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Donnerstag, 2. Dezember 2021

Keine Warnung, sondern Indiz (2)

Die Fäden laufen wieder zusammen. Die aber nicht die Ideen gesponnen haben, sondern der Plan göttlicher Vorsehung an der Hand der Engel auswarf, auf daß sie sich im Streit mit der schon vorhandenen Erde realisierten. Denn wo Gott gelassen bleibt, müssen die Engel immer streiten. -  Genauso wenig kann man "die Geburtenrate erhöhen", "den Wohlstand fördern" oder "das Klima retten." Aber eine konkrete Tat charmanter Umgarnung beim Treffen mit der leuchtend schönen Frau Brzesina am Hofeingang, beim anschließenden Schweigen vor den Nachbarn, beim Ignorieren bestimmter Menschen vollzogen, wirkt sich auf "die Geburtenrate", auf "die Steuerquote", auf "die Bevölkerungsdichte im 10. Bezirk" und auf die Zahl der Dieselfahrzeuge im SUV-Format aus. Und so weiter.

Daran gedacht hat der Herr Kössitz (eigentlich "Herr von Kössitz und zu Schönau") aber nicht, Gottseidank in den Minuten nicht, in denen er Frau Brzesina (nun "Gerti'chen") ans Mieder ging (die er nun heiraten wird, was nächste Auswirkungen hat). Und warum bzw. was hat das "gefördert" oder "bewirkt"? Weil die Stimmung in der Bevölkerung ziemlich lebensfroh und optimistisch war.

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Keine Warnung, sondern Indiz (1)

Das Auftreten des Wolfes, wie wir es in Europa nun erleben - jüngst sind sogar im Raum Paris wieder Wölfe gesichtet worden - ist ein ganz sicheres Datum des Verfalls unserer bzw. jeder Kultur. Denn der Wolf stößt in Kulturlücken vor, und nährt sich aus dem, was in ihnen entstehen kann. Kultur wiederum heißt, ein Land - ein Land! Kultur ist immer auf Land bezogen, das sogar den Kulturstil gewissermaßen vorgibt, eine Kultur bettet wie heraustreibt, wie der Boden eine Pflanze - mit einem immer sichtbarer werdenden Netz zu überziehen. Das alles in den Logos stellt, in die Grammatik des Göttlichen einbindet bzw. DIESER ZUFORMT (ohne sie ganz zu erreichen, was zu wissen nicht unwichtig ist).

QR Wölfe vor Paris
Dieses Netz ist, wenn es eine Kultur ist und kein (ja, so könnte man es sogar sagen: faschistisches) Pseudogetue und starres Imitat von Kulturfrüchten, dieses Netz ist immer gleich ausgebreitet, nur ist es anfänglich noch dünn, kaum sichtbar, und wird mit der Zeit immer stärker und sichtbarer, bis es für alles, was da auch auftritt einbindende, Platz zuweisende, ordnende Kraft hat und alle Belastungen aushält. 

Mittwoch, 15. September 2021

Es ist bereits geschehen (2)

Geschätzter Leser, sie finden hier also die angekündigte nächste kleine Geschichte. An ihr wird erklärt werden, warum wir es in der Migration (als einer dauerhaften Verflechtung von Lebenswelten von in unterschiedlichen Religionen geprägten Kulturen) anders als die Politik behauptet NICHT mit Aufgaben zu tun haben, die dem Einzelnen gestellt sind. Dort stellt sich nämlich eine ganz andere Problematik. Das Gemeinwohl als direktes Objekt des Urteils, das zur Handlung führen muß, ist eine Aufgabe der obersten Ebenen eines Staates, NICHT des Einzelnen. Es paßt zum am heutigen 15. September von der Kirche begangenen Festtag "Maria Dolores - Die Sieben Schmerzen Mariens". Das als Reaktion auf die Überwindung des Antichristen Napoleon eingeführt wurde, dem größten Kulturvernichter der Neuzeit. Der VdZ hat vor einigen Wochen einen Kopfhörer gekauft. Dabei stand er einige Minuten vor dem Schaufenster eines türkisch-levantinisch geführten Elektrogeschäfts. Plötzlich kam der Besitzer (oder Geschäftsführer; es gehorchten ihm jedenfalls alle Mitarbeiter) heraus, und erkundigte sich, was er denn wolle. Kopfhörer? Wieviel er denn ausgeben wolle? Der VdZ hatte keine Ahnung, er hatte sich noch nie erkundigt, was so ein Ding kosten könnte. Er wußte nur, daß es kabellos sein sollte. Da musterte der Mann, der in Statur und Physiognomie dem VdZ nicht unähnlich war, ihn, faßte ihn sanft am Arm, und zog ihn nach innen.

Montag, 13. September 2021

Es ist bereits geschehen (1)

Nachdem man also nicht den Mut hatte, die Dinge beim Namen zu nennen, werden sie uns von den ungeordnet dahinlaufenden Entwicklungen aus der Hand genommen (werden.) 

QR Der Haß der Schwachen
Dazu gestatten wir uns aber gleich zu Beginn dieser Ausführungen einen wichtigen Hinweis: Es geht NICHT um eine vorgebliche Auseinandersetzung zwischen WEISZ und (schwarz, oder was auch immer), es geht NICHT um ein vorgebliches "rassisches" Problem. Wo immer WEISZ (andernorts; hier wird der Begriff nicht verwendet, weil er keine sachliche Relevanz hat und die wahren Fragen nur vernebelt) verwendet ist, wäre eine Begriffsklärung notwendig. Die ist jüngst und einmal mehr weil mit jedem mal präziser auf den Seiten "Der Haß der Schwachen auf die Weißen" auf diesem Blog geschehen, auf die der VdZ den geschätzten Leser dringend hinweist. 

Fahren wir aber nun im Text fort. Und wir tun dies mit folgender Meldung, die einem Magazin entnommen ist: In Paris sind per 2015 bereits 75 % aller Bewohner der Altersgruppe 0-18 Jahre nicht-europäischer Herkunft. 

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Neulich kurz vor dem Filmdreh




"Also irgendwie habe ich mir Paris anders vorgestellt ..."
"Die EU nennt es 'Bereicherung'."




*230819*

Freitag, 21. Juni 2019

Flammenschrift auf der Wand

Was dieser journalistisch interessante Reisebericht von Martin Sellner zeigt, ist die Folge des Nicht-Handelns der Politik. Die den Mut nicht hatte und hat, die Dinge sachgerecht zu behandeln. Deshalb ist auch das Konzept "Multikulti" oder "Integration" keineswegs ein konstruktiver Plan, das war es nie, sondern das was übrigbleibt, wenn man die Probleme ignoriert und nichts löst. Paris ist heute drauf und dran, zumindest in etlichen der Stadtviertel, vor allem aber an den zentralen Plätzen, für indigene Franzosen unbewohnbar zu werden. Die Franzosen selbst ziehen sich zurück, weichen in bestimmte Viertel aus, oder verlassen die Stadt.

