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Sonntag, 20. Oktober 2019

Die Menschen wollen mehr als Kinderspielplätze

Warum kollabieren Gesellschaften? Die Geschichte lehrt, sagt Jared Diamond, daß Gesellschaften dann zusammenbrechen, auseinanderfallen, und ihre umfassenden Ordnungseinheit auflösen, weil sie sich nicht um die Probleme kümmern, die sie wirklich haben. Am Beispiel Australien etwa zeigt sich, was eine der Hauptursachen dafür ist, daß eine Gesellschaft ihre noch vorhandene Energie auf falsche Ziele richtet. Die Australier halten an ihrer britischen Identität fest, werden aber damit den Herausforderungen in ihrem geographischen Raum nicht mehr ausreichend gewahr. Sie betreiben britische Politik, anstelle gewahr zu werden, daß sie sich im pazifischen Raum, in einer Randlage zu asiatischen Völkern, zu verorten haben. Damit schotten sie sich ab, während die große Musik draußen spielt, die die Welt umwälzt.

Man nehme zum historischen Vergleich etwa die Kulturen aus Yucatán (Mexiko), oder in Zimbabwe (Afrika). Man hat dort alle möglichen Probleme versucht zu lösen, aber die eigentlichen nicht gesehen. Etwa die der Bodenerosion, die die Versorgung mit Lebensmitteln zusammenbrechen ließ.

Wir wollen das nicht weiter ausführen, denn hier genügt uns der hinweisende Charakter dieser Feststellung.

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An einer Haltestelle wurde der VdZ erst jüngst Zeugnis eines Telephonats, das eine junge, sehr attraktive Frau führte, während er auf die Straßenbahn wartete. Dabei ging sie sichtlich aufgeregt hin und her, sprach heftig in ihr Handtelephon, und in Fetzen bekam der VdZ einen Eindruck, worum es ging. Offenbar war ihre "Beziehung" auf einem Gleis angelangt, wo es nicht mehr weiterging. Die Vorstellungen der beiden Beteiligten schienen weit auseinander zu liegen. Sie wollte Beständigkeit, und das schien ihr Partner zwar vielleicht auch zu wollen, aber er wandte dafür ihrer Ansicht nach die falschen Mittel an. Der Eindruck entstand, daß diese "Beziehung" nicht funktionierte und am Ende war. "Er versteht nicht, daß es um Kontinuität geht!" Während er scheinbar das Wesen einer Beziehung mehr in augenblicklichen Erfüllungen aller Art suchte, soweit erschloß sich das Problem der beiden im Zuhören. 

Die Frau hatte offenbar zwar das richtige Gespür, aber ihr - und beiden - fehlte ein Rezept. Nicht nur das, beiden fehlte das Denkgerüst, das Ursache und Lösung ihrer Probleme bedeuten konnte. Denn das, was sie richtig als "Kontinuitätsproblem" ortete, hätte mit aller Wahrscheinlichkeit ein völlig anderes Verhalten verlangt. Doch das entspricht nicht dem heute gängigen Verhalten, wo ohne vorausgehenden Gründungsakt - Ehe, denn nur das Wort vermag Kontinuität zu stiften, weil Kontinuität gleichbedeutend ist mit dem Herausheben einer Sache aus der Zufälligkeit der Zeit; Kontinuität bedeutet nämlich, einem Ziel zu folgen, das zwar in der Zeit besteht und wirkt, aber nicht aus ihr kommt, braucht also Geistigkeit - "Beziehungen" in einem Geschwafel der Irrationalität untergeht. Und die Menschen hilflos dabei macht, wenn es um ihre Ziele geht. Die ihnen oft gar nicht so bewußt sind, auf die sie aber letztlich ausgerichtet sind. Das heutige Allgemeindenken und Meinen, die heutigen sozialen Bedingungen und Setzungen entsprechen nicht mehr dem, was der Mensch eigentlich will.

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So wie jedes Jahr seit 1958 hat auch heuer die "Shell-Jugendstudie" die Wertelandschaft der jungen Menschen weltweit untersucht. Und so wie jedes Jahr ist das erste Ziel der jungen Menschen dasselbe: Ein stabiles soziales Umfeld (97%), und eine stabile Partnerschaft (94%). Diese Zahlen sind Jahr für Jahr in etwa gleich, seit vielen Jahrzehnten. 

Seit Jahrzehnten passiert aber weltweit das Gegenteil. Seit Jahrzehnten haben wir es mit politischen, ideologischen Landschaften zu tun, die sozialen Bindungen jede Stabilität rauben. Mittlerweile wird sogar die letzte Festung der Identität, das Geschlecht, aufgelöst. Wie soll sich ein stabiles, belastbares soziales Beziehungsnetz aufbauen, wenn der andere morgen wieder ein anderer sein könnte, weil er sich gedrängt fühlt, alle vier Monde das Geschlecht zu wechseln? Weil sich im unmittelbaren Umfeld mehr und mehr und ständig wechselnd Fremde niederlassen, aus anderen Kulturen, mit anderen Sprachen, Religionen und Lebensweisen, sodaß jeder Begriff von Heimat - der Ort, wo ich verstanden werde, ohne darum ständig ringen oder mich verstellen zu müssen - verschwimmt? So betreibt man social engineering, als das Auflösen von sozialen Netzen, nicht das Aufbauen "neuer", wie es so dumm (oder böse) heißt.

Wie will jemand eine stabile, stärkende, schützende und gar generationenübergreifende Familie aufbauen, wenn die Gesetze deren Fundament, den Ehen, jenen Halt rauben, den sie unbedingt braucht, um gelingen zu können (denn die Ehe ist nicht einfach ein subjektives Ding, sondern hat ihr zweites Bein in der Gesellschaft, die beide einander brauchen, und die beide nicht ohne das andere bestehen können). Ehe wiederum ist jenes integrale Beziehungsfeld, jener Ort, dem zwei Menschen beitreten, die zueinander in einer bestimmten Beziehungscharakteristik stehen, als Mann, als Frau, und das noch dazu in einer bestimmten Hierarchie. 

Auch hier aber - das kommt in der Shell-Studie nicht so klar zum Ausdruck, läßt sich heraus interpretieren - kollidiert die übrige Wertelandschaft mit den Zielen, die von der Bedeutung her viel wichtiger sind. Das Gedankenrüstzeug, die wirklichen Ziele zu erreichen, ist nicht mehr da. Damit wird die Energie in sinnlose Sub-Ziele investiert, und am Ende stellen sich alle die Frage, warum die wichtigsten Ziele nicht erreichbar sind.  

