"Aber du hast doch mit Mutter auch immer darüber gesprochen?" - "Mein Kind, deine Mutter war eine verheiratete Frau!" "Gott sei Dank."
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Freitag, 28. Oktober 2022
Filmempfehlung (3)
Donnerstag, 27. Oktober 2022
Filmempfehlung (2)
Das ist auch bei dem Film der Fall, der uns Anlaß für diese Auseinandersetzung mit dem Thema war:
"Ariane - Liebe am Nachmittag".
Die Art, wie dort Ehebruch und Promiskuität - auch bei Frauen! - thematisiert wurde, sprengte auch 1957, als der Film entstand, jeden echten Rahmen herrschender Moralauffassung. Und er tut es auch heute! Wenn auch ganz anders.
Der Unterschied? Die herrschende Moralauffassung!
Mittwoch, 26. Oktober 2022
Filmempfehlung (1)
Jeder konnte erreichen, was immer er sich vorstellte.
Die Vorstellung, daß man alles sein könne, was man wolle.
Sonntag, 28. November 2021
Dennoch auf den Weg gemacht
Donnerstag, 22. April 2021
Gedankensplitter (1154)
Auch das stützt meine These, daß es im strengen Sinn "einen Virus" nicht gibt. Vielmehr halte ich alles für ein gigantisches "Virengeschehen", mit der Aufgabe des Tragens von Information. So wie ich es schon seinerzeit in "Helena" beschrieben habe. Eiweiße sind nämlich Informationsträger. Verfleischlichte Information, die sich hinter ihnen, als Melodie, als Schatten mitführt. Und aus den Schwingungen übertragen weil übernommen wird. Wenn der Empfänger dafür bereit ist, und es will!
Freitag, 8. Januar 2021
Totalitarismus ist immer so natürlich (2)
Manche nennen das THE GREAT RESET - DEN GROSZEN NEUANFANG BEI NULL. Die Auswahl der neuen Figuren am Schachbrett wird nun Rettung genannt. Man brennt erst alles nieder, sodaß sich niemand mehr selbst helfen kann, und wählt nun diejenigen aus, die man zukünftig noch im Spiel haben will.
Viele erfahren heute ja zu ihrer großen Ermutigung, daß das Unternehmen, das sie mit aller Kraft von Monat zu Monat wuchten, um den "Bereinigungsprozessen des Marktes" zu entgehen, um sich und ihren Mitarbeitern ihre Arbeitsplätze zu erhalten, in den Augen der Experten nur ein verachtenswertes ZOMBIE-UNTERNEHMEN ist
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Anders als früher, in dieser sogenannten freien Welt, die aber zu so schlechten Ergebnissen geführt hat - Klima, Corona, Ungerechtigkeit, und ach noch so viel, denn es gibt doch so viele Probleme! - entscheidet nun ein Gremium von Wirtschaftsfachleuten, wie es sich die quasi Zunft-Verbindung WIRTSCHAFTSKAMMER aus dem Rockzipfel gesaugt hat, ob ihr Betrieb (den nur die Förderungen am Leben halten KÖNNEN, weil das Leben in Freiheit von der Politik völlig ausgelöscht wurde) noch weiter bestehen soll.
Wobei diese Experten sicher alle mit Wirtschaftsakademikerabschluß, sicher alle mit dem Zertifikat "globalisierungstauglich", und sicher alle mit erwünschtem oder wenigstens akzeptiertem Parteiausweis, pardon: Derselben Vision von Zukunft, ausgestattet sind.
DIESE GREMIEN - AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT UND EXPERTEN, die begründen, was die Politik will, sich aber nicht zu sagen oder zu wollen wagt - ENTSCHEIDEN ALSO NUN, welches Unternehmen überleben darf. Durch Corona-Hilfen. Um die es ansuchen, das heißt betteln darf.
Denn es können ja, wie gesagt, NICHT ALLE GERETTET werden.
