Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Dieses Blog durchsuchen
Dienstag, 30. August 2022
Gedankensplitter (1434c)
Montag, 29. August 2022
Gedankensplitter (1434b)
Sonntag, 28. August 2022
Gedankensplitter (1434a)
Donnerstag, 2. Dezember 2021
Keine Warnung, sondern Indiz (2)
Die Fäden laufen wieder zusammen. Die aber nicht die Ideen gesponnen haben, sondern der Plan göttlicher Vorsehung an der Hand der Engel auswarf, auf daß sie sich im Streit mit der schon vorhandenen Erde realisierten. Denn wo Gott gelassen bleibt, müssen die Engel immer streiten. - Genauso wenig kann man "die Geburtenrate erhöhen", "den Wohlstand fördern" oder "das Klima retten." Aber eine konkrete Tat charmanter Umgarnung beim Treffen mit der leuchtend schönen Frau Brzesina am Hofeingang, beim anschließenden Schweigen vor den Nachbarn, beim Ignorieren bestimmter Menschen vollzogen, wirkt sich auf "die Geburtenrate", auf "die Steuerquote", auf "die Bevölkerungsdichte im 10. Bezirk" und auf die Zahl der Dieselfahrzeuge im SUV-Format aus. Und so weiter.
Daran gedacht hat der Herr Kössitz (eigentlich "Herr von Kössitz und zu Schönau") aber nicht, Gottseidank in den Minuten nicht, in denen er Frau Brzesina (nun "Gerti'chen") ans Mieder ging (die er nun heiraten wird, was nächste Auswirkungen hat). Und warum bzw. was hat das "gefördert" oder "bewirkt"? Weil die Stimmung in der Bevölkerung ziemlich lebensfroh und optimistisch war.
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Keine Warnung, sondern Indiz (1)
![]() |
| QR Wölfe vor Paris |
Sonntag, 22. März 2020
Hymne der Gleichschaltung
Sonntag, 25. August 2019
Man denkt anhand eines Du (4)
Das Problem ist nicht primär aber Thomas von Aquin. Der immerhin das Abendland wieder auf gesunde metaphysische Beine stellte, so daß klar war, daß man tatsächlich Gewißheiten über die Welt gewinnen kann, und zwar denkerisch. Das Problem ist, sagt Jones (mit dem VdZ unisono), die von ihm immer noch verwendete Metaphysik von Aristoteles, die nämlich statisch ist. Und damit der dynamischen, trinitarischen Struktur der Welt nicht gerecht wird.
Man kann viel von Thomas lernen, gewiß. Wenn man aber den Sinn der Geschichte erkennen will, sollte man sich an Augustinus wenden. Thomas hat sich nie, meint Jones, ausreichend damit befaßt, vielleicht hat er dazu nur zu kurz gelebt. Für Thomisten spielt deshalb die Geschichte auch kaum eine Rolle.
Anders als für Augustinus, der die Gegenwart Gottes in der Geschichte erkannt hat. So daß die Geschichte die Geschichte göttlicher Vorsehung wird, der die Geschichte mit Christi Geburt betreten, und nie mehr verlassen hat. Nur durch Kenntnis der Geschichte kann man also die Göttliche Vorsehung verstehen. Zeit ist nicht, wie Aristoteles (oder später Newton) glaubten, die Summe der Bewegungen. Ja, Zeit ohne Bewegung gibt es nicht, das ist richtig. Aber Zeit ist nicht die Summe aus für sich stehenden Bewegungsabläufen.
Wer aber nun meint, daß dieses Konzept Hegelianischen Ursprungs sei, muß sich von Jones eines Besseren belehren lassen. Denn dieser meint, daß es nicht vorstellbar ist, daß Hegel nicht ... Giambattista Vico kannte. Der mit seiner "Nuova Scientia" enormen Einfluß auf jene geistigen Kreise gewann, die auch Hegel bestimmten: Mit einem Goethe, einem Herder, einem Hamann. Die gesamte Aufklärung in Deutschland leitet sich somit von Vico her.
Warum hat Hegel das nicht zugegeben, nirgendwo erwähnt? Interessant, was Jones hier als Erklärung anführt: Hegel hat 1806 in Jena seine "Phänomenologie des Geistes", sein Hauptwerk also, verfaßt, diese "Trinität aus der Sicht der Aufklärung". Zur selben Zeit, wo Goethe seinen Faust I schrieb. Und wer erschien 1806 in Jena? Napoleon. Von dem Hegel meinte, er sei der Geist der Geschichte. Zur selben Zeit war das Stubenmädchen im Haushalt von Hegel schwanger. Von eben diesem.