Die Jugend interessiert sich gar nicht für das, was man ihr vorgibt, daß sie denken soll. Während ihre eigentlichen Ziele in der Skala der offiziellen Politik kaum vorkommen. Denn die sind so "altmodisch", daß sich die Jugend das selber gar nicht einzugestehen wagt. Aber zugleich niemanden in den offiziellen Strukturen findet, der sie darin bestätigt. Darum fliehen sie in "neue" Strukturen ... Neuheidentum etwa.

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An sich ist das aktuelle Video auf "Tichys Einblick" nicht so gehaltvoll, daß es eine Erwähnung wert wäre. Das ist es deshalb, weil das Fazit der beiden sympathischen (liberalen) Blödelottos dasselbe ist: Während sich Deutschland um Klima, Autoverbot, Kohleverbot, Toleranz und Staatsauflösung als humanes Ziel (und weiß der Deibel worum noch) kümmert, bricht überall auf der Welt das Chaos aus. Die Türkei marschiert in Syrien ein, die USA ziehen sich offenbar endgültig aus der Imperiumspolitik der letzten hundert Jahre zurück, und vor den Türen Europas braut sich eine nächste Stufe einer Problemlawine auf, der die europäischen Staaten völlig hilflos gegenüberstehen.

Denn die Milliarden, die man Erdogan in den Rachen geworfen hat, haben Europa nur noch erpreßbarer gemacht, aber kein Problem gelöst. Man muß auch hier sagen, daß sich Deutschland mit "Klimawandel" oder dem "Kampf gegen rechts" befaßt, die aber der Welt sowas von egal sind, weil dort noch Substantielles oberste Priorität hat. Wie immer. Wo Staaten ganz "altmodisch" Macht, Interessen und Einfluß suchen. Was hierzulande als verpönt gilt. Sodaß man meint es reiche, mit den Schmuddelkindern gar nicht zu spielen.

Die aber sind es, die die Welt bewegen. Wer soll so eine Gesellschaft noch ernst nehmen, die eine Party der Scheinhysterie feiert, damit sich "viel tut", während draußen der Sturm losbricht, der das Haus wegfegen wird?

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In der sogenannten "Amazonas-Synode" der Kirche findet in Rom derzeit ein Theaterstück statt, das so absurd wirkt, daß man nur den Kopf schütteln kann. Und ein Spektakel der Sonderklasse liefert, das umso grotesker wirkt, als es dem Großteil der Menschen völlig gleichgültig ist. Sowohl der Papst, die Bischöfe die an der Synode teilnehmen und täglich wichtige Reden und Konferenzen halten, dabei lächerliche Vorschläge unterbreiten, die allesamt so Schnee von vorgestern sind, und dennoch ihre Vertreter meinen, "zeitgemäß" zu sein, als auch die (konservativen) Kritiker, die die Kirche retten wollen (wie Steve Skojac), und sich täglich neu an eben diesen völlig uninteressanten Vorschlägen entrüsten. Die doch seit fünfzig Jahren wieder und wieder am Tisch liegen, und mittlerweile niemanden mehr interessieren. 

Außer ... die Funktionäre. Außer die, die von den bestehenden Strukturen ihre Bäuche füllen. Auch die Kirche hat nicht gemerkt, daß ihre Diskussionen heute keine Sau mehr interessieren. Weil die wirklichen Probleme der Kirche nicht das sind, was vor fünfzig Jahren aktuell schien (wenn es nicht schon damals überholt war). Die Menschen heute suchen Halt, nicht weitere Auflösung, suchen den festen Gehalt der Katholischen Doktrin, nicht noch mehr Subjektivismus und Relativismus, der allen längst beim Halse raushängt, weil sich damit die Welt und das ganz konkrete Leben nicht bewältigen läßt. Wer soll sich für so eine Kirche noch interessieren? Wen kann da wundern, daß die Menschen in Massen zum Neuheidentum strömen, wie Irland beweist?

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Es gibt am Theater einen Grundsatz. Es darf alles sein, nur nicht langweilig. Unsere Kultur demonstriert eindrucksvoll den am Anfang vorgestellten Satz. Sie zeigt, daß sie nicht mehr in der Lage ist, die Welt zu erfassen. Während sie sich mit Kinkerlitzchen beschäftigt, damit die Zeit vergeht, treiben die Kontinentalschollen das Ganze in so grundlegend neue Situationen, daß die allergrößten Teile der gegenwärtigen Führungsschichten wie welkes Laub abfallen werden. Die Musik spielt nämlich völlig woanders.

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In einem recht guten Gespräch stellt der jüdische Podcaster Charles Moscowitz an David Wemhoff die Frage, wie es so weit habe kommen können. Wie es habe kommen können, daß die Kirche im Zweiten Vatikanum zwar offiziell ihre Lehre nie geändert hat, doch über diesen unsinnigen Spruch vom "Geist des Vatikanums" eine völlig andere Interpretation - die auf eine Änderung der Lehre hinausläuft - die Köpfe und Herzen der Menschen besetzt hat. Das sei, antwortet Wemhoff, keine Verschwörungstheorie, das habe ganz offen in den USA stattgefunden und wurde als Teil des Amerikanismus-Konzepts begriffen.

Der auch die Kirche erfaßt hat (der jetzige Papst ist das beste Beispiel - Amerikanist durch und durch). Mittlerweile verkünden auch kirchliche Universitäten nicht mehr die Lehre der Kirche, sondern "den Geist des Zweiten Vatikanums", eine irrationale Interpretation, der aber die eigentliche Lehrautorität zugeschoben wird.

Damit hat auch die falsche Behauptung, daß die Kirche für eine Trennung von Staat und Kirche eintrete, um sich greifen können, die aber nur eine vom CIA (offiziell) durchgesetzte und über die von ihm beherrschten Medien ("Time life"-Magazin) als autoritatives Statement von maßgeblichen Katholiken selbst verbreitet wurde. 

Von Katholiken, nickt Moscowitz. Ja, und sämtliche katholischen Bischöfe haben dem nicht widersprochen, vielmehr zugelassen, daß sich dieser liberalistische Unsinn - und mit ihm so viele weitere Häresien - breitgemacht hat. Denn es war halt so bequem. 

Es fehlen heute (und haben damals gefehlt) in der Kirche Bischöfe die bereit waren, für den Glauben zu leiden. Lieber genießen sie die fetten Gelder, die sie bekommen, wenn sie zu allem Ja und Amen sagen, und die vermeintlich öffentliche Meinung nachbeten. 

