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Dienstag, 27. September 2022

Weil sich alles bewegen muß

Wenn es so leicht war, den Großteilo der Bevlkerungen unsere Länder zu einer leidenschaftlichen Parteinahme (meist: für die Ukraine, für dieses sich "heldenhaft verteidigende Volk") zu bewegen, so gibt es dafür wohl recht einfache Gründe. Gründe, die jedenfalls nicht in Politk oder Globalstrategie usw. liegen. Das sind posthoc-Rationalisierungen für ganz andere Bewegungsursachen.

Deren eine mit den gerade zurückliegenden zwei Jahren Coronalähmung zu tun haben. IN denen alles in Unbweglichkeit verharren mußte, was der Lage in einem Sarg gleichkommt, und zwar in sehr vieldeutiger Weise. Denn alles was ist, ist durch SELBSTBEWEGUNG.
 
Um das zu explizieren, greifen wir vorerst einmal auf die Frage nach dem zurück, was die Erde zusammenhält, wie es Hildegard von Bingen so großartig gesehen hat. Das ist nämlich voer allem DER WIND. Jene vier Hauptwinde, die die Erde umwehen, grob zu teilen nach Himmelsrichtungen (ausgehend vom Osten). SIE SIND ES, die bewegten Lüfte. Sie halten die Erde zusammen. Und sie tun es, weil sie das Einzelne, das Ding, WEG (vom Ort) treiben wollen, also aus der Ruhe hinaus. 

Das setzt ein "Spiel" in Bewegung, das aus dem Versuch besteht, etwas vom Ort wegzutreiben, dem dann das Sein als Entzündung des Selbstwillens (als Behauptung des eigenen Wesens, das damit aktiv - actu - wird) Widerstand leistet, sich aber genau damit in die Welt hinein errichtet UND SOGAR ERST SO WESENSGEMÄSZ VERWURZELT.

Montag, 22. August 2022

Irrelevant, weil der Welt entfremdet

Die Vielzahl und Dichte der Belege für die hier vertretene Sichtweise, daß unser Zeit die Welt nicht mehr zu denken vermag, daß wir also nun den (bereits erfolgten, unumkehrbaren) Totalniedergang der Kultur des Abendlandes erleben, ist beeindruckend, wenn man einmal begonnen hat, diese Fenster zu öffen. Und es gibt uch aktuell Geister, die mit ihren Erkenntnissen in diese Fahrwasser gekommen sind. 

So sieht man plötzlich in den Aussagen von Alexander Unzicker, über den ich bereits vor etlichen Jahren hier berichtet habe, die selbe Diagnose, nur nicht in den ganzen Rahmen eingebettet, lediglich auf die Astrro-Physik (Physik) bezogen. 

Pohlmann - Unzicker
In einem jüngst mit Dirk Pohlmann geführten Gespräch nennt es Unzicker für sein Gebiet, die Astro-Physik, aber beim Namen:
Die bahnbrechenden Erkenntnisse der Physik sind schon 100 Jahre alt. Seit den 1930er-Jahren steht alles.
Was seither geschah ist nur noch der "Nachlauf" der Erkenntnisse, die um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert erfolgt sind.

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Terror als politisches Mittel - aber von wem eingesetzt?

Die Diskrepanzen zwischen den dreisten Forderungen, die nun von Begin und seiner Partei (Likud, Anm.) gestellt werden, und ihren tatsächlichen Handlungen in Palästina in der jüngsten Vergangenheit tragen den Stempel einer uns allen wohlbekannten politischen Partei. Es sind die unmißverständlichen Merkmale einer faschistischen Partei, für die Terrorismus (gegen Juden, Araber und Briten gleichermaßen) und verlogene Interpretation Mittel sind auf dem Weg zu einem "Führerstaat" als letztem als Ziel darstellt.

Im Lichte dieser Überlegungen ist es vordringliches Gebot, daß die Wahrheit über Menachem Begin und seine Bewegung in diesem Lande (USA, Anm.) bekannt wird. Dabei ist es die viel größere Tragödie, daß die Leitfiguren des amerikanischen Zionismus sich geweigert haben, gegen Begins Absichten Einspruch zu erheben, oder seinen tragenden Persönlichkeiten gegenüber auch nur von den Gefahren zu sprechen, die Israel daraus erwachsen, wenn man Begin unterstützt.


Albert Einstein in einem von der New York Times am 4. Dezember 1948 veröffentlichten Brief, den insgesamt 26 renommierte Persönlichkeiten unterzeichnet haben.





*221018*

Dienstag, 23. Mai 2017

Das Genie, das keines war (2)


Teil 2) Wer einen Kosmos hervorbringt ist auch der Einzige, der ihn ganz versteht



Einstein schuf einen Kosmos, den nur er beherrschen konnte weil er ihn erfunden hatte. Und setzte ihn umso leichter durch, weil das Bestreben, über diese Sonderwelt auch die geistige, wissenschaftliche Welt zu beherrschen, durchaus im Interesse anderer lag, die damit leichter ihre politischen und geopolitischen Ziele verwirklichen konnten - im Kampf gegen den logos.

Wie in so vielen anderen naturwissenschaftlichen Gebieten, ist seit Einstein die Kosmologie eine Ansammlung von "black boxes" geworden, die Dutzende neue "Unbekannte" einführen mußte, weil sonst nichts mehr aufgeht, wie es etwa der deutsche Physiker Alexander Unzicker auch in diesen Tagen als Rufer in der Wüste darzulegen versucht. Es ist nicht neu, aber es war noch nie eine gute Idee, Theorien, die in der Praxis nicht aufgehen, mit unerklärbaren Postulaten zurechtzubiegen. Aber das ist seit vielen Jahrzehnten Alltag der Physik geworden.