Hegel war freilich brilliant genug um zu begreifen, daß er, wenn er den Sinn, den logos der Geschichte durch die Zeit bewegen wollte, er dies nur über die Dynamik der Dreifaltigkeit konnte. Aber wie begriff man die? Durch Sittlichkeit, durch Askese, durch Kontemplation. Denn die Dreifaltigkeit läßt sich mit Aufklärung nicht erklären - sie beruht auf göttlicher Selbstoffenbarung. Sie zu erkennen ist deshalb Gnade. Und Gnade braucht Sittlichkeit.
Aber diese sittliche Kraft fehlte ihm. Es mußte also einen anderen Motivator geben. Und hier griff Hegel nun auf seine lutherische Herkunft zurück. Auch Luther, dieser "Lustmolch", hatte seine Theologie ja zu einer einzigen Rechtfertigung seiner fehlenden Sittlichkeit und Schwäche gemacht, wenn er behauptete, daß der Mensch ohnehin nichts zu seinem Heil "leisten" könne (also könne man auch lasterhaft wie Luther leben). Also mußte es auch für Hegel einen Weg des Sinns durch die Geschichte geben, der vom Menschen und seiner Sittlichkeit unabhängig war.
Also wurde die Geschichte zu einem automatisierten Ablauf, und der menschliche Wille für unfrei erklärt. Hegel wie Luther haben also dasselbe Profil: Sie fanden nicht die Größe, mit ihrer Schuld umzugehen! Stattdessen haben sie sie wegerklärt. Luther mit der Unfreiheit, Hegel mit der Automatik der Geschichte, der von ihm so genannten Dialektik. Die jede Dreifaltigkeit ersetzte. Fortan war Fortschritt - der natürlich in der Erlösung endete, so daß diese Dialektik mit mechanischer Gewißheit in einer Weiterentwicklung besteht, die genauso sicher kommt, wie bei Luther die Erlösung - völlig unabhängig von der menschlichen Sünde, Geschichte hatte mit menschlicher Sünde nichts mehr zu tun, ja war ein Weg "der Vernunft", des logos somit, sie aus sich heraus zu überwinden.
Das Universum ist für Hegel Sünde, aber deren Mechanismus ist die Dialektik, die aus Schlechtem immer Gutes macht. Und damit landen wir in der Geschichte des logos direkt im Marxismus und Kommunismus, der den Sieg des Proletariats als bereits feststehend verkündet, weil die Sünde der Welt sich als Klassenkampf institutionalisiert. Damit hat Hegel buchstäblich Europa ruiniert! Warum? Weil er keinen Zugang zur Beichte fand, und sich der Sünde nicht stellte.
Damit endet dieses Video-Gespräch. Und wir meinen, nicht mehr viel dazu sagen zu müssen. Was wir am Beginn dieser Reihe als problematische Momente im Denken von E. Michael Jones festgestellt hatten - sie scheinen nunmehr von ihm selbst korrigiert. In einem großartigen Bogen liefert Jones einen brillianten Abriß der europäischen Geistesgeschichte und Wirklichkeit, der jede Minute lohnt, und berechtigte Vorbehalte aus früheren Vorträgen, in denen er eine falsche Ineinssetzung von Dialektik und Göttlicher Vorsehung vornahm, korrigiert und damit ausräumt. Deo gratias.
Aktueller Hinweis: Nachdem immer wieder sämtliche Videos von E. Michael Jones auf Yotube gesperrt wurden, bringen wir den Link zu seiner Webseite CultureWars.com, wo sämtliche Videos abrufbar sind.
Unterstützen Sie dieses Blog!
Samstag, 24. August 2019
Man denkt anhand eines Du (3)
Unterstützen Sie dieses Blog!
Freitag, 23. August 2019
Man denkt anhand eines Du (2)
Donnerstag, 22. August 2019
Man denkt anhand eines Du (1)
Unterstützen Sie dieses Blog!
Sonntag, 18. November 2018
Die Schatten des Wirklichen in der deutschen Gegenwart (3)
Das zeigt am eindringlichsten, daß die institutionalisierten Staaten und ihre Institutionen nur noch der fiktiven Behauptung und dem Erhalt des nominellen Staatsgebildes dienen, nicht mehr seine eigentliche Gesundheit weil selbstverständliche Einheit aus Volk und Staat hat. Diese Eigenart der Politik ist besonders deutlich eben in Staaten zu erkennen, deren Bestand eine rein positivistische Behauptung ist. Deutschland etwa. Oder die USA. Österreich nicht weniger. In diesen Ländern ist auch der öffentliche Disput ganz besonders eingeschränkt, unfrei und Objekt von Steuerungsversuchen.