Was hätte zu geschehen? Was hätte geschehen müssen? Was müssen wir für uns ableiten? Es gibt für diese Migrationspolitik nur die Lösung der Segregation. Nur so lassen sich die Reibungspunkte mit unserer gewachsenen Kultur, wenn schon nicht vermeiden, so doch einhegen und im Griff behalten. Dabei geht es nicht einmal mehr darum, OB dies alles so wird. Es wird nicht nur so, sondern es ist bereits so: In einer Operation am lebenden Herz fällt unsere Welt auseinander, Stück für Stück wird ihr entrissen und zu einer neuen Welt umgeprägt, in der wir tatsächlich Fremde im eigenen Land sind.

Aber wir müssen zusehen, wie es uns überrollt. Mit "Widerstand von unten" ist da nichts getan, weil wir zu oft auf Widersprüche in uns stoßen, um in der 'contradiction in adjection' des einen grundlegenden Zieles willen andere, geistig, moralisch höherwertige Ziele aufzugeben hätten. Weil es geschichtlich der Tatsache folgt, daß wir von Haltungen und Wertewelten geprägt sind, die das soziale Leben auf einer völlig anderen Ebene regeln und gestalten, als uns nun begegnet. Und hier sind wir unterlegen, weil wir gewissermaßen auf eine frühere Kulturstufe "zurücksteigen" müßten, was aber sogar unsere Gesetzeswerke verhindern. Man denke nur an das Gewaltmonopol, das der Staat an sich gerissen hat - um nun doch der ganz anders gearteten Gewalt anderer Kulturkreise hilflos gegenüberzustehen.

Unsere Formen der Höflichkeit, um es zu präzisieren, verlangen eine Charakteristik der Vernunft, die dem Weltverständnis vieler anderer Kulturen zwar einerseits überlegen, aber im konkreten Alltag unterlegen ist. Das hat nichts mit Bildung oder Ausbildung zu tun, schon gar nicht mit Wohlstand, sondern mit dem Werdegang unserer Kulturen. Weshalb es keine anderen Instantlösungen gibt als die Trennung dieser unvereinbaren kulturellen Sphären. Das Gerede von "Rückführung" war von Anfang an unrealistisch. Die Milch der Massenzuwanderung ist bereits verschüttet, weil nie jemand ernsthaft nachgedacht hat, sondern alles treiben ließ. Die nun von einem auf unsere Wertelandschaft ausgerichteten, aus diesem herausgewachsenen Rechtsgefüge profitiert, indem es es brutal ausnützt und den Bürger hilflos und ohnmächtig zurückläßt.

Die Stimmung ist dementsprechend resigniert. Denn man weiß ein Joch über sich, das der französische Präsident Macron jüngst wie eine Erfolgsmeldung nach einem Königsmord verkündete: Es gibt keine französische Kultur mehr, es gibt nur noch Kultur in Frankreich. Und die ist divers. Übrigens: Auch darin irrt er. Denn es gibt gar keine "diverse" Kultur. Ja, Kultur ist nachgerade das Gegenteil von "divers", es ist die Herausarbeitung eines klar abgegrenzten Profils von Lebensart und Identität. Eine "diverse Identität" ist absurd und ein Widerspruch in sich, also gar nicht möglich.

Paris ist auch aus historischen Gründen (v. a. aus der Kolonialtradition und der damit einhergehenden Verantwortung heraus) leuchtendes - "brennendes" - Menetekel an der Wand jener Weltarchitektur, die sich gebildet hat, und die wir noch vor dreißig Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Aber die Welt verändert sich progressiv oder sprung-progressiv, also in immer rascherem Tempo. Nach oben langsam, nach unten, in die Barbarei, in einem sich immer mehr beschleunigenden Strudel.








*300419*

Dienstag, 11. Dezember 2018

Splitter zum Tag (3)

Teil 3) Die wahren Gründe für den Unmut in Frankreich. Und anderswo.



Es sind also andere, die Molotow-Cocktails werfen und Autos anzünden und Polizisten krankenhausreif schlagen, wenn nicht töten. Nur diese Gruppen sind so gewaltbereit und nutzen jede Möglichkeit zur Destabilisierung. Die mit den Rechten aber verbindet, daß es allen irgendwie reicht. Warum, wogegen ist nicht so ganz klar. Die Dieselverteuerung war der erwartete, sofort wahrgenommene Anlaß für einen viel tiefer sitzenden Unmut. Den, traut man Umfragen, zwei Drittel (!) der Franzosen teilen. Den manche sogar als den ersten artikulierten Massenprotest der "einfachen Leute" gegen den abgehobenen Irrsinn einer "Ökologie-Politik" sehen, die eine abgehobene Schein-Elite über die Welt verhängen will.

Ein Protest freilich, der sich noch nicht wirklich benennen darf, dafür sorgen die neuen Tabus. Der einen Anlaß als Chance ergreift, weil eine Politik verlangt, die endlich dem Willen der Bevölkerung entspricht. Und der einen sehr handfesten Grund hat: Frankreich ist zu Tode gesteuert. Die Wirtschaft tief marode, sieht man von den (griechenlandbefreiten) Banken ab, die Einkommen der Arbeitenden gerade noch ausreichend oder schon längst zu niedrig für das, was jeder als "normalen Lebensanspruch" sieht. Wo die Kinder studieren, und ein Auto unerläßlich ist, weil eine Wohnung in den Zentren der Städte längst unleistbar ist.**

Und warum? Auch - auch! - weil es Millionen Migranten im Land hat, die gerne wohlhabend wären, aber in miesen Vorstädten mies dahinvegetieren. Ohne Arbeit, ohne Sinn, ohne Aufgabe. Die aber Milliarden und Abermilliarden kosten***. Jenen das Geld aus den Taschen ziehen, die immer noch brav an der Werkbank stehen und dafür Steuern abdrücken, die wiederum die Billionen der Oligarchen sichern. Verteilung von unten nach oben, darum geht es seit zwei, drei, fünf Jahrhunderten im kapitalistischen Europa. Der Klimawahnsinn garantiert weil moralisiert diese Methode. Diesen noch als Wissenschaft zu bezeichnen, traut sich ja ohnehin nur noch die herangezüchtete Zombie-Riege der weltweit Verblödeten und Möchte-gerne, die sich derzeit in Kattowitz ein verlängertes nettes Wochenende bei Plausch und Punsch gönnen und die "Probleme der Welt" besprechen.

