solche Phasen durchmachen, daß er den Glauben an sich verliert - und sich dann wieder auf das Wirkliche besinnen muß. So wächst sogar der Glaube, der Krisen und Niederlagen durchstehen läßt. 

Sonntag, 11. August 2024

Sie machen alles selber

Zum "Terror" in Wien - Geschah da wirklich mehr als künstlich einen Megaskandal zu produzieren? Und eine hirnlose Paranoia zu züchten, der Islamismus wäre aktiv, der uns in jedem Hofeingang erwartet, der von keiner Kamera erfaßt ist, die auf in Containern eingerichteten Regieräumen der Wachpolizei (O-Vorschlag der FPÖ Wien) moderiert wird? Oder hat da das extrem effiziente "Messer-Trageverbot" der Wiener Stadt-SPÖ seltsamerweise nichts bewirkt?

Ist tatsächlich ein Moslem mit zwei Messern der Grund, so ein Riesenevent abzusagen, was immer dieses Event - außer Tourismuskapunze (die Hotelpreise sind um 45 % hochgeschnalzt, moralisch ein schweres Vergehen des Wuchers)? 
Mir kommt da etwas komisch, ja lächerlich vor. Da sind zu viele Charaktere im Spiel, die nichts auslassen, um sich wichtig fühlen zu können, und aufs Tableau einer "geschichtlichen Tat" gehoben werden, die extra für alle diese geschaffen wurde. Taylor Swift eingerechnet.

Dienstag, 20. September 2022

Paradoxa der menschlichen Freiheit

Warum sucht sogar die prononciert katholische Seite ständig Rat und Interpretation der Gegenwart von Psychologen und Psychiatern, die auf der aktuellen Basis der Theorie, die eine völlig verfehlte Anthropologie pflegt, der die metaphysische Basis fehlt, um "die Zeit zu erklären"? Ich verstehe es nicht, oder kann nur vermuten, was die Gründe dafür sind, nicht wenigstens die Befunde - die ja nicht immer falsch sijnd, die oft ja ohnehin das richtige Datenmaterial ergeben, dem es nur noch an der rechten Deutng fehlt - mit dem vorhandenen katholischen Weltbild kurzzuschließen - in ihren richtigen Hafen zu führen, und sie vom katholischen Licht aus zu deuten.

Kevin McDonald
Solange aber das falsche Konzept der Autonomie des Menschen, vorherrscht, solange das geschieht, greift jede Kritik an Zuständen (die schon so offensichtlich sind, daß sie sogar der plumpeste Liberale erkennt) ins Leere. Am häufigsten ist das der Fall, wenn es um Themen wie Angst, Narzißmus und Sucht geht, wie das in einer Patrick Coffon-Show von Anfang September 2022 in einem Interview mit dem US-Psychiater Dr. Mark McDonald berrieben wird. Anlaß ist sein neuestes Buch, in dem er von Wegen spricht, die "Sucht nach Angst" zu überwinden. Denn mit einer solchen, so McDonald, haben wir es heute zu tun. Wir hätten, sagt er gleich zu Beginn, seit zeieinhalb Jahren ein neues Phänomen zu gewärtigen, und das sei die Implementierung einer kollektiven Angst als Grundstimmung durch die Politik. 

Das freilich ist uns nicht gerade neu, oder? Ich muß sogar sagen, daß ich es allmählich satt habe, ständig diese schale, leere Kost vorgesetzt zu bekommen, die sich dann weißGottwie katholisch gibt, es aber gar nicht ist. Sondern sich mit diesem leeren Geschwafel nichtssagender "Erklärungen" zufrieden gibt, die so gut und vor allem fromm klingen, aber überhaupt keine Substanz und Erhellungskraft haben, weil sie nicht mit dem eigentlichen katholischen Weltbild zusammengeführt werden. 

Mittwoch, 12. Januar 2022

... und krallt sich an einen Ort, um nicht zu sterben (3)

Daß das keine Verschwörungstheorien sondern seriöse Analysen eines Ist-Zustandes sind zeigt sich alleine an der Tatsache, daß der Aufwand, gewisse Sichtweisen durchgesetzt werden sollen, immer größer wird. Und sich allmählich den Grenzen nähert, die den Aufwand gen Unendlich treiben, geht es zur Vollendungsgrenze. So wachsen die Falschmeldungen, sind zum Teil schon ganz offensichtlich, ja fast demonstrativ falsch und nur noch behauptet. Obwohl das Unbehaben beim Konsumenten bereits zum Greifen dicht ist. 

Man denke etwa an die "Zahlen", die "Daten", die "Fakten", mit denen täglich neu, ja tatsächlich täglich neu und durch eine stillschweigend oder wortreich, je nach Lage, inszenierte Umdeutungen und Neudeutungen (oft durch angeblichen Erkenntniszuwachs,) zu lügen versucht wird. Anhaltepunkt sind dabei Daten, Erfassungen, Erhebungen über Stimmungsbilder und emotionale Zustände der Konsumenten, an denen Angriffspunkte zu finden versucht werden. Stellt sich heraus, daß Menschen es hier und da und doch bemerken und gegen Lügen opponieren, werden sie schon am nächsten Tag mit einer adaptierten Taktik belogen.

Dienstag, 11. Januar 2022

... stößt Schreie aus, um Hindernisse zu verscheuchen ... (2)

Wie wuchs sich dieser rein soziale Eingriff zu einer Auffassung, zu einer allgemeinen Weltsicht aus? Dieses Handwerk haben die Publikations- bzw. Meinungs-Medien erledigt, und sie tun es nach wie vor und mittlerweile fast ausschließlich. Die noch vor 150 Jahren immerhin wenigstens noch in Vielfältigkeit und Wettstreit standen, der sich aber mit der Zeit gleichschaltete.

Ein Kampf, der umso leichter zu entscheiden war, als diese Medien in die Hände der Ideologen gefallen sind. Beziehungsweise deren Ausgestaltung von Interessen getrieben war und ist (man denke ans Internet, dessen Genese und Ausformungen kann jeder von uns, der das 40. Lebensjahr so halbwegs schon erreicht hat, noch so halbwegs erinnert) die in sich, also ihrem Wesen gemäß die Zerstörung des wahrlich Menschlichen zu ihrem natürlichen Ausgang haben. Was an dem ersichtlich wird, von dem ihr "Gelingen" abhängt. 

Ohne solch beschriebene, durch das Sozialsystem (das die Karawanentiere stellte, auf deren Rücken sämtliche politischen Systeme und Diktaturen des letzten Jahrhunderts eingeritten sind) systematisch produzierte, soziale Wüste wären die social media generell, Dinge wie Facebook oder Twitter speziell, gar nie groß geworden. Ohne soziale Destruktion wäre amazon, das von den social media abhängt und wie ein Müllschlucker alles aufgesaugt hat, was die Entsozialisierungsmaschinerie durch die Mangel gedreht hat, chancenlos geblieben.

Montag, 10. Januar 2022

Wer, ins Dunkel geworfen, herumtappt ... (1)

Inmitten der völligen Erodierung und Auslöschung der sozialen Strukturen durch Gleichheitsideologie, Technizismus und damit Nichtung der Gestalten, ist der Bedarf nach sozialer Distinktheit das größte Bedürfnis der menschlichen Gesellschaften. Weil es sich um das Theter der Notwendigkeit handelt, überhaupt zu sein.

Und das vollzieht sich nur durch Gestalthaftigkeit. Gestalt ist das Individuierungsprinzip als Existenzprinzip. Und in dieser hat jede gesuchte Gestalt natürlich eine unbedingte Anforderung, und das ist die nach Geltung, Ansehen und möglichst höchster Stellung.