Das wird nun von der Politik entschieden. Von einer Zentralregierung, die bis in den letzten Winkel des Landes entscheidet, welche Musik dort zukünftig noch gespielt wird. Die Gott spielt und sagt, was lebenswert und was es nicht ist. Und die ihr Korsett an Ordnungsvorstellungen in ein Korsett des Erwünschten und des Unerwünschten gespannt hat.
Diese Minderheit ist aber zu vernachlässigen. Denn im großen Ganzen, seien wir doch ehrlich, werter Leser, geht es uns doch wirklich gut? Und ist es nicht ein völlig natürlicher Vorgang, den wir in der Tier- und Pflanzenwelt UND DESHALB AUCH IN DER MENSCHENWELT Tag für Tag sehen (wo? ach, irgendwo, da aber sicher), daß das Starke über das Schwache siegt.
Haben wir diesem Prinzip der Welt nicht zu verdanken, daß wir heute an diesem herrlichen Punkt der Geschichte angekommen sind, in der wir unsere Zukunft endlich in die Hand kriegen? Also zumindest, wenn wir dieses und das noch korrigieren. Wozu wir diese Corona-Krise so kräftig wie möglich nützen sollten. Dann, nach ein paar Monaten oder Jahren des Leidens, dann aber werden wir es erreicht haben, das Paradies. So nennt man das ja heute.
Früher nannte man das, was heute alle so herzlich begrüßen, weil es unser aller Leben rettet (darum ging es ja angeblich von Anfang an), freilich TOTALITARISMUS.
Aber früher waren ja alle dumm, oder zumindest dümmer als heute, eh schon wissen. Und hätten wir gewußt, daß es so schmerzfrei geht - hätten wir es dann nicht schon immer so gewollt, nur anders genannt?
Donnerstag, 7. Januar 2021
Totalitarismus ist immer so natürlich (1)
Kinshasa bis Wien die Redaktionen mit Artikeln füttern. Und dafür noch kräftig in die Töpfe der Steuerzahler langen, die sie als Objekte ihrer Erziehung betrachten und gleich der Politik und gleich den Oligarchen als jene Sklaven behandeln, als die sie sie sehen.
Da sagt nämlich Frau Aschbacher, daß "wir nicht alle Betriebe retten können".
Aus dem Rechtsanspruch wurde mit Federstrich ein mit lauter und bunter Pressestimme unterstützter "Covid-Rettungsplan". Der angeblich dieselben Wirkungen habe, der also die Unternehmen für erlittene Schäden, die aus "höheren Interessen" von der Politik in Kauf genommen wurden, entschädigen solle.Ist das nicht dasselbe? Haben wir uns nicht längst daran gewöhnt, daß wir nur noch in "Endeffekten" rechnen und denken, der Weg, die Art der Entstehung des Effekts gleichgültig wurde? Ist nicht "Der Zweck heiligt alle Mittel" zum neuen Paradigma des Lebens geworden.
Schauen wir mal näher hin, ob es egal ist. Denn diese Änderung in der Entschädigung, die im "Effekt" angeblich gleich ist, hat seinen guten Grund. Wir werden nämlich einmal mehr sehen, daß die Mittel keineswegs gleichgültig sind, sondern einem anderen Gesetz des Zieles folgen, und daß durch die Wege zum angeblich gleichen Ziel in Wahrheit ein völlig anderes, übergelagertes Ziel erfolgt ist.
Der Zweck heiligt also nicht nur nicht alle Mittel, weil das irgendwie "moralisch" sein könnte, nein. Dieser Grundsatz der katholischen Morallehre gründet wie alle Moral in Sein und Wirklichkeit: Die Mittel entscheiden nämlich über den Zweck. So auch hier: Die veränderten Wege führen zu einem anderen, einem übergeordneten Ziel! Aus einem Rechtsanspruch wurde ein Mittel des Totalitarismus.