So ist die ernsthafte Kritik an Einsteins Theorien heute viel zu wenig bekannt und wird überhaupt nicht mehr rezipiert. Oder weiß jemand, daß sich praktisch die gesamte Phyikerelite der damaligen Zeit aus objektiven, wissenschaflichen Gründen gegen seine Theorien wandte? Weiß heute noch jemand, daß sich - übrigens in Innsbruck herausgegeben und in einer Neuauflage wieder erhältlich - "100 Autoren gegen Einstein" wandten, die zum Teil völlig richtig die fatalen Folgen seiner Thesen vorhersahen? Weil sie zu dumm waren? Zu nazistisch? Zu verbohrt? Zu deutsch, wie der Film "Genius Einstein" behauptet?

Einstein wollte aus sehr persönlichen Gründen, den Gründen eines Gescheiterten, die Deutungshoheit an sich reißen. Aber das ist ihm auf normalen Wissenschaftswege nicht gelungen. Also mußte er eine Revolution inszenieren, in der nur er als gültiger Welterklärer überblieb. In Wahrheit war er im sachlich richtigen Kern seiner Schriften Plagiator, Dieb, und zudem privat ein höchst fragwürdiger Charakter, und ganz offen Kommunist. Daß er abgelehnt wurde hat mit Antisemitismus nicht das Geringste zu tun! Es war wissenschaftlich sachlich begründet und man hat mit Recht - die Gegenwart beweist es - eine Zerstörung der geistigen Grundlagen der Physik befürchtet, denn Einstein schuf ein kosmologisches Modell, das alles in Relativität zerlegte. Damit schlug er der gesamten Konkurrenz ihre Grundlagen aus der Hand. Und es hatte ganz weitreichende Wirkungen auf sämtliche übrigen Anschauungsweisen, auch und vor allem auf die Moralvorstellungen. Auch Einsteins Physik war also ein Nachläufer der Philosophien, vor allem aber des Wirtschaftslebens (Kapitalismus) des 19. Jhds.: Wahr und gut ist, was sich faktisch durchsetzt! Wahrheit ist, was sich im Spiel der Relationen mechanistisch "ergibt".

Und Wissenschaft ist, was dem einfachen Hausverstand unverständlich bleibt. Der VdZ  hat in den 1970er Jahren hautnah erlebt, wie plötzlich medial verstärkt "Wissenschaft" den Alltag und das alltägliche Denken der Menschen bestimmte. Der Witz bei der Sache - die sich bis heute, bis ins Internetzeitalter und der angeblichen Totalinformiertheit fortsetzt - ist, daß im gleichen Atemzug der Satz aufzusteigen begann, in dem die Menschen akzeptieren, daß "Wissenschaft für mich unverständlich sein muß", man also nur "an sie glauben" muß. Sie wird es schon richten.

In dem Film "Genius Einstein" wird zum heute gottähnlichen Image Einsteins noch einmal kräftig nachgelegt, und ein weiterer Baustein geliefert, der den "jüdischen Mythos" stärken und neu aufpolieren soll. Sodaß das "auserwählte Volk" (das es ja auf eine Art tatsächlich ist, daran soll hier nicht gerüttelt werden, darüber ein andermal noch mehr) zu einer Art "Überklasse der Menschheit" hochstilisiert werden soll. 

Ein Wort zur Quelle dieses Videos: Bei aller sachlicher Richtigkeit kann das Konzept "Weiße" nicht vertreten werden, und der VdZ distanziert sich auch von dieser Sichtweise. Nicht, um doch den nötigen Kotau zu machen, sondern um Verwirrung zu vermeiden. Es gibt Völker, es gibt spezifische Völker, aber die Grenze zwischen "Weiße" und "andere" zu ziehen ist universalistische Ideologie, die das Denken erblinden läßt. Stimmig daran ist zwar das Archetyp des "Eigenen", und das ist heute tatsächlich durch rationalistischen Universalismus gefährdet, der sehr wohl klare Absichten der Schwächung der Identität der "Mehrheiten" verwirklicht, aber dieses Eigene ist eben immer ortsgebunden, nicht absolut, und schwebt nicht als generelle Klassifizierung der Menschheit über allem. 

Die wahre Gegenbewegung gegen die relativistische Zersetzung des Denkens der Gegenwart ist nicht protestantischer Moralismus und Ideologisierung, sondern katholische Weite und die Rückkehr zu einer Philosophie des Realismus. Nationalismen, die geistige Dinge und ontologischen Vorrang unzulässig verdinglichen, können bestenfalls kurzfristige Reaktionen sein, ein Zwischenstadium, Symptom, meinetwegen, aber sie sind nicht das Konzept, das auch einen Weg durch Einsteinsche Mystizismen finden läßt, um die Wissenschaft wieder auf ihre Füße zu stellen. Der kann nur von der Grundlage gesunder Metaphysik her, die auch eine relevante Naturphilosophie tragen kann, als jene Urteilsgrundlage, auf der Naturwissenschaft wieder zu relevanten Ergebnissen kommen kann.










*030517*

Montag, 22. Mai 2017

Das Genie, das keines war (1)

Ein gerade fertiggestellter Film wird einen Mythos neu hochspielen, ihn auch für die heutigen Generationen stilisieren und in Beton gießen, und das geht umso leichter, als jede lebende Erinnerung an ihn mittlerweile verloschen ist - es geht in "Genius Einstein" nämlich nur um die Festigung des Mythos Einstein. Als Mann, der die gesamte Wissenschaft aus den Angeln hob. Als Außenseiter, als Einzelgänger, der gescheiter, klüger, besser weil vor allem genialer als alle anderen war. Und vor allem auf der richtigen Seite stand, weil er das böse böse deutsche Reich mit seinen tumben konservativen Wissenschaftern düpierte.

Nichts entspricht davon der Wahrheit, wird in dem unten angefügten kommentarhaften Video dargelegt. Weder war Einstein das Genie, ja gar der Prototyp des Genies, als der er heute gehandelt wird, noch der große Wissenschaftler oder gar Erneuerer, der die Physik auf völlig neue Beine stellte, sonst wäre sie in der Steinzeit gelandet. Wobei: Ja, auf neue Beine hat er sie gestellt, das ist richtig. Aber ob es gut so war ist eine ganz andere Frage. Und vor allem, ob es der Genialität seiner Physik zuzuschreiben ist, sondern ganz anderen Mechanismen der damaligen (und gegenwärtigen) Zeit.

