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Sonntag, 19. April 2026

Ungarische Tänzchen

Habe über einer Lektüre über Marketing gerade einen prickelnden Gedanken. Was wäre, wenn diese ganze Geschichte mit dieser TISZA-Partei, mit der aus dem Nichts entsprungenen Alternative zu ORBAB/FIDESZ namens Peter MAGYAR in Wahrheit ein Produkt aus der Marketingabteilung von … Fidesz&Orban (oder wie immer man diese Hintermänner sonst nennen will) wäre? Ist es nicht das Gelbe des MarketingEis, auch die Konkurrenz zu erschaffen? 

Geht es nicht seit langem im Marketing nicht um Konkurrenz und Wettbewerb, sondern um den Besitz und die Macht über einen gesamten Markt? Und böte nicht Ungarn ideale Voraussetzungen für so eine Kasperliade? Böte nicht dieses ganze Orban- und Rechts-/Konservativ-Theater um diese Figur Orban die perfekte Konstellation dafür? 

Noch sind es erst einige Indizien, die für diese Zhese sprechen, so hart sie auch schon sein mögen. Vor allem aber sollte man darüber nachdenken, ob man es den Akteuren im Theater des Politischen nicht zumindest zutraut, so zu denken und zu handeln. Und ob man selber es nicht so machen würde, stünde man an der Stelle der politischen Partei Akteure.

Oder glauben Sie, werter Leser, wirklich noch an die durchgängige Ernsthaftigkeit politischer Vorgänge in unseren Breiten? Oder sind nicht die Rezeptoren für wirklich Wirkliches bei uns schon dermaßen irritiert, daß wir gar nicht mehr an diese alles tatsächlich tragende Fundament des WIRKLICHEN gelangen? (Zumindest nicht mehr bewußt.) Hat sich nicht das öffentliche Geschehen, der Sprachraum, der Raum der Gestalten und Figuren unserer Psyche(n) bereits so weit von diesem wirklich Wirklichen entfernt, daß wir das Sein, daß wir die Sprache Gottes gar nicht mehr nachbilden können (was dann DENKEN wäre)? 


Mit anderen Worten: Gibt es noch etwas, das wir als Welt vor Augen haben bzw. das sich als Welt geriert, das nicht völlig verrückt, ja - weil es ihm an Humor fehlt, dieser Fähigkeit zur Distanzierung - geistesgestört ist?

Ich jedenfalls kann nichts mehr von dem, das mir täglich und bis ins kleinste Alltägliche hinein begegnet, ernstnehmen. Vielmehr hat sich über alles diese seltsame Decke eines "so tun als ob" gebreitet. 

***

Freitag, 5. August 2022

Mythen vom Kopf auf die Füße gestellt (2)

Gleich aber noch eine Mär - In einem Internetgespräch hörte ich die Äußerung, daß das US-Geheimdienstkonzept Lifelog ein Konzept gewesen wäre, das die Vollüberwachung und -kontrolle der Bevölkerung der Welt als Ziel hätte. (Und soweit stimmt das ja auch.) 

Als nun Facebook erfunden wurde, hätten diese Geheimdienste überlegt, wie man es nutzbrmachen könnte. In (Wortlaut der Äußerung) "genialer Voraussicht" hätten die dann auch erkannt, daß es in Richtung social media gehen würde, mit kleinen Apparaten, die jeder am und sogar im Leib trage. So notwendig, daß sich nieman mehr freiwillig davon trennt, weil sonst sein Leben zusammenfällt.

Die Wahrheit? Es verhält sich umgekehrt. 

Donnerstag, 4. August 2022

Mythen vom Kopf auf die Füße gestellt (1)

Die Frage ist nie OB jemand von einer Person ab- weil ihr anhängt, sondern immer nur, WEM er anhängt. Deshalb ist die so populäre Forderung nach "Freier Meinung" und noch mehr nach "freiem Informationsfluß" ein seltsames udn vielfach ergänzungsbedürftiges Wort. 

Hinter der der aufklärerische (aber völlig falsche) Ansatz steht, daß die Vernunft eine Angelegenheit der Mathematik wäre. WEIL (so die Mär seit Galileo, der diese These erstmals populär machte) es die Mathematik WÄRE, die die Welt bewegte. Damit wäre auch das Denken eine reine Rechenoperation, und die Logik eine Folgerung aus der Mathematik bzw. deren Nachbildung. 

Aber das stellt die Wahrheit auf den Kopf. Was logisch ist ist nicht das Ergebnis einer Rechenoperation, sondern geht der Rechenoperation voraus, die sich dann nur noch dieer Logik entsprechend verhält, weil auch die Operation bereits dieser nicht in der Mathematik, sondern in der Welt liegenden Grammatik entspricht. 

Freitag, 20. November 2020

Neulich im Autohaus

Aston Martin hat ein neues Auto in die Auslage gestellt. Bestellungen werden noch angenommen. Aber die Auflage ist mit achtundachtzig Wagen ziemlich limitiert. Also, werter Leser, überlegen Sie nicht zu lange! (Mehr Bilder dieses wunderschönen Automobils gibt's in der Kronen Zeitung.)

Wer so ein Gefährt kauft? Sicher keiner, der moniert, daß es da ja reinregnet ....

Für die Fahrt zum samstäglichen Einkaufen im Shopping-Center ist er nämlich wohl nicht gedacht. Der Superschlitten ist sicher eher ein Zweit- oder Drittwagen, den man nur bei Schönwetter aus der mit tausend Einbruchsicherungsanlagen samt Selbstschußapparaten im Berg versenkten Garage holt, auf dem das gewiß nicht NUR bauspar-finanzierte Eigenheim steht. 

Unterirdischer Direktzugang zum 8x23m Swimmingpool war eine der wenigen Auflagen an den Architekten. Und der bewährte sich auch. Vorausgesetzt, der Gärtner hat nicht wieder von innen zugeschlossen. Denn der ist gerne altmodisch, und an die neue Technik nicht zu gewöhnen. "Ig nix verdraue," meinte er immer.

Stelle sich nun der Leser also das Verkaufsgespräch vor. Ein Autohaus im Gewerbegelände des Heimatstädtchens, ein Verkäufer in C&A-Anzug und Schlips und obligater Bierfahne. Dazu ein Kunde in Badeschlappen und stonewashed Jeans, samt (s)einer Frau im zinnoberroten Schlüpferkleid, das nur knapp über Hüftlänge geschnitten ist.

Das Gespräch lief zu Anfang ja recht seltsam. Als sich der Käufer informieren ließ, und prompt wegen des (vom Verkäufer verschämt geflüsterten) Spritverbrauchs mäkelte ... "Pfauh! Na das ist aber ... Ich überlege echt ... 16,8 Liter. Pfauh, das ist schon viel. Ich meine, mein Golf braucht nur 3, das sind ja Welten! Und das bei sooo einem Wagen?!"

Der Verkäufer schien nun eigenartig berührt, das Gespräch lief nicht so, wie er es wollte, er mußte der Unterhaltung eine Wende geben. Er faßte sich also, und merkte nun mit blasiertem Ton in der Stimme an, daß er aber eine Unterschrift brauche, wenn der Käufer wirklich darauf bestehe, das Loch im Boden mit einem Deckel (vom Obi-Markt! auf was für Ideen die Leute kommen?!) zu schließen. Nein, da könne er keine Garantie geben, meinte er. Dennoch verschwand er kurz, und kam dann mit einer Preßluft-Tauchflasche samt Mundstück, Taucherbrille und Schnorchel zurück. 

"Was soll denn das," meinte der Kunde als er kurz aufsah, während er den Vertrag samt Sonderpassus unterschieb? 

"Nur so. Ich darf mir den Ratschlag erlauben," meinte er, während er den Champagner entkorkte, "daß Sie das ins Handschuhfach legen." Dann beugte er sich zum Kunden und raunte, schon recht launig, wegen der Wirkung des edlen Getränks, er hatte heute noch kaum etwas gegessen: "Geht aufs Haus." 

Daß er den Champagner meinte merkte der Kunde freilich erst drei Wochen später. Als er nämlich seine Kreditkartenabrechnung - ausnahmsweise einmal eingehender - studierte. 

"Schaatz," meinte er? "Drei Flaschen Wodka ... warst Du wieder bei der Pediküre? Moment, Moment, was ist denn ... hmm ... also ... Häää? Ach so, das ist der Wagen, ich erinnere mich wieder. Mooment, aber was ist denn das ...?" Nun sah er es. Anhängerkupplung. Da ging es ums Prinzip! Die rote Färbung in seinem Gesicht war gewiß nicht auf das tägliche Gabelfrühstück zurückzuführen, das er auch vorhin geschnieft hatte. ("Verdammt," hatte er dabei gedacht, "das Zeug hat enorm Kalorien.")

Tja, so kann man Kunden schwer vergraulen. Deshalb, an dieser Stelle, und der Leser weiß, wie sehr dem VdZ daran gelegen ist, daß für jeden etwas in diesen Ausführungen dabei ist, ein Tip für Verkäufer: Immer offen und ehrlich sagen, was Sache ist! Irgendwann kommt der Kunde sowieso drauf!

Aber so weit sind wir noch nicht. Also, Rückblende zum Autohaus. Apropos Autohaus. Die superblonde, von Silikon aufgeblasene Freundin des Käufers, eigenen Angaben nach ehemalige Miss Lettland 2003, war freilich schon dort etwas unzufrieden. 

"Ich weiß immer noch nicht," lispelte sie da immer wieder, sichtlich nervös, "wo ich DAAA Fifi hintun soll." Was soll man als Verkäufer da noch antworten? Noch ein Tip: In solchen Lagen schweigen. Vielleicht den Hund kraulen.

