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Donnerstag, 13. Juli 2023

Je einfacher, desto mehr gedacht

Einfach - aber nicht simpel. In einer Tucker Carlsson Show (Nr. 9)- ist ein durchaus interessantes Gespräch mit Andrew Tate zu hören, einem britisch-amerikanischen Social-Medienmenschen und Geschäftsmann. Da sagt der Interviewte, in dem er seinen Vater zitiert, etwa: "Warum greift die LGBTQ-Bewegugn nach den Kindern? Weil sie selber keine haben. Warum haben die Taliban gegen die Amerikaner gekämpft? Weil sie so leben wollten wie sie immer gelebt haben. Alles, was man ihnen bringen wollte, weil es angeblich das Leben beglückt, man müsse dazu nur die eigene Lebensweise aufgeben, haben sie als das Gegentiel angesehen."

 Mit einem seltsamen Widerspruch.

"Es schaut so aus, als könnte man ein gutes Leben leben, indem manc einfach macht, was alle tun. Einen Pickup kaufen, eikn haus bauen, Essen gehen und Fernsehen und Wählen. Aber das stimmt shcon lange nicht mehr. Wer bei uns so lebt, wie alle leben, endet in Depressionen, Krankheiten, psychischen Problemen, Aggressionen und im Kampf gegen sich selbst, weil alles, was man meinte oder meint zu sein, falsch ist. Wer heute das sein will, das vor einigen Jahrzehnten ganzu normnal war, wird zum Feind Nummer 1, und zur Bedrohung für die Menschheit (wie man sie sich heute vorstellt.)

Montag, 12. Dezember 2022

Kniefall vor dem Kind (2)

Der Kniefall ist nicht wegen, sondern trotz des Zustands Gottes als Kind. Deshalb stinkt Hollywoods Lüge gerade zu Weihnachten besonders übel, das sich ein Kind nur zu sehr wünscht, um den König dahinter leichter töten zu können, um sich selbst auf den Thron zu setzen

Um dann die ständige, tägliche, minütliche Selbstrenovation des Einzelnen zu vernichten, sodaß er rat- udn orientierungslos geworden neue Gesetze und Richtlinien annimmt, die er zwar nicht mehr verstehen kann, die ihn aber an einen Platz shcieben, DEN ER NICHT WOLLTE, an dem zu sehen aber ANDERE WOLLEN. Das umschreibt den Zustand, in dem sich eine Gesellschaft dann befindet, der in Wahrheit dann die Akzeptanz einer Fremdherrschaft ist. 

Sonntag, 11. Dezember 2022

Kniefall vor dem Kind (1)

Was wir seit vielen Jahren erleben, wird von Jahrt zu Jahr am Fest Weihnachten exemplarisch. Denn jeder Alltag geht vom Fest aus. Esist das Fest, das die Normen vorprägt, an denen sich der Einzelne orientiert, sobald er die Festessphäre wieder verläßt, auch wenn er es eigentlich gar nicht bemerkt. Aber im Fest wird die Struktur des Lebens programmatisch und für sich gestellt.

Fest heißt nun aber Kult. Nicht auch, als Zusatznutzen, der mal da oder nicht da ist, sondern eins zu eins. Und das diesen Kult Vollziehende hat einen Namen - es ist die KUNST. Die Frage ist also gleichbedeutend mit der Frage nach der Qualität der Kunst, ob ein Festeskult Kunst IST, oder nicht, aber dennoch seine Stelle vertritt. 

Und diese Stelle wird beim Weihnachtsfest durch eine reichhaltige Industrie von Werken eingenommen, die dem Weihnachtsfest eine Deutung geben. Die nominell kaum verändert scheint, und so von jedem mitgetragen werden konnte und kann, und doch klammheimlich umgedeutet wurde, bis sie nahezu zum realen Gegenteil wirde - Liebe, 
Liebe zu den Menschen, und eine daraus geformte Atmosphäre, die eine Art Paradies sein sollte. Als Zustand, den wir immer haben wollten, sollten oder auch könnten. 

Dienstag, 19. Oktober 2021

Beim Lesen von Adolf Portmann (2)

Zwischen Tod und Blüte. - Noch eine für jeden Evolutionisten (der immer ein Materialist ist) unlösbare bzw. prinzipiell und notwendig falsch gelöste Vorstellung der menschlichen Gegebenheiten ist zu erwähnen, und es ist beileibe nicht die letzte oder einzige. Es geht um die Unterscheidng zwischen "Vererbung" und "Vorgegebenheit" kraft Schöpfung. 

Der Mensch hat bzw. ist im Moment seines Geschaffenwerdens eine Grammatik der Ontologie, die sich aus Beziehungsarchetypen etc. etc. zusammensetzt, die auch "Archetypen" genannt werden (können), wie etwa C. G. Jung es machte (und Portmann, natürlich, auch er hält den Begriff zumindest für vorübergehend tauglich.)

Montag, 18. Oktober 2021

Beim Lesen von Adolf Portmann (1)

Es hat etwas von Karneval, wenn man den Menschen mit Termini und Methoden der Biologie beschreibt. Betrachtet man ihn wie es Portmann tut - als nicht abgeschlossene Stufe der Evolution als naturimmanentes Entwicklungsgeschehen - dann fehlen aber für die bei ihm als hervorragendsten Phänomene beobachtbaren Wesenseigenschaften (siehe Anmerkung*) die wirklichen Wurzeln, Gründe, Motive und realen Orte der Präsenz.

Das führt zu völlig verfehlten Begriffsdeutungen, wie man am Beispiel ERINNERUNG so gut sieht. Die bei Portmann wie überhaupt bei allen Biologisten (Biologen) wie ein "Speicher" gesehen werden muß. Über dessen Ort gestritten wird, seit diese neue Anthropologie vor 100, 140 Jahren aufgekommen ist. Wo findet sich diese Erinnerung? Im Fleisch? Im Gehirn? Im Frontallappen? In einer Struktur und Verlötung von Synapsen? In immer komplexer werdenden, schließlich über mehrere Ebenen, fast schon Dimensionen - zumindest müßte man eigentlich so denken, ohne sich vorstellen zu können, wie und wo das stattfindet - Synapsenkomplexe?

Mittwoch, 24. Februar 2021

Menschenunwürdigkeit als Alltagshaltung

Fast muß man sagen: Im Gegensatz zu Deutschland. Fast muß man das sagen, wenn man die Lage der öffentlichen Diskussion zur Corona-Frage betrachtet. Denn immerhin gibt es in Österreich (und auch in der Schweiz), einige Außenseiter mit Gewicht, die in einer Offenheit das Leben der Vernunft befeuern, die bemerkenswert ist. Einmal mehr muß also Servus.tv vor den Vorhang geholt werden. 

Das in diesen Tagen mit der Reportage "Geächtet und ausgegrenzt - Die Corona-Kritiker!" den bisherigen Höhepunkt im Fernsehgeschehen 2021 gesetzt hat. Konzentriert und ausgewogen werden die Positionen vorgestellt. Daß sich dennoch ein klares Bild ergibt, ist dieser Objektivität geschuldet. Und die legt ein Urteil nahe, das verheerend für die gegenwärtige Politik in unseren Ländern ausfällt. 

Wir bringen auch diesen Film hier. Er soll zumindest als Archivordner die hier von Anfang an vertretene Linie ergänzen. Nicht zuletzt soll auf einige wunderbar herausgearbeitete Argumente hingewiesen werden, die im Alltag auftauchende Fragen in eine lichte Antwort heben. So die Frage, warum so viele Menschen in dieser kollektiven Hatz auf Corona-Kritiker mitmachen.

Der Psychologe und Verhaltensforscher Roman Braun gibt dazu eine einleuchtende Antwort, die weitere Facetten zu hier bereits angestellten Analysen liefern: Die Menschen erleben eine Bedrückung, der sie sich aus Angst vor der Obrigkeit (und vor der von dieser veranstalteten irrationalen, gigantisch aufgeblasenen und in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Krankheitsgefahr weit überdimensionierten Angst vor diesem Virus) unterwirft. Und damit Leid erfährt. Nun erlebt sie aber in den Corona-Kritikern eine Menschengruppe, die sich diesem Leid widersetzt. Und das macht aggressiv. Denn nun wird - mit dem Rückenwind der offiziell verhängten Bedrückungen - die Teilnahme an diesem ihrem Leiden verlangt. Gegen das aufzustehen sie selbst den Mut nicht haben.  

Sieht man die Gesamtheit der Angelegenheit fällt die Antwort beängstigend eindeutig aus: Wir sind auf dem Weg zu einer autoritären Staatsführung schon sehr weit fortgeschritten. Die Umerziehung der Bevölkerung ist schon weit vorangeschritten. 

Die Menschen sind an die Irrationalität, Unberechenbarkeit und Widersprüchlichkeit der Regierenden wie in einem pädagogischen Programm bereits gewöhnt worden. Sie sind somit von den willkürlichen Äußerungen abhängig gemacht worden und erwarten Erleichterungen nur von weiteren Einschränkungsmaßnahmen, die mit einer Süßkirsche verziert sind, die es zu genießen gibt, wenn man sich noch weiter für blinden Gehorsam entscheidet und der Vernunft den Laufpaß gibt. Nur - das ist eben genau nicht Gehorsam. Es ist bösartige Dressur.

Der VdZ hat das jüngst erschienene Buch "Inside Türkis" gelesen. Das heißt ... nach der Hälfte erbost ins Eck geschmissen. Buchstäblich. Denn hier liegt ein Machwerk vor, das einen Gipfelpunkt der Frechheit darstellt. Und ein beredtes Bild von der Perfidie der derzeitigen Regierung in Österreich entstehen läßt. Die den Leser verarschen. Die in diesem Buch dieselbe Taktik anwendet, die ihr Regieren auszeichnet: Die Verachtung der Menschen, die zu bloßen Objekten der Manipulation werden. In "Inside Türkis" wird der Leser, der sich diese reine PR-Geschichte durchliest, die rund um die Kurz-Clique einen Mythos aufbauen soll, für seinen Gehorsam mit (lächerlichen) Enthüllungen belohnt, die ihn an der Stange halten sollen, den ganzen übrigen Quatsch als ernsthafte Aussage zu lesen. 

Was in diesem Buch auffällt ist, daß es sich hier (also in der gesamten Regierungsmannschaft und den Menschen in deren engerem und weiterem Kreis) um eine Riege junger Menschen handelt, die in ihrem Leben nichts anderes gemacht haben als im Dunstkreis der Politik - in dem sie bereits aufgewachsen sind, sodaß sie schon als junge Menschen in ein ganzes Netzwerk der Macht eingebettet waren - ihre Karriere aufzubauen. Sich also Geltung zu verschaffen. Man ist es längst leid, als Berufsbezeichnung "Unternehmensberater" oder "Coaching" zu lesen, man ist es leid, als Legitimation für Führungsanspruch irgendwelche internationalen Hochschulen akzeptieren zu sollen, man ist es leid, sich von niederträchtigen Rotzbuben auf der Nase herumtanzen lassen zu sollen, die vom Ernst des Lebens nicht den Funken einer Ahnung haben. 