Bitte, Leute, für irgendwas müssen unsere Steuern ja gut sein. Leisten wir uns also auch eine Gelehrtenschichte, die für nix gut ist, als von Jahr zu Jahr die Hotels irgendeines illustren Ortes zu füllen, leisten wir uns doch diese Neben- und Scheinwelt der Klimaretter. Leisten wir uns die, die uns das Leben schwer machen möchten, weil sie sonst nicht wüßten, wozu sie überhaupt da sind. Aber dann spüren die sich wenigstens irgendwo. Borderline, weiß der Leser das? Borderline. Das ist das Geheimnis um diese Schichte, die doch nur nützliche Idioten für ganz andere Geschehnisse und Wirklichkeitsbewegungen sind.

Frankreich hat freilich in einem wirklich Tradition - in der Revolution. Das begann mit der mittlerweile heiliggesprochenen Jeanne d'Arc im 15. Jahrhundert, ging über 1789 und die darauf folgenden Blutorgien, und hat mit der mittlerweile fünften (jeweils einer zuvor gestürzten Grundverfaßtheit folgenden) Republik sicher noch nicht den Endpunkt erreicht. Paris steuert auf eine nächste Republik zu. Wo nun endlich, aber diesmal wirklich, alles besser werden wird.

Eben. Postmodernismus pur. Funktion. Wie im Casino. Irgendwann fällt auch die richtige Gestalt. Hoffentlich merkt es jemand.

***

Fazit? Eine Zeit, die Buberlgesichterl und Frauen wählt, erhält Buberl- und Frauenpolitik. Weich. Gestaltlos. Weltlos. Identitätslos. Simulation.

***


Nachtrag:  Die Kronen Zeitung bringt einen Bericht, demgemäß es am vergangenen Wochenende in Frankreich im Zuge der "Gilet Jeune"-Proteste zu 1.700 Festnahmen und 260 Verletzten (darunter 39 Polizisten) kam. Die Krone spricht von landesweit 136.000 Protestierenden. In Paris sei es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen gekommen. Obwohl bereits in den frühen Morgenstunden "hunderte Personen" präventiv festgenommen worden waren. Insgesamt wären die Zahlen (weil die Proteste) damit gestiegen. Auch bei der eingesetzten Exekutive: 89.000 Gendarmen (=Armeeangehörige) sind auch in Frankreich nicht alltäglich.




**Übrigens vor allem durch die Flutung der Volkswirtschaften mit billigem Geld (EZB). Von dem natürlich wieder die Wohlhabenderen profitieren. Denn wer nix hat, kriegt auch keinen Kredit, machen wir uns doch nichts vor. Noch dazu, wo die Vergaberichtlinien durch Gesetze ("Basel"), die Banken "zusammenbruchsresistenter" machen sollen, deutlich verschärft wurden. Es ist besorgniserregend, daß immer mehr Bürger zur Bestreitung ihres normalen Lebensaufwands bereits Vorsorgen auflösen oder Kredite aufnehmen müssen. In den USA sind das mittlerweile schon 25 Millionen Amerikaner, zehn Prozent der Bevölkerung, für die der Arbeitslohn nicht mehr reicht.

***Dem Leser ist die Größenordnung, in der wir uns hier bewegen, vielleicht nicht ganz klar. Dazu trägt die Währungsumstellung auf Euro bei, der VdZ ist sicher.  Bei den Kosten für Migranten redet man in Deutschland mittlerweile von jährlich über 25 Milliarden Euro, das sind grob 50 Milliarden Deutsche Mark. (Für die Energiewende betragen die Kosten mittlerweile 27 Milliarden Euro, also 54 Milliarden DM, jährlich.) 

Deutschland und Österreich ähneln sich ungemein, das drückt sich analog zur Einwohnerzahl auch in den wirtschaftlichen Kennzahlen aus. Vor der Wiedervereinigung waren (schon allein durch die Währungsbindung Schilling zu DM = nahezu fix 1:7) fast alle volkswirtschaftlichen Zahlen im Verhältnis 1:10 zu betrachten, dann waren sie "normal". Nach 1990 vermutlich 1:12, vielleicht auch 1:13. 

In Österreich spricht man heute von mindestens zwei Milliarden Euro Migrationskosten pro Jahr, das sind grob gerechnet 30 Milliarden Schilling. Zum Vergleich: Die gesamten Einnahmen des Staates Österreich betrugen 2017 rund 178 Milliarden Euro, die Ausgaben rund 181 Milliarden. Die Migrationskosten sind also in Österreich ident mit dem Budgetdefizit, sie sind nur über weitere Verschuldung zu bezahlen.

Zum Vergleich: Als es etwa 1990 zum "Skandal" um die Verluste bei der damals noch verstaatlichten VOEST in Linz kam (nach 1945 wurden die Hermann Göring-Werke verstaatlicht, die in jener Stadt auf Anregung von Hermann Göring gegründet worden waren - in Anbindung an die Erzvorkommen in der Obersteiermark - die als "Linz - Die Perle Hitlers" zur Weltstadt ausgebaut werden sollte, woran heute nur noch der Hauptplatz, die Nibelungenbrücke und einige Vorstadtsiedlungen erinnern), wo mit 40.000 Arbeitern jährlich eineinhalb Milliarden Schilling (das sind, bitte schön, "gerade mal" 100 Millionen Euro!) in den Sand gesetzt wurden (heute ist der danach privatisierte Stahlkonzern einer der größten der Welt und arbeitet hoch profitabel) gab es das ÖVP-Wort von "Schluß, wir verbluten uns zu Tode". Heute nehmen wir dieselben Summen IN EURO mit einem Schulterzucken. Und die ÖVP sieht es wie die SPÖ als gerechten Grund. 

Grund? Wir haben durch die Einführung des Euro jeden Begriff von Geld und Wert verloren. Heute ist Geld für die Politik wirklich nur noch Zahl und Rauch.