Die Stimmung drohte sogar schon zuvor einmal zu kippen, als der Kunde den Aufpreis für eine Anhängerkupplung gehört hatte. Aber da konnte der Verkäufer die dunklen Wolken noch vertreiben, indem er geisteshell reagierte. Der Kunde stieg auch sofort auf die angebotenen zehn Prozent Nachlaß für das Hakenteil ein. Offiziell wegen der Schweißarbeiten an der Karosserie. Wie? Ja! Das schlug sogar der Käufer vor. Die konnte doch der Verkäufer den Mechaniker in der Freizeit annieten lassen. 

"Dann spare ich die Mehrwertsteuer," flüsterte er in Richtung Blondine, und blinzelte mit einem Auge. 

"Ganz schön clever," meinte die. 

"Na sicher," hüstelte nun ihr Gatte. "Dem gibt er einen Zwanziger, und die Sache hat es sich. Und wir beide sind zufrieden." 

Na, wenn das nicht eine zweite Flasche Moet wert war? Wenn es paßt, dann paßt es einfach.

Der Verkäufer winkte dem Kunden lange nach, als dieser in seinem neuen Gefährt den Autohof verließ. Die Stimmung war da also wieder ziemlich o. k.

"Na," meinte der Chef, der nun erst hinzutrat? "Hat aber lange gedauert. Und zwei Flaschen ... ganz schön großzügig." 

"Ich zahl's eh," meinte sein Angestellter, während er heftig Luft ausstieß. "War diesmal Schwerarbeit. Zwei Stunden ... Wenn alle so zäh wären, würde ich mich beim Media Markt bewerben." 

"Nana, nicht übertreiben. Die haben auch nicht länger Mittagspause. Es ist jetzt halb fünf. Um drei warst Du noch nicht im Haus."

"Also ich möchte doch ..."

"Ich sag doch gar nix!" Der Chef hob beschwichtigend die Arme und duckte sich. "Aber es war da schon fünf nach."

"Wegen der paar Minuten ..."

"Ich sage ja nix! I dachte halt, Du kommst heute gar nicht mehr. Und da sind die sind schon zwei Stunden dagesessen. Er hat einen Wodka nach dem anderen runtergeschluckt, und sie ist nervös hin und her gerannt, weil dieses Vieh ständig pinkeln mußte ... Ich habe schon nicht mehr gewußt, wie ich die noch unterhalten soll. Renate war schon beim Lidl ein paar weitere Flaschen holen."

"Der Verkehr, weißt es eh. An der Kreuzung vorn steh ich regelmäßig fünf Minuten. Naja, kam ja noch zeitig genug, oder? Aber ich dachte dann, die gehen überhaupt nicht mehr ..." Er legte nun den Finger an die Nase. Das waren meist die Zeiten, wo er philosophisch wurde, wer ihn näher kannte wußte und liebt das an ihm. Auch diesmal war es so. "Ich frage mich manchmal, in was für Zeiten wir leben. Die Leut glauben, ein Verkäufer hat ewig Zeit! Kaufen ein Auto, und den Verkäufer obendrein, so ungefähr. Schlimm heute. Totaler Kulturverfall." 

"Nanana, nicht gleich so schwarz sehen. Ich sage doch immer: Dran bleiben, das zahlt sich aus! Sie drücken doch erst immer ein wenig herum. Da ist es dann wichtig, nicht aufzugeben. Frage - Argument mit Vorhand. Frage - Argument mit Rückhand. Frage - scharf angeschnitten, unerreichbar an die Kante und Punkt. Übrigens: Die Idee mit dem Stöpsel hat den Ausschlag gegeben, ich bin mir sicher. Muß ich mir merken." 

"Aber, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf: Mit Metallisée-Lackierung wäre er leichter zu verkaufen. Wegen dem Regen und so."

"Ich verspreche ihnen da immer eine Pelerine dazu. Gratis. Manchmal zieht's."

"Hmm, auch gut. Das macht das Kraut auch nimmer fett, und die Leute sind beruhigt." 

"Ich werde das mit der Lackierungsvariante an Aston Martin weiterleiten," fügte der Herr und Gebieter nun hinzu. Dann eilte er zu seinem Schreibtisch, kam alsbald zurück, und zeigte dem Angestellten stolz den Entwurf zu einem Prospekt. Das sollte den Verkauf für den edlen Schlitten so richtig ankurbeln. "Frisch von der Werbeagentur. Was sagst Du? Geht nächste Woche an alle Haushalte im Großraum Pforzheim-Dinkelrohde. Bin gespannt ..." 

"Hmm, nicht schlecht. Ein paar werden schon hängenbleiben," nickte sein Bediensteter. 

"Sicher! Beim Rolls war es ja auch so." 

"Na gut, aber da hatten wir die Aktion mit der Sporttasche, erinnerst Du Dich? Das war es. Das hat gezogen." 

"Da, lies doch genauer! Da unten, steht doch drauf!?" Er nahm das Papier dem Verkäufer aus der Hand, schob die Brille auf die Stirn, suchte, fand. "Siehst Du, da!" Er zeigte mit dem kleinen Finger. "Diesmal habe ich ein Manikürzeug in der Aktion. Ein Wagen - drei Manikürzeuge. Gratis drauf. Vater-Mutter-Kind. Weißt ja, die Schwaben sind immer ein bissel konservativ." 

Nun studierte auch der Verkäufer den Entwurf genauer. "Ah da, richtig ... Pfauh, die werden uns die Türe eintreten." Er stand auf, und ordnete nun seinen Schreibtisch. Es wurde ja bald sechs. Als er die Papiere einordnete, überflog er den Kaufvertrag von vorhin noch einmal. Da bemerkte er etwas. "Oh Sch... statt 890.000 habe ich 980.000 hingeschrieben." 

"Wie?" Sein Chef sprang auf, stellte sich hinter ihn und blickte über seine Schulter. "Ah ja ... Eleganter Ziffernsturz, würde ich sagen. Mach Dir nichts draus, das kann in der Eile vorkommen, ist mir auch schon passiert." Er klopfte seinem Mann tröstend auf die Schulter, bis er sichtlich einen Einfall hatte. Er starrte vor sich hin, und überlegte ein paar Sekunden. Dann kam er heraus. 

"Hat er was gemerkt?" 

Der Verkäufer schüttelte den Kopf.

"Warten wir, ob er es merkt. Soll von selber kommen. Noch ein Glas?" In der Wodkaflasche war noch etwas drin.

"Nur ein zwei Gläser, höchstens. Muß noch fahren."

"Alles klar. Mehr ist eh nimmer da. War viel los heute."


*131020*

Dienstag, 3. November 2020

Erste Entwürfe eines Gesamtbildes (2)

 Teil 2) Aus dem Tagebuch - Erste Entwürfe zu Grundlinien 
einer christlichen Kultur und Wirtschaft


[...] Das heißt (wenn man so will) dann auch den Einschluß von "Sozialleistungen" für jene, die noch nicht oder nicht mehr am mehr oder weniger reziproken Wertaustausch egal aus welchen Gründen teilnehmen können. Das kann man dann meinetwegen "Sozialstaat" nennen. So war er jedenfalls gemeint, auch wenn man Röpke oder Erhard liest, obwohl letzterer deutlich liberalistisch war, Röpke hingegen noch viel substantieller abendländisch dachte. 
Ich bin auf ihn sogar über Architekturkritik, die er in Istanbul verfaßt hat, gestoßen. Die ich vor etlichen Jahren (erinnerlich um viel Geld, noch dazu ist sie ein relativ dünnes Heft) bei einem Antiquar - ich weiß nicht wo - auftreiben konnte. Er hat schon vor hundert Jahren das Ende dieser Kultur wie deren Charakteristik aus der Architektur abgelesen. Dazu braucht man schon sehr tiefe geistige Fundamente. [...] 
[...] Wenn das oben Gesagte nicht gegeben ist, wenn eine Gesellschaft (und ein darauf bezogenes Gefüge wie es der Staat ist) nicht auf diesen durch Dankbarkeit und Dankbarkeitspflicht zwischenmenschlich verankerten Grundzügen aufbaut, kann man von einem intakten Sozialgefüge gar nicht mehr sprechen. 

Es ist auch nicht konstruierbar oder rekonstruierbar. Denn kein Zusammenleben läßt sich auf Gesetzen und Vorschriften aufbauen. Jedes soziale Gefüge, das sich nur oder auch nur vorrangig darauf berufen kann, bricht mit der Zeit zusammen, denn es wandelt sich von Solidar- zu Kampfverhältnissen. [...]

In einer christlichen Kultur aber will jeder die Gestalten vervollkommnen, die alle Seiten umschließen, also Dinge weil Orte (!) vollkommen machen. Und die Welt ist ein Mosaik von Orten, AUF DIE HIN jeder geschaffen wird. Das rechtfertigt dann das Vertrauen in Gottes Vorsehung, in dem sich jeder Mensch "sicher" fühlen kann, sodaß er seiner Hingabe kein Maß anlegen muß. 

Er wird nicht verletzt, um es salopp zu sagen, wenn er sich auf seinen Ort hin transzendiert, selbst übersteigt, also nicht seinem niedrigen "Wollen" folgt, sondern dem Wollen des Heiligen Geistes gehorsam ist. Dort liegt ja dann seine maximale Freiheit, in der Anähnlichung an Gott, seinen Schöpfer. 

Und wenn doch verstoßen wird (was immer heißt: Dem Eigenwillen folgen, der Welt, die einen umgibt, nicht Gerechtigkeit und Angemessenheit zutrauen), so ist das nicht Maß aller Dinge, sondern ein von allen anerkannter und zugestandener Bruch mit dem Ganzen, der sogar (wie im Verbrechen) von der Obrigkeit, vom Rechtssystem (das die inneren Gesetze der Kultur enthält, aber vor allem deren Grenzen aufzeigt) bestraft wird.