Und ... man ist es leid, ständig bei den Biographien dieser ÖVP-Leute zu lesen, sie seien "katholisch", oder gar "sehr katholisch". Das Schweigen der Kirche zu der Angelegenheit Corona, die eine Angelegenheit eines schweren Verbrechens gegen Mensch und Gott ist, ist dabei umso schmerzhafter, und ihre völlige Absenz aus dem öffentlichen Diskurs macht umso wütender. 

Wie diese Leute nach oben gekommen sind? Das ist einfach, und steht freilich nicht in "Inside Türkis". In den 1990er Jahren war allen etablierten Parteien und Institutionen (auch der Kirche) klar, daß sie die Jugend verloren haben. Also kam man mit schweren Erklärungen daher, daß es ein Zug der Zeit sei, "politikmüde" oder "institutionenmüde" zu sein, daß der heutige Mensch keine Bindung mehr wolle, sich seine Lebenspartner je frisch und spontan aussuche, die ihn dann ein Stück weit begleiten, aber alsdann wieder entlassen würden. So wurden alle diese Institutionen zunehmend von alten Männern beherrscht. 

Die sich aber wie Schneekönige freuten, wenn es doch junge Menschen gab, die Interesse an ihrem Lebenswerk bekundeten! So war es in den letzten drei Jahrzehnten extrem leicht geworden, mit Berechnung und Cleverness in bestehenden Instanzenzügen und Einrichtungen nach oben zu kommen, Karriere zu machen, und bedeutende Positionen zu erlangen. Und so kamen wir in die Situation, daß wir nahezu überall von Menschen beherrscht und bestimmt werden, die nicht nur fragwürdigen Charakters sind, sondern denen auch jede Empathie und Eignung für die Position fehlt, die sie innehaben. 

Weil wir aber in einer "Demokratie" leben, weil wir in einer Gesellschaft leben, die so tut, als wäre es nicht nur möglich sondern erforderlich, nicht DURCH STRUKTUREN, durch ORTE, sondern DURCH MENSCHEN Leben und Welt zu bewältigen, sodaß es ohne Menschen auch keine Strukturen mehr gibt. Weil also angeblich ein Staat, eine Gesellschaft ein rein funktionales Gebilde ist, das wie eine Maschine betrieben werden muß. Somit werden Junge zu Wettläufern um Zertifikate. Das nennt man dann Bildung. 

Aber in einem Staat, der nicht aus sich heraus besteht, sondern mit den Menschen steht und fällt, fehlen auch sämtliche objektiven Kriterien der Existenz. Diese werden nun durch Zertifikate ersetzt, die Qualifikationen ausweisen sollen. Diese wären es dann, die zu sämtlichen Positionen reichten und notwendig wären. Es ist also nicht mehr die Selbsttranszendierung HIN auf einen objektiven Ort, die Welt ist nicht mehr ein Spiel der Orte (damit: der Rollen), sondern eines der zufälligen Personen. Eines, dessen Gestalt beliebig veränderbar ist. (Deshalb mußte auch Sebastian Kurz eine "Bewegung" gründen, das nur als Hinweis.) Und das ist falsch! Nicht die Person macht das Amt, sondern umgekehrt.

Die faktische Realität ist aber mittlerweile anders. Und zwar nicht, weil sie (wieder) an sich anders wäre, sondern weil sie mit viel Kraft anders gehalten wird. Dieser Mythos der Fähigkeit, die die Institution ersetzt (weil die, wie gesagt, an sich keine Kraft habe), wird permanent aufrecht erhalten. In den Medien, an den Universitäten, einfach überall. Er hält somit alle, und zwar wirklich alle blind.

Aber damit haben wir, was wir haben: Eine Gesellschaft, die von Menschen bestimmt wird. Und damit von der Willkür und Fehleranfälligkeit dieser Menschen. Die nun alles tun, um diese Fehlerhaftigkeit zu verbergen, denn das ist die Frage des Überlebens: Die Untergebenen müssen glauben, daß man fehlerfrei ist.

Sie brauchen damit das, was in gesunden Gesellschaften, die sogar ohne Personen, die die Rollen einnehmen, bestehen und (zumindest eine Zeit lang, manchmal aber "ewig") funktionieren würden, ein unsichtbares, "heiliges" Gerüst, das aber alles trägt, erfüllt: Sie brauchen diese Saga der Heiligkeit. Sie brauchen den Mythos. Sie brauchen das Geheimnis (diesen Schlüssel zur Unsichtbarkeit, und das Wirkliche ist eben unsichtbar - nur nicht umgekehrt, aber das ist nicht immer gleich erkennbar) rund um sich. Sie brauchen den Glauben der Menschen, daß es rund um sie eine ganze Korona (sic!) von Verbindungen, Macht, Freundschaften und Know-How gibt.

Somit brauchen sie auch eine Politik, die zunehmend alles bestimmen will. Egal ob sie das bewußt anstreben (was sie meist negieren würden), oder nur unbewußt (und somit davon getrieben sind): Jeder Mensch ist von seiner inneren Grammatik bestimmt. Aus dieser stammt sein Wille. Damit wird die Herkunft, die Geprägtheit des Geburtsmilieus doppelt bestimmend. Und damit die Willkür zum wesentlichsten Element der Politik. 

In gesunden Gesellschaften hat der normale Mensch kaum je etwas von Politik überhaupt mitbekommen. Er hat sein Leben gelebt, seinen Alltag durchgestanden, war geborgen, hat gearbeitet, geschaffen, gewerkt, hat gezeugt und sich fortgepflanzt, und ist im Wissen gestorben, daß seiner weiterhin gedacht wird.

QR zum Video
In kranken Gesellschaften bestimmt die Politik mehr und mehr jede noch so alltägliche Handlung, jedes noch so klandestine Verhalten, und knackt jede noch so intime Persönlichkeitssphäre. Und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit. Denn das braucht es in den Augen dieser jener (und sie sind davon tatsächlich überzeugt, und das ist von ihrer Warte aus sogar notwendig und folgerichtig), um so eine Herrschaft, ja so eine Struktur - weil damit "die" Gesellschaft, die ohne sie ins Nichts fällt! - überhaupt in der Welt halten zuu können. 

Man mache doch die Augen auf. Mehr Zeichen können kaum noch an der Wand stehen, und noch deutlicher kann der Spruch doch kaum noch ausfallen: Mene - mene - tekel - upharsin!


*200221*

Samstag, 14. März 2020

Wenn sich alles für ein besseres Morgen aufhebt

Offenbar wird uns die Naturwidrigkeit, zu der wir bereit sind, immer weniger klar. So daß wir die Probleme, mit denen wir uns konfrontiert sehen, weil wir den Status Quo verlängern möchten, um nur ja nicht "gestört" zu werden. Und wie richtig, wie natürlich ist dieses Streben aber doch, das die Kontinuität der gepflegten Lebensweise verlangt! Weshalb man durchaus sagen kann, daß wir vielfach mit Tragischem konfrontiert sind, wo Richtiges mit Richtigem streitet, und aus sich heraus keine Lösung mehr möglich macht, greift man nicht über sie hinaus, um Prioritäten noch zu erkennen. Die unser Handeln dann lenken müssen.

Was so kompliziert erscheinen mag, wird an einem Beispiel leichter sichtbar. Im Konflikt, in dem die Rentenproblematik steckt. Die als Umlageverfahren (und anders KANN eine Rente gar nicht funktionieren!) wo die aktive Generation die nicht aktiven Generationen (die ganz Jungen, die Alten) erhält.

Dies hat seinen Anker in der Natürlichkeit des menschlichen Lebensweges, der das Aktive Leben umfaßt von dem "noch nicht" einerseits, und dem "Nicht mehr" anderseits. Es stimmt mit der körperlichen Entwicklung zusammen, in der die Kräfte sich hier aufbauen, um dort zu schwinden. 

Wenn wir also die Fehler, die dazu geführt haben, daß die Aktiven durch zu wenige Junge immer weniger werden, sodaß ihnen proportional immer mehr Alte gegenüberstehen, die es (in der Rente) zu erhalten gilt, so daß die Belastung für die Aktiven immer mehr steigen müßte, dadurch beheben wollen, daß wir den Alten ihren Lebenskreis verweigern, und ihr "nicht mehr" zu einem "und trotzdem noch" umformen wollen, verstoßen wir gegen das Ganze des menschlichen Lebens.

Deshalb ist das Hinaufsetzen des Renteneintrittsalters niemals eine gerechte Lösung, sondern allerbestenfalls die Kapitulation dem Leben gegenüber: Wo man den Alten das, was sie nun der Gesellschaft zu geben hätten, ihre Reife, ihre Erfahrung, ihr weises Wort (!) und ihr abgeklärtes Wissen ums richtige Handeln, absprechen, und ihre Energie noch bis zum letzten Tropfen ausquetschen wollen, um "das System" aufrecht zu halten. Es ist einem Handeln zu vergleichen, das das Nichts in jedem Fall bereits gewählt hat, und das System nur noch um des Systems willen, nein, um einige Merkmale willen zu erhalten, und deshalb alles und sich selbst zum Nichts verdammt.

Es ist ein Verstoß gegen die menschliche Würde selbst, die von den Alten verlangt, ihr Selbstsein aufzugeben, um weiter im Nutzungsprozeß zu verbleiben. Weil sich die Generation der Aktiven sonst ihr gewohntes Leben nicht mehr leisten kann. Und mehr ist es nicht.

Aber die Verpflichtung, die Alten zu erhalten, hat höhere Priorität als die Unbeschwertheit eines wohlständigen Lebens, wie es die Aktiven heute pflegen und gerne haben möchten. Ein Leben, das sie im Übrigen jenen Alten verdanken, deren ihrem Alter entsprechende Versorgung zu verweigern. 

Die im übrigen nicht bei allen gleich ist! Es wäre also mehr noch zu diskutieren: Ein individuelles Renteneintrittsalter! Wie es in Österreich durch die "Hacklerregelung", die "Schwerarbeiterreglung", die die Rente unabhängig vom absoluten Alter nach bestimmter Leistung zugesteht, als sehr richtiger Weg eingeführt wurde (um nun durch die aktuelle Kurz-Regierung sofort wieder abzuschaffen).

Und es ist eine wahre Schande für unsere Gesellschaften, wenn wie in Japan ein Renteneintrittsalter von gar schon 70 Jahren diskutiert und sehr wahrscheinlich eingeführt wird. Unabhängig von der Frage, was es für eine Kultur bzw. eine Gesellschaft bedeutet, wenn die Lebenserwartung generell und tatsächlich steigt. 

Was der VdZ im Übrigen ... anzweifelt. Weil es sich hier um eine statistische Größe handelt, die real ohne Relevanz bleibt. Sie entspricht lediglich dem Fetisch der "Altersverlängerung" als Ausdruck eines Strebens nach Lebensverlängerung - das wiederum dem heimlichen Wissen darum entspricht, daß man das Leben gar nicht mehr lebt, sondern das zu Tuende "auf morgen" schiebt, auf das man sich "aufzubewahren" hat.

Und das ist das wirkliche Merkmal der Generation der Aktiven. Die nun alt geworden sind. Es sind Menschen, die ihr Leben "für morgen aufbewahrt" haben. Und Junge herangezogen haben, die genau das nun tun und wollen, und mehr denn je wollen. Die davon regelrecht lebt, Hoffnung auf ein besseres Morgen zu pflegen, diesem besseren Morgen nachzujagen. Und dafür auf die Gegenwart, das Leben selbst, verzichtet. Um der Mühe auszuweichen, die jedes Leben aber bedeutet.