Weil alle nach oben wollen? Nein. Sondern weil das ontologische Gefüge der Schöpfung ein unbedingtes Netz von Orten ist, an die jedes und alles ab dem Moment gehört, ab dem es zur Exitenz kommt. Existieren - das actu des Seins als Schöpfung, als Welt - bedeutet aber immer das Selbsttranszendieren in den Augenblick hinein. Bietet das Begegnende keine Beschränkung mehr, keine Aufgabe weil die soziale Struktur fehlt, die vorgibt, findet das Transzendieren keine Grenze mehr. 
Narziß, der sich im Außen nicht fand, sucht fortan im Spiegelbild, diesem scheinbaren Außen, seine Gestalt. 
Ein Spiegelbild, das uns so viel über das Wesen des Internet - ein Bild an der Oberfläche, wie der Teich des Narziß - als angebliches social media verrät. Einer Konstruktion, die Soziales Gefüge vortäuscht weil zu errichten vorgibt, und wo wir es ebenfalls mit einem Schein-Außen zu tun haben. 
Fortan wird Narziß vom Echo verfolgt, das sich in ihn unsterblich verliebt hat, und ihm nicht mehr von der Ferse weicht.

Mittwoch, 3. November 2021

Er hatte nichts anderes (2)

Die Parallelen sind verblüffend. - Damit klaffte ein großer Graben zwischen Hitlers eigenen Vorstellungen, wie die Welt ihm gegenüber sich verhalten müßte - anerkennend, lobpreisend etc. - und dem, wie sie auf ihn tatsächlich reagierte. Auch wenn wie nachträglich nur mit Vorbehalt urteilen können.

Was mir spätestens seit der Ausstellung über Albrecht Dürers Lebenswerk bewußt ist, die ich vor Jahren in Wien besucht hatte. Denn die ersten Bilder und Zeichnungen von Dürer sind auch keine Kunstwerke, sondern tot, wie die von Hitler. Auch Dürers erste Zeichnungen sind naiv und ungelenk. Aber man sieht, wie sich mit der Befassung damit der Meister entwickelte. Und ab irgendeinem Punkt wurden alle Bilder, die uns überliefert sind, Kunstwerke. In denen das Dargestellte zu dem wird, was es darstellt. 

Hitler kam nicht so weit. Der Krieg unterbrach sein Malen (von Postkarten), und ein neues Lebensgebiet tat sich auf. Eines, in dem ihm der Zusammenhang von Leben und Politik. Durch die Vorgänge in der neu entstandenen Republik neuer Art. Denn nun mußten alle sich an etwas herantasten, das ihnen neu war, und von dem nicht einmal klar war, was eigentlich das Ziel sein sollte.

Dienstag, 2. November 2021

Er hatte nichts anderes (1)

Adolf Hitler war nicht so, wie man sich gemeiniglich einen guten Redner vorstellt, schreibt Peter Longerich in seinem 2015 erschienen "Hitler". In der er sich, wie er gleich im Vorwort schreibt, darum bemühte, einen Verdacht zu beweisen, der sich im Laufe seiner Forschungen zur Gewißheit erhärtete. Daß nämlich dieser Mann nicht einfach nur durchschnittlich, sondern sogar ein ziemlich unterdurchschnittlicher, platter, banausischer Mensch war. Das zu erkennen läßt aber mehr als bislang berücksichtigt erkennen, daß das Handeln eines Menschen in einem ungeheuren Ausmaß in seine Zeit eingebunden, mit ihr in Dialog ist, und daß sich Phänomene nur in ihrem Insgesamt verstehen lassen, niemals aus dem Einzelding selbst heraus. Die Zeit hat sich also ihren Hitler gebildet, könnte man sagen, und erst in zweiter Linie Hitler die Zeit, in der er gelebt hat. 

Und so muß man auch manche Zuschreibungen neu durchdenken. Etwa die, daß Hitler ein "so hervorragender Redner" gewesen ist. Wäre er das nämlich noch heute? Wie würden wir heute auf ihn reagieren? Es gibt viele Augenzeugen seiner Reden, die übereinstimmend berichten, daß er sich bei diesen Reden, mit denen er seine Karriere und die der NSDAP aufbaute, wie ein Irrer aufführte. Er geriet in diesen Reden, die in der Regel drei, vier Stunden dauerten, völlig außer sich, und monologisierte schier ohne Ende. Seine Mimik, seine Gestik wurde nach jeweils einer kurzen Anlaufzeit dermaßen exzentrisch, daß manche entsetzt waren. Das Haar hing ihm während dieser Stunden wirr ins Gesicht, sodaß er manchen auch dämonisch wirkte. Hatte er geendigt, war seine Kleidung klitschnaß, er selbst völlig aufgelöst und erschöpft. So sank er auf ein Häuflein zusammen, als ein völlig anderer Mensch als noch Minuten zuvor. 

Donnerstag, 30. September 2021

(Nicht mehr ganz so katholizistische) Gedankensplitter (34)

QR AUF tv
Je mehr Apokalypse desto mehr Spenden. Die Masche der Gauner war nie eine Masche der Kirche.- Was John Henry Westen da macht und betreibt, verbindet ihn aber nicht nur mit Steve Skojec, der darauf sogar eine Existenzform für seine zehn-, nun elfköpfige Familie gemacht hat. Sondern wie die Pilze schießen in letzter Zeit die Medienplattformen aus dem Erdboden. Die alle eines wollen: Unser Geld. 

Und die alle mit derselben Masche arbeiten, die ich hier offen als Gaunermasche bezeichne: Je mehr Apokalypse desto mehr Spenden. Das hat vor den Kirchentüren und am Marktplatz funktioniert, am besten gefördert von einem amputierten Bein, das neben der Spendenbüchse liegt, und es funktioniert scheinbar jetzt. Zumindest glauben auffallend viele daran, daß das ein Geschäftsmodell sei. (Was ich für einen Irrtum halte, das nur nebenbei.)

Mittwoch, 29. September 2021

(Immer noch katholizistische) Gedankensplitter (33)

Ich bin der Papst. Ich. Der nicht. Zumindest bis ich ausgebrannt bin. Das Übergreifende diesmal? Ein Streit innerhalb der Narzißmusfamilie. Und deshalb ziemlich zeittypisch.  - Da schreit jedoch ein John Henry Westen die nächste Schlagzeile in die Welt. Diesmal ist Franziskus schon "apokalyptisch" häretisch. Warum? Ja, und das sollte der Leser nachschlagen, es ist online: Weil er angeblich für homosexuelle Partnerschaften Partei ergriffen habe.
QR LifeSiteNews

Seltsam, ich kann diese Passagen nicht finden, die apokalyptisch häretische Aussagen sein sollen. Im Gegenteil, erscheint mir die Erzählung von franziskoiden Plaudereien im Flugzeug am Rückflug von einer nächsten Pastoralvisite die Schilderung eines Menschen, der versucht, diesen Eiertanz zu vollführen zu plaudern ohne Häresien zu verbreiten, zu denen ihn die weltliche Presse pausenlos verführen will (und der Argentinier latscht in seiner ungebrochenen Eitelkeit auch tatsächlich wieder und wieder drauf).

Es ist nichts Häretisches erkennbar, wenn der Papst sagt, daß homosexuelle Partnerschaften vom Staat geregelt sind. Sodaß jeder, der seinen Lebenspartner absichern, versichern, und was auch immer will, das mit den geltenden Gesetzen tun kann. Nur eines - und das sagt er immerhin und explizit - kann sowas nie sein: Eine sakramentale Ehe!

Ja was soll er sonst sagen? Alles - und den Eindruck, daß Leute wie Westen, ja ganze kirchliche Gruppierungen das vom Papst verlangen, muß man haben - zurecht rücken, was seit Jahrzehnten auf der Erde überhaupt schiefläuft? 