Auch gerechtes Wirtschaften entsteht somit, aus der Eigeninitiative der Einzelnen, auf das Gemeinwohl bezogen. In dem das Wohl und Heil möglichst aller gefördert - aber vor allem: nicht behindert - wird. Das jeder im letzten natürlich selbst und in Freiheit anstreben muß, ist somit nur eine Folge. Indem jeder allen Anrufen die wesensgemäßen (ortsgemäßen) Antworten gegenüberstellt. Das heißt, daß der "Kaufpreis" nichts anderes ist als eine dem Wert des erhaltenen Geschenks ("Verkaufsakt") entsprechende Wertleistung.

Wir hatten das bereits in unserer Kultur erreicht. Denn das ist die eigentliche Leistung des Abendlandes, die sich bis zur höchsten Kulturhöhe im Mittelalter, bis zum 12. Jahrhundert, steigerte. Als geschlossene, nicht von interkulturellen Wirtschafts- und sonstigen Beziehungen aufgebrochener Kulturraum. Als geschlossene Gesellschaft, in der sämtliche Obrigkeiten ihre Aufgabe darin sahen, diesen Raum nicht nur aufzubauen, sondern auch zu schützen.

Denn jedes soziale System - und man muß sogar so weit gehen, die gesamte Schöpfung, die gesamte Welt als solches zu sehen! - besteht NUR dann (weil alles ins Weltlose und Nichts abfällt, wenn es das Systemische, das Ganze aufgibt oder verläßt) wenn es auf seinem innersten Gesetz aufruht: 
GABE und GEGENGABE, getragen und getrieben von der moralischen Verpflichtung zur (über-)adäquaten Gegengabe, in die hinein der Mensch sich opfert, auf die hin er sich transzendiert. 
Das ist zugleich der einzige Sinn alles dessen, was wir als Wirtschaften bezeichnen, die Ausfluß des Lebensvollzugs ist, der ein Oszillieren einer Zweipoligkeit ist, die innerhalb eines Dritten, der Liebe, des Geistes (Freiheit, Liebe, Wahrheit, etc. etc.) west. 
Die Welt wird somit von der aus Freiheit angenommenen Verbindlichkeit getragen - und das ist letztlich die Liebe. Deshalb braucht jedes System die Kirche als der perfekten Gesamtgestalt im Geiste, die die Welt hervortreibt: Die Kirche als einzige (!) Quelle der Menschen, und das heißt der Kultur, denn der Mensch ist Welt ALS Kultur.

Das Abendland kann somit nur durch und mit einer (starken, unangetasteten) Kirche ent- und bestehen. Wo immer diese als oberste Lehrerin und oberste moralische Instanz angezweifelt und verdrängt wird, bricht die Kultur auf das, was sich in Ersatzlehren, in neuen Weltgrammatiken ausdrückt - wie dem Evolutionismus, wie dem Liberalismus, dem Kapitalismus, dem Marxismus-Kommunismus, dem (fatalistischen) Hegelianismus (als falschem Bild vom Wesen der Geschichte), etc. 

Nur im Maß auch, in dem die Welt christianisiert wird, kann eine Öffnung in die Internationalität geschehen. Eine Öffnung auf andere Kontinente zu. Wie 1492 nicht zufällig aus einem tief katholischen Spanien heraus tatsächlich geschehen ist.  

Aber dies geschah bereits zu einem Zeitpunkt, wo die entscheidenden Brüche im (europäischen) Abendland bereits geschehen sind. Die sämtlich im "langen 13. Jahrhundert" abliefen. Jener Zeit, wo das Abendland aus einem "maximal dem Paradies, dem Traum ähnlichen Zustand" in einen (allgemeinen) Kriegsmodus fiel. Der fünf Jahrhunderte später den Kontinent buchstäblich in Ruinen legte. [...]




Montag, 2. November 2020

Erste Entwürfe eines Gesamtbildes (1)

Aus dem Tagebuch - Erste Entwürfe zu Grundlinien 
einer christlichen Kultur und Wirtschaft 


[...] Wo zuletzt sogar das ein stilles Anliegen wurde, den eigentlichen Denkprozeß nur zu provozieren, aber im Leser selbst ablaufen zu lassen, als dessen eigene Leistung. [...]

Und wie es das Gesetz des Theaters ist. Weil es das Gesetz der Erkenntnis in der Welt ist. Man findet in sich die Bausteine, und setzt sie schließlich selbst zusammen. Damit ist Erkenntnis wirklich jener schöpferische Prozeß, der sie sein muß. Wo die Tangenten verlängert werden, die Richtungen aufgenommen, in die alles weist - die Linien aber dann selbst verflochten werden müssen. Oder, wie im Theater, wie in der Kunst, die Bilder selbst entstehen weil selbst gebildet werden. Aus den Wirklichkeiten, die unsichtbar hinter allen dargestellten Dingen stehen.

Diese werden angedeutet, werden freigeschaufelt, werden durch Katharsis (die ein Verbrennen der niedrigen, falschen, sündigen Beimengungen zu allen faktischen, historischen Dingen ist) freigelegt. Und dann zu einer neuen Lösung verbunden. Die wiederum deshalb artikulierbar, darstellbar, in eigenen Bildern herstellbar ist, weil sie mit bereits vorliegenden höheren, himmlischen Wirklichkeiten (die man durch das in-der-Welt-sein in sich trägt, als Anrufe der Wahrheit, des Wissens Gottes) zu jener himmlischen Wirklichkeit werden, die letztlich der Heilige Geist IN UNS herstellt und bewirkt.

Somit ist es denn der Heilige Geist, der aus uns spricht. Tatsächlich, real. Nicht "wir". Und das geschieht im Sterben, im Wegnehmen von allem, was von uns als Eigenwille in die Welt strebt. So werden wir zum Fenster und Tor des Heiligen (Geistes). [...]

Und in diesem Punkt deckt sich alles, auch das Wirtschaften. Denn im Weggeben dessen, was uns behört, öffnen wir eben dieses Tor. Damit ist alles Herstellen und "Verkaufen" ein "Verschenken", dem aber - in der moralischen Entsprechung - ein Wiederschenken begegnet. 

Das ist es, was die Verbindlichkeit menschlicher Gesellschaft(en) ausmacht. Das ist es, was eine christliche Kultur so einzigartig macht, und so bedeutend. In der die Obrigkeiten dafür zu sorgen haben, daß sie frei bleibt von fremden Einflüssen, die diese Gegebenheiten ausnützen wollen oder könnten. Weil sie auf Werten beruhen, die dieser christlichen Ethik nicht entsprechen.

[...] Nur auf dieser Grundlage, der Verbindlichkeit von Geschenk und Gegengeschenk, entsteht überhaupt (!) ein soziales, ein wirklich soziales Gefüge. Das seine Moral aus einer allgemeinen und allgemein wechselseitigen Verbindlichkeit aus persönlichen Verpflichtungs- wie Vertrauensverhältnissen bezieht. [...] 

[...] SOZIALE GEFÜGE, DIE IN SOLIDARITÄT UND VERBINDLICHKEIT mit offener Zukunft BESTEHEN WOLLEN, KÖNNEN NUR AUF DANKBARKEITSVERHÄLTNISSEN AUFGEBAUT WERDEN. 
Die Implikationen dieser Feststellung reichen dermaßen weit, daß sie auszuführen hieße, eine komplette Anthropologie, ja eine Metaphysik der Schöpfung selbst auszuführen. Denn alles ist als Dank auf Gott hin ausgerichtet. 
Weil ein Werk Eigenschaften seines Hervorbringers hat, stoßen wir damit direkt ins Herz einer Analogie zur Dreifaltigkeit. In der Gott im Heiligen Geist sich selbst ein Dank- und Sühnopfer darbringt. [...] 

 

Morgen Teil 2)


*091020*

Dienstag, 5. Mai 2020

Was ist ist, weil es etwas sein will (2)

Teil 2)


Und DAMIT ist man auf die Schnauze gefallen. Damit, etwas in seinem faktischen Sosein auch als Gesolltes zu zeigen. Niemand, kein Mensch, kein Tier, kein Ding ist damit zufrieden, ob es nun dieses Unzufriedensein, dieses aus Liebe hinstreben zum Ideal, zur Idee von sich, die sich in dem Moment zeigt, in dem sie angestrebt wird, die also nicht starr und festgebunden gesehen werden kann, die aber durch alles Seiende (damit natürlich auch durch alles Faktische) durchschimmert. DAS sehen wird! Und nur das. Sehen ist eine Frage der Erkenntnis, die sich der physischen Sehorgane bedient. Die somit Organe der Teilhabe an einer Idee sind.
Darin zeigt sich auch das Übel von statistischen Methoden und Massenumfragen: Sie zeigen nicht das Unsichtbare. Das aber gibt die Regeln vor. Was ein Mann ist, ist nämlich so wie alles, das ist nicht zuerst eine Frage dessen, was faktisch vorhanden ist, sondern eine Frage, wonach sich das Ding - und erst recht der Mensch - ausstreckt. 
DAS kommt seit langem nicht mehr zu Wort, und das wagt auch niemand mehr als Kriterium anzugeben, nach dem er sich ausstreckt. Aber es zieht ihn in Wirklichkeit, und oft genug verbirgt man es. 