Sämtliche seiner Ideen waren aber bereits von anderen Wissenschaftlern (Tesla, Hertz, Poincaré, Lorentz, Hilbert, Heisenberg, Schrödinger, etc. etc.) als Theorien und wichtige Bausteine für Theorien formuliert worden. Insofern ist auch nicht schlechthin "alles falsch", was Einstein erklärte. Von dem er vor allem aber nicht zögerte, es zu einer "neuen" weil von ihm erfundenen Gesamtkosmologie zusammenzuschustern.

Einstein wird deshalb von vielen der damaligen Koriphäen (und vielen weiteren, das wird heute völlig unterschlagen) vor allem als geschickter PR-Manager in eigener Sache gesehen. Dessen Physik unter seinen Kollegen auf wenig Gegenliebe stieß. Seine Findungen, auf die er aufbaut, lassen sich nämlich auch ganz anders interpretieren, uns die Frage muß erlaubt sein, ob das nicht fruchtbringender wäre. Z. B. wäre die Annahme einer variablen Lichtgeschwindigkeit (siehe Alexander Unzicker auf seinem Blog) viel geeigneter, um viele Beobachtungsphänomene zu beschreiben. Und zwar wird heute allerorten ständig erzählt, daß Einsteins Theorien "bewiesen" seien. Aber das Seltsame ist, daß sie mit so manchen Beobachtungen im Kosmos nicht übereinstimmen. Der Kosmos verhält sich vielfach sehr anders, als Einsteins Postulate es vorhersagen, widerspricht ihnen, und das kann man mit den neuen technischen Möglichkeiten der Gegenwart auch beobachten.

Doch wagt niemand, die physikalischen Grundthesen deshalb in Frage zu stellen. Einsteins Aussagen gelten heute als Dogmen. Und das ist deshalb so gefährlich, weil sich auch, ja gerade unter Wissenschaftlern massive gruppendynamisch-psychosoziale Phänomene zeigen. (Was freilich nichts Neues ist, die Geschichte der Wisssenschaft ist eine Geschichte der Massenpsychosen!) Wer wagt schon, bei einem Vortrag aufzustehen und zu sagen, daß er das Vorgestellte ohne Sinn findet? Überhaupt, wer heute Einstein anzweifelt wird als geistig Zurückgebliebener bezeichnet. Aber - wer versteht seine Thesen? Wird hier nicht wie so oft damit argumentiert, daß sie eben so hoch stehen, daß sie der Vernunft verschlossen bleiben müssen? Wird aber nicht gerade damit eine gottähnliche Anforderung postuliert, wie sie aus psychologischen Phänomenen - Anerkennungsdrang, Narzißmus - bestens bekannt sind? Ist nicht die Größe einer Theorie auch darin erkennbar, daß sie "einfach" ist?

Wen faßt ein Wiedererkennenseffekt in der Realität an, wenn er angebliche Erklärungen hört (man denke nur an die üblichen "Erklärungen" mit denen Einsteins "Relativität" "erklärt" wird), die einfach nichts erklären, mit denen man nicht weiß was man damit anfangen sollte? Und wer wagt es zu sagen? Einsteins Masse-Energie-Äquivalenz hat zuvor ja längst Lorentz gefunden! Manche behaupten deshalb (auch das Video tut es), daß Einstein die Lorentzsche Transformation einfach gestohlen habe und sie nicht schnell genug als seine Idee veröffentlichen konnte. Er hatte die natürliche Scheu nicht, kannte die berechtigten Skrupel eines wirklichen Wissenschaftlers nicht, der immer in der Vorsicht lebt, was er da denkt könnte falsch sein, ist aber in jedem Fall ungenügend.

Einstein bewegte ganz gewiß auch ein tiefer Haß auf Deutschland als das Land, in dem er gescheitert war. Sodaß er sich sogar zu Äußerungen hinreißen ließ, in denen er seinem Wunsch Ausdruck verlieh, daß nach dem 2. Weltkrieg so wenig Deutsche wie möglich noch leben mögen, denn dieses Volk sei seiner Natur nach rassistisch, bösartig und unfähig zur Demokratie. Oh ja, indem man sich zeitgemäße, gewünschte Moralmäntel umhängt wird jede Sachlichkeit rasch vergeben und vergessen weil zur in einer Person mystisch konzentrierten Wahrheit verklärt, wie erleben es ja heute ganz besonders. Man muß nur sagen "Ich will doch die Welt retten!", und schon kann man jeden Unsinn verbreiten.

Genau so wenig entspricht es der Wahrheit, daß die europäische (und speziell die deutsche) Wissenschaft ohne Einstein quasi blind geblieben wäre. Sodaß manche behaupten, wir bewegten uns in der Steinzeit ohne Einstein. Das entbehrt jeder Grundlage, das Gegenteil wäre sogar viel wahrscheinlicher. man staunt heute, wenn man wissenschaftlichen Publikationen des Deutschland der 1920er nachgeht und feststellt, daß dort so großartige Ideen zuhauf liegen - die völlig verdrängt, vergessen oder unterdrückt wurden.  Entsprechend dicht war der Regen an Nobelpreisen, der damals über Deutschland niederging. Und damals war der Nobelpreis noch kein ideologisches Instrument.

Die Höhe der Wissenschaft in den ersten beiden drei Jahrzehnten in Europa und ganz besonders in Deutschland leuchtet bis heute wie ein Mount Everest. Und manche sind gar der Meinung, daß es seither nur noch bergab ging. Besonders, weil die Katastrophe von 1945 auch die deutsche Wissenschaft so in Verruf brachte, daß von ihr nur das blieb, was von den Alliierten Siegern "nutzbar" gemacht werden konnte, was diese halt gerade noch begriffen weil verwerten konnten. Doch lagert sich seither wie eine Endmoräne Müll über das wissenschaftliche Denken der Welt, vor allem aber Europas, müßte man sagen. Bis wir uns heute in einer Situation befinden, in der zwar Milliarden und Abermilliarden in "Wissenschaft" gesteckt werden, doch das Ergebnis immer lächerlicher und irrelevanter wird.

