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Dienstag, 28. März 2023

Aussichtslos, aber nicht zum Verzweifeln

Nach rein irdischen Kriterien betrachtet ist die Lage hoffnungslos. Was Markus Krall im JF-TV sagt, gibt einen sehr nachvollziehbaren, realitätsadäquaten Einblick in das derzeitige Geschehen rund um die Banken und die Finanzströme der Welt. Ob es einen Totalcrsah gibt oder nciht ist hier ga rnicht die Frage. Es WIRD ihn geben. 

Die Frage ist nur - WANN. Und was ihn auslöst, denn das ist nicvht so eindeutig vorherzusagen. Komplexe Systeme haben die Eigenschaft, Reaktionen zu zeigen, die mit der "letzten" Ursache in keinem Größenverhältnis stehen. Sie lösten nämlich nur eine Kette von Reaktionen aus, die dann immer unvorhersehbare weitere Kettenreaktionen auslösen. Nur eine ist sicher: Das System wird kollabieren.

Samstag, 16. November 2019

Warum da etwas nicht stimmt (3)

Teil 3)



Gute, richtige, gesunde Innovationen entstehen nicht einfach, wenn oder weil Zinsdruck herrscht. Das regt nur BESTIMMTE Änderungen an. Innovationen entstehen durch Liebe zum Produkt, zur Arbeit, zum Tätigsein, zu den Kunden und Menschen. Da kann es durchaus einmal "weniger effizient" abgehen. Weil Menschen eben Menschen sind. Weil es auch Menschlichkeit und wie erst Lebensqualität ist, auch weniger "Begabte" mitzuziehen. Weil es in jeder Gesellschaft eben auch immer diese zehn Prozent gibt, die sich (nähme man es mathematisch-zinstechnisch) "ihr Salz in die Suppe nicht verdienen". Aber eine humane Gesellschaft, und die wollen wir, eine von Liebe zu Welt und Mensch getragene Gesellschaft ist eben so, und erträgt ruhig und leidensbereit auch weniger Leistungsbereite oder -fähige. Die in Wahrheit immer ein gutes Drittel der Menschen ausmachen, das nur nebenbei.

Sie fordert keine Leistungsmaschinen, wie die von Krall gemeinten Innovationen in Wahrheit meinen. Eine Gesellschaft, die wir wollen, orientiert sich daran. Nicht einfach nur an Effizienz. Und speist die Kranken, Alten, Morbiden nicht mit abstrakten Sozialleistungen ab, sondern mit direkter, konkreter, persönlicher Hilfe. Die manchmal auch streng sein darf, ja muß. Sich aber immer am Maß der vorhandenen Liebe der Menschen ausrichten muß. (Soziale Hilfe, Nothilfe muß immer persönlicher Akt zwischen einem Geber und einem Bedürftigen sein. Erst dort fließt dann alle Information ein, die es für wirkliche Hilfe und Liebe braucht, die auch manchmal Strenge fordert. Die deshalb auch nie ohne Bitte um (immer freiwillige) Hilfe auskommen kann. Wir plädieren hier also nicht für einen Sozialstaat heutiger Prägung, den auch wir als katastrophales Übel erkennen.

Gewiß, in der Einschätzung der Gefahrenmomente decken wir uns mit Krall weitgehend. Auch die Kette der Ereignisse, die eben einer kranken Logik folgt, ist richtig beschrieben. Aber die Zombieunternehmen sind nicht einfach die, die ohnehin weg gehört hätten, sondern sie werden zwar fallen, gewiß, aber nur, weil die mathematische Logik, die Zinsnahme bedeutet, jede humane Wirtschaft über kurz oder lang in den Abgrund treibt. Aber nicht nur diese, sondern auch die Kapitalisten, die dann - eiderdautz! - immer (die Geschichte beweist es) nach dem Staat rufen. Das nennt man dann "Bankenrettung", was in Wahrheit jenes Risiko glättet, das die Banken nie eingegangen haben. Und die sexbesoffenen Bürger nicken, weil es ja furchtbar wäre, wenn aus den Bankomaten kein Geld mehr käme, und von den Hintergründen durchschauen sie genau so wenig, wie die Politiker. Denen mittlerweile alle Mittel ausgehen (wie Japan zeigt), um das potemkinsche Dorf weiter aufrecht zu halten.

Deshalb steht das Bankensystem auch tatsächlich vor dem Kollaps, auch da hat Krall recht. Aber es steht vor einem Kollaps, der in ihren Existenzbedingungen selbst angelegt war. Hier gälte es zwar zu unterscheiden, denn es gibt tatsächlich auch "gute" oder "bessere" Banken, wenn auch wenige, wenn auch meist kleine, aber sie werden diesen drohenden Crash, der vom "Geschäftsmodell der Banken" selbst angetrieben worden war, vermutlich gleichermaßen zum Opfer fallen. Denn Wirtschaft, Geldsystem wie Politik haben auf Schein gesetzt. Der aber ist immer lüstern nach Blut, und um seinen Durst zu stillen, braucht es echte Menschen.

Wir stehen vor einer gewaltigen Rezession, ja einer enormen Erschütterung vulgo Crash, da wird Krall ziemlich recht haben. Aber wir stehen vor einer Rezession, weil ein falsches Geschäftsmodell an seine definitiven Grenzen gekommen ist, wo es sich selbst zu schlagen beginnt. Krall zeigt diese Mechanik sehr gut auf. Und deshalb ist der Vortrag durchaus hörenswert. Wir können nur hoffen, daß die Politik nicht wieder, um ihren eigenen Kopf zu retten, den gemeinen Bürger zur Kasse bietet, um dieses Modell noch weiter hinüberzuretten. Wohin weiß freilich keiner. Der Zahltag wird nur umso blutiger.

Zu Krall? Liberale sind per se jene, die am lautesten schreien, wenn Mißstände auftreten. Aber dadurch zu vertuschen suchen, daß sie selbst es waren, die diese Mißstände bewirkt haben.








Freitag, 15. November 2019

Warum da etwas nicht stimmt (2)

Teil 2)



Der noch einen weiteren und sehr fatalen Tatsachenkomplex völlig außer Acht läßt, ja gar nicht kennt. Nämlich den, daß volkswirtschaftlich gesehen - nicht nur auf einzelne Unternehmen - die Einschaltung weiterer Mechanismen (=Maschinen), und das geschieht bei allem, was auch Krall hier nennt: Digitalisierung etwa, auch ein Mehr an Energie und damit an Arbeit bringt. Denn JEDER Mechanismus, jede Maschine verbraucht mehr Energie (=Arbeit), als sie liefert! Maschinen können also nur Teilbereiche "verbessern", bringen aber in anderen Bereichen ein Mehr an Arbeit. Das man leisten wollen kann, gewiß, etwa weil eine Einzelarbeit zu mühsam war, Gesundheitsschäden verursachte, etc. etc., und man lieber die leichteren, quantitativ aber zahlreicheren Umwege (als Energieverbrennungsmomente) bevorzugt. Aber man muß es in einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtungsweise berücksichtigen. 

Und da ist auch der Grundfehler bei der "Angst vor der Digitalisierung", die davon ausgeht, tatsächlich davon ausgeht, daß die Gesamtarbeit eines Volkes, die es dann zu leisten gilt, WENIGER wird. Stimmt nicht! Sie schichtet sich nur um! Sie schichtet sich sogar bestimmbar und konkret auf bestimmte andere, sogar neue Tätigkeitsbereiche um. Man denke an Programmierer, an Computerpfleger, oder an niedrigqualifizierte Arbeiter, die den Facharbeiter ersetzen, weil sie nur noch bestimmte Handgriffe an einer Maschine tun müssen ohne recht zu wissen, was sie überhaupt tun. (Was der Forderung nach mehr Migration, die ursprünglich - man vergißt zu leicht! - auch eine Forderung der liberalistischen Kapitalisten war. War? Nein, es oft sogar auch heute ganz offen ist. Digitalisierung (bleiben wir bei diesem Beispiel) bringt nicht WENIGER an Arbeit, sondern mehr, aber ganz bestimmte Arbeiten. Clevere, Rationalisten und Minderqualifizierte werden bevorzugt. Das wirkliche Fachwissen aber verschwindet damit noch rascher.

Diese Tatsache wird deshalb nicht gleich erkennbar und generell verschleiert, weil dieser Mehraufwand UMVERTEILT wird, von den Unternehmen weg, hin zu Konsumenten und öffentlichen Bereichen, also dem mütterlich-kümmernden Staat. Auch der Liberalismus erzeugt also (wie jeder Irrtum) genau das, was zu bekämpfen er vorgibt: Zentralstaat und Sozialismus. Sage der Leser das aber einem begeisterten Anhänger des Kapitalismus. Er wird auf eine vitale Mauer des Leugnens und der Irrationalität stoßen. Denn die Frage, wie wir wirklich leben WOLLEN und SOLLEN, kennt er nicht einmal, will er nicht zulassen. Sein Wollen und Sollen reicht. Und eigentlich hofft er ja, daß er selber zu den Siegern zählt. Den Begriff des Gemeinwohls, das mehr ist als liberalistische "Harmonie", die seltsamerweise nie eintritt, sondern immer Sieger und Verlierer kennt, kennt der Liberalist nicht. Denn er ist eben Evolutionist, und diese These macht den Mangel an Ethik und vor allem Liebe - zum Nächsten, zum Produkt, zur Schöpfung - so herrlich bequem, ja spricht ihn sogar heilig.

Natürlich irrt die EZB, weil sie Wirtschaft als Mechanismus sieht. Natürlich ist der Aufbau von Bürokratie, die Regulierungswut etc. etc. ein Krebsgeschwür, das allen Lebensprozessen den Saft aussagt und Schmarotzerdienste leistet. Natürlich dient alles nur der Politikerkaste, die (s.o.) nur eines kennt, das Gesetz der Macht und des Erhalts von Stellung und Ansehen (mit neuen Anerkennungs- und Meritenkriterien, die sie extra dafür aufgebaut hat). Natürlich ist es unerträglich geworden, das Handeln der Menschen bis ins Letzte zu regulieren und "gut" zu machen, also gleichförmig auf ein rein mathematisches Gesamtgeschehen auszurichten, per Zwang.

Aber Krall übersieht, daß dahinter auch ganz massive liberale (!), kapitalistische Interessen stecken. Daß diese Regulierung von globalen Konzernen gewünscht und angeregt wird, um die unliebsame kleine Konkurrenz aus dem Feld zu stechen. Die Regulierungswut welt- und wirklichkeitsfremder Beamter dient dem Kapitalismus, nicht dem kleinen Bürger. Nicht dem kleinen Unternehmer, der sein Unternehmen führt, wie er es immer tat, und seine Leute beschäftigt, die in einem gewissen Maß ihre Arbeit verrichten.

So könnte man also den geringen Anteil an Unternehmenspleiten gar nicht als "künstliche Streckung" durch EZB-Fehler sehen, sondern als Luft, die gesunden, sehr gesunden Mittelstandsunternehmen blieben, weil die Zinsen so niedrig waren. In einem Durchschnitt an Pleiten steckt also ein gehöriges Quantum an Zynismus. Wo alles Heil einer "innovativen Wirtschaft" in Technik und Digitalisierung gesehen wird. Ja, so stellt man es sich vor, aber ist es wirklich so? Ist es notwendig so? Ist es gut so?

Es ist das Bankenmodell selbst, das - meistens - krank ist. Weil es von Zinsen lebt. Wovon sonst sollte eine Bank leben? Eben. Sie muß vom Risiko auf Gewinn leben, wie der Unternehmer, dem sie Geld leiht, wie der Häuslebauer, der Zeit überspringen will (und quasi Miete spart), das sie mitträgt, indem sie Geld in jemanden oder etwas investiert, der etwas riskiert, so schaut es aus. Dann hat sie ein Existenzrecht. Macht der Unternehmer (etc.) Gewinn, an dessen Unternehmen sich die Bank beteiligt, als Makler, als Geldeigentümer (so haben ja Banken begonnen, mit dem Eigenkapital einiger Reicher, die meist aus dem Textilgeschäft heraus zu Geld kamen).