Das hat aber dazu geführt, daß sie heute niemand mehr ernst nimmt. Kein Mensch glaubt noch, daß die Kirche eine Wahrheit zu geben hätte, die ganz konkrete Relevanz, ja die wirkliche Relevanz für das individuelle, eigene Leben der Menschen hätte.






Sonntag, 16. Juni 2019

Gottes eigenes Volk - Logos vs. Gesetzesreligion (4)


Teil 4) Wie kann die Welt mit den Juden leben? Wie müssen die Juden in der Welt leben?



Das Problem heute ist, daß die Juden zu übertreiben begonnen haben. Sie haben ihre reale Macht (die nicht zuletzt auf einer Konzentration von Kapital und Einfluß in der Hand einiger Juden - der Großteil der Juden weltweit ist ja durchaus nicht vermögend - dazu benützt, massiv die Moral des christlichen Abendlandes zu unterminieren. Und es geschafft, daß öffentlich jede Gegenwehr dagegen als "Anti-Semitismus" und "Hate-Crime" punziert wird. Mehr noch, speziell in Europa läuft es schon darauf hinaus, daß jeder, der etwas sagt, das Juden nicht gefällt, ins Gefängnis wegen angeblichen Anti-Semitismus wandert. 

Das kann unsere Kultur niemals hinnehmen und das wird auch eine Reaktion bewirken, ja bewirkt es schon, und es wird eine gewaltsame Reaktion sein. Deshalb dient eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema der Verhinderung, daß es zu einem nächsten Gewaltausbruch kommt. 

Die Antwort von Charles Moscowitz ist leider typisch, auch typisch für ähnliche Probleme bei Muslimen: Er würde sich wünschen, wenn es viele Juden gäbe, die diese subversiven Tätigkeiten von Juden zurückweisen und verurteilen würden. Denn er sieht genau diese Probleme kommen.  

Wo aber wäre eine andere Lösung als strikter Separatismus? Tikun olam? Der Ruf, daß alles Heil von den Juden käme, so daß sie jederzeit und überall das Recht haben, vorgefundene Gesellschaften zu zerstören, um den Menschen ihre Vorstellung von "Gottes Reich" zu bringen? Und das geschieht nun einmal am besten, wenn man die Identität von Völkern und Kulturen auflöst, gewissermaßen "tabulae rasae" schafft. Der Hauptgrund für Antisemitismus ist in jüdischem Verhalten zu suchen, und das zu sagen hat mit Antisemitismus nichts zu tun. Und der Hauptgrund für gewaltsamen Antisemitismus der Muslime ist das Verhalten von Israel in der Gegenwart. 

Die Diskussion zwischen E. Michael Jones und Charles Moscowitz endet heftig - in der Beurteilung der Lage und Politik Israels. Das Gespräch darüber muß sogar abgebrochen werden, weil keine Übereinkunft möglich scheint. Einheit zeigen beide erst in dem Moment wieder, wo sie auf die Rolle von "rotten jews" (Diktion Moscowitz) in der Geschichte und vor allem in der Geschichte der USA zu sprechen kommen. Es ist keine Frage, daß es viele Juden gibt, deren Tun man nur als verdorben und verwerflich bezeichnen kann, was auch in den Augen maßgeblicher Juden und Rabbiner dem Judentum selbst schweren Schaden zugefügt haben. (Leider gilt das auch für viele Katholiken.) 

Immerhin ist die traditionelle jüdische Fundamentierung in der Familie selbst unter den schweren Druck der Subversion des Sozialen und Normalen durch Juden (sic!) gekommen. Wo auch Wissenschaft und die Kunst gezielt unterwandert und ausgehöhlt worden sind, "weil es einigen so gefiel". Aber dieses "konservative" Judentum, das in dieser Kritik mit den Standpunkten des Katholizismus übereinstimmt, ist (wie letzterer) längst eine kleine Minderheit innerhalb der Weltgemeinde Judentum. Und damit sind wir schon beim nächsten Punkt, dem Umgang mit Schuld.

Denn wo wäre eine Lösung Judentum - Israel? Beides hängt zusammen. Es geht um das alte Problem, das zugleich das Problem unserer Gegenwart ist: Wie bewältigt man Schuld? Was heißt: Wie wird man Schuld los - ohne Erlöser? 

Wie wir hier vor Wochen bereits gesagt haben, ist der Staat Israel ein auf Unrecht und falschem, aber typisch jüdischem Sendungs- und Auserwähltheitsbewußtsein gegründetes Faktum, dass mit dem Wort "Zionismus" nicht einmal ausreichend beschrieben ist. Dennoch, niemand kann heute noch davon reden, daß der Staat ausgelöscht werden muß. Hier wurden eben Fakten geschaffen, die nun zwar schwierig, ja fast unlösbar sind, aber irgendwie gelöst werden müssen. Es ist der Jude Moscowitz, der eingesteht, daß die reale Politik Israels massive Auswirkungen auf die weltweite Rezeption des Judentums selbst hat. Mittlerweile wenden sich sogar die linksorientierten Juden von Israel ab, wobei es hier Teil der Abwendung von der Torah und dem orthodoxen Judentum ist, wie sie eben der marxistischen Ideologie innewohnt. Außerdem begegnet ihnen in Israel ein kapitalistisches Land.

Aber um zu einer Lösung zu kommen muß Israel erst einmal einen Weg finden, wie es sein Unrecht einbekennt und so die Basis schafft, auf der man vielleicht zu einer Befriedung des geographischen Raumes kommt. Mit jedes Jahr neu geschaffenen vorauseilenden Tatsachen wird das nicht besser, sondern vergrößert nur das Schuldproblem, auf dem alles aufruht. Voriges Jahr war das die Ausrufung von Jerusalem als Hauptstadt, heuer ist es die Annexion der Golanhöhen. Ach ja, und alles ist so begründbar ... Wie gesagt: Ratio ist nicht Vernunft. Ratio ist nicht logos. Rationalismus ist nicht Denken.

Und es muß auch aufhören, seine "Feinde" durch Destabilisierung wie durch kulturelle Subversion zu zersetzen. Sonst stehen sich immer Gruppen gegenüber, die sich nicht vertrauen und den anderen immer als Angreifer sehen. 

Aber beginnen muß Israel. Dazu muß ein Weg gefunden werden, wie die Juden sich nicht mehr als von allen gehaßt und verfolgt und bedroht begreifen können. Alle Versuche, das gewissermaßen über militärische Garantien (der USA etc.) zu lösen greifen nicht, das hat sich lange genug gezeigt.