Das ist nicht zu verwechseln (wenn auch nicht ganz leicht zu unterscheiden) mit dem legitimen Bedürfnis einer homogenen Volk-Staat-Einheit, in der die Mehrheitsanschauung im Sinne einer Kultureinheit bestimmte öffentliche und destruktive Meinungsdarstellungen (nicht Meinungen selbst! dafür braucht es immer einen Raum, wo alles, wirklich alles möglich ist, und sei es als Karneval) verhindern möchte. Deshalb ist in unseren seiner Grundlagen fremden Staaten die Forderung nach Meinungsfreiheit innerhalb eines gleichbleiben sollenden Gefüges ein zweischneidiges Schwert, das ist vielen gar nicht klar.
**Kurz gesagt: Unsere europäisch-abendländische Kultur fand im Mittelalter seinen Höhepunkt. Um dann, nach Rückzugsgefechten, Erhaltungskämpfen und Selbstbehauptungsversuchen im Spätmittelalter, ab der Renaissance einen sich mehr und mehr beschleunigenden Abwärtskurs einzuschlagen, in dem sie sich immer mehr zu verfehlen begann. Bis wir uns heute völlig verfehlen. Dann aber muß eine Kultur definitiv zerfallen. Der Westphälische Friede hat somit auf einer Lawine, die bereits talwärts rutscht, noch einmal eine Kulisse zu errichten versucht. Aber es war gar kein Gebäude mehr, denn auf rutschendem Fundament läßt sich nichts mehr errichten. Es war nur "Zeitgewinn".
Samstag, 17. November 2018
Die Schatten des Wirklichen in der deutschen Gegenwart (2)
Zurück aber zu Münkler, zurück zu seinem Vortrag und seinem Zeigen von vier Grundlinien, die das Geschehen, das wir 30jährigen Krieg nennen, trugen und vielfach verstehen lassen. Da ist einmal die staatlich-konstitutionelle Ebene, in der das Kaiserreich seine Souveränität nicht angezweifelt lassen konnte, wie es die Böhmen (und die Niederländer) taten. Denn damals wie heute ist die Reputation eines Staates wichtigstes Instrument in der Außenpolitik, und damit im Eigensein eines Landes. Denn jedes Land findet sich ja in einem größeren geographischen Raum wieder, mit Ländern und Völkern und Interessen, mit denen er wechselwirkt. Zeigt ein Land Schwäche, kann es seine Interessen in diesem Raum nicht mehr ausreichend wahrnehmen, so daß die Entwicklung im Volksleben (kulturell, wirtschaftlich) leidet.
Am ehesten trug diese Frage noch zur Schärfe jenes Konflikts bei, den Kaiser Ferdinand durch Verschiebung des Kurfürstentitels der Pfalz zum Bayrischen Herzog hin riskierte. Den er wiederum aus militärischen Gründen brauchte. Damit aber verschob sich das Gewicht unter den Kurfürsten, die ja den Kaiser wählten, zugunsten der Katholiken.
In diesen Fragen zeichnet sich bereits die Frage um die Natur der Herrschaft ab, die dann in den Absolutismus mündete. Wie er in Frankreich vorbildlich (gewissermaßen) für den Rest Europas wurde. (Schon aus diesem Grund ist das Studium von Ludwig XIV. - mit seinem Kanzler Richelieu ("Könige herrschen, Regierungen regieren") so interessant, der in vielem an den Stauferkaiser Friedrich II. anknüpft, ohne es zu wissen. Sie endete auch in Österreich im Absolutismus der Aufklärung, endgültig in Maria Theresia und ihrem Sohnes Josef II. Sie schufen ein künstliches Österreich. Was sonst hätte 1918 zerfallen können?
Es ist alles also viel grundsätzlicher, als es scheinen mag, die Fragen sind (bis heute) dieselben. Und kamen in der Geschichte Bayerns, als Beispiel, unter Ludwig II. zu tragischer neuer Bedeutung. Weil gerade an diesem entscheidenden Punkt eines neu entworfenen Bismarck'schen "Deutschen Reiches" als "Deutschland". Das aber nur nebenbei. Der Leser möge damit angeregt sein nur nicht glauben, daß diese Herren alle "auf der Nudelsuppe daher geschwommen" kamen. Die wußten schon, welche Bedeutung ihre Fragen hatten. Wissen wir das aber heute noch? Der VdZ meint - nein. Wir sind ein völlig ahnungsloses Zeitalter, ja - ein extrem dummes, vertrotteltes Zeitalter.)