Mit der kleinen Änderung in der Gesetzeslage wurde aber nun nicht, wie verkündet und dahergelogen, DASSELBE bewirkt wie mit dem alten Gesetz. Sonst hätte man es ja nicht geändert! Nein, die Herrschaften haben schon gewußt, was sie machen. Dazu muß man nur all die Aussagen und Jahreswendebotschaften und Autobahneröffnungsreden dazuschustern, damit aus alledem ein komplettes Bild wird.Wo da überall von "zukunftsfähig" und "modern" gesprochen (und ab und zu auch, aber nur in Ausnahmen - "a jedes Schrifterl ein Gifterl" oder so - geschrieben) wurde. Von zeitgemäß und auf die Erfordernisse der Weltgemeinschaft ausgerichtet, auf internationale Standards und globale Freiheit zum Wirtschaften. Wovon ganz sicher der (leider leider schon längst geschlossene) Bäcker ums Eck am meisten profitiert hat, denn der hätte seine Weckerl auch nach Singapur liefern können, einfach so, wenn er die neuen Anforderungen kapiert hätte. (Vermutlich war er eben auch zu wenig gebildet.)
Denn um dieses HABE - ein Imperativ, diminuiert zum Konjunktiv - geht es. Nur dann ist der Staat und sind die von ihm abhängigen Unternehmen zahlungsfähig, nur dann potent, nur dann ist ihr Hauptziel, das Geld (und damit die aufdiktierte Macht, denn das ist das Geld, das nun in wechselseitiger Abhängigkeit mit der sogenannten Wirtschaft das Blut ist, von dem alle zu trinken haben, das Blut des Lebens) vital und real.Nur dann sind auch genug Steuern und genug Gewinne zu lukrieren. Sodaß es auch ein Wirtschaftsleben geben kann, das den von der Politik an die Wand geworfenen Schaubildern einer Menschheitszukunft entspricht.
Und dazu gehören eben vor allem "Unternehmer", die diese Ziele mittragen und sogar erfüllen. Große Industrieunternehmen, für die Urumji wirklich ein lohnenswerter Markt ist, und die mit geifernden Händen nach dem Soja aus Brasilien greifen.Um die Zahlen des Fünf-Jahres-Plans (pardon, das heißt ja heute "Statistik" und "Wahrscheinlichkeit- und darauf folgender Entscheidungsgewißheit" und "Wissenschaft") für landwirtschaftliche und sonstige Güterversorgung zu erfüllen.Denn darum geht es längst in diesen statistischen Querhirnen, die sich Politiker nennen. Und von der Statistik abhängen, weil die jede Verantwortung übernimmt und abnimmt. Weil jede Entscheidung gewissermaßen "notwendig" war.Man muß heute einfach weiter denken, umfassender, globaler, universalistischer, wissenschaftlicher, dann weiß man das.Also hat die Politik auch die Kriterien, die entscheidend für das Urteil sind, welche Wirtschaft erwünscht und welche nicht so ganz erwünscht (weil nicht zukunftsfähig) ist.
Samstag, 29. September 2018
Sex ist tödlich (2)
Ein Schaden, der sich als wahres Massenphänomen kennzeichnen läßt: Schon mit 35 gescheiterte Leben.
Und er kann damit generalisiert werden, daß ein in allen Erhebungen längst erkanntes (nur nicht in seinen Zusammenhängen identifiziertes) Phänomen auftritt, wo Menschen mit 35, 40 Jahren mit Entsetzen feststellen, daß sie alles falsch gemacht haben. Daß alle Entscheidungen, die sie in jungen Jahren trafen, zu einem Leben führten, das alles das nicht enthält, von dem sie nun draufkommen, daß es ihnen (immer schon) das Allerwichtigste gewesen wäre, das anzustreben aber von den vorgegebenen Wertprioritäten verpönt, ja als falsch klassifiziert worden war. Das sind Dinge wie eine stabile Ehe, Kinder, Familie, also eine weitgehend funktionierende, nicht jeden Tag neu dem Chaos zu entreißende Existenz.