Auch der VdZ kennt eine Menge Fachliteratur und Fachmeinungen, die davon sprechen und es auch belegend argumentieren, daß Einstein an sich weder etwas Neues entdeckt, sondern vielmehr eine gewaltige Blase "mystizistischen Unsinns" um die Physik genebelt habe, in der der Mythos des "Undurchdringlich tiefen Geheimnisses", das er angeblich entdeckt habe, durch tatsächliche Unverständlichkeit und Verwirrtheit seine eigentliche Ausprägung erhielt. Heutige Generationen sind bereits viel zu sehr auf diese Götzenverehrung eingeschworen um sich überhaupt noch ernsthaft mit seinen Theorien auseinanderzusetzen, die, wie gesagt, wo sie stimmen durch andere entdeckt wurden, und wo sie nicht stimmen eben mystizifiziertes, aber unverständliches Geschwafel sind. Damit wird kaum noch bemerkt, daß sich die Wissenschaften ihres kostbarsten Gutes begeben haben - dem, was man als "gesunden Menschenverstand" bezeichnet.



 Morgen Teil 2) Wer einen Kosmos hervorbringt ist auch der Einzige, der ihn ganz versteht





*030517*

Donnerstag, 16. Juli 2015

Nur noch Anwendung

In diesem Vortrag des Wiener Quantenphysikers Anton Zeilinger wird nun darauf eingegangen, daß auch das Licht - ein Quantum, also Materie, die zugleich die Eigenschaften einer Welle (Broglie!) hat - ein Verhalten zeigt, das eher davon ausgehen läßt, daß auch dem licht eine "idee" zugrundeliegt. Wenn durch zwei Spalte nebeneinander nur EIN Photon (Lichtteilchen) gesendet wird, so zeigt sich dennoch an BEIDEN die Inferenzerscheinung, als wären durch beide (physische) Lichtquanten - also: Wellenerzeuger, denn Interferenzen sind Wellenerscheinungen - gegangen. Genau das hatte übrigens Einstein bestritten.

Zeilinger beschreibt u. a. den Zufall im atomaren Geschehen. Wobei er nur meinen kann, daß es sich im physikalischen Bereich nicht erklären kann. Man nehme einen "Klumpen" Radium. Das mit einer "Halbwärtszeit" zerfällt, daß heißt: daß in einem gewisssen Zeitraum die Hälfte der Atome zerfallen ist. Nur ist es nicht so, daß wir nur (noch) nicht wissen, wann welches Atom zerfällt, sondern dieser Zerfall hat keine Ursache. Auch dagegen hatte sich Einstein mit seinem berühmten Satz "Gott würfelt nicht" gewehrt. Auch darin hatte er aber Unrecht. Es gibt einzelne Ereignisse, die man nicht mehr nach (physikalischem) Ursache-Wirkungs-Prinzip erklären kann.

Einstein ging davon aus, daß es eine vom Menschen unabhängige, "objektive" Wirklichkeit gebe, die von Kausalgesetzen zu beschreiben sein muß. Derselbe Einstein mußte aber 1935 feststellen, daß sich Quantenereignisse in Korrelation zur Beobachtung eines Ereignisses verhalten. Zeilinger beschreibt das mit dem "Zusammenstoß zweier Billardkugeln". Sie zerfallen, und ein Teil fliegt in eine Ecke. Das weiß aber die Billardkugel selber nicht, es gibt dafür keine Kausalität, es ist kein Gesetzt, gewisermaßen, das in der Kugel oder am Tisch liegt. In dem Moment aber, wo sich das ereignet, liegt der andere Teil der zerfallenen Kugel - am gegenüberliegenden Ende. "Spukhafte Fernwirkung," sagte Einstein.

Später entdeckte man aber, daß es eine "Verschränkung" der (Zerfalls-)Teile gibt. Sie reagieren also gewissermaßen als "Teile eines Ganzen" (Interpretation vom VdZ), und reagieren in einer dem sie zuerst (zu einem Etwas, einer Kugel) integrierenden Ganzen zuzuordnenden Eigenschaftlichkeit, die unabhängig ist von Raum und Zeit. Darauf baut die heute so dominierende Quantenphysik der Verschränkung und "Informationsübermittlung" (als neue Computertechnik) auf. Damit ist Information nämlich ohne physische Leitung übertragbar, solche Computer sind also "absolut sicher". 

Denn damit ist ein Übertragungsschlüssel dem Zufall überlassen, und damit niemandem bekannt - nicht einmal dem Quant (in seinem übertragenen/zusammengehörigen Zustand hier und am anderen Ort), das über seinen künftigen Zustand selber nichts "weiß" (er ist nicht absehbar, weil a-kausal). Wird der Schlüssel, der über ein "geteiltes" Photon (s. o.) übermittelt, abgelesen, so ist er deshalb völlig sicher, weil die Polarisation (aus der der Entschlüsselungseigenschaft abgelesen wird) erst im Moment des Ablesens - vom Abmessenden abhängig! - erkennbar wird. Würde jemand die Leitung "knacken", sich einschalten ("hacken"), würde sich sofort der Zustand der Quanten ändern. Gleichzeitig - und das ist die philosophisch interessanteste Feststellung - hat das "Original"Photon, der Sender gewissermaßen, seine Eigenschaft verloren, eben: teleportiert. Der Empfänger (das empfangene Photon) ist zum Original geworden.

Information ist wichtiger als der Körper, sagt Zeilinger deshalb. Sie bildet die Substanz des Materialen. Das ist ein Schlüsselsatz auch der Anthropologie, der Metaphysik. Denn es zeigt sich ja im Körper, das sagt Zeilinger schon richtig: Jede Zelle wird ständig modifziert, stirbt, wird ersetzt, und trotzdem bleiben wir "wir selbst".

