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Montag, 20. April 2026

Liberalismus als Werkzeug der Implementierung von Widersprüchen

Es ist nicht die Widerspruchsfreiheit, die heute ultimative Wahrheiten und Erkenntnisse formiert, auf denen aufgebaut ganze Weltbilder stehen (und fallen) Es sind ganz bestimmte Verhaltensweisen, ja dogmatisierte, nicht zu hinterfragende Moralsätze, die wie Rambo durch die Diskurslandschaften laufen, und alles kurz und klein schießen, sobald sie Fuß gefaßt haben. 

Es sind Beispiele wie das jüngst beobachtete. Wo ein Militärhistoriker, im Interview gefragt, einen Fall schildert, der ihn belehrt habe, daß er fundamental und zu 100 Prozent irren könne. Das sei ihm im Fall Israel passiert. Wo er früher stets zu dessen scharfen Kritikern gehört habe, weil er ihnen das vorwarf, was Israelkritiker grosso modo diesem 1948 ausgerufenen Staat vorwerfen. Daß er mit menschenunwürdigen Mitteln vorgehe, um sich Lebensraum zu schaffen wie zu verteidigen. 

Da habe ihn, so der Historiker (der zuvor lange erklärt, wie wissenschaftliches Arbeiten, das er zum Prinzip erhoben habe, vonstatten zu gehen habe, im Wesentlichen: als Referenzsystem, in dem alles sagbar sei, es müsse nur durch Quellen belegt und durch Quellenkritik abgesichert sein) ein Freund Folgendes gefragt: Er solle sich vorstellen er sei homosexuell. In welchem Land dieses geographischen (man könnte sagen: islamischen) Raumes woller er nun, vor die Wahl gestellt,  denn leben?

Da habe er scharf nachgedacht, und sei zu der für ihn überraschenden Folgerung gelangt, daß da nur Israel in Frage komme. Gerade also das Land, dem er moralisch gesehen die Existenz abspreche - zumindest unter den gegenwärtigen Prämissen - sei das Land seiner Wahl. Während er in jenen Ländern, die er (wieder: moralisch gesehen) Israel gegenüber im Recht sähe, um Gottes Willen nicht leben wolle.  Wo er als Homosexueller am nächsten Baukran aufgeknüpft würde. Das habe ihn von einer Stunde zur anderen umdenken lassen, und heute sei er strikter Verteidiger Israels weil dessen Lebensweise und gesellschaftlicher Moralordnung.

Die ich vereinfachend als LIBERAL bezeichnen möchte.

Das ist nicht nur ein Beispiel unter so manchen, das ich hier als Beleg und Quelle (sic!) zitiere. Sondern es vergeht praktisch kein Tag, an dem ich dieses selbe Prinzip nicht als wahres Totschlagwerkzeug wüten sehe. Wo die Liberalität als SICHERES DOGMA gilt, dem was immer nun auftaucht und die als moralisch testierte Lebensordnung gefährdet geopfert wird.

Was immer Liberaslität bzw. Liberalismus auch sein möge. Denn die Liberalität hat ja Grenzen, das müssen - müssen! - gerade Liberale fortwährend eingestehen. Weil zur Ordnung menschlicher Gesellschaft Liberalität einfach nicht ausreiche! Wie sich an einem vor zehn, fünfzehn Jahren populär gewordenen Spruch (und Buchtitel) zeigt, wo es heißt "Keine Toleranz den Intoleranten!"

Aber genau dort zeigt sich das ganze Elend des Liberalismus. Denn woher kommt die Legitimität einer Beschränkung des Liberalismus als Lebens- und Verhaltensprinzip? Die Antwort darauf ist ganz einfach: Aus Dogmen, deren Entstehung nicht weiter hinterfragbar ist. Und wer immer das bestreitet hat Unrecht, und das läßt sich ganz leicht (also durch als wissenschaftlich angesehene Quellenkritik) belegen.  

Dann zählt plötzlich nicht mehr, was im Geistigen geschieht, und sich in der Realität als plötzliches Verstummen zeigt. Wo zuvor noch so eloquent argumentierende Personen oft buchstäblich zu stotern beginnen, und man ganz deutlich sehen kann, wie ihr geistiges Gerüst knirschend zum Stillstand kommt, weil Denkverbote (aus Dogmen) das Denken nicht zur widerspruchslosen Wahrheit leiten, als nähmen sie sie sanft an der Hand. 

Denn das genau tun Dogmen, das genau sollen sie ja tun: Sie sollen das menschliche Denken und Urteilen, das sich in einer vorerst noch nicht ausreichend gedachten Urteilsnotwendigkeit findet, also in einer Zwangslage, aus der der Einzelne sich zumindest vorerst nicht selbst befreien kann, sanft an der Hand nehmen und leiten, um letzenendes doch am Ziel der Wahrheit anzukommen. Deren fundamentalste Eigenschaft die Widerspruchslosigkeit ist! 

Denn das übersehen wir allzu oft! In dem Punkt lassen wir uns zu oft auch von diesem (liberalen!) Spruch verführen, in dem es da heißt, daß es KEINE WAHRHEIT gebe. Weil (zum Beispiel als Argument verwendet) ja letzten Endes ALLS SUBJEKTIV sei. Auch das ein solches Totschlagargument, mit dem die Berserker unter den Gewissenslandschaften wüten, die allesamt und ganz seltsamerweise auf dem Grundsatz beruhen, der alles Fragen und Suchen auslöst und treibt: Sie suchen das, was es angeblich nicht gibt, womit wir bei einer weiteren grundlegenden Eigenschaft von Wahrheit wären: ABSOLUTHEIT.

Womit wir beim nächsten (im Ungarischen übrigens sehr schön das Synonym für zwei, zweites usw.) Grundsatz von Wahrheit wären. Von der wir bisher in ABSOLUTHEIT und WIDERSPRUCHSLOSIGKEIT uns langsam zu dem vortasten, was auch über Gott ausgesagt wird und werden muß, soll der Begriff nicht sinnlos werden.