Und dann stellen sie fest, daß auch das nicht stimmt, was heute verkündet wird: Daß sie jederzeit alles noch einmal ändern können. Plötzlich stellen sie nämlich fest, daß so gut wie alle Dinge im Leben auch an ein bestimmtes Alter gebunden sind. Denn man steigt nicht zweimal in den selben Fluß. Alles was man tut hat Konsequenzen.
Diese Realität zeigt sich dann ganz konkret in der die Phantasie treibenden Kräfte, in denen sich der Mensch von diesen Horror-Wesen (durch quasi reale Herausstellung, also Realmachung und Überwindung) befreien möchte. Es treibt die Drehbuchschreiber, die Regisseure, die Filmproduzenten. An alle also, die ihr Ohr am Puls der Zeit haben, in denen somit deren Bewegungen, die in ihnen exemplarisch werden, konkrete, reale Bildgestalt annehmen.
Freitag, 28. September 2018
Sex ist tödlich (1)
Dienstag, 11. April 2017
Erschütterung an der Wahrheit
Was in manchen Stimmungen, meinetwegen, sogar legitim und angenehm ist. Aber nicht mehr. Man hört dann mämlich nicht Schumann, sondern Bernstein, der wie Furtwängler Komponist war, aber die Werke auseinanderriß, die er als Dirigent leitete, und als Steinbruch seines Immanentismus mißbrauchte. Bernstein ist kein Abendländer, sondern Auflehner, Aneigner, Revolutionär ... Dieb. Furtwängler ist ist ist Abendländer. Deshalb ruft seine Interpretation - der Leser achte genau auf sein Inneres! - so viele Bilder hervor, Archetypen des Menschseins, an denen jeder jeder teilhat, der sich in den Geist hebt. Und schließlich die Bilder selbst schafft! Das macht Musik erst beglückend. Als Ordnung der Welt, immer über sich hinausweisend, auf die Wahrheit, den ordo der Schöpfung, den zu sehen Sittlichkeit und Kraft verlangt. Und DANN wird sie zum Erlebnis der Schönheit. Nicht zu einem des simplen "Gefallens", in das man sich zurücklehnen könnte. Es ist doch auffallend, wie genau im selben Maß, in dem sich diese Weltauffassung gewissermaßen fleischlich-physiognomisch ändert, alles jederzeit "konsumabel", der Zugang grenzenlos und leicht wird, sich die Menschen unschöpferisch und ihrer selbst entfremdet wie noch nie fühlen. (Woran natürlich dann andere schuld sein müssen.)
Nicht das Nachschaffen als Subjekt also ist - als terminus technicus - das Problem! Hie wird oft genug viel Unsinn über "Objektivität" geschwafelt, darüber noch ein anderes mal. Objektivität ist Resultat einer sittlichen Beziehung zur Wahrheit. Und diese geläuterte Subjektivität, die Sittlichkeit ist das Wesensmoment, die Färbung, das Licht der künstlerischen Arbeit. Es ist also der sittliche Stand des Künstlers. Deshalb ist er nicht außerhalb einer Kultur und ihres Standes zu denken. Schlechte, niedrige Zeiten können keine gute Kunst mehr hervorbringen. Ist die Liturgie der Kirche am Arsch, wie heute, muß es auch die Kunst sein. Woher sollte sie kommen?
Nur die Gnade - und zugleich sein Leid, sein wirkliches Leid - des Künstlers reicht nicht aus. Sie ist nur Kompaß, weil die Wahrheit dem Künstler existentiell unzverzichtbar an die Hingabe an die Gestalt (die Materie seines Schaffens) gebunden ist. Der heutige Künstler kann sich also fast nur noch wegsaufen und mit Drogen forttragen, weil nichts mehr seine Spannung aufzulösen vermag. Denn er entkommt der Wahrheit nicht, doch nichts mehr hilft ihr zur Gestalt.