Denn dazu müssen die Juden als Juden einen Weg finden, wie man Schuld einbekennt und bereut, ohne sich dadurch als der Welt nunmehr (durch die Auslieferung, die jede Bitte um Vergebung eben darstellt) zur Vernichtung freigegeben weil unterlegen zu begreifen. Ist das lösbar? Denn Jones hat schon recht, wenn er sagt, daß er noch nie beobachtet hat, in der gesamten Geschichte nicht, daß Juden sich für von ihnen angestellte Taten entschuldigt hätten.

Und hier wird ein nächstes ontologisches Problem deutlich: Die Unfähigkeit zum Einbekenntnis der Schuld eines Volkes hat eben mit der Tatsache zu tun, daß sie Gott ermordet haben. DAS einzubekennen würde aber die Fundamente dieses Volkes vollkommen erschüttern. Das ist der tiefe Grund, warum es im Vorderen Orient keinen Frieden geben wird. Es sei denn, die Juden bekehren sich. Aber dieser Bekehrung muß ein Schuldeinbekenntnis vorausgehen. Und das heißt immer, sich ganz in die Hand des Gläubigers zu begeben. 

In dessen Hand sie ohnehin schon sind. Ist nicht Israels Politik, ist nicht auch das Verhalten vieler Juden "mit revolutionärem Geist" überhaupt nur unter diesem Gesichtspunkt verständlich? Als Versuch mit aller irdisch-menschlichen Kraft zu verhindern, daß diese Schuld offenbar wird, als solche erkennbar wird, und das heißt: Die Gläubiger zu zerstören. Gibt es aber Sinnloseres?

Für unsere menschliche Sichtweise ist also wirklicher Friede um Israel und das jüdische Volk unmöglich. Es kann nur ein Nebeneinander geben, mit möglichst hohen Mauern dazwischen. Aber für Gott ist bekanntlich ja nichts unmöglich.

Epilog

Wir sind nun schon einen weiten Weg gegangen, um dieses so komplexe und vor allem von vielen Denkverboten, Tabus und Ängsten beladene Thema auf seinen sachlichen Kern zu bringen. Mit Anti-Semitismus hat das nicht das Geringste zu tun. Es kann nicht sein, daß jede kritische Auseinandersetzung mit dem Judentum als "böse" punziert und verhindert wird. Denn um zur Freiheit zu gelangen, müssen wir wissen, was uns im Moment treibt, womit wir es zu tun haben, wenn wir mit der Welt zu tun haben. Und die Rolle des Judentums zu klären ist in jedem Fall notwendig. Gerade (sic!), um irrationale Gefühlsmomente auszutrocknen. Dazu muß man dem jüdisch-amerikanischen Intellektuellen Charles Moscowitz zur Ehre anrechnen, daß er sich rein sachlich mit den Thesen von E. Michael Jones auseinandersetzt. Und aus sachlichen Gründen deren Richtigkeit nicht bestreitet, sondern sogar stützt. 

Das versetzt uns hier, in unseren Ländern, allmählich in eine Lage, die dieser sehr alten, immer wieder aufbrechenden Frage auch sachlich gerecht wird. Eine Aufgabe, die wir schon längst hätten leisten müssen. Denn man muß die Vergangenheit kennen, verstehen lernen, um die Gegenwart und sich selbst zu verstehen. Um dann auch differenzieren zu lernen, was Ereignisse wie 1933-45 getrieben hat, und warum sie sich in dieser Form abspielen konnten. Weil sie auf eine unaufgearbeitete Vergangenheit aufbauen konnten, in der eben die jüdische Frage zur bloßen irrationalen Geste wurde, die der Sache nicht mehr gerecht wurde und so viel Elend brachte. Mit pauschalen Verdammungspflichten ist dabei niemandem geholfen, am wenigsten jenen, die behaupten, Ähnliches zukünftig verhindern zu wollen. Aber dazu müssen wir genau sehen, was die Juden überhaupt sind. Und was jene sind, die als (oligarchische) Juden oft genug und skrupellos das gesamte übrige Judentum als Volk, aber auch die übrigen christlichen Gesellschaften in Geiselhaft für ihre Interessen nahmen, die dann auch noch die Zeche dafür zahlen müssen.








*260319*

Samstag, 15. Juni 2019

Gottes eigenes Volk - Logos vs. Gesetzesreligion (3)

Teil 3)



Ein revolutionärer Geist, der freilich, wie Charles Moscowitz betont, bereits auf Adam und Eva zurückgeht. Denn was war Evas Griff nach der verbotenen Frucht anderes als ein Ausbruch aus dem logos? Muß man diesen revolutionären Geist also nicht als allgemein auftretende menschliche Rebellion gegen Gott sehen, als Wunsch nach dem "Sein wie Gott"? Seit Adam und Eva hat es also immer eine kommunistische Verschwörung gegeben, die sich gegen die soziale Ordnung richtete, die in Gott gegründet war.  Die gesamte Torah (das Alte Testament also) ist ja eine Geschichte des Kampfes gegen Gott, und viele dieser Kämpfe sind solche unter Juden selbst.

Nur - kann das der Grund sein, "die Juden" von allem freizusprechen, alles auf Einzeltäter zu reduzieren? Wenn man sieht, daß in allen revolutionären Bewegungen der Geschichte Juden eine so bedeutende Rolle spielten, wo ist dann die Grenze ab der man sagen kann "die Juden"? An der Argumentation von Jones wird einmal mehr die Problematik sichtbar, sich auf ein Volk zu beziehen, ohne das Wesen von Volk zu berücksichtigen. Ein Volk ist immer mehr als die Summe seiner Teile, und es ist mehr als die zufällige Versammlung einer Anzahl von Bürgern, die aus Guten und Bösen bestehen. Also muß man sich mit dem Geist eines Volkes auseinandersetzen, unter dessen Vaterschaft es sich erst zu einem Volk findet. 

Jones ist zwar irisch-deutscher Abstammung, aber die amerikanische Prägung ist ihm nicht abzusprechen. Die nämlich auch in ihrer Geschichtsbetrachtung von Einzelereignissen, von Evidenzen ausgeht, nicht von metaphysischen, ontologischen Gegebenheiten. Deshalb kann er hier nur darauf hinweisen, daß es doch kein Zufall sein kann, daß Jesus die Juden "Kinder Satans" nannte (Johannesevangelium), wofür sie ihn dann ans Kreuz schlugen. Es hat mit dem revolutionären Geist der Juden selbst zu tun. Damit beginnt sich die Argumentation zu verzetteln und kann letztlich nur auf Plausibilitätsschlüsse bauen. Das wird dem Thema nicht gerecht. 

