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Samstag, 15. Juli 2017

Müller und Krenn in derselben Abscheulichkeitslade

Was die Geschichte um die Entlassung von Kardinal Müller als Präfekten der Glaubenskongregation lehrt? 

Sie lehrt, was für ein windelweicher Kriecher Müller immer war. Das ist auch schon alles. Die Geschichte, daß er von einem tobenden Franziskus von einer Messe, mitten in der Zelebration, zu sich befohlen wurde zeigt genau das. Denn das ist ein starkes Zeugnis gegen Müller. Nicht gegen den Papst. Was muß einen Kardinal (!) treiben, ein Meßopfer für unterbrechbar zu halten? Was ist das für eine Charakterleiche, die das glaubt? 

Was ist das für ein ... Katholischer Kardinal, der mit seinem Blut, expressis verbis (es erklärt die rote Farbe) den Glauben und Jesus Christus zu verteidigen geschworen und bewiesen hat, der stante pede von der Messe davonläuft und dafür dann noch den Papst beschuldigt, indem er dann erklärt,  der wie bekannt häufig cholerische, häufig gar vulgär-gossenhaft ausfallende Papst "in schlechter Stimmung"  habe ihm ein belastendes Dossier über einen anderen Kardinal überreichen wollen?

Daß dieser Papst ein größenwahnsinniger, vulgärer, geistesgestörter Irrer, ein abstoßender Charakter ist, das wußte jeder vom ersten Moment an, als er ihn als Papst sah, der noch einen Rest von Vernunft hatte und nicht selber dieser Charakterkloake zubehörte. So ein Drecks- und Lügenregime hat es im Vatikan schon Jahrhunderte nicht mehr gegeben. Das wußte man auch in Argentinien, wo sich Jorge Bergoglio ja so "meritenhaft" behabt hat, daß ihn jeder Katholik dort verachtet hat. Die Geschichte um seinen Verrat an Ordensbrüdern dem Regime gegenüber ist doch weit mehr als eine Episode. Sie ist symptomatisch. Das hat das ihm entgegengebrachte, aber so auffällig unterdrückte Maß an Abscheu längst abgerechnet. Dieser Papst glaubt an nichts, hat das Katholische nie, buchstäblich nie begriffen. Er ist genau jener Dummkopf, der aus Glaubenslosigkeit eben entsteht. Punkt.

Müller aber zum "Opfer der Rechtgläubigkeit" zu stilisieren erinnert fatal an die "Causa Bischof Krenn". Sie ist nicht viel anders. Müller war ja nicht zufällig und buchstäblich ein Schüler des Hegelianers udn späteren Bischofs Kurt Krenn. 

Kreuzesverweigerung. Nichts sonst. Die abscheuliche Meinung zu haben, daß es eine Rechtgläubigkeit ohne Kreuz gäbe, den eigentlichen Aktualisierungsmoment des Heiligen Geistes. Heißt, Heiligkeit in die Selbstrettung einer formalen "Rechtgläubigkeit" abzudrücken, die man kraft Intelligenz jederzeit zu einem perfekten Bild eines irgendso mühelos zusammenzulegenden (ekklektizistischen) Theologismus schustern kann, je nach Auditorium. Aber persönlich, mit Verlaub, verdient Müller, der doch durch selten gesehene Spagatleistungen alles zu bedienen versuchte, nicht das Mitleiden der "Rechtgläubigen", sondern Verachtung.

Bitte, Müller war doch nie der große "defensor fidei", als den ihn diese gesamte Schwuchtelgemeinde der vorgeblich Treu-Gläubigen hochgespielt hat. Der fiel doch jeden Moment um, je nachdem, wen er gerade als Auditorium vor sich wähnte. Blut hat dieser Kardinal - zumindest in allem, was von ihm offen wurde - nie geleistet. Damit hat er als Kardinal auch versagt, eine Entlassung ist damit nur zu logisch.

Daß Bergoglio eine Drecksau ist, wußte jeder. Daß es auch Müller ist, wußte vielleicht noch nicht jeder. Das war deshalb das einzig Neue. Es war längst notwendig. Und es ist in den kolportieren "Leidensgeschichten" dieses dereinst Regensburger Bischofs offenbar geworden.