Das Unmoralische an Banken ist, daß sie das Risiko des Kreditnehmers nicht mitträgt, sondern dem realen Leben voller Wechselfälle eine mathematische Zwangslogik aufpreßt, die dort nichts zu suchen hat und deshalb immer "gewinnen" wird. Denn Mathematik wird nicht krank, erleidet keinen Unfall, läßt sich nicht scheiden, oder verschätzt sich auch sonst mal.

Sonst leben die meisten (nicht alle nämlich!) Banken tatsächlich von Unmoral. Von der Unmoral, die Schwäche und Bedürftigkeit eines anderen auszunützen, machen wir uns doch nichts vor. Und das ist durch die Globalisierung noch schlimmer geworden, ist zum Giganten angewachsen. Was wir mit dem riesigen Berg an Banken machen, die heute auf einem falschen Geschäftsmodell beruhen, ist deshalb eine ganz andere Frage. Die Krall wie alle Liberalen aber gar nicht stellt. Kredite ersetzen das Sparen, weil man Zeit verkürzen will. Das will vor allem einer: Die Politik. Die Emporkömmlinge unter den Politikern, also quasi alle Politiker.

Morgen Teil 3)






Donnerstag, 14. November 2019

Warum da etwas nicht stimmt (1)

Krall geht von liberalistisch-kapitalistischer Zinsdynamik aus - wo menschliches Wirtschaften mathematischem Zwang ausgeliefert wird. Das heißt aber, daß nicht wirtschaftsimmanente Mechanismen zum Tragen kommen müssen, wie Krall meint, sondern wirtschaftsfremde, eben mathematische Motive. Wenn ein Unternehmen keine Zinsen bezahlt, aber dennoch Verluste schreibt, ist es natürlich zum Sterben verurteilt. Aber das passiert ja heute auch, trotz der niedrigen Zinsen (denn natürlich zahlen Kreditnehmer Zinsen, auch wenn die EZB für das von ihr selbst gedruckte, zur Verfügung gestellte Geld keine Zinsen verlangt).

Zinsen zwingen dem Kreditnehmer eine neue Logik auf, die mit seinem ursprünglichen Tätigkeitsfeld nichts zu tun haben. Das von Arbeit und Liebe zum Produkt begleitet sein muß. Das ist dann der Boden, auf dem gesunde, richtige, marktkonforme Innovationen stattfinden. Stattdessen zwingt die Zinsdynamik der Wirtschaft ein Denken auf, das von seinem eigentlichen Unternehmensgegenstand abgeht, und sich immer mehr nur noch darauf konzentriert, innerhalb des Geldsystems zu bestehen. Eine neue Logik gewinnt, vergleichbar der in der Politik, wo nicht die in der Realität besten Leute nach oben kommen, sondern die, die die systemimmanenten Mechanismen am besten beherrschen.

Deshalb der hohe Anteil von Beamten, Lehrern, Wirtschaftsfremden in den Reihen der Abgeordneten: Sie sind Menschen, die alles den Aufstiegsmechanismen innerhalb ihrer Parteien verdanken. Die aber mit dem eigentlichen Gegenstand der Politik nur am Rande - meist genügen Schlagworte - zu tun haben. Nicht die wirklichen Probleme der Menschen sind damit Objekt und Inhalt der Politik, sondern jene "Lösungen", die der Bereitschaft dienen, sie an der Macht oder in ihrer Stellung zu halten.

Natürlich ist die Vorgehensweise der EZB falsch. Natürlich dient sie nur dem Überleben der Systeme. Natürlich ist es ein Irrtum, Wirtschaft als Mechanismus zu sehen, den man hier ölt, damit er dort läuft. Natürlich ist es ein Irrsinn zu meinen, man müsse nur genug Geld unter die Leute bringen, dann wäre alles regulierbar, womit man Geld von seinem Hintergrund - Ausdruck von Wert, der auf Arbeit fußt - ablöst. Und natürlich ist dieser Einwurf niemals als Aufforderung zum Etatismus, zum Sozialismus zu verstehen. 

Aber freier Markt und Kapitalismus sind eben ZWEI PAAR SCHUH. Beide sind nicht deckungsgleich, sondern der freie Markt DIENT nur dem Kapitalismus, der in sich die unabdingbare Logik trägt, Kapital zu zentralisieren. Weil er das Gesetz des Stärkeren, des Skrupelloseren sieht, weil der siegt, der nicht das beste Produkt herstellt und anbietet, sondern der, der die mathematische Logik am besten bedienen kann. Die Folgen kennen wir alle: Auslöschung des Mittelstandes, Entstehung globaler Konzerne, die so viel Macht haben, daß sie die Politik vor sich hertreiben. Und vor allem: Unmenschliche Arbeits- und Lebensbedingungen. Eine Gesellschaft von Lohnsklaven und Konsumismusrobotern hier, von Profiteuren dort. Die gar keine Unternehmer sind, sondern tatsächlich einfach "clever" als Gesetz des "catch as catch can" bedienen. 

Wir haben es alle in den Branchenbereinigungsprozessen der letzten Jahrzehnte erlebt. Gerade gestern war der VdZ in einer niederösterreichischen Kleinstadt. Es zerriß ihm das Herz zu sehen, daß rund um den Stadtplatz dereinst drei Fleischereien tätig waren. Die Lokalruinen zeigen, daß nur noch einer davon überlebt hat. Und der kämpft furchtbar. Warum? Weil die Supermärkte, sämtlich Filialen von großen Ketten, die sich auch dort am Stadtrand aufgepflanzt haben, Fleisch anbieten. Billiger, einfacher, bequemer. Und bequemer heißt immer ... Qualitätsverlust. Ist aber einer der wunderbaren Verführungsmechanismen, Innovation zu unterdrücken, indem man sich lediglich der Anbequemungseigenschaften widmet. Während man um wahre Qualität zu erkennen, einen ganz anderen Zugang zur Welt und zum Produkt bräuchte, der fortan verloren geht. Kapitalismus löscht so auch das Vermögen der Konsumenten aus, Qualität überhaupt zu erkennen.

Es ist deshalb falsch zu meinen, zumindest so pauschal weil aus Statistiken (sic!) abgeleitet zu meinen, daß jedes Unternehmen - Krall nennt sie elegant "Zombieunternehmen" - keine Existenzberechtigung hätten, wenn es sich der GANZ EIGENEN Logik des Zinses nicht unterwirft. Und weiterarbeitet wie bisher, ohne durch Zinsdruck "Innovationen" zu generieren. Die aber gar nicht dem eigentlichen Produkt und Unternehmensgegenstand dienen, sondern dem bloßen finanziellen Überleben, dem bloßen Konkurrenzkampf innerhalb einer mathematischen Zinslogik. Jenem Kampf also, wo der Zweck alle Mittel heiligt.

Wir sind hier mit den Prämissen des liberalistischen Kapitalismus konfrontiert, der da dem Mythos aufsitzt, alles würde sich von selbst regeln, das wäre (gemäß der Evolutionstheorie IST es ja auch so) dann der natürliche Regelkreis, der alles zur vollkommenen Harmonie ausstabilisiert.


Morgen Teil 2)






Dienstag, 1. Oktober 2019

Kann man allmählich den Zeitpunkt absehen? (2)

Teil 2) Eine unerläßliche Nachbemerkung



Zwar stimmt der VdZ Krall in fast allem zu, hat aber deshalb seine Vorbehalte, weil Krall zu sehr dem Liberalismus anhängt. Und diesen mit "freiem Markt" gleichsetzt. Damit wird das Geschehen in Volkswirtschaften zu mechanistisch heruntergebrochen, und gleichzeitig werden einige der wesentlichsten Faktoren, die unsere Wirtschaftskrise erst machen, übersehen. Zu denen die Globalisierung beziehungsweise das Ziel eines "freien, allem offenen Weltmarktes" gehört. Insofern kann sich der VdZ vorstellen, daß als nächster Zwischenschritt KEIN Crash des Euro kommen wird, wie Krall ihn (an sich richtig) sieht, sondern daß über eine nächste Stufe - eine Globalisierung auch des Geldsystems, das ja fast schon heute global zu sehen ist - sich der Euro-Raum durch Einziehen einer nächsten Ebene noch einmal rettet und das derzeitige System für etliche weitere Jahre noch einmal stabilisieren kann. In der irrationalen Hoffnung, daß irgendwann irgendwo irgendwie noch irgendetwas passiert, das alles gut macht ...

Aber eines ist sicher: Einen kommenden Crash (der prinzipiell unvermeidbar ist) werden jene am besten überstehen, die wir als "Groß- oder Globalkapital" bezeichnen. Und sie werden dann die großen Profiteure einer Deregulierung sein, die Teil des Heilungsrezepts der Politik sein werden. Die Frage ist also, ob ein kommender Crash wirklich in eine gesunde Prosperität führen wird, wie Krall es sieht, sondern nicht eher eine Eskalation der Monopolisierung und Oligarchisierung sämtlicher Bereiche der Volkswirtschaften nach sich ziehen wird. Denn das Märchen, an das der Liberalismus glaubt, ist die Utopie, daß sich - einmal losgelassen - das Tun der Menschen zu einem harmonischen Gleichgewicht einpendelt, in der sich alles wie von selbst regelt.

Das stimmt nicht, das ist noch nie eingetreten. Es übersieht, daß solch' ein Gleichgewicht nie eintreten kann, weil eine solche Volkswirtschaft zum Kampf aller gegen alle, zum Kampf der Starken gegen die Schwachen führt, bei dem der Ausgang klar ist. Der Liberalismus verkennt also die wirklichen Bedürfnisse der Menschen. Völlig "liberalisiertes Wirtschaften" eröffnet nämlich jenen Kräften freie Entfaltungsmöglichkeiten, die ohne Moral agieren, und denen nicht das Gemeinwohl oberstes Anliegen ist. DAS muß es aber sein, was ein Staat, was Politik anstreben muß. 

Nicht als Sozialstaat heutiger Sozialismusdimension, das stimmt, aber als Wächter, der auch die Freiheit der Schwachen schützt, und den Starken an die Moral (eigentlich sogar: Die Religion, also die Kirche) bindet. Der Liberalismus aber hat noch nie (und wird auch nie) das Ziel des Gemeinwohles haben, das wiederum an das Ziel des "logos", des Sinns also, gebunden ist. Das sagt der Liberalismus ja selber, denn er sieht die Grundlage menschlichen Handelns im Egoismus, im Lust- und Unlustprinzip. Welches Volk, welche Menschheit aber will wirklich so leben außer die, die meinen, davon zu profitieren?

Das macht im Grunde mehr Angst als die Furcht vor dem Crash, den Krall sehr plausibel und sauber analysiert und der kommen wird, keine Frage. Es macht Angst, ob nicht Krall sogar darin Recht hat, als er eine "neue Prosperität ungeahnten Ausmaßes" kommen sieht, nach dem Crash - der eine nächste Stufe eines entfesselten Globalismus sein wird, in den sich die Politik als scheinbares Heilmittel flüchtet, um dann weiterzumachen wie bisher.

Daß die Politik beziehungsweise der Staat sich aus so gut wie allem zurückziehen muß - ja. Daß die Entscheidungen über ihre Lebensführung in den Händen der Bürger bleiben muß - ja. Daß es zu einer Re-Regionalisierung so vieler Agenden kommen muß - ja. Daß der Sozialstaat ein prinzipieller Irrtum ist, und jede Form von sozialer Tat niemals aus der Hand der Gebenden wandern darf, soziale Hilfe also immer persönliche (freiwillige) Interaktion und Kommunikation sein muß - ja. Daß die normalen Wirtschaftsagenden in den Händen der Wirtschaftsbeteiligten (Arbeitnehmer wie Arbeitgeber) bleiben muß - ja. Daß sogar das Rechtssystem in weiten Teilen re-regionalisiert werden muß - ja. Daß sogar die Exekutive und Ordnungsmacht weitestgehend regionalisiert sein muß - ja. 