Die Stellen aus dem Johannesevangelium (Kapitel 7) freilich, auf die Jones sich bezieht, sind deshalb interessant, weil sie die in "Gottes eigenes Volk" (man möge die Artikelserie vom Mai nachlesen) ausgebreitete Argumentation - was denn ein Volk überhaupt kennzeichnet - in sich birgt: Nicht nur, daß Jesus da sagt: "Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er inne werden, ob meine Lehre von Gott kommt, oder ob ich aus mir selbst rede." Damit sagt er, daß dem Judentum, das ein solches ist und bleibt, die Abkehr von Gott immanent ist. Denn wer Gottes Willen tut, ERKENNT, daß er der Erlöser ist, aus dem Gott spricht. Die bloße mosaische Gesetztestreue führt NICHT dazu. 

Das bestätigt er mehrmals erneut: "Ihr kennt weder mich noch meinen Vater. Kenntet ihr mich, so würdet ihr auch meinen Vater kennen." Um dann fortzusetzen: "Ihr stammt von unten, ich stamme von oben. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben. Denn wenn ihr nicht glaubt, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben." Und: "Wohl weiß ich, daß ihr Kinder Abrahams seid. Allein ihr strebt mir nach dem Leben, weil mein Wort bei euch keinen Anklang findet. Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gesehen habt." Sie erwiderten: "Unser Vater ist Abraham." Jesus entgegnete ihnen: "Wenn ihr Kinder Abrahams seid, so tut auch die Werke Abrahams. Nun aber geht ihr darauf, mich zu töten, mich, der ich euch die Wahrheit verkündigte, die ich von Gott vernommen habe. So hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters." Da sagten sie zu ihm: "Wir stammen doch nicht aus dem Ehebruch, wir haben nur Gott zum Vater." Jesus erwiderte ihnen: "Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben. Denn ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen." 

Ganz klar also definiert Jesus, was ein Volk kennzeichnet, was das Volk der Juden kennzeichnet, nämlich auch hier nicht die leibliche Abstammung, auf die sie ja noch verweisen könnten, sondern die geistige Vaterschaft: So sind sie Kinder des Satans. Nicht das, was aber SEIN Volk kennzeichnet. "Warum versteht ihr meine Redeweise nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Ihr habt den Teufel zum Vater und wollt nach den Gelüsten eures Vaters tun. Er war ein Menschenmörder von Anbeginn." Und später heißt es noch: "Wer aus Gott ist, hört auf Gottes Wort. Ihr hört nicht darauf, weil ihr nicht aus Gott seid."

DARIN gründet somit die These, daß die Juden selbst den revolutionären Geist in sich tragen, als Kinder Satans, wie Jesus sie nannte, WEIL und WENN sie ihn nicht erkennen. Daß so viele Juden in der Geschichte von Revolutionen (vom Arianismus angefangen, bis zur "Ehe für alle") wieder und wieder eine so erhebliche Rolle spielten, ist also kein Zufall, sondern Ausfluß aus dem Judentum an sich. 

Dieser Definition von Volk und Vaterschaft steht ganz klar die jüdische Position gegenüber, Moscowitz expliziert es sehr gut: Sie konnten und können Jesus nicht als Messias anerkennen, weil ein Messias ganz klare, sichtbare - nach irdischen Kriterien "erlösende" - Zeichen setzen wird und muß. Dazu gehört eben vor allem die Renaissance eines jüdischen Staates, Friede, Prosperität etc. Das hat Jesus nicht gemacht. (Denn sein Reich ist nicht von dieser Welt.) Und diese irdische Mission ist es auch, die so viele protestantische Bewegungen kennzeichnet, die von derselben Anspruchsebene ausgehen und so zu Geburtsorten der Utopien wurden und werden. Und damit sind wir bei der historischen Gestalt sämtlicher Revolutionen, die "alles auf der Erde gut machen" wollen.

Diese Positionen - Judentum und Christentum - sind damit niemals vereinbar, sie werden immer einander entgegenstehen. Bis zum Jüngsten Tag, der Wiederkunft Christi, an dem sich auch die Juden bekehren, wie die Schrift sagt. Da gibt es keinen "gemeinsamen" Weg. Also kann man nur einen Modus Vivendi finden, einen Weg, wie man mit- oder nebeneinander leben kann. Den die Kirche mit "Sicut Iudaeus non" definiert hat: Obwohl sie Juden sind, die uns unvereinbar gegenüberstehen, dürfen wir ihnen kein Leid antun. Aber sie haben auch nicht das Recht, unsere Gesellschaften zu zersetzen. DAS war der Grund, warum Juden von einflußreichen Positionen und sozialen Stellen ferngehalten wurden. Sie würden immer und überall aus ihrem Selbstsein heraus die christliche Gesellschaft schwächen. 

Und das ist der Grund, warum sich die Juden immer und überall in Gesellschaften zusammenfanden, wo sie unter sich waren. Denn auf dieser Position beruht auch eine völlig unterschiedliche Moralvorstellung. Die unvereinbar ist und weit tiefer geht, die in den angeblich "beiden gemeinsamen Zehn Geboten" keineswegs ihre wirkliche Gestalt annimmt. Das scheinbar Gemeinsame ist auch hier das eigentlich Trennende! Juden waren seit der Zeit der Römer in jeder nicht-jüdischen Gesellschaft unassimilierbar, weil sie selbst es nicht wollten.


Morgen Teil 4) Wie kann die Welt mit den Juden leben? 
Wie müssen die Juden in der Welt leben?





*260319*

Freitag, 14. Juni 2019

Gottes eigenes Volk - Logos vs. Gesetzesreligion (2)

Teil 2)



Es geht hier um nichts Geringeres, als den bis heute virulenten "Universalienstreit", in dem das Mittelalter sich aufgelöst hat. Haben Begriffe (Universalia, auf eine Weise also Abstrakta, die Reales zusammenfassen bzw. definieren) eine Realität, oder sind sie bloße Gedankendinge, die KEINE Relevanz für die Dinge und die Welt haben. Wenn man letzterer Meinung anhängt, löst man die gesamte christliche Erlösung, die gesamte Heilsökonomie, in Nichts auf. Es bleiben dann tatsächlich nur noch "Moralismen", Gebote. Was seine Vollendung in der Aufklärung fand. Seither wird definitiv bestritten, daß jeder Mensch (und alle Dinge) in universale(re) Formen (=weltformende Ideen aus Gott, dem Geist) schon nur kraft seines Daseins, seiner Existenz gestellt ist. 