Ach, Furtwängler wäre doch so tragisch? Herrschaften, Herrschaften. Eure Nase sei ein wenig heftiger schon vom VdZ gestupst. Dramatisch, symphonische (sonatische) Kunst kann überhaupt nur tragisch sein, wenn sie nicht in der Fuge das Elysische erfaßt. Also muß jede Symphonie (als Sonate per se dramatisch) tragisch sein. Weil das Wesen des Menschen in dieser Welt tragisch ist. Der Rest ist der Schein einer in die Welt hineindrückenden, dort versperrten billigen Ersatzerlösung. Und das wollen Musizisten wie Bernstein, genau das wollen sie, denn sie müssen, von Schuld getrieben, die objektive Erlösung verleugnen.
Donnerstag, 29. Dezember 2016
Der unverzichtbare Moment des Endes
Freitag, 25. März 2016
Filmempfehlung (2)
| Lake Bell |
Auf das Sein zuschreiten, schöpferisches Leben heißt immer: in die insecuritas schreiten. Nur so kann die Welt ganz um- und untergriffen werden - am heutigen Karfreitag keine unwesentliche Aussage ... denn natürlich zeigt sich im Tod am Kreuz das Urbild aller weltschaffenden Prinzipien, wie sie im Abbildhaften, Typischen als Spannung der Dramaturgie erfahrbar werden.
**Hitmen sind von Staaten, Organisationen oder/und Privatgesellschaften engagierte Männer, die in meist institutionell schachen oder zu schwächenden Staaten inoffiziell bleiben sollende Interessen betreiben, die sich eher selten mit den Interessen des betroffenen Volkes oder Staates decken. Und dabei in ihrer Methodenwahl nicht gerade wählerisch und von Skrupeln geplagt sind. Dabei geht es fast immer um Entwicklungshilfegelder, die von reicheren Staaten vergeben werden, deren Verwendung dann aber "zum Wohle gewisser Kapitalinteressenten gesteuert" werden soll.
Donnerstag, 24. März 2016
Filmempfehlung (1)
| Owen Wilson |
Aber das ist in dem Fall gleichgültig. Nicht zum ersten mal war es nur die Form, die aus einer miesen Story eine phantastische Geschichte gemacht hat, ja es ist im letzten immer die Form*. Daß diese Elemente sichtbar werden ist aber im Film selten. Man begreift, daß auch nur ein Funke Ausscheren aus dem alle einen müssenden Ziel alles verloren sein lassen könnte.
Freitag, 22. Mai 2015
Der Zuschauer will nur das eine (2)
Sie werfen biligen Zucker unter die Menschen, und glauben die dadurch erzielte Dankbarkeit hätte einen absoluten Wert. Das ist in der Kirche - Stichtowrt "Niedrigschwelligkeit" - um nichts anders, ja nahm von dort seinen Ausgang. Und das gehörte den Herren mal um die Ohren gedroschen, denn alles beginnt in der Religion. Das sagen sie aber nur noch in heiligen Seminaren oder hochgelahrten Dissertationen, ohne noch zu glauben, daß das auch Wirklichkeitsrelevanz hätte. Wen zieht man damit an? Dasselbe Niveau, das dann auch noch nach unten bricht. Jeder Geist aber, jeder Mensch somit mit Willen zur Vernunft, scheut doch längst das Theater, und das Theater der katholischen Gottesdienste, die billiges Entertainment wurden. Wer heute noch Vernunft (aber schwachen Glauben, also fast jeder) hat, geht weder ins Theater, noch in die Gottesdienste. Da gehörte allen, am Theater nicht weniger als in der Kirche, vom Papst angefangen (und er scheint ja nur darauf zu warten!), gehörig in den Arsch getreten.