An welcher Stelle wir uns ein kleines Augenzwinkern nicht verkneifen können. Denn wenn es da heißt, daß es keine Wahrheit gibt, dann wird im selben Atemzug das exakte Gegenteil ausgesagt. Denn diese "Wahrheit" ist dann genau das, was Wahrheit angeblich gar nicht ist: absolut. Universal, also alles Subjektive übergreifend. Widerspruchsfrei, zumindest in Hinblick auf Welt, Weltordnung und -gesetzlichkeit, mit denen eine Aussage übereinstimmen muß, will sie nicht auch in diesem Punkt sinnlos werden, womit alles Sprechen und Denken sinnlos würde.*

Aber wie oft, um auf den Punkt zu kommen, habe ich schon erlebt, daß mit einem Schlag und wie von Geisterhand bewegt die Denkbewegung eines Menschen zum Stillstand kommt, weil in einem Gespräch plötzlich ein Moralgrundsatz, eine unhinterfragbare Verhaltensweise auftaucht, die riesenhafte Gestald annimmt und mit energischer Geste verlangt: Halt, bis hierher, und nicht weiter. Von diesem Gebot weg, von diesem Dogma her, muß nun also alles bisher Gesagte und Gedachte neu aufgerollt werden. 

Würde das aber geschehen, würde von diesem nicht hinterfragbaren, nicht überschreitbaren Punkt aus, der sich dann unweigerlich zurückwendet und den ganzen bisherigen Weg - unter neuer Absolutheit, Bestimmung eines notwendig zu erreichenden Endpunktes alles Denkens und Urteilens - erneut gehen will, um zu suchen, auf welchem Weg man zu diesem Ziel gelangt.

Diese Prüfung aber ist nicht möglich. Sodaß man erlebt, wie das Denken des Betroffenen in einer Art Zeitlupe zum Stillstand kommt. Plötzlich tritt sogar Schweigen ein, und man beläßt in der Ungelöstheit, was dorthin fiel, weil man genau sieht, daß man sich aus diesem Loch nicht mehr befreien kann. Vielmehr würde man dann das verlieren, was für das Menschsein absolut und unverzichtbar bestimmend ist: die Vernunftbegründetheit, aus der dann die Freiheit folgt, in der man AUF SICH SELBST GESTELLT den Weg durch diese Welt findet. 

Womit wir übrigens bei einer nächsten göttlichen Eigenschaft angelangt sind, nämlich der absoluten Freiheit, die auf der und in der Wahrheit beruht. Freiheit und Wahrheit sind somit unteilbar! Ebenso wie die Widerspruchslosigkeit nicht abtrennbar ist.

Was alles zu dem Umstand führt, daß alles Werk die Eigenschaften seines Hervorbringers trägt! Sodaß aus dem Werk heraus beschränkte, aber sichere Aussagen über den Schöpfer möglich werden, wie schon Aristoteles sagt, wenn er über Gott  nachdenkt. Das ist also der Grund, warum die Wahrheit nicht nur möglich ist, sondern ohne das Begreifen der Welt und des Menschen ALS Geschaffenes, ja mehr noch: Des Menschen als Gottes Ab- und Ebenbild, damit als Krone der Schöpfung, auf die dieses gigantische, einfach nur noch staunenswerte Gesamtsystem der Bezogenheiten, damit der Hierarchien ausgerichtet ist, daß also ohne dieses Begreifen unserer Wirklichkeit als einer Wirklichkeit des Menschen VOR GOTT gar nicht denkbar und reaslisierbar ist. 

Ein Mensch, der die Welt nicht als Schöpfung sieht, wird also immer und ausnahmslos (und in dem Maß, als sich sein Denken ausgebreitet hat, was umgekehrt, wenn das nicht geschieht, eine weitere Pathologie ist, denn Menschsein heißt, sich in der Vernunft ganz zu umfassen, sich also in dieser Vernünftigkeit zu durchdringen) in unauflösbaren Widersprüchen landen. Er wird über kurz oder lang verrückt werden. Und zwar nicht als Ausnahme oder Sonderfall! 

Aber damit ist auch klar, daß das Bestreiten der Geschöpflichkeit des Menschen (und der Welt) - wie es in der Evolutionsthese geschieht - zu genau so einer Aporie (=Unauflöslichkeit eines Widerspruchs) führt. Weil heute aber (im Westen) diese Thesen so weit verbreitet sind, können wir beobachten, wie sich der Westen immer tiefer in eine Widersprüchlichkeit treibt, aus der es kein Entkommen gibt. Und in der sich die Fähigkeit der Menschen, überhaupt mit der Welt sachgerecht umzugehen, in progressivem Voranschreiten auflöst. 

Können wir nicht aber genau das beobachten? Müssen wir nicht aus der realen und alltäglichen Erfahrung auf genau diesen Punkt kommen? Auf den Schluß, daß wir diese Welt, in der wir leben, nicht mehr verstehen. 

Worauf dann immer tiefere Verstrickung in Probleme folgt, die wir nicht mehr lösen können, und wo jeder Lösungsversuch nur einen ganzen Blumenstrauß weiterer Unlösbarkeiten nch sicht zieht. Woraus mit der Zeit ein Gefühl erwächst, als würden wir von den Geschehnissen, ja von der Welt selbst ... erwürgt werden. Könnte es nicht sein, daß eine Unmenge von Evidenzen genau das belegt (=wissenschaftliche Quelle), was dann daraus weiter erfolgt: Depression, Lebensunlust (siehe dann: Demographie), Verzweiflung samt Zuflucht zu einer ganzen Palette von Trösterlein, die von kleinen wie großen Drogen reicht. 