Sonntag, 2. Februar 2020

Spruch der Helden

"Unsere Begeisterung ist oft schnell entfacht, aber sie ebbt ebenso rasch wieder ab. Jedes unerwartete Ereignis verwirrt uns, und wir vergessen unsere Pflicht. Vor allem aber ziehen wir Bequemlichkeit der Würde vor. Letzteres ist der Grund, warum die Amerikaner recht haben, wenn sie uns Kinder nennen: Es ist der Grund für unsere Infantilität."

Ein philippinischer Dichter und Zeitzeuge der Aufstände 1898ff gegen die neue Besatzungsmacht der Amerikaner unter dem blutjungen General Gregorio "Goyo" del Pilar, in seinen Tagebüchern.

General "Goyo" Gregorio del Pilar
Nach zwei Jahren Krieg und mehr als einer Million toter Philippinos, meist Zivilisten - der erste Genozid des 20. Jahrhunderts - fiel am 2. Dezember 1899 del Pilar. "Goyo", wie er genannt wurde, erst 24 Jahre alt, durch die Kugel eines amerikanischen Scharfschützen in der entscheidenden Schlacht am Tirad Paß. Daraufhin brach die Moral der Philippinos zusammen, und die Kämpfe endeten allmählich. In seiner letzten Ansprache an die Soldaten soll er gesagt haben: "Wenn Ihr die Heimat liebt, dann gebt Euer Schicksal aus der Hand und tut Eure Pflicht. Wir kämpfen aus Liebe, nicht aus Haß. Aber die Amerikaner werden dieses Land nur über meine Leiche erobern."

1901 endete der Aufstand mit einer Kapitulation der Philippinen. Der Präsident der freien Republik (die nach dem Abzug der Spanier ausgerufen worden war) hatte auf die falschen Leute gesetzt. Anstatt Mut und Heldentum, Pflicht und Ehre zu fördern, umgab er sich mit Leuten, die ihm schmeichelten. Die aber konnten die Philippinos nicht führen.




Mittwoch, 27. November 2019

Die Einschläge kommen näher

Ein britischer Krankenpfleger wurde 2018 entlassen. Er hatte sich geweigert, einen Mann mittleren Alters, 180 groß, kräftig und mit Vollbart, als "Sie" beziehungsweise "Frau" anzusprechen, wie von diesem gefordert worden war. Daraufhin hatte der Pfleger geklagt und auf Genesis 1,27 hingewiesen. Gott habe den Menschen in zwei Geschlechtern, als Mann und Frau geschaffen. Geschlecht ist also nicht einfach wählbar. Er könne es deshalb mit seinem Gewissen nicht verantworten, die Unwahrheit zu sagen, und lehne (Trans-)Genderismus aus religiösen Gründen ab.

Das Gericht gab dem Krankenhaus Recht. Der Bezug des Klägers auf Religionsfreiheit, Respekt vor der Freiheit des Gewissens und damit seiner Sprache und Meinungsfreiheit, sei unstatthaft. Weil der Glaube der Bibel der menschlichen Würde widerspräche, verdiene er keinen Respekt.




Montag, 3. Juni 2019

Menge verändert die Qualität

Es ist nicht uninteressant, was die mittlerweile pensionierte Grundschulrektorin Ingrid König aus Frankfurt da zu sagen hat. Auch wenn man ein wenig dazu interpretieren muß. Denn zu sehr hat die Verfasserin des jüngst erschienenen Buches "Schule vor dem Kollaps" Angst als "rechts" eingestuft zu werden oder "den Falschen in die Hände zu spielen". Und das hindert sie auch, die Dinge umfassender zu sehen, die sie täglich erlebt hat. 

Wenn König nicht einmal wagt, das Wort "Heimat" auszusprechen, wie soll dann das Problem erkannt und behandelt werden? Denn es ist die fehlende Heimat, die die Kinder (an ihrer Schule sind Klassen mit teilweise hundert Prozent Migrationshintergrund) am Unterricht desinteressiert sein läßt, die "fehlendes Umfeldwissen" bewirkt und es sind die längst bestehenden Parallelgesellschaften von Zuwanderern, die verhindern, daß die Kinder in deutschen Ländern integriert werden. Was König auch nicht sagt, ergibt sich aus ihren eigenen Schilderungen: Als sie jüngst ihren Dachboden aufräumte, entdeckte sie Unterrichtsmaterial von früher. Dabei stellte sie fest, daß das, was vor Jahrzehnten in den untersten Stufen durchgemacht werden konnte, heute gerade noch in den höheren Stufen möglich wäre. 

Die Veränderungen, die ihr aufgefallen sind, haben mit dem simplen Umstand zu tun, daß Zuwanderer in kleinen, sehr kleinen Mengen tatsächlich integrierbar sind. Sie sind auf die neue Umgebung weit mehr angewiesen, was das Lerntempo beschleunigt. Können sie aber ihr soziales Umfeld mit Menschen aus ihrer früheren, alten Heimat gestalten, bleiben diese Effekte aus. Es ist schlicht nicht nötig. Damit fällt auch jede Motivation, sich in der neuen Kultur zu engagieren. Was zwar noch lange nicht heißt, daß man seine Identität auf "neue Heimat" umpolt, aber zumindest die Fähigkeit beeinträchtigt mit dieser neuen Kultur umzugehen, sie also zwar als fremd, aber dennoch wenigstens zu "kennen".

Wie so oft haben wir es hier also mit dem Umstand zu tun, daß Menge ab dem Augenblick zu Qualität umschlägt, in dem sich immer weitere Weltkreise bilden. Denn letztendlich gelten die Begriffe, die sich bilden und bilden lassen (und gebildet werden müssen, um sich in der Welt zu orientieren) als Brennpunkte und Feueröfen von Beziehungen. Das gilt auch oder sogar vor allem im Sozialen. Dem eine geistige Ordnung zugrunde liegt, aus der sich das Wesen der Dinge ergibt. Ein- und derselbe Mensch, der in eine andere Begrifflichkeit wechselt, wird schlagartig zum völlig anderen Menschsein bewegt. Mit der Masse an Zugewanderten wurden so aus früheren Einwanderern mit einem Schlag Konkurrenten um das Land. Denn man wird von dem geformt, was man braucht. Keine Zuwanderergruppe aber braucht noch die hiesige "Identität", der er sich sohin unterstellt. Er gebraucht das Vorgefundene nur noch, soweit er es nützlich findet. Nichts aber zerstört ein Land und dessen Kultur so nachhaltig, als wenn es nur "benützt" wird.

Integration, so die ehemalige Schulrektorin, gibt es aber nicht mehr. Die Schule kann ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Sie steht hierzulande somit vor einem Kollaps, der nicht aufzuhalten ist, ja der schon da ist.

Es ist deshalb betrüblich, wenn König kein anderes Rezept kennt als das, die Intensität der Schulung zu erhöhen. Und die "Ganztagsschule" vorschlägt, um das Problem zu lösen. Denn das ist nicht nur ein Irrtum, sondern auch ein Verstoß gegen die Menschenwürde der Zuwanderer. Die Weichen sind nämlich längst gestellt, und es wäre höchste Zeit, die Folgen davon mit realistischem Blick festzuhalten und entsprechend zu handeln.






*260219*

Montag, 20. Mai 2019

Der Stoff, aus dem Demokratie gemacht ist (2)

Sie sollten zuvor Teil 1) gelesen haben

Teil 2) Diese Affaire ist damit nichts als das Raunen der Kräfte im Hintergrund




Einige gute, richtige Gedanken finden sich in dieser Stellungnahme von Martin Sellner. Der FPÖ fehlt seit je der geistige Hintergrund, die geistige Basis. Warum der Bezug zu Sellner? Weil sich um ihn und die Identitäre Bewegung eine der objektiven Merkwürdigkeiten rankt. Denn Kanzler Kurz bezog sich mit dem Spruch "Genug ist genug" auf "Einzelfälle", in denen die FPÖ angeblich "rechtsextreme Bezüge" unterhalte, von denen sie sich (und damit auch er, Kurz) zu distanzieren habe. Nur - warum die IB rechtsextrem sein soll ist nicht nachvollziehbar, und gehört zum Bereich der linken Verleumdungsbehauptungen, nach denen alles, was nicht links ist, rechtsextrem ist.

Da ist nur für jemanden keine Tatsache, der eben selbst auf linkem Boden steht. Objektiv hätte sich Kurz nie vom Rechtsextremismus abgrenzen müssen, weil in so gut wie allen "Einzelfällen" ein solcher gar nicht vorliegt. Entweder ist also Kurz (sagen wir es vornehm) etwas uninformiert, oder von Anfang an war diese Behauptung, das sei ein Dauerproblem mit der FPÖ, eine aus strategischen Gründen benutzte Falschbehauptung. Würde Herr Kurz die geistigen Grundlagen der ÖVP kennen, wirklich kennen (und dazu müßte er nur ihre früheren Proponenten studieren), würde er nämlich auch verstehen, daß in den Augen des heutigen Mainstreams die ÖVP mit ihren christlich-konservativen Kernaussagen ... unter diesen Rechtsextremismusbegriff fiele. Zumindest liegt der Verdacht nahe, daß Kurz bereits seit längerem einen Weg von der FPÖ weg vorbereitete, und dazu den Sack schlug, aber den Esel meinte. Wer weiß, ob nicht auch diese Abgrenzungen der letzten Wochen, medial geschickt eins nach dem anderen gesetzt, einen ganz anderen Hintergrund hatten. Weil Kurz vielleicht - wie Böhmermann! - schon lange von der bevorstehenden Explosion wußte.

Vielsagend... van der Bellen und Kurz - Photo: Kronen Zeitung
Denn die ÖVP hat sich doch nicht von heute auf morgen "mit Kurz" geändert! Dieselben Leute im Hintergrund, dieselben Kräfte am Werk. In Wahrheit geht es ihr immer noch ums social engineering, worin sie sich seit Jahrzehnten so engagiert zeigt. Es geht um einen Umbau der ÖVP in eine liberal-linke Weltanschauungspartei, also um Täuschung der ureigensten Klientel, der traditionsbewußten ÖVP-Wähler. Und Kurz ist bereits genau so sozialisiert, vergessen wir das doch nicht. Vergessen wir auch nicht, daß Liberale immer dann "rechts" werden, wenn sie mal was stört, das sie aber selbst zu verantworten haben.

So daß der Plan der ÖVP von Anfang an - sogar deutlich erkennbar unterbrochen durch das Gegensignal, die geschickt regionalisierte, nichts desto weniger offizielle Unterstützung für den linksliberalen Alexander van der Bellen bei den Präsidentschaftswahlen! - war, das Lager der "Unzufriedenen", das die FPÖ zu sammeln begonnen hatte, zu sich herüberzuziehen. Indem man sich vorerst vergemeinte, Identifikation möglich machte - und nun wieder zurückläßt in der Hoffnung, es haften genug blaue Wähler an ihren türkisenen Kleidern. Nein, meinte schon Nixon, in der Politik passiert nichts zufällig.