Aber das Alles ist kein Ja zu einem entgrenzten Liberalismus, bei dem gar je nach Durchsetzungskraft individuelle Interessen das Staatsganze bestimmen sollen, der Staat also zu einem "Dienstleister" herabsinkt. Ja, der Staat zum Büttel der je stärksten Individuen wird (und das passiert im Liberalismus immer und überall).

Er muß im Gegenteil stark, aber er muß auch zurückhaltend sein, und sich vor allem seiner eigentlichen Aufgaben besinnen. Mit einer Gewaltmacht und Autorität, die im schlimmsten Fall unter divergierenden Gruppen zu schlichten oder zu schützen vermag. Mit einer Außenpolitik, die die Lebensbedürfnisse seines Volkes energisch vertritt. Mit einer Verteidigungspolitik, die das Insgesamt eines Staatsvolkes zu schützen vermag. Mit einer Repräsentationsfülle des Ganzen, die das Schönste, Edelste und Prächtigste eines Volkes wiederspiegelt, das weiß, daß es auf sich (in aller Demut) stolz sein kann, weil als es selbst einen Auftrag in der Welt hat, sodaß ihm jeder gerne angehört. Und mit aller Schutzmacht über die Religion des Volkes und seiner Stellung in ihm, weil ohne sie alle moralischen Grundlagen diffundieren und unbestimmt werden, das Volksganze auseinanderfällt, und damit seine gesunde, am Gemeinwohl orientierte Wirtschaftskraft erlischt.

Montag, 30. September 2019

Kann man allmählich den Zeitpunkt absehen? (1)

Die Krise, in der wir uns befinden, ist nicht zuletzt eine geistige Krise, sagt auch Markus Krall in einem nächsten Videogespräch mit Tichy, in dem er konkret auf Möglichkeiten eingeht, wie man sich bei den kommenden wirtschaftlichen Verwerfungen so halbwegs durch das Geschehen bringt und Vermögen, so vorhanden, sichert. Daß ein Crash unausweichlich ist, liegt strukturell begründet. Die Vorhersagen schon vor dreißig Jahren, die dann doch nicht oder nicht so eingetreten sind, waren zu einem großen Teil nämlich richtig. Sie haben sich oft nicht einmal in der zeitlichen Prognose getäuscht. Sie haben nur nicht damit gerechnet, wie "kreativ" die Staaten sein werden, den Zeitpunkt eines Totalzusammenbruchs hinauszuschieben.

Die strukturellen Probleme wurden aber nie gelöst, sondern sie wurden nur weiter verschärft. Indem man kleine Crashs als Korrekturmaßnahmen verhindert hat, hat man sie zu größeren zusammengeschoben, die wieder verhindert, und so weiter, bis zu dem Punkt, an dem wir heute stehen: Wirklich vermeidbar ist gar nix mehr. Die Frage ist nur, WANN unsere Währung weil das Geldsystem zusammenbrechen und in eine Neubegründung der Währungen führen wird. Dies sei vor allem für den Euro gesagt, der durch das Zusammenspannen von Volkswirtschaften mit höherer Wertbedeckung (weil Leistungskraft) mit solchen niedrigere Ungleichgewichte geschaffen hat, die an einem Punkt angelangt sind, an dem sie nicht mehr bewältigbar sein werden. 

Längst ist Italien indirekt über Mini-Staatsanleihen für eine solche Zweitwährung bereit, und andere Staaten des Euroraums werden vermutlich folgen. Denn der Euro ist nicht mehr zu retten. Krall sagt seinen Zusammenbruch für Ende 2020 - Ende 2021 voraus. Dann werden sämtliche europäische Staaten des Euroraumes gezwungen sein, eine neue Währung einzuführen, was sich in einem Zeithorizont bis 2023 abspielen wird.

Krall empfiehlt deshalb Absicherungsmaßnahmen in Länder zu verlegen, die nicht diesem Euro-Raum zu gehören. Etwa dort Golddepots anzulegen. Denn es ist absehbar, daß die Euro-Staaten auf das Vermögen ihrer Bürger zugreifen werden, weil sie für eine neue Währung eine Realvermögensbasis brauchen.

Insgesamt teilt Krall das bevorstehende Geschehen in drei Phasen ein: In der ersten Phase wird es zu einem Bankenzusammenbruch kommen, und zwar zusammen mit zahlreichen Firmenzusammenbrüchen. Denn es gibt durch das billige Geld (Nullzinsen) einen sehr hohen Prozentsatz von "Zombieunternehmen", die nur durch Kredite, nicht aber mehr durch erfolgreiches, effizientes Wirtschaften, am Leben geblieben sind. (Was im übrigen enorme Ressourcen bindet - Fachkräfte, Kapital, Kapazitäten - die uns immer deutlicher fehlen.) Das wird kurzfristig zu einer Deflation führen, nicht zuletzt am Immobilienmarkt. 

In der nächsten Phase (die Krall ab Ende 2021 sieht) wird der Staat versuchen, diese Krise durch Gelddrucken und Kreditausweitungen zu bekämpfen. Diese Flutung der Märkte mit Geld wird eine Inflation bewirken. Daraufhin werden die Staaten beginnen, Kosten abzuwerfen, sprich all die für Scheinprobleme hinausgeschmissenen Gelder - Klimakrise, Genderprobleme, Ausweitung der Beamtenapparate, Aufblähung der Verwaltung, Sozialstaatskosten, ... - einzusparen, um noch gewissen Handlungsspielraum zurückzugewinnen. 

All das wird zur dritten Phase führen. In der eine Gesundung der Volkswirtschaften nur noch durch das Abwerfen des Euro möglich sein wird. Und das muß geschehen, denn sonst wird in Europa wirklich das Chaos ausbrechen - der Euro wird es in unabsehbare Konflikte reißen. Um diese neuen Währungen einzufüren wird der Staat die erwähnten Maßnahmen brauchen, um das Vertrauen in die neue Währung herzustellen. Spätestens hier werden dann weitreichende Deregulierungen der Volkswirtschaften stattfinden.

Die klaren Anzeichen dafür, daß wir bereits in der Vorphase dieser Entwicklung stehen, zeigen sich bereits. Es wird kaum von der Öffentlichkeit bemerkt, aber die staatliche Politik in Deutschland hat es geschafft, innerhalb der letzten eineinhalb, zwei Jahre den gesamten Autosektor in die Krise zu führen. Schon sind die ersten Großinsolvenzen von Zulieferfirmen für die Autoindustrie festzustellen, über die (als Vorzeichen) freilich kaum gesprochen wird.

Trotz allem analysiert Markus Krall die Lage mit nicht geringer Hoffnung und Heiterkeit. Denn die kommende Krise, die wir ab Ende 2020 seiner Ansicht nach alle deutlich zu spüren bekommen werden, wird wie jede Krise bewirken, daß die Hauptkrankheit der Gegenwart, das Ignorieren der Tatsachen und Fakten, diese geistige Vernebelung, in der wir alle stecken, aufklart, und die Köpfe wieder frei für Wirklichkeiten werden. Das wird auch die Kraft eines freien Marktes wiederbeleben. Und das ist die Voraussetzung für eine Gesundung, ja für eine neu zu gewinnende Stärke, in der immer mehr der heute verpönten Tugenden wieder zu Ehre kommen werden. Und die Basis für einen neuen Aufschwung geben, der nach Ansicht von Krall ab 2025 einsetzen und eine nie gesehene Prosperität bringen könnte.

Warum soll diese Krise unausweichlich sein? Krall sagt es in einfachen Worten: Er sieht weit und breit keine Eliten, die geistig in der Lage sind, einen Crash zu verhindern (was mittlerweile ohnehin nicht mehr möglich ist) oder seine Folgen abzumildern. 





Morgen Teil 2) Eine unerläßliche Nachbemerkung




Dienstag, 3. September 2019

Abwendbar ist da gar nix mehr

Wenn auf Tichys Einblick noch einmal Markus Krall auftritt, um seine Einschätzung der Lage vorzustellen, bekommt die Essenz seiner Aussagen noch mehr Dringlichkeit. Denn Krall meint, daß im kommenden Jahr 2020 eintreten wird, was bereits jetzt absehbar und unumkehrbar geworden ist: Die Banken werden einbrechen, sie werden endgültig keine Möglichkeit mehr haben, ihre Ertragslage zu stabilisieren. Was dann entsteht, hat eine innere Logik, wo ein Ereignis das nächste treiben wird, ohne daß die Politik es noch verhindern wird können. 

Zu viel hat sie bereits in das Wirtschaftsgeschehen eingegriffen, zu viel wurde bereits verschwendet, soll heißen: völlig ineffizient in Nicht- und Scheinprobleme investiert, sodaß ihr gar kein Handlungsspielraum mehr bleibt. Interessant und auch unserer Ansicht entsprechend Kralls Nebenbei-Aussagen, wie die, daß das Umweltproblem eines der Verschwendung, also der ineffizienten Geld- und Mittelverwendung sei, die wir seit langer Zeit erleben. Auch darin stimmen wir überein: Krall schätzt Schlagwort-Hysterien wie den Klimawandel als pure Ablenkung und Verblendung der Massen ein, die von den wirklichen Problemen ablenkt. Oder das: Während die Schulen verfallen, wird über die Einführung einer gendergerechten dritten Toilette nachgedacht ....

Eine Rettung durch den Staat zu erwarten, ist auf jeden Fall verfehlt. Denn die Politik ist nie in der Lage, ein Marktgeschehen zu "erzeugen". Darin hat hochgradige Planwirtschaft generell, aber wie wir sie in vielen und in entscheidenden Branchen ohnehin bereits haben, immer noch gefehlt. Und zwar prinzipiell, weil der Zentralsteuerung unendlich weniger Information zur Verfügung steht wie dem Einzelnen, der mitten im realen Geschehen steht.

Was das für den Einzelnen bedeuten wird, ist freilich schwer vorhersagbar, und es wird sich individuell stark unterscheiden. Der sicherste Hafen scheint derzeit, das Geld ins Nicht-Euro-Land zu transferieren, um es im Krisenfall in unsere Länder zurückzutransferieren, um die Deflation zu nutzen, die in unseren Ländern auf jeden Fall eintreten wird, um in Sachwerte zu re-investieren. Denn Krall malt das schlimmste Gespenst an die Wand, das die Wirtschaftstheorie kennt, die Stagflation. In jedem Fall bleiben dem Einzelnen solchen Schilderungen nach nur je ganz kleine Handlungsfenster, in denen er kurzfristig reagieren wird müssen.

Was immer auf uns zukommt, wie es konkret auch aussehen wird, Krall vergleicht das Kommende als unmittelbar Bevorstehendes mit dem Geschehen in der Weimarer Republik. Auch in der Einschätzung dessen, was darauf folgen wird.

Auch wenn der Ausgangspunkt die Banken sind (und sein werden), sind die Hauptschuldigen nicht dort zu suchen. Krall will nicht die Banken in Schutz nehmen, aber es ist nicht Gier oder Ruchlosigkeit, die sie in die Lage gebracht hat, in der sie heute sind - es ist die Erosion ihrer Ertragslage (Nullzinspolitik) durch die Politik. Das billige Geld hat zu einer "Zombiefizierung vieler Unternehmen" geführt, die durch billige Kredite ineffizientes Wirtschaften aufrecht halten, in einem freien Marktgeschehen aber gar nicht mehr überleben könnten. Krall meint, daß rund fünfzehn Prozent der Unternehmen nicht mehr überlebensfähig wären, nur noch durch Kredite liquide gehalten werden. Das bindet enorme Ressourcen, die anderswo weit effizienter eingesetzt werden könnten, in Geld wie auch in Mitarbeitern und deren Innovations- und Arbeitskraft.