Wenn es im Englischen DRUGS heißt, sind ja auch Medikamente gemeint, und das ist präziser wie im Deutschen, ergibt die in Fachkreisen häufige Aussage Sinn, in der man sagt, daß z. B so enorm verbreitete Psychopharmaske wie Ritalin - alleine in den USA spricht masn von 3 Millionen Süchtigen - in Wahrheit nur legalisierte Drogen sind. 

Wobei wir in diese Palette der reinen Existenzhilfen aber nicht nur chemische Drogen einordnen, sondern alle möglichen Verhaltensstörungen nicht vergessen, die stets in mehr oder weniger ausgebaute Weltanschauungen und Rechtfertigungsdbilder, meist in der Dimension ganzer Moralordnungen. Wie etwa bei EßstörungeN; zu denen auch Erscheinungen wie Veganismus gehören. Aber wir wollen viele der heutigen sogenannten "Religionsformen" nicht übergehen, von denen der weit überwiegende Teil als psychische Störung, ja Pathologie gesehen werden muß. Und wir wollen nicht das riesige Feld der Psychotherapien übergehen, von denen die meisten selbst psychische Störungen sind. Oft genug ganz genau jene Pschopathologien, die zu kurieren sie behaupten, erst implementieren und ausbauen.

Warum unsere Kulturentwicklung in den Wahnsinn führen mußteKurz und gut: Wenn man von Verrücktheit der Gegenwart spricht, wenn wir sehr gut (und oft genug von Liberalen beklagt, denn darin sind sie naturgemäß stark: Im Beklagen und sogar Aufzeigen von Störungen) darin sind, der Wahrheit entsprechend von Wahnsinn und Geistesstörung dieser Zeit sprechen, dann passiert etwas, das wir von einem Computervirus kennen. Daß sich die Störung erst ab dem Moment und in progressiver Entwicklung  reaslisiert, wie wir das Programm aufrufen und etablieren. 

Und das heißt heute ganz konkret sogar, daß wir in dem Moment, in dem wir mit den heutigen Wahrheiten agieren, also Denkbewegungen ausführen, einem System zum Opfer fallen, das uns in Widersprüche drückt, die wir nicht mehr auflösen können. Sodaß es zum Zufall** wird, ob wir in unserem Urteilen und Handeln noch jene Gesetze finden, die das Geflecht und Gerüst dessen sind, was wir als MENSCH und MENSCHLICH bezeichnen, und als einzig erstrebenswerte Lebensordnung herbeisehnen.  


*Mit einem weiteren Verweis auf den Umstand, daß oft und mangels ausreichender Durchdachtheit - von welcher zu sprechen ohne das Prinzip der Widerspruchslosigkeit und Absolutheit an sich schon sinnlos wäre - Begriffe wie Relativität oder Widersprüchlichkeit, die es angeblich zu ertragen gäbe, nicht ausreichend von Begriffen wie Paradoxon und Universalität geschieden wird. Denn sehr oft ist ein Widerspruch kein Widerspruch, sondern etwas anderews, etwa ein Paradoxon.

**Ich könnte hier noch den Begriff des "Wunders" einführen. Tue es aber aus dem einzigen Grunde nicht, daß die Schöpfung selbst ein einziges, unausgesetztes Wunder und Schauspiel des Wunderbaren IST. Das Problem ist also nicht das Wunder selbst, das als einziger wirklich passender Schlüssel zur Schöpfung untrennbar gehört. Sondern daß die hier gemeinten Denksysteme des Widerspruchs ihre pathologische, ja letale Wirkung genau darin entfalten, daß wir den Zugang zum Wunder und vor allem zur Quelle des Wunderbaren verlieren.

 

***

Montag, 17. Juni 2024

Mit (wieder) scharfem Auge

(Nach der ersten Operation - linkes Auge - ist die Sehfähigkeit zu meiner Begeisterung seit langer Zeit endlich wieder halbwegs intakt, nächste Woche folgt das zweite Auge. Welche Eröffnung! Wie präzise die Welt ist, die genau man sie sehen kann, wie farbig alles ist, wie leuchtend, wie hell - Deo gratias! 

Jedenfalls übertrage ich eine endlich wieder (halbwegs) tippfehlerfreie Textpassage aus einer privaten Korrespondenz, auf die sich mein Schreiben beschränkt hat, weil man mir unter Freunden die - mangels Sehvermögen - katastrophale typographische Verfaassung meiner Texte nachgesehen hat. Die Veröffentlichung von Texten an dieser Stelle habe ich aber dann doch eingestellt, wie zu sehen ist.)

Der Papst bei den G7. An sich wäre das gut und richtig und notwendig. ABER wie bei der Politik seit vielen Jahren, habe ich fast eine Gewißheit, die meine Befürchtung nährt, daß er zu Dingen Ja sagen wird, die dem Richtigen, Wahren nicht nur nicht förderlich sind, sondern das Schlechte noch weiter stärken. Weil er der aktuellen Macht nicht widerstehen kann, an der mit zu naschen ihn eine Zustimmung verführt. Wohl nicht ohne ein kokettes Widersprüchlein da oder dort abzusetzen, das aus seiner links geprägten Weltanschauung stammt (die, wie ich stark vermute, von Beratern kommt, die wesentlich intellektueller als er sind, und an denen er auch bisher schon so manche Anleihe nahm, weil er intellektuell zu schwach ist, um da wirklich eine originäre, eigene Linie des Katholischen zu bilden. Aus Argentinien ist ja bekannt, daß er da ein wenig "Mängel" hat.
In jedem Fall wäre mir am liebsten, wenn die Politiker und "im Namen des Landes und Volkes" Handelnden NICHTS mehr tun würden. Nichts, absolut nichts. Denn schon gar, wenn sie international bzw. in internationalen Gremien antreten. Dann habe ich eine mittlerweile fast panische Angst, daß sie mich (als Teil eines Landes und Volkes) nächstem Wahnsinn unterwerfen. Und diesen Wahnsinn auch noch per internationalen, in fast jedem fall übermächtigen Sanktionsmechanismen über mich und meine Nachkommen verhängen.
(Was Bergoglio mit autoritärem Willkürgehabe kompensiert habe, was man ihm ja damals schon vorwarf. Wozu leider die jüngst veröffentlichten (aber eigentümlicherweise von der Presse ignorierten) Vorwürfe von EB Vigano passen würden wie Faust auf Auge. Ich vergleiche das mit meiner Sehschwäche der letzten Jahre, die sich auf mein gesamtes Verhalten ausgewirkt hat, das immer unsicherer wurde. Auf eine Führungsaufgabe umgelegt wäre mir vermutlich auch nur das Schwanken zwischen maßlosem Nachgeben hier und autoritärem Durchsetzen dort erflossen. Mit der fatalen Nebenwirkung, daß man auf Lob extrem anspricht, also sehr leicht manipulierbar ist, weil man daraus scheinbare Sicherheit garantiert, die das eigene Sehen nicht ermöglicht.)