Kunst, Inszenierung muß nicht etwas zeigen, das der Zuschauer noch nie gesehen hatte, sonst wäre sie minderwertig. Und sie muß auch niemanden dort "abgholen, wo er steht". Das kann nur das Stück machen, das ist ja seine Qualität (oder nicht). Wer die Spielpläne so einrichtet, hat schon verloren, weil er sich ums Publikum spielt, oder ein falsches aufbaut, anzieht. Das gar keine Kunst sucht. Sondern virtuellen Dauerplausch, um sich in seiner Scheinwirklichkeit des Manichäischen, Soporanaturalistischen zu halten. Dem deshalb jede Minute langweilig ist, wenn es nicht pausenlos auf einer ganz anderen Ebene als der Kunst, im Entertainment nämlich, aus den Sitzen gerissen und persönlich verblüfft wird.* Man füllt die Lücken mit "Interessantheit", wo der Inhalt angebracht wäre, der nicht im Moent liegt, sondern in der nur aus und mit der Erinnerung möglichen Spannung, weil dort die Handlungsbögen abstrahiert werden - als Wirklichkeit. Als statische, eine Wirklichkeit.
Einem Stück läßt sich nichts hinzufügen, es sei denn, es ist sowieso schlecht, stellt eine dieser Grundwirklichkeiten nicht ausreichend dar. Warum aber führt man es dann auf? Nur Gelangweilte fordern etwas "Neues". Sie erinnern sich? Das sind die, die zu Geist - ein schöpferisches, sich übersteigendes Selbstsein, auch des Zuschauers - gar nicht mehr in der Lage sind.
Deshalb kann man gute Stücke, gute Filme, gute Bücher (!) oder was auch immer, immer wieder ansehen, lesen, genießen, egal aus welcher Epoche, und eigentlich auch egal in welchem Kostüm. (Und - man kann eine konkreten Situation im Gedächtnis bewahren, und damit das Wirkliche rememorierend aktualisieren, immer wieder, dem Außen entwachsen.) Gute Kunst verbraucht sich nicht, und nur gute Kunst ist Kunst. Und der Zuschauer möchte das auch: er will Kult, Kult des - Einen, in Zahl Wenigen, aber alles durchdringenden - Wirklichen, in dem er ja selber lebt. Der größte Kult ist im Äußeren scheinbar immer gleich.
Sieht man es nicht, weil man im Zufälligen (und das psychisch Faktische, also auch das oberflächliche, "stark vom Effekt gefangene" Erleben" ist in diesem Sinn fast immer zufällig) verhangen ist, kann man nicht diese Wirklichkeit erneuern, neu in den Willen stellen weil besitzen, und geht unbefriedigt aus einer Vorstellung.
Und stimmt, während man den Mantel anzieht und die Handschuhe glattstreift, in den Chor der Gewohnheitsplauderanten ein, und münzt die eigene Unzufriedenheit mit ihnen um: "Ach, nichts Neues".
Heute erzieht man regelrecht das Publikum um. Das allmählich in der nominalen "Kunst" gar keine Kunst mehr sucht. Den Kult dann woanders hin verlegt. Kunst wird dann zur Attütüde einer virtuellen Lebenshaltung. Die Kunst aber sucht man schließlich woanders.
Donnerstag, 21. Mai 2015
Der Zuschauer will nur das eine (1)
Nur im Rahmen dieser einen bereits im Stück dargestellten Wirklichkeit gibt es dann "Ideen", "Einfälle", "Originelles", was auch immer. Als etwas, in dem man die Vorhandenheit dieser einen Grundwirklichkeit, um die es geht, und die man will und suchte, die den Grund des Theaterbesuchs ist, nicht vermutet hätte. Als Zerreißen eines Schleiers, den das zufällige Faktische der Gegenwart, das zufällig Situative über die Grundwirklichkeiten gelegt, hat, aus denen man lebt, und leben will, weil man sonst gar nicht lebt. Daß selbst hinter diesem Kostüm, das man ja kannte, aber nicht durchdrungen hatte, also über dem Vielfältigen des Einzelnen, dieser, jener historischen (also damit auch: zeitgemäßen) Situation, das Eine - wesentlich nämlich Unsichtbare, weil das wirkliche immer unsichtbar ist - nicht sah, diese eine Wirklichkeit steckt.