Simpel formuliert: Ein Quantencomputer kann viele Informationen, die die heutige, elektronisch-elektrische, aber lineare Zustandstechnologie nur nacheinander abarbeiten kann, gleichzeitig verarbeiten. Sein Output ist lediglich davon abhängig, was man abfrägt. Entsprechend ändert sich sein Zustand der Information.

Der VdZ ist sehr offen: Er hält von Zeilinger wenig. Er hinkt der Philsophie um 500, um 1000 Jahre nach, und gerade im 20. Jhd. hat sich (v. a. in der Phänomenologie) ein ganz neues, noch klareres (weil im Kairos stehendes, also heute, historisch verstehbares) Verständnis des Menschen gerade in seiner Veränderung herausgebildet. Das alles scheint Zeilinger nicht zu kennen, zu wissen. Seine Fragestellung ist deshalb typisch: Die Quantencomputer würden die synchrone Vernetzung noch weiter steigern, was Zeilinger nie hinterfrägt. Insofern ist die von ihm mitentwickelte Technolgie tatsächlich ein "Quantensprung". Der aber die Verschränkung des menschlichen Denkens noch weiter - und zwar wirklich deutlich - vorantreiben würde. Damit sind wir bei Zeilinger bei einem Proponenten des Mythos des Internet, ja bei einem Produkt dieses Mythos aus "Allgeist", der sich in Information (als eigentliche menschliche Ressource, ja als eigentliches menschliches Sein) äußert. Ein dramatisches, nominalistisches Mißverständnis von Vernunft, von Vorsehung, von Idee überhaupt.

Derselbe Grund also, weshalb derselbe schon lange als Nobelpreiskandidat gehandelt wird. Zeilinger forscht nur an Anwendungen, die er nicht zu begreifen trachtet, dafür fehlt ihm das prinzipielle Denken, sondern nur - zu beherrschen, anzuwenden sucht. Zeilinger bleibt völlig innerhalb der Phänomene, die ihr Ziel aus sich selbst generieren - das ist eben Technizismus. Sobald er hierin weitere Durchbrüche hat (v. a. sobald dieser Technizismus gefährdet scheint; das Nobelpreiskomitee entscheidet ja schon seit vielen Jahren nach gesellschafts-politischer Notwendigkeit, nicht nach geistiger Größe) wird er deshalb mit den Nobelmillionen und -autoriatismen überschüttet werden. 

Derselbe Grund also, weshalb er schon heute als Zampano der österreichischen Forschungslandschaft - die die Politik (wo es nicht einen Kopf mit geistigem Profil mehr gibt, dser noch in großem, handfestem Denken verankert wäre) zu vielen vielen und gar hunderten Millionen bewegt - gehandelt wird. Aus Österreich kommen aber nur noch Mechanisten, Materialisten, Physizisten, darum sind sie zunehmend selbst in den USA erfolgreich.

Blinde, Anwendungsdressierte. Folge der Bildungspolitik seit Jahrzehnten. Heute wird hierzulande sogar Medizinstudenten "human skills" per schriftlichem Test nachzuweisen abverlangt - auch human skills sind ja Teil der Technik, in die sich Welt in der Moderne auflöst. Zeilinger versteht sich aus vielen seiner Äußerungen heraus genau so: Wir wissen viel, aber wir wissen nicht wovon, und wofür. Aber die Geschichte der Technik hat ja gezeigt, daß es schon welche geben wird, die es nützen.









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Mittwoch, 27. November 2013

Freiheit, Masse und Gemeinschaft

In der Masse ist der Einzelne seinsmäßig nicht unersetzlich, sondern lediglich unentbehrlich. Er ist nur in seiner Zuverlässigkeit aufgerufen, auf diese einesteils reduziert, und andernteils durch deren Inhalte definiert. Er gewinnt in der Masse neue Eigenschaften dazu, die er als Einzelner nicht hätte. Die "Massengesellschaft" verleiht also dem Einzelnen ihre Eigenschaften. Sie hat einen eigenen Ausdruck, den sie dem Teilen aufprägt. diese besitzen Ausdruck und Verhalten nur in der Masse und als Teil der Masse, gewinnen gleichsam ein zweites, ein Massen-Ich, wie Hans-Eduard Hengstenberg schreibt. Im Namen der Masse kann man etwas tun, was man selbst nie verantworten würde.

Masse hat keine Konstitution wie die Gemeinschaft, sondern nur eine Komposition. Auch im Organischen unterscheiden wir eine bloße Zell-Assoziation (z. B. bei manchen Algen-Arten) von einem eigentlichen Zellorganismus (z. B. der höher entwickelten Pflanze). Masse verleiht auch nicht eigenlich die Masseneigenschaft, sondern "zwingt sie auf", ohne Ansehen der Person. 

Der Einzelne ist nicht in seiner Individualität und Unersetzlichkeit für das Gesamt aufgerufen, sondern nur in den übereinstimmenden und Masseneigenschaft, deshalb ist hier anderseits der Dienst am Übergeordneten ein unvollkommenerer als bei den Gliedern einer Gemeinschaft. Der Einzelne ist nicht in der Spannung seiner Verschiedenheit zusammengeordnet, sondern nur in der Gemeinsamkeit. So werden die Teile lediglich SUMMIERT. Der Geltungsbereich der Masse ist nur das Gemeinsame, nur daraus lebt Masse, die auch nichts Anderes zulassen kann. Sie ist EINPOLIG, ein Gegenkollektiv ist ihre Bedingung, sie braucht diesen anderen Pol. 

Während die Gemeinschaft ein fruchtbares Gegeneinander in sich selber trägt, also in sich zweipolig ist, muß Masse notwendig einpolar sein. Sie ist daher in sich unvollkommen, abhängig und setzt ein Außersich, einen Gegenpol voraus. Masse MUSZ KÄMPFEN. 