Übrigens bin ich für die Erfahrung der Sehschwäche auch dankbar. Die Erfahrungen, die ich während der letzten beiden Jahre gemacht habe sind immens wertvoll.

Dienstag, 24. Januar 2023

Hintergrundrauschen (2)

Von der Propädeutik zum Konkreten. Warum die Taliban in Afghanistan Zukunft haben könntenUnd dabei stößt man immer wieder auf ein Problem, das umso größer ist, als es nur schwer ins Bewußtsein zu heben ist. Sich aber  in eigentlich vollkommen falschen Lehren am freiesten vorkommen. Wie in diesen Beispielen, die lustigerweise, siehe oben, am ehesten noch in sogenannten "feministischen" Thesen zirkulieren.

Denn womit wir es in diesem hier aufgegriffenen, aber so wesentlichen Problem zu tun haben, stößt auf Undenkbarkeit, weil es auf (nur je anders gestaltete) Tabuisierung der Frauenfrage bei ALLEN Seiten stößt, egal welchen Spektrums (links, rechts, usw. man sie zuordnen möchte. Keine der derzeit kursierenden Denkweisen, wie immer sie auch aussehen, sind dabei auch nur im Ansatz geeignet, die Frage zu lösen. Ausnahmslos alle gehen fehl, und ihr Streit ist deshalb das den Kern des Problem vermeidende Umkreisen als Ausweg und Flucht.

Was wiederum mit einer in allen diesen Richtungen enthaltenen, kulturellen Erscheinung kurzgeschlossen werden kann oder muß. Die (kurz und bündig formuliert) mit Männern zu tun hat, die es nicht mehr wagen, ihre Mütter als absolute (weil eigentliche oder einzige) Autorität infrage zu stellen. 

Montag, 23. Januar 2023

Hintergrundrauschen (1)

Wie immer auch Irrtümer verpackt sind, wie immer sie daherkommen, ist am besten als Anforderung an die Wahrhaftigkeit zu sehen, in der man sich zur sittlichen höhe durchringt, den wahren Kern in JEDER These zu suchen und zu sehen. Mir zumindest ist nochkeine Theorie untergekommen, die VOLLKMMMEN aus der Luft gegtriffen ist, und nicht irgndeinen Funken Wahrheit enthält. Wenn sie den eigentlichen Aussgen der Wahrehit widersprechen dann weil irgendwo auf ihre Entstehungs- und Vergbreitugnweg ein sittlicher Irrtum geschehen ist, der Ebenen durcheinanderschemißt, oder Theorien nicht an die richtigen Präpositionen rückzubinden vermag.

Wir schicken dies voraus, weil wir hier mehrere Ansätze aufgreifen werden, die eigentlich grob defiziös sind, aber aus bestimmten Aspekten ihre augenblickliche Dominanz in einem Kern begründet haben, der an ihnen wahr ist, und der anderseits die elementarste Schwäche es Abendlandes (v. a. des US-Westens) ins Mark trifft.

Sonntag, 11. Dezember 2022

Respekt vor Algerien (2)

Der Dreck tarnt sich seit je als Freiheit. Und der Liberalismus deckt eben den Dreck. Der Vorwurf des Islamismus ist damit eine willkommene Gelegenheit zur Verleumdung einer gesunden Gesellschaftspolitik. Die Kirche hat diesen Mord an sich nur schon fünfig Jahre hinter sich. 

Es ist also die freizügige Art, die Sexualität zu leben, so unser Gesprächstenor. Die jungen Menschen von heute - vor allem im Westen - können sichicht einmal mehr vostellen, daß man in sexueller Enthaltsamkeit leben kann, OHNE dabei einen Verlust, vielmehr einen (geistigen) Gewinn zu erfahren! Als einen Zugewinn an Leben, an Heiterkeit, an Humor, an Fröhchkeit! Die Post-68er können sich nicht einmal mehr vostellen, daß es zu ihrer eigenen Getriebenheit, zu ihrer eigenen Muschi- und Schwanzgesteuerheit eine Alternaitve gibt.

Samstag, 10. Dezember 2022

Respekt vor Algerien (1)

Wir haben uns zufällig in privatimerem Rahmen getroffen, er war auf dem Weg vom Beichtdienst bei einem Einnkehrtag in der hiesigen Hochschule - eine kliene Hochschule, spezialisiert auf Forstwirtschaft und Ökonomie, mit vielleicht 1.500 Studenten, aber mit sehr schönen altehrwürdigen Gebäuden und einem richtig schönen Campus - bei dem ein kroatischer Pater Vorträge hielt. 