Und dieses Bild des Mannes ist ein im ewigen Spiel der Ideen liegendes Unsichtbares, das den Mann auf eine für unsere heutigen Ohren höchst seltsam klingende Weise an Eigenschaften bindet, die den Mann als Gestalter, als Weltmacher, als Handelnden, als Identitätsgebenden, als Starken und der Welt des Geistigen Verbundenen definieren. Das ist das Männliche, es ist ein bestimmendes, Festes, Forderndes, es ist der Verweis auf das, wonach sich alles Faktische ausstrecken muß. Denn nur in diesem Ausstrecken, in der Überschreitung des Faktischen, also des einfachhin Vorhandenen, IST überhaupt ein Ding, und ist überhaupt ein Mann. 

Videospiele, Filme zeigen das. Wo es von harten Typen nur wo wimmeln muß, will man einen kassenklingelnden Blockbuster in die Welt setzen.




Verkauf ist das Beitreten zu einem Ort, also zu einem Wesensvollzug, den ein zum Erwerb angebotenes Ding vervollkommnet. 

Deshalb muß der Anbietende auf eine Weise besser wissen als es oft aussieht, ja als Kaufgewohnheiten anzeigen, was ein Käufer wirklich will. Er muß die Welt der Ideen kennen, er muß also metaphysisch denken. Das tut die heutige Psychologie nicht mehr, und wenn sie es tut, irrt sie meist, weil sie diese Geisteswelt nicht kennt, sondern den Menschen als rein biologische Materialmaschine sieht. Die man bestenfalls manipulieren kann. Was zwar auch geht, aber nie auf Dauer, wenn das vorgespiegelte Bild nicht dem ewigen, metaphysischen Bild entspricht, also eine Abweichung von jenem Wesen bedeutet, an dem der jeweilige Mensch - Mann, Frau - teilhat, weil er daran teilhaben will.  

Daran wird also das gesamte woke capital scheitern, das ist so ausrechenbar wie das Amen im Gebet. Selbst wenn es sich eine Zeit lang halten wird, aber nur so lange, als herrschende Mächte diese zur Ideologie gewordene Idee vorschreiben und diktieren, oder/und durch Umleitung allgemeiner (Steuer-)Gelder subventionieren, also durch Enteignung finanzieren.

Wird fortgesetzt



*050819*

Montag, 4. Mai 2020

Was ist ist, weil es etwas sein will (1)

Natürlich verdienen die Nachrichten einen hämischen Kommentar, wenn es da heißt, daß Gillette mit seiner neuen Werbekampagne einen Bauchfleck gelandet hat. Plötzlich wurde umgestellt, und aus dem männlichen Mann, der seine Gesichtsabenteuer nur mit dem neuen dreischneidigen Gillette Super Superior bekämpft, wurde ein Männleinmuscherl, das seinem Sohn erklärt, daß er mit Milde, Güte und Weichheit eine bessere Welt macht. Die sich also gegen "toxic masculinity" (traditionelle Männlichkeit ist vergiftend, ja todbringend) richtet, wie es in der offiziellen Beschreibung der Werbelinie heißt.



Diese Werbung zeigt die Tatsache, daß sie auf einem fatalen Irrtum aufruht, in den Reaktionen, die sie ausgelöst hat. Und zwar in den wirklichen Reaktionen, nicht in dem Unsinn, der bei Umfragen usw. erhoben wird, wo die meisten so antworten wie sie meinen, daß erwartet wird. Die Reaktionen zeigten etwas anderes.

Was solche Werbelinie mit Gillette zu tun haben sollte, war niemandem klar. Am wenigsten den Kunden, die zu anderen Marken griffen. Kauf ist nämlich Identifikationssache, ein Zutritt an einen Ort, von dem man sich bestimmen läßt bzw. der etwas in den eigenen Ort integriert - der also harmonisch in die Seinsgestalt paßt.

Erleichtert wurde das durch die Tatsache, daß fast sämtliche Konkurrenzprodukte immer schon billiger waren, aber nicht das Image des großen Tonangebers hatten. Gillette hat sie nun elegant vom Haken gelassen. Die Weltverbesserungsideologie - das woke capital - schiebt eben genau so wie eine abstrakt techniklastige weil damit weltverbessernde Funktionsphantasiererei in ihren vorgeblichen Zielen auf eine so neutrale, identitätslose Ebene, daß eine Identifikation mit einem Produkt nicht mehr gegeben ist. 

Gillette mußte jedenfalls acht Milliarden Dollar abschreiben, was immer das heißt, ob Verlust oder einfach Aktivierung eines bereits vorhandenen Verlusts ist aufgrund der amerikanischen Bilanzierungsregeln, die Deckungsbeitrag und Cash Flow für Gewinn ausgeben, für uns nicht ganz nachvollziehbar. Miese sind es auf jeden Fall. Und Gillette selbst bestätigt es. Man habe die Millenials verloren, heißt es, und ist nun dabei, auch deren Väter zu verlieren, sagen wir dazu. 

Aber es soll uns um etwas anderes gehen. Denn davon können wir ausgehen, daß Gillette (als Teilgesellschaft von Procter & Gamble) den Markt genau untersucht hat. Und was werden die Klugen gefunden haben? Sie werden einen realen Trend gefunden haben. Sie werden real vorhandene weiche Männer - neue Männer, wie es hier seit Jahrzehnten heißt und angepriesen wird, Kuschelmuschel statt harte Krieger - gefunden haben, jede Menge, und darauf hat man reagiert. 

Man hat also das Faktische zum Maß für das Gewollte genommen. Aber das Faktische, der faktische Zustand, in dem man jedes Ding sieht, ist nur ein Zwischenstand. Es ist ein Einblick in einen Kampf ums Dasein, in dem alles was ist ständig steht, und in dem es versucht, seine Idee, die es aus Liebe und Sehnsucht als Gesolltes empfindet, weil es so sein will, weil es sich danach ausstreckt, in diese Zeit hinein auszudrücken. 

Morgen Teil 2)




Dienstag, 11. Februar 2020

Horex - Das Produkt übernimmt die Firma (2)

Teil 2) Rasch rasch. Alles.



Natürlich kann auch diese Dokumentation (unten) nicht umhin, den neuen Göttern ihre Gaben darzubringen. Und die Horex-Zeit 1933-45 zum Verbrechen der reibungslosen Eingliederung in nationalsozialistische Gesinnung, die Produktion von Wehrmachtsmotorrädern zum ideellen, zumindest haltungsmäßigen Kriegsverbrechen zu machen. Vielleicht aber muß man doch eine leicht schattende Bemerkung machen. Denn im Fall Horex hat sich Produkt und Unternehmer gespalten. Horex war nicht von der Innovationskraft und Produktliebe der Eigentümer getrieben, die hatten die Mitarbeiter. Sondern es war mit dem Lebemann Fritz Kleemann, diesem "Sohn des Gründers", doch einen recht geldorientierten, im Grunde wurzellosen Charakter der Tankstelle für persönliches Wohlleben. 

Dem es offenbar kein Problem war, die Motorradproduktion im Kriege einzustellen, und die abstrahierte Fertigungskapazität der "Rüstungsindustrie" zur Verfügung zu stellen. Samt Zwangsarbeitereinsatz. Aber was wäre mit solchen auch anderes zu machen gewesen? Und immerhin, was war (wie meist, übriges) unter "recht menschlichen Bedingungen" geschehen, wie eine Ukrainerin erzählt, die damals in Bad Homburg arbeitete. Fritz Kleemann selbst wurde nur als "minder belastet" eingestuft, und konnte weitermachen.

Allerdings kam nun die größte Zeit für Horex. Schon 1948 erhielt Horex die Genehmigung durch die Alliierten, wieder Motorräder zu bauen. Denn dort hatte man sich ja besonnen. Man brauchte ein prosperierendes Land Deutschland. Eben ein "Wirtschaftswunder," als diesen eiskalten Täuschungsprozeß der Indienststellung des Lebenswillens und der Lebensliebe der deutschen Völker in einen kapitalistischen Masterplan. Und nun mußte alles schnell gehen, in mehrfachem Wortsinn. Und in den späten 1940ern waren Motorräder DAS Fortbewegungsmittel für die breiten Massen. 

(1954) Die neue Zeit orientiert sich an der Welt
Zum Rhythmus des Rock'n Roll - wie passend, ist doch Rock'n Roll in seinem Anruf an die subjektive Begierde ("Rock'n Roll" ist ein Camouflagewort für "Drogen und Sex") selbst Rebellion gegen ontologische Ordnung - entwarf Reeb rasch ein Motorrad, das genau dem Zeitgeist der Mobilität entsprach. Die "Regina" war geboren. Klar, einfach im Design, technisch "reduziert nackt" und übersichtlich, und so gebaut, daß jeder auch daran herumschrauben konnte.

Doch der Höhenflug dauerte nur bis in die Mitte der 1950er. Dann hatte der Mohr auch in diesem Fall seine Schuldigkeit getan. Die deutschen Menschen hatten wieder Kaufkraft entwickelt, nun konnten sie anders verwendet werden. Die Meute zog weiter.

Die Horex-Blüte war aber nur kurz
Unter dem Eindruck des globalisierten Warenangebotes, dieser neuen wurzellosen Art mit Dingen umzugehen, die die deutsche Wirtschaft im Mark traf und völlig "umstrukturierte", mußten oder wollten ("Absatzprobleme"; gerade entwurzelte Firmeneigentümer geben unter diesem Aspekt sehr rasch auf) die Eigentümer die Produktion der motor- und antriebstechnisch überlegenen Horex-Motorrädern aufgeben, sprich: verkaufen. Das Tempo als Hauptsatz der Gleichung hatte alles überrollt. Die ersten Kleinautos oder zumindest Kabinenroller, kaum teurer als Horex-Motorräder, kamen auf den Markt. Kämpfen wollte Fritz Kleemann offenbar nicht, das war entweder zu mühsam, oder es fehlte, wie anzunehmen, einfach der Grundansatz, warum Horex überhaupt bestehen sollte. Er weigerte sich also völlig nachvollziehbar, Autos zu bauen, um das Werk zu retten. Es hätten auch Fußklammern sein können, dazu aber brauchte er kein Horex-Werk.