Sonntag, 12. September 2021

Vom Verborgenen des Geistes (2)

Erst wenn alles Bekannte durchlaufen ist, erst wenn man es besitzt, kann jener Überhang wirksam werden, der empfangend Neues schafft, als Teilhabe am Schöpferischen Geist Gottes. Deshalb muß der Begabte seinen Weg im Kampf erringen. - Aber zurück: Das oben Gesagte trifft umso mehr zu, je herausragender eine Begabung ist. Die immer nur aus einem gesellschaftlichen Insgesamt heraus zu verstehen ist. Dem jeder Mensch als Träger einer Antwort und als Erfüller einer zukünftigen Aufgabe zugewiesen ist. Auch wenn dieser Platz sehr lange nicht, also etwa erst im hohen Alter und im Zuge einer endlich willensbefreiten Betrachtung der eigenen Vergangenheit als Panoptikum des Seins gefunden wird, also der Sinn allen Durchleidens der Nicht-Akzeptanz, die man erlebt hat, erkannt wird. Wo das Er- und Durchlebte zu einem permanenten Prozeß des Ausscheidens geworden ist, bis alles Bekannte durchlaufen wurde, sodaß nur noch die schöpferische Totenstille des "Nichts" (als "nichts bereits Vorhandenes") übrigbleibt. Dann ist er sozusagen weichgekocht, dann ist er bereit, das aus der göttlichen Vorsehung hereinstehende wirklich "Neue" zuzulassen. Das nicht machbar, sondern immer Gnade ist.

Samstag, 11. September 2021

Vom Verborgenen des Geistes (1)

Wer viele Begabungen hat, wer über das Maß des Durchschnitts deutlich hinausragt, erfährt bereits als Kind und sobald er in soziale Felder verwoben wird - meist ist das bereits in der Familie der Fall; die Familie ist nicht nur Geber, sie ist auch Problem der Identität - daß ein klandestiner, nur selten offener Kampf gegen ihn geführt wird. 

Der am schlimmsten wird, wenn sich die Eltern einmischen. Und hier vor allem die Mütter. Die für "Ihren Heinzi" die Vorzugsrolle fordern, die ihm ihrer unbeugsamen Ansicht nach zusteht, sodaß sie sich berufen fühlen, seine Benachteiligung zu bekämpfen. 

Dabei sind Mütter die letzten, die die Charakteristik einer hohen Begabung, die immer einzigartig* ist, erkennen.

Montag, 30. August 2021

Extra ecclesiam (3)

Als alles zerfiel, schlug die Stunde der Autonomen, der Besserwisser und der Türsteher: Als alles zu verschwinden drohte, kam der Ruf nach Rettung auf. Und als Retter traten die Eigentlichen mit ihren Nebengebäuden hervor; und dort war der Schmerz verschwunden, war alles gar nicht so schlimm - Wir wissen somit auch, daß Narzißmus sich in einer Form von Türsteher-Mentalität äußert. Dieser auf einer anderen Ebene - ein Archetyp, eine Konstruktionsgrammatik, jeweils mit Kostümen, die auf anderen Welt- und Seins-Ebenen ganz andere Figuren zu erzeugen scheinen - völlig gleichkommt. In der der Türsteher den Einlaßbegehrenden auf eine Art begegnet, in der er tatsächlich zum Unternehmen WIRD, dessen Tore er bewacht. Wo er es "besser weiß", als die offiziellen Richtlinien sagen, und nicht nur das: Genau in diesem Abweichen von den offiziellen Richtlinien äußert sich seine Macht erst so richtig. Hier wird sie erlebbar, hier wird sie zum Gewinn, der sich aus der Dankbarkeit jener ergibt, die, obwohl sie den Richtlinien nicht entsprechen, eingelassen werden. Es liegt alles in seiner Hand.

Sonntag, 29. August 2021

Extra ecclesiam (2)

Sein wie Gott, oder: Wenn der Türsteher es besser weiß als der Chef - Das gesagt, weil Wallner noch eine Tür als Türsteher bewacht. Eine, die NICHT die der Katholischen Kirche ist. Denn genauso, wie er sagt, daß jeder, der Jesus Christus als Gott anerkennt, zur Kirche als Heilsgemeinschaft (das sind Synonyme) gehört, völlig unabhängig, ob er explizit "zur Kirche" gehört (also bereits auf die Dreifaltigkeit getauft ist), genau so muß dann stimmen, daß NICHT zur Kirche gehört, der NICHT die Dreifaltigkeit bzw. Jesus Christus bejaht, völlig unabhängig davon, ob er getauft ist oder nicht.

Wir lassen das hier so stehen, der Leser möge sich selbst sein Bild machen. Aber nicht ohne zuvor auch gehört zu haben, daß das oben Gesagte nicht stimmt, nimmt man es einfach so, wie es da steht. Denn die Taufe prägt als Standessakrament dem Täufling ein unauslöschliches Merkmal ein. Das als Pflicht und Form einer Forderung gleichkommt, der er mit seinem Leben zu genügen hat. Umso schwerer wiegt, wenn er diese innere Zugehörigkeit durch sein Leben nicht erfüllt. Da hat es der Nicht-Getaufte sogar leichter.

Worauf aber wollen wir hinaus? Daß Wallner ein massives Narzißmus-Problem hat, darauf wollen wir hinaus. Denn wer Gott nicht ähnlich wird, versucht ihn zu imitieren.

Mittwoch, 7. Juli 2021

Daran sehen wir, was uns fehlt (2)

Vor allem fehlen die Wunder als Erscheinungen der Großmächtigkeit und Barmherzigkeit im Alltag - Es ist ein lebhaftes Beispiel für den Niedergang einer Kultur, den wir da seit 150 Jahren beobachten und immer besser analysieren können. Während Aufstieg ein Zugewinn an Energieeffizienz ist, wenn auch nicht als vordergründiges Ziel (ja, das darf er gar nicht sein! Sondern es muß auch dies ein immanentes, beiläufiges, wie mit leichter Hand hingezaubertes Nebenergebnis zunehmender allgemeiner Klugheit und Weisheit sein) das heißt mit jedem Handgriff immer mehr - weil das fleischliche Leben vom Geist immer mehr durchdrungen wird, und Geist heißt nicht nur Lernen, er heißt auch Universalität, also das Immer-mehr-Fassen durch ein Wort, auf anderer Ebene: Durch einen Handgriff - die immer ein Mangel an Energieeffizienz ist.* 

Lassen wir der Trauer dann ausreichend Zeit, sie ist notwendig, um anderes ansetzen zu können, als Abschied ans Falsche, ans Vergangene als Irrtumsweg. Trauer über die Zeitvergeudung durch falsche Erziehung, durch fehlende Verantwortung weil fehlende Universalität der Eltern und Lehrer, die uns keine Einordnung in ein Allgemeines (Familie, Haus) VOR der individualisierten Herausprägung im Erwachsenenzustand**, als Senex, noch durch kluge Ausrichtung unserer Eigeninteressen und -ziele zugeführt haben. 

Sonntag, 30. Mai 2021

Erst im Darstellen isset Welt

Das 19. Jahrhundert hat vom Museum gelebt; auch wir tun dies noch, ohne dabei zu bedenken, daß es dem Besucher eine vollkommen neue Beziehung zum Kunstwerk aufgezwungen hat. Ihm ist es zum guten Teil zuzuschreiben, wenn die Kunstwerke [...] ihrer eigentlichen Funktion enthoben und dafür in Bilder verwandelt sind: selbst die Bildnisse sind diesem Verwandlungsprozeß nicht entgangen. 