Der Spiegel-Redakteur Martin Knobbe sagt eindeutig, daß er davon weiß, daß etliche Leute in Österreich schon einige Zeit von der Existenz dieses Videos wußten. Ah ja. Und von denen hat niemand irgendjemanden informiert, etwa die ÖVP, oder die SPÖ, ganz sicher, denn die waren ja ethisch auf Vollzack, haben die Würde eines Menschen - ja, auch H. C. Strache ist einer, schon mal gehört? - durch Diskretion geschützt. Diskretion als Basis jedes Menschenrechts? ÖVP? SPÖ? Medien?

Nullo commento.

Möglicherweise hat aber eben dieser Sebastian Kurz mit der Ausrufung von Neuwahlen seinen schwersten, den entscheidenden Fehler gemacht. Denn die Festlegung, die er damit verbunden hat, die FPÖ abzulehnen (weil er, so ließ er es gar verlauten, immer schon um diese Unmöglichkeit gewußt habe, aber durch die Unbeugsamkeit der SPÖ quasi zu dieser Koalition gezwungen war ... geht es noch erbärmlicher? Gehe es noch klarer vorhersehbar (angesichts der Bubi-Physiognomie eines Hutsch-Schnürzel-Muttibabys?), läßt es nur den Weg zur SPÖ offen. Nun beginnen sich die Dinge ineinander zu verkrallen. Mal sehen, ob Kurz da noch einen Ausweg findet. Oder endgültig bei den Linksliberalen landet.

Wie auch immer, es braucht nicht viel Phantasie vorherzusagen, daß wir in den nächsten Wochen und Monaten - sechs bis sieben Stunden Filmmaterial intimster Gespräche! - noch mit "Eröffnungen" der einen oder anderen Art konfrontiert werden. Die Perfidie entwickelt sich immer in Häppchen, denn man will das Flämmchen am Leben halten, das die Wasser kocht. Getreu, wenn auch anders als manche meinen, im Sinne des Wortes interpretiert: Wer sich mit Hunden zu Bett legt, wird mit Flöhen aufwachen. Das war einer der Grundfehler der FPÖ unter Strache, an eine geläuterte ÖVP zu glauben. Wer immer geglaubt hat, daß das eine Lösung wäre, daß die Probleme graduell, nicht kategorial wären, hat eben von Politik und Gegenwartsproblematik keine Ahnung.

Wobei wir nicht bestreiten, daß H. C. Straches geistiges Profil nicht gerade das eines fundierten, stringenten Geistesmenschen ist, wozu ihm einfach die Persönlichkeit - der Stand! - fehlt. Anders als Sellner im Video behauptet ist Straches Aufstieg keineswegs der Erweis von Tüchtigkeit (=Tauglichkeit), sondern der heute so typische Irrtum über Stand, Identität und Berufung, ja: über Politik. Die keineswegs aus ihrer Sachproblematik erwächst, sondern bei der Gestalt beginnt. Also beim Ort.

Denn ontologisch ist es falsch, worauf Sellners Sichtweise offenbar beruht: Das Sein (als Existenz, als Seiendes also) schafft sich vielleicht ein Bewußtsein, wie Marx sagt, ja, aber nicht den Geist. Der ist immer ontologisch strukturiert, und nur in Bezug auf das Sein selbst begreifbar. Man kann also nicht seinen Stand wechseln aus "Leistung". Und "nach oben" zu gelangen ist eine wesentlich andere Qualität als "in einem Stand sein". Der "nach oben Gekommene" wird immer seinen Stand nur "behaupten" können. Ort, Stand muß immer initial von außen kommen. Das Handeln folgt dem Sein! Nicht umgekehrt. Damit ist auch klar, daß Bewegungen wie die IB in ihrem innersten Kern links-liberale Erscheinungen sind.

***

Der erste Video-Schnellschuß von Oliver Janich enthält ebenfalls einige bedenkenswerte Aspekte.

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Ansonsten muß man die Sache einmal sacken lassen, um sie im Abstand besser einschätzen zu können. So werden wir dann die Wirklichkeit besser erkennen können, mit der wir es hier zu tun haben, und die erste und emotionale Eindrücke immer einmal vernebeln. Aber vielleicht mündet alles dort, wohin der VdZ immer mehr kommt: In ein Begreifen, daß hier jemandem ein kaum faßbares Unrecht getan wurde. Das in Worte schwer zu fassen ist, aber umso gewaltiger ist. Weil es die Person eines Menschen zerstören möchte. Der zwar um einige Stufen zu hoch gegriffen hat, gewiß, aber nichts desto trotz ein Anrecht auf Würde und Respekt und Wahrung seiner persönlichen Integrität hat.

Jetzt, wann denn sonst, wären die Priester und Bischöfe gefragt, die in ihrem Abgrenzungswahn, um ihre menschliche Inferiorität zu verbergen und sich einzuschleimen, solch eine Menschenhatz sogar noch begünstigt haben. Jetzt wären sie gefragt, um diesen Menschen, H. C. Strache, von dem der VdZ sich immer distanziert hat, aus oben beschriebenen Gründen und hier nachzulesen, dennoch zu schützen, und zu einem Ende der Hatz aufzurufen. Im Namen der Christlichkeit, im Namen der katholischen Pflicht, steht auch die Kirche vor einer Nagelprobe, deren letzte sie ohnehin allesamt mit Bomben und Granaten versemmelt hat.** Aber einmal muß auch damit Schluß sein. Wie sagte Kurz? Genug ist genug!

Und wieviel da sogar auf der vorgeblichen Anklägerseite geklärt, auf seinen sachlichen Corpus gereinigt werden muß, zeigt schon dieses aktuelle Interview mit einem Spiegelredakteur am nächsten Morgen (also heute). Der davon spricht, daß z. B. die Aussagen zur Parteienfinanzierung durch Großspender in jeder möglichen Form fallen, also keineswegs zeigen, daß das Video belege, DASZ solche Parteispenden bereits getätigt wurden oder werden. Dennoch wurde aber in den Massenmedien diese Anschuldigung durch selektive Auswahl der kolportierten Aussagen so formuliert. Sinngemäß gilt dasselbe für die angeblich versprochenen Staatsaufträge.

Wer den derzeit zur Verfügung stehenden Videoausschnitten genau zuhört wird sogar sehen, daß Strache keineswegs solche Aufträge als Gegenleistung verspricht, sondern der (vermeinten) Oligarchin einen Weg nennt, wie sie an den Staatsaufträgen profitiert. Dazu muß sie ein Qualitätsangebot schaffen, Strache sagt das wörtlich, denn ginge es nach ihm, würde er sofort den Reihen-Auftragnehmer STRABAG-Haselsteiner (der offen die Opposition unterstützt, mit Geld, selbstverständlich) in die Wüste schicken.

Aufträge, die Haselsteiners STRABAG (übrigens, das nebenbei: Mit dem russischen Oligarchen Deripaska als Teilhaber, den Haselsteiner sogar vor der Pleite bewahrt hat, und der dafür die Großaufträge in Rußland - Sotschi! - gesichert hat) bis 2017 ganz sicher unter der ÖVP-SPÖ-Koalition ohne jedwede politische Intervention, aus rein objektiven Gründen sozusagen, erhalten hat. IN Wahrheit muß man sich aber beim Studium der Videoaufnahmen sogar fragen, warum Strache nicht mehr eingeknickt, sogar unter Alkoholeinfluß relativ standfest geblieben ist: Nichts außerhalb der Rechtsordnung, sagt er immer wieder.






Nachsatz: Zur Überraschung aller hat sich Strache auch für das Weiterverbreiten von Berichten über Kurz entschuldigt. Woraufhin das große Rätselraten einsetzte, was er damit gemeint haben könnte. Vielleicht ... diese Passage?


**In der Hölle wird genau das geschehen: Es ist alles offenbar, und die Bestandteile sind kaum oder gar nicht unterschieden von den Bestandteilen auf der Welt, die auch jene vorzuweisen haben, die in den Himmel gelangt sind. Was aber in der Hölle fehlt - und erst das ist der Stoff, aus dem das Gute ist, erst das ist der Stoff der Vernunft - ist die Ordnung. Was fehlt ist der liebende, wohlwollende und damit die rechte Ordnung (=Person) schaffende Geist.




*180519*

Freitag, 26. April 2019

Warum der Deutsche keine Selbstachtung hat (3)


Teil 3) Die Instrumentalisierung dieses Schuldgefühls, 
das selbst wir so ungern nennen
1 + 1 = ?



Aber dann kam die große Erklärung für dieses eigene Schuldgefühl - ES WAR DER HOLOCAUST! Plötzlich bekam man verbrieft (von den Juden; denn man steht ja immer in der Verfügung dessen, dem man schuldet), daß dieses eigene, tiefe Schuldgefühl legitim war. Nicht nur das, es war die logische Folge aus der Tradition, der Ehre den Eltern gegenüber, der eigenen Geschichte. 

Und so beobachtet Jones dasselbe, was auch dem VdZ auffällt und man ebenfalls als Probe s. o. verwenden kann: Je weiter die Zeit des Hitlerismus zurückliegt, je weniger der damals lebenden Personen noch leben, DESTO SCHLIMMER und dominanter werden die darauf projizierten Schuldgefühle. In einer Zeit, in der der Pornokonsum alle Rekorde bricht, also die Selbstentwürdigung (und die daraus aufsteigenden Schuldgefühle) im Internet/social media historisch vermutlich noch nie dagewesene Höchststände erreicht, desto lautstärker und aggressiver werden die Pflichtaufrufe zum Schuldbekenntnis.

Und hier haben wir sogar den wohl stärksten Grund für die zunehmende Aggressivität, mit der jedem "Rechten" begegnet wird. Den Grund für die absurde Leichtigkeit, mit der der Vorwurf "Nazi" so vielen auf der Zunge liegt. Und hier haben wir sogar den wohl tiefsten Grund dafür, warum sich in der heutigen politischen Landschaft nicht herkömmliche Rechte und Linke gegenüberstehen, sondern daß der eigentliche Bruch zwischen Vernunft und Unvernunft besteht! Es ist ein Bruch zwischen den durch Selbstentwürdigung mit Schuld Beladenen - und denen, die das nicht und deshalb noch zur Vernunft fähig sind.

Man hört ja auch oft die Frage, wie es möglich ist, daß die Linke genauso wie die Grünen ihre eigentlichen Anliegen - Arbeiter und Umweltschutz - so vernachlässigt haben, daß sich hier kein Arbeiter und dort kein Umweltschützer mehr vertreten fühlt. Und für die christlich-demokratischen Parteien gilt das nicht weniger, wenn auch auf andere Weise, hier ist es mehr Schwäche und Verkündigungsversagen der Kirche, wobei dort auch wieder - durch Selbstverdunstung aus denselben Gründen! Wobei die Mehrheit der AfD-Wähler nicht zufällig aus dem CDU-Lager kommt. (Nicht weniger, aber aus genau den umgekehrten Gründen, ist das bei den Grünen der Fall.) Stattdessen hängen sich alle in "Identitätspolitik", in "sexuelle Befreiung", in "Gender-Thematik", in "Holocaust-Schuld" und "Nazi-Jagd". Die Antwort darauf kann sich der Leser, der bis hierhin gefolgt ist, schon selber geben.

So wurde der Holocaust zum Herrschaftsinstrument, mit dem die Juden - daran kann kein Zweifel bestehen - die Deutschen gefügig gemacht haben und machen. Das geht ganz leicht, weil sie auf ein vorhandenes Schuldgefühl, das aus ganz anderen Regionen stammt, und das jeder sehr gerne umdeutet, über Verhütung und Abtreibung (als die effektivsten Instrumente, ein Volk in Schuldgefühle zu tunken) in breitem Umfang verstrickt ist, aufbauen können. 