Das "Deutsche Wirtschaftswunder" zeigt auch hier mehr und mehr sein inneres Gesicht. Es war nur möglich gewesen, weil es die Hingabefähigkeit so vieler Menschen gab, aber keine sozialen, gewachsenen, traditionellen Strukturen mehr. Die wurden, wo noch da, von den Siegern ausgetrieben. In diesem "social engineering" entstanden neue neutralen Voraussetzungen - "allgemeiner Wohlstand" und hohe Leistungsbereitschaft weil unsättigbare Suche nach Ort - die den Faktor "Geld" mehr und mehr bestimmend machten.

So ein Mensch war endgültig auflösbar in technische Funktionen. Mehr bleibt nicht, wenn die verbindliche, selbstverständliche soziale Hierarchie, die Ordnung fehlt. Seine schöpferische Kraft wird dann nicht mehr gebraucht, denn die kann sich auch gar nicht entwickeln, sie wird sogar zum Hindernis. Es zählen dann andere "Fähigkeiten".* Weite Bereiche der Wirtschaft wurden damals zum Tagesgeschäft, flatterhaft wie der Wind, launisch wie die Mode. Es zählte nicht mehr das Bleibende. 

Auch bei Horex hatte niemand damit gerechnet, daß Kundenwünsche so fundamentlos geworden waren, mit dem Produkt selbst kaum noch etwas zu tun hatte: Es ging um eine Funktion, hier "Ortswechsel", die auch ganz andere Dinge und Einrichtungen beistellen können, noch dazu, wenn sie bequemer zu konsumieren ist.**

Aus dem verbindlichen Leben nach Archetypen in Orten als Dynamo der Geschichte, wurde ein flatterhaftes Leben nach Stimmungen. Bei einem unschöpferischen Kaufpublikum, das in Werbevirtualitäten lebt und nicht mehr selbst aktiv sein kann (das heißt aber: Leben), sondern ver-braucht, verbrennt, und damit ständig aktuell gehaltene Zulieferung vom nächsten konsumierbaren Gefühl braucht.

Einige Zeit versuchte auch Zündapp (eine nächste Unternehmens-Legende, 1984 nach wechselvoller Geschichte an Chinesen verkauft) Horex-Maschinen in seine (US-)Verkaufsstrategie einzubauen, aber auch das blieb ohne Erfolg. Mercedes kaufte schließlich 1960 die Betriebsanlagen und legte den Motorradbau endgültig still. Aus Horex in Bad Homburg wurde ein Mercedes-Teile-Zulieferbetrieb. 

Aber der Name Horex wurde anders verkauft. Mercedes brauchte ihn nicht. Er lebt mehr oder weniger sogar noch heute, wenn auch bei anderen (kleinen) Herstellern. Geblieben ist nur das Produkt, als Erinnerung bei Fans und Enthusiasten. Ob die Bemühungen einiger dieser Begeisterten gelingen, das Produkt zu revitalisieren, wird sich zeigen, es ist gar nicht auszuschließen.

Denn in jedem Fall bleibt interessant, wie stark sich hier das Produkt Horex schon von Anfang an vom Unternehmer getrennt hat. An deren Namen erinnert man sich weniger als an den des Konstrukteurs, eines Mitarbeiters.






*Heute braucht man sie ja überhaupt nicht mehr. Da gibt allumfassend die Politik vor, "was innovativ ist". Dazu braucht sie freilich nur ablaufoptimierte und -optimierende Lohnsklaven mit privater Bespaßungsbegierde und wurzelloser Privat-Willkür als Ersatz-Suchfeld für Glück, das vor allem eines braucht: Die Dogmatisierung des Leitspruchs, daß irgendwann die pseudo-rationalen, zweitwirklichen Illusionen wahr werden.

**Es gibt in der jüngsten Wirtschaftsgeschichte schon viele Unternehmen (man denke an Nokia), die bei einem eigentlich nebensächlichen Modell- oder Modewechsel völlig aus der Bahn geraten und zusperren "müssen".






Montag, 10. Februar 2020

Horex - Das Produkt übernimmt die Firma (1)

Man mische Bad Homburg und Rex-Einmachgläser, und schon erhält man einen nächsten Firmennamen, der nicht einfach für ein Produkt, sondern für ein Ding unseres alltäglichen Lebens stand. So wie Cappy für Orangensaft, oder Tixo für Klebstreifen, war bis 1920 das Rex-Glas ein Synonym für Einmachgläser. Die sich sogar zu einem Verb modulierten: Einrexen stand in der Kindheit und Jugend des VdZ generell für das Haltbarmachen und Lagern in Einmachgläsern, ob süß oder sauer. Etwas, das damals noch jede Hausfrau tat, und heute in Ost-Mitteleuropa immer noch sehr weitgehend üblich ist. Und die Bezeichnung "Rex-Gummi" ist gleichermaßen zum Synonym für einen bestimmten starken widerstandsfähigen und dauerhaften Gummi geworden, für den es keinen Ersatzbegriff gibt.

So, bitte schön, kann man sich Adam und Eva vorstellen, wie sie im Paradies allem einen Namen gaben, und so wurde aus der Schöpfung die Welt, die immer eine Welt des Menschen ist, also die differenzierte und in der Geschichte immer differenziertere Welt einer Kultur. So sehr, daß mit dem Fallen der Begriffe auch die Welt und der Wohlstand fällt. Wo die Sprache arm wird, wird es auch der Mensch, weil der Mensch das Hinausstrecken ins Transzendente der Idee verliert. Existenz aber ist ein Hinausstrecken. Nichts ist, was nicht über sich hinausstrebt. Ursache und Wirkung. Nicht umgekehrt.

Die Basis jedes Wohlstands ist somit nicht die Menge an Produkten, die man um sich herumstehen hat, sondern deren Einbindung in das Leben - an einen Ort, wie er in einer Kultur sogar geschaffen wird. Wo alle Dinge solche Orte ausfüllen und soweit auch "sind", die man als "Speicher" bezeichnen könnte. Immer aber dynamisch, tätig seiend. Und die in diesem Tätigsein den einzigen wirklichen Kern dessen ausmachen, was man als Wohlstand bezeichnen kann. 

In der Beantwortung des Angebots der Natur, die in ihren Kreisläufen und damit Jahreszeiten im Übermaß liefert, woraus wir durch unseren Verstand und mit Liebe zur Schöpfung Wohlleben speichern und damit auch im Winter genießen können, was auch mit Unabhängigkeit zu tun hat. Wo der Mensch zu differenzieren vermag, wo er Begriffe schafft, hat auch die Welt immer genug, damit er an dem Ort, an dem er steht, auf den hin er geboren wurde, seine Existenz bestreiten kann.

Der VdZ kann sich auch noch an die "Regina" erinnern, jene Horex Beiwagen-Maschine, die aus der nach dem Krieg siebentgrößten Motorradfabrik Deutschlands stammte, dem Horex-Werk in Bad Homburg. Auch den typischen Sound hat er noch im Ohr.

Wie immer bei solchen Geschichten steht hinter diesen Produkten, die Leben und Denken von Generationen geprägt haben, wo ein Unternehmen und ein Ding, das in eines Leben integriert wurde und dieses im rechten Sinn erweiterte und bereicherte, also ein Stück Kultur ist, die Geschichte einer Unternehmersfamilie. Die mit Hingabe und offenen Sinnen, vor allem aber mit viel Liebe zur Arbeit, Mensch, Heimat Produkt um Produkt ersann und herstellte. Das läßt sich zumindest über jenes Produkt sagen, das die Firmengründer groß und reich machte - die Rex-Gläser. Als er starb, hinterließ er einem Sohn sein Erbe, der bis zweiundzwanzig viel "von der Welt gesehen" hatte, also "Berufssohn" war. Und gerne Motorradrennen fuhr, die Tätigkeit, die einem Lebemann in den 1920ern eben ansteht.

Im Fall der eigentlichen Horex-Werke verbinden sich aber bereits die Schicksale mehrerer Unternehmer. Auch in einer Charakteristik, die diese Hingabe gar nicht mehr kennt. Das macht die Geschichte von Horex-Motorrädern sogar zu einer sehr aktuellen Geschichte.

Denn man könnte es als Menetekel sehen, wenn ein Hersteller wie Rex vom Produkt, das ihm viel Geld gebracht hat, so weit weggeht, und ein ganz neues Produkt aufgreift, "weil es sich gerade der Laune anbietet".

Hier fehlt etwas. Etwas, das die Geschichte von Horex-Motorrädern eben zur Geschichte eines Produkts und die von Mitarbeitern macht, nur sekundär zu der von Unternehmern. Es muß an bestimmtem ernsthaftem Willen gefehlt haben, wenn ein Einmachgläser-Hersteller zu Motorrädern greift.

Vielleicht hängt dieser Defekt, als das wir das gleich vorweg definieren, mit dem Umstand zu tun, daß der eigentliche Firmengründer sich bald einen Partner in die Firma nahm. Der erst die Geschichte der Rex-Gläser, aber im Sohn die Geschichte von Horex auf den Weg brachte: Friedrich Kleemann.

