Man diskutiert, um festzustellen, ob sie trotz oder wegen ihrer Mängel groß waren... Als ob diese beiden Dinge in der unteilbaren Ganzheit des Lebens nicht verschmölzen!
Aber wenn man so diskutiert, stellt man sich ihre Mängel wie Fremdkörper vor, welche durch Zufall in sie eingedrungen wären, nach Art eines Kohlenkörnchens im Auge oder eines Dorns in der Ferse.
In Wirklichkeit ist ein Mangel durch das Gesamt der Elemente des ihn besitzenden individuellen Systems bedingt, begrenzt und besonders gekennzeichnet.
In diesem System atmen das Positive und das Negative eins durch das andere: die Mängel eines großen Menschen gleichen nicht denen eines geringeren Menschen: sie sind das Lösegeld und die Ergänzung zu etwas anderem.
Vermöge des Gesetzes der gegenseitigen Durchdringung, welche jedes organische Ganze regiert, sind die Mängel eines außergewöhnlichen Menschen im Verhältnis zu seinen Qualitäten verteilt und sind mit diesen solidarisch: der Mangel steht in geheimnisvoller Verbindung mit dem Reichtum.
Das Hindernis ist, ohne deshalb aufzuhören, ein Hindernis zu sein, auch eine Ursache des außergewöhnlichen Werkes: das Hindernis und der Sprung rufen einander wechselseitig, - unsere Lasten sind auch unsere Flügel.*
Gustave Thibon, Aphorismen