Diese "Schuldmasche" läßt sich übrigens noch viel weiter ausbauen. Man denke an die "Kolonialfrage", man denke an die "Klimafrage", man denke an alle möglichen Probleme, an denen wir (angeblich) Schuld tragen. Alle diese "Schulden" sind Ersatzziele, Scheintheater, die von der eigentlichen, viel tiefer liegenden Schuld ablenken und ihr Scheinlösung vermitteln.****

Wer über Europas Politik und Politiker klagt, sollte sich abschließend einmal eines vor Augen stellen und überlegen, ob hier nicht Zusammenhänge bestehen könnten: Es gibt derzeit kein einziges Staatsoberhaupt (sieht man von Königen ab), keinen einzigen Regierungschef in Europa, der ... Kinder hat. Wer wählt die und ihre Programme aber, und ... warum? Könnte es also gar sein, daß es überall um Entschuldungsmechanismen geht, die den belohnen, der den besten Übertragungsmechanismus bietet, um von der tiefsten, eigentlichsten Schuld abzulenken?

Wenn wir aber Freiheit von Schuldgefühlen haben wollen, in aller Tiefe, um uns vernünftiger Schuldbewältigung zu widmen, wenn wir mehr Selbstbewußtsein wollen, mehr Stolz auf uns selbst und unsere Eigenheit, dann müssen wir nicht im Außen suchen. Dann müssen wir zuerst bei uns anfangen. Und uns aus Schuldverstrickungen befreien, die mit Politik und fremden Interessen vorerst nichts zu tun haben, sondern von diesen aber sehr effizient instrumentalisiert werden. Selbstbewußtsein und Würde kommen aus der Sittlichkeit. Oder es gibt sie nicht, und sie bleiben Einbildung.

Das heißt nicht, daß wir vollkommen sein müssen. Das schafft kein Mensch.***** Aber das heißt, daß wir vollkommen sein wollen müssen. Das heißt, daß wir mit Schuld richtig umgehen müssen, deshalb, und nur deshalb ist das Abendland christlich: Weil es die Beichte hatte! Wer also das christliche Abendland und "seine Werte" verteidigen will, der muß zuerst einmal wieder lernen, zur Beichte zu gehen, um sich von einer Schuldgetriebenheit zu befreien, die all sein Denken und damit Sehen vernebelt.






****Die "Migrationsfrage" ist dabei hoch interessant. Sie dient nämlich allen Seiten. Und man darf nicht übersehen, daß sie für viele, die "dagegen" sind, es nicht in erster Linie so wichtig ist, weil sie das Althergebrachte wirklich lieben und pflegen und erkennen. Sondern es hat für viele eine Ableitungsfunktion, wo die oben geschilderte Grundschuld auf andere "hinausgestellt", entladen wird. Da die eigene Schwäche als verweigerte Mühe, die Tugend zu entwickeln, ein Pflegen und Leben des werten Eigenen in Würde somit zu wirklichen, weil also diese Schwäche plagt und siegt, wird die eigene Schuld auf Migration projiziert. Es ist diese fatale Doppelfunktion, die es möglich macht, daß wir trotz aller Kritik und Streits um dieses Thema fast ungebremst weiter Migration erfahren. Und sich die Migrationsgegner in lauter (eher kleine) Teilfragen (Abschiebung, Integration, Vergewaltigungsfälle, etc.) verbeißen. Während wir immer mehr und wie unter Schock und Trauma eine ganz reale Überfremdung erleben, der wir gelähmt gegenüberstehen. Der VdZ behauptet, in all dem hier dargestellten Zusammenhang gesehen, daß alle Seiten nicht (oder: noch nicht) in der Lage sind, das Thema überhaupt zu denken!

*****Der sogenannte "Gutmensch", der also meint, daß er "gut ist, weil ...", ist nur eine Sonderform des Schuldgetriebenen. Seine von ihm selbst (und der von ihm sortierten Umgebung) attestierte "Gutheit" ist eine Form der Schuldbefreiung durch sich selber.





Donnerstag, 25. April 2019

Warum der Deutsche keine Selbstachtung hat (2)

Teil 2) Wirkungen und Nebenwirkungen



Wie in den USA versagten auch in Deutschland in den 1950er, vor allem aber dann in den 1960ern die kirchlichen Mechanismen, verloren wie in Amerika Schlacht um Schlacht gegen die beständigen Versuche der Medien (das Fernsehen kam auf, und machte den bisherigen Vertriebswegen wie Kino oder Druckwerken immer schärfere Konkurrenz; diesen Fehler hat die Unterhaltungsindustrie mit dem Internet bekanntlich ja nicht mehr gemacht), im Kampf um Konsumenten (und deren Geld) mit immer freizügigerem "Sex" zu punkten. Mit nun sogar als Weg zum Glück "wissenschaftlich attestierter" befreiter Sexualität wurde am effizientesten die Vernunft ausgeschaltet, der immer perfektere Konsument herangezogen, der mit allem zufrieden war, wo er seine aufgestachelten Gelüste befriedigen konnte, sich dafür um das große Ganze nicht mehr kümmerte.

Noch dazu befeuert von einer um sich greifenden "Lust an der Psychologie", die aufbauend auf Freud zur psychischen Destruktion und Auflösung jeder seelischen Ordnung führte (die im allerbesten Fall durch ein neues, künstliches Gerüst ersetzt wird, das eingezogen wird und immer eine Weltanschauung ist oder als giftige Frucht enthält, die NICHT der natürlichen sittlichen und religiösen Ordnung entspricht). Dieser in sich "subversive" Moment in der Psychologie nach Freud ist es, den E. Michael Jones als "jüdische Wissenschaft" bezeichnet. Deren revolutionären, gegen den logos gerichteten inneren Impuls er attackiert und sich damit in die innerste Linie der katholischen Kirche eingliedert. Die das ebenfalls immer so gesehen hat.

Die bedeutendste "Nebenwirkung" der sexuellen Befreiung aber, die bei uns ab den späten 1960er Jahren voll einsetzte (Oswalt Kolles "Aufklärungsbücher"; Filme wie "Schulmädchenreport", "Laß jucken, Kumpel", die Aufmachung der Boulevardpresse wie "Stern", "Quick", man denke an "Bravo" und seinen "Doktor Sommer", etc. etc.), der auf direktem Fuß (warum wohl?) die materialistischen Ideologien wie "Evolutionismus" folgten, war die Entwürdigung, in der Pornographie sogar selbst vorgenommene Entwürdigung der deutschen Menschen. Wenn diese Selbstherrschaft nicht besteht, wenn damit auch die Vernunftfähigkeit schwer beschädigt, wenn nicht überhaupt verloren wird, ist ein Volk, und vor allem jeder Einzelne in diesem Volk, Spielball jeder stärkeren, skrupelloseren Macht. Aus dem Verlust der Selbstherrschaft heraus ist auch seine Würde schwerstens beschädigt schließlich sogar verloren. Wenn man also nach Ursachen sucht, warum es wie sich gezeigt hat, so leicht gelingen kann, das "Deutschsein" derartig als Ziel und Eigenwesen abzulehnen, dann muß man zuerst (!) dort suchen. 

Ein Mensch, der von seinen Lüsten und Begierden gelenkt wird, kann überhaupt kein Selbstbewußtsein entwickeln. Ihm fehlt das Grundlegendste, die Ehrfurcht vor der eigenen Würde. Ein solcher Mensch verliert jedes Vertrauen in die "Gutheit" des Leiblichen, also auch - des Volkes, des Landes, in dem er lebt, mit dem er verbunden ist, der Bräuche und Gepflogenheiten, die dort herrschen, und in die Moral. "Schuld" wird zur Dauerbefindlichkeit!² Wenn jetzt noch jemand daherkommt wie Wilhelm Reich oder die Frankfurter Schule, die das Eigensein, die herkömmliche Ordnung zum Schuldigsein an sich erklärt, findet er reiche Ernte. Seine Argumente (auch als "Wegweisung von sich selbst" - also auf eine "historische Schuld der Väter" etwa) werden mit Handkuß aufgegriffen, denn diese Schuld zu überwinden würde Mühe, Anstrengung brauchen, und zwar in der eigenen tiefsten Wurzel. Wie gerne hört man da, daß man an dieses Problem nicht heran muß, weil es "natürlich" und "gut" ist ...**

Die nächste Folge daraus ist noch etwas, auf das bereits Augustinus hinweist: Es ist die "libido domandi", die aus der Niederlage vor sich selbst (wenn es Haltung ist, ist es sogar eine Dauerniederlage, also ein Zustand der Erniedrigung) aufsteht. Der Antrieb, den anderen zu beherrschen. Denn wer selbst unterlegen ist, sich selbst nämlich bereits unterlegen ist, und darin auf jeden Fall der Welt, kann sich nicht mehr anders "behaupten", als den anderen zu beherrschen. Auch das möge der Leser als Urteilskriterium in seine alltäglichen Beobachtungen einbauen, es erhellt ungemein.***

Nur auf der Basis der Ehrfurcht vor der Leiblichkeit, nur vor dem Hintergrund des Logos, der sich in jeder Leiblichkeit verfleischlicht hat, vor allem aber verfleischlichen will (als Sinn, als das, auf das zu er sich entfalten muß, will er er selbst sein, denn Selbstsein ist ein Aktivum, ein actu), nur auf der Grundlage der Ehrfurcht vor sich selbst kann auch jene Hochachtung entstehen, die die weiteren Lebenskreise - Familie, Dorf, Landstrich, Land, Staat, Volk und seine Kultur - durchtränkt und als Ausdruck freier, starker, selbstbewußter Menschen durchformt. Wenn dieses erste und wichtigste Selbstbewußtsein nicht da ist, zerstört ist, kann es gar kein weiteres, höheres Selbstbewußtsein mehr geben. 

Und der Leser soll ruhig einmal die Gegenprobe machen: Er soll einmal prüfen, ob nicht die Achtung vor dem Vaterland mit dem sittlichen Zustand der Personen direkt korreliert. Und dann durchaus die Gegenprobe machen, also aus dem einen auf das andere rückfolgern. 


Morgen Teil 3) Die Instrumentalisierung dieses Schuldgefühls, 
das selbst wir so ungern nennen
1 + 1 = ?



²Es verwundert also überhaupt nicht, daß die ersten und gröbsten Verstöße gegen die "decendy" (den Anstand) in den USA 1965 durch einen ... Holocaustfilm aus Hollywoods Studios stattfand. Mit "The Pawnbroker" hatte man die Kirche verblüfft, die bis dahin noch halbwegs über Züchtigkeit in Filmen gewacht hatte. (Übrigens zeigen die Brüder Coen in ihrem Film "Hail, Caesar!" recht humorvoll das prinzipielle Funktionieren dieser Mechanismen. Zumal sie auch zeigen, wie die Moral der Religionen unter das Joch des Amerikanismus=Freiheit=Reich Gottes=Antikommunismus im Kalten Krieg gekommen war.) Aber die nun mit jedem Einwand gegen die explizit gezeigte Schamlosigkeit des Films unter dem Verdacht stand, den Holocaust zu befürworten oder zumindest nicht abzulehnen, also "antisemitisch" zu sein. Damit war aber der Damm gebrochen, der "Production Code" hinfällig, und gegen "Deep Throat", der kurz darauf folgte, kam schon kein Einwand mehr.