Aus der Not nach dem Ersten Weltkrieg (das Diktat von Versailles verbot sogar die Herstellung von Flugzeugmotoren) bündelten sich vorerst freilich scheinbar mehrere Unternehmerwillen zu einem einzigen. Rex und Columbus-Motoren (großgeworden mit dem legendären "Gnom", dem Antriebsmotor für die Landwirtschaft, aus denen später Flugzeugmotoren entwickelt wurden) stellten erst Fahrräder mit Hilfsmotoren her. Aus der Renn-Leidenschaft des verwöhnten Rex-Sohnes, der für viele ein Taugenichts schien, wurden daraus die ersten Motorräder.

Deren Technik von den leibhaftigen Erfahrungen des jungen Fritz Kleemann selbst gespeist, informiert und angetrieben wurde. Denn Motorrad-Rennen waren in den 1920er und 1930er Jahren sehr beliebt. Sogar in der Heimatstadt des VdZ, Amstetten, wurde damals vor den Toren der Stadt eine Sandbahn betrieben. Um die herum sich Gastronomie und Technik ansiedelte, und einen späteren neuen Stadtteil formte.

Die Rennerfolge des jungen Mannes ("von Beruf Sohn") beleuchteten das Produkt und hob es aus der riesigen Schar von kleinen Motorradfabrikanten in Deutschland heraus. Mit dem Kauf eines (nicht ganz so auf Rennen ausgelegten) Motorrades trat jeder Kunde in jenes Licht, in dem der Ort glänzte, den die Horex-Räder ausfüllten, und der jeden aufnahm, der diesem Beziehungskreis beitreten wollte. In Rennen zeigte sich außerdem, wie weit ein Produkt wirklich in seiner Entwicklung war. Technik und Qualität wurden für jeden nachvollziehbar. Horex-Motorräder wurden "von Rennfahrern für Rennfahrer" gebaut. Es leuchtete das Produkt, das muß man im Auge behalten.

Die Geschichte von Unternehmen ist zwar immer auch die Geschichte von Mitarbeitern, abhängig von der Charakteristik des Unternehmers selbst, in diesem Fall aber mehr als meist. Denn ein guter Rennfahrer mit Esprit (aber vielleicht etwas wenig Charaktersubstanz), Unternehmerssohn und -erbe, mußte Talente integrieren, die er selbst nicht besaß.

Wie bei jedem Unternehmen, wurden auch an den Horex Werken Talente aus der Umgebung geborgen. Unternehmen prägen, ja schaffen eben auch Landschaften. Denn so wie immer, ist ein Talent eben im Kinde der Menschen, die "an einem Ort" leben, noch amorph. Es wird erst zur "Begabung", wenn das Kind einen Ort hat, an dessen Beziehungen es sich hingibt, sich darin also übersteigt weil ganz einer Aufgabe stellt, und so erst zum vollen Individuum wird. Im Falle eines Unternehmens (aber nicht nur in so einem Fall) wird eben ein Ort geschaffen, der dann Menschen integriert, und so zu sich selbst kommen und werden läßt.

In dieser Unternehmerkonstellation ("schwacher Chef") haben sie aber mehr als sonst die Möglichkeit, zumindest regional zu bedeutenden Männern auf ihrem Gebiet zu werden. Das gilt hier vor allem vom eigentlichen Herz des Unternehmens Horex, dem Entwicklungsingenieur Hermann Reeb. Der für seinen späteren Weg und für Horex überhaupt die notwendigste Eigenschaft hatte: Hinter dem Produkt zurückzutreten, ja dahinter zu verschwinden.

Aus Reeb hätte anderswo auch ein hervorragender Maschinenbauer oder Hufschmied (oder meinetwegen IT-Techniker) werden können. Aber weil es in seiner Heimat die Horex Werke gab, wurde er zum Motorradkonstrukteur von Weltruf. Diese Maschinen wurden sein Leben, und er führte sie - indem er sich aus der Anlehnung an englische Motorräder löste - zu jener Gestalt und technischen Charakteristik, die ihren späteren Erfolg ausmachte. 1927 ins Unternehmen eingetreten, entwickelte Reeb 1932 "ohne Auftrag vom Chef" (siehe die Vermutungen zum prinzipiellen Charakter von Fritz Kleemann aus der objektiven Konstellation) eine Zweizylinder-Maschine mit oben liegender Nockenwelle, und Fahreigenschaften, die man bei Motorrädern noch nicht kannte.

Morgen Teil 2) Rasch rasch. Alles.





Donnerstag, 23. Mai 2019

Vom Balzverhalten der Korkenzieher (3)

Teil 3) Die exkursartigen Anmerkungen



**Sogar die Schwulen-Bewegungen - an sich ideologisch - machen sich diese jedem, auch dem Homosexuellen natürlich, ja diesem in allererster Linie (man beachte alleine den oft bei Homosexuellen zu beobachtenden Ästhetizismus, der ein Verlangen nach Schönheit ist, ohne den Ort dafür zu haben, weshalb er oft in Kitsch übergeht, weil er keine Wahrheit hat) eigenem Verlangen nach Ritus zunutze. Den zu erlangen derjenige zu schwach ist (denn Homosexualität ist ja eine Schwäche des Selbstseins, und damit ein in sich den Ritus ausgrenzender, ihn ersatzweise aber - als Sitz des Lebens in der Welt, also als dessen Realisierung! - haben wollender Habitus).

***Das gibt dem Weiblichen diese bekannte (und notwendige) Ambivalenz aus Hingezogenheit und Zurückweisung. Die in dem Idealbild von der "Heiligen und Hure" gar nicht so unzutreffend beschrieben wird. 

****Was uns heute also fehlt ist nicht irgendwelche Moral oder Dogmatik, es ist der Mangel an Vertrauen in die Fundamentalität und Potenz wie Ausrichtung der Transzendenz, daß sie uns uns selbst gibt! Dieser Vertrauensverlust ist eine direkte Folge der Auflösung der Riten und Tabus im Alltag.  Denn nur eine durch verbindliche Riten geformte Welt (und nur eine solche ist überhaupt Welt) bietet Vertrauenswürdigkeit, weil das Transzendente nur im Ritus real und als Erfahrungsgegenstand präsent ist. 

Sodaß man sich anders nicht transzendieren, auf dieses Unbekannte hin formen lassen will. Daraus folgt zwingend eine Unentwickeltheit des Selbst, sodaß die "Variabilität der Geschlechter" als tragische Fehlentwicklung gar nicht ausbleiben kann. Nur Ritus könnte hier Abhilfe schaffen, und sei es der Ritus der Farbzuordnung (blau=männlich, rot=weiblich, zum Beispiel), in den ein Mensch hineinwachsen muß, weil er ihn als Teil einer Gesamtkultur (=Ritusgemeinschaft) formt.

³Es ist ein Irrtum, die "sexuelle Anziehungskraft" als den "Motor zur Ehe" zu sehen. (Wo immer das passiert, ist der Mensch bereits schwer geschädigt und von sich - als einem "auf das Oben zu" - abgewandt.) Es ist das Verlangen nach Ehe, nach Ganzheit, die das tut. Aber sie tut es konkret, INDEM sie beiden ihren Platz zuweist, und der ist real durch den Eros von Mann und Frau (zueinander).

*****Vieles, was deshalb in unseren Schulen als "Fähigkeiten" ausgepriesen wird, ist in Wahrheit nur ein fataler Wildwuchs, der keinen Sinn hat und nie Früchte tragen und schon gar nicht den Träger "glücklich" machen wird. Er wird ihm nur die Energie aussaugen und an unerfüllten Ansprüchen u. U. sogar zeitlebens leiden lassen. So wie ein Wassertrieb beim ungepflegten weil ungeformten Holunderbusch vor dem Haus. Deshalb müssen Schulen in erster Linie (erster, nicht zweiter oder späterer!) den Ritus der Herkunftsidentität der Schüler zelebrieren oder zumindest respektieren, für sich stehen lassen können, wollen sie "Lernerfolg" haben. Spätestens hier wird deutlich, wie katastrophisch sich die Ent-Regionalisierung (weil Ent-Ritualisierung) der Lehrerschaft auswirkt. Was bis hin zu den Lehrinhalten geht, die weder mit Lehrer noch mit Schüler etwas zu tun haben.






*100319*

Mittwoch, 22. Mai 2019

Vom Balzverhalten der Korkenzieher (2)

Teil 2)




Vieles, was uns nur als ideologische Auseinandersetzung erscheint, ist damit in Wahrheit ein (klar, oft genug ersatzweises, rationalisiertes) Streben nach einem gebärenden Ritus.** Denn was dem Leben fehlt, bemerkt man am fehlenden Ritus.

Noch etwas wird bei Tieren deutlich, es gilt auf andere Weise nicht weniger für den Menschen. Denn es ist immer dieselbe Archetypik, aber in je anderer Ebene, beim Menschen eben - im Geist, denn das Wesen der Seele, also der Form, zeigt sich immer in ihrem höchsten Punkt. Das Männliche hat etwas "Penetrierendes", hat etwas "gewalthaftes", das sich der mater/Materie/Mutter bemächtigt.

Welt wird also nur durch einen Akt der Gewalt. Diese ist jener Punkt, an dem das Männliche sich ins Unbekannte, ins Transzendente selbst hinein verliert weil hineinstirbt. Während das Weibliche scheu ist, von Natur aus, und flieht, somit genommen werden muß. Sein Sterben ist das Hinnehmen der beide überstülpenden, aus dem beantworteten Verlangen der Form heraus überlagernden (und damit zu "eins" machend: Mensch als Mann UND Frau) Form (=Ehe), welche nun die zu diesem Schritt zustimmende Frau überwältigt, und darin zu sich selbst und ihrer höchsten Möglichkeit bringt, der Lebensweitergabe, als das Schöpferische der beide überstülpenden Form.*** In deren Rahmen aber der eine (der Mann) überwältigt, der andere (die Frau) überwältigt wird, denn nur so ist diese Form (=Ehe) real und damit für beide aus sich heraus wirksam.