Sind Cäsars Büste oder Karl V. zu Pferde immer noch Cäsar und Karl V., so ist der Herzog von Olivarez nur noch Velazquez. Was kümmert es uns noch, er der Mann mit dem Goldhelm, wer der Mann mit dem Handschuh gewesen ist? Sie heißen für uns Rembrandt und Tizian. Ein Portrait ist nicht mehr in erster Linie Abbild eines bestimmten Menschen. 

Sonntag, 28. März 2021

Bis zum Staub, aus dem alles ist (2)

 Teil 2) Soziologische Strukturen und ihre Ideen


Nun freilich, auch den VdZ stört Unordnung, die immer gleichbedeutend ist mit Dingen, die nicht geliebt, die in keiner Ordnung gehalten werden. Was können dabei doch noch sinnvolle Zielsetzungen sein? Vielleicht Müllzerkleinerer, vielleicht durch Mikrobeninjektionen aufbereitete Müllhalden, die durch einen möglichst reichhaltigen Müllmix in möglichst kurzer Zeit einen möglichst weiten biologischen Raum bieten. Eine verschimmelte Gurke neben einem Plastikfrettchen könnte etwa das beste Mittel sein, um die Zeit abzukürzen, in der das Plastik zerfällt, und sich in die ersten Materiestufen zurück gliedert - Staub. Erde. Dreck also.

Aber für sich gesehen sind Aktionen wie "Plastikverbot", mit dem wir es freilich längst zu tun haben, vollkommen sinnlos, ja sogar gefährlich. Unser Leben verläuft immer innerhalb einer Kultur. Und hat sich darin eine ungeheuer komplexe Gemengelage geschaffen, in der jedes Teil seinen Platz hat, und so gut wie alles mit so gut wie allem zusammenhängt. 

Man kann nicht einfach einen Baustein herausziehen und meinen, was auch immer mit ihm zusammenhängt sei nun gelöst. Dieses Ganze ist eben nicht einfach als "Summe" von Teilen zu sehen, ja nicht einmal nur als unentwirrbar komplexes Durch- WEIL Miteinander von Dingen, die in Beziehungen stehen, und deshalb immer innerhalb von Prozessen stehen. Sondern die Dinge brauchen einander! Deshalb verlangt Umgang mit der Umwelt in erster Linie größte Bedachtsamkeit und Ehrfurcht der Überlieferung gegenüber. Und das ist vor allem den Weltrettern an die Stirne zu nageln. 

Plastik ist unverzichtbar, und es ist als Problem gesehen ganz sicher nicht kurzfristig lösbar. Je mehr Arbeitsschritte aber angewandt werden, um das Plastik zu behandeln, desto mehr muß uns klar sein, daß jeder solcher Arbeitsschritte Energie KOSTET, und deshalb die Gesamtrechnung mit dem Müll nie aufgeht. 

So, wie sich keine Gesamtrechnung (als Mosaik, dessen Gesamtbild in Gottes Hand liegt, zu dem alles Ding einen Platz in einem Gesamtgefüge beiträgt) dieser vielzitierten "Zivilgesellschaft" (was für ein Unsinn! wie verbreitet aber als Schlagwort) ausgeht. Die da mit dem einzelnen Steinchen meint, das Gesamtbild in die Hand nehmen zu können. Und damit unausbleiblich Erwartungen schafft, die niemand erfüllen kann, und damit ein ungeheures Potential der Frustrationspotentiale schafft, die zur Aggressionsbereitschaft wird.

"Die Welt ist nicht so, wie sie ist, weil so viele Schlechtes tun. Sondern weil nur wenige Gutes tun," heißt es in dem Film. Mit diesem unerträglichen Aktivistenmotto endet er sogar, als Botschaft, die hängen bleiben soll. Unerträglich, weil überhaupt wahr erst, wenn man definiert, was "gut" ist. Das "Gute" der Öko-Aktivisten ist es jedenfalls nicht. Das hier Gemeinte ist es jedenfalls nicht, weil das Gesamtbild nicht als geschenikhafte Einsenkung gesehen wird, sondern als Produkt des eigenen Tuns, das auf wundersame Weise ein unserem Willen entsprechendes Gesamtbild "schafft", 

In "Risk and Culture" zeigt Mary Douglas, daß es eine "ökologische Bedrohung an sich" nicht gibt. Vielmehr gibt es eine bestimmte Auswahl von Gefahren, deren Auswahl selbst eine profunde Aussage über die psychosozialen Strukturen einer Kultur sind. Die mit ihren unterbewußten Ängsten, die sublimiert werden, mit ihren Bewältigungsstrategien von Schuld und Sinnleere (sic!) zu tun haben. Aber nicht mit einer "absoluten Umweltgefahr." 

Das ist schon daran erkennbar, daß sie nie rational sind! Sie sind nicht einmal "empirisch", wie natürlich bei allen diesen Dingen behauptet wird, die als Sublimierungen dienen. Und sie sind auch keiner "freien" Wahl entsprungen. Urteile darüber, was gefährlich ist und was gut ist sind immer sozial, damit ökonomisch, psychologisch und religiös bedingt, und sie sind auch immer eines: Sie sind grenzwertig im Sinne von grenzüberschreitend. Von Menschen, die sich an den Rändern der Kultur sehen, dieser eigentlich gar nicht mehr zugehörig, obwohl sie von ihr abhängig sind. 

Diese Widerspruchshaltung ist also nie wirklich auf Ablösung ausgerichtet, sondern auf ein Selbst-Gefühl, um sich in der Abgrenzung durch den Widerspruch gewissermaßen "selbst wahrzunehmen." (Man sieht somit die Nähe zum Narzißmus.) Das wird auch darin deutlich, daß - eben! - Gesamtkonzepte, konstruktive Gegenentwürfe immer fehlen, über einen nur angerissenen Charakter einer Alternative nie hinausgehen, die anzustreben es vor allem natürlich an Risikobereitschaft fehlt. Schöpferisches aber braucht diese "Gewalt", in der sich der schöpferische Mensch ins Nichts fallen läßt. 

Deshalb ist der Charakter der Öko-Bewegungen an sich auf die Gruppenexistenz ausgerichtet, sind alle Gegenbehauptungen bloße Attitüde. Sämtliche ihrer Werte sind deshalb so abstrakt, daß jeder sie befürwortet, niemand sie verneinen würde.

Das Gutmenschentum, das soll damit gesagt werden, ist keine Einzelerscheinung. Es ist an sich eine (Douglas sagt sogar: sektenhafte) Gruppenerscheinung mit identitätsorientierter Funktion: Sie soll im bestehenden (kritisierten, "hinterfragten") Gesellschaftsganzen einen anderen Weg zum Elitären ermöglichen, ohne die Wehen des Schöpferischen (das eigentlich das Elitäre begründet, das ja in einem Schöpfergott gipfelt) durchmachen zu müssen. 

Jene Bewegungen aber, die sich gegen "Umweltverschmutzung" wenden, die also (gewissermaßen) Schmutz kritisieren, sind eine Analogie zum "Reinsein wie Gott." Der Umweltsaubermann sublimiert den psychologischen Anspruch auf Göttlichkeit. Darin liegt aber auch die Wahrheit der oben zitierten Aussagen über die Zusammenhänge von Hygiene und Wohlstand (als Weltbesitz).

Gut ist etwas nur, wenn es auch wahr und damit schön ist. Gutes außerhalb des logos (Sinn, Ausrichtung auf) gibt es also nicht. Und das heißt: Gutes zu tun ist eine Frage des Gehorsams dem Sinn gegenüber, in den alles eingebettet ist. Noch enmal: Weil es dieses Ding ohne solchen übergeordneten, das Einzelne umfassenden Sinn nicht geben würde. 

Wie also kann es Gutes geben, das keinen Sinn hat? Dieses Gute ist kein Bild, das abzubilden ist, wie es die Generation der post-68er Intellektuellen glaubt. Die bereits in solidem Wohlstand aufgewachsen, intellektuell gut ausgebildet, den Elterngenerationen "überlegen" wurden. 

