Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Vielleicht werde ich es einmal übersetzen, irlgendwann einmal. Vorerst aber belasse ich es bei der geschlossenen Fülle, die im Gedicht "Prayer for my Daughter" von William B. Yeats vor mir liegt.
Ich bewundere Anthony Esolen, der mir dieses Gedicht geschickt hat, und offenbar Tag für Tag zu einem ätherischen Atem fähig ist, der in meinen Mauern wie ein gehüteter, aber fest verschlossener Raum auf jene Momente wartet, in denen sich mein Herz zur gleichen Ruhe entschließen kann, weil es die wilde Jagd der Dämonen nicht mehr fürchtet, die ums Haus toben. Um sich in sicheren Burgen nur in diesem einen Augenblick zu verlieren, der so alles enthält. Für Tage, für Wochen, oder meinetwegen nur für eben so eine Stunde, wie Yeats sie beschreibt. Als er nachts hinausging vor sein Haus.
Die Australier stehen vor einer seltsamen, bedrückenden Wiederholung ihrer Geschichte, die aber in vielem lediglich die Kontinuation einer Praxis ist, die das Wesen Australiens im Rahmen seiner Beziehung zu England seit der Gründung der Kolonie ausmacht. Wenn auch Australien heute keine offizielle Kolonie mehr ist, könnte man den Eindruck haben, daß alles, was sie in den letzten 100 Jahren erlebt haben, nur eine Art Gefängnisurlaub gewesen ist, der vor allem der Illusion diente, für militärische Dienste für England die Hoffnung auf Freiheit nicht ganz begraben zu müssen.
Aber in seiner inneren Natur hat sich nicht viel geändert, das zeigt sich jetzt im Zuge der Corona-Hysterie. Sobald es der (englischen) Obrigkeit gefällt, werden die Aussies wieder in ihre KZs, Lager und Hausarreste verbannt. Vor deren Türen die Kopfjäger, brutalen Wächter und skrupellosen Polizisten stehen, die sie bei Ausbruch aus ihrem Gefängnis sogar mit Hubschraubern verfolgen und skrupellos niederknüppeln.
(Straf-)Quarantäne-Camp in Australien
Sie finden sich also zurückgestuft auf das, was sie für die Engländer, die sich auch in Australien als Oberschichte begriffen und sogar die Fauna bedenkenlos ruinierten, im dem sie etwa Kaninchen aussetzten, um schöne Jagdbedingungen zu haben (heute sind die Kaninchen eine der schrecklichsten Plagen, neben anderen, sämtlich ebenfalls durch Eingriffe der Engländer ausgelöst), immer waren: Bewohner einer Strafkolonie, mit der die britische Obrigkeit ihr Sozialprobleme gelöst hat.
Worum es heute für Katholiken geht, ist auf jede Form von öffentlicher Anerkennung - in den Medien, in der akademischen Landschaft, in der Politik, im privaten Umfeld - verzichten zu lernen. Katholiken, Menschen, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlen, müssen begreifen, daß sie von der gesamten öffentlichen Landschaft keine Anerkennung mehr erhalten werden, im Gegenteil: Sie werden entweder bekämpft, oder - und das ist effizienter - total ignoriert.
Gerade als Publizist muß man neue Wege finden, ins Sprachbewußtsein der Menschen vorzudringen. Die herkömmlichen Wege werden mehr und mehr verlegt. Und sei es, daß man unter dem Titel "hate speech" gerichtlich verfolgt wird, wie die UNO nun unter Umkehrung der Beweislast (sic!) - der Beschuldigte muß nachweisen, daß die Beschuldigung zu Unrecht erfolgt, sonst ist er automatisch schuldig - festgelegt hat. Unsere nationalen Rechtssysteme schaffen keinen Schutz mehr. Sie befassen sich neuerdings vielmehr mit Dingen wie "Die Verantwortung der Iren für den Kolonialismus in der Karibik". (Was umso grotesker ist, als viele Sklaven dort ... Iren waren. Schwarze waren den Bedingungen auf den dortigen Plantagen gar nicht gewachsen.)
Für eines ist die emotionale Lage in Irland ohnehin bereits weit gediehen, es wird vermutlich ein nächster Punkt, in dem man die Verfassung außer Kraft setzen wird, ohne daß es jemandem auffällt oder stört: Das Recht auf freie Meinungsäußerung. Hier ist das subjektive Bewußtsein vieler bereits dergestalt, daß sie meinen, daß bestimmte Ansichten strafbar sein sollten. Es kommt heute bereits häufig vor, daß Menschen bei der Polizei anrufen, weil ihnen irgendeine Twitternachricht irgendeines anderen nicht gefällt, man solle das gefälligst unterbinden.
Die formale Rechtslage spielt immer weniger eine Rolle im Bewußtsein der Menschen, wird immer unwichtiger. Vielmehr sehen sie sich über den Hebel einer "Moral" dazu bemüßigt, ihre Mitmenschen zu maßregeln und anzuzeigen, wenn deren Denken nicht ihren Vorstellungen (bzw. den Vorstellungen der neuen Moral) entspricht. Das Rechtsbewußtsein der Menschen hat sich schon so weit verändert, daß die Rechtslage selbst unwichtig wird, sondern die Basis für "Unrecht" die subjektive Rezeption ist: Wo ICH mich angegriffen fühle, muß auch der Staat eingreifen. Die gesamte Konstruktion der "hate speech" dient dazu, zumal rechtlich gar nicht ausdefinierbar ist, was "Haßrede" (hate speech) überhaupt sein soll.
Waters meint, daß dies auch mit einem sehr schwach ausgeprägten Gefühl für Unabhängigkeit und Integrität bei den Iren zu tun hat. Zuletzt hat sich das 2008 gezeigt, wo als Folge des finanziellen Staatszusammenbruchs (der im übrigen durch die falsche Entscheidung erfolgt ist, die Schulden der privaten, überschuldeten Banken zu verstaatlichen) ausländische Kapitalgeber mit den niedrigsten Steuern der Welt eingeladen wurden, in Irland Einfluß zu nehmen weil zu investieren. In den 1970ern hat sich das mit der Pharmaindustrie abgespielt, wo Konzerne wie Pfizer ins Land geholt wurden, indem man ihnen jede Umweltauflage ersparte und niedrigste Steuern für Gewinne zusagte. Das hatte verheerende Auswirkungen! Ganze Landschaften wurden verwüstet, und die Iren selbst haben in keiner Weise profitiert, weil keine Steuern bezahlt wurden.
Diesmal werden wir kolonialisiert
Nicht zuletzt durch den EU-Beitritt wurde die irische Politik zur bloßen Empfangsstelle von Direktiven aus Brüssel. Das hatte zur Folge, daß sich nur noch bestimmte Charaktere dazu bereit fanden, in die Politik zu gehen - Personen mit dem niedrigsten Niveau irischen Individualismus und Willen zur Selbstbestimmtheit. Jeder schöpferische Mensch meidet solche demütigenden Bedingungen, die ihn zur Marionette machen. Politik wurde deshalb zu einer Art "Sport", wo man am Abend feine Essen und am Monatsanfang fette Gehälter genießt. Die gesamte Führungsschichte wandelte sich. Die zuvor größten Idioten wurden nun zu Führungsgestalten. Und diese Menschen haben natürlich auch keinerlei Widerstand gegen die Invasion mit neuen Werten, dieser neuen Moral der Moderne. Und sie haben keine Skrupel, das der Bevölkerung zu diktieren, ja im Gegenteil, sie können damit ihre Macht demonstrieren - als Dominanz, die alles bis in den letzten Winkel bestimmen will.
Was sich in Irland abspielt, und das ist wohl das Auffälligste, ist aber nicht einmalig. Vielmehr fällt auf, daß sich diese Vorgänge weltweit wiederholen. Irland ist nur eines von vielen Beispielen, wie ideologische Mächte höchst professionell und systematisch jede nationale, lokale Rechtsgrundlage - sowohl formal wie im Rechtsempfinden - außer Kraft setzen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Das geht so weit, daß man mittlerweile sagen muß, daß es gar keine Regierungen mehr gibt, die wirklich die Bevölkerung repräsentieren. Vielmehr sind es Umgestaltungsjuntas, die in fremdem Auftrag die eigene Bevölkerung vergewaltigen, allen sagen wie zu denken ist, und skrupellos die lokale, traditionelle Lebensweise umformen.
Übrigens fällt noch etwas auf - die Parallele zum Kolonialismus der Vergangenheit. Waters greift den Gedanken auf, indem er darauf hinweist, daß früher eintreffende fremde Mächte der einheimischen Bevölkerung erklärt haben, daß alles, was bisher geschehen ist, schlecht, alles was nun kommt gut ist. Daran mußte geglaubt werden, und so wurde auch vorgegangen, damit wurde alles legitimiert. Aber erleben wir heute nicht genau dasselbe?
Erleben wir nicht auch, daß ständig von außen kommende Kräfte uns erklären - man nehme doch das Klimawandel-Thema, hier wird es ganz offensichtlich! - daß alles, was wir bisher gemacht, gedacht, gelebt haben schlecht, ja katastrophal ist. So daß wir uns neue Regeln und neue Lebensweisen anbequemen müssen, wie sie uns von außen ("international", "Konsens" etc. etc.) entgegengetragen werden. Denen wir sogar das Recht übertragen, über uns zu bestimmen, und Regeln zu verhängen, die wir selbst gar nicht nachvollziehen können, die bei uns selbst auch gar nie entstanden wären. Was bis in die Wirtschaft geht, die Produkte herstellen und vertreiben soll, die von außen diktiert werden.
Was sich in Dingen wie "Ehe für alle" oder "Abtreibung", was sich in "hate speech" etc. etc. abspielt entstammt derselben Quelle eines geringen Selbstwertgefühls. Wo wir selbst bereits bereit sind, Dinge und Gesetze über uns zu verhängen, die uns selbst weiter schwächen, ja auslöschen. Nicht andere Länder töten uns, nein, wir töten unsere Kinder selber. Nicht andere Länder schwächen unseren Staat, nein, wir tun es selber. Nicht andere Länder zerstören die natürliche Solidarität des Volkes, die auf der Familie aufbaut, nein, wir zerstören sie selber. Nicht andere Völker erobern uns und diktieren eine andere Kultur, nein, wir selbst holen Fremde in Massen ins Land und ordnen uns ihrer Kultur unter und geben die eigene auf. Nicht andere verbieten uns unsere Religion, sondern wir selbst erklären unsere Religion für relativ, also unwichtig, wenn nicht anderen unterlegen.
Teil 3) Als er zur Kirche zurückkehrte, fand er keine Kirche mehr
Während
er die linksliberale Landschaft als bar jeder Vernunft zu sehen begann,
die lediglich mit Gerüchten und Verleumdungen arbeitet, die auf leeren
und sinnlosen Begriffen (wie "homophob") aufbauen, die nur Stimmungen,
Gerüche, Vorurteile erzeugen sollen, aber keinerlei rationalen Wert
haben. Keineswegs baut diese Ideologie auf "Evidenz" auf, ja nicht
einmal auf Mehrheit, wie oft behauptet - es war die Meinung einer
Minderheit, die sich über die Mehrheit hinwegsetzen und diese bzw. deren
Weltanschauungen und Moralverstehen umdefinieren weil beherrschen
wollte. Dazu braucht es diese oben besprochene Ablehnung des Vaters.