Es ist eine Zweckgebundenheit wirksam, die nach außen drängt. Masse ist, was sie ist, nur durch eine bestimmte Verbindung der Teile. Diese Verbindung ist die "Und-Verbindung".

Wie bei einem Felsen, der eine Summe seiner Teile ist. Kein Körper, sondern nur Masse.

Gemeinschaft hingegen hat eine Konstitution. Der Einzelne schwingt sich in seinem Einzelwesen voll aus. Wesentlich ist, daß gerade DIESER Einzelne mit SEINER Tätigkeit zum ebenso individuell geprägten Anderen (und nicht einem x-beliebigen Anderen) mit seiner Tätigkeit gegenübersteht. Die Gemeinschaft hat zwar einen Gesamtcharakter, aber sie wirkt nach außen unter Weitergeltung jedes Einzelnen (der gleichsam sein "Urheberrecht" behält) nach seiner Eigenart und Individualität.

Der Einzelne dient nach seiner Individualität und Einzigartigkeit und damit Unersetzlichkeit. Und das ist entscheidend für die Struktur der Gemeinschaft: daß jeder aufgerufen ist, von sich aus, nach Individualität und Unersetzlichkeit zu dienen. Gerade dadurch wird er "hörig" (im Sinne von "hörend"), nimmt so das Lebensprinzip der Gemeinschaft auf und verwirklicht es, auf seine Art. Der Freie leistet somit einen höheren weil hörenderen Gehorsamsdienst als der Sklave. Er wird in der Gemeinschaft zum Körper. Nicht zur Masse.

Körperliche Masse kommt ohne Gleichgewichtszustand nicht aus. Kollektivwirkung erzeugt immer Kollektivwirkung, und braucht Gegenmasse, die sie anzieht. Körper der Masse wird somit nur zum "Umfang des Wirkungsbereichs" von Teilen auf ein anderes Konglomerat an (gleichen) Teilen. Und was immer Masse ist, braucht die strenge Symmetrie - weshalb alles streng symmetrische auch ästhetisch tot, unlebendig, geistlos wirkt: es wirkt zu "körperlich".

Was sich aber wirklich Körper(schaft) nennt, ist letztlich damit aus unkörperlichen Ursprüngen entstanden. Nicht aus einem einzelnen Quant (durch Spaltung etwa) kann Raum und Zeit entstehen, sondern aus der Beziehung von mehreren/vielen Quanten zueinander. Die Beziehungen gehen also voraus, Raum und Zeit gehen dem Einzelnen voraus.* Von einem "Uratom" auszugehen, das durch extreme Komprimierung etc. etc. den gesamten Kosmos aus sich selbst heraustrieb, ist theoretisch undenkbar! Einen materialistisch-mechanistischen "Urknall" in vorzufindend vielfach kolportierter Form kann es verstandesmäßig durchdacht, kann es auch quantenphysikalisch belegbar gar nicht geben.



*Jawohl, hier ist der Ort, um darauf hinzuweisen, daß die Einstein'sche Relativität von Raum und Zeit eine der Meßbarkeitsdimension ist, keine absolute Dimension hat, diese aber voraussetzt. Wird diese Dimension übersehen und überschritten, wird die Physik seinsloses Gedankenspiel. Wir werden an dieser Stelle gewiß noch darauf eingehen, daß die bereits anfänglich bestehende massive Kritik an den Einstein'schen Thesen keineswegs im Laufe der Jahrzehnte "widerlegt" wurde, sondern einer eigenen Massen- und Mediendynamik zum Opfer fiel. Sie war vielfach berechtigt, und von größten Köpfen sehr fundiert begründet. Masseinbindung liegt nicht im Wesen der Materie an sich, das Masse-Körperliche ist Folge der Raum-Zeitlichkeit. Die absolute Einheit, schreibt Lemaitre, KANN keine Räumlichkeit haben, kann NOCH keine Größe haben. Erst die Vielheit schafft "Größe". Das vielzitierte "Uratom" kann es also gar nicht geben, weil es keine Raum-Zeit-Dimension hat. Mit unseren Begriffen können wir das, was im "Urzustand" geschah, also gar nicht beschreiben, weil Messung immer Relation voraussetzt. Und wenn wir die "Blackbox" noch so sehr zurückschieben und mit Begriffen wie "unendlich" vernebeln. Im Konkreten gibt es diese Unendlichkeit nicht, sie bleibt immer konkret-endlich. Wenn wir aber zurückgehen, so Lemaitre, auf ein "masseloses" Uratom, befinden wir uns außerhalb jeder Sphäre der Physik. Wir kommen zurück auf eine bloße "Fähigkeit, Quanten zu erzeugen". Masse ist etwas aus "Unmassigem" Abgeleitetes, Quantität ist erst aus der Zusammenfügung von Nichtquantitativem abzuleiten.

Noch einmal: Ein einzelnes Atom (wie immer konstituiert man es sich denkt) kann es nicht geben und nicht gegeben haben. Alles Seiende ist auf ein Hier und Jetzt in Raum und Zeit, daher auf Mitseiendes angewiesen. Teilbarkeit selbst setzt bereits Raum und Zeit voraus, weil es Kompositivität voraussetzt. Aus EINEM Atom kann kein Universum werden, weil Masse GEGENMASSE voraussetzt. Massenhaftigkeit ist also etwas Abgeleitetes, nicht mit dem Wesen der Materie an sich verbunden. Wobei man die seinsmäßige Ableitung nicht mit einer geschichtlich-zeitlichen verwechselt werden darf. Masse setzt Raum und Zeit voraus, schafft sie nicht, macht sie nicht aus sich quantifizierbar.

Wer Zeit und Raum NACH - als Folge, gewissermaßen - von Masse ansetzt, ENTWIRKLICHT die Welt. Die unerhörte Tragweite zeigt sich heute, gerade heute. So komplex diese Argumentation uns Heutigen also scheinen mag, so klar und rational ist sie. Also keine Frage von "Glaubenssystemen" oder "interessanter esoterischer Phantasie", als die eine (im Literaturbetrieb Österreichs "hochrangige") Literatin einmal in Werken dargestellte entsprechende Thesen des Verfassers dieser Zeilen bezeichnete, die sie einfach nicht verstand. 