Der VdZ hat es 2003 vorhergesagt, es ist genauso gekommen:  Wir geben heute einen Euro genau so leicht aus wie damals einen Schilling. (In Deutschland: Eine Mark. Alles liegt an der Grundeinheit, an der EINS.) Wer heute ins Gasthaus geht, ein "Billig-Menu" ißt und einen Apfelsaft dazu trinkt, nimmt die Rechnung über 200 Schilling (=15 Euro) als wäre ihm Gutes passiert. Tatsache ist, daß sich diese und andere alltägliche Preise binnen 15 Jahren VERDOPPELT haben. Da pfeift man doch gerne auf die offizielle Inflationsstatistik, die einwirft, daß dafür zweiwöchige All-inclusive-Reisen nach Antalya um die Hälfte im Preis gesunken sind. Vor fünfzehn Jahren hätte man dem Fleischer, der für eine ordinäre Leberkässemmel, oder der Kassiererin im Café, die für einen Verlängerten Schwarzen 50 Schilling (=3,50 Euro) verlangt hätte, den Vogel gezeigt. Heute ist das völlig normal. Und der Witz dabei: Die Betriebe können trotzdem kaum noch existieren!





*081218*

Montag, 10. Dezember 2018

Splitter zum Tag (2)

Teil 2) Das nächste Buberlgesicht, die nächste Geschichte - Emmanuel Macron




Emmanuel Macron (wieder: auch der ein Buberlgesicht) ist da nicht weit davon entfernt, fällt in dieselbe Kategorie, wenn auch Macron nicht einmal ansatzweise eine wirkliche Unterstützung im Volk hatte. Soweit kam der nie, denn mit Politik hat er nie etwas am Hut gehabt. Er war ein Konstruktions-Kandidat, zentraler Strategie entsprungen, die nur ein Ziel kannte: Le Pen zu verhindern. Wollte man sagen. Nein. Die Macht, die in Frankreich herrenlos war und ist, zu erringen, indem er eine "Bewegung von unten" vortäuschte, die er aber nie ernsthaft im Sinn hatte. Heute herrscht er, so heißt es, wie ein Monarch. Er betreib nur Etikettenschwindel, maskierte die bisherige Politik halt neu. Ähnlich hat es ja Kurz in Österreich gemacht.

Dazu mußten alle übrigen Kandidaten mit äußerst fragwürdigen Methoden, ja durch üble Methoden aus dem Rennen geworfen werden. Macron hat an der Hand seiner Mutti (pardon, seiner Geliebten hätte es heißen müssen) bekanntlich den schmutzigsten Wahlkampf der neueren französischen Geschichte geführt. Aber nun hat er, das kann man so sagen, ein handfestes Legitimitätsproblem. (Und das Problem der Legitimität fängt den Blick des VdZ immer mehr. Es ist ein Kernproblem des Menschen, darüber wird sich an dieser Stelle deshalb gewiß noch einiges finden.)

So hat Macron nur mit (groteskem, lächerlichem, postmodernistisch zum Schein legitimierten) Neureichentum und der Art, wie sich eine neue, nie legitimierte, und in nichts legitime Elite zu etablieren versucht, die "Wahl" gewonnen. Als einzige Möglichkeit für den "seriösen Bürger", gewissermaßen, um das Unseriöse zu verhindern. Glatt fliegt ihm jetzt der Laden um die Ohren. Denn seine Wirklichkeitsferne hat ihn dazu verleitet, was eben daraus folgt: eine deckungsgleich wirklichkeitsferne, zombieartige "Politik" zu machen. Niemand in Frankreich will das, was Macron will. EU-Armee. EU-Budget. Klimarettung durch "Energiewende", die Deutschland gerade bis zum Erstickungstod abwürgt: Abschalten von Atomkraftwerken, Landschaftszerstörung durch Windräder, Aufgabe sicherer Energieversorgung durch Einführung von Flatterstrom, wo nun von zwei parallelen Produktionsstätten derselbe Ausstoß wie zuvor geliefert wird - es zahlt ohnehin der Bürger. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Nur mit Merkel kann er da kuscheln. Beide entstammen demselben Bezirk des Geistlosen, Ahnungslosen, Wirklichkeitslosen, lebenslang Alimentierten. Autistische Bewohner einer geschützten Werkstatt*. Beide wollen Probleme lösen, die keiner hat, mit Geld, das nur den einfachen Leuten genommen werden kann. Übers Benzin. Über den Strompreis. Während die wirklichen Probleme ständig weiter aufgeschoben werden (wie im ESM, mit dem man die Krise von 2008 nicht bewältigt, sondern auf immer weitere Zukunft aufgeschoben hat; samt dem "Target II" als Tor zu noch mehr Schulden für klamme Staaten, wieder einmal direkt bei den Deutschen, die dafür eine Schein-Prosperität erleben.). Paßt das Volk dazu nicht, wird es eben ausgetauscht.

So nebenbei hat Macron aber nun offenbart, worum es bei dem ganzen Klimazirkus in Wahrheit geht. Die zeitliche Koinzidenz der Aufstände in Frankreich mit der "Klimakonferenz" in Kattowitz ist kein Zufall. 

Es geht hier wie dort um neue Geldquellen für eine (schon lange) perverse Politik. Um sonst wirklich nichts. Da erhöht man vom doktorgeschwängerten Schreibtisch aus die Mineralölsteuern, heiliggesprochen durch das hehre (Fluch über diese Geisteskranken! aber das wird eh Gott besorgen, bleiben wir ruhig) Ziel der Klimarettung, ganz kräftig. 

Aber dann passiert etwas. Denn plötzlich erhebt sich das Volk. Öhö, wer hätte damit rechnen können, schon gar in Frankreich? Und bei weitem nicht nur in Paris, sondern in tausenden französischen Städten. Und es kursieren Listen mit politischen Forderungen, die sich wie die Parteiprogramme verpönter "populistischer Rechts- und Linksparteien" lesen. Mit Forderungen nach gesetzlichen Mindestlöhnen, oder Mietpreisgrenzen.
 
Denen geht es um das Weltende, wie jemand schreibt, uns aber um das Monatsende. 

Mehr als Zynismus ist Macron dazu bisher nicht eingefallen. Dafür müssen nun vier oder fünf Divisionen an Ordnungskräften (die Gendarmerie in Frankreich ist der Armee eingegliedert, weshalb die militärische Begrifflichkeit zutrifft) ausrücken, um die Situation irgendwie im Griff zu behalten. Panzer fahren vor dem Arc de Triomphe auf, wie man liest. Hunderte "Krawallisten" werden a priori aus dem Verkehr gezogen. Trotzdem werden hunderttausende Protestierende in ganz Frankreich erwartet. Und es ist bekannt, daß die Polizeikräfte für die Demonstranten größte Sympathien hegen. Eine ganze Polizeieinheit ist angeblich sogar schon "übergelaufen", hat sich den Demonstranten angeschlossen. (Nachtrag vom 11.12.2018: Diese Nachricht dürfte nicht stimmen. Vielmehr ist auffällig, daß sich alle möglichen Parteiungen und Anschauungsrichtungen der Demonstrationen "bemächtigen" und sie in ihrer Richtung deuten. Und eine davon hat möglicherweise diese Nachricht - mit uminterpretierten Bildern unterlegt - einer Polizeiverhandlung mit den Demonstranten in die Welt gesetzt.)