Waters
war in der Folge widerfahren, daß er öffentlich und wiederholt mit
abwertenden Aussagen über ihn konfrontiert war, für die es keinerlei
Evidenz gab. Allmählich begriff er, wie gefährlich und skrupellos die
Vertreter dieser neuen Moral waren und vorzugehen bereit waren. Diese
Gefährlichkeit haben viele Katholiken bis heute nicht begriffen, und
auch in Irland vor der Volksabstimmung über "Ehe für alle" im Jahr 2014 nicht.
Man hat mit den Methoden nicht gerechnet, die angewendet wurden, um das
gewünschte Ergebnis zu erbringen. Niemand hat vor allem damit
gerechnet, wie professionell die Befürworter der "Ehe für alle" bereits
waren, wie organisiert sie vorgingen: Die hatten sich "im Krieg"
verstanden, und mit allen "Notstandsgesetzen" agiert, die im Krieg
angewendet werden, weil das Ziel unbedingt Sieg heißen muß, egal mit
welchen Mitteln. Während er und die Katholiken bzw. die Kirche mit
"intellektueller Auseinandersetzung" vorgingen, ging es dem Gegner
keineswegs um intellektuelle Redlichkeit und Vernunft, sondern um eine
unbedingte Änderung der Gesetze. Und die Kirche hat bis heute nicht
begriffen, daß sie sich in einem Krieg befindet, und kann damit nicht
umgehen.
Auch er war überrascht von dem, was ihm begegnete. Wie konzentriert und professionell vor allem die social media
eingesetzt wurden. Damit wurde auf Personen des öffentlichen Lebens,
Journalisten, Reporter, Kleriker ungeheurer Druck ausgeübt, die in der
Folge reihenweise in die Knie gingen. Sogar der Erzbischof von Dublin,
früher ein prononciert katholisch-traditioneller Mann, unterstützte
schließlich die "Ehe für alle", um dem medialen Sturm, der entfacht
wurde, zu entkommen. Wobei man ihm mit den gleichzeitig publik gemachten
Mißbrauchsskandalen geschickt desavouierte und die Hände band, so daß er
nur noch das Bild der Kirche in der Öffentlichkeit beschönigen wollte.
Waters
war zur Kirche zurückgekehrt, um nun zu erleben, daß es diese Kirche
"gar nicht mehr gab"! Sie war nicht mehr vorhanden! Er erlebt heute die
groteske Situation, daß er in seiner ganzen Kindheit und Jugend einer
Umgebung gegenüberstand, die konservativ war (und mit seinen heutigen
Ansichten übereinstimmen würde), er heute aber als Konservativer einer
links-liberalen Umgebung gegenübersteht, mit der er sich in
unvereinbarem Konflikt befindet, und wo ihn der Klerus bis auf wenige
Ausnahmen im Stich läßt, ja ihm sogar als Gegner gegenübersteht. So geht
es heute wohl vielen, auch dem VdZ übrigens.
Es
gibt keine Bischöfe mehr, die noch die Wahrheit verkünden, das ist das
bittere Fazit. Irland steht heute in der historisch einmaligen
Situation, einer Gruppe von Menschen - den Ungeborenen - alle Rechte
abzusprechen. Das haben nicht einmal die Nazis gewagt. Damit
widerspricht man sogar der irischen Verfassung. Wenn heute eine fremde
Armee das Land erobern und erklären würde, daß ab sofort diesen und
jenen Iren jedes Lebensrecht aberkannt würde, würde es allen sichtbar
und man würde sich dagegen auch mit Widerstand auflehnen. Aber mit den
neuen Abtreibungsgesetzen hat man so einen Krieg geführt und gewonnen,
ohne auch nur einen Schuß abzufeuern.
Maßgeblichen
Anteil an diesem Verlust des Begreifens von Wirklichkeit haben die
Medien. Die Waters als "korrupt" bezeichnet. Sie haben den Leuten
eingeredet, daß es eine "Zeitgemäßheit" von Moral gäbe, diese mit dem
Wesen des Menschen nichts zu tun hätte. Sondern mit der Evolution der
Menschheit generell. 2015 wurde die Ehe von den Medien als nicht mehr
zeitgemäß dargestellt, weil es angeblich keine substantielle
Geschlechtsidentität gibt. Also wurde die "Ehe für alle" eingeführt.
2018 war das Abtreibungsverbot den Medien folgend nicht mehr zeitgemäß.
Also wurde die Abtreibung freigegeben. Was wird 2022 sein? Die
Euthanasie, weil deren Verbot nicht mehr zeitgemäß ist? Es ist zu
erwarten.
Mit
diesen massiven Eingriffen in Grundrechte, die das erklärte Ziel von
Rechtsanwaltskanzleien auf der ganzen Welt sind, die sich der
LGBT-Agenda des "Transgenderismus" widmen, wird man den Eltern jedes
Recht nehmen, auf die Erziehung und Identitätsbildung ihrer Kinder
Einfluß zu nehmen und verantwortlich zu handeln. Irland
ist nur das erste Land in Europa. Ihm werden bald Norwegen und Dänemark
folgen. Das wird höchst professionell unter Ausnützung des bestehenden
Rechts vorangetrieben, da stehen hoch professionelle Anwaltskanzleien
dahinter, bezahlt von allen möglichen Seiten.
Teil 2) Man stellte in Irland die Mutter über den Vater
Und
das hat in Irland eine lange lange Tradition. Waters verweist auf den
interessanten Umstand, von dem man sich auch bei Besuchen in Irland
überzeugen kann (wie der VdZ es tat, dem fiel es ebenfalls auf), daß das
irische Geschichtsbewußtsein sich seltsam häufig auf frühere legendäre
"Königinnen" beruft. Irland war eben nie (oder ist schon lange nicht
mehr) ein wirkliches Patriarchat! Es war immer bzw. ist seit langer
langer Zeit ein Matriarchat. Die Männer waren dafür da, funktionale
Dinge zu tun. Die ihnen aber die Frauen auftrugen, die die Autorität
auch in moralischen Fragen hatten.
Der
irische Katholizismus hatte damit keine intellektuelle Basis,
sondern war in dieser Mutterbezogenheit lediglich "etabliert", war nur
mit der Mutterverbindung eingesogene Verhaltensprägung, mit allen Folgen
(wie: Angst vor Individualismus und Widerstand gegen Masse und
Mehrheit).
Waters
ist das erst in den 1990ern aufgefallen, als er einerseits mit dem
ehemaligen Sozialismus der Tschechei zu tun bekam, anderseits selbst
Vater wurde. Und mit ungläubigem Staunen feststellte, daß in Irland
Väter keine Rechte hatten, ebenso wenig Kinder in Bezug auf ihre Väter.
Das gesamte Rechtssystem war auf die Frauen und Mütter ausgerichtet, um
deren Rolle und Rechte zu stärken.
Elvis oder Jesus, Intelligenz oder Geist
Der
irische Journalist, der als äußerst frommer Katholik in einer äußerst
frommen katholischen Umgebung aufgewachsen ist, erzählt aus seiner
eigenen Jugend in den 1960ern/1970ern, wie er das Einbrechen der Pop-
und Rockkultur des Westens erlebt hat: Als fundamentalen Konflikt mit
der Welt, in die er hineingeboren worden war. Jesus war, so wie er es
erlebt hatte, ein lieber, netter, weicher, unmännlicher Kerl. Aber diese
neue Welt, die sich in der Rock- und Popmusik, mit neuen (und
rebellischeren, individualistischeren) Vorbildern wie den Beatles oder
dem Fußballer George Best war viel aufregender, interessanter,
attraktiver. Und beides zugleich ging nicht, das fühlte er damals, ohne
das Warum (wie heute) zu kennen. Also entsorgte auch Waters den "süßen
Jesus" und wandte sich von der Kirche ab. Moderne Zeit und alter Glaube
schienen ihm unvereinbar: Vor die Wahl gestellt "Elvis oder Jesus"
wählte er Elvis. Dort schien auch alles viel "gescheiter", intellektuell
überlegen zu sein.
Was
er damals nicht erkannt hatte, war, wie hoch intelligent sein Vater,
seine Vorfahren gewesen sind. Trotz nur geringer Schulausbildung hatten
sie die geistigen Fähigkeiten zu hochwertigster Arbeit und
Weltbewältigung. Die den heutigen Menschen völlig fehlt, die zwar mit
Bergen von Zeugnissen ausgestattet werden, in deren Leben es aber
keinerlei Evidenz für Intelligenz gibt, die mit dem Leben und der Welt
zu tun hat. Der heutige Begriff von Intelligenz richtet sich nur auf
eine institutionalisierte Definition, nicht auf Welt und Leben. Mit dem
kulturellen Bruch seiner Jugend aber wurde auch diese neue Form von
"Intelligenz" allgegenwärtig. Endgültig wurde im letzten Jahrzehnt die
alte Form von Geist erledigt und zum Verschwinden gebracht.
Aber
Waters war nicht zufrieden. Was da vor sich ging in der Welt blieb ihm
ein Rätsel. Also begann er in den 1980ern und 1990ern erneut zu suchen.
Und stieß in Ratzinger und Johannes Paul II. erstmals auf einen anderen,
ihm neuen, vernunftbetonten und vernunftbasierten Katholizismus, der
sich von dem bloß frommen, den er kannte und der ihm in seinem
anti-intellektuellen und die Welt draußen lassenden Affekt nicht gerade
attraktiv erschien, völlig unterschied. Nach und nach entdeckte er
stattdessen, daß der Katholizismus auch diese neue Welt zu begreifen
half. Ja erst in seinem Licht begann er zu verstehen, was er in der Welt
und Irland erlebte.
Früher
hatte er den Katholizismus für ein Gebäude von Regeln und Vorschriften
gehalten, das eine Clique alter Männer über die Menschen verhängt hatte.
Nun begann er ihn als tiefes geistiges, konsistentes, großartiges
Gebäude, der Verfaßtheit der Welt in toto zu begreifen, von dem
ihm nach wie vor viel noch nicht klar ist, auf welche Klärung er aber
mit immer mehr Vertrauen auch warten kann, weil er deren Lösung in der
Kirche ahnt. Denn Zeit spielt im Erkennen eine immense Rolle.
Keinesfalls ist ihm heute die Kirche diese Art von Desaströsität, als
die er sie in seiner Jugend bzw. im Licht der "neuen" Kultur gesehen
hatte. Aber um das zu sehen, hat er lange gebraucht.
Auch
um zu sehen, wie eng linke, liberale Ideen von Gerechtigkeit mit dem
Sozialismus verbunden sind. Dabei war er lange noch ebenso ein
links-liberaler Denker, dem die pro-life-Bewegung etwa suspekt war. Bis
er allmählich sah, daß hinter der Abtreibungsfrage ein völlig anderes
Begreifen von Leben stand. Als er sich damit an seine frühere (linke,
liberale) Kollegenschaft wandte, erlebte er aber eine seltsame Reaktion
der Ablehnung. Mehr und mehr erkannte er sogar, daß dort von Anfang an
eine Zielsetzung am Werk war, die auf eine Neubewertung der
Homosexualität abzielte. Und das ging von der Verantwortung seiner
Tochter gegenüber aus, die er in ihren Schulen und Einrichtungen mit einer
ständigen ideologischen Erziehung konfrontiert sah, die allem
bodenständigen Verstehen widersprach.
Zumal
er selbst mehr und mehr den Wert der Tradition erkannte. Selbst im
Torfstechen, wo er und sein Bruder die alte Methode des Abhebens von
Hand wählten, wofür sie von allen Nachbarn verlacht wurden, die längst
mit riesigen Maschinen die Torflandschaften auszuheben und zu zerstören
begonnen hatten. Aber genau diese neue Art zu denken, alles in abstrakte
Vorgänge umzubrechen, ohne Rücksicht auf irgendetwas, war auch die
Basis des kulturellen Umbruchs. Dort ging alles an Verbundenheit und
Verantwortung, also Verwurzeltheit verloren, und wurde zum bloß
intellektuellen Ding, zu dem man sich persönlich nicht stellen mußte.