Für sie hat sich das Gute von den Dingen gelöst. Für sie wurden die Dinge zur Idee, wurden die Ideen das, was die Welt jederzeit, beliebig und radikal "ändert". Ihre Ideen sind "reiner" als die Dinge, und damit sind die Öko-Eliten, die gegen Umweltverschmutzung antreten und damit den Eltern die Dinge aus der Hand nehmen, auch die Göttlicheren.

Aber das Gute ist ein Wille, den Sinn einer Sache zu stärken, wie er in deren Wesen angelegt ist, und somit im ehrfürchtigen Hegen des Dinglichen den Sinn zu bejahen. Und darin beginnt das Gute direkt an der Haut, denn hier beginnt es in der Liebe, die es ebenfalls nur konkret am Ding gibt, und die allen Dingen somit zugrunde liegt. 

In der Liebe zum Ort, an dem wir stehen, und an all dessen Beziehungen, die er hat, weil und so lange er ist. Denn alles Seiende ist ein Schnittpunkt des Lichts, der die empfangene Liebe schöpferisch zu einem Sein umsetzt und (erst) darin, als abgewandeltes, durch eines Individualität verändertes Licht weitergibt.

Von den Dingen weg, von der Ordnung der Dinge weg, in der sie stehen, bedeutet somit ein Losreißen vom Sinn. Und macht die Reinheitshandlung zu einer nur noch symbolischen Handlung eines Gutheitsbildes, die nicht mehr nach Sinn fragen darf. Umso mehr findet sich somit in den Öko-Umweltschutzbewegungen und -ideen in sich stehende, gut zu sein vorgebende Einzelhandlungen, die aber im großen Ganzen keinen Sinn mehr ergeben. Die nur noch Ablaufoptimierungen, bloßer Technizismus sind, der seine Gutheit aus einem ablaufimmanenten Logizismus ableitet. 

Dessen Formeln den Ordnungsträgern der Elterngeneration unbekannt sind, weil deren Vorgangsweise und Lebensprinzip das des Sinns war. Auch das "Plastikverbot" (das ohnehin kaum ein Prozent des verwendeten Plastik betrifft, aber kaum jemanden unbehelligt läßt) richtet im Ganzen gesehen mehr ökologischen Schaden an, als es solche beheben könnte.

An diesem Thema zeigt sich somit exemplarisch, was der gesamten Öko-Bewegung zugrunde liegt. Die im Einzelnen von vielerlei "Logik" begleitet wird, die wie ein Begleitwalzer über alles drübergelegt wird, die aber sinnlos ist. Sodaß sie auch nur Unsinn produziert. Weil alles vom Sinn ausgeht, wird auch diese Öko-Zielsetzung (wie jede andere) nur Schaden und sinnlose Geldvernichtung bringen. Als Last, die die Menschen zu tragen haben werden. Denn die Last des Lebens selbst bemißt sich nach dem Räderwerk des Sinns.


*220321*

Samstag, 27. März 2021

Bis zum Staub, aus dem alles ist (1)

Es gibt im Handeln zwei Ebenen, die voneinander - seltsamerweise? ja, seltsamerweise, für ein gewisses Denken auf jeden Fall - völlig unabhängig sind. Das eine ist, daß jeders Handeln einem Bild folgt, einem Gestaltbild. Und insofern den ganzen Leib des Menschen einschließt, samt dem, was das Geistige am meisten vorbereitet und prägt, dem sensitiv-seelischen. 

Dann aber gibt es die Ebene des Sinns, des Wahren, des Richtigen. Auf dieser Ebene erschließt sich der Sinn des Menschen als Ganzes, denn hier entscheidet sich, ob ein Handeln sinnvoll ist oder nicht. Ein Beispiel: Es kann wunderbar befriedigend sein, Geschirr zu waschen, und man kann dabei herrlich soziale Verknüpfungen abarbeiten.

Was man aber nicht sieht ist, daß das herrlich glänzende Porzellan vom Nächsten, von dem ich aber nichts wußte, in den Müll geworfen wird. Weil niemand das Geschirr noch braucht, und nicht nur beim nächsten Essen nächstes frisches Geschirr zur Verwendung kommen wird, sondern mit dem Wegwerfen ein Überangebot an Tellern abgebaut werden soll. 

Es war also sinnlos, sich so viel Mühe zu geben, das warme Wasser zu organisieren, die Seife, die Handtücher zum Polieren. Und es war im Ganzen sinnlos, zuvor mit anderen zu streiten, wer denn nun diese lästige Aufgabe erfüllt.

Diese umständliche Einleitung (die natürlich etwas vereinfacht, oft ist es etwas komplizierter) kam dem VdZ in den Sinn, als er die Dokumentation auf Servus TV "Plastik" sah. Wo von Beginn an großes Augenmerk auf die individuelle Aufgabe gelenkt wird, die da schlicht lautet: Plastik ist zu vermeiden! Und jeder habe dazu seinen Beitrag zu leisten. Höhepunkt war ein Satz, der wie ein Motto gleich zu Beginn vom Sprecher vorgesetzt wurde, und zu dem wohl ein großer Teil der Zuseher zustimmend nicken würde, ja der sogar "tiefgründig" wirkt. Und der da heißt: Die Natur produziert keinen Müll. Aber dieser Satz ist ... nicht richtig.

Denn sehr wohl produziert "die Natur" Mülle, Abfall. Und sie verfährt damit genau so wie mit allem, was der Mensch, der alles, was er hat, verwendet, ge- und verbraucht, womit er produziert und arbeitet und Geschirr abwäscht, der einzigen Ressource, die er hat. Und das ist - die Natur. Dieselbe Natur, die angeblich "keinen Müll" produziert, macht beim Menschen eine Ausnahme. Der zwar dieselben Bestandteile verwendet, wie "die Natur", der daraus aber seltsamerweise "Müll" herstellt. Wie kann das sein?

Eben. Es kann gar nicht sein. Denn auch das, was der Mensch durch verschiedenste chemisch-technische Prozesse in bestimmte Möglichkeiten verwandelt, die den natürlichen Stoffen innewohnen, und die der Mensch ob gewisser Eigenschaften herausfindet und kompiliert oder destilliert und extrahiert und was auch immer.

Das Treiben, Plastik zu vermeiden, ist aber sinnlos. Es ist sinnlos, wenn nicht gleichzeitig auf bestimmte Funktionen verzichtet wird, die Plastik derzeit erfüllt. Und weswegen es nicht nur erfunden, sondern so vielfach und von Jahr zu Jahr mehr (!) eingesetzt wird. So gut wie KEINE Maschine, die wir verwenden, kommt ohne Plastik aus, und unser technisch hochgezüchtetes Leben ist ohne Plastik völlig undenkbar, ja ruht auf den Schultern von Plastik.

Aktivismus in jeder Form sollte also sozial geächtet werden, weil es eine Zerstörung unserer Kultur verlangt. Anders ist ein Verzicht auf Plastik nicht durchführbar. Er würde ein völliges Verändern der Art verlangen, wie wir leben. DARÜBER kann man dann diskutieren, meinetwegen. 

Aber dieser Aktivismus, mit dem wir immer mehr zu tun haben, und der wie ein Massenrechen durch die Reihen der Menschen fährt, um aufzugabeln, was immer ihm in die Zinken gerät, ist eine reine Alibihandlung, und insofern sogar eine glatte Lüge. Er ist ausnahmslos eine symbolische Handlung, die nach bestimmtem Bilde geformte körperliche Gestalt imitieren soll, von der wir aus der Vergangenheit erfahren haben, daß sie als "gut" klassifiziert wurde. Und vor allem eines: Im Rahmen unserer sozialen Konstrukte hoch geschätzt und mit weit ausholender Geste belobigt wird. Sodaß er sich als soziale Norm aufspielt, die da behauptet, eine Moral zu installieren, die der Rettung der Welt dient.