So daß es so etwas wie "Volksschicksal" oder die "Haltung eines Volkes vor Gott" gibt, dem jeder Einzelne daraus zugehört und deshalb davon gleichermaßen betroffen ist. Man kann sogar so weit gehen, daß diese Haltung, diese Universalia abzustreiten, diesen "ontologischen Zusammenhang" abzulehnen, in einer psychologischen, sittlichen Haltung und Entscheidung gegründet gesehen werden kann. Der in sich bereits anti-transzendent, irdisch, weltimmanent ist. Dazu braucht es gar keine explizite "Zustimmung" mehr, wie die aufklärerische Idee eines "contract sociale" meint. Daß auf diese Haltung schließlich Hegel folgte, der diesen Geist weltimmanent sah und identifiziert zu haben meinte, so daß alles von menschlicher Ratio (die in der Dialektik auf eine Inkarnation Gottes im Wort hinausläuft, sozusagen) abhängt, ist nur mehr logisch.

Genau diese Wirklichkeit der Sprache und damit Vernunft - sie braucht eine lebendige Einbindung in den logos, sonst ist auch das irdische Rationale nicht vollständig und zwar nicht summativ, sondern qualitativ, so daß es Gnade braucht, um letztendlich vollendet "rational argumentieren und denken und verstehen" zu können - ist möglicherweise eines der Grundprobleme am Denken von E. Michael Jones. Der auf einem etwas zu oberflächlichen Verständnis von Hegel*** aufbauend an eine mögliche rationale Übereinkunft durch den Dialog aller Menschen glaubt. Eine solcher Dialog ist aber immer beschränkt! Er kann Unlogik aufzeigen, ja, aber nur bis zu einer gewissen Grenze, und insofern den Hunger nach Logik (und damit logos) wecken. Aber nur bei den Menschen, die "guten Willens" sind! Das war ja deshalb die Botschaft der Engel bei der Geburt des logos: "Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen, die guten Willens sind."

Mit anderen Worten: Die Logik innerhalb der Sprache und damit des Denkens läßt sich OHNE LOGOS gar nicht vollziehen, sie bleibt defiziös, und zwar in sich qualitativ. Erst im Anschluß an den logos, also im Glauben, im Guten Willen, kann deshalb auch innerweltlich wirklich logisch argumentiert werden. Dialektik im Sinne Hegels aber ist bereits ein defiziöses, nur immanentistisches Sprechen, dem seine eigentliche Komponente - die "Sprache hinter der Sprache", wie Heidegger es nannte - fehlt, oder dem eine falsche Voraussetzung (als jeder Sprache, jedem logischen Vorgang implizite Annahme zahlloser Bedingungen, William M. Briggs zeigt das sehr schön in der Mathematik) zugrunde liegt. 

Und deshalb - weil die Universalia abgelehnt werden, und das ist bereits die Verweigerung des logos als der stillen Grammatik der Welt und des Menschen, der in der Inkarnation Christi in der Welt Zugang zum logos hat, das ist ja das Große an der Menschwerdung Gottes - führt so eine Diskussion, wie sie hier stattfindet, zwischen einem Juden und einem Katholiken, regelmäßig zum selben Ergebnis: Was ein Jude IST, ist nicht zu erfassen. Denn auch Moscowitz sagt in dem Moment, wo JUDEN etwas tun, das er als gegen die Torah gerichtet sieht, daß das eben KEINE JUDEN seien. Er gibt sogar zu, daß das Judentum durchsetzt ist von Irrlehren, ja von satanischen Lehren, und es gibt strukturell keine Möglichkeit, das zu bereinigen. Wenn das gelänge, könnte das "wahre Judentum" bleiben, und das entspricht nicht den Kriterien des Anti-Logos, die Jones (so richtig) aufzeigt. 

Daraufhin trennt auch Jones im Gespräch "Judentum" von "Juden", und bezeichnet das, was er kritisiert, als Geisteshaltung des "jüdisch revolutionären Geistes" als eine im Judentum verbreitete Haltung. Es bezieht sich also auf Figuren wie Trotzki, der ein Jude war. Und zwar ein Jude ganz im Geiste des "Jewish Revolutionary Spirit". Moscowitz geht sogar so weit zu sagen, daß Trotzki ein anti-jüdischer Revolutionär war. Und es ist leider nicht von der Hand zu weisen, daß viele Juden in revolutionäre Geschehen verwickelt waren. Aber das hat auch konkrete Gründe, wie den Holocaust, die Verfolgung, die sie erleiden mußten. Die Sache dreht sich also im Kreis ... reduziert sich der jüdisch-revolutionäre Geist also doch auf ein paar Personen, auch historisch, denen der ganze Rest der Juden dieses schlechte Image zu verdanken hat, der zu den Pogromen, Ausgrenzungen etc. führte?

Denn wenn man etwa von der französischen Revolution ausgeht, so war natürlich John Dee mit seinen Agenten, die er nach Frankreich schickte, um das dortige katholische Land zu zersetzen, maßgeblich an den historischen Ereignissen 1789 beteiligt, das stimmt. Aber gibt es nicht weit effektivere, mächtigere Geheimbünde und Mächte - wie die Illuminati? Und die haben nichts mit Juden zu tun. Ihr Gründer Adam Weishaupt, deren Gründer (wie Gründer von Freimaurerbünden), war ein Rechtsgelehrter aus Bayern. Diese nicht-jüdischen Geheimbünde verfolgten dann das belegbar definierte Ziel einer Weltregierung, einer Zerstörung des Klerus und der Kirche, und der Implementierung einer internationalen Ordnung, die auf Kollektivismus aufgebaut sein sollte.  