Mehr und mehr begann er auch seine Verbundenheit und Liebe zu Irland,
seinen Menschen, dem Boden neu zu erfahren. Aus dem Linksliberalen wurde
ein Traditionalist, der überall den Finger seines Vaters im Rücken
spürte. Und wo immer er Vernunft erlebte, war sie in der Tradition
bereits enthalten.
Morgen Teil 3) Als er zur Kirche zurückkehrte, fand er keine Kirche mehr
Noch 2010 wäre unvorstellbar gewesen,
was sich in Irland seit 2011 abspielte: Das einstige Flaggschiff des
Katholizismus brach binnen nicht einmal eines Jahrzehnts auseinander,
und wurde zum Schlachtschiff des modernistischen Liberalismus der
westlichen Welt, in dem die Kirche in atemberaubendem Tempo ausgebootet
wurde, daß heute Irland wie zuletzt in den Fragen der Abtreibung oder
der "Ehe für alle" sogar "vorbildhaft" wirkt. Auch im Haß auf die
Kirche.
Wie
konnte das geschehen? Wie war ein solcher Sinneswandel eines ganzen,
durch und durch katholisch gewähnten Volkes in so kurzer Zeit möglich?
E. Michael Jones geht im Gespräch mit dem in Irland sehr bekannten (und
kontroversiellen) Journalisten John Waters dieser Frage nach.
Und
Waters stellt gleich zu Beginn fest, daß der frühere Eindruck eine
Täuschung gewesen ist. Eine Erzählung war lange Zeit aufrecht erhalten
worden, die von der inneren Realität immer weniger bis gar nicht mehr
gedeckt war. Der starke, hohe, weit ausladende Baum inmitten der Wüste
der Neuzeit, als den man Irland wahrnahm, war von innen heraus bereits
durchfault. Als in dem bekannten koordinierten Einwirken von NGOs,
Medien und Ideologien, wie es auf bewährte Weise bereits sämtliche
westliche Völker und Kulturen überwältigt hat, die ersten massiven,
gezielten Axtschläge auf ihn einprasselten, stellte sich blitzschnell
heraus, wie wenig Substanz und damit Widerstand noch vorhanden war, wie
bereitwillig man aber diese Welt einer neuen Moral aufnahm und sogar
herbeisehnte. Die irische Gesellschaft war und wurde in Wahrheit bereits
seit langen Jahrzehnten geistig ausgehöhlt, und damit sturmreif
geschossen für die "Neue Zeit", die "neuen Werte", wie sie den gesamten
Westen bereits erfaßt haben.
Der
legendäre irische Katholizismus war nur Fassade, war nur ein braves
Nachlaufen und Festhalten an Gewohnheiten. Sobald diese - wie in der
ernsten Finanzkrise 2011, in der Irland vor dem Bankrott stand - ihre
Gefügtheit und Sicherheit verloren, brach die "Gesellschaft der
Tradition" zusammen, und nichts blieb mehr übrig. Bislang eher nur unter
der Hand gepflegte Sichtweisen kamen plötzlich nach oben, weil das
Überkommene hinterfragt wurde. Mit einem Mal brach auch ein latenter
Anti-Klerikalismus auf, den sich die irische Kirche (leider) gar nicht
nur zu Unrecht selbst zuzuschreiben hat. Denn auch die hatte es sich
bequem eingerichtet, und schien machen zu können was sie wollte, weil
die Gesellschaft "dicht" hielt. Damit war nun Schluß.
Es
stellte sich heraus, daß die Treue zur Kirche und ihre Stellung in der
Gesellschaft oft einfach Indifferentismus gewesen war. Man nahm es hin,
hinterfragte es kaum, ohne wirklich dahinter zu stehen. Waters meint am
Beispiel seines eigentlich "tieffrommen" Vaters, daß der sein
Gebetsleben pflegte, zur Messe ging, etc. etc., aber von Priestern und
Bischöfen kaum Notiz nahm, ja eher amüsiert von diesen war, aber sie
nicht ernst nahm. Er hatte seinen privaten Weg des Umgangs mit Gott in
der und durch die Kirche. Und das war eine weit verbreitete Haltung in
Irland!
Die
Sichtweise der Kirche durch die Iren war generell sehr simpel. Man sah
sie als regelbasiert, und daran hielt man sich. Eine in dem Sinn
"personalisierte" Entscheidung war nicht nötig und traf auch kaum
jemand. Wirklich tiefe Fragestellungen waren nicht üblich und wo immer
sie auftraten, wurden sie auch vom Klerus abgetan und auf "das Gesetz
Gottes" geschoben, basta. In dem Moment, wo es dazu kam, wo Kirche zu
einer Angelegenheit der Treue durch persönliche Entscheidung wurde, wo
das Individuum gezwungen war, seinen Glauben zu kennen und zu
verteidigen, weil man TROTZ so vielem zu ihm hätte stehen müssen, weil
die Moderne (die in vielem einfach eine Methodik des Zweifels ist) alles
hinterfragte und rationale, geistige Antworten brauchte, kam der
Abfall. Diese Argumente gab es nicht, man war nicht gewöhnt, sich damit
zu befassen.
Dabei
ist ein zweiter Aspekt zu berücksichtigen, der mit dem Genozid (der
heute immer noch weithin fälschlich und in täuscherischer Absicht als
"Hungersnot" bezeichnet wird) der Jahre 1845 bis 1949 zu tun hat und
mit seinen fünf Millionen Toten* die Hälfte der irischen Bevölkerung
auslöschte. Dies hatte beim Klerus eine Haltung bewirkt, in der das
Thema "Sexualität" tabuisiert und auf Nachwuchsfragen konzentriert
wurde, um die Geburtenziffern wieder hoch zu treiben, die
Menschenverluste auszugleichen. Sie konzentrierten sich dabei vor allem
auf die Mütter, die Frauen, und marginalisierten die Väter. So kam es zu
einer symbiotischen Beziehung von Priestern und Müttern, um die Moral
der Familie zu kontrollieren. Der irische Katholizismus wurde "unterwürfig" und weibisch.
Die Männer wurden irrelevant, wurden
regelrecht zu Außenseitern des gesamten irischen moralischen Lebens. Mit Folgen. Denn während es im Zuge der Enzykliken Papst Leo XIII. (ab
1879) über die grundlegende Rolle des Thomismus als bestes
philosophisches System des Katholizismus zu einem Aufblühen der
Philosophie in Europa und Amerika kam, ging dieser intellektuelle Zug
an Irland spurlos vorüber.
Stattdessen wurden Erscheinungen der Muttergottes wie die von Knock
(1879; Knock gilt heute als drittwichtigster Marienwallfahrtsort
Europas von Erscheinungen, nach Lourdes und Fatima) ins Zentrum des
kirchlichen Lebens gestellt, und das blieb auch so bis ins späte 20.
Jahrhundert. Devote Frömmigkeit verhinderte so eine intellektuelle
Auseinandersetzung, schien sie gar nicht notwendig zu machen, und damit
eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Zeit und den geistigen
Strömungen und Irrtümern der Moderne. Man stellte, so nennt es Jones beim Namen, die Mutter über den Vater.
Morgen Teil 2) Man stellte in Irland die Mutter über den Vater
*Diese Zahl ist durch systematische Zählungen aus Massengräbern
belegt, und wird heute von keinem ernsthaften Historiker noch
bestritten. Nur die Engländer, die dafür direkt verantwortlich waren,
weigern sich bis heute, das zuzugeben, und versuchen immer noch, die
offizielle und zynische Version von einer von den Iren selbst
verschuldeten Hungersnot durch "Kartoffelfäule", die eine Lüge ist, in
der Welt aufrecht zu halten.
Aber die deutschen Völker waren auch von der Kirche verlassen, und das heißt: Von ihren Bischöfen verlassen. Spätestens seit der Renaissance, die der Kirchenhistoriker und Theologe Georg May einem flächendeckenden "Versagen der Bischöfe" zuschreibt. Die ihre Herde nicht schützten, sondern den Potentaten auslieferten. Und dem Volk damit jede Kraft zum (wenigstens inneren) Widerstand gegen die Einbrüche durch die Wölfe versagte.
Nur die Kirche aber hätte die Kraft und geistige Potenz, teilweise auch die Macht gehabt, diesen Entwicklungen zu trotzen. Und sie könnte es bis heute sogar noch, würden die Bischöfe es wahrnehmen. Stattdessen liefern sie nach wie vor das Volk aus, nützen seine Bereitschaft zum Glauben aus, um ihre persönlichen Eitelkeiten und Schwächen und Niedrigkeiten zu verdecken. Bis ihnen absolut niemand mehr glauben wird.
Irland 2019
War es aber - zurück zum Videogespräch, das E. Michael Jones mit The Irish Patriot führt - in Irland anders? War es nicht dort genauso die Kirche, die Bischöfe sohin, die das Volk verließen, mißbrauchten, und auslieferten? Sind nicht sie die Schuldigen, wenn das tiefe Bedürfnis der irischen Menschen nach Religion, Kult und Gott in einem nie gesehenen Wiederaufleben alter heidnischer Religionen und Kulte aufblüht, wie das heute der Fall ist? Vielleicht kein Land Europas hat derzeit eine derart massive Welle an Heidentum zu verkraften wie Irland. Dies reicht in höchste politische Kreise. (Siehe dazu "Armageddon in the Auld Sod" von Geraldine Comiskey.)
Heidentum, weil gleichwertig mit der Katholischen Kirche? Natürlich nicht. Das Neuheidentum (das in Irland noch dazu auf eine uralte Tradition zurückgreift, das Land ist noch voll mit archäologischen Relikten) ist vielmehr eine billige Alternative, weil es "Religion" am Etikett ermöglicht, ohne daß wirklich religiöse Haltung notwendig ist. Der Mensch der Moderne, der Narziß, kann also zu Gott selbst werden beziehungsweise dieser bleiben, weil er sich selbst die Religion gibt. Die dann auf der sicheren Ebene der beherrschten Zweitwirklichkeit läuft. Neuheidentum ist eine lächerliche Farce, und das zeigt sich umso mehr, als es irrational ist.
Seit Jahrzehnten aber wird Irland von einer ähnlichen Welle des social engineering heimgesucht wie Deutschland nach dem Krieg. Das hat die persönlichen Grundlagen zerstört, und damit die Vernunftkraft. Die Folgen in beiden Ländern sind ähnlich, ja noch dramatischer, vor allem nach dem finanziellen Kollaps 2008. In dem der Irische Staat, selbst mit niedriger Verschuldung, die notleidenden Banken herausgekauft hat - und seither so pleite ist, wie es nur sein kann, mit gravierenden Folgen für die irischen Bürger. Aber Schlag um Schlag wurde das katholische Fundament dieses Volkes zerschlagen. Verhütung, Sexualerziehung, "Ehe für alle", Anti-Diskriminierungsgesetze, Abtreibung. Mundtot gemacht durch die medial zelebrierte Bekanntwerdung schwerer Mißbrauchsfälle, gab es keinen Bischof, der das Volk gestützt hätte. Es hätte ihre Wohlversorgtheit gefährdet.