Genau das Gegenteil aber verlangt man, besonders seitens der Oberschlauen, die "Bildung" mit "Kennen vieler Zufälligkeiten" verwechseln: von der Regie, dem Bühnenbild, den Schauspielern. Unsichtbarmachung des Wirklichen, indem man es im Zufälligen verschüttet. Und alle reißen sich den Arsch auf, um möglichst irgendetwas "Neues", Unvorhergesehenes "hinzuzufügen". Dann gibt es plötzlich einzelne Schauspieler, die "alle überragten", ein Ensemble das "durch seinen Einfallsreichtum überzeugte", ein Bühnenbild das "alles in den Schatten stellte", einen Regieeinfall, der "die Vorstellung machte". Und alle suchen krampfhaft den Effekt, und die besonders "Intellektuellen" deuten irgendeinen Zufallsdreck dann aufs Stück um, und die Kritiker sagen: Wow, man sieht es nicht, aber es ist super, es ist neu, weil es verblüfft. Und verlegen die Vorstellung in Wahrheit in ihre autistischen Vorstellungszirkel. So werden aus Künstlern, Kunstschaffenden, Bluffer, geschickte Zauberkünstler, und vor allem: Blender.
Dienstag, 31. Dezember 2013
Geheimnis des Neuen
Sonntag, 16. Dezember 2012
Im Zeigen von Pornographie
Wo der Leser die Wirkungen dieser Explizitheiten erfährt, erfährt er somit auch seine eigene Verfaßtheit, in aller Gefährdung zur Unfreiheit, die ja eine Ich-Spaltung ist. Dies soll ihm damit erkennbar werden, indem er erfährt, daß er sich zu sich selbst verhalten kann. Daß Sexualität nicht einfach für sich steht, in jedem Fall Teil seiner Selbst ist, sondern gerade zum Gegenteil werden kann: Ort der Selbstentfremdung weil Wesensverfehlung. Die vielleicht wesentlichste Erfahrung in der Diskussion um die Rolle der Sexualität. Nádas lehnt ja, als Hegelianer, dieses Wesen als Eidos, als zu Erfüllendes, als allem Menschen Vorausgehendes, ab, es ist ihm (wie heute meist) relativ, bloß historisch definiert. Darin unterscheidet sich seine Sichtweise fundamental von der des Verfassers von "Helena".
Nur geht Nádas nicht über das Faktische hinaus, die Welt ist in ihm ausdefiniert. Ja, er stößt mit der Nase auf etwas, das ihm entgeht: Gerade in diesem In-sich-bleiben der körperlichen Welt, das sich mehr und mehr steigern muß, zeigt sich die deutlichste Parallele zum Judenvernichtungswahn des Hitler-Regimes! Je mehr die Situation Deutschlands gefährdet wurde, je näher die Endkatastrophe rückte, desto exzessiver wurde der Fanatismus der "Endlösung". Die Vernichtung der Körperlichkeit der Juden, die aber das entscheidende Problem des Hitler-Regimes nicht lösen konnte, wurde in dem Maß grenzenlos, als die Kriegslage aussichtslos war. Die Lösung lag also nicht im Körper!
Nein, gerade darin widerspricht er sich, ohne es zu merken. Wo er im Gespräch mit dem SF sogar holpert, als er den Menschen damit den Tieren erst gleichstellt, um dann dem Tier doch selektive Wahrnehmung beizulegen. Doch also das Licht dem im Sehen Erkannten vorausgehend?
