Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Wollust werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wollust werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. September 2021

Der schöpferische Garten der Lüste

Wie kann man sich das Schöpferische vorstellen? Wie das Entstehen von Neuem, zuvor nicht Dagewesenem, das nun in die Welt kommt, einerseits leiblich, anderseits nur geistig als Wirklichkeit. (Denn nicht alles Wirkliche, also in und auf die Welt wirkende, bewegende, hat einen Leib. Aber das Leibliche, das Fleisch - siehe Christus, der Sohn Gottes - ist der Dreh- und Angelpunkt.)

Am besten geeignet scheint die stärkste Analogie, die wir haben, und die jeder sogar erlebt hat, und das ist die leibliche, die "sexuelle" Vereinigung von zwei Menschen. Die sich einander zusprechen (es braucht das Ja, was soll man da herumreden!? Sogar das Gesetzbuch kennt die Situation eines fehlenden Ja, und nennt es Vergewaltigung, oder nennt es bei einem aus irgendeinem Grund ungültigen Ja Mißbrauch, Nötigung etc. 

Montag, 29. März 2021

Wenn das Gleiche zum völlig Verschiedenen wird

Zum Wochenbeginn präsentiert der VdZ gleich mal dieses Video, als Framing für diese Zeit. Das heißt: Als Interpretationshoriziont, der das Einzelne, das Erfahrene, Erlebte beleuchtet. In dem über die Schäden der Corona-Maßnahmen (Masken, Lockdowns; Verhaltensneurosen) bei Kindern gehandelt wird. Die auch tatsächlich sehr gut ermeßbar werden. 

Auch wenn viele Erklärungen natürlich falsch sind. Im Wesentlichen, weil das Menschenbild heute falsch ist, sodaß viele Schäden wie auch Folgen nicht richtig analysiert werden können. Das Ursache-Wirkungs-Gefüge bleibt also vielfach im Dunkeln, auch wenn viele Phänomene richtig beschrieben werden. Woran man erkennt, wie sehr bereits der Liberalismus zur geistigen (ungeistigen) Grundlage unserer Gesellschaften wurde.

Weshalb sich viele Argumente im Film zu so einem undifferenzierten Gequatsche über "Bedürfnisse" verlaufen. Das sich zum Höhepunkt in "Kuscheln" und "Kuscheln mit der Oma" als entscheidende "Kinderbedürfnisse" versteigt. 
Mit anderen Worten: Je länger der Film dauert, je länger man also versucht, über die Phänomene hinauszugehen um sie zu begreifen, desto mehr wird nur noch Unsinn geredet. Als Indiz dafür, daß wir diese Zeit nicht mehr denken können. Wir haben das an dieser Stelle schon oft als die eigentliche Katastrophe dargelegt, in der wir nun stehen.

QR zum Video

Zugleich wird das Geschäft mit den "Kinderrechten" und - das darf nie fehlen - "Gewalt in der Familie" als gegen die Naturordnung gerichtete Emanzipation als Destruktion (Ausgliedern aus der natürlichen Autoritätsordnung und Ausliefern an eine künstlich implementierte, ideologisch fundierte wie gelenkte Gewalt) gleich mit erledigt. 

Man nimmt es als Folge ein und derselben Mißstände (Corona-Maßnahmen) mit hin, weil an der Hand des berechtigten Aufbegehrens gegen den politisch verhängten Corona-Wahnsinn die Tore bei der Bevölkerung weit offen sind, sodaß dieses Aufbegehren zum Trojanischen Pferd wird, das alles mit in die Nacht schleppt, aus der heraus in Wahrheit die Stadt angezündet wird. Die man eigentlich ja schützen wollte! Höre man zu, wie gleich auch das "Hierarchische" an den Pranger gestellt wird, als sei es die eigentliche Quelle des Corona-Wahns. Sie wird mißbraucht, ja, aber sie zu beseitigen schüttet man das Kind mit dem Bade aus.

Es darf einem also schon übel dabei werden zu erkennen, wieviel Müll man auch bei diesem Video mitschluckt und quasi "absegnet". Weil man es als in die Gesamtbotschaft - Leiden an Corona-Lockdowns usw. - integriert akzeptiert. Und viele dieser im Film genannten Anliegen ziehen in eine andere Richtung! Man fährt in einen anderen Janker, sozusagen, weil Ärmel. Das ist das Entscheidende, das aber nur geistig und bei entsprechender Bildung (das muß man so bezeichnen) erkennbar ist. Sonst könnte leicht der Fall eintreten, daß man im richtigen Impuls gegen den Corona-Wahnsinn lediglich die Pest gegen die Cholera eintauscht.