Ja, gewiß, es gibt Kräfte, die diese Degeneration eines Volkes möchten, weil sich ein solcherart wehrloses Volk (und das ist ein demoralisiertes Volk) perfekt zum Sklaven eignet beziehungsweise Sklave ist. Und die Leidenschaften zum Herren machen ist eine Form der Sklaverei, in der der Versklavte die Fesseln sogar selber anlegt. Ja, gewiß, es gibt die Kräfte, die konkret daran arbeiten, ein Volk zu zerstören, zu versuchen, seine geistige Landschaft, seine soziale Ordnung zu zersetzen, damit es dann beherrscht werden könne. Aber die Überwindung eines Volkes ist nur möglich, wenn seine religiösen Führer es im Stich lassen und ausliefern. Am besten, indem diese selbst die Autonomie der Aufklärung verkünden, und das, was jeder Mensch von Klerus und Bischöfen braucht, als unwürdigen Akt der Unfreiheit denunzieren. (Dem VdZ ist ein relevanter Kleriker bekannt, der diese Forderung nach kirchlicher Autorität als "faschistoide Persönlichkeitsschwäche" bezeichnete.)
*Der VdZ hat sogar den Verdacht, daß sich hinter diesen Restriktionsmaßnahmen die bei Kindern oft zu beobachtende Haltung steht, den anderen "nicht mitspielen zu lassen", nötigenfalls durch Zerbrechen des eigenen Spielzeugs, wenn er sich nicht ausdrücklich dem eigenen Willen fügt. Als Erlebnis von Macht, die dem Kind sonst im Leben ja noch fehlt. Er glaubt nämlich, daß wir es bei enorm vielen Menschen, gerade unter denjenigen, die "oben" stehen, mit Menschen im Reifestadium von Kindern zu tun haben.
Teil 3) Ein Plan der Zerstörung eines unwürdigen Volkes
Denn
Hitler hat zu einem schreckenden Grad spätestens ab 1943, angesichts
der auch ihm längst klaren Niederlage, noch dazu angesichts der von den
Alliierten gefaßten Beschlüsse, auf keinen Fall mit Deutschland (nicht "nicht mit Hitler", sondern "nicht mit Deutschland"!)
Frieden zu schließen, sondern bis zu dessen bedingungsloser
Kapitulation zu kämpfen, mit nur diabolisch zu nennender psychischer
Gestimmtheit selbst die Zerstörung Deutschlands beschlossen. Auf diese
Gemütsverfassung kann und muß geschlossen werden, befaßt man sich mit
historischen Quellen. Jenes Volkes, das ihm nicht vollkommen
bedingungslos in den Sieg gefolgt ist, diesen also nicht verdient hat.
Einen
anderen Grund für die Niederlage konnte es für den Narzißten und
Fanatiker Hitler nicht geben. Erst hier kam auch der endgültige Vorsatz,
die Juden systematisch und restlos zu vernichten, zum Range eines
Ersatzzieles. Wenn das eine nicht möglich war, dann wenigstens das
andere. So zerstörte Hitler auch noch die Selbstsicherheit der Menschen,
die ihm gefolgt waren (und die er genau deshalb verachtete, wie jeder
Narzißt!), gewissermaßen "auf alle Zukunft", indem er sie mit einer
Schuld belastete, die offen vor den Augen der Welt da lag. Durch die
"Täter", die Werkzeuge der Macht, die Ausführenden.
Es
gibt bis heute in Deutschland (und Österreich, soweit nicht als
"deutsches Land" ohnehin im ersten Begriff enthalten) die Besonderheit,
daß die Schuldfrage sich auf die Ausführenden konzentriert, ist das dem
Leser schon aufgefallen? Man beachte einmal die Aufarbeitung von
(Kriegs-)Schuld in anderen Ländern, wo sie sehr klar auf Strukturen (es
ist der "Ort", der das Wesen vorgibt beziehungsweise zum Wesenskonflikt führt)
bezogen wird, nicht auf die Einzelnen. Nicht so in Deutschland.
Angesichts
dieser gewissermaßen beschlossenen Selbstzerstörung begannen die
Vorbereitungen für das Ende. Begann damit jene Vorzeichnung des
Schicksals, das dann nach 1945 die Alliierten über Deutschland verhängt
haben. Die völlige Vernichtung der biologischen Grundlagen stellte sich
im aufkommenden Kalten Krieg als strategischer Fehler heraus, man
brauchte ein Gefechtsfeld, man brauchte einen Puffer gegenüber dem
Kommunismus. Also schob man einerseits im Marshall-Plan Geld ins Land,
ermöglichte die Währungsreform, und versetzte das Land in die Lage, zu
konsumieren. Was aber physisch nicht gelingen konnte, und nicht sinnvoll
war, wurde auf seelischem Gebiet vollzogen.
Man wollte
die moralischen Grundlagen des Volkes zerstören, indem man es umerzog.
Kein Theaterstück, keine Zeitung, kein Film, nichts, das nicht der
Bewilligung der alliierten Kommission bedurfte. Dazu kamen eine Reihe
von Zeitungsgründungen, sämtlich mit amerikanischem Geld. Das Land
wurde mit neuartigen Illustrierten überschwemmt, die - wie Quick oder
Stern - die Sexualisierung des Alltags begannen. Ein Feldzug der Rache
von Juden, so muß man es bezeichnen. Denn die maßgeblichen Figuren in
dieser Zersetzungskampagne waren Juden.
Auch in der
Form von neuen "Theorien", wie sie Wilhelm Reich, ein gebürtiger
österreichischer Jude, in den USA entwickelten. Und über massiven
Einfluß auf die Universitäten (weil "belastet", wurden viele Lehrstellen
mit Juden besetzt, die "einzigen", die "politisch zuverlässig" waren)
die die sexuelle Entspannung, den Orgasmus, die Masturbation als
Fundament einer "gedeihlichen Persönlichkeitsentwicklung" - siehe sein
Buch "Der faschistische Charakter", die die Normalität zum
Verbrechen erklärte, weil sie unweigerlich zum Holocaust führt - sowie
die Zerstörung der väterlichen Autorität (Frankfurter Schule) als deren
Schutzwall verbreiteten. Schon in den 1960ern und 1970ern war die Jugend
Zielgruppe, und mit Schundblättern wie "Bravo" wurde nicht nur die
amerikanische Popkultur (an sich eine Unkultur der Entspannung und
Ungeformtheit) früh etabliert, sondern auch die Masturbation als ultimo
ratio eines erfüllten Lebens (in Kolumnen wie "Fragt Dr. Sommer")
propagiert. Jede Scham, jede Moral wurde so von unten heraus ausgehöhlt,
bis sie nicht mehr da war. Bis die deutschen Menschen diese neuen
Richtlinien der Weltanschauung tief verinnerlicht hatten.
Den
normalen deutschen Menschen ist wohl bis heute nicht bewußt, in welchem
Ausmaß er seit hundert und mehr Jahren der Zerstörung durch die Macht
ausgesetzt war und ist. Eine Charakteristik, die bis heute
vollumfänglich gültig ist. Deutschland, die deutschen Völker scheinen
wie die ausgelieferten Lämmer, die von jeder Macht über sie mißbraucht
und geschunden werden können. Deutschland gehört zu jenen Ländern, die
mit Anführern geschlagen sind, die in einer tiefen, unendlich tiefen
Kluft vom Volk getrennt dieses als Objekt der Willkür und psychicher
Perversion sehen und mißbrauchen.
E.
Michael Jones sieht das, und er sieht es völlig klar und befreiend.
Damit wäre er zu einer Art "Mahner" gerufen, und diese Rolle muß man ihm
sogar zuschreiben. Dankbar zuschreiben! Aber er irrt leider in einem
Punkt, nämlich der Einschätzung der social media und des Internet
als Instrument der Befreiung durch Gespräch. Diese Aufgabe KANN zwar
das Internet leisten, aber das geschieht nur in wenigen Fällen. In
vielen Fällen ist sogar gerade die erleuchtete Sicht, wie sie Jones
bieten kann, eine Gefahr. Weil sie die Illusion nähren kann, und das tut
sie in vielen Fällen, daß es ausreicht, sich Tag und Nacht mit dem
Globalnetz der Globalquatscherei zu verbinden. Anstatt hinauszugehen,
hinaus in die Welt, und alles zu vergessen, was soeben noch zu hören
war, und alles, wirklich alles auf diese Realwelt aufzubauen. Mit
höchstem Risiko.
Stattdessen
wird auch das Wahre, auf die Form des Internet heruntergebrochen, zu
einer "Information", die - Information muß im Grunde schon gekannt sein,
um zu erkennen, daß sie überhaupt Information und nicht nur
Datenrauschen ist - gesucht und gefunden wird. Um sich dann wie in einer
Echokammer, eingeschlossen in seinen Bunker, ständig, täglich,
stündlich die Bestätigung zu holen, daß man zu den Erleuchteten gehört,
die man am Bildschirm und in den Ohrhörern vor (und in Wahrheit: IN)
sich hat.
Daß
das Internet zunehmend zensiert wird, ist nicht der Beweis, daß die
Oligarchie sich davor fürchtet. Wenn sie das tut, so kann man sie nur
noch mehr bedauern, weil sie dieses Gespenst selbst nicht kennen und
sich vor einem Phantom fürchten. In Wahrheit muß der Oligarchie alles
daran gelegen sein, diese Verbunkerung der Menschen mit möglichst vielen
"Freiheitsgraden" auszustatten! Auf daß sie sogar glauben, daß wenn sie
im Internet Wahres "lesen", auch schon daran teilhaben, diese also Teil
von ihnen ist. Worauf es letztlich ja ankommt.
Erst
dann, mit diesen Freiheitsgraden ausgestattet, festigen die sozialen
Medien die Illusion des Einzelnen, des Vereinsamenden, des Vereinsamten,
sich in einem sozialen Umfeld, ja sogar im Umfeld der Wahrheit zu
befinden. Facebook oder Google-Youtube oder Twitter sind, wenn sie
beschränken, deshalb regelrecht "kindisch", unreif, lächerlich.* Sie
riskieren sogar etwas: Sie riskieren, daß die social media ein
Zurückstoßen in die wirkliche Wirklichkeit auslösen, das beim
Betroffenen, Zensierten ein neues Umarmen der Realität - übers Kreuz des
Erlittenen - bewirkt.
Da haben wir dann das, was Jones immer wieder "cunning of reason"
- List der Vernunft - nennt, in einer ebenso gefährlichen Gleichsetzung
von Hegel mit der göttlichen Vorsehung, in der Gott auch aus dem
Schlechten, Bösen, letzthinnig Gutes macht (siehe u. a. Goethes Faust
I). Die "rationality", auf die sich Jones bezieht, ist nicht Rationalität
aus sich heraus, wie ein Mechanismus, sondern ist erst dann Vernunft,
die auf dem logos beruht, wenn sie die Sprache hinter der Sprache, die Logik
hinter der Rationalität kennt. Und das ist eine Frage der
Kommunikation, der Beziehung zum logos selbst, der Jesus Christus ist.
Nur insofern kann "Rationalität" etwas bewirken, als sie auf diesen
logos verweist, der als Gegenüber, als Du, letztlich jedem Menschen
gegenübersteht. Aber selbst die stringenteste rationale Logik braucht
dieses Gegenüber, braucht eine persönliche Haltung und Entscheidung.