Besuchszahl? 110. 110 von 1.500 Studenten setzen sich auf einen Aushang in der Aula hin einen Tag in einen Saal, um ihre Religiosität zu vertiefen. 

Es gibt in Ungarn ein sehr reges Interesse am Glauben, und das ist echt. Daß es oft mit charismatischen Elementen durchsetzt ist, ist ein anderes Problem. Die Kirche hat ihre eigene sprituelle Tradution regelrecht abgelegt, es ist zum Verzweifeln, und geistige Führung ist kaum noch ander als aus Büchern zu erhalten. Aber das ist alles eine andere Geschichte.

Montag, 21. November 2022

Die Heranbildung einer Bruchlinie

In einem Gepsräch mit Martin Mosebach aus dem jahre 2018, abgehalten in einer Veranstaltungsreihe des Österreichischen Integrationsfonds, wird deutlich von ihm herausgearbeitet, daß Europa das Problem der Massenzuwanderung nicht bewätligen wird. Denn die einzigen Wege, wie das bewltigt werden könnte, werden allesamt ausgeschlossen. Damit bleibt nur noch Ratlosigkeit und Rückzug aus der Diskussion, weil die Diskussion jene Wege verbietet, die zu einer praktikablen Lösung führen würden. Noch mehr aber fehlen Voraussetzungen, die praktisch nicht mehr restauriert, shcon gar ncihtneu gegründet werden können. 

Mehr als neutraler Beobachte also kann man nicht mehr sein oder werden. Denn auch die bekannten Formen von Aktionismus werden angesichts der Tatschen lächerlich. Was kommen wird kann also nicht vorhergesehen werden, und dennoch wird mit Riesenschritten  die Lage unserer änder und Völker in einen Zuzstand vorangetrieben, wo er aus überraschenden, explosiven Kräften heraus vermutlich schlagartig einen veränderten Gesamtzustand annehmen wird. 

Dienstag, 8. November 2022

Islam - die Apotheose des Gutmenschen

Der Bevölkerungsaustausch war immer ein Vernichtungskampf gegen die Kirche. Denn es ist natürlich auch die Kirche, die uns die Heilige Schrift gegeben hat. Und es ist die Kirche, die den Interpretationsrahmen für die Heiligen Texte liefert. Selbst der Koran zeugt davon. 

Er war die Frucht einer synkretistischen Religion (als übergeordnete, einen sollende Zusammenfassung lokaler, größtenteils arianischer Religionsbekenntnisse), die zu größten Teilen aus einer christlichen Verkündigungsschrift ("Querein") entstanden ist, der aber die Deutungsgrundlage entglitten ist, und im Laufe der Jahrhunderte auf das Problem einer ungenügend entwickelten )arabischen) Schrift traf. Sodaß sich mit der Tradition auch die stets nur durch mündliche Weitergabe lebendige Kenntnis der Inhalte, AUF DIE HIN die Schrift zu verstehen war, verloren hat. verlor. Und schließlich völlig neu interpretiert werden mußte. 

Mittwoch, 21. September 2022

Geschichte der großen Verschwörung

Praktisch jeder Satz, den James Corbett am Bildschirm bzw. im Internet spricht, ist nachgewiesen, ist ein nachgeiwiesenes Zitat oder eine nachgewiesene Tatsache. Der in Japan lebende Kanadier hat sich dieses Arbeiten seit einem guten Dutzen von Jahren zum Prinzip gemacht, und das mcht seine Arbeiten zu den verschiedensten Themen nahezu unangreifbar.*

Anlaß, ihn hier gewissermaßen in Festspielen vorzustellen" ist das Ercheinen des Dritten Teiles seiner vor mehr als zehn Jahren begonnenen Dokumentationsreihe "False Flag: The Secret History of El Quaeda". Darin erzählt Corbett die gesamte Geschichte des islamischen Terrorismus, die bereits vor mehr als 120 Jahren im Nahen Osten begann, und von allem Anfang an eine Erfindung der Engländer war. Die damit verhindern wollte, daß der Nahe Osten sich den englischen Interessen ernsthaft entgegenstellen kann, die vom Kanal von Suez an bis zur Straße von Hormuz reichen. 

Donnerstag, 4. August 2022

Gedankensplitter (1429b)

Ein anderes Thema?Als ich im August 2008 an den freien Wochenenden und Tagen immer wieder durch den Oderbruch fuhr /(bzw. gefahren wurde, die Intendanz gab sich viel Mühe, uns Schauspielern den Aufenthalt auch in der Freizeit so angenehm wir möglich zu machen, es ist nicht imemr leicht, Akteure für "die Provinz" zu gewinnen) staunte ich über diese riesigen Ackerbaulandschaften. 

Soweit das Auge reichte, war das von Friedrich II. künstlich geschaffene Ackerland - eine Trockenlegugn riesiger Sumpfgebiete der Oder - das flach wie eine Tischplatte war, ein einziger Acker, und die Landschaft nahezu menschenleer. Nur da und dort gab es noch bewohnte Häuser, darunter auffallend viele Berliner, die hier ihre "Kutlruträume" realsieirten, weil die Mieten niedrig waren, und sich niemand mehr für irgendetwas interessierte, jeder also weitgehend machen konnte, was ihm beliebte. Auch das Publikum, das diese anzogen - ich erinnere ein Beispiel einer recht schönen Theater-Freilichtanlage - kam auc dem kaum 100 km entfernten Berlin. 

Mittwoch, 3. August 2022

Gedankensplitter (1429a)

Das Bild wird immer klarer, die Bächlein fließen zusammen, einer nach dem anderen, und werden zum Fuß, zum Strom, auf den in der Ruhe des Abends hinausgeblickt werden kann. 