Zu jammern, daß die Freiheit für eine 17jährige eingeschränkt ist, die zu dieser Zeit ein Jahr in den USA verbringen wollte und jetzt total depressiv ist, weil sie das nicht kann, ist ein Wahnsinn für sich. Das hat mit Freiheit genau NICHTS zu tun, im Gegenteil, da wäre eine andere Unfreiheit implementiert worden. Mit Lust als Lebensprinzip. Dies und Amerikanismus sind zwei Seiten derselben Medaille weil liberales Weltprinzip, das nur dort "limitiert" wird, wo die Lustbeschränkung eines anderen laut genug beklagt und, das ist entscheidend, im Diskurs durchgesetzt wird. 

Aber man darf natürlich nicht vergessen, daß Kinder (bis Erwachsenenalter) den Gesamtrahmen (Vernunft) noch nicht zur Verfügung haben, der den Menschen durch jedes Einzelargument hindurch fest in der Welt als Vernunftgefüge verankert hält. Deshalb sind die Einzelerklärungen, -anweisungen, -erklärungen der VOLLE Welthorizont! Da hängen dann lauter große Berge in ihrem Blickfeld, und sie sind unfähig, ihre Größe bezogen auf die absolute Ordnung, in der sie stehen, abzuschätzen.
Fazit: Die Phänomene der teils verheerenden und langfristigen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf Kinder werden größtenteils gut dargestellt. Man darf sich darüber aber nicht hinreißen lassen zu übersehen, daß die Erklärungen ein kunterbunter, in sich völlig widersprüchlicher Strauß von Blumen und getrockneten Disteln sind, die zeigen, wie sehr im öffentlichen Diskurs auch dieser Corona-Wahnsinn noch der geistigen Durchdringung bedarf. Was vermutlich der Grund dafür ist, daß der Widerstand als an die Politik gesendetes Signal des Überschreitens jeder Grenze zum Erträglichen so ineffektiv ist.


*230321*

Montag, 22. Februar 2010

Wie alles kam (5)

Versuch einer Zwischenbilanz:


Die "Konfliktkultur", die in Österreich von 1945 an und bis heute vorherrschend kultiviert wurde, ist im Grunde ein Kriegsstrategie: Zu dem Zeitpunkt, zu dem sich die prinzipiellen politischen Strukturen in diesem Lande ausformten, die im Wesentlichen seither unverändert herrschen, ja sich geradezu perpetuiert, hermetisiert haben, und das liegt in ihrer Natur, zum Zeitpunkt nach 1945 ging es um das bloße Überleben als selbständiger Staat den Machtblöcken des Kalten Krieges gegenüber. Schon deshalb mußten ideologische Prinzipien hintangestellt werden, denn über allem regierte ein einziges Kriterium: der Bestand Österreichs.

Nichts vereint so sehr, wie ein gemeinsamer Feind. Ja, manches Ding auf dieser Welt hat überhaupt nur dann Bestand, wenn es ein Gegenüber hat. Und: solange es dieses hat. Die Lage zwischen den Machtblöcken, immer in Wahrheit nur von den Kommunisten bedroht - so empfand man es in diesem Land, so handelte die Politik, in Wahrheit waren die Kommunisten im Parlament nie eine wirklich ernstzunehmende Größe - hat hierzulande ein Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen, das nicht unwesentlich zur Schaffung eines Proporzsystems führte, demgemäß die Parteien, und somit die Gewerkschaften anteilig gesehen am meisten, das Leben in diesem Land völlig durchwirkt haben.

Speziell die Gewerkschaften werden als Prinzip meist völlig unterschätzt. Denn ihr Einfluß ist nicht "quantitativ" - er ist ein prinzipieller. Mit der Streikdrohung, mit der Drohung, das ganze tägliche Leben und Wesen eines Staates zu kippen, und das ist eine Streikdrohung, sind sie in Wahrheit die Träger der gesamten Macht. In Österreich hat die starke Konzentration der gewerkschaftlichen Macht, die mehrere Gründe hat, die hier bereits nachvollziehbar gemacht wurde, zu einem lebenspraktischen Pragmatismus geführt, der auch nach 1955 nicht mehr zu beseitigen war. Dazu hätte es einer regelrechten Neugründung des Staates bedurft, der vielzitierten "Dritten Republik" - befänden wir uns nach Ansicht mancher seit 1971 nicht längst in einer solchen - dazu aber später.