Und
die beschädigt die Bunkersituation, in der die Menschen leben, in die
sie sich zurückziehen. Es sind nicht zufällig dieselben Menschen und
Gruppen, die hinter den Restriktionen von "Haß-Sprache" (hate speech)
etc. stehen, die auch hinter der Pornographie und "sexuellen Befreiung"
stehen. Sie begeben sich hier in tiefe Widersprüche, und man kann die
kommenden Entwicklungen mit gewissem Amüsement beobachten. Das Böse hat
aber eben das unausweichliche Schicksal an seinen Widersprüchen - das
Böse, das Schlechte kann nie ein wirklich konsistentes Denken und
Handeln herstellen, das kann nur Erdung im logos, im von Gott der
Welt zugrunde gelegten, diesem evolvierenden Sinn - irgendwann zugrunde
zu gehen. ("Lügen haben kurze Beine" - es meint dasselbe. Irgendwann
widerspricht die Lüge sich selbst.)
Diese
Gruppen überschätzen deshalb auch um Dimensionen die Bedeutung des
Diskurses, soweit er im Internet stattfindet beziehungsweise sich dorthin
zurückgezogen hat. Wo sich nur Bunker gegenüberstehen, deren Welt in
einer Vorstellung von Welt endet. Kein Wunder, daß dieselben Gruppen
auch engstens mit konstruktivistischen Weltbildern geschlagen sind,
denen gemäß also es keine reale Welt gibt, sondern die Welt des Menschen
immer ein Konstrukt ist. Denn für sie ist es scheinbar tatsächlich so!
Aber sie rechnen eben nicht mit der wirklichen Wirklichkeit, die eine
ontologische Tatsache ist, der alles unterliegt, was ist.
Dennoch
kann man Jones nur zustimmen in seiner Analyse der Wirkung von
Pornographie. Weshalb auch seine Thesen sehr plausibel sind, daß die
Verbreitung von Pornographie eine Form der Verdeckten Kriegsführung ist.
Denn sie schwächt ein Volk und ein Land, zerbricht die sozialen
Bindungen durch Zurückwerfen der Menschen auf sich und die Lust, die sie
sich selbst geben können - in der Masturbation. Vor diesem Hintergrund
wird die Bunkerlandschaft der Hitlerzeit noch signifikanter als Symbol
der Zukunft.
Morgen Teil 3) Ein Plan der Zerstörung eines unwürdigen Volkes
Wer die Geschichte des Dritten Reiches
betrachtet, dem wird (wenn er es denn sehen will oder kann) auffallen,
daß sich seine Geschichte je länger es dauerte umso mehr in Bunker
zurückzog. Das ist kein Zufall, wie schon Paulo Virilio meinte, es ist
vielmehr symptomatisch für den Rückzug aus der Wirklichkeit, der dem
gesamten Regime von Anfang an als Schicksal auferlegt, gegen sein Ende
zu aber notwendig zu vollziehen wurde. Bunker, die - wie im Fall des
Führerbunkers in Berchtesgaden bis heute besichtigt werden können -
bestens aufmagaziniert und mit Fernmeldeeinrichtungen ausgestattet
waren, und eine Behandlung der Welt gestatteten, die alles auf
rationale, vorgestellte Abläufe reduzierte. Tiefe Einsamkeit, völlige
Depravierung von direkten, persönlichen Kontakten ist ihre Ursache. Der
Hitlerismus ist genau darauf angelegt, und gerade in seiner Berufung auf
Propaganda zeigt er ein prophetisches Bild der Zukunft.
Denn
wir steuern heute genau darauf zu. Auf die Situation, in der die
Menschen in ihren Bunkern leben (oft genug fast wörtlich: als Merkmal
einer Generation, die in den Kellern der Eltern, wie E. Michael Jones es
in diesem Gespräch über Irland auf die Spitze bringt) und nur noch über
social media und Internet mit der "Außenwelt" kommunizieren. Die in
Wahrheit eine Separatwelt ist, eine Zweitwirklichkeit, die selbst schon
jeden Kontakt mit der wirklichen Wirklichkeit verloren hat.
Wozu
sie ihre existentielle Situation auch befähigt. In der Form einer
Dotierung durch Eltern, die in der Regel sogar einer Versklavung der
Familienernährer gleichkommt, spezifische Förderungsmechanismen, auch
von nicht staatlicher Seite, und nicht zuletzt den Sozialstaat. Man muß
heute zu den meisten Ämtern nicht einmal mehr persönlich gehen, man kann
alle Amtsgänge über Internet erledigen, was als Fortschritt gefeiert
wird.*
Masturbation als Einbunkerung des Menschen
Wir
leben zunehmend in Bunkern, wie in den letzten Tagen des Dritten
Reiches. Das auch hier den modernen Menschen, die moderne Gesellschaft
vorwegnahm.
Aber
Jones weist noch auf etwas hin. Indem er an eine Aufklärungsbroschüre
anknüpft, die in Irland nun als für Schulen verpflichtend eingeführt
wurde. Zu der man sagen muß, daß sie den Menschen völlig verkennt. Und
wenn sogar dem VdZ das eine oder andere Mal (übrigens: wie der Kirche)
vorgeworfen wird, er sei zu sehr auf das Thema "Sexualität" fixiert, so
muß er dagegenhalten, daß das in der Intensität bei weitem nicht der
Realität gleichkommt. Diese übertrifft selbst die kühnsten
Vorstellungen, und das zeigt sich in der Sexualerziehung an den
Erziehungseinrichtungen der Gegenwart, nicht nur in Irland, auch in
Österreich und Deutschland.
Dieser
vom Staat verordnete systematische Mißbrauch schon der Kinder und
Jüngsten bringt nämlich eine extreme Fixierung auf Sexualität mit sich.
Er bindet die Menschen an Leidenschaften und Begierden, die sie zu
Sklaven ihrer eigenen "Bedürfnisse" machen, denen auch tatsächlich die
leitende Kraft (siehe Liberalismus, Evolutionismus, die gesamte heutige
materialistische Anthropologie) in ihrem Leben überantwortet wird, ja
werden muß. Denn diese Programme, die den schlimmsten
Umerziehungsprogrammen der Geschichte gleichkommen, sind längst
verpflichtend.
Die
Folgen sind vor allem im Sozialverhalten der Menschen erkennbar. Und
hier sind sie auch heute schon deutlich sichtbar. Und zwar wie im
Dritten Reich - durch Verbunkerung der Existenz. Die Menschen werden
immer unfähiger, noch reale zwischenmenschliche Begegnungen
aufrechtzuhalten. Jede Frucht, die aus dieser realen Begegnung erwachsen
könnte, wird "selbst" (scheinbar) hervorrufbar. Und sie tut es in
diesem Fall durch die Anleitung zur Masturbation als "natürliches
Sexualverhalten", das in den Augen vieler sogar zu einer "gesunden
Persönlichkeitsentwicklung" dazugehört.
Aber
die Masturbation (noch dazu gestützt von Pornographie, die heute jedem
mit einem Handy zugängig ist, in den meisten Fällen damit auch schon
Kindern) vereinsamt. Es wirkt gerade beim Heranwachsenden katastrophal,
weil es bereits im Entstehen von Haltungen prägend wirkt. So wie es
jedes Sexualverhalten tut, das nicht auf das Insgesamt des Menschen als
Vernunftwesen - und alles ist und will so sein, wie seine höchste
Möglichkeit es zeigt - ausgerichtet ist. Und bewirkt nicht, wie es eine
gesunde Persönlichkeitsentwicklung (die gerade in der Pubertät,
konfrontiert von einem erst in die Vernunft, in die Persönlichkeit zu
integrierenden physischen Angetriebensein, das nach Form, nach
Informierung lechzt), die Offenheit zu sozialen Kontakten, sondern eine
Einbunkerung des Menschen. Diese Bunkerwelt wird für ihn sogar zur
ausreichenden sozialen Welt, "bereichert" noch durch Videospiele, die
immer "realitätsnäher" werden, und das, was jeden Jugendlichen
auszeichnet - Abenteuerlust, Entdeckungsfreude - auf Schein- und
Ersatzwelten lenkt.
Das
Bild, das unsere ehemalige "Kultur" (die uns nur noch wie Kulissen, wie
ein Ruinenfeld umgibt) bietet, könnte nicht erschütternder sein. Es
sind Bunkerräume, dicht abgeschottet, mit installierten Kameras, in
denen jene, die diese Bunkerwelten bauten, mit verführerischen Lockkäsen
und Genußvorräten ausstatteten (die Bunker in Berchtesgadens Berghof
hatten riesige Vorräte an Champagner und sonstigen Luxuslebensmitteln
gelagert), und nun beherrschen, haben jede lästige Menschheit von sich
ferngehalten. Und bedienen sie wie Rattenverliese, die sie bis zum
letzten Blutstropfen ausbeuten, um sie dann achtlos wegzuwerfen. Dazu
haben sie ganze Geographien der Bunkerlandschaft konstruiert.
Morgen Teil 2) Aber Jones irrt leider
*Die Querverbindungen zu den immer wieder auftauchenden Fällen von Menschen, die eine auf die eine oder andere Weise durchgezogene Isolation durch Rückzug in Keller/Bunker, kann der Leser gewiß aus eigener Überlegung herstellen. Man muß kein Prophet sein um vorherzusagen, daß diese Fälle immer häufiger auftreten beziehungsweise ans Tageslicht kommen werden. Wobei es keine buchstäblichen Bunker sei müssen, die Wohnungszellen selbst, in die wir zunehmend eingeschlossen sind, sind längst dieser Funktion gewidmet. Die Wohnung, das Heim wird heute nicht mehr zur Burg, die im Grunde ein Kommunikationsort mit dem unbekannten, unberechenbaren Außen war, sondern zum Bunker.
All Ihr Homosexuellen, all ihr ständig auf der Suche nach sexueller Tobsuchtserfüllung Seienden, all ihr Verhütungsfetischisten und Abtreibungsirren weil Konsequenzen Vertuschenden, all Ihr sexuell "Befreiten" - HÖRT ENDLICH AUF, EUREN IRRWITZ AUF DIE ALLGEMEINHEIT AUSZUDEHNEN. Hört endlich auf, Euren Irrtum, Euer tiefes Unglück, von dem Ihr so genau wisst, allen anderen Mitmenschen gleichfalls aufdrücken zu wollen. Hört endlich auf, alle übrigen Menschen in Euer Desaster mitreißen zu wollen!
Das ist die Botschaft "in a nutshell", in einer Nußschale, die dieses Gespräch von E. Michael Jones über die Situation in Irland zusammenfaßt. Das was sich in Irland seit fünfzehn Jahren etwa abspielt aus einem Grundschema des social engineering, der Machination an Gesellschaften, erklärt, wie sie in den USA bereits gelaufen ist, und wie sie im besiegten, machtlosen, traumatisierten Deutschland nach 1945 exemplarisch abgelaufen ist. Und wie wir sie heute exemplarisch in unseren Ländern erleben. Der Plan ist aufgegangen, der Plan hat Erfolg gehabt. Die deutschen Völker sind ihrer Identität beraubt, und durch Pseudo-Identitäten wehr- und inhaltlos gemacht. Nur noch subjektive Lust, nur noch Laster, nur noch Getriebenheit bestimmt uns seither.
Dabei hat das, was in Deutschland nach 1945 passiert ist, ein perfektes Vorbild in Vorgängen in Irland, hundert Jahre zuvor, in der sogenannten "Kartoffel-Hungersnot", der "potatoe famine". Der die englische Lügen-Geschichtsschreibung bis heute dem Blödsinn der Iren zuschreibt, die angeblich nur Kartoffel angebaut hätten und dann vor dem Nichts standen und verhungerten. Blöd gelaufen, was?