Aber die These von der Entstehung der Welt aus "Masse" heraus, wie sie in den Urknallthesen fast schon alltäglich geglaubter Mythos ist, bringt eine völlige Entwirklichung der Welt mit sich, hat also dramatische Auswirkungen. Und aus ihr folgt zwangsläufig ein mechanistisch-deistisches Weltbild, das Gott bestenfalls auf einen Moment der Schöpfung reduziert, Raum und Zeit der Schöpfung überhaupt entzieht, und die Welt vor allem von "unmassig zu massig" - Materialismus als Ziel der Schöpfung - entwickeln läßt. Das weist auch auf den massiven Denkfehler eines Teilhard de Chardin, der bis heute eine "Scheinversöhnung" zwischen Evolutionismus und Christentum verkündet, die einfach "falsch gedacht" ist.
 




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Donnerstag, 25. April 2013

Rückfall in Urzeiten

Wir beherrschen zwar die Räume, schreibt Rosenstock-Huessy in "Vollzahl der Zeiten", aber nicht die Zeit. Ja, über die haben wir die Herrschaft verloren. Deshalb taucht parallel mit der Beherrschung der Räume das Gefühl auf, am Ende der Zeiten zu stehen. 

Denn Sinn ist an Zeit gebunden, nur in der Zeit kann er sich entfalten bzw. muß er sich erst in ihr entfalten. Mißachten wir das, zerrütten wir die Räume. Die Menschheit kann die Vielzahl der Zeiten, die in den Individuen ablaufen, nicht mehr harmonisieren. Die Welt, als Raum, verliert die menschliche Gestalt, herrscht über uns - statt wir über die Welt. Eine besondere Groteske, angesichts des Arguments, die Technik unserer Zeit, rein auf Beherrschung der Räume ausgerichtet, die Zeit regelrecht knebelnd (über die lineare Zeit der Uhr, die die Zeit in den Raum, vom Menschen weggedrückt hat), hätte uns die Beherrschung der Welt gebracht.

Die Welt hat sich verräumlicht, einseitig, aber dabei das verdrängt, was Räume schafft - die Zeit. Diese Raumbeherrschung, ja dessen Vernichtung (Nichtung),* ist in einem Rückgriff auf die Antike erfolgt, in der Renaissance. Alle Geschichte seither ist eine Geschichte der Beherrschung des Raumes. Weil wir den Zusammenhang menschlichen Lebens, menschlichen schöpferischen Seins, mit der Zeit immer wieder ignoriert haben, folgt sogar, daß sich auf der Erde heute "zu viele" Menschen befinden. Das menschliche Leben hat seinen Halt verloren. Es torkelt durch die Räume, ohne Zeit zu haben, getrieben von objektivierten, entsubjektivierten, unschöpferischen Raumnotwendigkeiten.

Daraus folgt, daß wir, weil wir letztlich dieser Zeit nicht entbehren können, in eine vorhomerische, vorgriechische Zeit zurückfallen werden. Auf der Suche nach dem, was uns einzig Zeit gibt - wir, werden wir die Gebundenheiten in Familie und Stamm suchen. Deren Gesetzlichkeiten, deren Generationenzusammenhang, ist der letzte Notgriff, der uns noch bleibt.

Daß so eine Epoche auch in einer Physik mündet, die die Zeit zu einer Funktion des Raumes macht**, erhält damit völlig neues Licht.

Was eine Ergänzung angebracht scheinen läßt - denn wenn von Einwurzelung an dieser Stelle häufig die Sprache ist, dann darf dabei natürlich nicht übersehen werden, daß diese eine Funktion der Zeit ist. Nur wenn wir die Zeit wiedergewinnen, gewinnen wir auch wieder gestaltete, beherrschte Einwurzelung in die Räume des Lebens.




*In der Entwicklung der Perspektive zeigt sich das Wesen dieser Raumnichtung: Raum wird zu einem mathematisch-positivistischen Netz, er wird seiner selbst beraubt, und zwar indem man ihn der menschlichen Zeit entreißt. Ab dem 12. Jhd. beginnt die Welt aus diesen Raumnetzen heraus gestaltet - und vergewaltigt zu werden. Indem man ihren Ursprung - die Zeit - neu definiert, zu einer mathematisch-linearen Größe macht. Mit der Perspektive wird auch das Raumempfinden dem Grundsinn des Menschen, dem Tastsinn entrissen, und dem Auge übertragen. Damit hebt sich der Gesichtssinn von seiner Grundlage ab, und beginnt zu dominieren: er soll auch den Raum definieren. Der Mensch wird sich selbst entwurzelt, und stattdessen auf das Gesehene (siehe auch: die rasante Entwicklung der Schriftlichkeit) angewiesen.

**Der große Irrtum Einsteins, wie der Verfasser dieser Zeilen zunehmend erkennt. Demnächst hier mehr darüber.





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Donnerstag, 4. Oktober 2012

Erkenntnistheorie als Physik

Nicht die mathematische Entwicklung einer Theorie ist der Teil der am meisten ernste Aufmerksamkeit verdient. In der Physik hängt alles von der Einsicht ab, mit der die Ideen behandelt werden, ehe sie die mathematische Stufe erreichen.

Das gesamte System grundlegender Hypothesen in der Physik (bzw. Naturwissenschaft) kann durch erkenntnistheoretische Grundsätze ersetzt werden. Alle Naturgesetze, die gewöhnlich unter die grundlegenden eingereiht werden, können zur Gänze durch erkenntnistheoretische Überlegungen vorhergesehen werden. Sie entsprechen einem Wissen a priori und sind daher durchaus subjektiv.

Der Kern der Einstein'schen Relativitätstheorie ist eine neue erkenntnistheoretische Auffassung. Sie ersetzt ein trügerisches Gedankensystem, das den Fortschritt der Wissenschaft aufhielt. 