Wir gehen auf diesen Punkt, den wir hier schon öfter behandelt haben, deshalb näher ein, weil man aus dem Begreifen des 30jährigen Krieges sicher auch besser begreift, warum der VdZ immer davon spricht, daß die Ereignisse von 1871 (wo Deutschland als Staat - wenn man es auch Reich nannte, was aber eher nur noch Camouflage war, um Zustimmung bei allen Einzelstaaten formell zu rechtfertigen - entstand) eine Fehlgeburt war, die scheitern mußte. Und heute dabei ist, zu zerfallen.
*Ein Detail, an das man sonst kaum denkt: Es gab nämlich auch Profiteure, die in dieser Zeit aufblühten und reich wurden. Hamburg als logistisches Zentrum etwa. Oder Städte wie Nürnberg, Steyr, Waidhofen/Ybbs, die Waffenschmieden waren. Nicht zuletzt wurde Wallensteins Nordböhmen und -mähren reich, weil es Lebensmittel liefern konnte, was den Schweden freilich nicht verborgen blieb.
**Robert Spaemann zeigt in seinem großartigen Buch über Rousseau, wie der heutige Mensch in allen seinen Regungen, Denk- und Lebensweisen sich in diesem Gipfelpunkt der Aufklärung bereits vorfindet, daß man nur verblüfft sein kann. Auch das ist ein Hinweis darauf, daß wir heute nur die Vollendung der Aufklärung sind, diese also heute ihre Verwirklichung erlebt.
Freitag, 16. November 2018
Die Schatten des Wirklichen in der deutschen Gegenwart (1)
Genau in diesem Punkt zieht Münkler eine wirklich interessante Parallele. Denn darin zeigt er indirekt, daß die Entwicklung seither (um die sich der Wiener Kongress 1814/15 noch einmal so intensiv bemüht hatte, so daß er sie längere Zeit aufhalten konnte) ein grundsätzlicher Irrtum war. Denn genau das hat sich 1943 vollendet, das man deshalb als das Ende dieser Art von Kriegsauffassung bezeichnen kann, die 1648 formiert wurde. Da war Stalingrad einerseits als das Ende des Glaubens an Entscheidungsschlachten (in Kursk 1944 noch einmal versucht, aber das war nur noch ein verzweifelter Versuch), und mit dem Beginn des Bombenterrors der Alliierten anderseits. Seither herrscht so etwas wie Schockstarre.
Diese mittlerweile allen bewußte Tatsache - daß sich jeder Krieg unter Staaten zum Krieg einer marodierenden Soldateska gegen die Bevölkerungen ausweitet - bestimmte allmählich das politische Denken seither. Und in der Gegenwart werden bereits gar keine Kriege mehr gefochten. Stattdessen findet ein Kampf gegen bestimmte Personen und Gruppen statt. Siehe Cyberwar. Siehe Drohnen. Siehe die immer noch nicht ausreichend rezipierte psychologische Kriegsführung, die den "harten Krieg" weitgehend schon völlig ersetzt hat. Denn heute fallen Staaten und entscheiden sich Kriege durch gezielte Zersetzung ihrer inneren Ordnung, und werden durch den Selbstmord der Feinde gewonnen.
Diese reine Aneinanderreihung von (immer damit willkürlich sein müssenden) Tatsachen hat zwar auch seinen Wert, aber sie ist in den Augen des VdZ für einen Historiker - und schon gar für einen Leser - nicht ausreichend und eine rationalistische Berufsverfehlung. Der VdZ kannte Münkler bisher nur unter dergestalten Herangehensweisen, und dessen Aussagen zum Ersten Weltkrieg, die der VdZ kennt, sind entsprechend aussagelos. Aussagelos wie die Bücher von Rauchensteiner. Aber gut, das ist ein Merkmal des heutigen Mißverständnisses von Wissenschaften: Viel - von nichts. Münkler hat diese Impotenz aber in diesem Vortrag durchbrochen. Wenn auch nicht zu Ende geführt.