Es war eine Hungersnot, die natürlich keineswegs der Kartoffelfäule allein zuzuschreiben ist (die ganz Europa durch eine Reihe von harten Wintern und naß-kalten Sommern getroffen hatte), sondern dem Umstand, daß englische Gesetze die Eigentumsbedingungen der Grundherren verschärft und die halbe englische Armee nach Irland gesandt hatte, um - während fünf Millionen Iren, die Hälfte der damaligen Bevölkerung, auf Strich und Beistrich verhungerten! - den Export der sonst von Irland reichlich produzierten Lebensmittel zu sichern. Damit wurde diese Kartoffelkrankheit tatsächlich zum Genozid. England ist ein Land, das in all den Jahrhunderten auf dem Blut von Mördern aufgebaut wurde. Gut, daß es sich aus Europa verabschiedet, wenn das denn ginge. Der Kontinent wird auf ewig an diesen Verbrechern mittragen, das ist die Wahrheit.
Aber haben die englisch-protestantischen Landherren das einfach aus Bosheit gemacht? Mitnichten. Sie waren vielmehr allesamt schwer bei jüdischen Banken in London verschuldet. Und standen unter der Last des Zinses und der bei Nicht-Bezahlung drohenden Enteignung. Selbst Thomas Mann beschreibt in Die Buddenbrooks die fatalen Folgen des Umstands, daß die Sitte des "Verkaufs am Halm" beziehungsweise die "Belehnung am Halm" die Landwirtschaft ruiniert weil zum Opfer der Spekulation macht. Kreditzins ist der Anfang vom Ende einer Kultur und damit jeder Stufe von Gesellschaft.
Es gab nur einen Hauptfeind dieses "Interesses" (am Zins, engl. "interest"), in Irland, in den USA, in Deutschland, weltweit, zu allen Zeiten - und das war der Katholizismus. Der aus seiner Lehre heraus, aus seiner von Gott selbst illuminierten Sicht der Welt heraus, alles im Konkreten und Realen ansetzt. Und das sind auch Völker, das sind reale Beziehungen, das sind natürliche soziale Umfelder, das sind Ethnien. Und das ist die Sichtweise, was alleine Wert schaffen kann. Und was sonst davon ungerecht profitiert.
Es gibt nur einen Weg, das Böse, die Seinsschwäche, das Nichts zu überwinden, und das ist die Gnade. Die Gnade, das vom Transzendenten, von Gott, rein aus Liebe, ungeschuldet, uns Zukommende, die die Katholische Kirche real bedeutet. Wer immer sich von der Kirche entfernt, reißt sich deshalb selbst in den Abgrund. Das zeigt sich in England, das zeigt sich überall in der Welt und in der Geschichte.
Der Weg der Zerstörung von Kulturen und Völkern ist überall derselbe. Er ist die Verwandlung eines Landes, eines Volkes, eines Staates in eine "Gay Disco", in eine Schwulendiskothek, in einen Sündenpfuhl, in den möglichst viele Menschen hineingezogen werden, die dann jedes Interesse haben, daß ihre Schuld als Seinsvergessenheit und -nichtung verborgen bleibt. Während das Laster die sichere Gewähr ist, daß sich die Vernunft verdunkelt. Der Mensch muß nunmehr falsch urteilen. Genau das spielt sich in Irland ab.
Der irischen "Kartoffelfäule", wie es im Deutschen beschönigend heißt, war eine totale Überschuldung des gesamten englischen Adels durch die Fehlspekulationen in Zusammenhang mit Napoleon und den Kriegen bis 1815 vorausgegangen. Nur eine Familie war aus diesen Verwicklungen mit unglaublichen Gewinnen ausgestiegen - die Rothschilds. Mit dem Geld der Könige von Hessen-Kassel. Und nun konnten sie den enormen Bedarf nach Krediten in England erfüllen. Damit bekamen sie die englische Politik, die Politik des größten Imperiums, das die Welt je gesehen hatte, in ihre Hand. Die Geschichte der Familie Churchill (schwer überschuldet, mit einer Lebensweise, die immer über ihre Verhältnisse ging) sei hier nur noch als zartes Beleg erwähnt.
Aber wir haben keine reale, weltliche Macht, dieses Verhängnis, das sich auch über Irland zu erstrecken begonnen hat, abzuwehren. Außer eine: Auf die Knie zu gehen und Gott zu bitten, daß er die Gnade schicke, diese Zernichtung Irlands zu verhindern. Die daraus erfolgt ist, daß die Iren verführt wurden zu glauben, alles sei möglich, nur aus eigenem Willen. Ein schwerer, folgenreicher Irrtum. Nur die Rückkehr zur Kirche, nur das Gebet kann Irland noch retten.
Aktueller Hinweis: Nachdem immer wieder sämtliche Videos von E.
Michael Jones auf Yotube gesperrt wurden, bringen wir den Link zu seiner
Webseite CultureWars.com, wo sämtliche Videos abrufbar sind.
Es gibt nicht mehr bei allen Völkern Europas so etwas wie ein Proprium, ein Eigenes. In Ungarn sicher, der VdZ erlebt es seit über einem Jahrzehnt. Und in Irland scheinbar ebenfalls. Das zeigt dieses Video. Es ist so etwas wie ein Drang, das von anderen Kulturen und Völkern Aufgenommene selbst, eigen zu interpretieren. Den eigenen Filter nicht zu ignorieren, sondern ihn zum Wesentlichen zu machen. Ist das nicht eigentlich Kultur?
Nicht total zu übernehmen, was andere vorgeben, sondern nichts zuzulassen, daß nicht wenigstens irgendwie durch den eigenen Filter gelaufen ist, und somit zu etwas Angeeignetem, und damit zu etwas Schöpferischem weil Eigenem wird?
Die wohl köstlichste Szene aus dem köstlichen Film "Lang lebe Ned Devine", diesem entzückenden irischen Film, der nur zu empfehlen ist. Eine Dorfgemeinschaft versucht, den Lottogewinn eines ihrer bei der Nachricht von seinem Glück vor Schock gestorbenen Mitbürgers für sich zu retten. Denn Ned Devine hätte das natürlich auch gewollt und bewirkt. Hier geht es darum, dem "Ersatz-Ned-Devine" ein wenig Zeit zu verschaffen, Ned Devine vor dem Angestellten der Lotto-Gesellschaft darzustellen.
Jedes Volk hat auch seinen für die gesamte Menschheit gültigen Weg der Freiheit und Freude. Als Umgang, als Sieg über die Niedrigkeit der gefallenen Welt. Nehmen wir so die Iren gerne als unsere wirklichen Freunde an. Im "Another Irisch Drinking Song", wieder mit den "Da Vinci`s Notebook". Hatten wir schon? Egal, schadet nicht es wieder hervorzuholen. Alles läuft schief? Ach was, mach es wie die Iren. Sauf Dir einen an. Vorschlag. So nebenbei - ohne Alkohol ... keine Kultur. Kultur wäre ohne ihn eine grenzenlose Überforderung. Alkohol befeuert, gibt Kräfte, die sonst im trüben Weltgewühle ungeweckt blieben, und wird so zum Treibsatz jeder Kultur. Es gibt keine Kultur ohne Alkohol, werte Muslime, das so nebenbei.
Puritaner sind kulturelle Kastraten. Nur Puritaner werden zu Alkoholikern. Alkoholiker sind nie zum Leben erwachte, jeder Selbsterkenntnis abholde Puritaner. Und so weiter. Der Gin der Engländer wurde erst ab dem Moment wichtig, als man dem Volk die Kultur, das Leben nahm. Ab da wußten die Oligarchen auch, daß er billig und leicht verfügbar sein mußte. Das ist einer der wahren Hintergründe hinter dem Genozid an den Iren (fünf Millionen willkürlich herbeigeführte Tote!) Mitte des 19. Jahrhunderts.
Wer Iren kennt weiß, daß in ihnen diese Geschichte lebendig ist, und noch heute überall mitschwingt. Die Landschaft, lange Jahrtausende das absolute Ende der bekannten Welt, oder die irische Musik, oder der Tanz, in diesem Schwanken zwischen lebensbejahender, ausgelassener Ekstase und verinnerlichter Trauer, trägt diese Grundstimmung regelrecht als ewiges Signum der Heiligen Bestimmung.
Der VdZ war tief erschüttert, als er vor einigen Jahren im County Sligo vor dem "Berg" Knocknarea stand. Auf dem Maeve, die legendäre Königin dieses uralten Volkes, der Überlieferung nach unter einem 40.000-Tonnen-Steinhaufen begraben liegt. Der mit 3000 v. Chr. datiert wird. Hier soll sie, der Überlieferung nach, mit voller Rüstung, gegen ihren Feind in Ulster gerichtet, gen Norden, begraben sein. Bis heute hat es niemand gewagt, ihre Grabesruhe zu stören. Der Berg ist den Iren heilig. Die Überlieferung ist den Iren heilig. Den Iren jedenfalls, die noch Iren sind. Und nicht verblödete weil ihrer selbst beraubte Wohlstandssklaven.
Es ist bis heute das einzige Mal, daß der VdZ sich - irrational, gewiß - mit einer "Königin", die mehr ist als die Frau und Statthalterin des Königs, anfreunden konnte. Erklären könnte er es freilich bis heute nicht. Aber der Raum, in dem er sich fand, war zu beeindruckend. Oder war es nur ein Liebesdenkmal des Königs, wie das Taj Mahal? Heute weiß er, daß sich ein anderes Ahnen in diese Ergriffenheit mischte, die er am Fuße des Hügels (für die Iren mit 350 Metern Höhe freilich der höchste "Berg" im Norden) empfand. Ob diese Legende, die wie immer die Selbstdefinition des Heute-Seins ist, den Iren nicht furchtbar geschadet weil etwas Weltuntaugliches etabliert haben könnte.
Das empfand er noch deutlicher, als er vor dem nicht weit davon entfernt befindlichen Grabmal von Yeats stand. Das ihn so wegfegte, daß der Bus des ungarischen Chores, mit dem er dort war (um den Hauptpreis in einem internationalen Gesangswettbewerb in der Kategorie "Geistliche Musik" zu ersingen), zehn Minuten warten mußte, weil der VdZ nicht auffindbar war. Er war vor dem von einer beeindruckenden Skulptur bezeichneten Grabmal von Yeats zusammengesunken.
Der ganze Berg aber - eine Grabstätte. Das ist Kultur. Denn das ist Gestaltung weil Ordnung der Welt. (Umweltverschmutzung hat der VdZ in Irland nie festgestellt.) Es ist bis heute nicht zu klären, ob die Iren überhaupt jemals "eingewandert" sind, sondern es deutet viel mehr darauf hin, daß sie "schon immer" auf der Insel waren. Auch die Mythen sagen es. Und viele reale, archäologische Indizien sprechen dafür. Wie immer man das mit unserem heutigen verwirrten Geist erklären (oder nicht) möge. Der in seinem stinkprimitiven Evolutionismus den Menschen zum reinen Pruntzprodukt macht, ihn seiner göttlichen Abkunft völlig entkleidet, um ihn dann auch entsprechend auszubeuten, anzuspucken, vergewaltigen zu können. Denn der Evolutionismus ist ein verabscheuenswürdiges Ausscheideergebnis einer verabscheuenswürdigen Haltung des Bösen, des technizistischen Kapitalismus, dieser Aftergeburt der okkulten Alchemie.
Diese Fundierung macht die Iren zu einem bevorzugten Haßobjekt der Oligarchen. Und leider haben die Iren, ihres Volkskönigtums beraubt, ihrer intellektuellen Größe in ihrer Sprache beraubt, nicht die geistige Substanz, um dem substantiell zu wehren. Die gräßliche Volksabstimmung zur Abtreibung 2017 war da ein erschütternder Beweis, wie Geld und unverdientes Fressen die Menschen weil ihre Kultur zerstört.