Dabei hat Macron, dem man allerorten ungeheure Arroganz nachsagt (der Leser werfe auch auf den lesenswerten Artikel auf Achgut seinen Blick), schon widerrufen! Zumindest "aufgeschoben". Was heißt: Er wartet auf einen günstigeren Zeitpunkt. Vielleicht auf einen Krieg in der Ukraine, der die Aufmerksamkeit ablenkt. 

Darunter, wie man allenthalten liest, sind viele linke Chaoten, und auch so manche Migrantengang kocht mit ungeheurer Gewaltbereitschaft ihr eigenes Süppchen und fackelt Autos ab, sodaß die "Gelbwesten" (Gilet Jaunes) dankbar sind, daß die Polizei sie beschützt. Denn hier steht die untere Mittelschicht auf, die ihr Leben kaum noch finanzieren kann.


Morgen Teil 3) Die wahren Gründe für den Unmut in Frankreich. Und anderswo.




*Wer diese Behauptung belegt haben will, dem sei ein Artikel auf Achgut empfohlen. Darin listet Markus Vahlefeld unter dem vielsagenden Titel "Verwirre und herrsche" einige Dinge auf, die belegen sollen, daß Merkel mit ihrer Politik praktisch immer das Gegenteil von dem erreicht hat, was sie als Ziel vorgab. Das ist das bestimmungsfesteste Merkmal für die Absenz von Vernunft bei einem Menschen. Zumal sich diese Liste durch eine weitere ergänzen ließe, die noch weit länger würde: Wie oft sich Merkel im Laufe ihrer Politkarriere selbst und direkt widersprochen hat.





*081218*


Sonntag, 9. Dezember 2018

Splitter zum Tag (1)

Was ist die Postmoderne im Grunde? Sie ist der Ersatz der Gestalt (und der Wahrheit, die in ihr liegt) als Wesen und Ort durch Funktionen. Oder, wie Rosmini es einmal schreibt, verdinglicht ein Abstraktum. Also: Da heißt es, daß die Präsenz des Vaters entscheidend für die Entwicklung eines Kindes ist. Aber anstatt den König König sein zu lassen - präsent, aber nie anwesend (im Sinne von "zugehörig", weil alles ihm gehört, von ihm bestimmt wird), damit Punkt und Richtungsbild der Selbsttranszendierung - kuscheln Väter, spielen und wickeln und fahren den Kinderwagen spazieren. Und teilen sich die Hausarbeit "gerecht". (Aha, also doch: Ein neuer Gerechtigkeitsbegriff, sieh an.) 

Heinz Christian Strache in der Rolle als neuer Vater. In zweiter Ehe, übrigens. Nun plötzlich laut Zeitung (wieder) "verheiratet", nächstes Jahr sogar "kirchlich", wie die Kronen Zeitung in einem liebdienerischen Portrait anläßlich der bevorstehenden Geburt des dritten Kindes von H. C. Strache schreibt.

Oh nein, wir wollen nicht richten, nicht verurteilen, das Leben ist komplex und kompliziert. Das geht uns alles nichts an. Aber es geht uns etwas an, wenn sich der Chef der Aufmischerpartei FPÖ als Softie präsentiert, der allem widerspricht, was überhaupt ein Land kurieren könnte. Und aber genau das meint, dem Land verordnen zu können: Eine Kur zum Besseren. Und dabei den Postmodernismus nicht einfach verkündet, wie die kastrierten Linken vorgeben, sondern tatsächlich als gelingen könnendes Modell des Neuen Menschen vorlebt. Ohne Gestalt, ohne Wesen, ohne Ontologie, nur mit Verhalten und Wuschelkuschelgefühlen.

Denn Mann und Frau sind ja gleich. Sagt H. C. Strache wörtlich. Laut Kronen Zeitung. Wenn es zu "Ungleichheiten" kommt, sind es höchstens persönliche Launen, man versteht, so ein Mann der Politik, der ist eben mal auch überlastet und mit den Nerven am Ende. Drum machen wir auf neuen Politiker, indem wir vollenden, was die Postmoderne vorgetanzt hat: Perversion. Umkehr. Pervertere. Nun ist das subjektive Gefühl wichtig. Nicht die Selbstüberschreitung auf ein Amt, ein hohes Amt (Vizekanzler und Minister!), sondern das schmeißen wir, wenn es uns ins Gefühl paßt. Und nehmen Vati-Urlaub. Heim zu Mutti und Butzi. Ach wie lieb! Genau das hat uns gefehlt. Die neue Art. So gefühlig. Wird sicher beliebt, der HC. So viel Herzwärme wäre nicht einmal den Linken eingefallen, das hätte sich kein Linker getraut.

Naja, aber gut, diesmal ist es wirklich die Frau, oder keine, wie Strache sagt. Moment. War das nicht schon vor ein paar Jahren auch eine? Die eine Boutique (oder sowas) hatte? Der Leser möge dem VdZ helfen, er erinnert sich manchmal schwach an Details. Auch damals gab es doch einen langen Artikel in der Kronen Zeitung. Na, also gut. Diesmal stimmt es ja. Beim dritten Anlauf. Oder so.

Wundert es da noch, daß eine der ersten Mitverantwortlichkeiten, die die FPÖ trug, kaum war sie an der Regierung, die der (zumindest mitgetragenen) Zustimmung zur "Ehe für alle" galt? (Natürlich, es war "alternativlos".) Jetzt wissen wir endgültig warum. Weil es dem FPÖ-Chef auch in den Kram paßt. So ganz persönlich sozusagen. Na wenn der Verfassungsgerichtshof (links qua Bestellung dominiert, die SPÖ ist weit weniger blöd, als man meinen könnte, wenn es um Realia geht, die Gesellschaft substantiell zu verändern) das sagt ... wer sind wir, um zu urteilen, oder so? Daß ein Herr Kurz dasselbe äußerte, fällt da nicht mehr ins Gewicht. Schicksal, nicht?

Hollareidulliöh. Da ging es doch nie um etwas anderes als darum, endlich auch am Tisch der Fetten und Reichen und Anerkannten mitnaschen zu können. Jede Pointierung, jede Abhebung war da nur Mittel zum Zweck. Oder der Trotz des Fünfjährigen. Wie das Scheinthema Migration. Bis heute hat die FPÖ kein substantielles, der AfD vergleichbares Positionenpapier. Das Sekundärproblem (auch weil es direkt fühlbar ist, schon gar, wenn man darauf - via Kronen Zeitung, übrigens - aufmerksam macht; wie das Wetter, übrigens, als Ausflucht für "Klima" gilt; und: War der heurige Sommer nicht supertoll heiß?) Migration reicht. Und alle sind zufrieden.