Es ist die Zustimmung zur Herrschaft des Mannes über sie, der sie zu diesem Moment bringt, und wo sie sich dem Unbekannten des Transzendenten (in dem die Wirklichkeit der Ehe "wartet", ja aus dem heraus diese lockt) ausliefert.³ Nur im Selbsttranszendieren aber wird alles zu sich selbst - empfangend, nicht selbst gebend. Das gilt wiederum für beide Geschlechter.****

Aber damit wird auch klar, daß es völlig gleichgültig ist, ob wir unser Leben als Gartenschlauchträger, Funzelbrenner, Schnapsproduzent, Ministerialrat oder König verbringen. Nämlich in dem Sinn, als all das nur Kostüme für ein und dasselbe sind, das einzig jedem Menschen aufgetragen ist! Das Geforderte ist bei allen Ständen und Berufen etc. etc. gleich. Noch etwas wird damit klar: Daß es ein lächerlicher, aber folgenschwerer Irrtum ist zu meinen (wie es heute geschieht, ja darauf baut unser gesamtes Bildungssystem auf), die Identität von "Fähigkeiten" abhängig zu machen, die angeblich zum Vorschein kommen. Es geht gar nicht darum, denn die Fähigkeiten (die man damit meint) werden nur im Rahmen von Identitäten (Orten) und damit in Riten und Tabus sichtbar, also zur Welt, und erst dort erlangen sie ihren Wert, also Anerkennung.*****

Ein "Gegenmittel", ein konstruktives Gegenmittel kann nur so aussehen, behutsam wieder Riten und Tabus zu etablieren. Die natürlich nicht einfach Kopien von Vergangenem sein können. Wenn sie auch manche oder viele dieser früheren Ritus-Elemente enthalten werden. Weil sie auf die Natur als Grundlage von Wesen Bezug nehmen, und die ist nicht schlicht a-historisch, abstrakt. Nur im Ritus werden wir wieder eine "bessere (=dem Schöpferischen förderlichere) Welt" für uns und unsere Nachfahren schaffen können. Nur so werden aus den Schutthaufen, die wir heute alle sind, und die alles ist, was wir lustigerweise noch Kultur nennen, wieder Gestalten aufstehen können. Dann werden wir auch das Müllproblem gelöst haben.





Morgen Teil 3) Die exkursartigen Anmerkungen




*080319*

Dienstag, 21. Mai 2019

Vom Balzverhalten der Korkenzieher (1)

Es ist hier liebevoll persifliert und regt zum Schmunzeln an: Das Balzverhalten der Korkenzieher wollen wir aber dazu benützen, um zu illustrieren, was damit gemeint ist, wenn wir sagen, daß die Dinge sich immer in Ritualen begegnen. Diese sind symbolische Repräsentanzen der Natur, die der Begegnung innewohnt. In ihr ist alles enthalten, was dieses Zueinander per naturam kennzeichnet. Somit drückt sich im Ritual auch der Respekt vor der Eigenart des anderen aus. Nur so können die Dinge sein, und das sind sie letztlich immer nonverbal, gestalthaft. Nur so können sie kommunizieren, anhand eines gemeinsam erreichbaren Endzustands.





Natürlich wird es anhand von Lebewesen deutlicher, denn nur Lebewesen können kommunizieren. Und zeigt sich - allen bekannt - am Balzverhalten unter Tieren am deutlichsten. Das auf Nutzen reduzieren zu wollen, ist schlichtweg lächerlich, und die Evolutionsdeppen brechen sich auch alle Zähne im Versuch, Rituale mit Zwecken zu unterlegen. Die aber die eigentlichen Vorgänge überhaupt nicht begreifbar machen. Die Nutzlosigkeit des Symbolischen (und der Schönheit generell) ist für Staubgehirne auch die am unmöglichsten zu knackende Nuß.

Noch etwas wird aber darin deutlich: Das Ritual wahrt nicht einfach den Respekt, es wahrt im Respekt das Geheimnis des Innersten des Gegenübers. Dieses bleibt unberührt. Denn alles was ist, geht zwar von einem innersten Innen aus, einem geistigen Punkt der Idee, doch ist alles Gestalthafte Resultat einer Begegnung des Äußeren. Dort ist der Punkt der Selbstwerdung als der Weltwerdung sogar, und er ist das Weben eines Kostüms, in dem die Beziehungsfiguren der Ideen zur Weltgestalt und -geschichte werden. 

Insofern kann man davon sprechen, daß das Wesen der Dinge in jenem Begegnungsort enthalten ist, auf den hin sich die Dinge in ihrer noch unentwickelten Richtung transzendieren, dessen Anforderungen sie erfüllen sozusagen (der damit kulturell, also im Außen verankert und induziert ist und als Außen herantritt). Diese Anforderungen enthält der Ritus, der damit anweist, auffordert, und dem der je andere beitreten muß, damit die Kommunikation (also damit das Gemeinsam-Werden in einer Aufgabe, die beide prägt, je nach Eigenpotenz) gelingt. Nur in diesem Hinein-Werden an die Anforderungen, die der Ort stellt, wird alles Lebendige zur Gestalt, und damit zur Welt.* 

Geben beide zu diesem durch den Ritus angebotenen Gemeinsamen ihre Zustimmung, schaffen sie tatsächlich ein Drittes. Das somit sein Dasein einem Ritus, einem Symbolischen, einem Geisthaften damit verdankt. Von dorther ist das Verlangen nach Legitimität erst so richtig zu verstehen, das jeden Menschen prägt. 


 Morgen Teil 2)



*Das kann man bis in scheinbar Profanstes hinein verfolgen - man nehme nur den Verkauf, diese völlig falsch eingeschätzte Tätigkeit. Es ist dasselbe Geschehen. Profan wird es nur dann (und dann auch die Integrität der Teilhabenden verletzend), wenn es als reiner Nutzenabgleich in den Dreck gezogen wird. Wird Verkauf als Ritual verstanden, wird es zu einem der schönsten Handlungsmomente, die uns in unserem täglichen Lebensvollzug zur Verfügung stehen! Von dieser Warte aus muß man deshalb auch den Konsumismus, den Kaufrausch etc. ganz anders betrachten. Beide werden geboren aus der Sehnsucht nach etwas, das einerseits andere brutal ausnützen, das andererseits mangels Ritualen (also Banalisierung) keine Sprache mehr findet und deshalb letztlich unerfülltes Verlangen nach Schönheit und der Befriedigung des Kommunikativen (das auf anderer Stufe dem Orgasmus als Kategorie zuzuordnen ist) zurückläßt.




*080319*

Samstag, 4. März 2017

Auch Renault bleibt sich treu

Wie sehr Renault aber mit exakt diesem Konzept arbeitet, beweist dieser Werbefilm derselben Automarke.  Zu dem es enorm viel zu sagen gäbe. Beschränken wir uns aber auf den Aspekt, den wir gestern bereits angedeutet haben, er wird hier noch deutlicher. Und als Renault voll bewußtes Verkaufskonzept erkennbar. Was dem VdZ doppelt klug erscheint, denn auf "ewige Werte" zu setzen entspricht nicht dem Image einer Automarke, die - sehr französisch - auf Mode und Chique, also auf Zeitwellen und eher Oberflächliches gesetzt hat. So wie alle diese Aultomarken die Oberflächlichkeit der Gegenwart bedienen. Also bedienet man ungeniert jedes Klischee, das existiert, und wenn es noch so unwahr ist.

Eine Firmentradition also. Schon früher belegte der legendäre Rost der Franzosenkutschen ja diese Orientierung. Ist die Mode vorbei, hat sich auch das Auto aufgelöst. Und das hat durchaus etwas recht Liebenswertes, ja in manchem Tröstliches. Man muß Renault-Fahrer nicht wirklich ernstnehmen. Im Gegenteil, wer die im Filmchen dargestellten Moden vertritt will gar nicht ernst genommen werden und hofft auf den Rost, der ihm alle Arbeit abnimmt, die Selbstverfehlung aus eigener Anstrengung zu überwinden.









*220217*

Freitag, 3. März 2017

Zustimmung zum Sein

An diesem Filmchen von Renault wird ganz erstaunlich deutlich, wie sehr ein Produkt, der Verkaufsakt selbst nämlich, in einem umfänglichen Sein verankert ist. Nur von dort ausgeht, und nur darauf abzielen kann. Fast eine Banalität, die man deshalb meist übersieht und völlig unterschätzt. 

Die meisten "Verkaufstaktiken" (und schon eine Taktik sein zu wollen zeigt, wie grundfalsch das Verkaufen eingeschätzt wird) zielen auf Vorgänge. Renault zeigt vor, was intuitiv ohnehin meist passiert, sonst würde kein Mensch auch nur irgend etwas kaufen: Kauf ist die Integration eines zu einem Lebenssein gehörigen Elements. Der eigentliche Kaufakt ist Zustimmug zu einem Element des eigenen Seins. Insofern gar nicht "machbar", sondern nur "zu ernten". In diesem Fall paßt das Auto in eine gesamte Lebenshaltung. 

Der Leser möge es fort- und in andere Bereiche weiterdenken.