Ein Bankmanager kann gegen diese Ereignisse gar nichts machen. Hauptverursacher ist die Nullzinspolitik, also die Politik, die die Banken so unter Ertragsdruck gebracht hat, daß sie nicht überleben werden können. Und die die Gegenreaktion gegen das Fluten der Märkte mit Geld war, mit dem die Politik die Krisen der Vergangenheit zu kaschieren versucht hat. Weil es an Mut und Einsicht gefehlt hat und immer mehr fehlt, jene Einschnitte zuzulassen, die eine fortlaufende Korrektur des Geschehens gebracht hätte. So hat man kleine Krisen zu immer größeren aufgeschoben, bis die so groß wurden, daß man sie schon gar nicht mehr zulassen wollte, und mit immer denselben Methoden hinausgeschoben hat und hinauszuschieben versuchen wird. Denn der große Crash, auf den man da spart, den aber niemand zu seinen Zeiten erleben will, wird unsere Gesellschaften wirklich erschüttern.

Gut und richtig das Schlußwort von Tichy selbst: Auch wenn die Aussichten düster sind, es gibt keinen Grund zur Panik. Das Leben wird auch bei solchen Ereignissen weitergehen. Denn wir vergessen gerne, über all der Informiertheit über "große Dinge" (wo wir Analysen, Schatten an der Wand, allzu leicht verdinglichen, also zu Dingen "machen"), daß es die kleinen Gegebenheiten und Bedingungen sind, auf denen unser Leben letztlich aufruht.







Samstag, 10. August 2019

Nachbemerkung zur Produktivität von Volkswirtschaften (3)

Teil 3)




Mathematik kann da und dort Dienste leisten, ja, aber sie ist als Betrachtungsgrundlage für eine Wirtschaft falsch und völlig ungenügend. Sie führt sogar wie im Falle der MMT zu einer fatalen Fehleinschätzung. Wo sich jemand in die Hand von Krediten begibt, unterwirft er sich deren Bedingungen.***

Wir erleben auch also im Privaten dasselbe, was unsere Volkswirtschaften im Großen erleben: Einen immer weitergehenden Verlust an Effizienz! Denn wenn wir von Effizienz sprechen, müssen wir das auf ein und dasselbe Vorgehen, ein und dasselbe Produkt, ein und dieselbe Lebensqualität (etc.) beziehen.

Das ist mehr als eine nette Metapher. Das ist eine blanke Realität. Zwar können wir durch die Technik ANDERE beziehungsweise gewisse Lebensvorgänge vereinfachen, wir können auch andere Produkte genießen, aber wir können eines nicht: DIE ALTE LEBENSWEISE EFFIZIENTER MACHEN. Der massive Einsatz von Technik hat unser Leben verändert, das ist alles. Effizienter hat diese unser Leben nicht gemacht, im Gegenteil.****

Und wenn wir auch sagen können, daß wir dadurch immerhin viel mehr Produkte zur Verfügung haben, die sogar leistbar sind, so nur, weil erstens diese Produkte in der Qualität reduziert und völlig veränderte, neue Produkte sind, die sich verglichen mit dem Ausgangspunkt (dem, was sie verbessern etc. sollten) weiter reduzierten (was immer heißt, dem Konsumenten Aufgaben zu übertragen, die das Produkt früher noch löste), und zweitens, weil wir in unserer Lebenserfüllung auf immer mehr VERZICHTEN. 

Eine hochtechnische Volkswirtschaft und Gesellschaft ist also ein völlig anderes Ding als jene, die das nicht sind. Aber es ist das durch eine Veränderung, eine Umschichtung, eine Verlagerung. Es ist keinesfalls eine Steigerung der Effizienz des Bisherigen. Und das sollten die sogenannten Ökonomen schön langsam in ihre Überlegungen einbauen, wenn sie noch Wert auf gewissen Ruf legen. Denn dann würden sie, die Wissenschaftlichkeit vortäuschen, indem sie sich schamlos der Erkenntnisse und Methoden anderer Wissenschaften bedienen und zu einem bunten Blumenstrauß arrangieren, vielleicht vom Stand der Kaffeesudleser zu wenigstens halbwegs ernsthaften Philosophen aufsteigen.

Wenn wir heute davon sprechen, daß wir MEHR Produkte, mehr Genußmomente im Vergleich zu früheren, technikärmeren Zeiten haben, dann sollten wir einmal darüber nachdenken, ob der PREIS, den wir dafür zahlen, ob das worauf wir dafür verzichten, nicht viel zu hoch ist. Ob wir nicht statt "besser" einfach "anders" leben. Und ob dieses "anders" tatsächlich "besser" ist. Effizienter ist es jedenfalls nicht.




***Das ist der Grund, warum Kredit und Kreditwirtschaft IMMER zur Konzentration von Geld und Vermögen hier, zur Verarmung und Auslöschung der Mittelschicht dort kommt. Denn der Mensch fällt ihr IMMER zum Opfer. Das macht das Zinsnahmeverbot der Kirche, das bis heute gilt (!), so realitätsfundiert. 

****Ja, auch der VdZ ist für einen Um-/Rückbau der Wirtschaft. Aber "Klima" ist nicht nur der falsche Ansatz, sondern - weil eine einzige Lüge - sogar kontraproduktiv. Und fördert eine der tödlichen Bedingungen: Die Globalisierung, die Ent-Lokalisierung (zum Beispiel durch Energieleitungen) die weitere existentielle Vernetzung der Volkswirtschaften, die ihre Integrität aufgeben müssen oder per Verordnung verlieren. Und ihr Hauptsatz ist in sich eine Drohung und ein Irrtum, daß nämlich nur "global" zu agieren sei, das Lokale unbedeutend, ja, daß der Mensch das Hauptproblem ist. Das genaue Gegenteil ist der Fall! Alles muß zurück zum einzelnen Menschen, zum verbindlichen sozialen Umfeld, zum verbindlichen lokalen Kleinraum, dort fängt alles an. Und die Politik muß diesen Kleinraum schützen, nicht "aufbrechen" wie sie es jetzt tut.





Freitag, 9. August 2019

Nachbemerkung zur Produktivität von Volkswirtschaften (2)

2. Teil)



Aber das entspricht auch der Erfahrung, die wir alle machen: Seit Jahrzehnten wird uns eingeredet, daß wir durch die Zunahme des Technikeinsatzes paradiesischen Zuständen entgegengehen. Immer mehr Freizeit wird steigenden Einkommen gegenüberstehen. Doch was erleben wir? WIR HABEN IMMER WENIGER ZEIT. Die Bewältigung unserer Lebensweisen nimmt uns immer totaler in Anspruch. Dieselben Effekte - Lebenszufriedenheit, Glück, Wohlleben, Bildung, etc. etc. - benötigen immer mehr Einsatz, also Arbeit, also Zeit. Das einzige, was wuchs, waren die Mittel und Methoden, uns auf ein besseres Morgen zu vertrösten, oder uns Ersatzwege zu suchen, in denen wir uns und der Welt "Erfüllung" vormachen können. Drogen, Unterhaltungsindustrie oder Sexuelle Befreiung, vor allem aber auch die Medien und social media gehören in diese Reihe der Betrachtung.

Auf einer anderen Ebene drückt sich das auch im nötigen Einsatz von Energie aus. Auch hier haben wir gute Beispiele, man nehme die Energiewende. Wir wollen zwar mehr oder weniger dieselben Nutzeneffekte (Mobilität, Geräte, Kommunikationsmittel etc.), aber wir wollen sie mit der Verbannung häßlich empfundener Nebeneffekte (Kohle und Öl ist dreckig, Atomkraft bedrohlich) verbinden.

Der Effekt? Um denselben Nutzen (Effekt, wovon sich Effizienz ableitet) zu erzielen, setzen wir das Doppelte an Arbeit und Energie ein. Die Energiewende, die Klimarettung zeigt deshalb folgerichtig, daß der Gesamtenergiebedarf steigt und steigt, und daß die Herstellung dieser Energie gigantische Kollateralschäden und Lebenseinbußen mit sich bringt. In dem Fall, weil wir einen bestimmten Effekt, ein bestimmtes Produkt also unbedingt wollen. Die letztlich sogar auf die Auslöschung der Menschen als "Feinde der Welt" hinausläuft, so schaut es nämlich in Wahrheit aus.

Wovon wird diese Energiewende wirklich angetrieben? Vom alten Menschheitstraum des perpetuum mobile, der Maschine also, die mehr Energie liefert als man hineinsteckt. Und das ist unmöglich, das widerspricht einem der Grundgesetze, die wir in der Natur als unumstößlich und beherrschend sehen. Die Energiewende ist der sagenhafte und einzigartige Versuch, die Lebensqualität in einer Volkswirtschaft dadurch zu steigern, indem man bewußt deren Effizienz verringert. Und wodurch? Durch noch mehr Technikeinsatz, also durch noch mehr Energieverbrauch. Deshalb sind die wenigstens noch ehrlich, die gleich sagen, daß sie ein Leben wie vor zweihundert Jahren bevorzugen. Denn warum nicht? Darüber kann man doch reden? Und der VdZ wäre dem nicht einmal abgeneigt, wäre es ... realistisch.**

Und so typisch für die oben gesprochene Verschiebung von "häßlichen Nebenwirkungen" auf andere Erdteile, daß es schon fast platt wirkt, ist der Hinweis auf den Zusammenhang E-Autos hier - brutalste Menschenausbeutung (und Umweltzerstörung) bei der Rohstoffgewinnung in Afrika dort. So daß die Gesamtbilanz von Elektro-Autos sowohl energietechnisch wie auch moralisch wahrhaft schauderlich und ein Musterbeispiel dafür ist, wie wir uns bei der Effizienz als volkswirtschaftliche Bedingung einer Kreditwirtschaft in die eigene Tasche lügen. 

Das entlarvt das wahre Gesicht des Ökologismus in unseren Ländern: Als Fratze eines eiskalten Zynismus. Er verstärkt genau das, was uns ohnehin bereits zerstört, und gibt irrationale Wunschträume vor, die lokal gar nicht mehr zu lösen wären (Energie, oder Recycling), gehen also vom Regionalen weg (auch wenn das Gegenteil behauptet wird, das ist nur das Umhängen einer Regionalmaske über eine totale Entwurzelung). 

So erklärt sich noch eindringlicher, daß die Global Player weltweit längst auf diesen Zug aufgesprungen sind, ja wenn die Vermutungen mancher stimmen, diesen Ökologismus selbst initiiert haben. Er ist das perfekte Vehikel.

Und so nebenbei wird eine Scheinwirtschaft aufgebaut (E-Autos, volatile Energie usw. usf.), die genau zu jenen Faktoren gehört, die unsere Volkswirtschaft und damit unser Geld völlig entwerten, den Crash also noch gewaltiger ausfallen lassen werden, der unweigerlich bevorsteht und nur eine Frage der Zeit ist. Die Öko-Wirtschaft gehört somit zu jenen MMT (Moderne Geldtheorie)-Faktoren, die in bloßer kreditbasierten Geldvermehrung ohne Wert tatsächlich Wirtschaft zu erblicken behaupten. Aber das ist alles eine Fata Morgana, mit der sich manche frohrechnen.


Morgen Teil 3)


**Daß genau das aus anderen Gründen auf uns zukommen könnte, diesmal aber unbeabsichtigt und mit noch größeren Kollateralschäden - denn es wäre dann nicht eine Wiedergeburt mittelalterlicher(er) Kultur (das geht gar nicht, man kann nicht Geschichte einfach auslöschen) sondern ein Rückfall in Elend und Primitivität - ist ein anderes Kapitel.