Es zeigt sich hier wohl, was jedem einsichtig ist: WAS man tut, hängt direkt mit den Anforderungen zusammen, also mit dem Beziehungsfeld, dem Rahmen. Er erst gibt das Wesen vor, er erst (im Faktischen) bedingt seine Wirklichung und damit WELT. Eine derart lächerliche, kastrierte Gesellschaft, wie wir es in allen Bereichen sind, wird deshalb nur Kiki und Lulus zur Antwort bekommen. Der Spiegel wirft diesmal wirklich nur das Gespiegelte zurück. Münkler hatte hier offenbar Glück, der Vortrag ist in den Augen des VdZ seine bislang beste Leistung. Die vielen sonstigen seiner Äußerungen, wie sie in Buchform oder im Netz abzurufen sind, sind belanglos und irrelevant, sind nur Datumfülle, ohne je zum Faktum zu werden. Denn das wird ein Datum nur durch Sinn.
Donnerstag, 15. November 2018
Die Schatten des Wirklichen in der deutschen Gegenwart (0)
Was wir heute erleben, ist deshalb der Konflikt von Todesangst und Todessehnsucht, ist Sterbeschmerz und Flucht davor. Die Geburtsschmerzen, die sich da hinein mischen, und die wir freudig-bangend begrüßen sollten, die sehen wir aber nicht. Und deshalb sehen wir auch nicht, wo Furcht und Schmerz nur das Zerfallen und Loslassen eines Scheins bedeuten, in den hinein wir uns trotzig-angstvoll gegründet haben.
Dienstag, 11. September 2018
Eine der vielen unwahren Legenden (2)
Aus diesem Prinzip heraus aber läßt sich sogar eine Verbindung zur stellvertretenden Sühne Jesu Christi herstellen, der als "König der Könige" stellvertretend für die gesamte Menschheit, die ihm als König wesenhaft unter- und damit beigeordnet war und ist, das Sühnopfer für die Verfehlungen seines Volkes übernahm und selbst "für viele" sein Leben hingab. Noch mehr jedoch müssen wir als Getaufte als in gewissem Sinn "von Christus Gezeugte" begreifen, wenn auch nicht in der fleischlichen Form, wie die Zeugung von Kindern erfolgt, aber durchaus mit letzthinniger Weltzeugungs-Kraft.
Montag, 10. September 2018
Eine der vielen unwahren Legenden (1)
Das führte verschiedentlich zu schweren Fragestellungen, wie wir aus Aufzeichnungen und Traditionen wissen. Etwa wenn es Mißernten oder verlorene Kriege gab - war der Herrscher schuld? Oder auch, wenn er nicht schuldig war, weil vorbildlich lebte: War Gott, der das Volk durch Hungersnot oder was auch immer strafte zu besänftigen, wenn man den Herrscher opferte? Und dazu kam es in vielen Kulturen. Ja, wer unsere heutige Zeit der "Demokratie" zu lesen vermag wird nicht umhinkönnen, selbst hier diese Matrizen in der Tiefe der Seelenbewegungen der Völker zu entdecken.
*Was sich durch die Rolle geschriebener Texte und Urkunden in der Rechtsgeschichte bereits vorbereitet findet, die sich in der "ersten Renaissance" im 12. Jahrhundert einleitete. Und nicht zufällig ... im Dienste von willkürlichen Manipulationen, weil solche Texte dem Mißbrauch Tür und Tor öffneten, weil eine Wirklichkeit vortäuschen konnten. Texte bekamen damals erstmals eine eigene Wirklichkeit zugesprochen. Schlagartig änderte sich deshalb auch die Rezeption ("sola scriptura" folgt daraus) von Texten.
Samstag, 21. Juli 2018
Ein Ereignis des Nominalismus (7)
Freitag, 20. Juli 2018
Ein Ereignis des Nominalismus (6)
Sonntag, 15. Juli 2018
Ein Ereignis des Nominalismus (5)
Samstag, 14. Juli 2018
Ein Ereignis des Nominalismus (4)
Und das führt zu den Kulturkampfaspekten des Zweiten Vatikanums. Die in Nostra Aetate seinen unrühmlichen Höhepunkt fanden. Denn mit einem Mal wurden die Juden von ihrer Verantwortung für den Tod Jesu Christi losgesprochen. Der als ontologische Tatsache, die als allem Judentum zugrundeliegende seinshafte Beziehung verstanden werden muß, also mit Rasse etc. nicht das geringste zu tun hat. Aber nur aus dieser seinshaften Beziehung bzw. Beziehung zum Sein (und der in ihm liegende, aus ihm stammenden Ordnung) läßt sich das Wesen des Judentums begreifen. Und seine Grundausrichtung als ... Rebellen gegen jede Form christlicher bzw. (um an oben anzuknüpfen) "aus der Liturgie gespeister" Ordnung.