Aus dem Zusammenbruch Roms, inmitten eines (seit Menschengedenken als ökonomische Einheit, als einender Lebensraum bestehenden) Mittelmeerraums, der in apokalyptischen Bildern förmlich ertrunken ist, haben sich im arabisch-persischen Raum, der mehr und mehr in Chaos fiel, eine Menge an nestorianischen (arianischen) chrristomorphen religiösen Gruppen gebildet, denen es an zentraler Führung fehlte. Dabei behielt die Bibel aber noch gewisse Autorität, v. a. durch die jüdischen Gruppen und Gemeinden, die noch immer in der Thora nach Gottes Wort und Weisung suchten.

Dabei haben die Prophetenbücher eine große Rolle gespielt, und so hat sich auch eine Stimmung aufgebaut, getragen vom emotionalen Erlebensfundus der Menschen in dieesm Raum, Und so hat sich auch eine gewisse BEreitschaft herausgebildet, einen "letzen Propheten" zu erwarten. Im Judentum hat sich das ohnehin bis in unsere Tage erhalten. 

Wir sprechen hier vom Zeitraum des 3. bis zum 5. Jahrhundert, in dem nachweislich auch eine Rihe von ehemals oder so irgendwie noch auf christlichen Texten beaierende Verkündigungstexte kursierten und in Ehren gehalten wurden - die Querein, die chrisllichen Schriften. Man suchte Halt, überall, und überall bildeten sich kleinere oder größere Plattformen. Denen allen es an einem zusammenfasende, ordnenden, letztlich: Ordnung bestimmenden und gewährleistenden Einung fehlte. Und für Friedne braucht es das: Einheit, Eingung.

Sonntag, 12. Juni 2022

Eine Kettenreaktion mit immenser Geschichte (2)

Das Jahr 535 als Schlüssel zur Gegenwart? - Aber die Schwächung der Awaren hatte eine weitere vielleicht noch folgenreichere Wirkung, denn diese obgenannten Völker waren zuerst einmal die Turkvölker in den die von den Awaren (dies allen übrigen Völkern in der Pferdezucht und -behandlung damals weit überlegen waren) bewohnten Ebenen umgebenden Gebirgen. Dermalen von den Awaren beherrscht, konnten sie diese nun selbst unterwerfen. Bis sie so stark wurden, sic so ausbreiteten. Die meisten der später auch in Europa anlandenden Völker sind eben Turkvölker, von der zentralasiatischen Steppe des chinseischen Ujguren-Landes über Kazachstans bis nach Ungarn. Also nicht nur die Koreaner (und damit die Japaner), die von den chinesischen Kulturen so enorm profitiert haben.

Was hatte es mit diesen Machtwechseln auf sich? Auch sie gründen in dieser Vulkankatastrophe des Jahres 536, so zumindest die These des Films (der auf dem Buch "Catastrophe" von David Keys beruht.) Im Gegensatz zu den Awaren, hatten diese Turkvölker nämlich eine gemischte Existenzweise, vor allem mehr Viehzucht. Vieh, Rinder zumalen, können aber mit weniger Futter auskommen, weil sie sorgfältiger verdauen als Pferde. Die Awaren hingegen konnten ihre Pferde, auf denen ihre gesamte Existenz wie auch militärisch-politische Macht beruhte, nicht mehr ernähren. 

Dienstag, 12. April 2022

Man nannte sie "Rus" (2)

Man lernt eben nie aus. - Wer das Christentum als "Lehre" auffaßte, als Lebensweisheit, Weg zu einem guten Leben und vor allem viel Gutmenschentum, der fühlte sich immer schon überlegen. Das war dann so "vernünftig", und die Verünftigen haben die Aufklärer beileibe nicht erfunden, sie waren sogar in dieser Attitüde des Vernunftbezuges (und der Freiheit des Individuums) ihrer Grundgeste gleichgeblieben: Unverstnadnes Christentum. 

Das in Wahrheit natürlich Katholizismus war, der ja das Christentum als Teilmenge enthält (und nicht umgekehrt, wie es fälschlicherweise heute meist verwendet wird.) Aber die "Vernünftigen" waren schon immer nicht nur die "verfolgte Mehrheit", sondern so voller Irrtümer und Widersprüche, daß man gar nicht fertig wird, wollte man sie aufzählen und gar ordnen.

Das ist schon oft, ja sehr oft versucht worden, und oft sogar richtig tauglich und gut, wie mit der "Summa contra gentiles - Summe gegen die Heiden" durch Thomas von Aquin. Die so frisch und modern daherkommt, daß es so manchem die Gehirnwindungen durchputzen könnte wie nach einer kräftigen Prise schärfsten Seemanns-Schnupftabak. Aber der Irrtum ist eben kein Verstehensproblem, nicht zuerst zumindest, sondern eines einer individieullen Entscheidung und Charakterdeformation, die sehr menschlich ist, sozusagen, und das macht ihn auch unausrottbar, weil er mit jedem, wirklich jedem Menschen auch neu auftritt. 

Der eine aber läßt sich nicht über den Tisch davon ziehen, der andere benutzt die Rationalisierung seiner feststehenden inneren Geste gerne, so unterscheiden sich die Menschen eben. Jeder, dem eine Laus über die Leber gelaufen ist, findet dann seine "Gründe", warum der Katholizismus, der von ihm etwas verlangt (auch das trifft man immer wieder und wieder an, und jeder glaubt dabei, er habe das erfunden) das er nicht geben will, das genaue die eine welche Mühe kostet, die er nicht leiste will, ein Haufen gequirltes Schietenpürree ist.

Montag, 11. April 2022

Man nannte sie "Rus" (1)

So wirklich viel wissen wir nach wie vor nicht von den Wikingern. Aber was wir wissen ist doch recht zuverlässigen Quellen entnommen. Da sind einmal die vielen archäologischen Spuren, die sich von England bis Baghdad durchziehen, und dann sind da einige Berichte. Einer aus Byzanz, wo der Kaiser seinen Bruder im Westen, der damalige Ludwig der Fromme, Sohn Kaiser Karls, ganz offensichtlich in diplomatischer "Schönwetter-Mission" ganz herzlich grüßen läßt, ihm viele Geschenke schickt, und so nebenbei eine Gruppe von blonden Hünen übergibt.
 