Donnerstag, 8. August 2019

Nachbemerkung zur Produktivität von Volkswirtschaften (1)

Wir knüpfen noch einmal an die in den letzten Tagen hier zu findenden Thesen zur Situation des Geldwesens in unseren Volkswirtschaften an. Und zwar an dem Punkt, wo der nach Eigendefinition liberal-konservative* Krall auf eine Kennziffer hinweist, die anzeigt, daß unsere Volkswirtschaften in den letzten Jahrzehnten an Produktivität gegen alle offiziellen Aussagen eingebüßt hat. Krall tut es, indem er auf das Verhältnis von Beschäftigtenzahl und Bruttoinlandsprodukt hinweist. 

Kurz gefaßt sagt Krall (und das hat seine Logik), daß ein Wirtschaftswachstum (als Wachstum des BIP, also der Summe aller in einer Volkwirtschaft erzielten Einkommen) immer im Verhältnis zur Gesamtzahl der Beschäftigten gesehen werden muß. Wenn wir also wie schon lange behaupten, wir hätten ein Wirtschaftswachstum von x Prozent, und gleichzeitig aber die Zahl der Beschäftigten um eben solche x Prozent (oder mehr) wächst, so haben wir in Wahrheit eine Kennzahl vor uns, die zeigt, daß eine Volkswirtschaft an Produktivität eingebüßt hat. 

Simpel gesagt: Wenn es mehr Menschen gibt, die arbeiten, steigt natürlich das BIP. Das hat aber nicht mit dem zu tun, was ein Schuldensystem bräuchte, das darauf spekuliert, daß es durch Produktivitätssteigerungen auch rückzahlungsfähig bleibt. Wenn wir also wie in Österreich behaupten, daß wir ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent erzielten, gleichzeitig stolz vermelden, daß die Zahl der Beschäftigten um zwei Prozent gewachsen ist, heißt das nichts weniger als, daß immer mehr Menschen immer weniger Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften.

Also ist Kralls Aussage nicht falsch. Es beweist aber fast im selben Atemzug noch, daß er manche Parameter dennoch falsch sieht. Denn Krall geht wie fast alle heutigen "Ökonomen" (Krall sagt sehr richtig, daß die Ökonomie deshalb keine Wissenschaft ist, weil sie nicht mehr ist als eine Ansammlung von Thesen und Theorien) von der Annahme aus, daß die Zunahme des Einsatzes von Computern, die Entwicklung der Industrie zur "Industrie 4.0", also zur völlig von Robotern beherrschten Welt, das "Internet der Dinge", also kurz die Zunahme des Einsatzes von Elektronik und Robotern auch die Produktivität der Wirtschaft STEIGERN würde. ABER DAS IST FALSCH.

Und es ist die typische Fehleinschätzung von Technizisten. Die meinen, der Einsatz von Maschinen (und selbst ComputerPROGRAMME sind Maschinen) würde die menschliche Arbeit ersetzen, also die Güterproduktion vereinfachen weil optimieren. Produktivitätszuwachs, also "mehr Ausstoß zu geringerem Einsatz", sei deshalb mit dem Einsatz von Technik verbunden, während der Mensch sich mehr und mehr auf die Überwachung der Prozesse beschränken, und sich ansonsten in die Hängematte legen und die Früchte ernten könne.

Solche Einschätzung beruht auf einem schrecklichen Irrtum. Denn wo immer eine Maschine eingesetzt wird, und das sagt uns die Logik (nicht zuletzt wie im ersten thermodynamischen Hauptsatz in der Physik ausgedrückt) entstehen Reibungsverluste. Das heißt, daß eine Maschine zwar BESTIMMTE Vorgänge erleichtern kann, daß sie aber im Insgesamt betrachtet MEHR Energie, also mehr Aufwand benötigt. Also, wieder einmal simpel ausgedrückt: Wer einen Traktor einsetzt, wird zwar tatsächlich in viel kürzerer Zeit sein Feld ackern und bearbeiten können. Aber was er am Feld an Zeit spart, wird durch den Aufwand, den das Herstellen, Halten und Pflegen des Traktors erzeugt, mehr als kompensiert, es wird überstiegen. Zwar können dort wieder Maschinen eingesetzt sein, aber hier gilt dasselbe. Irgendwann landet das alles also ganz simpel ... beim Menschen. Beim arbeitenden Menschen.

Damit ist auch klar, daß ein zunehmender Einsatz von Technik, daß auch das groß angekündigte Computer- und Roboterzeitalter, im Insgesamt einer Volkswirtschaft betrachtet MEHR Arbeitskräfte benötigt! Das vor Augen gestellt ist das, was wir in unseren Volkswirtschaften beobachten - der Zuwachs an BIP wird von der Zunahme der Beschäftigungszahlen flankiert und sogar übertroffen - also sogar die ANZEIGE einer Zunahme des Technikeinsatzes in unseren Ländern.

Aber noch weiter muß man die Sache in ihrer Realität sehen: Ja, es mag sein, daß man mit besserer Technik in der Zeit x mehr Autos, mehr Bongotrommeln oder mehr Tanzschuhe herstellen kann. Was man aber gerne übersieht ist, daß der (insgesamt erhöhte) Aufwand (ob an Arbeit oder Energie, also wieder Arbeit) ganz einfach umverteilt wird. Und das ist letztlich genau das, was "Globalisierung" meint und macht: Sie verteilt den Aufwand in irgendwelche Weltgegenden. Und dieser Mehraufwand weist sich nur deshalb nicht aus, weil die Kosten (Geld) für diesen Mehraufwand durch lokale Bedingungen (niedriges Lohnniveau, geringere Umweltstandards, entmenschlichtere Arbeitsbedingungen, Steuervorteile etc.) "ausgleichen".

Und noch etwas muß uns klar sein: Daß dieser Zusammenhang Effizienz und Schulden uns von zwei Seiten her in ein unmenschliches System zwingt. Von dem wir nicht zuletzt unseren Sozialstaat zahlen! Es ist nicht nur der Umstand, der Zinsnahme per se zu einer Todsünde macht, weil hier der Mensch einer ihm, ja der Wirklichkeit fremden mathematischen Zwangsmethodik unterwirft, weil Zins die menschlichen Bedingungen nicht berücksichtigt (die immer die Einberechnung von Schicksal, Krankheit, Übel aller Art, und auch von Fehlern und Schwächen sein muß), sondern wir unterwerfen uns noch mehr der Zwangslogik von Maschine und Kapital.

Das heißt, wir gliedern unsere Arbeit nicht in menschliche Rhythmen und Abläufe ein, sondern wir machen es umgekehrt: Maschinen müssen immer laufen! Darauf sind sie angelegt, wenn man sie als Kapital betrachtet, das "arbeiten muß". Wir unterwerfen unser Leben also einer mathematischen Zwangslogik! Und das ist in sich unmenschlich und in kurzen Phasen gerade noch möglich, als Grundkonzept aber schwer sündhaft. Denn niemals darf der Mensch zum Mittel werden, oder sich selbst zum bloßen Mittel machen, um einen Zweck zu erreichen. Er ist in sich Zweck! Und das darf und kann nicht durch "Lustgewinn" abgekauft werden.


Morgen Teil 2)



*Liberal und konservativ sind in Wahrheit Widersprüche. Denn nur wer NICHT liberal ist, kann auch konservieren, also bewahren. Man bewahrt nicht, indem man die Dinge einfach sich selbst überläßt.





Mittwoch, 7. August 2019

Crash - Das Ganz-Unten des Schildkrötenturms (3)

Teil 3) Aber die Dinge werden ihren Lauf nehmen,
weil sie nicht mehr gedacht werden können



Dreh- und Angelpunkt sind, meint Krall, die Banken, deren Erträge seit Jahren dramatisch zu niedrig sind. Das setzt sie unter enormen Kostendruck einerseits, und unter den Zwang zur Risikovermeidung andererseits. Deshalb funktioniert auch die Vorstellung der EZB (Europäische Zentral Bank) nicht, durch billiges Geld (Nullzins) die Investitionsfreudigkeit anzuheben. Das ist ein Zwang zum Gegenteil von dem, was Kredit heißen muß. Denn ein ethischer, moralischer Kredit MUSZ das Risiko des Investors mitttragen wollen. Und können. Es muß dazu aber auch möglich werden, daß Banken pleite gehen. 

Also muß man davon ausgehen, daß die EZB Maßnahmen setzen wird, um die Banken zu retten. Das wiederum wird nur durch den Aufkauf von schwachen, zu riskanten Krediten geschehen können. Das ist dann das Signal für eine Megainflation, die die Spar- und Geld-Vermögen auf den Banken wegschmelzen lassen wird. Das wird wiederum den Geldumlauf zusammenfallen lassen. Die Zusammenhänge sind bereits so komplex, interaktiv und fatal, daß eine Totalkrise nicht mehr abwendbar ist. Einen wirklichen Ausweg gibt es nicht mehr.

Fazit: Man kann über eine staatliche, zentrale Steuerung des Geldkreislaufes nicht Wirtschaftspolitik betreiben. Das geht immer schief, weil es die Produktivkräfte einer Volkswirtschaft - also der arbeitenden Menschen - in eine falsche Richtung lenkt. Dadurch entsteht für die Politik der Druck, eine Schildkröte nach der anderen zu erfinden, um dieses progressiv ausufernde System noch irgendwie zu prolongieren und am Schein-Leben zu halten. 

Dem kommenden Crash, der gigantisch sein wird (man beachte das zu erwartende, sehr realistisch geschilderte Szenario, wenn alles wie in einem Dominosystem zusammenbrechen wird, im Vortrag ab ca. Min. 50), wird aber auch ein intellektueller Zusammenbruch folgen. Denn die bisherigen Denkmodelle der Volkswirtschaft können das, was sich da abspielt, nicht mehr erklären. Wirtschaft ist anders, als heute geglaubt wird. Wo wir uns in einem riesigen Experiment befinden, das allen Regeln seriösen Wirtschaftens widerspricht.

In einem kommenden Crash werden alle verlieren. Viele werden nicht mehr rechtzeitig aussteigen können, das geht auch gar nicht, nur die ersten, die aussteigen, haben da noch eine geringe Chance. Der Rest des Reichtums wird vernichtet. Nur so lange dieses System noch besteht, gibt es einzelne oder viele Gewinner (und viele Verlierer). Im derzeitigen System wird Geld von unten nach oben geschaufelt. Aber die ständige und schon lange dauernde Ausweitung der Geldmenge durch die Regierungen muß sich eines Tages wieder auf wirkliche Werte austarieren. Allerdings wird das in Zwischenschritten gehen. 

Zuerst einmal wird sich das Zentralbankensystem neu kapitalisieren müssen, um das Spiel aufrecht zu halten, als nächste Schildkröte, gewissermaßen. Und das wird über Enteignung geschehen, es kann gar nicht anders geschehen. Über Immobilienbesteuerung zuerst, dann über Zwangshypotheken. Bei zu hohen Immobilienpreisen könnte das fatal für den Einzelnen werden: Er hat einen fiktiven Wert, der gar nicht realisierbar ist. 

Was am Ende herauskommt, kann niemand mehr sagen. Darüber kann man nur spekulieren. Zu groß ist die Menge an unter der Oberfläche vergeudeten (menschlichen) Ressourcen durch Staatsfinanzierung, Interventionismus und Sozialstaat, wo die Leute letztlich dafür bezahlt werden, Löcher zu graben, die sie dann wieder zuschütten. Daraus kann niemals Wohlstand erwachsen. Wir haben uns über die Phantasie des Keynesianismus (Steigerung von Nachfrage durch verteiltes Staatsgeld) sehr viel in den eigenen Sack gelogen.