Es kann nur einen Weg geben, um "Müll" zu reduzieren, und der hat mit Zeit zu tun. Im Film finden sich einige Beispiele, auch wenn dieses Machwerk (das das Genre Dokumentation als Propaganda und Einklatscher für eine bestimmte Stimmung mißbraucht) darauf viel zu wenig und viel zu wenig grundsätzlich eingeht. Denn die Aussage, daß Plastik zwischen zwanzig und mehreren hundert Jahren braucht, um abgebaut zu werden, überbringt eine erstaunliche Botschaft! Nämlich die, daß jedes Plastik mit der Zeit verschwindet weil durch natürliche Prozesse mannigfacher Art in immer feinere Bestandteile zerlegt wird. Ja sogar manchen Lebewesen (wie manchen Wasserpflanzen samt deren Parasiten, womit die Nahrungskette ja erst am Anfang steht, die letztlich beim Menschen endet) wichtige Bestandteile liefert.

Man kann Vorgänge finden, die diese Zeit reduzieren, die das Naturmaterial Plastik braucht, um entweder durch andere Lebewesen zerlegt und verdaut, durch verändernde Prozesse wie Temperaturunterschiede, mechanisches Einwirken (alleine die Wellen im Meer wirken wie Mahlsteine; die angebliche "Plastikinsel" im Pazifik hat es nicht nur nie gegeben, es gibt sie nach wie vor nicht; bis das Plastik dort anlangen würde, ist es bereits zerlegt) oder gemäß dem Zweiten thermodynamischen Grundgesetz durch Entropie und manchmal mehrere Stufen weit in so grundlegende Grundbestandteile zerfällt, die möglich und erwünscht sind. Bis zum Staub. So gut wie immer gibt es dazu reichste Unterstützung durch Lebewesen, ob groß oder winzig klein, die von den Plastikteilen sogar leben, die sie konsumieren, verdauen, und auf niedrigere Materieebenen zerlegt wieder ausscheiden. Bis zum Staub eben. Man schätzt, daß nur zwei bis drei Prozent des Plastiks, das in den Ozeanen landet, ein oder zwei Jahre "überlebt". Es kann auch gar nicht anders sein, denn sonst wären die Ozeane tatsächlich voll mit Plastik. Aber das sind sie nicht! All das Gerede vom Mikroplastik, das "überall" zu finden ist, ist in der verwendeten Art eine Lüge.

Aber dafür wird etwas Wichtiges verschwiegen. Daß praktisch alle Zwischenschritte, die gesetzt werden, um Plastikmüll zu vermeiden, nicht nur (energie-)aufwendig und im Ganzen völlig sinnlos sind. Weil sie dem großen Ziel (einer liebenden, schützenden Behandlung der Natur) widerläufig und kontraproduktiv sind. Oder gar noch mehr Müll verursachen (weil keinen Ort haben, also im großen, universalen Nichtort des Zerfalls zu Staub enden) wie es Plastik tut. 

Man denke an den Ersatz von Plastiksäckchen im Verkauf durch Naturfasern. Eine hier seinerzeit vorgestellte Studie aus Kalifornien ist dieser Frage nachgegangen, und zu einem erschütternden Ergebnis gekommen. Insofern ist das Thema ein besonders illustratives Beispiel dafür, wie unsinnig ökologisches "Denken" sein kann, ja, in seiner Grundverfaßtheit auch ist. Weil es dem Handeln immanent seiende Qualitäten (im Wesentlichen immer: Liebe), die es ohne dieses Handeln also gar nicht gibt, zu angeblich für sich stehenden Dingen macht.

Alleine der Transportaufwand für Textilsäckchen anstelle der früheren Plastiktüten verfünffacht sich im Verlauf sämtlicher Anwendungsstufen. Dazu kommt der Aufwand für das Handling, die Lagerprobleme, nicht nur durch die größere Menge, sondern durch Verrotten, den Mangel an Hygiene, die Umweltbelastung" durch das Waschen, der vielfache Energieverbrauch für die Herstellung. Und wenn gar noch Recycling dazukommt, läuft die Rechnung völlig aus dem Ruder. Mit dem sensiblen Bereich, der mit Naturstoffen nicht zu lösen ist: Die Hygienestandards alleine in den Bereichen Medizin und Lebensmittel sind ohne Plastik überhaupt nicht mehr einzuhalten. 

Wir sollten nicht vergessen, daß der Wohlstand in unseren Ländern, der letztlich sogar ein Wohlleben durch verlängerte Lebenszeit ist, ist ausschließlich einem völlig anderen Hygienekonzept zu verdanken, als es weite Teile der Welt bis heute pflegen. Mary Douglas bringt es einmal sogar auf die Spitze, in dem sie schreibt, daß (wenn man es komplett durchdenkt) größerer Wohlstand immer auf höheren Hygienestandards beruht. Denn Hygiene bedeutet nicht nur Unvermischtheit, sondern ist eine Frage der Ordnung. Und das Vermögen zu Wohlstand ist zuerst ein Vermögen des Ordnens weil der Herrschaft über die Lebensbedingungen. Man schätzt, daß mindestens ein Drittel des Plastiks, das in die Ozeane gelangt, alleine aus medizinisch-hygienischem Material stammt!

Morgen Teil 2) Soziologische Strukturen und ihre Ideen


*220321*

Montag, 22. Juni 2020

Sebastian Kurz und das Generationenproblem

Ebenfalls mit dem Übergang von Kulturstufen, der mit dem Wechsel in der Mitte der 1960er Jahre in einem Generationenwechsel als Übergang auf eine neue Art zu leben stattgefunden hat, der einen völligen Bruch mit der Tradition vollzogen hat, ist eine neue Haltung bei Politikern eingezogen. Welcher Natur die ist, hat sich in der Corona-Krise erstmals in voller Gestalt gezeigt.

Die jetzige Politikergeneration, die sich als Elite begreift, hat nicht die geringste Scheu mehr, der Bevölkerung als Menschen, die ihnen "unterstellt" sind, Vorschriften, Haltungen, ja ganze Lebensweisen bis in kleinste Details zu diktieren und aufzuerlegen. Eine solche Gängelung wie sie in den letzten Monaten stattgefunden hat, ist historisch beispiellos und entspricht eben diesem Totalbruch mit der Geschichte, wie er narzißtisch gestörten Menschen eigen ist. 

Die sich als einzigartige Innovation der Geschichte begreifen, mit denen eine neue Welt mit neuen Regeln und neuen Anforderungen anfängt. Diesem Sendungsbewußtsein, welche diese Generation trägt, entspricht das in den 1960ern als Generalhaltung eingezogene Definieren von "Kreativität" als "Schöpfung ex nihilo", also als wirkliche Neuschöpfung aus dem Nichts.
Wobei es sich dem Begriff Generation in diesen Zusammenhängen nicht primär um einen biologischen, sondern um einen haltungsgemäßen, geistig-psychischen Zustand handelt. In dem sich die rein dem Alter nach "Jüngeren" (in den Geburtsjahrgängen ab Mitte 1960er) eigentlich sogar um Adepten, perfekte Epigonen und Imitationen, ja Kreationen einiger Figuren der vorgängigen Generation handelt.
Auf eine ganz eigentümliche Weise hat sich also das schopenhauer-nietzschesche Verständnis der Welt als Produkt eines elitären Willens zur Macht (als Leichtfertigkeit in der Einführung von "Neuem") eingeschlichen. Wo sich das Nietzscheanische Konstatieren des faktischen Kulturzustands einer "Gott ist tot"-Realität mit dem Nihilismus und der Verantwortungslosigkeit des Buddhismus vermählt.