*220217*

Donnerstag, 9. Februar 2017

Das war's mit Mercedes

Damit sind die Entwicklungen bei Mercedes aus jüngster Zeit klar. Der Ansatz selbst, aus der Anwendung eines Produkts seine Gestalt zu formen, wäre noch akzeptabel, bliebe er in seinen Grenzen. Wird er aber - im Faktischen - zum Paradigma, haben wir das, was Mercedes nun in seinen Elektro-Mobilen am deutlichsten zeigt (wo es sich in seinem Kernelement, der Batterie, dem Antriebsstrang, um nichts mehr schert, jede ohnehin schon schwer steuersubventionierte Eigenentwicklung abgewürgt hat, ihn nunmehr zur Gänze importiert) und sein Vorstandsvorsitzender auch "stolz" verkündete: Mercedes ist nun offiziell zu einer Schmarotzerveranstaltung geworden, die versucht, daraus so viel Geld zu schlagen wie möglich. Und natürlich auf einen Kanzler Merkel setzt, denn die sorgt schon dafür, daß mit genügend Subventionen auch irgendwann völlig unsinnige Elektroautos salonfähig werden, was sie als Produkt auf einem freien Markt sonst nie schaffen würden.

Aber Subventionen sind eben das Mittel, jede Unvernunft "vernünftig" zu machen. Gilt auch für BMW und VW, so als Seitenhieb. Auch damit ist man also höchst modern. Eigengestaltung und Prägung der Welt war einmal. (Oder war sie gar je? Man könnte zweifeln, ob der Mercedes Hitlers nicht mehr war als Zufall). Aus und punktum. Hegelianismus ist eine Narretei der Klugschwätzer.

Heute läßt man sich diesem gemäß aus dem Faktischen prägen, und versucht daraus dann durch möglichst viel Macht- und Staatsnähe - sie nennen es "Cleverness" - Geld zu schlagen. Und stellt das als vorbildlich oder gar "unternehmerisch" dar. Klar, leben ja alle schon so. Wer einmal beginnt, sich ans Faktische zu binden, ihm damit hinterher jagt (denn das Faktische ist anders gar nicht mehr zu ermitteln), ist schon ein ewig Gejagter, und sein Anstand zum Ideal wird immer größer. Er wird schließlich lächerlich, bis er völlig danebenliegt und "überrascht" wird.

Sollen doch verrotten, diese Kübel, die der VdZ sowieso nie mochte (sieht man von einem einzigen Modell ab, dem Cabrio 300 S). Obwohl er an deren Herstellung dereinst als Student in Sindelfingen mehrere Sommersaisonen lang mitarbeitete. Eben - Mercedes und Tradition.

Anlegertip deshalb: Verkaufen. Solange noch genug Narren an das Märchen aus alten Zeiten glauben. Die Firma ist nämlich verblödet und damit am Arsch.









*030217*

Freitag, 22. Juli 2016

Käufer suchen Gestalt

Das macht Lancia schon besser. Das nicht vergessen zu haben scheint, daß technische Eigenschaften nur bei Kastrierten als Verkaufsargument gelten. Sie sind aber reiner Zusatznutzen. Im Privatgeschäft. Zwei, drei Kleinigkeitne dazugehängt - der Kunde kauft sonst nur Gestalt. Nur über Gestalt ist Identifikation möglich.








*070616*

Dienstag, 26. Mai 2015

Ein einziger Satz

Da berichtet also ein aufgeregter Artikel, mitsamt den längst allgemeinen Beschimpfungen über Versäumnisse der Politik und insbesonders die Bildungspolitik - Äußerungen der Unzufriedenheit,  sind ja heute fast schon Standardton weil übliche Reaktion in sämtlichen Gesprächen, es wird dem VdZ allmählich schon zu viel - und dem Land obendrein, denn Österreich verschlafe wieder einmal die sich gerade vorbereitende 4. Industrierevolution. Darin wird nicht mehr einfach von computerisierten Prozessen die Rede sein, sondern über eine Verkettung von electronic devices, also dem ganzen Programm heutiger Elektronisierungen, vom Wettersatelliten bis zur Logistiksoftware, werden Herstellungsprozesse im Ganzen abgeführt. Menschen sind dann überhaupt nicht mehr notwendig.

Der deutsche Landmaschinenhersteller Claasen illustriert das an einem Beispiel, dem Mähdrescher, die dieses Unternehmen ursprünglich herstellte. Das wird auch weiterhin so bleiben, aber man verkauft heute keine Mähdrescher mehr, das kann jeder Landmaschinenmechanniker, selbst solche aus Indien. 

Zukünftig wird Claasen dafür ganze Systeme anbieten, die nicht mehr auf das Produkt, sondern auf eine wirkliche Lösung wirlicher Gesamtprobleme abzielen. Hier heißt das: über wettersatellitenverbundene Zentralsteuerungen festlegen, auf welchem Feld das Wetter für die Ernte günstig sein wird, um die Mähdrescher "völlig selbständig" zu verteilen, samt Ladekapazitäten und Traktoren, Lagerhäusern, Qualitätskontrollen, Trocknungsanlagen, und weiß der Deibel was noch. Der Bauer sitzt dann zu hause vor dem Computer, und dreht Daumen, während sein Kontostand wächst, so ungefähr. Arbeiter braucht er sowieso nicht mehr.

Selbst Autohersteller experimentieren bereits mit solchen Ketten, denn das ist das Schlagwort: Hersteller werden keine Teile mehr liefern, sondern ganze Ketten. 

Arbeiter wird man dafür nicht mehr brauchen, bestenfalls Softwareingenieure, in zentralen Büros, die sich um Probleme annehmen.

Und natürlich sind wir wieder zu blöd, um uns darauf vorzubereiten, diese Welle aber wird die Zukunft der Industrie, ja die gesamte Produktwelt bestimmen, und wir versäumen sie gerade. In derselben Tagesausgabe der Presse findet sich deshalb gleich noch ein Artikel, der von der Regierung raschest Gelder für die Förderung modernster Forschungsprojekte (in dem Fall: Genforschung) einmahnt. Man sieht sie förmlich über die Gänge der Ministerien wieseln und aufgeregt "moderne Reformen" hier, "Menschlichkeit" dort, in die Programme diktieren.

Wir wollen hier gar nicht näher auf diese Dinge eingehen, die noch ganz andere Konsequenzen haben wird als Arbeitslose, und noch Probleme ganz anderer Dimension aufwerfen werden.

Wir wollen hier nur einen Satz anführen, den ein Leser unter besagten Artikel setzte. Der da nämlich nur einen Satz schreibt. Aber der amüsiert genug. Weil er die Orientierungslosigkeit der Politik, der Medien und Journalisten, aber auch die bald nicht mehr zu überbietende Widersprüchlichkeit der Gegenwart insgesamt, bis auf die Unterhose belegt:

Wie passt Industrie 4.0 zur Politik der Masseneinwanderung???

Sodaß nur noch die Frage auftaucht: Können alle diese Leute, Politiker, Journalisten, Eliten, Moralapostel, weiß der Deibel wer noch, wer sich halt den Kopf über die ganz großen Menschheitsfragen zerbricht, wissen die alle mit diesem konkreten Land, diesen konkreten Ländern, Bürgern, Menschen, deren Bedingungen und realen Gegebenheiten, überhaupt noch etwas anfangen, außer daß sie sich irgendetwas, wörtlich: irgendetwas, wünschen? Wissen Sie vielleicht gar nicht mehr, wo sie leben? Denn das muß doch lästig sein! Diese sogenannten Eliten, und da kann man die Kirchen gleich mit reinpacken, KÖNNEN doch nur noch jeden normalen Bürger, jeden einfachen Menschen als widerliche Ablaufstörung auf dem Weg zur ultimativen globalen Heilsgesellschaft empfinden. Jedes freundliche Wort kann gar nicht mehr sein als heuchlerische Schizoidität.

Pardon, werte Eliten also, Sie wollen am liebsten ein volkloses Land, wi rverstehen. Dafür wird also klammheimlich gesorgt, durch Euthanasie und Abtreibung, das ergibt Sinn. Da hätten wir aber doch noch einen Gegenvorschlag. Denn es gibt doch alles schon per Computer, im Zeitalter der arbeiterlosen Arbeit, fettlosen Fetts, zuckerlosen Zuckers, und sportlosem Sport, in dem die Zukunft einfach so hereinbricht, da kann man nichts machen.

Wie wäre es denn mit ... elitelosen Eliten? Oder nein, ich hab's: mit politikerloser Politik?

Oh, ach ja, das haben wir ja schon. Na dann also ... ein Päckchen Fruchtgummi, bitte.




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Mittwoch, 1. April 2015

Vom Wesen des Verkaufs

Und auch hier bleibt sich VW (und der VdZ in seiner Sympathie für deren Werbelinie) treu, und will sich mitten in der Menschlichkeit des Lebens plazieren. Die technische Perfektion ist dafür nur selbstverständlich und haftet der Marke selbst an. Dafür sorgt der Hersteller. Die Werkstatt selber aber, die der Kunde anläuft, ist ein Familienbetrieb, wie es ihn tatsächlich gibt. Wer VW kauft, tritt in diese sozialen Gefüge ein. Und das ist das Wesen des Verkaufs überhaupt. Diesen auf Leistung - Gegenleistung reduziert zu glauben ist nur eine der Verirrungen aus mechanistischer Weltauffassung.

Verkauf ist kein "Geschäft", kein funktionaler, verrechteter Ablauf! Er ist eine kultische, religiöse Handlung der wechselseitigen Teilhabe in Geschenk und Opfer.







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Freitag, 20. März 2015

Die eigentliche Botschaft

Die seit langem sehr kluge Werbelinie setzt Volkswagen auch mit diesem Filmchen fort. Die technische Perfektion, die Neuerung des "Drivers Alert", ist nicht mehr als der berühmte Zusatznutzen. Als hingeworfenes Stöckchen der nachträglichen Rationalisierung eines bloßen Sympathiegefühls. Auf DAS setzt VW, und das versucht es zu transportieren, wenn sich der Autokonzern einfach amüsant und menschlich gibt.







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