Die entstammen einem Volk "von weit weg", schreibt er, mit dem die Byzantiner seit geraumer Zeit Handel treiben. Und die ihn gefragt hätte, ob er ihnen nicht weitere GeschäftskKontakte vermitteln könne. Das täte er hiemit, und wenn Ludwig mit ihnen nichts anfangen kann, na dann soll er sich halt einsperren (oder töten, das meinte er wahrscheinlich), er sei ihm dafür dann nicht böse.

Ich schreibe das, weil von diesem Bericht ausgehend einer der beiden Hauptströme ausgeht, woher denn der Name "Rußland" stammen könnte. Denn Theodosius VII. nennt sie in seinem Schreiben "Ros". Geht man dem Wort weiter nach, dann zieht sich eine Verbindung zu "rus/roa (norw.)/rur", quasi "die Ruderer". Auch die Islandsagas, eine wichtige Quelle, berichten von den Austrvegr, den Ostfahrern. Denn der Osten ist in der Geschichte der Vikinger ihr (fas möchte man es so sagen) größerer, wichtigerer Lungenflügel. 

Mittwoch, 9. Februar 2022

Weil Gott ein Gott der Lebenden ist, ist er nur im Guten Sprechen, dem BENE-DICERE (3)

Das Ziel dieser explosionsartig verbreiteten Sprechmode ist der Tod - Eine Auffassung, die gar nicht so selten ist, wie die weltweit eineinhalb Milliarden Muslime zeigen. Deren höchste bildnerische Darstellung deshalb ... das Wort selbst ist. Das Wort und - die Art, in der es auftritt. Deshalb kann es gar keinen in andere als das Urarabische des Koran "übersetzte" Heilige Schrift der Muslime geben, und deshalb muß auch der Koran auf eine bestimmte Weise gesungen werden. (Siehe Anmerkung***)  

Wenn der Leser nachdenkt wird er feststellen, wie viele der heutigen Anschauungen von dieser Grammatik geprägt sind, die sich in der Betrachtung der Entwicklung des Sprechens wiederfinden. Und zwar ursächlicher, als viele glauben wollen. Nicht nur das, herrscht sogar auch hier über alles übergreifend der fatale Irrtumm, daß diese Mängel der Rede "rhetorische Mittel" seien, die einen vorgeblichen Inhalt verstärken oder überhaupt erst darstellen sollen. Die sich als Mängel schon dadurch ausweisen, daß sie einem Nachgeben entsprechen, also keine Höherführung der Form bedeuten, die dann in einer Haltung wieder "leicht" weil selbstverständlicher Brauch - usus - werden soll. 

Dienstag, 8. Februar 2022

Und warum Gott beim Sprechen auch nicht aufstößt, rotzt und schmatzt (2)

Und warum Gott beim Sprechen auch nicht aufstößt um das klimaschädliche CO2 freizusetzen, und warum er auch nicht rotzt und schmatztHalten wir nun einmal fest, was sich in dieser Sprechweise aufführt. Und das ist vor allem eine ungeheure "Transparenz" des Mediums, des Sprechenden selbst. Der alles verrät, sei es über seine Seele (Psyche), sei es über seine Stellung im Raum (Autorität, Selbstwertgefühl, Absicht mit der Rede und Gefühle, Erwartung der Anerkennung im Auditorium, ob er sich also mit diesem überein sieht oder das erwartet, Selbstanspruch auf Wahrheit und Bedeutung, etc.) Nichts also, auf das in sich er Sprechende transzendiert, kein Kostüm, hinter dem er verschwindet. (Siehe Anmerkung**)

Nun hat das zum einen sicher mit der technischen Entwicklng zu tun. In der Mikrophone in einem wahren Quantensprung schon dem schnuckeligsten Laien um wenig Geld eine rechnische Durchgängigkeit aufdrückt, die irrtümlicherweise als Qualität angesehen wird. Weil sie eben immer rückhaltloser ALLES erfaßt und (über eine noch weiter "optimierende" Speicherstufe) auf die Wiedergabequelle überträgt. Darin zeigt sich dieselbe Verquertheit des wirklichkeitsbegriffs, der sich in so vielen Begriffen wiederfindet, die zu einer Art Katalog des Guten und Wünschenswerten zusammengefunden wurden. Mit "Natur" und "Natürlichkeit" ganz oben auf der Liste. 

Montag, 7. Februar 2022

Warum Gott beim Sprechen nicht schnauft (1)

Rotzen, schnaufen, schwer atmen oder überhaupt alle Formen des Atmens, schlucken, rülpsen, stöhnen, quieken, husten oder hüsteln ... Wer heute der menschlichen Rede dort zuhört, wo diese Rede besonders bedeutsam sein soll (Autorität und technisches Medium sind interessanterweise sogar zu Kriterien von Autorität geworden; was in der Zeitung steht, was im Fernsehen kommt, was im Radio gesagt wird, was im Internet als Video die Megabitangaben der Provider erfüllt hat dann nahezu immer Autorität.) 

Was sich als regelrechte "Mode", als "Stil der Zeit" festsetzt, steht aber in bemerkenswertem Widerspruch zu dem, was jede gute Sprechschule immer noch als Merkmal des Guten Sprechens zu vermitteln versucht. Wo den Schülern zu vermitteln versucht wird, daß gutes Sprechen nicht nur die Aussprache der Buchstaben, Worte und Sätze beherrschen muß, sodaß der Hörer und Konsument den Inhalt einer Rede möglichst gut und intentionsgemäß vermittelt berkommt.