Das was etwas wirklich ist, ist durch seine Haut, seine Kontur nicht bestimmt. Das rein Leibliche weist nur auf etwas Dahinter hin - das Wirkliche. Und das Wirkliche, das ist für das Auge unsichtbar. Deshalb ist auch das, was im sexuellen Akt passiert, etwas anders als der physikalisch-chemische Austausch von Körperflüssigkeiten, und kein technisch hervorgerufener Orgasmus der Welt vermag die Erfülltheit von hingebender Liebe auch nur annähernd zu bieten. Das Fleisch, schreibt Michel Henry einmal sogar, ist unsichtbar. Was wir sehen ist etwas, das wir mit Leib verobjektivieren, zu einem Gegenstand der Physik machen. Aber seine Wirklichkeit ist ganz anders, jede Leiche erzählt das. (Weshalb jede Pornographie, wenn sie nicht durchbrochen wird, immer mehr den Schaden des Objekts sucht.)
Man sieht dieses wirklich Wirkliche aber nur im Maß der Freiheit des Geistes, und dessen Intentionalität - führen wir hier ruhig das Wort "Herz" ein - ist kein Erkenntnisverhinderungsgrund, sondern Tor der Erkenntnis: als Hinneigung und Suche des Einen Wirklichen, in dem alles enthalten ist, als Suche seiner Heimat, seines Ziels - dem Bestand, der Ewigkeit als Wirklichkeit. Wo die Rolle der Wahrheit einsetzt, die sich auf die Verfaßtheit der Welt als Fleischwerdung des Logos, des Sinns selbst bezieht.* Der für Hegel ja auch nur historisch relativ ist.
Denn nur in der Selbstergreifung, im Geist, im Selbstbesitz als Ganzer, in Leib und Seele in einer Ordnung und damit Ganzheit, kann der Mensch dann auch Erlösung (auch und gerade der Körperlichkeit, die in ihrer Dynamik in die Gesamtordnung des Ich eingegliedert, nicht losgelöst, innerweltlich wie abgetrennt vom Ich verselbständigt ist, was ja das Wesen der Unfreiheit ist) weil Gemeinschaft - im Geist der Wirklichkeit, im alles Umfassenden, dem Einen, dem Ort der Ruhe - finden.
Sonntag, 5. Juni 2011
Suche nach Reinigung
Und nur, weil dieses Erleben der Liturgie fehlt, sehen die Menschen keinen Sinn mehr in der katholischen Religion, suchen Ersatzkulte und Ersatzbefreiung. Das zeigt, daß die Hochfeste des Jahres, wo in der Regel noch üppigere Liturgie zelebriert wird, die Katharsis also noch erfahren wird, auch immer noch guten Kirchenbesuch aufweisen.
Von dort her läßt sich jede Liturgie, jeder Gottesdienst aller Zeite und aller Religionen verstehen, der im Pathos Befreiung bringen soll - Entsühnung, Entschuldung, Versöhnung mit dem Urgrund der Welt.
Donnerstag, 17. Februar 2011
Hochwertiges
Samstag, 20. November 2010
Zurück zur Weite des Ganzen
Der dramatische Konflikt ist immer ein Konflitk der Unfreiheit durch Irrtum, der das Wesen der Rationalität, die Absicherung einer Haltung, sehr einsichtig macht. Und durch diese Neurose (im Sinne von Wilfried Daim: als De-Zentrierung als Lebensform an sich verallgemeinerbar) schließt sich der Mensch, in sich die Spaltung ausformend, von der eigenen Sinneswahrnehmung aus.
Das Geschehen der Handlung treibt diese Beengung, diese mehr oder weniger weit gehende Unfreiheit, zurück in die Wirklichkeit, und schmilzt die rationalistische Engführung in die Weite des Staunens, im poetischen Moment. Zurück, mehr oder weniger, zu einem ganzheitlichen, unbegrenzten Blick, der ein Blick auf unendliche Formen, nicht auf ungeformte Endlosigkeit, ist.