Diese Freimaurerbünde, die dann für die Französische Revolution letztlich verantwortlich waren, sind, wirft Jones ein, aus den Puritanern hervorgegangen. Und deren Geist ist der Geist des Judentums, ihr Ziel war wie Juden zu handeln. Von dort kommt die Idee eines "Tempels" (Kern- und Angelpunkt des Judentums, nun auch der Freimaurer- und Illuminatibünde), und von dort kommt das Schema sämtlicher europäischer Revolutionen. Die Illuminati ins Zentrum zu schieben, war der Versuch, die jüdischen Spuren zu verwischen, denn die stießen in Europa auf Widerspruch. Ohne diese puritanischen Judaisierer hätten sich die Illuminati nie so entwickeln können. Die tatsächlich eine genuin katholische Bewegung waren. Die die Jesuiten ersetzten und deren Rolle übernahmen.**** Aus dieser Konstellation heraus kamen die Illuminati in eine Einflußposition, in der sie die katholische Lehre auf den Kopf stellten und als Mittel politischer Kontrolle mißbrauchen konnten.


Morgen Teil 3)


*Hier haben wir das Dilemma des Mißverständnisses was "Vernunft" anbelangt, im Englischen noch dazu geplagt vom sprachlichen Mangel, der es für die Philosophie so untauglich macht: Es kennt keine Unterscheidung zwischen Vernunft und Rationalität. Israel ist "rational", ja, aber ohne Ausrichtung zum logos wird "Rationalität" zur simplen "Cleverness". Ohne sittliche Haltung zum logos hin verdorrt die Sprache (als Denken beziehungsweise Ort und Material des Denkens) zur a-moralischen Cleverness. Und das meint man heute sogar, wenn man "Intelligenz" sagt, weil man damit eigentlich nur jene Fähigkeit meint, bestimmte (logische) Teiloperationen durchzuführen. Also kommt auch im Judentum zur Ratio - die Moralität durch "Gebote" VON AUSZEN dazu. Es kennt eben nur als separaten, ergänzenden "Teil", was im logos ein die Sprache, das Denken DURCHDRINGENDER, FORMENDER Aspekt ist. Egal welches Judentum man also meint, auch das vorchristliche, es ist deshalb eine Gesetzesreligion.

**Wenn man der Blutslinie als Merkmal für "Volk" folgt, sind sogar alle Menschen EIN Volk, weil ja alle (auch nach dem Glauben der Juden als Torah-Bezogene) von einem Paar abstammen. Dann läßt sich ein "jüdisches Volk" schon gar nicht mehr argumentieren.

***Also nicht sieht, daß Hegel das Problem, wie ein transzendenter Geist in die Welt kommen sollte, nicht lösen kann. Des Pastorensohn Hegel "treues" Bekenntnis zu einem Gott ist also bereits zutiefst leer. Karl Marx hat deshalb ganz richtig erkannt: Hegel ist der perfekte Philosoph des Weltimmanentismus, des historischen Materialismus. Es braucht für seine Weltkonzeption keinen Gott. Was sich perfekt mit dem Ideologiegebäude des Darwinismus als "naturwissenschaftliche Wahrheit" trifft.

****Und aus diesen Einflüssen ging später Siegmund Freud hervor, dessen Lehren die abendländische Kultur von innen heraus zersetzt haben - die sich somit als konzentrierter Ausfluß des jüdisch-revolutionären Geistes darstellen. Weil sie die Motivik des Menschen als materialistisches Geschehen darstellen und relativieren, somit deren absoluten Wert und Dimension (weil sie immer eine Stellung vor Gott betreffen, nur von dorther also Sinn haben) ablehnt.





*260319*

Donnerstag, 13. Juni 2019

Gottes eigenes Volk - Logos vs. Gesetzesreligion (1)

In diesem (nächsten) Interview mit einem Juden arbeitet E. Michael Jones die Argumentation noch schärfer heraus: Es geht nicht primär um jene Juden, die der Torah folgen, sondern um eine Grundhaltung, die aus dem Judaismus hervorgeht, der sich aus der Verweigerung von Jesus Christus als Messias direkt als Anti-Logos konstituiert hat und konstituiert. Charles Moscowitz, ein Podcaster und Autor in den USA, kontert genau auf diesen Punkt hin: Ja, Jones hat mit seinen historischen Fakten, die er in "The Jewish Revolutionary Spirit" anführt, Recht, viele Juden waren tatsächlich in revolutionäre Agenden verwickelt und oft genug maßgebend. 

Aber diese Juden sind auch innerhalb des Torah-bezogenen Judentums Häretiker und Abweichler, Kommunisten, was auch immer. Deshalb ist es auch falsch zu sagen, daß "die Juden" hinter der Agenda der Homosexuellen-Ehe (Gay Marriage) stehen. Selbst wenn tatsächlich die Drahtzieher hinter diesen Bewegungen nach Aussagen von Juden selbst (Amy Dean) eben Juden sind. Die Torah aber lehnt Homosexualität ab, und also lehnen auch Juden sie ab. Anders als die Christen, haben eben die Juden nie den einen König oder Papst oder was auch immer gehabt, deshalb gibt es im Judentum so eine Fülle von Richtungen und niemanden, der sie mit Autorität ordnet.*

Jones führt als Beleg für die Haltung des Anti-Logos Israel an - ein Land, das auf der Prämisse der Verleugnung des logos gegründet wurde. Was mit den Palästinensern passiert, ist eindeutig gegen den logos und im übrigen auch gegen die Torah gerichtet. Moscowitz widerspricht. Jones meint jene, die auch in Rebellion gegen die Torah stehen. Das gibt es auch im Katholizismus, Katholiken, die eigentlich Kommunisten sind und die "Ehe für alle" propagieren. Was in Israel geschieht, kann nicht als Anti-Logos gesehen werden. Hier kämpft ein Staat, ein Volk ums Überleben gegen eine Übermacht offener Feinde (wie dem Iran), die an seiner Vernichtung arbeiten. Man könne nicht sagen, daß die dortigen Juden anti logos sind, im Gegenteil, der Verstand, die Ratio spielt in Israel eine enorme Rolle.*

Was Jones natürlich nicht bestreitet, denn ohne Ratio kann kein Mensch überhaupt auch nur bestehen. Aber sein Verständnis von Jude ist, daß Jude zu sein als Identität die Rebellion gegen den logos IST

Was leider im Gespräch etwas zu wenig herauskommt, ist der Kern der Sache, der im Video nur umkreist wird. Wer Christus zurückweist bzw. nicht als Deus Incarnatus (als inkarnierten Gott) annimmt, der KANN nämlich gar niemand anderes sein als ein Zurückweiser des logos, der ist es immanent, "automatisch". Deshalb ist diese Haltung des Anti-Logos nicht auf die von Moscowitz "Abweichler vom Judaismus" genannten Personen einzuschränken. Wer sich aber gegen den logos stellt, der weist auch die Vernunft zurück. Und das drückt sich in einer Linie in seiner natürlichen rationalen Tätigkeit aus, weil diesem Verstand seine Unterfütterung mit dem Willen Gottes (dem Sein) fehlt. Er wird zwar die Ratio benutzen, keine Frage, aber er wird und muß Rationalist sein, denn er kann den Verstand gar nicht lebendig und ganzheitlich mit dem Willen Gottes verbinden und nähren. Es gibt keinen "zweiten" jüdischen Weg, der sie von dieser Ablehnung von Jesus Christus gewissermaßen dispensiert, sodaß sie auch trotzdem (naja, bis sie halt wie die "messianischen Juden" Jesus als Messias anerkennen) Zugang zum in der Welt wirkenden Willen Gottes (in der Vorsehung) haben. 