Das Problem des Fiat-Geldes ist nicht es selbst. Das Problem ist die Auslieferung des Geldes an die Politik. Und das ist in der Geschichte ja alles andere als neu. Mit der Zentralisierung der Währungen zu politisch manipulierbaren "Staatswährungen" - und diese Entwicklung, werte Leser, ist relativ neu, wir haben das nur vergessen: Bis ins 18. Jahrhundert gab es zahlreiche Teil- und Regionalwährungen, die zueinander sogar in gewissem Konkurrenzverhältnis standen, haben aber die Probleme begonnen, die wir heute kennen. 

Selbst wenn die D-Mark als Regionalwährung geblieben wäre, hätten wir uns die Probleme, die wir heute haben, zumindest in dieser Geschwindigkeit, in der sie nun aufgetreten sind, erspart. Es ist tatsächlich so: Der Euro ist unser Schicksal, in gewisser Weise auch unser Sargnagel. Ein kommender Crash wird vom Euro, von Europa ausgehen, aber er wird die Welt mitnehmen.


Steckt da ein Masterplan dahinter? Nein, sagt Krall. "Es gibt keine Verschwörung. Es gibt nur sehr viel Inkompetenz." Wir leben in einem von niemandem mehr beherrschbaren Experiment, weil alle bisherige volkswirtschaftliche Steuerungslogik bereits versagt hat. Krall glaubt aus konkreten Überlegungen heraus, daß der Zusammenbruch des Geldsystems ungefähr 2020 erfolgen, vielleicht auch ein paar Jahre später. Wenn eine nächste Schildkröte gefunden wird. Aber auch die werden immer dünner. Während (das ist eine Tatsache) die Kokain-Konzentration in den Urinbecken der Banken immer höher wurde.

Das ist der Grund, warum Krall sich wünscht, daß Merkel über 2019 hinaus noch im Amt bliebe. Denn sie hat Deutschland in dieses Desaster geführt. Sie sollte es auch ausbaden müssen, denn es ist eben üblich, daß für einen Zusammenbruch auch die Regierung verantwortlich gemacht wird, die dann gerade am Werk ist. Obwohl sie vielleicht gar nix dafür kann. Aber es war Merkel. Sie hat Scheinprosperität über Gelddrucken endgültig kultiviert und als "Königin von Europa" Deutschland in eine fatale Situation geführt, das politische Gewicht Deutschlands dafür benützt, die gesamte europäische Politik zu beeinflussen. Es war Merkel, die maßgeblich für die Sowjetisierung der EU verantwortlich ist. 

Die Merkelschen "Erfolge" sind reine Propagandaleistung (ca. Std. 1:28 im Vortrag). So daß es gar nicht so ungerecht wäre, wenn Deutschland schließlich auch für die Situation in den übrigen europäischen Ländern bezahlt.









Dienstag, 6. August 2019

Crash - Das Ganz-Unten des Schildkrötenturms (2)

Teil 2) Warum Politik nur noch so lange funktionieren wird, 
so lange man neue Schildkröten findet




Aber wir belassen es vorerst dabei. Denn im Zuge der Recherchen zu diesem Artikel ist der VdZ auf diesen Vortrag von Dr. Markus Krall aus dem August 2018 gestoßen. Und Krall stellt Zusammenhänge auf eine Weise dar, von der der VdZ meint, daß sie mehr Einblick als seine eigenen Erklärungsversuche bieten. Deshalb also lassen wir an dieser Stelle den Fachmann reden. Auch wenn der deutlich der liberalistischen Betrachtungsweise zugehört, die man als Bitterstoff im ansonsten guten Kuchen halt abziehen muß. 

Denn natürlich spielen im liberalen Märchen, daß sich alles "von selbst regelt", man muß es nur zulassen, nicht nur Moral generell, sondern vor allem die Unmoral der Zinsnahme eine entscheidende Rolle. (Warum Zinsnahme immer unmoralisch ist, haben wir schon vor längerer Zeit erschöpfend dargestellt.) Insofern ist die Rolle der Banken in unseren Volkswirtschaften weit überproportioniert, muß aber natürlich berücksichtigt werden, wenn wir über Volkswirtschaft, Geld und Krisen reden.

Dabei stellt Krall dar, warum dieses derzeitige Geldsystem irgendwann crashen MUSZ. Die Frage ist halt nur, wann. Krall meint - sehr bald - schon 2020. Naja. Prognosen haben halt eine Schwäche. Sie sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Wirtschaft ist eben keine Maschine, auch dann nicht, wenn sie wie bei uns so behandelt weil betrachtet wird. Denn sie beruht auf Menschen. In diesem Sinne möchte der VdZ auch beruhigen und dem Leser sagen: Keine Angst!
Er möge keine Angst haben, auch wenn das Geldsystem zusammenbricht. Vielleicht wird er Geld verlieren, mag sein. Vielleicht ist daher aber eben auch "zu viel" Geld an dem dabei, was wir als "Privatvermögen" betrachten. Bleibe also jeder bei seinen Leisten, sehe er Immobilien wieder als das, was sie sind - Häuser zum Wohnen, zum Leben - und vergesse er nicht, daß er immer von der Leistungskraft, dem Leistungswillen, der schöpferischen Arbeit gelebt hat, nicht vom Geld. Auch wenn es immer mehr so aussieht.

Und Kralls Vortrag beginnt gleich mit einem guten Bild für das, was unsere Zentralbewirtschaftung im Grunde betreibt: Sie stellt ihr Wunschbild einer "flachen Erde" ganz so wie es Hinduisten tun auf eine Schildkröte, diese auf eine weitere Schildkröte ... "bis ganz nach unten". Über das freilich, was da "ganz unten" sein soll, kann niemand Auskunft geben. Kann? Nein, will. Man will nicht hinsehen, das ist des Pudels Kern. 

Die Krise von 2008 haben wir wie Japan nur hinausgeschoben, aber bis heute nicht substantiell bewältigt. In Wahrheit stehen wir vor einer ähnlichen Situation. Auch bei uns ist der Anteil an Zombieunternehmen bereits zwölf Prozent, auch bei uns ist der staatliche Einfluß auf Investitionen und "Innovationen" (die NIE Innovationen, sondern immer "Beschäftigungstherapie" sind) extrem gestiegen. Wer eine Erklärung sucht, warum man ein dermaßen verrücktes, irrationales Unterfangen wie die "Energiewende" initiiert hat - hier ist sie. Sie ermöglicht eben Irrationalität, weil sie nun "argumentiert" werden kann mit Moral, mit "Weltrettung", mit von geschürter Panik begründeter "Alternativlosigkeit", die Entscheidungen ermöglicht, für die niemand mehr Verantwortung übernehmen muß.

Wir haben den Turm aus Schildkröten nur weiter erhöht, weitere Schildkröten eingeschoben, um das "ganz Unten" nicht zu erreichen. Deshalb gleicht unser Geldsystem einer Spekulation, einer Wette, bei der jeder hofft, daß sie nie zur Einlösung kommt. Wir leben also auf einem Vulkan, der auf Irrationalität beruht. Argumentieren läßt sich nämlich nichts mehr. Die Tragfähigkeit unseres Geldsystems ist nur noch ein Postulat, ist nur noch behauptbar.

In einem Punkt hat Krall sicher auch recht: Von der Politik ist eine substantielle Korrektur nicht zu erwarten. Niemand will für das, was wir ohne jeden Zweifel zu erwarten haben, den Totalcrash, die Verantwortung übernehmen. Also wird jede Regierung versuchen, zumindest in ihrer Legislaturperiode den Zusammenbruch zu verhindern, und dazu noch eine Schildkröte einzubauen. Hellhörig sollten wir also spätestens in dem Moment werden, wo keine Partei mehr die Regierungsverantwortung übernehmen möchte, weil sie keine Schildkröte mehr findet.


Morgen Teil 3) Aber die Dinge werden ihren Lauf nehmen,
weil sie nicht mehr gedacht werden können






Montag, 5. August 2019

Crash - Das Ganz-Unten des Schildkrötenturms (1)

Eigentlich sollte dieser Beitrag sich nur mit Japan befassen. Das seit rund dreißig Jahren das betreibt, was sich auch für unsere Länder mehr und mehr abzeichnet: Der japanische Staat bewirtschaftet in enger Zusammenwirkung mit dem zu einem Oligopol verbundenen japanischen Bankenwesen die Nationalwährung zentral. Und er tut es, indem er - wie wir es bei ebenfalls schon haben - einerseits eine Nullzinspolitik betreibt, und andererseits die Umlaufmenge des Yen erhöht und erhöht. Damit werden Probleme aufgefangen, die eigentlich nur verdeckt werden. Auf Tichys Einblick findet sich ein Bericht, was in Japan passiert, und dessen Autor einige Jahre selbst in Japan gelebt und studiert hat. Das einzige, was man mit dieser Politik erreicht ist, daß seine Unmöglichkeit von Jahr zu Jahr weiter in die Zukunft verschoben wird. Irgendwann aber muß die Rechnung bezahlt werden.

Wobei die realen Lebensbedingungen in Japan bereits jetzt viel schlimmer sind, als es nach außen aussieht. Die extrem gestiegenen Immobilienpreise (die aber gar nicht fallen dürfen, weil sie sonst die Kredite ihrer Sicherheiten berauben) machen es jungen Ehepaaren fast schon unmöglich, sich eine adäquate Wohnung zu leisten. Jährlich sterben in Japan um 400.000 Menschen mehr als geboren werden (1 Million). Die Bevölkerung schrumpft, und im Jahre 2060 rechnet man nur noch mit 100 Millionen Japanern, heute sind es noch 128 Millionen. Die Fertilitätsrate ist auf gerade noch 1,2 pro Frau, das ist fast die Hälfte dessen, was zur Bestandserhaltung notwendig wäre. 

Nun sagen viele, naja, ein Schrumpfen der Bevölkerung könnte ja ein Gesundschrumpfen sein!? Das hört man oft, ist aber nicht weniger falsch, ja dumm. Denn es geht nicht um absolute Bevölkerungszahlen. Es geht um das Verhältnis der Generationenzahlen. Bereits heute zeigt die japanische Bevölkerung-Alters-Pyramide das Bild eines auf den Kopf gestellten Dreiecks. Das heißt, daß absehbar ist, daß irgendwann die Jungen die Alten nicht mehr versorgen können. Es geht sich einfach nicht mehr aus, es sind zu viele Alte, und zu wenige Junge, die arbeiten und damit Wert schaffen. Und Geld hat noch nie Wert geschaffen, hat sich noch nie vermehrt. Das ist einer der fatalsten Irrtümer. Es ist immer nur realer Wert, und der kommt nur aus der Arbeit, dem Geld als mehr oder weniger dynamischer Wertausdruck gegenübersteht.

Aber was liberale Wirtschaftsbetrachtung zu wenig berücksichtigt ist, daß sie ein Phänomen als bösen Faktor an diesem Spiel beschuldigt (und der VdZ war noch vor einigen Jahren ähnlicher Auffassung), das "Nullzinspolitik" heißt. Das heißt, und wir sehen es auch in Europa, daß diese MMT-Wirtschaftspolitik (Moderne Geldtheorie) eine extrem niedrige Verzinsung braucht. Nun wäre das aber an sich nicht das Schlechteste - Null Zinsen? Zinsen sind per se unmoralisch, das wäre doch ein Fortschritt in die richtige Richtung?

Ist es leider nicht. Denn Richtiges verwandelt sich in den Händen falscher Systematik sehr oft in das Gegenteil. Nicht Null-Zinsen sind das Problem. Sondern das, was in Japan geschätzt schon ein Drittel zu Zombieunternehmen macht, das heißt Unternehmen, die sich nur durch immer mehr Kredite am Leben halten können. Und das auch von staatlicher Seite her soll und muß, um "Arbeitsplätze" zu bewahren. Das aber, was einzig Wert schaffen kann, Arbeit, ist nicht einfach nur als irgendeine Tätigkeit gemeint, die bezahlt wird, die man dann Arbeit nennt, sondern "produktive Arbeit". 