Samstag, 27. November 2021

Das Land, in dem man leben kann

Eine Frage, die mich seit drei, vier Jahrzehnten umtreibt, ist die nach einem Verlassen des Landes einerseits, den eines neuen Lebenskreises und Landes anderseits. Das sind zwei verschiedene Akte, die nur irgendwie miteinander zu tun haben, nicht hauptursächlich. Das eine hat seine Kraft aus Gründen, das andere aus Notwendigkeiten.
 
Aber die Würfel sind gefallen. Immer wieder gab es Anschübe, in denen mir diese Notwendigkeit aufschien, nun ist es entschieden, und ich hätte mich wohl schon vor dreißig Jahren entscheiden sollen, als die Frage wieder einmal virulent geworden war, und ich noch Kraft genug für Vieles hatte. Kraft, die mir jetzt aus Alters- und Gesundheitsgründen fehlt. Es geht nicht mehr ums ob, es geht nur noch ums wann. Dazu gibt es eine Reihe praktischer Gründe, die ich Stück für Stück abarbeiten bzw. abwarten muß. 

Freitag, 15. Oktober 2021

Parallelgesellschaft von Verrätern und Betrügern (1)

Sind es fünf, sieben, acht Jahre, die ich bei diesem einen türkischen Fleischhauer auf einem der Wiener Märkte Schaf- und Kalbfleisch kaufe? Auf jeden Fall ist es lang, und das Mißtrauen ist erst allmählich gewachsen. Anders, als man es sonst bei Stammgeschäften erlebt, habe ich bei Angehörigen östlicher, südöstlicher Völker den Eindruck, daß mit der Vertrautheit nicht nur das Bemühen nachläßt, den Kunden von der Qualität her zufriedenzustellen. Sondern mit der Sicherheit, daß dieser "ohnehin wieder kommen wird" wächst auch die Bereitschaft, ihn zu betrügen.

Und was in den letzten Jahren noch ein Verdachtsgefühl war, das sich freilich ständig gesteigert hat, hat sich zuletzt dann nachweislich ereignet: Er hatte mich um fast die Hälfte des Wertes betrogen, das heißt, weniger Fleisch zu einem höheren Gesamtpreis (in den er sämtliche Teilkäufe - Gulyasfleisch, Schlögel, Koteletts, Braten/Bauch usw. - zusammenfaßte) über den Ladentisch gelegt. Und dabei meinen Einwand, er möge doch (es war aber nur ein Detail, ich habe erst zu Hause das Gesamtausmaß des Betruges erkannt) alles separat verpacken, ignorierte.

Und so, wie er alles in einen Gesamtpreis floß, den er - es fielen mir nun immer mehr Details auf - wortreich in eine wie durch ein Lotteriespiel "ermittelte" Summe verpackte, so verstand er es auch hier, den "weggeworfenen weil nutzlosen" Knochen (den ich aber im Gewicht bezahlt hatte) "wegzureden." Es ging einfach alles zu schnell, und auch diese Eile erkannte ich endgültig als Taktik.

Wenn ich zusammenfasse, dann hatte er mich schon jahrelang und in zunehmendem Maß betrogen. Und mein - mein! - wachsendes Vertrauen immer mehr ausgenützt. Bis er nun den Bogen überspannt hatte. Aber er wird auf meine Käufe verzichten können, denke ich, denkt wohl auch er. Hat er sich doch seinen Gewinn für Jahre im Voraus bereits gesichert. 

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Die Ehe sagt dem Afghanen, wer er ist (2)

Es ist aber nicht die Zugehörigkeit zu einem Volk, das den Afghani bestimmt. Der Afghane lebt aus der Ehe, buchstäblich. Und hat einen Islam, der es nicht nötig hat, radikal zu sein. Warum wir uns also völlig verschätzen, wenn wir über Afghanistan reden. Warum das Land GANZ ANDERS IST. - Thomas Barfield weist auf etwas Wichtiges hin: Diese grobe Differenzierung nach Ethnie spielt innerhalb Afghanistans keine Rolle. Die Begriffe werden nur nach außen hin verwendet. Im Land selbst, untereinander, sind sie zu grob und umfassend, um eine Identität zu bedeuten. Anders als am Balkan, wo Volkszugehörigkeit auch Einheit in der Politik bedeutet, haben kleine und kleinste Einheiten eine ganz andere, differierende politische Ausrichtung. Hazaras sind hier für, dort gegen die Taliban, und auch überall sonst geht es quer und kreuz. Jede kleine Einheit will ihre Repräsentanz, ihren Einfluß, ihre Interessenvertretung, und hier sieht sie sie hier, fünf Kilometer weiter sieht sie sie dort.

Zugehörigkeit und Identität definiert sich in Afghanistan rein nach subjektiven Kriterien. Man ist, als was man sich empfindet, und als was man von der nächsten Umgebung gesehen wird. Eine ethnische Zuordnung ist unmöglich. Und genauso unmöglich ist es, eine Identität "zuzuweisen", "aufzuerlegen", "weil" man dies oder das an Kriterien erfüllt. 

Am treffendsten beschreibbar sind sie noch, beurteilt man sie von ihrer Abstammung nach. Sodaß "zugehört", wer von denselben Ahnen abstammt. Und in dieser Hinsicht sind die 15 bis 20 Millionen Paschtun (die der weltweit größte "Volksstamm" - "tribe" sind) allen anderen überlegen. Sie alle führen sich in einer Linie auf denselben Vorfahren zurück. Und der war ein Gefährte des Propheten Muhamad, also der erste, der sich zum Islam "bekehrte". Darüber hinaus führen sich die Paschtuni aber noch bis auf Alexander den Großen zurück. Dem sie ihrer Selbsterzählung nach zu siegen geholfen haben. (Wie auch immer also - ein Gott oder ein ultimativer Held muß her, sucht man den eigenen Urvater.)