Nicht aber nur die Naturgesetze, sondern auch die Naturkonstanten können von erkenntnistheoretischen Überlegungen abgeleitet werden, sodaß wir a priori von ihnen Kenntnis haben können.


Sir Arthur Eddington, in "Philosophie der Naturwissenschaft"


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Freitag, 22. Oktober 2010

Intuitionsphysik

Er denke, sagte der mexikanische Nuklearforscher und Virologe Sergio Lampuscio in einem Interview mit 'Science today & tomorrow", daß der Satz der Energieerhaltung in geschlossenen Systemen eines der herausragendsten Beispiele für den esoterischen Geheimnisnebel darstelle, der von physikalischen Leitsätzen, ja generell von naturwissenschaftlichen Thesen, angenommen werde: Als Mythos  der strengen Rationalität der herrschenden Wissenschaftsmeinungen zeige sich eine der lächerlichsten Falschmeldungen, die die Geistesgeschichte je kannte. Aber sie scheine unausrottbar.

Die Lehre von der Energieerhaltung, die sich ja nur auf geschlossene Systeme beziehen kann, ist im Gegensatz zu ihrem Handelswert eine reine Intuitionsthese, eine Ansicht, die aus einer Anschauung, ganz sicher aber nicht aus einer Ableitung aus "hard facts" folgt. Es war ein Notgriff, den Satz der Energieerhaltung auf geschlossene Systeme zu beschränken, um die Fundamente der Physik nicht auszuhebeln, die aber in ihren Widersprüchen ertrinken. Typisches Zeichen dafür ist die Zunahme von Publikationen, die wie neue Heilige Schriften versuchten, Weltbilder zu komponieren, die aber nichts als neue Mythen und Deutungshorizonte sind.

Denn das müßte man mir einmal zeigen, wo auf der Welt und wo im uns bekannten Kosmos abgeschlossene Systeme überhaupt existieren. Es gibt sie nicht. Jedes System ist vielmehr in ein noch größeres, umfassenderes eingebettet, das einer höheren Daseinsordnung zuzuordnen ist, das noch komplexer, vielschichtiger und umfassender geordnet angelegt ist, das auf das untergeordnete System determinierende Wirkung ausübt - das Kleinere System hat seine Ordnung von seinem Platz im übergeordneten, und so weiter.

Lampuscio, der mit seinen 82 Jahren als einer der universalsten Gelehrten der Gegenwart gilt, und schon mehrfach für den Nobelpreis für Physik (für seine Entdeckung der Hobart'schen Gleichungen) im Gespräch war, war vor Jahren durch die Publikation seines Buches Thermovascicel achter Ordnung aufgefallen, in dem er dazu aufrief, die Einzelwissenschaften auf ihre Ursprünge in der Metaphysik hin neu zu ordnen, weil sie unbrauchbar geworden wären und die Volkswirtschaften der Erde zunehmend sinnloser nur noch belasteten, vor allem aber die westlichen Kulturen fehlleiteten.


*221010*

Donnerstag, 8. Juli 2010

Seit hundert Jahren am Irrweg

Woltereck beklagt bereits in den 1930er Jahren, daß verglichen mit der Philosophie und der Physik die Biologie seit (damals!) dreißig Jahren zunehmend dramatisch in ihrer denkerischen Entwicklung und damit Erklärungskraft zurückbleibe.

Denn während dort längst die "Irrationalität" - die Einsicht über die Unmöglichkeit, denkerisch-logisch wirkliche Aussage über die (nicht mehr zwangsläufig kausale) Welt zu gewinnen, hat sich dort die Bereitschaft enorm erweitert, sich den Phänomenen der Welt mit neuem Staunen zu widmen - Einzug halte, klammere sich die Biologie noch immer an einen gedanklichen Positivismus, der in seiner Dogmatik den gewonnenen Erkenntnisansätzen gar nicht mehr entspreche. Woltereck gibt den beeindruckenden Anwendungsfortschritten vor allem in der Genetik die Schuld daran, die ein Selbstbewußtsein geschaffen hatten, das dem realen Zustand der Wissenschaft nicht mehr entsprach.

Dadurch werde einerseits gerade an den Bruchstellen des Erkennens Irrationalität und unscharfe Begrifflichkeit eingesetzt, wo durchaus noch rationales Erkennen möglich wäre, andererseits würden aber neue Denkansätze gerade dort abgewürgt, wo die bisherigen Ansätze keine Erklärungsmöglichkeiten mehr fänden, weil sie den dogmatischen Ansätzen der Biologie nicht entsprächen. Insbesonders der mechanistische Ansatz (die Zelle als Maschine, die Lebensvorgänge ALS letztlich chemisch-physikalischer Ablauf) sei als unfruchtbar erkannt, und sollte deshalb längst aufgegeben werden. Stattdessen wird die denkerische Erweiterung in Richtung "transmateriell-übergeordnete Faktoren" verhindert, wie sie Zellforschung und Genetik anzunehmen längst nahelege, und das sich nicht aus materiellen Gegebenheiten entwickelt haben KANN. Denn es ist eine Tatsache, daß sich in allem Lebendigen ein INNEN (vereinfacht: Erregungszustände, die als Quelle der Selbstinduktion allen Agierens zu begreifen sind) nachweisen läßt, das je weiter man die Lebensform nach "unten" hinabsteigt, ein transmateriell-geistiger Faktor zwar undeutlicher oder (für uns) nicht mehr erkennbar wird, aber ohne daß jemals eine klare Grenze auszumachen sei.

Einstein (und beileibe nicht nur er) war mit seinem besten, manche meinen: einzigen Freund Gödel übrigens der Auffassung, daß Naturwissenschaft (auch also die Physik, auch übrigens die Mathematik als Hilfswissenschaft) ohne Metatheorie, die nur der Philosophie entstammen könne, zwangsläufig in Verwirrtheit münde.


*080710*