Und deshalb werden vor allem die irischen Freiheitsbewegungen, allen voran die IRA, etwas dagegen haben. Die all das noch ahnen, wenigstens. Daran festhalten, wenigstens, auch wenn sie es nicht mehr verstehen. Für deren manche Splittergruppen die Karfreitagsvereinbarungen von 1998, die die Sinn Fein stellvertretend ausgehandelt hatte, ohnehin viel zu weit gegangen waren. Die noch dazu in ihren Augen die Teilung der Insel zementiert, und das eigentliche Problem nicht gelöst, sondern noch weiter verkompliziert hat. Die Bewegung Saoradh (sprich: "Siruuh") spricht bei dem Abkommen überhaupt von "dem großen Betrug."
Sie haben wohl alle auch nicht ganz unrecht.* Mit einer lustigen Komponente dabei. Die Terror-Manie, die seit 9/11 die Welt beherrscht, macht die IRA und sämtliche Gruppen ähnlicher Intentionen zu bloßem "Terror". Noch heute übrigens schätzt man den aktiven Kern der IRA auf mehrere hundert Mann ein.
Und wen sollte das wundern, außer die gezielt verblödeten Mitteleuropäer? Nicht einmal die vordergründigen Argumente der Sinn Fein, dem Abkommen durch Kompromisse zuzustimmen, weil die Vorteile den Preis der Selbstaufgabe aufwögen - Aufblühen der Wirtschaft, Steigerung des Wohlstands, Verringerung der Arbeitslosigkeit in Nordirland ... - haben sich verwirklicht. Und dieses Lied kennen wir doch alle, oder nicht, werter Leser? Jedenfalls ist derzeit ein enormer Ernüchterungsprozeß im Gange. Die irischen Gruppen wie die IRA haben erkannt, daß die Scheineinigung innerhalb der EU das eigentliche Anliegen keinen Schritt weitergebracht, ja sogar hintertrieben hat.
Als der VdZ 2015 das vorerst letzte Mal in Nordwestirland (nicht in Nord-Irland!) war, war er jedenfalls von der resignativen Stimmung dort eigenartig berührt. Das hat nichts mit der sowieso bekannten und so gebliebenen melancholischen Kultivierung der historischen Niederlagen der Iren zu tun, die er von früher kannte, und von denen die meisten ihrer Lieder erzählen. Das war echte, psychische Depression.
Was den Iren fehlt, woran sie nicht glauben? Sie möchten Gerechtigkeit! Nicht eine Schein-Kalmierung nach dem Motto "Na sind wir halt alle wieder gut!" Was England Irland angetan hat, über fünfhundert Jahre, ist nicht mit ein bißchen Friedensgetue zu erledigen. Während die gewinnbringenden englischen Großunternehmen in Belfast weiterdampfen, dank der niedrigeren Löhne in Irland. Nur zu Illustration: Von 1996 bis 1998 waren insgesamt 300.000 britische Soldaten in Nordirland eingesetzt.
Nicht viel weniger als zur angeblichen "Kartoffelbleiche" 1845-52, der fünf Millionen Iren zum Opfer fielen, die Hälfte der damaligen Bevölkerung. Denn Katholiken vermehren sich eben "wie die Karnickel" (was für ein derzeitiger Papst ... es wird auch einem Katholiken nur noch schlecht) und waren protestantischen Gesellschaften (wie in den USA) eine demographische Gefahr. Wo das Londoner Parlament (unter Zustimmung des per materieller Wohlversorgung und Titelüberschüttung gekauften irischen Episkopats) den Beschluß faßte, daß das Eigentumsrecht der britischen Landlords und Investoren über das Versorgungsrecht der Iren zu stellen sei. Sodaß das Militär ausgeschickt wurde, um die in Irland dringend benötigen Lebensmittel außer Landes zu schiffen, weil sie ja "den Landlords" gehörten. Gin in London war wichtiger - und vor allem einträchtiger - als Nahrung für Iren. Warum? Weil die britischen Landlords in Irland, eingesetzt von London, so verschuldet waren, daß sie ihre Ernten im Voraus belehnt hatten. Bei Bankhäusern der Londoner City. Fast generell Juden.
Der Film erzählt sowieso mehr dazu als wohl beabsichtigt war. Da rumort es in aller Tiefe. In aller historisch bedingten Tiefe. Der Bericht zeigt fast unfreiwillig, wie fragil, ja wie faul der Friede in Irland ist und war. Die Reportage endet mit einer eindrücklichen Momentaufnahme aus den Straßen von Belfast. Während der Reporter in einem Pub mit den Britisch-Iren sprach, ist direkt gegenüber die Polizei mit einer Spezialeinheit für Bombenentschärfung aufmarschiert.
Auflösung der gewachsenen Identität war eben nie ein Friedenskonzept. Sie ist ein reines Herrschaftskonzept.
*Die für das Karfreitagabkommen Verantwortlichen sprechen von "notwendigen Kompromissen". Der VdZ meint, daß es kaum ein unsinnigeres Gequatsche gibt als die Rede davon, daß Demokratie eben "lehre" oder "bedeute" zu "begreifen", daß man Kompromisse machen müsse. Kompromisse sind nur möglich, wenn die Grundlagen dieselben sind, also eine Grundeinheit bereits besteht! Unvereinbare Positionen lassen sich niemals mit "Kompromissen" einen. Wer so redet, hat zum einen noch nie begriffen, was Verantwortung bedeutet (deshalb sollte man Leute, die so reden, meiden wie die Pest), oder er hat zum anderen böse Absichten. Dann sollte man ihn erst recht meiden. Wenn es so ist, wie manche meinen, daß Demokratie die "Kunst der Kompromisse" sei, dann dürfte man sie nicht einmal annähernd als Staatsform erwägen. Dann wäre sie in sich bereits Sünde. Die meisten der heutigen echten Mißstände führen sich auf diese lächerliche, strunzdumme Interpretation zurück, übrigens. Wer sich dann sogar noch Christ oder Katholik nennt, ist ein verabscheuungswürdiger Lügner. Oder für jede höhere Position ungeeignet.
Man muß es als seltsam und Treppenwitz der Geschichte sehen, daß ausgerechnet Nordirland 2016 mit 56 Prozent gegen den Brexit stimmte. Denn damit stellten sich sogar die mehrheitlich protestantischen Briten, die dort seit etwa zwei-, dreihundert Jahren leben, gegen jenes Mutterland, das ihnen ihre kulturelle Identität gibt, aber mit insgesamt 52 Prozent für einen Austritt aus der EU stimmte.
Dieser Bericht aus dem heutigen Nordirland (Dezember 2018) belegt einiges von dem, was in den letzten Tagen hier zu lesen stand: Da stehen sich zwei unterschiedliche Kulturen, zwei Identitäten gegenüber. Die britischen Protestanten und die irischen Katholiken. Und im Bericht sieht man auch, wie ein "friedliches" Miteinander dieser unterschiedlichen Kulturen unter einer Regierung möglich war - durch Mauern (wie in Belfast zu sehen), durch Segregation also.
Beide Gruppen stehen sich nach wie vor sehr identitär gesinnt gegenüber, und beide Gruppen sind nach wie vor bereit, für ihre Identitäten und Zugehörigkeiten - England/Irland - zu kämpfen. Die Jahre seit 1998, dem berühmten "Karfreitagsfrieden", waren zwar ruhig verlaufen, die Anschläge und Blutbäder endeten. Aber für die Iren entstand etwas wie eine Illusion, ein Lebensgefühl, daß Irland wieder "vereint" sei. Wenn nicht auf dem Papier, so doch durch die alltägliche Lebensweise. Denn die Grenzen verschwanden ebenso wie die zuvor als Okkupation empfundene britische Armee aus dem Bewußtsein. Außerdem sind die Währungen mehr oder weniger ineinander verschwommen, Euro (Irland) und Pfund (England) waren parallele Zahlungsmittel in Nordirland gewesen.
Wenn auch das Selbstbewußtsein - Iren als Teil einer einigen irischen Republik - nie verschwand, eher sogar gestärkt wurde. Wirklich von "Frieden" zu sprechen ist also verfehlt. Die beiden Gruppen blieben einander fremd, ja feindlich, und getrennt. Und speziell manche irische Gebiete sind für die nordirische Polizei (= britische Okkupationsmacht für überzeugte Iren) sogar No-Go-Areas geblieben, denen man lieber fern bleibt, zumindest um nicht zu provozieren.
Vielfach hat sich deshalb eine Paralleljustiz aufgebaut, in der verschiedenste Gruppen ein Rechtsgefühl durchsetzten, wie es auch irischen Bevölkerungsteilen entspricht, die englische Gesetze nie akzeptierten. Weil die Autoritäten ihrer Ansicht nach illegitim sind und britischer Okkupation entspringen. So entsteht ein Rechtsvakuum, und das füllen diese paramilitärischen Gruppen aus. Die "anti-soziales Verhalten" (also Kriminalität) ahnden.*
Daneben kommt ein weiterer Aspekt zum Tragen, der meist zu wenig beachtet wird. Daß nämlich speziell die IRA ihren Kampf gegen England auch immer als Kampf gegen die Moderne ansah. Und das heißt - gegen den englischen Kapitalismus, in dessen Folge sich die traditionellen sozialen Gefüge auflösen (wie bei uns). Mit allen negativen Folgen, wie wir sie kennen, nicht zuletzt dem Drogenmißbrauch und Drogenhandel. Wobei die Gerüchte nicht verstummen wollen, daß sich diese paramilitärischen "Ordnungskräfte" selbst mit Drogenhandel finanzieren. Aber das könnten auch gezielte Verleumdungen sein.
Es geht und ging seit je also auch um einen Kulturkampf, und beide Seiten wissen das und sehen es so. Sowohl die Iren wie die britischen Nordiren sind jederzeit bereit, für ihre Zugehörigkeit zu Irland/England zu kämpfen. Alle sagen, daß Irland und das britische Nordirland zwei verschiedene Länder weil Kulturen sind. Das ist mehr als ein Gefühl. Auch die Nordiren bestätigten somit: Gelöst wurde das Nordirlandproblem nie. Alle Risse wurden nur oberflächlich zugeschmiert, in der irrationalen Hoffnung, die Zeit und der Sozialstaat (sic!), an den sich vor allem die Nordiren so gerne gewöhnt haben, also Brot und Spiele, würden schon alle Identitäten auswaschen. Das haben sie ja immer getan.
Nun, mit dem Brexit, müßten aber die alten Grenzen zu Irland wieder aufgerichtet werden. England "kann" nicht anders handeln, es hätte sonst seine Hintertür weit offen, und darüber würde jeder Eigenkurs ins Schlingern gebracht. Außer es würde sein historisches Unrecht - die Okkupation von Irland, die Besiedelung mit protestantischen Briten - eingestehen und zumindest die Okkupation rückgängig machen. Um dann, zum Beispiel, mit der gesamtirischen Regierung ein Abkommen aushandeln, das den britischen Nordiren Autonomie (etwa wie in Südtirol) zugesteht. Sie auszusiedeln würde hingegen nur neues Unrecht bedeuten. Werden die Briten das aber machen? Sicher nicht. Werden die britischen Nordiren das zulassen? Sicher nicht.