**Und wie gerne hört man, daß andere an dieser eigenen Unfreiheit schuldig sind. Der Umgang mit "Mißbrauch" in unseren Tagen, die Art, ihn zur größten Lebenstragödie hochzustilisieren, die vielleicht gar nicht mehr überwindbar weil reparabel sein soll, trägt ganz deutlich diese Züge der Selbst-Entschuldung, um sich die Lebensmühe zu ersparen.

***Die Einführung eines für alle verbindlichen allgemeinen "Aufklärungsunterrichts" hat genau diesen Hintergrund: Es ist die bösartige Dominationsneigung, in den kommenden Generationen jedes Sein in der Würde der Selbstherrschaft gar nicht erst aufkommen zu lassen, das man selbst zähneknirschend nicht erreicht.



Mittwoch, 24. April 2019

Warum der Deutsche keine Selbstachtung hat (1)

Es gilt als eine der großen Fragen, wie es möglich sein kann, daß ganze Völker - zusammengefaßt als Deutschland (und Österreich) - dermaßen demoralisiert sein können, daß sie es nicht wagen, ihr Eigenes zu verteidigen, ja überhaupt von sich und seinen Traditionen zu sprechen, auf denen ja jede Gegenwart aufbaut. Meist wird die desaströse Niederlage 1945 angeführt, die in einer traumatischen Entselbstung durch die Siegermächte endete, die im Laufe des Krieges nicht einfach beschlossen hatten, Deutschland zu besiegen, sondern seine Kulturen und seine Völker regelrecht und für alle Zeiten zu vernichten. Ein Kurs, den man erst 1947 offiziell beendete (was aber nur hieß: In eine Kolonisierung abwandelte), als man entdeckte, daß man ein Land als Pufferzone zum Ostblock brauchte, das auf Seiten des Westens stand, noch wichtiger aber: auf jeden Fall verhindern mußte, daß es sich dem Kommunismus zuwandte, der in der Nachkriegszeit weltweit einen wahren Siegeszug feierte.

Eines der Mittel, jeden Ansatz von "deutschem" Selbstbewußtsein jederzeit zurückstutzen zu können, war dabei der Schuldkomplex über die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die unter Hitler geschehen waren. Die stets neu belebte Erinnerung daran, die von außen jederzeit per Knopfdruck aktiviert werden konnte, wird dann oft als eine von außen aufdiktierte Selbsterniedrigung als das Meisterstück gesehen, jedes Selbstbewußtsein zu zerstören, sobald oder noch ehe es sich zu erheben beginnen könnte. 

Das als Ursache für den fast notorischen Selbsthaß festzustellen, hat gewiß so seine Richtigkeiten. Aber es gibt einen Faktor, den man nicht nur graduell völlig unterschätzt, sondern der eine ganz andere Wirkweise hat. Eine Wirkweise, die wesentlich effizienter ist, weil sie das Selbstbewußtsein jedes Menschen angreift und auflöst. Und dieser Faktor ist jene Würde die der hat, der sich als Meister seiner selbst weiß. Nur der ist auch Meister über die Welt. Deshalb ist das Laster, die Hingabe an sich selbst in den Leidenschaften die sicherste Barriere, die ein Mensch zwischen sich und der Welt aufbauen kann (auf die hin er sich in dem Maß nicht mehr transzendiert, die er also sachlich nicht mehr bewältigt, als er durch seine Begierden in sich gefangen ist, also "auf sich schaut").

Und die erste und massivste Leidenschaft des Menschen ist die Sexualität als Eros, der überhaupt erst zur Welt hin spannt, in der "befreiten" Sexualität aber zu einer Teilkraft wird, die ihn aus seiner Mitte zieht. Also von der Vernunft hin zu bloßer Rationalität. Nur ein Mensch hat wirkliches Selbstbewußtsein, wirkliche Eigenstärke - und das ist der keusche Mensch. Und wenn es etwas gab, was diese deutschen Länder speziell im 19. Jahrhundert so stark machte, dann war es der allgemeine Anstand, die persönliche Zucht, in der seine Menschen lebten.

Und deshalb muß man E. Michael Jones einmal mehr zustimmen, wenn er genau diese Zersetzung durch "Schmutz und Schund", durch Pornographie, durch die "sexuelle Befreiung" als jene entscheidende Begleitmaßnahme der Alliierten bezeichnet, die am effektivsten verhindert hat, daß sich die deutschen Menschen wieder zu einer selbstbewußten Kultur formieren. Die Überschwemmung Deutschlands mit Pornographie setzte buchstäblich im gleichen Augenblick ein, indem der Marshallplan einsetzte.

Während man die Deutschen zu braven Sklaven der technizistischen, lediglich geldgetriebenen Wirtschaft machte, die mit Wohlstand und Bestversorgung jene belohnte, die sich diesem Mechanismus am intensivsten auslieferten. Und lebten, um zu arbeiten, nicht umgekehrt. Dieser technisierte Begriff von "Leistung" wurde gleichzeitig zur Bewährungsprobe für dieses "Deutschland" gemacht, in der sie zeigen konnten, daß sie ein gutes, hohes Volk wären. Dafür bekamen sie Anerkennung und Lob, und sogar ein gewisses Stück Wirkmacht zurück. 

Das ist die wohl stärkste Feder für das "deutsche Wirtschaftswunder", für Titel wie "Exportweltmeister" oder "Land der überlegenen Technik", auf welchen Kriterien dieses heutige Deutschland in der Welt geschätzt und geachtet wird. Und dieses Land der in Konsumisten und Arbeitsvieh umgewandelten Menschen nahm es auch hin, daß seine eigene Kultur durch eine neue "Unterhaltungs- und Medienindustrie" ersetzt wurde. Die nur eines nicht war: Kultur. Denn Kultur kann ohne Wurzeln nicht entstehen oder bestehen, und Kultur baut sogar direkt auf der Sittlichkeit eines Volkes auf. 

Aber es gibt einen Freiheitsschlüssel dazu, und der heißt Vernunft. Sie ist auch der Boden der Moral als der im Leben (mehr immanent als explizit) manifest werdenden "Werte", der Wertvorstellungen, die wiederum aus der Vernunft erkennbar sind. Also war der zweite Angriff der auf die Vernunft. Und das geschah durch eine von Amerika her das Land überschwemmende Pseudowissenshaft. Die diese dem normalen, traditionellen deutschen Anstand zuwiderlaufenden Handlungsweisen, die plötzlich möglich, ja angepriesen wurden, zum Wesentlichen der Vernunft autorisierten - dem "Gewußten". Also dem, woraus die Welt tatsächlich gemacht ist. 

Daß er hier nicht eingegriffen hat, daß er als oberster Hüter der deutschen Wissenschaft nicht eingeschritten ist, um genau das zu verhindern - daß Pseudowissenschaft die "harte" Wissenschaft verdrängte - wirft E. Michael Jones deshalb dem deutschen Physiker Werner Heisenberg vor. Er hat gewußt, er mußte wissen, daß was da etwa als "Kinsey-Report" die sexuelle Schrankenlosigkeit und Versklavung und den Trieb zur menschlichen Grundstruktur jeder auch geistigen Gesundheit erklärte, alles andere als wissenschaftlichen Kriterien genügte. Und reine Manipulation war. 

Aber Heisenberg hat geschwiegen. Es war wohl unter seiner Würde. Dabei hätte er (und fast nur er) jene (auch von jedem Nazi-Vorwurf wegen seiner bekannt widerständigen Haltung* unberührt gebliebene) Autorität gehabt, die eine ganze Entwicklung schon in der Entstehung hätte stoppen können. Stattdessen hat er sich zurückgezogen und seine Mitmenschen im Stich gelassen, diese damit einem furiosen Propagandaapparat ausgeliefert. Der mit massiver Unterstützung amerikanisierter Medien nun allen im wahren Dauerbombardement einredete, daß "die Wissenschaft" herausgefunden hätte, daß die Herrschaft der Vernunft über die körperlichen Begierden krank und unnatürlich sei. Es wäre Heisenberg gewesen, er als der wichtigste Deutsche der Zeit, der auch jene Reputation als Denker und Geist hatte, die mit ihrem Gewicht die ganze Volksentwicklung verändern hätte können.


Morgen Teil 2) Wirkungen und Nebenwirkungen



*Heisenberg hat u. a. die Thesen von Albert Einstein - ein Jude, der wegen dieses Judeseins von der nach 1933 "gereinigten deutschen Physik" abgelehnt und ausgestoßen wurde - verteidigt. Das brachte ihn auf die schwarze Liste der SS und erste Kampagnen wurden gegen den Nobelpreisträger von 1933 lanciert. Paradoxerweise hatte Heisenberg Einstein sogar in physikalischen Thesen verteidigt (und sich damit zum "weißen Juden" in den Angriffen der SS gemacht), die er später freilich selber widerlegte.





Sonntag, 7. April 2019

Was wir von Israel lernen können

Russia Today bringt das Ergebnis einer interessanten Umfrage. Interessant heißt hier: Weil das Ergebnis interessant ist. Eine weltweite Umfrage hat ergeben, daß mehr als die Hälfte der Israeli eine Zuwanderung von Nicht-Juden NICHT MÖCHTE. Und zwar - jetzt kommt's! - auch, wenn sie sogenannte "Hochqualifizierte", also Menschen mit Hochschulabschluß etwa, sind. In dieselbe Kerbe schlägt angeblich auch das italienische Volk, wo die Umfrage gleich ausging.

Herrschaften, diese Umfrage zeigt nicht nur, daß da noch etwas stimmt bei den Menschen, auch wenn man den Glauben daran längst verlieren könnte. Zumindest in unseren Ländern. Sondern sie zeigt noch etwas: Sie zeigt, sie macht bewußt, wie menschenverachtend es ist davon zu sprechen, daß Migration dann gut oder von Vorteil sei, wenn die Zuwandernden "der Zielgesellschaft etwas bringen" können, wenn sie also Hochqualifizierte sind. Und das sind noch dazu oft dieselben Leute, die von "Verteidigung der eigenen Werte" faseln. Welche Werte? Die der Beurteilung des Menschen nach momentanem Nutzen?

So denken nur Satanisten. So denken nur Geisteskranke, die den Menschen nach Nützlichkeit beurteilen. Das gute, das einfache Volk tut es aber nicht. Es weiß, was ein Leben gelingen läßt. Und das ist von Nutzen und irgendwie technisch bewerteter Leistung, schon gar in der Moderne, völlig verschieden. Der Mensch ist um seiner selbst willen da und schätzenswert. Und genau das trifft auch auf ganze Völker zu. Ob das irgendwelchen Ökonomie- oder Technikkriterien entspricht ist völlig schnurz.  

Es zeigt noch etwas: Eine Urteilsfindung, die meint, einen anderen Zugang zur Frage der Migration als den über Volk und Religion finden zu können - wobei zuerst die Religion gilt, denn sie ist die Quelle des Menschseins - kann nur schiefgehen. Sie landet bei der Nützlichkeit. Und sie landet damit bei der Verachtung des Menschen. Denn der Mensch hat seinen Wert in sich, nicht weil er einen Nutzen hat. Nur wenn er diesen Wert in sich hat, hat er - wenn schon - auch einen Nutzen. Denn Menschsein ist immer ein Sein inmitten eines sozialen Kreises, also inmitten eines Volkes. Und sei es nur hundert Personen groß.