Damit ist auch klar, daß diese heutigen Eliten sich selbst von den von ihnen verhängten Maßregeln und Anordnungen ausnehmen. So harmlos es auch aussieht, wenn ein Kanzler Kurz bei seinen Veranstaltungen - bei denen es ihm, wie er treuherzig sagt, wie immer um den "Kontakt mit den Ängsten und Sorgen der Bevölkerung" gehe - keine der von ihm selbst in jeder Ansprache mit erhobenem Zeigefinger einfordernden Verhaltensregeln einhält (und erst auf Zuruf aus den Medien darauf reagiert), 

oder wenn ein Bundespräsident Alexander van der Bellen von der Polizei um halb ein Uhr nachts in einem Restaurant "mit Gläsern am Tisch gestellt" wird, womit er die Anordnungen über die Sperrstunden in Zeiten des Corona völlig mißachtet hat, wofür Gastwirte mit schweren Strafen (bis zu 30.000 Euro!) bedroht werden, dann bleibt das nicht einmal beim hartgesottensten Augenzwinkerer ohne Beigeschmack. 

Und mit Recht. Denn es zeugt von einer Arroganz der Eliten, die keineswegs Einzel- und Zufall ist. Sie hat vielmehr System! Natürlich - nicht "bewußt". Aber es ist eben auch Merkmal dieser Persönlichkeitsstruktur, alles Störende, alles die jeweils augenblicksgenerierte Befindlichkeit irritierende, tatsächlich und vollständig zu ignorieren und restlos aus dem Bewußten zu drängen. Wie jeder selbst überprüfen kann, hält sich ja Kurz (man kann sagen) permanent nicht an die unter seiner Ägide verhängten Maßnahmen. Und trägt die Maske offensichtlich nur, wenn Blitzlichter von Photoaufnahmegeräten drohen. "Quod non licet bovi - licet Iovi"?
Aber mehr noch. Der narzißtische, geschichtsvergessene, traditionsverhöhnende Einschlag dieser nun alle Hebel des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens in die Hand bekommenden Generation, die "alles besser weiß" und sich geschlossen Vorfahrengenerationen gegenübersieht, "die ihnen nicht gleichwertig und unterlegen ist", zeigt sich in der Leichtigkeit, mit der Entscheidungen von einer Reichweite getroffen werden, die nur noch dem Motto "je länger und größer desto leichter und besser" zu folgen scheint. 
Welcher Politiker der vorigen Generationen hätte es gewagt, einen Lockdown eines Landes zu verordnen, wo er noch dazu auf völlig ungewisser Faktenlage in einem emotionalen Anflug irrational handelt. Und es gab Zeiten, in denen Politiker (wie der Grüne Anschober) Ankündigungen von "langfristigen Weichenstellungen" zu vermeiden suchten, weil solch' große Worte (deren heute aber so viele bemüht werden) bei vielen Menschen früherer Generationen gewisse Magenverkrampfungen auslösten. Weil Zeiten mit einer Politik "epochaler Bedeutungsschwere" recht häufig, wenn nicht immer Überschreitungen von Schwellen hin zu einer Auslösung von Katastrophendynamiken bedeutet haben.
Da hat dann alles eine Tragweite, die "schicksalsentscheidend" ist, in denen es um die ganze Welt geht, und schließlich um das Schicksal des Kosmos.
Dazu brauchte es ein Sendungs- und Missionsbewußtsein, das wir jetzt als Teil einer Pathologie der Gegenwart erkennen können, vor dem zu fürchten allemal angebracht ist. Denn was soll man von Menschen halten, für die die Welt mit den Beatles jene Phase des Wassermannzeitalters begonnen hat, in der sie endlich einmal ernst genommen werden kann. Vorher war alles nur ein Herumgeplänkel von Dödels.

Genau diese Generation hat, von den Liedern der Beatles gelernt, an deren Inhalte sie echt glauben, das Zeug in sich, wirkliche Weltkatastrophen auszulösen. Und zwar weil irgendjemandem ... gerade einmal langweilig ist und er sehen möchte, wie es tuscht, wenn es zischt. So irgendwie muß sich ja auch Gott fühlen, warum sonst hätte er die Welt geschaffen außer um ein wenig Spaß zu haben?

Also - den Keil unter dem Stapel lösen, und dann los mit dem Gekicher, weil alles rumpelt und stürzt. Um dann auf jene (anderen) zurückzugreifen, die den Schaden wieder beheben. Denn mit Stapel war es halt doch schöner. Aber wer schuftet schon gerne? Es wird deshalb auf eine neue Form von Sklavenhaltung hinauslaufen - als gewaltsame Versklavung der wirklichen Schadensträger und -beheber. Der Leser kann aber sicher sein, diese Gruppe wird klein bleiben. Die große Mehrheit der Menschen ist nämlich freiwillig bereit, instrumentalisiert zu werden. Dafür kriegt er auch ein paar Krumen vom Tisch der Peitschenknaller.
Diese Haltungen gründen dabei in einem geistigen Strom, der in Reformation und Renaissance seinen historisch manifesten Ausgang nahm, und in der Aufklärung sein historisches Fundament erhielt. Wobei das alles natürlich nicht dort erfunden worden ist. Aber es wurde dort so salonfähig, daß es ab 1965 zu einem völligen Paradigmenwechsel, einer Revolution kam. Über Nacht bestimmten die Beatles, was Sache im allgewärtigen Disput war. Pilzköpfe können nicht lügen. 
Man könnte also sagen, daß der Subtext von Descartes' Traktaten und Voltaires Bildungsromanen die Karriererezeptur für die Beatles war. Deren Laufbahn bei Troja begann, als Holzpferd, für das die Abwehrmauern eingerissen wurden, auf daß das große Siegesfest beginnen konnte. 
Alles was wir seither erleben ist von dort ausgegangen, und wir erleben heute deshalb die Herabkunft des idealen Menschen in der Reinform eines Rousseau'schen Totalitarismus. Sie gebar in Marx, Lenin, Stalin, Hitler und Mao noch Einzelblüten, um schließlich zum Generationenphänomen zu werden. 
War die Politik bisher aber noch von "Alten" gehalten, an denen die neuen Generationen mehr oder weniger noch zerschellt sind, so stehen diese "Jungen" nun vor der definitiven Machtübernahme. Damit stehen wir vor einer neuen Form von Politik, einer Politik der schamlosen Großprojekte. Bereits beim Klimawahn hat es rumort, aber nun hat uns die Corona-Krise vollumfänglich DAS gezeigt, was die Politik der Zukunft kennzeichnen wird.
So brutal vereinfachend das klingen mag - die Vernunft sagt, daß es darauf hinausläuft. Und daß nicht mehr dahintersteckt. Wir werden uns also noch sehr warm anziehen müssen angesichts dessen, was uns noch alles durch diese neuen Eliten blüht.



*250520*

Samstag, 22. Februar 2020

Rettung aus der Identitätskrise (2)

Teil 2) Jerusalem oder Athen?