Jenes Lebensprinzip aber, das nur noch den pragmatischen Wohlstandsvorteil als maßgebendes Kriterium der Politik sieht, wird zurecht als "sozialistisches Prinzip" gesehen - als Ausformung des puren Materialismus. In dieser Lebensprägung haben sich nicht nur die Nachkriegsmenschen bewegt, sondern sie haben die nächsten Generationen großgezogen.

Nun hat der Materialismus - quantitativer Wohlstand als alleiniges Kriterium - eine bemerkenswerte und widersprüchliche Folge, er schafft Angst. Denn er verhängt zunehmend Identität und Persönlichkeit mit irdischen, aber vergänglichen (!) und gefährdeten Gütern. Damit wird deren Wandel und Krisenhaftigkeit zunehmend zum taktgebenden Zentrum des Lebens.

So verändert sich die Sichtweise der Menschen. Materielle Sicherheit steht über allem, ihr wird ideologische Ausrichtung - und hier hat sie insofern Sinn, als sie NICHT materialistische Lebenshaltung anzeigt, wo also Identität und Lebensmotiv "krisenresistenter", von irdischem Geschehen unabhängiger, in überzeitlichen Werten ankert - völlig untergeordnet. Diese Prinzipienlosigkeit, die viele ja sehr wohl auch heute feststellen und an den Parteien kritisieren, wird umgekehrt subjektiv gerechtfertigt, und somit selbst zum ideologischen Prinzip, das auch aggressiv verteidigt wird.

Dieser "Liberalismus", als Folge immer verengterem Materialismus, schafft also zwar nach außen "Ruhe", scheinbar Konfliktlosigkeit, ist aber in Wahrheit nur ein Verbot von Konflikten, dessen Einhaltung auch strikt überwacht wird.

Ausgehend also von der immer tieferen Angst, das gesamte System unseres Lebens bräche zusammen, werden die Lebensäußerungen zunehmend reduziert, und wo sie gerade aus diesem unterdrückten Vitaltrieb heraus zu einer sogar übertriebenen Exaltiertheit führen, sind sie in Wahrheit Ersatz für die unausgelebte Eigentlichkeit der Antriebe. Man tut viel - um nicht das tun zu müssen, was man tun sollte - um denn die Angst vor dem Scheitern, dessen Konsequenzen dunkel bleiben müssen, die ein Herausfallen aus dem System prinzipiell verlangen (!), überwiegt. Denn wer SEINEN Weg geht - der muß auf jeden Fall aller Konvention entsagen. Seinen Weg kann nur er gehen, hier ist jeder im letzten ohne Archetyp.

Das ist dann der Moment, wo sich Parteien von "Bewegungen" abgelöst sehen. Hier sucht sich vitaler Trieb, der in vorgefundenen Strukturen keine Entsprechung mehr fühlt, eine konkrete Form. Weshalb jede Bewegung unweigerlich in eine Partei mündet ... Die FPÖ, die ideologisch keinen wirklichen Boden hatte, war die einzige Partei, die somit diesen "Bodensatz" der Unzufriedenheit aufnehmen konnte. (Ihre Spaltungen der letzten Jahre sind im Grunde für diese Thesen irrelevant, ja bestätigen sie: Die Kärntner BZÖ unter Jörg Haider war eigentlich eine Rückkehr zum Wohlstandspragmatismus, wie ihn die SPÖ und schließlich das ganze Land vollzogen hat.)

Scheinbar werden dann alle Aufgaben der Politik zu reinen Sachproblemen - man übersieht dabei aber, daß schon die Definition dessen, was die Sache eines Problems ist, ideologische, weltanschauliche Grundfragen geklärt haben muß! Sonst wird Problemlösung zum bloßen ... und hier wieder eine Ursache der heutigen Blöcke! ... Technizismus. Weil sich die Lösung eines Problems immer nur auf die Erhaltung eines Status quo beziehen KANN.