Grotesk, wenn nicht pervers, daß wir das alles seit geraumer Zeit von den Juden vorexerziert bekommen. Na gut, die wissen eben, was einem Volk schadet.




*280119*

Samstag, 3. November 2018

Ein schwerstens traumatisiertes Volk

Nein, die Rede ist nicht von Deutschland, obwohl die Parallelen offensichtlich sind. Was hier der britische Journalist John Pilger zeigt, ist der Zustand Japans, der sich, glaubt man Berichten, seit dessen Recherchen noch weiter verschlimmert hat.

Der VdZ war erschüttert, das gibt er zu, als er diesen Dokumentarfilm sah, der wohl schon in den 1980er Jahren entstanden ist, aber wie man hört an Aktualität nichts verloren hat. Er zeigt in extremer Klarschrift, was jene Kraft anrichtet, die noch immer von vielen (und vor allem vom Liberalismus) als Allheilmittel für Kulturen und Völker angesehen wird - dem blanken Kapitalismus. Der unweigerlich den Zentralismus und damit den Verlust der persönlichen Freiheit in der Geschwisterhand hält. Und mit freier Wirtschaft nichts, NICHTS zu tun hat. Sondern die Herrschaft einer Oligarchie über ein Volk bedeutet, das einen Staat erfährt, der ein Zwangssystem ist, das im Dienst der Oligarchen existiert.

Schon aus den großartigen Büchern von Lafcadio Hearn konnte man ahnen, was sich in Japan ab dem späten 19. Jahrhundert abspielte. Der Film führt alles, was Hearn in so poetisch-verliebtem Japan-Blick gezeigt hat, einfach weiter. Ein Volk erfährt eine brutale, und nach 1945 noch brutaler fortgesetzte Vergewaltigung durch eine ihm völlig fremde Unkultur - dem Kapitalismus. Denn der VdZ weigert sich allmählich, dies einem doch nur fiktiven "amerikanischen Volk" anzulasten, wo es selbst so großen Widerstand gegen den Kapitalismus der Oligarchen gibt. Denn er haßt nicht "die Amerikaner". Er haßt die Feinde des Menschseins.

Die Fakten über Japan, die Pilger hier darstellt, sind nur noch erschütternd. Das, was diesem Volk passiert, ist noch dazu ein erkennbares Schema, das das Oligarchentum, das sich großkotzig "Kapitalismus" nennt und damit sogar zu meinen vorgibt, es gehe um "Markt und Freiheit, über die ganze Welt verhängt. Martin Mosebach schreibt einmal, daß er nach der Lektüre von Zola's "Nana" für drei Tage allen Ernstes Kommunist gewesen sei. Nun, dem VdZ ging es nach diesem Film ähnlich.







*111018*

Freitag, 22. Dezember 2017

Niemand darf zur Nächstenliebe gezwungen werden (3)

Teil 3) Was zulässig, ja wünschenswert -
aber nicht durchführbar ist




In jedem Fall muß der Arbeiter (der Mainzer Bischof Ketteler zählt auch die Handwerker und Gewerbetreibenden zu den Arbeitern, nicht nur den "Tagelöhner" im weitesten Sinn, der also seine Arbeitskraft zur alleinigen Ware machen muß) in der Lage sein können, sich und den Lebensunterhalt seiner Familie in ausreichendem Maß durch Arbeit zu verdienen. 

Wenn es ihm dazu an Kapital mangelt, um diese Selbständigkeit zu erreichen - die auch als Unternehmensbeteiligung denkbar und wünschenswert ist - so wird aber von gewissen Kräften (Ketteler nennt sie "radikal"; vermutlich hat er auch darin Recht, denn wir sind politisch schon so viel gewöhnt, daß wir die absoluten Maßstäbe längst verloren haben, an denen Ketteler noch näher dran war) argumentiert, daß staatliche Hilfen zulässig, ja erwünscht seien. 

Dagegen wenden sich die Liberalen. Wenn der liberale Wirtschaftsgeist aber meint, dies sei nicht zulässig, so sei er daran erinnert, daß es auch kein liberales Unternehmen gibt, das gänzlich ohne staatliche Zuwendung bestehen kann. Sei es durch Zinsgarantien, Haftungen, Vorschüsse, die Errichtung und Beistellung von Infrastruktur, Schutz durch die Exekutive, Gerichte, etc. pp. Auch dieses Argument ist irrelevant, daß die Liberalen gerne damit argumentieren, daß ja an ihrer Tätigkeit (bzw. der des Kapitals) Staatsinteresse bestünde - warum soll an einer Eisenbahn mehr Staatsinteresse bestehen als an der Hebung des Lebensstandards der Arbeiter? Außerdem bekundet der liberale Wirtschaftsgeist gerne, daß er eine Hebung des geistigen Potentials der Arbeiter für wünschenswert hält und deshalb darein zu investieren sei - warum aber soll dann diese Hilfe nicht zulässig sein, wenn es um fehlendes Kapital geht?

Der wirkliche Grund, warum eine staatliche Hilfe zur Erlangung der Selbständigkeit (oder als Teilhaberschaft in Genossenschaftsbetrieben etwa) abzulehnen ist liegt auf einem anderen, dem praktischen Gebiet. Selbst wenn der Gedanke etwas Bedenkenswertes zu haben scheint. Es ist nämlich nicht möglich, allen und allen gleichzeitig zu helfen. Aber nicht nur das. Das Prinzip der Massendemokratie setzt bekanntlich beim Grundsatz an, daß alles Recht vom Volke ausgeht. Es ist allgemeine Überzeugung geworden, daß es kein objektives Recht mehr gibt. Dieses könnte nämlich nur im göttlichen Recht seine Legitimation finden. *

Damit ist aber alles Recht, was das Volk mehrheitlich beschließt. Es gibt keine Appellationsmöglichkeit, keinen allen gleichermaßen übergeordneten (auch moralischen) Maßstab mehr. Damit würde und wird die Gesetzesmaschinerie zu einem Feld des Wettkampfes aller gegen alle, jedes Gesetz ist ja auch wieder zu kippen. Damit werden alle Leidenschaften entzündet, deren der Mensch fähig ist, und das Recht würde bald zu einem Schlachtfeld ungebundener Selbstsucht. Denn jeder hält sich selbst am meisten berechtigt! Diese Religionsferne hat mittlerweile sogar bewirkt, daß die Verfassungen - die solch einen übergeordneten Maßstab abgeben sollen - zu reinen Formalübungen werden, die keinen inhaltlichen, sinnhaften Auftrag mehr besitzen - davon haben sie sich entfernt, dem sagen sie sogar oft schon explizit ab - sondern nur noch den technischen Rahmen des Rechts abgeben**.

Im Falle einer Staatshilfe zur Kapitalbildung hieße das, daß ein unerbittlicher Kampf um diese Hilfen einsetzen würde. Gesetzesversammlungen würden zu einer Bühne des Wettkampfs der gemeinsten Selbstsucht und der niedrigsten Leidenschaft werden. Unausbleiblich würde Korruption zum alltäglichen Geschäft.*** Statt sozialen Friedens, würde das genaue Gegenteil eintreten. Josef Pieper nennt deshalb die soziale Verfaßtheit moderner westlicher Gesellschaften "Kampfverhältnisse". Der heutige Mensch steht in unseren Staaten in einem Dauerkrieg.




*Vielmehr leben wir heute in einer "Rechtsfiktion", schreibt Ketteler. Darüber in nächster Zeit noch mehr.

**Der Großteil der heute so aktuellen Migrationsfragen muß aus genau diesem Grund betrachtet werden. Die heutige Massenzuwanderung wirft erst deshalb so viele (gar nicht lösbare) Probleme auf, weil die nach 1945 beschlossenen Verfassungen formal auf eine derartige Horizontverschiebung (vor allem, auf welches Volk mit welcher seelisch-moralischen Verfaßtheit sie sich beziehen) gar nicht vorbereitet und deshalb gar nicht tauglich sind, sozialen Frieden zu bringen. Sowohl in Deutschland wie in Österreich werden deshalb in diesen Tagen die Gerichte mit Beschwerden überschwemmt, die das Rechtssystem völlig überfordern, aber in diesem erwähnten Umstand ihren Grund haben. Denn das Recht kann sich nicht "aus sich selbst" setzen. Es braucht einen absoluten Maßstab, der es bis ins kleinste Bezirksgericht, wo in jedem Urteil Gesetze auf ihren Sinn hin ausgelegt werden, formiert. Wir erleben deshalb heute eine Rechtslage, die dem inneren Leben des Volkes über weite Teile hinweg gar nicht mehr entspricht, sondern von Revolutionären, Menschen oder gar nicht mehr ausgrenzbaren Menschengruppen mit egoistischen Partialinteressen, jederzeit überspült werden kann. 

In den Augen des VdZ streben wir in unseren Ländern deshalb auf einen Totalkollaps des Rechtssystems zu. Und das, weil unserem Rechtssystem der absolute Maßstab fehlt, den nur die Kirche darstellen könnte, aus deren Geist unsere Kultur entstand. In unserer momentanen Situation erleben wir hingegen sogar deren Scheitern. Aber das hat mehr mit ihrer Defunktionalisierung zu tun (die sie aus dem Beziehungs- = Verantwortungsfeld - dem logos - hinausgedrängt hat) als mit den psychologischen Folgen der Verbeamtung des Klerus durch die moralisch illegitime, seelisch verderbliche Kirchensteuer. In der sich mittlerweile die Kirche zumindest implizit sogar dem Staat unterstellt sieht.

***Wer da nun glaubt, daß das zu pessimistisch sei, der möge sich bitte die politische Geschichte Österreichs in den letzten 70 Jahren ansehen. Wo sich die beiden Großparteien ÖVP und SPÖ das Land regelrecht aufgeteilt haben. Wer nunmehr eine der immer üppiger ausgebauten staatlichen Förderungen, ja wer auch nur eine Wohnung wollte, oder wer sich um einen Staatsauftrag mühte, der mußte dabei zumindest der jeweiligen, das Sachgebiet verwaltenden Partei beitreten und deren Vertretern zu Gesicht stehen. Auch das ist Korruption! Und sie hat Österreich bis ins letzte Fitzelchen Mark durchwuchert. Bis heute.






*181117*

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Niemand darf zur Nächstenliebe gezwungen werden (2)

 Teil 2) Niemand kann aber zur Wohltätigkeit gezwungen werden
 - der Sozialstaat heutiger Prägung ist verheerendes Unrecht



Zwar kann ein Eigentümer, schreibt Bischof Ketteler von Mainz 1864 weiter, auf gerichtlichem Wege gezwungen werden, alle seine Rechtspflichten zu erfüllen, er kann auch gezwungen werden, auf dem Wege der Besteuerung die allgemeinen Gemeindesteuern und Staatslasten zu tragen. Aber er kann nicht gezwungen werden, über jenes vorher angegebene Maß hinaus dem Mitmenschen zur Verbesserung seiner materiellen Lage sein Eigentum abzutreten. Hier tritt der Unterschied ein zwischen den Pflichten der Gerechtigkeit und den Pflichten der christlichen Nächstenliebe. Und die Pflichten der christlichen Nächstenliebe sind ebenso wahre Pflichten, wie die Pflichten der bürgerlichen Gerechtigkeit, aber sie unterliegen einer anderen Gerichtsbarkeit. 

