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Mittwoch, 8. April 2009

Zeitlos gültig

Heinrich Heine nennt Tieck die "Astrallampe der Teegesellschaften". Je schwächer der Tee (Heine: wie in Berlin) umso mehr muß die Lampe poliert, aufgebauscht und akklamiert werden, um ihr Licht zu geben. (Heinrich Heine; Die Romantische Schule)

Aber nicht nur bei diesen seiner Schriften muß ich mich immer wieder vergewissern, daß sie tatsächlich vor 200 Jahren geschrieben waren, und nicht heute.

Carl J. Burckhardt muß es 1939 (er war Völkerbund-Kommissar für und in Danzig) ähnlich gegangen sein: Er weist auf die prophetischen Worte Heines hin und liest man sie nach, kann man nur staunen, wie exakt Heine (Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland) den Nationalsozialismus (der genauso gut Kommunismus heißen hätte können) vorhergesagt hat.




*080409*

Mittwoch, 23. Juli 2008

Auf Erden den Himmel

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten:
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
und wollen nicht mehr darben,
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für Jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.

(Heinrich Heine)





*230708*