Jedes Heraustreten aus dem mehr oder weniger engen Rahmen eines "Sachproblems" verlangt sofort weltanschauliche Positionierung, und damit Geist.

Die Festlegung der realen Lebensstrukturen in diesem Land aber - wo alles sich letztlich in einer Form von Gewerkschaft aufgelöst hat, einer Verbrüderung in der Forderung nach Wohlstand "gegen" den Staat - ist nicht nur ein Verbot solcher Überlegungen, sondern eine ideologische Entscheidung selbst: die des Materialismus.

Der in diesem Land durch seine politischen Strukturen zum Lebensprinzip einzementiert wurde. Damit - und hier muß man Marx in gewisser (nämlich: faktischer) Hinsicht recht geben - wird das Weltprinzip tragend, daß sich das "Sein" das Bewußtsein schafft.

Nahezu jeder Lebens-, vor allem aber: Denkbereich in diesem Land ist somit materialistisch und in einer meist höchst widersprüchlichen Mischung von Ideologien, deren einziger Nenner: subjektiver Pragmatismus ist, geprägt. Aufruhend auf einem gesättigten Dasein, in dem natürlich nur das Mittelmaß, ja: das untere Maß, "alles" findet. An dem aber vor allem das Überdurchschnittliche, das immer (!) ein Geistiges ist, selbst wenn es sich auf körperliche Fähigkeiten (Sport) beruft, scheitern MUSZ, weil es mit dem Strukturkonservativismus des Zufriedenen konfrontiert ist, das aber die Entscheidungen trägt,

Nicht zufällig deshalb werden in den letzten Jahren die Rufe nach Überdurchschnittlichem laut! Aber diese Rufe werden zwangsläufig scheitern, werden keinen Wiederhall finden können. Die Lebenshaltung in diesem Land ist zerstört - und sie ist es aufgrund politischer Entscheidungen und Wege der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Man muß, um das zu belegen, nur ein ganz klein wenig die Augen öffnen, denn die Indizien sind mehr als erdrückend: die Lebensgeschichten der Menschen mit außergewöhnlichen Leistungen sind auch heute noch Geschichten von oft unmenschlichen Überwindungen von Schwierigkeiten - keine Produkte von Fördertöpfen oder -wegen. Schon deshalb übrigens ist von den meist überversorgten Migranten ... nur wenig zu erwarten. Viele kommen nicht, um hier zu wirklichen, wozu sie in ihrer Heimat nicht in der Lage sind, sondern um sich ebenfalls hier an den scheinbar unerschöpflichen allgemeinen, verrechteten Töpfen bedienen zu können.

Nur - nur! - dort werden sich aber noch Überdurchschnittliche erheben können, weil als ultimo ratio zu sich selbst finden, wo sich Bevölkerungsgruppen finden, die Systemverlierer sind. Zwar hat der Sozialstaat auch deshalb nämlich die Tendenz entwickelt, "alle" zu integrieren - denn nur Unzufriedene gefährden ihn (scheinbar, nur scheinbar!) - aber er produziert eine kleine Schicht an "Todfeinden", die er niemals wird integrieren können.

Dieses tatsächlich kleine, vielleicht sogar: winzige!, Reservoir an Menschen ist die einzige Zukunftshoffnung Österreichs ...




Montag, 13. Juli 2009

Aufhören zu wünschen zu lieben

"Die Keuschheit ist uns nicht als Züchtigung vorgeschrieben, sie ist vielmehr - die Erfahrung bezeugt es - eine der geheimnisvollen, aber offensichtlichen Vorbedingungen eben jener übernatürlichen Selbsterkenntnis, der Erkenntnis unser selbst in Gott, die Glaube heißt. Die Wollust zerstört diese Erkenntnis nicht, sondern sie hebt das Bedürfnis nach ihr auf. Man glaubt nicht mehr, weil man eben nicht mehr zu glauben wünscht. Man wünscht nicht mehr, sich zu erkennen.

[...] Man wünscht nicht mehr seine eigene Freude. Man kann sich überhaupt nur in Gott lieben, man liebt sich nicht mehr. Und so wird man sich nie mehr lieben, weder in dieser Welt noch in der andren - in aller Ewigkeit nicht mehr.

(Georg Bernanos in "Tagebuch eines Landpfarrers")




*130709*