***

Denn was macht H. C. Strache da? Herrschaften, genau das, was sämtliche "konservative" Parteien seit vier, ja fünf Jahrzehnten (und länger, und länger!) machen, und zwar je mehr "christlich" ihr Anspruch (nominell) ist, desto mehr: Sie versuchen - Konvertiten, allesamt: Konvertiten! - der Welt zu beweisen, daß sie die besseren Linken sind. Sie sind ans linke VORBILD gebunden, hängen an denselben Ikonen und Anbetungsbildern. Und denen wollen sie genügen - freilich mit der Quasi-Ration der Konvertiten. Selber aber im selben Sumpf, ja noch tiefer - siehe den Homosexuellen Jörg Haider (der immer einen Sozialisten als Vorbild und politischen Ziehvater hatte, den ehemaligen Landeshauptmann von Kärnten, Wagner), siehe Hans Christian Strache, den Streichelzoo- und Wickel-Vater. (Vielleicht wird er nun täglich um halb sechs aus dem Büro gehen, um "das Aufwachsen seines Sohnes mitzuerleben"; was sind das nicht doch alles für Menschen, wie Du und ich!)

Und auch das ist klar. Wo innen die Substanz des Eigenen fehlt, eben das Außenbild, muß die Grenze umso willentlich-ideologisierter, prononcierter gestützt werden. 

Nun können, nun dürfen, ja nun "müssen" sie (aus "ach wie tiefer politischer Weisheit und notwendiger praktischer Einsicht") ihre eigene Vernichtetheit hervorstreichen.  Sie waren nie mehr als Teil der linken Zerstörtheiten, und sie versuchen nun - egal aus welchen Gründen - INNERHALB dieser Zerstörtheit das "Gute" nominell zu retten. Nominell. Verbal. Positivistisch. Die wirkliche Substanz fehlt der FPÖ seit je. (Wie schon die Mutter des VdZ immer sagte: "Dieselben Buberlgesichter wie 1933 ..."). Wenn es welche gab, dann durch (wenige) Getäuschte.

Niemand hat linke gesellschaftspolitische Forderungen derartig konsequent und brutal umgesetzt, ja durch "Wirtschaftspolitik" (die seltsamerweise nur Industriellen-, Großkapitalpolitik war, die Mittelschicht wurde weiter ausgerottet) wie die ÖVP seit den 1980er Jahren, als sie gegen Kreisky (SPÖ) chancenlos war. Mit der FPÖ haben wir dieselbe Größe ins Kartenblatt bekommen.

Wer "die Werte des Abendlandes verteidigen" möchte sollte aber vor allem einmal versuchen, diese Werte selbst zu pflegen. Denn sonst wird diese Verteidigung flugs zur Verteidigung der Un-Werte.

***

Genau darum geht es auch beim Besuch von Kanzler Kurz (für die, die es nicht mehr wissen: Ein Buberlgesicht aus Österreich) in Addis Abeba. Ach was für ein Schub in der Entwicklung spielt sich dort derzeit ab! Und alles ist der Demokratie zu verdanken! Und einer neuen Generation, die am Werk ist. Der "jüngste Kanzler Afrikas (auch er ein Buberlgesicht) begrüßt den jüngsten Kanzler der Welt" heißt es in der Kronen Zeitung. Einem der perfidesten Oligarchenmedien der Welt, ausersehen, ein ganzes Volk unter die Fuchtel zu kriegen, weil es das Kraft seiner Verbreitung einmal konnte.

Auflösung der Form, Auflösung der Gestalt als Rezept zur Weltrettung. Genau das spielt sich da offenbar ab. Und wie viele Frauen da in der Regierung sind! Bewundernswert. Das muß ja in ein neues Zeitalter münden. Lösen wir die Gestalten auf, deren Wahrheit, deren Wesen, machen wir auf "technische Eigenschaften", machen wir auf "zuerst Handeln, dann Denken", und alles wird gut.

Erfolg ist Ablaufoptimierung, schon vergessen? Welchen Ablaufs? Ach, ist doch gleichgültig. Kurzfristig muß es sein. Und irgendwelche statistischen Wohlfühl-Zahlen nach oben schubsen. Dann ist alles gut. Unter uns, uns dauerpubertierenden Kuschelwuschels.

Lieber Gott (flehentlich!) - bewahre uns vor dieser Generation von "Jungen"! Denn dann ist wirklich Jüngster Tag. Und wir lieben die Welt, das Leben doch so! Freilich, Du hast Recht. Wir haben Strafe, ja schwere Strafe verdient. Du läßt deshalb nur noch Geißeln aufkommen. Du läßt uns diese Geißeln begrüßen. Sich etablieren. Aber eines Tages werden wir auch spüren (müssen), was sie bereits heute an Schlägen austeilen. Die wir in unserer Gefühligkeitswolke nur nicht merken.


Morgen Teil 2) Das nächste Buberlgesicht, die nächste Geschichte - 
Emmanuel Macron






*081218*

Samstag, 10. September 2016

Es geht auch hier um etwas anderes

Natürlich ist es völliger Unsinn zu meinen, daß die Unterzeichnung des Klimaabkommens durch China, Indien und die USA den "Klimaschutz" beträfe. Der einzige direkte Nutzen ist ein Nutzen für die amerikanische Innenpolitik, und der eines Druckmittels von Regierungen gegenüber ihren Völkern, die "Dekarbonisierung" voranzutreiben. 

Natürlich aber NICHT als Druckmittel gegen Indien oder China. Denn das Abkommen konnte schon deshalb von den beiden asiatischen Giganten unterzeichnet werden, weil es beide Länder praktisch gar nicht betrifft. Zumindest nicht, solange sie im Stadium des Aufholens sind, das ihre Volkswirtschaften auf westliches Niveau bringen soll, können beide Staaten so viel emittieren, wie sie nur möchten. Sonst hätten sie sich doch niemals bereitgefunden, sich in die Kameras grinsend an den Tisch zu setzen und den Vertrag zu ratifizieren. Die "ökologische" Wirkung des Paris-Vertrages ist also nicht einmal nur "null", sie ist sogar gegen das vorgegebene Ziel gerichtet. Aber wen kümmert's - Hauptsache der "Titel" stimmt?