Der Eigentümer, der das Almosen nicht spendet, wo er es unzweifelhaft spenden müßte (und hierzu gehört auch, den gerechten und das heißt auskömmlichen Lohn vorzuenthalten, Anm.), wird auch von den christlichen Lehrern dem Dieb gleichgestellt.

An dem großen Gerichtstage, wo über alles gerichtet wird, und die ewige Gerechtigkeit zur vollen Anwendung kommen wird, da wird sogar der ewige Lohn und die ewige Strafe nach den Worten des Heilandes nach der Erfüllung dieser christlichen Liebespflichten bemessen werden. 

Hier auf Erden aber hat er nicht den ganzen Umfang seiner Gerechtigkeit dem Staate und der Staatsgewalt zur Handhabung durch äußerste staatliche Gewalt übertragen. Sondern nur einen Teil derselben, nur jenen Teil, der ganz notwendig war, um Ordnung und Frieden auf Erden unter den Menschen zu erhalten.

Dadurch ist aber eben den Menschen auf der einen Seite jener große Spielraum eingeräumt, dessen sie bedürfen, um ihre Freiheit zum Verdienst oder zur Schuld gebrauchen zu können. Auf der anderen Seite ist aber auch wieder jene Schranke gesetzt, ohne welche der Mißbrauch der Freiheit eine allgemeine Unordnung, einen allgemeinen Kampf hervorrufen würde. Die staatliche Zwangsgerechtigkeit geht nur bis auf eine gewisse Grenze, die zum Schutze aller und zur Ordnung notwendig ist.

Von da an beginnt das Gebiet der Freiheit, auch der Freiheit des Eigentums. Das aber wieder ganz ein Gebiet der Pflicht ist. Aber der Pflicht in der höchsten, edelsten Form, wo der Mensch in freier Pflichtbestimmung, in freier Erkenntnis seines Verhältnisses zu Gott, zu den Nebenmenschen und zu seinem Vermögen, sich seines Vermögens teilweise entäußert, um die Werke der Nächstenliebe zu üben. Das Gebiet der strengen bürgerlichen Gesetze ist aber noch kaum menschlich zu nennen. Es ist ein sehr niederes Gebiet, und die bürgerliche Gerechtigkeit ist die unterste Stufe des sittlichen Lebens und menschlichen Daseins.

Über diesem Gebiet hingegen liegt die höhere Gerechtigkeit, die einst Gegenstand des Weltgerichtes sein wird, die uns aber hier zur Übung der Freiheit und freien Selbstbestimmung überlassen wird. Hier zählt nicht Staatsgesetz und Steuer und Kammermajoritäten, sondern alleine der Wille Gottes, in dem er das höchste und vollkommenste Gut und den Herren aller Dinge erkennt. Hier steht der Mensch nicht vor einem weltlichen Richter, sondern vor dem eigenen Gewissen, in dem er sich selbst Gericht sitzt, und sich nach dem Gesetz Gottes und dem Gesetz Jesu Christi verurteilt: ob er seinem armen Mitbruder die Werke der christlichen Barmherzigkeit als heilige Schuld geleistet hat und ihm einen Teil seines Eigentums als Eigentum abgetreten hat.

Dieses zur Freiheit und freien menschlichen Tätigkeit, ja zur Würde der Persönlichkeit so wesentlich gehörende Verhältnis wird aber durch das Projekt der durch Majoritäten dekretierten Staatshilfe gänzlich aufgehoben.

Während im Staat des Mittelalters die größten Opfer für soziale Zwecke, für Wissenschaft und Religion, für das Ansehen und die Würde der bürgerlichen Gemeinde ganz und ausschließlich durch freiwillige Beiträge, also aus der persönlichen Gesinnung zusammenflossen, können jetzt alle diese Bedürfnisse nur mehr durch ein immer weiter ausgebildetes Steuer- und Zwangssystem, an dem sämtliche Staaten fast zu Grunde gehen und bei denen freie Selbstbestimmung und Gesinnung gänzlich in den Hintergrund treten, aufgebracht werden.  

Man sieht hier, wie diese Idee des Steuer- und Zwangssystems immer weitergeht, und wie dadurch die moderne Richtung bekundet, daß ihr alle Prinzipien der Freiheit fehlen. Das Christentum führt die Individualität zur vollen Freiheit, der moderne Geist vernichtet die Individualität selbst in ihrem Eigentumsverhältnis.

Mag deshalb auch der Vorschlag der radikalen Parteien, durch Majoritätsbeschlüsse auf dem Wege der Gesetzgebung und der Steuererhebung dem Arbeiterstand zu helfen noch so menschenfreundlich erscheinen - er ist nicht berechtigt! Deshalb ist er auch nicht wahrhaft menschenfreundlich. Denn es steht nicht in der Befugnis der Staatsgewalt, in dieser Weise und für solche Zwecke in das Recht des Privateigentums einzugreifen. Dadurch würde der Staat auf fatale Weise abwärts geführt. 

Wenn solche Beschlüsse dennoch gefaßt werden ist mit Gewißheit vorherzusehen, daß bald weitere Mehrheitsbeschlüsse folgen werden, die noch tiefer in das Eigentum eingreifen. Dieses Prinzip einer öffentlichen Fürsorge dieser Art ist deshalb verderbenbringend. Denn es steht im Widerspruch mit der göttlichen Ordnung, die Gott festgestellt und uns in den Grundlagen des Christentums erklärt hat.

Nicht der Staat kann deshalb ein soziales Gefüge aufrechthalten, sondern nur die Kirche als Bezugspunkt für die Moral der Menschen. Denn ein Staatswesen kann individuelle Freiheit niemals entbehren, weil sich der Staat sonst sein Lebensprinzip selbst wegnimmt.


Morgen Teil 3) Was zulässig, ja wünschenswert -
aber nicht durchführbar ist





*181117*

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Niemand darf zur Nächstenliebe gezwungen werden (1)

Das Recht auf Privateigentum geht nach katholischer Ansicht nie so weit, schreibt 1864 der Mainzer Bischof Ketteler in seiner Schrift "Die Arbeiterfrage und das Christentum", daß es auch dem Mitmenschen gegenüber, der sich in der äußersten Notdurft (necessita extrema) befindet, noch geltend gemacht werden kann. 

Denn es gibt kein absolutes, uneingeschränktes Eigentumsrecht für den Menschen. Ein solches hat nur Gott, der die Quelle und der Maßstab aller Dinge ist. Nach diesem Maßstab mißt sie auch die Stellung aller Dinge. Nur Gott ist von diesem Standpunkt aus der absolute Eigentümer, der Mensch hingegen nur beschränkter Eigentümer, nach dem Maß, wie Gott es angeordnet hat.

Nun hat Gott einerseits den Menschen auf die Naturdinge angewiesen gemacht.  Sie müssen alle ihre notwendigen Lebensbedürfnisse aus ihr empfangen. Zugleich hat er aber auch das Gesetz in die Naturordnung gelegt, demgemäß nur über das Privateigentum die Herrschaft des Menschen über die Natur und ihre geordnete Nutzung, die zur wahren höheren Kultur führt, stattfinden kann. So fest daher die Theologie das Recht auf Privateigentum hält, so nimmt sie doch zugleich an, daß es dem höheren Recht, daß alle auf die Güter der Natur angewiesen sind, nicht entgegenstehen kann. Deshalb ist jeder berechtigt, wenn er denn in Not ist und ihm kein anderes Mittel mehr bleibt, diese äußerste Not zu befriedigen, wo und wie immer er vermag. (Wir sprechen hier vom berühmten "Mundraub", der auch kein Diebstahl, keine Sünde ist; Anm.)

Aus diesem Grund darf auch die Staatsmacht die Gemeinden verpflichten, also die Eigentümer in den Gemeinden, für ihre Armen zu sorgen. Das heißt von ihrem Eigentum so viel herzugeben wie nötig ist, um diesen Armen die Lebensnotdurft zu gewähren.

Über diese Grenze hinaus kennt aber die Theologie keine Zwangspflicht zur Milderung der Not der Mitmenschen. Sie kennt nur eine moralische Pflicht, und das ist die Pflicht zur Nächstenliebe.


Morgen Teil 2) Niemand kann aber zur Wohltätigkeit gezwungen werden
 - der Sozialstaat heutiger Prägung ist verheerendes Unrecht




*181117*

Dienstag, 12. Dezember 2017

Dennoch voller Würde

Madame Lucia Vestris
Madame Lucia Vestris war im London der 1820er Jahre nicht einfach berühmt, sondern noch mehr berüchtigt. Wobei sie außergewöhnlich schön sang, und eine noch bessere Schauspielerin war, wie Fürst Pückler in einem seiner Briefe bemerkte.

Vor allem habe sie unglaublich schöne Beine gehabt, die auf raffinierte Weise so zu zeigen, als sei es zufällig geschehen, sie vollkommen verstand. Keine Theaterkritik, die auf diese Beine vergaß. Ihr Spiel war voller Witz, Grazie und unübertrefflichem Charme. Insgesamt also war sie eine bezaubernde Person, auf die so mancher Mann sein Auge geworfen hatte. Auch wenn, oder vielleicht gerade weil sie auf der Bühne zuweilen lasziv auftrat und offen mit dem Publikum kokettierte. Kurzum - sie erfreute sich ungeheurer Beliebtheit bei diesem.

Wie vornehm sie in allem aber war beweist eine Anekdote. Ein Fremder, der gehört hatte, daß Madame Vestris keineswegs grausam und abweisend war, sandte ihr bei Gelegenheit ihres Bühnenjubiläums eine Banknote von 50 Pfund Sterling (damals eine Summe, die dem Jahresgehalt eines gutbezahlten Leibdieners entsprach.) Er steckte sie in einen Umschlag, auf den er schrieb, daß er bitte, sich sein Billett für die Vorstellung abends persönlich von ihr abholen zu dürfen.  

Dieses Gesuch wurde gewährt, und der junge Mann erschien abends mit Zuversicht und der Miene eines Eroberers zur bestimmten Stunde. Doch ging die Sache nicht wie erwartet aus. Madame Vestris empfing ihn nämlich mit gemessenem, sehr ernstem Gesichtsausdruck. Sie wies ihm einen Stuhl zu, den der Überraschte umso verlegener einnahm, als er bemerkte, daß sie seine Banknote in ihrer schönen Hand hielt.

Mein Herr, sagte sie nun, sie haben mir heute früh diese Banknote für ein Entreebillett zu meiner Benefizvorstellung geschickt. Für ein solches Billett ist das aber viel zu viel. Sollten sie jedoch andere Hoffnungen damit verbunden haben, so muß ich die Ehre haben Ihnen zu sagen, daß es mehr als zu wenig ist. Erlauben Sie mir daher, daß ich Ihnen nach Hause leuchte? Mit diesen Worten steckte sie die Note am nächsten Leuchter an, öffnete die Türe, und leuchtete dem mühsam eine Entschuldigung stotternden, unglücklichen Versucher die Treppe hinab.






*141117*