Wenn nun also alle gegen alle kämpfen weil ihre Identität suchen und bewahren müssen, besteht keine Gefahr, daß sich das Interesse gegen den Kapitalismus richtet. Das ist der direkte Zusammenhang zwischen Wucher (Kapitalismus) und sexueller Befreiung bzw. Genderismus. Die allesamt aufspalten und von den wirklichen Ursachen der konkreten Lebensverhältnisse ablenken. Mittlerweile ist weltweit zu beobachten, daß über diese Identitätsfragen die bestehenden politischen Ordnungen und Organisationen überwältigt werden sollen.
Die "neue Moral" hat den Charakter eines Staatsstreiches! Alle diese Identitätsgruppen sind mittlerweile in der Position politisch, moralisch und gesellschaftlich privilegierter Gruppen - sie sind in der Position von Auserwählten. Und immer noch und in immer rascherem Tempo werden neue Gruppen von Auserwählten und Privilegierten geschaffen weil spezifiziert. Ja, es ist eine Generalklausel für alle geworden, speziell für die (in ihrer Identität naturgemäß suchenden) Jungen, sich keiner Ordnung zu fügen, sondern diese aufzufordern, vor ihrer "eigenen" Identität zurückzuweichen und Spezialwünschen nachzugeben: Die Welt soll sich allen diesen Identitäten gegenüber anpassen, und wer sich nicht fügt (und das ist immer die Mehrheit), soll gezwungen werden.
Das vielleicht Schockierendste, meint Atzmon, ist, daß in den letzten Jahrzehnten sogar weite Teile der Konservativen begonnen haben, sich biologisch zu definieren. Die universalen Identitäten - Christen, Getaufte, meinetwegen auch Amerikaner (etc.), aber auch als Mann oder Frau - wurden aufgelöst, um sich auf kleine Teilidentitäten zurückzuziehen. Alle diese Gruppen sind damit zu Untergruppen der identitären Linken geworden. Damit sind sie jeweils politisch marginalisiert und machtlos, aber umso abhängiger von der Linken als Ganzen. Plötzlich spielt die Kategorie "Weiß" eine Rolle, eine Falle, denn damit ist man direkt als "rassistisch" identifiziert. Zumal es gar kein konkretes Merkmal gibt, das "weiß" wäre. Und schon gar nicht wäre das eine Identität. Eine Identität "weiß" läßt sich durch nichts konkret bestimmen. Identität aber gibt es nur konkret, und sie muß sich auf Einheit und Gemeinschaft beziehen - wieder: Ganz konkret, im Lebensvollzug.

Der entscheidende Fehler dabei ist nicht zu unterscheiden zwischen dem, "was man ist", und dem, was man "behauptet zu sein". Atzmon nimmt als Beispiel sein Musikerdasein: Er IST ein Saxophonist, und jede Identitätsbestimmung geht auf dieses konkrete Tun zurück. Er muß sich in nichts behaupten, und wie immer er den Mitmenschen begegnet, ist er Saxophonist, wie immer Einzeleinschätzungen auch abweichen mögen. Als behauptete Identität, die in bestimmten Merkmalen festgelegt ist, gibt es das aber nicht. Dem wirklichen "etwas sein" (Identität) bleibt immer sein Bild offen! Es entsteht nur in der Hingabe, und kann sprachlich nur posthoc festgestellt werden. Die Art, wie Identitätsfragen heute aber geklärt werden, ist, daß Identität und Identitätsmerkmale VOR allem Sein vorausgehen. Und der ganze Streit geht um diese Behauptungen.
Das trifft auch für Juden zu. Orthodoxe Juden "identifizieren" sich niemals "als Juden", sondern "sie sind Juden". Sie praktizieren es, zelebrieren das, was man als Bild dann "Jude sein" nennen kann. Tun sie das nicht, sind sie auch keine Juden. Identität in der Art zu behaupten, wie es heute geschieht, heißt sogar, eine transzendente Barriere zwischen wahrer, wirklicher Identität und behaupteter Identität zu schaffen.
Wir begegnen heute einer Form von behaupteter Identität, wo niemand die Inhalte der Behauptung aber lebt. Die Identitätspolitik bietet den Menschen eine Identität als "Authentizität" an, die sie in Wirklichkeit von jeder Authentizität abhält. Das ist eine Form von Identitätsdiebstahl.  

Genau das ist aber mit dem social engineering der letzten Jahrzehnte passiert. Man hat den Menschen ihre wahre Identität (als Gruppe, als Gemeinschaft) genommen, sie zersplittert, und ihnen dafür neue Identitäten angeboten, die aber das Leben nicht füllen und den Einzelnen nicht tragen. Die ständig behauptet werden müssen, weil ihnen die Basis im konkreten Leben fehlt.
Damit ist die gesamte Rechte bzw. Konservative in die Gefahr geschlittert, jede Identität zu verlieren, weil sie keine wirkliche Einheit herstellen kann. Wie im Konflikt zwischen Athen und Jerusalem ist sie an derselben Hürde wie die Linke gescheitert, nicht mehr zu zeigen, zu lehren, WIE man denkt, sondern WAS man denkt. Und das ist ein tyrannisches Konzept.
Damit schließt sich auch dieser Bogen, denn das, WAS zu denken sei, beruft sich auf ... Auserwähltheit, Überlegenheit, Besonderheit. Wie bei den Juden auf direkte göttliche Offenbarung, die es nicht zu hinterfragen gilt. Das ist der direkte Weg in die Tyrannei, und wir erleben es ja heute auch. 

Das Problem, an dem wir heute von allen Seiten leiden ist, daß wir aufgehört haben, auf die Sprache zu hören. In der alle Logik, aber alle Sprach- und Denkvoraussetzung enthalten wäre. Stattdessen hat sich von den Eliten ausgehend eine Art "Sprachsophisterei" breitgemacht, als Täuschung ÜBER die Sprache MIT Sprache. (Der Hinweis auf Schizoidität sei dem VdZ an dieser Stelle gestattet, denn das ist es genau.) 

Historisch ist es bei den Juden als Korrumpierung des Rabbinertums durch die Reichen festmachbar. Es war das Geld, das die Lehre zu bestimmen begonnen hat. So wurde Sprache als Denken zum nützlichen Werkzeug, aber nicht mehr zum Weg zur Wahrheit. Und so haben sie die gesamte westliche, abendländische Philosophie umgewandelt.

Dahinter stand ein vor allem im 19. Jahrhundert immer klarer hervortretendes eugenisches Projekt, in dem die jüdische Elite sich ganz bewußt der Stärkung des "jüdischen Volkes" widmete. Denn es war (beginnend mit Napoleon!) das 19. Jahrhundert, in dem sie überall emanzipiert wurden. Dem Westen war diese Interessengesteuertheit nicht mehr klar, er hat das Wissen darum verloren. Das hat ihn aber verwundbar und anfällig gemacht. Er ist den jüdischen Eliten auf den Leim gegangen, meint Gilad Atzmon.  

Ausgehend von den Universitäten, haben Juden ab dem 19. Jahrhundert leichtes Spiel gehabt, über die Erziehungssysteme in die Kultur hineinzuwirken. Und Juden wurden auch extrem einflußreich, in der Wissenschaft, in der Kunst, in der Musik, überall. Und überall war es begleitet bzw. getragen vom Verlust des "Tuns der Juden" - sie hörten auf, Juden zu SEIN. Stattdessen begann die behauptete Identität, wie oben dargestellt. Es war der Höhepunkt einer jahrhundertelangen Entwicklung, in der sich die jüdischen Eliten in Europa zu einer einzigartigen Klasse entwickelt haben. Das sich so zum eugenischen Projekt formte.

In einem engen Netzwerk verbunden, haben diese jüdischen Gruppen nicht nur die Bankenlandschaft bestimmt, sondern auch die Universitäten. Und damit sind wir heute konfrontiert. Harvard etwa, ist unbestritten mittlerweile eine "jüdische Universität". Damit ist auch klar, wie es geschehen hat können, daß die Universitätslandschaft der political correctness zufiel, die gleichzeitig der Garant dafür ist, daß die intellektuelle Basis der Universität zersetzt wird. Der Beitrag amerikanischer Universitäten zu Wissenschaft und Philosophie wird immer irrelevanter. Warum? Weil mit der Übernahme durch Juden die Denkweise "jerusalemisiert" wurde. Es geht nicht mehr darum, WIE man denkt, sondern WAS man denkt.