In diesen Betrieben fehlt der lebendige Austausch mit der Wirklichkeit, den Menschen, dem Markt, und damit fehlt das, was der Kern des Geldes überhaupt ist: Die lebendige Wertfindung über eine gesunde, freie Preisbildung. Sie sind wie leere Maschinen, die so tun, als arbeiteten sie noch. Die Produktivität ist aber dramatisch gefallen. Es gibt keine lebendigen Innovationen mehr, selbst das hat der Staat bereits in der Hand. Auch darin gleichen wir uns immer mehr an. Auch hier gibt es künstliche Probleme (Energiewende ist ein gutes Beispiel), wie zwar "Arbeitsplätze" bestehen, die aber nichts zu einer wirklichen Steigerung der Wertschöpfung mehr beitragen. Das tun sie nur rechnerisch, auf dem Papier, in den Bilanzen und Staatshaushalten.

Wir haben also zwar "Wirtschaftswachstum", aber das ist ein "Fake". Denn das einzige, was eine Volkswirtschaft wirklich wachsen ließe, ist ein Zuwachs an Produktivität. Und den gibt es schon lange nicht mehr, auch der ist nur herbeiphantasiert, indem man sich mathematisch frohrechnet, wie ein früherer Geschäftspartner des VdZ so etwas immer nannte.


 Morgen Teil 2) Warum Politik nur noch so lange funktionieren wird,
so lange man neue Schildkröten findet



Samstag, 29. Dezember 2018

Aufsparen von Risiken durch deren Vermeidung (2)

Teil 2)




Der vierte große schwarze Schwan

Damit meint Krall die großen Unternehmen. Zur Illustration einige Zahlen: Von den 500 Unternehmen, die 1955 noch als die größten Unternehmen bezeichnet wurden, stehen heute nur noch 60 auf dieser Liste. Das heißt, daß sich immer Umbrüche abgespielt haben, die nicht vorhersehbar waren. Wer hätte 1975 Steven Jobs ernstgenommen, wenn der den Generaldirektor von General Electrics (dem damals größten Elektrikkonzern der USA) angerufen hätte um ihm zu sagen, er werde ihn platt machen? Niemand. Heute hat Apple eine Börsenkapitalisierung von 1 Billion Dollar, während es General Electric gerade noch gibt. 440 Unternehmen sind also neueren Gründungsdatums. Die Top 10 Unternehmen haben sämtlich vor 50 Jahren noch nicht existiert. 

Wir tun aber heute so, als wären Großunternehmen nicht mehr Teil der Marktwirtschaft. Wir tun vielmehr so, als wären sie Größen für sich. Marktwirtschaft aber baut zuerst einmal auf Eigentum auf. Eigentum bedeutet wiederum, über etwas Kontrolle zu haben. Nun stellen wir aber fest, daß der Besitz einer Aktie noch lange nicht heißt, daß man Kontrolle über dieses Unternehmen hat. Aktiennotierte Unternehmen leben deshalb in einer Art "administrativen Blase", wo Eigentum (Aktionär) und Kontrolle (Managerkaste) voneinander getrennt sind. Ja, die Managerkaste kann vom Eigentümer gar nicht kontrolliert werden, sie hat sich sogar über Kontrollsystemkreisläufe abgekoppelt. 

Manager aber sind keine Unternehmer. Sie sind Bürokraten, Administratoren. Die in diese Position gekommen sind, weil sie eben bürokratische und administrative Fähigkeiten unter Beweis gestellt haben. Die unter dem Druck stehen, daß wenn sie Fehler machen auch ihre Karriere zu Ende ist. In großen Unternehmen findet also das eigentliche Unternehmerische gar nicht mehr statt. Was in der produzierenden Industrie durch ein noch unmittelbareres Rückwirkungssystem (Markt, Verbraucher, Verkauf) noch halbwegs funktionieren kann, stellt sich im Finanzbereich als wahres Desaster heraus. Denn hier kann es das Management einrichten, daß es Risiken eingeht, die bei Mißlingen über einen Zeitraum kaschiert werden können, der zeitlich nach dem Karriereziel liegt, es also seine Schäfchen bereits im Trockenen hat. Dem Betrug, der Täuschung sind Tür und Tor geöffnet.

Das gibt es nicht, wenn Manager und Eigentümer zusammenfallen. Denn sich selber zu betrügen hat wenig Sinn. Was immer ein Eigentümer macht, es kommt immer auf ihn zurück. Im Guten wie im Versagen. "Eigentum ist ökonomisches Karma," hält Krall den Sachverhalt fest. Das gilt sogar für den Aktionär, der die Kontrolle abgibt. 

Dieses heutige Konstrukt der Aktiengesellschaften wird in nächster Zeit schwarze Schwäne in Serie hervorbringen. Denkt man jetzt nämlich noch die bevorstehende exzessive Temposteigerung dazu wird sich herausstellen, daß nur echt unternehmerisch denkende Menschen auch entsprechend rasch reagieren werden können. Damit wird sich die Ausfallsrate bei großen Unternehmen enorm steigern. Geht man derzeit von einer jährlichen Ausfallsquote bei Unternehmen von 2 Prozent aus, so wird sich das bald auf 5 oder 10 Prozent steigern. 

Der fünfte große schwarze Schwan

Hier spricht Krall die Geopolitik an. Angesichts einer Politik, die kein Zukunftskonzept hat und in einem Totalversagen steht. Sie verortet Risiken, wo keine sind, und so welche sind, erkennt sie sie nicht oder verleugnet sie. Nicht in Rußland sieht Krall die große Bedrohung für den Westen, im Gegenteil: Wir würden Rußland als Verbündeten brauchen, wenn wir weiter so große Fehler wie im Moment machen. Auch China ist nicht ein Problem für uns. Das wirkliche Problem für Europa wird die Kombination aus der Erdogan-Türkei und der Muslimbruderschaft sein. Die Türkei hat als außenpolitisches Ziel, das osmanische Imperium wieder zu errichten. Syrien war nur der erste Zwischenschritt auf dem größeren Schritt - zum Öl. Das Öl würde nämlich Erdogan mit den Mitteln ausstatten, die er zur Verfolgung seiner Pläne braucht.

Gleichzeitig hat die Muslimbruderschaft die Migration in Gang gesetzt, die Europa nun trifft. Was bei uns niemand so sieht, wird von Israel etwa ganz klar erkannt. Und auch von den Muslimbrüdern offen ausgesprochen: Es soll zur Restauration des ottomanischen Reiches kommen, und der Balkan soll ebenso wieder unter türkisch-muslimische Herrschaft kommen wie ganz Europa. Selbst wenn man das als utopisch ansieht muß man doch sagen, daß unser sicherheitspolitisches Konzept dieser Bedrohung gegenüber falsch ist. Das führt in aller Regel zu Krisen. 

Alle diese fünf schwarzen Schwäne werden einer nach dem anderen auftreten, und sich gegenseitig auslösen wie verstärken, meint Krall. Wir fahren unser Finanzsystem an die Wand, dann die Unternehmen, dann das politische System, wir vergeuden planwirtschaftlich gigantische Summen - woher soll das Geld kommen, damit wir uns verteidigen können? Wer soll unser System da noch halten, wer stabilisiert es? Oder will man etwas anderes? 

Krall hat diesen Verdacht, und führt als ideologische Wurzel die Frankfurter Schule an, wie sie in den 1920er-Jahren entstand. Deren Kernaussage war, daß die Österreichische Schule der Volkswirtschaft recht hat. Das ist für die Sozialisten blöd, denn dann stimmen die Untergangsvorhersagen nicht mehr, der Kapitalismus steht fest und stabil. Damit werden die Massen nicht für eine sozialistische Gesellschaftstransformation durch Revolution bereit sein, weil sie wissen, daß sie in der Marktwirtschaft ein gutes Leben haben können. Also beschloß man, das System von innen heraus anzugreifen, es von innen her zu schwächen. Dazu muß man seine Grundpfeiler beseitigen: Das Wertesystem, die Marktwirtschaft, das Eigentum, die Familie, die Aufklärung, die christlich-abendländische Identität, und dann natürlich seine Institutionen. Und hier vor allem die Geldwirtschaft. Diese Vorgänge sind voll im Gang. 

Und Krall äußert Zweifel, ob alle Teile der politischen Klasse überhaupt interessiert sind, die krisenhaften Erscheinungen der Gegenwart zu lösen. Es sieht vieles nämlich so aus, als wollten manche Kreise die Krisen auf die Spitze treiben, um die Freiheit abzuschaffen. Wenn es zum Auftreten der schwarzen Schwäne kommt, wird deshalb ein Kampf um die Freiheit entbrennen. Aber wird unsere hedonistische Gesellschaft die Freiheit dann verteidigen? Denn Freiheit ist kein dauernder Zustand, der einmal da, immer bleibt. Vielmehr muß sie ständig neu errungen werden. Und Krall zitiert Jefferson, der gesagt habe, daß die Freiheit deshalb ab und zu mit dem Blut der Tyrannen und Patrioten gegossen werden müsse, sonst versinke sie. Denn der größte Feind der Freiheit ist ein Sozialismus, der den Hedonismus nützt, um die Abwehrkräfte einer Gesellschaft zu schwächen. Und dazu zu verführen, um des Genießens willen Dinge zu akzeptieren, die mit der Freiheit unvereinbar sind.

***

Lassen wir uns von diesen Gedanken inspirieren, die viel Wahres haben, solange sie sich mit den Phänomenen der Gegenwart befassen. Vergessen wir aber nicht, daß sie im Rahmen einer liberalen Weltauffassung stattfinden, die - auch wenn sie genau das bestreitet - ein Mythos ist, der ganz anderen Zwecken als denen der Freiheit "für alle" dient. Nämlich dem "offenen Tor" für den Stärkeren, Brutaleren, letztlich Unkultivierteren und Skrupelloseren. Denn keineswegs ist es so, daß sich Systeme (weder in der Natur, schon gar nicht aber in menschlichen Verhältnissen) auf geheimnisvolle Weise "von selber" zu ihrem oder einem Optimum entwickeln. 

Diese fatalistische (weil materialistische, nihilistische) Haltung (die im übrigen in Hegel ihr geistiges Gipfelmoment erreicht hat) bedingt nämlich, daß es so etwas wie eine "optimale Gesellschaft" nicht gäbe, also Gemeinwohl nicht gäbe. Sondern daß das Gute das wäre, was irgendwie und auf jeden Fall entsteht, wenn man den Kräften ihr freies, also natürliches Spiel läßt. Das wiederum von individuellem Wollen und Bedürfen bestimmt wird. Jede Regelung geschieht aus dem System selbst heraus. 

Es braucht nicht viel Nachdenkens sich darüber klar zu werden, daß wir dann brutale Kampfverhältnisse haben, die sich in jeden zwischenmenschlichen Bereich (und auch Wirtschaft ist ein solcher) hineintragen. In denen der Schwächere, Feinere, Moralischere, Machtlosere, aber auch der Benachteiligte, Kranke, Behinderte etc. unter die Räder kommt. Während sich Macht immer mehr und in immer weniger Händen konzentriert. Und damit sind wir am Ursprung des Liberalismus angelangt, der genau diesem Willen zur skrupellosen Machtakkumulation entsprungen ist.

Ebenso stimmt nicht, daß nur im "try and error" gelernt wird. Denn jeder Fehler bringt auch Schäden. Man ist nachher ein Anderer, und meist ein Schwächerer, als vorher. Es ist keineswegs so, daß man immer das Richtige lernt. Bestenfalls das Situationsbezogenere. Und man kann auch das Falsche lernen, jeder Mensch ist dafür beredtes Beispiel, niemand der keine Neurosen hätte, weil er z. B. in der Kindheit schlecht behandelt, oder als Erwachsener beschädigt wurde. Vielmehr braucht es zum Lernen unbedingt ein positives Leitbild. Und dieses Leitbild liegt oft sogar weit von der faktischen Vergangenheit entfernt, und muß geoffenbart werden. Es würde kein Kind alt genug werden, um erwachsen zu werden, würde es nicht angeleitet und auch da und dort beschränkt. Man muß also "etwas" lernen, nicht einfach "aus dem Spiel von Fehler und Erfolg". Außerdem - was ist mit der bösen Tat? Was mit der Unsittlichkeit? Aber lassen wir es vorerst dabei bewenden.