Die medienwirksam inszenierte und von Barack Obama (sogar gegen US-Recht) forcierte Unterzeichnung des Paris-Abkommens durch China und Indien hat also nur einen innenpolitischen Zweck: Die Stärkung der Position mancher Regierungen, die nun mit dem Achselzucken des Bedauerns ihren Völkern gegenübertreten können, um deren absurde Belastungen, Wirtschafts- und Landzerstörungen damit zu rechtfertigen, daß sie international abgesichert und vertraglich gebunden dazu gezwungen seien.

Gezwungen übrigens auch zu einem bemerkenswerten weiteren Detail: Denn was beim TTIP/CETA zumindest noch öffetnlich zur Sprache kam - daß private Unternehmungen und Personen die Rechtsordnungen der Staaten aushebeln -  soll bei der Klimaagenda still und leise zum Standard werden, wo jeder Bürger egal welchen Landes ein anderes Land auf Weltrettung verklagen kann, und die Urteile von den Weltrettern selbst gefällt werden. Aber gut, hier geht es ja wissenschaftlich bewiesen um die Weltrettung. Da wird es noch lustig, welchen Wert als Argument vor Gericht die so ausnehmend gern gebrauchte Selbstbezichtigung als Sünder durch die Regierungen haben wird - ein Täter, der bereits vorher seine Schuld einbekennt? Das ist doch ein Fressen für Kläger und ein leichtes Spiel für Gerichte.  Die realen Folgen sind freilich gar nicht mehr auszumalen. Es zeichnet sich längst als Generaltendenz ab, daß einerseits jeder einzelne Bürger von seinem Staat verlassen und der Weltgemeinschaft regelrecht ausgeliefert wird, und er anderseits für die staatlichen Institutionen voll haftet, ohne sie noch beeinflussen zu können.

Daß sich mit dem TTIP/CETA die Regierungen (durch den nächsten Kettenbrief, nur in einer nächsten Dimension) retten wollen konnte manvoerst freilich noch nicht so gut als Argument anführen.





*060916*

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Freitag, 23. November 2012

Unerlöste Melodie

Es sind schwerwiegende Gedanken, die Rousseau in seinen Schriften über die Musik anspricht. Indem er die Entwicklung der Notenschrift (Notierung) analysiert. 

Ausgehend vom Generalbaß - wo also nur eine Stimme notiert, aufgezeichnet wurde, auf der aufruhend sich nach und nach das freie, aber immer improvisierte Spiel der übrigen Stimmen darum herum flocht. 

Notiert wurde eigentlich nur, so Rousseau, um jeweilige aus der geschichtlich-kulturellen Verfaßtheit auftretende Fehler zu verbessern, oder zu vermeiden. Das Spiel der Harmonie aber ergibt sich aus dem ästhetischen natürlichen Empfinden jedes Menschen von selber. Vorausgesetzt, er hat in sich die Tore zur dieser "Natur" geöffnet. Wozu zum einen viel Übung nötig ist, um zum anderen den individuellen Geschmack von Zufälligkeiten zu reinigen. Aber jeder Ton hat seine Harmonien insofern in sich, als sich jeder Akkord aus dem Melodieverlauf, aus der Zeiterstrecktheit einer Melodie ergibt. Denn Ton an sich gibt keine Aussage, keinen Sinn. 

Das Übereinstimmen aber von Sinn und Ton ist - Melodie, Entfaltung der Töne in der Zeit. Akkorde setzen in die Gleichzeitigkeit, was die Melodie nur über die Zeit entfaltet. Darin muß - über das Hören also - der Musiker geschult sein. Um so die Aussage seiner Zeit zu erfassen, und sie (wie anders?) in der Melodie wiederzufinden. Denn jede Melodie ist Ausdruck der Stimmung der Zeit, die immer neu ist. Der Künstler muß sich also aus dem "Bekannten", auf dem alleine er aber nur aufsetzen kann, der Tradition, allmählich lösen. Das ist sein Selbstfindungsprozeß, sein eigentlicher künstlerischer Prozeß: das Finden der zeitgemäßen Melodie. Die zugleich immer ein Überschreiten des konventionellen Geschmacks bedeutet.

Aus dieser Allgemeinheit der Stimmung heraus, hat sich im Laufe der Zeit die Aufgabe des Komponisten selbst herausgebildet. Der in einer immer detaillierteren Notierung Feinheiten herausarbeitete, von denen er meinte, daß sie in der Interpretation übersehen oder nicht bewußt präsent wären. So hat sich Musikkultur aufgebaut und in immer rascherem Tempo entwickelt.

Mit einer neuen Aufgabe allerdings, die sich je neu stellt: Aus der Notierung heraus muß die Freiheit der Historizität, des Schöpferischen, das ja nur originär und original sein kann, neu herausgeschält werden. Das Alte muß also immer auch gut bekannt sein, ehe Neues werden kann. 

In ihrer Geschichte hat sich die Musik freilich genau aus diesen Zusammenhängen - analog zu den Wissenschaften seit der Renaissance - zu einer Formallogik hin entwickelt. Die Technik gewann Oberhand. Wo neues Komponieren - man lese "Doktor Faustus" von Thomas Mann! - zunehmend zu einem logischen Ausfalten von technischen Formalprozessen wurde. So daß "Neues" nur noch hieß, noch nicht vorhandene technische Konstellationen zu finden, die Notierungstechnik auszureizen. Indem man die Logik der Tonschrift ausschöpfte, anstatt dem Hören der Zeitmelodie treu zu bleiben. Die wesenhafte künstlerische Hingabe wird aufgesogen von der Faszination technischer Konstruktion, der Technik selbst.

Mann spricht in seinem großartigen Dialog des Adrian Leverkühn mit dem Teufel die Konsequenz aus: Damit wird das Schöpferische, das dem Tonsetzer nun fehlt, zum dämonischen Akt. Denn das wirklich Neue kann sich der Mensch nicht geben. Es ist die demütige, stille Frucht eines geschenkhaften, hingebenden Hörens und Verarbeitens. Verfangen in der Logik, getrieben von einer bewußt gewordenen Sendung zum Schaffen aber fehlt dem Tonsetzer damit das Schöpferische. Und so wird es zum Willen zum "Neuen" - und hier bleibt nur noch die Dämonie. Denn auch und gerade der Teufel kann nichts "schaffen". Er kann nur Zwischenräume aufzeigen, die das bereits Geschaffene immer läßt. Tonschöpfung, Komponieren, wird somit zum Destruktionsakt der Melodie. Und darin wirklich zur Hervorbringung "des Künstlers selbst", der in dieser Dämonie gottgleich wird.