Wer Christus ablehnt, wer nicht getauft ist, ist vom Heiligen Geist abgetrennt. Damit fehlt auch seinem irdischen Denken (Ratio) jener lebendige Geist, jenes Blut, der beziehungsweise das aus dem innertrinitarischen Leben kommt. Sein Denken mag sich mühen, ja, aber es wird nicht in sich die Ausrichtung auf Gott haben (ein wenig vorstellbar wie ein Magnet, der aus einem zuvor chaotischen Haufen Eisenspäne sämtlich auf ihn hin ausgerichtete Eisenspäne macht).

Moscowitz "respektiert" diese "katholische" Position, teilt sie natürlich nicht. Und sieh da, er folgt genau der Linie, die wir vor Wochen in "Gottes eigenes Volk" anhand eines Buches von Roy Schoeman expliziert haben: Moscowitz bezieht sich auf die Berufung der Juden durch Gott selbst, auf dem Berg Sinai, wo er ein ewiges Versprechen gab. Und Gott bricht nie seine Versprechen. Damit setzt Moscowitz auf dieselbe (weitimmanente, irdische, nicht transzendente) Linie des "Blutes", des rassischen, durch Blut vererbten Merkmals, das zum Juden und damit zum Volk macht. Wir haben also vor Wochen exakt den Punkt getroffen, um den es auch hier geht: Um die Definition von Volk, noch mehr aber von Vaterschaft als Kopf jedes Volkes (als Familie im Sinne von "Haus").** 

Der jüdische Intellektuelle weist darauf hin, daß sich das Judentum auf die Torah bezieht, und die ist auch für die Katholiken (und das ist richtig) Wort Gottes. Jones aber weist darauf hin, daß daraus beziehungsweise darauf ein Geist gesetzt wird, der die Rebellion gegen Gottes Wort ist, WEIL der Erlöser Jesus Christus abgelehnt wurde und nach wie vor wird. DAS ist der Kern dieser Rebellion, die in Wahrheit eben eine Rebellion GEGEN DIE TORAH ist. Denn diese ist ein einziger Weg zur Erfüllung in Jesus Christus. Wer diesen Weg nicht annimmt, lehnt die Torah ab, auch wenn er das bestreitet. Er lehnt das ab, was der Torah zugrunde liegt - den logos. Denn die Torah kann nicht als toter Buchstabe gesehen und gelesen werden, sondern muß aus einem Geist herausgelesen werden. Und dieser Geist ist der Geist des logos. 

In der Zurückweisung des Erlösers - "Sein Blut komme über uns" heißt es im Neuen Testament - hat sich DAS VOLK der Juden gegen den logos erhoben. Das heißt natürlich nicht, daß jeder einzelne Jude damit einverstanden war. Aber ALS JÜDISCHES VOLK ist diese Rebellion das Schicksal des gesamten jüdischen Volkes und damit aller einzelnen geworden und bis zum heutigen Tag geblieben, die sich noch als "Juden" sehen. Wir haben also hier, um das Gemeinte zu verstehen, mit dem Prinzip des "mystischen Körpers" zu tun, der in den Gedanken "Stellvertretung", die vor geraumer Zeit hier ausgearbeitet wurden und die auch das Prinzip der christlichen Erlösung sind, das "einer für alle - alle für einen" nachvollziehbar aus Volk auch geistige und schicksalshafte Gemeinschaft macht. 

Wir sprechen hier von einer ontologischen, also im Sein verankerten, aus dem Sein hervorgehenden (bzw. im Seienden als seinsverweigernde und -verfehlende Richtung angelegten) Tatsache, die nicht mit individuellem Verhalten oder Meinen oder Widmen etc. etwas zu tun hat. Übrigens muß aus genau diesem Grund jemand, der sich taufen läßt, persönlich oder durch Paten vertreten auch der Zugehörigkeit zum Nicht-Logos WIDERSAGEN, sich also davon lossagen. Noch ein Grund, warum Schoemans Argument, daß man Jude bleiben könne, wenn man Jesus Christus als Messias anerkannt habe, nicht zutrifft.

Daß das der springende Punkt in der gesamten Diskussion ist, wird klar, wenn man sieht, wie sehr sich Juden dagegen sperren, vom "jüdischem Volk" zu sprechen, wie schwierig es ist, dies überhaupt zu definieren - aber wovon spricht man dann bei "den Juden"? Die Argumentation wird in dem Punkt regelmäßig kaum noch greifbar, wir haben es vor Monaten in einer ähnlichen Diskussion bereits gesehen. Aber leider kann auch E. Michael Jones der Sache nicht wirklich den Zahn ziehen, und wir werden bald sehen, warum.

Morgen Teil 2)


*Dieses Problem hatten die arabisch-iranischen Kalifen im 8., 9. Jahrhundert erkannt, und versucht, diese neue Religion "Islam" (und der Name "Unterwerfung" stammt vermutlich aus genau solchen Bestrebungen) unter EIN Lehramt zu bringen, weil die Muslime sonst nicht im Ganzen ansprechbar sind und zu keinem Volk werden. Es blieb bei Versuchen, die muslimische Welt ist maßlos zersplittert. Das ist eines der Merkmale, die sie dem Protestantismus auch innerlich so ähnlich machen. Politisch hat es zu einer Herausbildung eines Kalifenamtes geführt, die diesem nahezu Göttlichkeit zumaß. Wer die Auseinandersetzungen des Stauferkaisers Friedrich II. mit dem Papst, dessen Affinität mit dem ägyptischen Sultan, mit dem er gut Freund war, ansieht, stößt auf genau diese Tatsache. Friedrich überlegte sogar, sich in den Vorderen Orient zurückzuziehen, um dieses absolute Einheitskonzept durchzusetzen, bei dem ihm in Europa der Papst im Weg stand.