Und nehmen wir das Gute aus diesem Vortrag. Der uns hinführen kann zu einem Begreifen von Welt, in dem das Wesentliche nicht darin liegt, den Erfolg zu "sichern", sondern darin, sich ans Materiale hinzugeben, also zu tun, was uns möglich ist, ohne daß der Ausgang unseres Handelns "sicher" ist. Er liegt immer in der Hand Gottes. Und in dieser Haltung sollen wir auch handeln. Immer. Alles bedenken, klar, alles so gut wie möglich tun, aber alles letztlich als Geschenk erwarten. Der VdZ kann dem Leser versichern, daß er bei allen Menschen, die wirklich Erfolg hatten, genau diese Haltung - Demut! - gesehen hat. 

Wo ein Erfolgsmensch diese Demut nicht kennt, sollten wir gewarnt sein und aufhorchen. Die Wahrscheinlichkeit, daß er etwas Unrechtes getan hat, moralisch oder explizit durch Gesetzesbruch, ist da nämlich hoch. 

Denn die Sünde ist genau das, was Krall hier als "Eingrenzen der Volatilität" bezeichnet. Der Sünder will sich mit dem freien Spiel der Wirklichkeit aus Gott (dem Sein), der auch Mißerfolg bedeuten kann, nie aber Sinnlosigkeit, nicht zufrieden geben. Er will den Erfolg, den Ausgang seinem Verlangen und Vorstellen von Glück nach, manisch kontrollieren. Und dazu schaltet er das Risiko aus. Er will nicht Sinn, er will vielmehr auf jeden Fall kassieren. 

Deshalb hat Krall einmal recht, einmal unrecht. Er liegt richtig, wenn er davon spricht, daß wir heute eine moralische Krise erleben, die unsere Freiheit bedroht. Er liegt nicht richtig, wenn er einen Antagonismus zwischen Liberalismus (als Weg der Freiheit) und Sozialismus (als Feind der Freiheit) behauptet. Vielmehr führt eines zum anderen.



Der eigentliche Vortrag beginnt ab Minute 7:14'






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Freitag, 28. Dezember 2018

Aufsparen von Risiken durch deren Vermeidung (1)

Was sich im Finanzwesen zeigt, ist nur eine der vielen Anwendungen, in denen sich ein gesamtgesellschaftliches Phänomen zeigt - das Leitbild der Risikovermeidung, indem man die Volatilität von Prozessen unterdrückt (d. h. ihre Abläufe gewissermaßen "manisch" kontrolliert und eingrenzt.) 

Aber Risiken vorzubeugen führt nicht dazu, daß die Risiken abgeschafft werden. Es führt vielmehr dazu, daß sich Risiken kumulieren, "aufsparen". Denn man kann Risiken gar nicht abschaffen.  Das ist die Grundthese des Ökonomen und Publizisten Markus Krall, die er hier vorträgt und in zahlreichen Büchern vertritt. Denn die Volatilität, das Risiko eines Scheiterns, gehört untrennbar zum Versuch dazu. Ohne den Versuch aber gibt es keine Lebensdynamik. Jede Entwicklung, jedes Reiferwerden wird dann unterbunden. Das führt zu Spannungen in den Gesamtsystemen, weil es damit zu Ungleichgewichten im Zueinander der Teilsysteme kommt. Es kommt dann zu Entladungen, die umso dramatischer und als Großereignisse ablaufen, je mehr Volatilität aufgespart wurde.

Solche Einschränkungen der Volatilität ortet Krall in fünf Bereichen: Dem Finanzsystem, dem Internet (sic!), der Parteiendemokratie, dem Unternehmertum und schließlich in der Geopolitik. Überall hier wird es zu Diskontinuitäten kommen, wo sich aufgesparte Spannungen eines Tages entladen werden. Vor allem, weil man die Realität nicht zur Kenntnis nehmen will. Diese Entladungen bleiben aber nicht isoliert, sondern wirken auf die jeweils anderen Bereiche. Die abzusehenden großen Entladungen sammeln sich in Problemwolken, die Krall "schwarze Schwäne" nennt.

Der erste große schwarze Schwan

Daß es dazu kommt läßt sich auch daran erkennen, daß der Aufwand dafür, diese Bereiche kontinuierlich (unverändert bzw. kontrolliert) zu halten, immer größer wird. Was dann als "Erfolg" gefeiert wird, ist aber in Wahrheit nur die Verschleierung von Verlusten, die nur nicht sichtbar gemacht werden sollen. Der Staat macht das über Subventionen. Direkt, oder indirekt, durch die Zinspolitik der EZB. So hat man zwei Prozent Wirtschaftswachstum auszuweisen, bei gleichzeitigem Ansteigen der Beschäftigung von zwei Prozent. Was aber niemand dazu sagt ist, daß das anzeigt, daß es zu keinem Zuwachs in der Produktivität kam. Die Wirtschaft wird also in sich schwächer, nicht stärker. Ausfälle schwacher Unternehmen werden sogar verschleppt, damit aber wertvolle Ressourcen gebunden. Auf Zuwächse innerer Stärke durch Produktivitätssteigerung aber bauen sämtliche unserer Zukunftsmodelle auf, vom Rentensystem angefangen. 

Kommt es nun zu einer Krise egal welcher Art (etwa durch Zinserhöhung, um Inflation zu verhindern), werden die aufgesparten Unternehmenskonkurse mit einem Mal virulent. Krall geht von mittlerweile zehn Prozent aus! Damit aber werden die Banken mitgerissen, deren Kredite geballt ausfallen. Mit einem Male werden dann die Sicherheiten auf den Markt kommen, aber nicht mehr viel wert sein. Es kommt also schlagartig zu einem Preisverfall (vor allem im Immobiliensektor). Während die Sparer schlagartig die Hälfte ihrer Ersparnisse verlieren werden.

Der zweite Risikofaktor nämlich, der daraus erfolgt, ist die Erodierung der Verdienstspannen für Banken bei Krediten. Vor allem langfristigere Kredite werden vermieden, weil die Zinsen irgendwann wieder steigen könnten, dann wäre der Verlust für die Bank einzementiert. Doch die Bank muß "Geschäft" machen, also Kredite vergeben. Das tun alle Banken. Damit sinkt erneut der Preis für Geld, und die Verdienstmargen bleiben klein. Krall sagt deshalb voraus, daß es ein vorhersehbares Ereignis sein wird, daß die Banken ab 2020 in große Schwierigkeiten kommen werden, weil sie operativ rote Zahlen schreiben werden. Aber der Politik bleibt dann kaum noch Handlungsspielraum, denn wie sollte sie nun reagieren? Die Zinsen kann sie nicht mehr senken. Diese Perspektive wird umgekehrt Banken dazu verleiten, zu "zocken", also hoch spekulativ vorzugehen. 

Die EZB (bzw. die Politik) wird also genau das Gegenteil von dem erreichen, was nach 2008 der Plan war. Unternehmenskredite werden ebenso zurückgehen wie Sparguthaben, aber die Spekulationsvolumina werden ansteigen. Die Wirtschaft wird nicht "angekurbelt", sondern stattdessen werden deren Ressourcen fehlgelenkt und am falschen Ort (s. o. Unternehmen) gebunden. (Krall zeigt damit auch den eigentlichen Wahnsinn der sogenannten "Energiewende" auf, die genau das bewirkt, aber noch dazu durch direkte Subventionierung.)

Der zweite große schwarze Schwan

Die zweite Großkrise, die Krall "Technogeddon" nennt, wird sich im technischen Bereich abspielen. Das hat zwar nicht direkt die Politik "gemacht", aber sie hat es begünstigt. Der Grund liegt darin, daß wir uns in einer Sicherheit wiegen, die wir gar nicht haben. Es hat zu tun mit dem "Quantencomputer". Dadurch werden die Rechenleistungen der Computer exponentiell ansteigen. Binnen eines jeden Jahres wird sich die Rechenleistung um 40 Millionen Prozent erhöhen. "Irgendwann zwischen heute und 2025 wird irgendjemand einen Computer bauen, der alle Türen auf dem Planeten öffnet." Dann gibt es für nichts und niemanden mehr Privatsphäre, auch für keine Geheimdienste mehr. Dieser eine hat dann alles in der Hand.

Der dritte große schwarze Schwan

Hier nennt Markus Krall die Parteiendemokratie. Es ist ein Irrtum, wenn wir glauben, daß unsere Demokratie "stabil" sei. Auch dieser Fehler ist absehbar, er ist systemimmanent und hat mit dem Wesen des Politikers zu tun, der aus Karriere- oder Einkommensgründen in die Politik geht. Das bedeutet, daß in die Politik zu gehen nur für jene einen Anreiz bedeutet, die "es sich verbessern können". Wer bereits mehr verdient, wem es gut geht, der würde sich ja sein Leben verschlechtern. Nun ist es aber so, daß Einkommen und Intelligenz miteinander zu tun haben. Somit haben wir es mit einer Situation zu tun, daß nur Menschen mit geringerer Intelligenz in die Politik gehen wollen. Während der intelligentere Teil der Bevölkerung durch unser Demokratie- und Parteiensystem (prinzipiell) abgehalten wird, sich politisch zu engagieren. Die Art also, wie wir Politiker bezahlen, führt zu einem qualitätsmindernden Effekt. Es kommt zur Bildung einer falschen Elite.

Solange es ein Zwei-(einhalb)-Parteien-System gab, ging das gerade noch. Mittlerweile aber zersplittert sich in hohem Tempo die Parteienlandschaft. Damit muß sich ein Abgeordneter nicht mehr in seinem Wahlkreis etablieren, die sind kaum noch sicher. Die Wahrscheinlichkeit einer Verschiebung der Mandatsverteilung ist also hoch. Somit muß ein Politiker, der Karriere machen will, sich IN SEINER PARTEI festigen. Dazu muß er sich mit der Parteispitze gutstellen, nicht mit der Wählerbasis.  Das System bringt also Personen nach oben, die zwei Qualifikationen haben: Sie sind erstens unterdurchschnittlich intelligent, und sie sind zweitens angepaßte Karrieristen. Krall sieht das nicht als Polemik, sondern aus objektiven Tatsachen abgeleitet. Die Auswahl- und Anreizstrukturen sowie die Selektionsprozesse führen aus ihrem ökonomischen Sachverhalt heraus zu diesem Phänomen.

Das muß zu einem Kollaps führen. Denn die Politik ist der Hauptmotor beim Unterdrücken der Volatilität, auch in allen übrigen Bereichen. Wenn also diese übrigen schwarzen Schwäne auftauchen, wird die Politik kollabieren. Die Menschen werden bei der absehbaren Kulmination der schwarzen Schwäne sagen, daß "das System" versagt habe. Denn die Deutschen werden sich die Katastrophen an allen Ecken und Enden nicht gefallen lassen. Spätestens, wenn es an ihre Ersparnisse und vor allem an die Rente geht. Angesichts solcher Perspektive bleiben der Politik nur zwei Wege: Mehr direkte Demokratie (wie in der Schweiz) oder eine Art sozialistischer Einheitsbrei. Dieses letztere Stadium können wir derzeit bereits (in Deutschland) beobachten. Auch, daß in solch einer Phase eine totale Polarisierung mit der einzigen echten Opposition (die sich als außerhalb des Systems stehend betrachtet) nicht mehr aufzuhalten ist.


Morgen Teil 2)




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