Die wirkliche Anbindung an das Schöpferische, das "Originäre", auf das sich Rousseau bezieht, ist aber eine nie machbare Frucht persönlicher Läuterung. Verliert eine Kultur ihr Leben, an dem sie ja nur teilhaben kann, verdämmern auch ihre Melodien. Sie verliert sie. Der Künstler "hört nichts" mehr. (Man beachte dabei: Beethovens Taubheit! Er stand an der Schwelle zum Tod der Musik. Ab nun herrschte zunehmend Blendwerk.) Während das Herausschälen aus den Tonschrift-Zwängen immer schwieriger wird, stürzt der Hörende ins Leere. Also klammert er sich an die Tontechnik, den Effekt, die kalkulierte Wirkung, ja es bleibt ihm nur noch Ironie, gar Zynismus, dem letzten Refugium, wo sich Schöpferisches noch (als Schatten, als Negativum wenigstens) aussagen, sich seiner selbst vergewissern, seinen Impuls am Leben halten kann. Sie soll ihn über dem Nichts halten - als aufrechte Sehnsucht an den Teufel, dem Fürsten des Nichts. Er hat Leverkühn nicht zufällig heimgesucht.* Die Person des Künstlers wird plötzlich entscheidend, nicht mehr sein Werk.

Zunehmend, folgt man den Analysen von Modris Eksteins, wurde deshalb im späten und schöpferisch bereits beachtlich unfruchtbaren 19. Jahrhundert (Goethe hatte sich ja auch längst von seiner Zeit abgewandt, zu wenig fand er noch die ursprünglichen schöpferischen Stimmen in ihr) die kalkulierte Publikumsreaktion, das Prozeßhafte, der Künstler selbst zum Bestandteil des künstlerischen Werks. Kunst wurde zum Event, zum gesellschaftlichen Ereignis, das Werk selber immer bedeutungsloser - Kunst wurde zur Virtualität des Erlebens, die Person des Künstlers, sein Sensationswert wurde entscheidend.

Und man besuchte Aufführungen "neuer" Komponisten, weil man mit dem Sensationswert des Künstlers rechnete, auf einen solchen regelrecht hoffte. Man besuchte die Darbietungen des Russischen Balletts von Diaghilev WEIL man einen Skandal erwarten durfte. Bei dem man dabei gewesen sein wollte. Paris als Herz Europas entschwand, in Wien und München kam es zur "Sezession", dem Auszug aus den traditionellen, in sich aber bereits abgestorbenen Gestalten, Kunst löste sich vom Werk. Die Zeit Berlins, Amerikas brach an. Das Kabarett, noch mehr aber die bloße Unterhaltung blühte auf, die doch nur Vorhandenes preßt und quetscht und aufzehrt, deshalb ihr Verglühen in immer höherer Anforderung ans Tempo selbst bewirkt.

Das 20. Jahrhundert begann in diesem Impuls, und er kennzeichnete es: aus dem Willen zum Neuen. Durch endgültige Zertrümmerung des Bekannten, stürzte man sich auf alles, was Bewegung verhieß, das Vorhandene ausquetschte, egal um welchen Preis, in Vorahnung des Endes.**

Die Frage bleibt, ob sich in einer Zeit wie heute künstlerisches Werk nicht bestenfalls noch als manieristisches, im Grunde sinnloses ästhetisches Konstrukt finden kann. Befreit von den dichten Schlingen der Zeit, gähnt eine schreckliche Leere. Als jene Melodie, die zum letzten Ton erstarrt seit hundert und mehr Jahren auf Weiterführung wartet, aber kein kulturelles Material mehr findet, mit dem sie sich im Werk vermählen könnte. Nur "Melodiehaftigkeit" alleine hieße ja nur wieder technisch umbrechen, was aber des inneren Gehalts bedürfte.

Wird damit Musik zum bloßen monotonen, gar nicht wirklich hörbaren Sphärenklang, der jeder Auflösung in der Welt - als Melodie, als Werk - entbehrt? Denn ohne Kultur kann es keine Musik geben.





*Man kann historisch plausibel nachvollziehbar die Komödie immer als Versuch sehen, einem Leichnam noch das letzte Leben abzugewinnen.

**Eksteins zeigt in "Solar Dance" anhand der in den 1920ern aufsehenerregenden Fälschergeschichte des Otto Wacker in Berlin die Veränderungen, die in der Kunstrezeption eingetreten waren: Der "Nichtskönner" (Hitler!) Wacker hatte zahlreiche so perfekt imitierte Bilder "von Van Gogh" verkauft, daß auch Experten kein qualitativer Unterschied aufgefallen wäre. Das einzige Kriterium der Unterscheidung von Fälscher und Künstler im Prozeß wurde - die Person. Man kaufte in der Weimarer Republik rauschhaft Van Gogh-Bilder als Symbole eines exzentrischen Malers, der zu Lebzeiten verworfen wurde und "gescheitert" war. Aber genau dieses sein Leben wurde nun in den Vordergrund gestellt, das "Starkonzept" geboren. Werk und Virtualität verschwammen bis zur Unkenntlichkeit. Das Bild als Kunstwerk, als Aussage an die Zeit, war bedeutungslos geworden. Van Goghs Rezeption hatte sich in dem Maß verändert, als seine Lebensgeschichte in den Vordergrund rückte - er wurde zum Helden seiner Zeit. Van Gogh hatte sich von der Religion zur Sprache der Kunst an sich gewandelt, in der nur noch (siehe: "der starre Ton", als letzte Erinnerung an die Quellen der Kunst) die "Sonne" (Hinweis: Swastika!) an die Quelle der Kunst erinnerte. Kunst selbst wurde zur neuen Religion, präsent in seinen Propheten, Vincent Van Gogh - Hitler. Seine Zerstörungswut wurde zur Identifikationsmarke des Zeitalters, Niederlage wurde zum Sieg erklärt. Der Inhalt der Welt wurde virtuell, eine Frage der "Information", abgelöst vom Ding an sich.

Man beachte, daß zeitgleich die "Liturgieexperimente" in Österreich (mit dem Zentrum Klosterneuburg) und Deutschland einsetzten, die in einer weitgehenden Auflösung der Liturgie nach 1970 ihre Verwirklichung fand - wo Inhalt, Heil, virtualisiert, das Werk selbst, die Liturgie, inhaltslos erklärt beziehungsweise gemacht wurde. Heute steht der Priester nur noch an einem Tisch, und deklamiert, was man angeblich erleben sollte, der Papst wird nur noch als "Star" rezipiert. Und "alle tun so" als würden sie das Virtuelle real erleben.





*231112*

Dienstag, 14. Dezember 2010