Also müssen Grenzen errichtet werden. Und da werden die Iren etwas dagegen haben, denn eine "harte" Grenze durchfurchte lange genug ihr Land und teilte (oft grotesk: es gibt z. B. einen Grenzabschnitt, wo man innerhalb von sechs Meilen auf derselben Straße fünfmal die Grenze wechseln mußte) ihr Volk.
Die Iren haben über so viele Jahrhunderte genug unter der oft unglaublich brutalen britischen Herrschaft gelitten, in der das Land bis aufs Blut - wörtlich - ausgesaugt wurde. Und wo dem Londoner Parlament oft genug der Spruch auskam, daß es nur darum gehe, diese irischen Bastarde auszulöschen. Aber auch wir Mittelländler sollten nicht vergessen, daß dieser Kampf gegen dieses Volk vor allem ein Kampf gegen den Katholizismus, gegen die metaphysische Substanz einer Gemeinschaft von Menschen war und ist. Dem Resteuropa im Grunde alles - alles! - zu verdanken hat. Denn es waren die Iren (neben den Schotten), die Europa nach der Völkerwanderung bis nach Polen und Ungarn remissioniert und damit - damit! - wieder aufgebaut haben. Und der VdZ ist sogar ein Anhänger jener Theorien, die sagen, daß der Höhepunkt dieser Kultur, die Gotik, das Aufblühen dieses irischen Geistes und seines Formgefühls war.
Morgen Teil 2)
*Das weist auf etwas ganz Wichtiges hin. Nämlich darauf, daß jedes Volk, jede Kultur auch die ihr gemäße Justiz (und Exekutive) unbedingt braucht. Somit sollte man noch einmal gründlich darüber nachdenken, was es bedeutet, daß in unseren Ländern Paralleljustizsysteme durch und in Migrantenkreisen auftritt. Die Art, wie das (auch oder gerade von der sogenannten "Rechten", aber noch mehr natürlich von dem unsäglichen Establishment, das uns bestimmt) skandalisiert und abgelehnt oder als Beispiel für verfehlte Migrationspolitik gewertet wird, hat etwas ziemlich Geistloses, ja Verblödetes. Paralleljustiz gibt es überall, auch in Irland. Na warum wohl? Wie entsteht so etwas wohl?
Das Problem reicht sogar hinein bis in die medial so hervorgestrichenen Gewaltausbrüche gegen Frauen. Wenn das Rechtssystem nicht mehr dem individuellen Rechtsempfinden entspricht, was macht ein Mensch mit Verantwortung dann? Na? Und ist damit ER schuld? Oder hat das nicht ganz andere Implikationen? Und wer ist dann "schuld"? Trottelgesocks, mit dem wir es heute zu tun haben, leere Quatscher, überall.
Der VdZ zögert nicht länger um so manche angeblich wunderbare Volksbewegung - wie die, beim Mord an einem Mädchen in Wiener Neustadt nach schärferen Gesetzen zu schreien - als Greinen luftig-verwöhnter Kindleins einzuschätzen, die den Ernst des Lebens nur nach Kriterien des Internetpornokonsums einschätzen. Lauter irrelevante Hysteriker und Träumer, überall und allerorten. Ihr Lufthammer trifft einen Luftnagel. Zu hart? Nein. Denn gerade oft das aufgebrachteste auftretende "politische Engagement" ist direkt mit dem zu vergleichen, was im Internetpornokonsum passiert. Leer. Wertlos. Wirklichkeitsfern.
Jawohl, Herr Sellner, damit sind (auch) Sie gemeint. Der VdZ hat Sie eine Zeit mit gewisser väterlicher, fast nostalgischer Sympathie begleitet. Aber immer mehr stellt er fest, daß sich in Ihrem politischen Wirken (das sich auf reine Virtualität beschränkt, ohne die alles überhaupt in Nichts aufginge) alles nur noch nach Kriterien der Ablaufoptimierung vollzieht. Aber auf welcher Basis!? Von ein bißchen Heidegger-Lektüre? Kein Wunder, daß Sie der Wirklichkeit immer ferner werden. Sehen Sie das nicht alleine an der Verfehltheit ihrer Prognosen, alleine im vergangenen Jahr? Mehr als Teenager-Gekreische ist das nicht. Wäre der VdZ (der Sie kennt, da haben Sie noch nicht einmal die Tischplatte mit ihrem Scheitel erreicht) Ihr Vater, würde er sie zuerst einmal gehörig abwatschen. Und vier Tage in den Karzer sperren. Dann wird man weitersehen. Von einem über 30jährigen würde er mehr erwarten als ewige Konservierung der Pubertät.
Auch wenn wir uns an den Gedanken erst gewöhnen müssen - wir sollten es tun. Sklaverei ist keineswegs nur eine Geschichte des Westens gegenüber Afrikanern, sondern auch eine Geschichte der europäischen Völker. Es ist zudem eine generelle Geschichte der Menschheit, und es ist darin nicht nur eine Geschichte der Unmenschlichkeit, sondern darüber hinaus wesentlicher Teil der Geschichte des Kapitalismus, wie er seit dem späten Mittelalter bzw. in der Neuzeit entstanden war.
In der es eine Tatsache bleibt, daß Amerika - weit humaner, weit christlicher motiviert, als heute erzählt - für die allermeisten Schwarzen, die als Sklaven dort ankamen, bessere Lebensbedingungen bedeuteten, als sie sie in Afrika hatten. Vor allem aber bot es vielen neue Chancen, und die Beispiele dafür sind keineswegs Ausnahmen. Und es wäre sehr sinnvoll, diesen Aspekt wieder stärker in den Vordergrund zu stellen. Die Horrorgeschichten, die unser Geschichtsbild verfälschen, betrafen höchstens ein Prozent der Sklavenhalter, und diese waren von der Allgemeinheit auch in den Südstaaten nicht gerade hoch geschätzt. Damit aber vertieft sich auch die oben dargestellte Demotivation der Schwarzen, die Glück von anderen erwarten, als es selbst in die Hand zu nehmen, weil sie ja Sklavendummies sind und damit Opfer. So nebenbei: Schweine gibt es überall und immer.
Statt all dieser Fakten stehen wir aber einem völlig verfälschten Schuldbild gegenüber, das "den Weißen" in tiefe Scheiße taucht. Wer hat das gemacht? Als erstes fällt einem da Hollywood ein, und das ist wohl auch der Haupttäter.
Wenn auch ein Schuß fast nach hinten losging. Denn was Steven Spielberg in "Amistad" in einem der bekanntesten Filme in dieser Reihe, die die Bosheit der Weißen gegenüber Schwarzen zeigen sollte, auf die Leinwand brachte, muß man in diesem Rahmen sogar als Ehrenfeder am Hut der europäisch-stämmigen Amerikaner werten. Auch wenn sonst Hollywood ein ganz anderes Bild verbreitet und damit verbreiten wollte. Wohl nicht ohne jenen Grund, der das von Juden gegründete und nach wie vor beherrschte Hollywood (siehe die Monographie von Jean Gebser, selber auch ein Jude) seit seiner Gründung in einem bestimmten Licht sehen läßt. Als Kampf gegen und in einer Mehrheitsgesellschaft, in der man wie eine Parallelwelt ein eigenes Reich geschaffen hat, das fortan den Kampf um die Herrschaft im Ganzen aufnahm.
Und darin ist es mehr als nützlich, das Bild der bösen Weißen zu erschaffen wie aufrechtzuhalten. Die mit Schuld beladen kein Recht vor der Gegenwartsgeschichte haben. Vor allem soll solch eine Vergangenheitslegende das Selbstbewußtsein der gegenwärtigen Generation schwächen. Die längst den Mut verloren hat - und sich selbst beschädigt oder zerstört, und die Fortpflanzung verweigert.
Aber die Helden, die, die sich für die Schwarzen einsetzten, ihre Rechte durchkämpften, als amerikanisches System diesen Rechte und der Menschenwürde höchst zuarbeitend zeigten, waren Weiße.
Die Geschichte des Schiffes Amistad im Film, die die natürlich unfaßbar brutalen Zustände des (von jüdischen Schiffseignern - im Zuge der Expedition der Juden aus Spanien durften nur Konvertiten bleiben, und die nahmen sämtlich spanische Namen an; so, wie es Juden in Deutschland taten, weshalb man sie auch "an ihren Namen" oft sofort erkennt - beherrschten) Sklavenhandels nicht verschweigt, knüpft an eine wahre Geschichte an, die sich 1839 abspielte.
Wo ein (weißer, also christlicher) Anwalt die Freiheit für die Sklaven (Sklaven geworden durch afrikanische Feinde und dann an Spanische Händler verkauft) auf dem spanischen Schiff Amistad erstreitet, das nach Seenot in einem US-Hafen liegt und nun also dem amerikanischen Recht unterliegt. (Auch das muß erst erstritten werden.) Diese dürfen daraufhin nach Afrika zurückfahren. Dort aber erwartet sie ... nichts. Denn ihre Familien sind verschwunden. Sie wurden zwischenzeitlich vermutlich von Afrikanern versklavt und verkauft.
In seiner Botschaft zeigt Amistad von Spielberg insofern wohltuend die Realität, als er am historischen Ereignis belegt, daß die bei weitem überwiegende Mehrheit der Euro-Amerikaner in den schwarzen Sklaven keineswegs minderwertiges Menschenmaterial sah, sondern Menschen, denen man mit Fairness und Menschlichkeit begegnen muß wie jedem anderen.
Und das war nicht ungewöhnlich. Es war die verbreitete Haltung. Denn die ersten Sklaven in Nordamerika kamen im 17. Jahrhundert, und es waren ... versklavte Europäer. Was in der Siedler-Bevölkerung keineswegs einfach so Annahme fand. Man war befremdet.
Schwarze Sklaven kamen später. Erst ab dem 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert begann aber erneut das Quasi-Sklaventum von eingeflößten Europäern. Es waren nun vorwiegend durch gepreßte Dienstbarkeiten von Europäern geknechtete Menschen. Der Vizepräsident Lincolns etwa - Andrew Johnson - war ein in Nord-Carolina von seinem Herrn geflüchteter Quasi-Sklave, auf dessen Ergreifung ein Kopfgeld ausgesetzt war.
Der legendäre "Zug nach Westen" aus der Geschichte der USA des 19. Jahrhunderts hat zu nicht kleinen Teilen sogar den Hintergrund, daß viele Weiße aus dem Osten der Staaten der dort nicht seltenen Quasi-Sklaverei entfliehen wollten, und Freiheit suchten, oft flohen. Die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Städten des Ostens der USA waren oft sogar schlechter, die Löhne niedriger als die der Sklaven auf den Plantagen im Süden.
Es gab aus ähnlichen Zusammenhängen deshalb nicht wenige, die die Sklaverei im Süden im Sezessionskrieg als Freiwillige in der Nordstaatenarmee bekämpfen wollten. Weil sie die Befürchtung hatten, daß sich bei einem Sieg der Südstaaten die Sklaverei auch in ihre gerade besiedelten Gebiete ausbreiten würde. Und dort hätten ihnen die Sklaven die eigenen Bemühungen, sich eine Existenz aufzubauen, als Billigkonkurrenz kräftig erschwert.
Hat sich viel geändert? Betrachtet man den afrikanischen Raum - nein. Und die Unterwerfung als "Sexsklave" ist zwar bekannt, aber sie ist nur ein Teil. Nach wie vor gibt es auch die historisch bekannte Sklaverei. Nach wie vor bestehen dort enorme Konflikte zwischen den Stämmen, die den gehaßten Feind als untermenschlich einstufen, sich seiner bemächtigen und ihn verkaufen. So, wie es auch im 17. Jahrhundert war.