Müllers Absetzung zum Kriterienfall des Glaubenskrieges zu machen ist deshalb dieselbe Perversion, die sie bei so vielen im "Fall Krenn" motiviert hat. Sie spielt dem Wahnsinnigen namens Bergoglio direkt in die Hände. Denn solchen Abschaum abzukassieren gelänge jedem Müllkutscher,. und er behielte sogar Recht.

Es hat so seine eigene Koinzidität, wenn dieser Argentinier nun und zeitliche (sic!) hergeht und eine neue, dritte Kategorie der Heiligsprechung einführt - die des Glaubenszeugen, der sein Leben "für andere" hingibt, auch ohne explizites Martyrium. Denke der Leser mal darüber nach! Hat aber Müller das? Ist diese Erklärung von Franziskus nicht in diesem Zusammenhang sogar als sehnsüchtiger Zynismus zu bewerten?

Denn Müllers Verhalten kann doch nur Abscheu erregen, wie in der Welt, so in der Kirche: Das Böse weiß, daß es böse und schlecht ist. Aber es verachtet mit vollem Recht genau die, die es hochkommen lassen. Der charakterlich gestörte Narziß haßt die, die ihn in seinem Wahn belassen. Und er vernichtet sie.

Und das wahrhaft Böse ist wie immer und überall, und wie gerade heute, das Gute, das sich hinter ein paar richtigen Sätzen versteckt, aber in Wahrheit verachtenswerte Schwäche ist. Das Schlechte kommt niemals aus eigener Stärke durch, dazu fehlt ihm jede Seinsdynamik. Es kommt nach oben, weil das Gute nicht nur versagt, nein, sondern das Schlechte nach oben zieht.  

Kardinal Müller, der sich in Solidaritätsbekundungen für Bergoglio wieder und wieder überschlug, war doch von Anfang an eine  Niete. Selbst der VdZ hätte ihn entlassen. Wer kann denn solchen Charaktermüll brauchen? Ein Papst? Niemals.

Und man muß sich deshalb sogar fragen, warum jemand so eine Niete an eine derartige Schlüsselposition, die im Ernstfall auch einem Papst widerstehen MUSZ, dorthin setzt. Papst Benedict XVI. war also keineswegs der "tolle Superpapst", zu dem er hochgekocht wurde und sogar noch mehr wird.

Bitte schön, die sogenannten "Katholiken" bieten doch genau diesem Papst exakt jene Rechtfertigung, aus der er seinen Haß auf die Wahrheit regelrecht nähren MUSZ. Ja, das ganze Ponfitikat dieses abstoßenden Argentiniers könnte man unter dem Motto sehen: Gibt es noch Katholiken? Ich möchte sie endlich sehen! Ich glaube es nämlich nicht, weil icih noch nie einen Katholiken erfahren habe.

Aber die wenigsten Katholiken sind noch fähig, die Stimme des Heiligen Geistes zu vernehmen. Weil sie dreckige Sünder sind. Wie der VdZ. Nur - sie erkennen es nicht.

Was aber kann ein "Konservatismus", eine "Katholizität" wert sein, die solche Prunzfiguren fast programmatisch zu ihren Helden stilisiert? Die Antwort möge sich der Leser dieser Zeilen selber geben. Aber - er MÖGE sie sich - endlich! - geben.






*140717*

Donnerstag, 17. September 2015

Die Heiligkeit nichtheiliger Männer (3)

Teil 3) Parallelen - Ach, es geht in einem Aufwasch




Aber das paßt irgendwie so gut in eine andere Angelegenheit. Denn da wurde mit einer nächsten Biographie zum Papst aus Argentinien ein interessanter Umstand in die Öffentlichkeit getragen. Bei dem sich scheinbar niemand etwas dachte. Oder jeder schwieg. Denn da heißt es, daß der Jesuit Bergoglio VOR seiner Erhebung zum Erzbischof keineswegs durch soziale Tatenlustigkeit aufgefallen sei. Vielmehr habe sich dieser Sinneswandel, diese (wie manche es nennen) "Öffnung zur Befreiungstheologie" erst mit dieser Würde - schlagartig - ergeben.

Wer aber ein wenig tiefer in Charakterkunde eintaucht, und eventuell auch die eine oder andere (dabei sogar hagriographische, wie die von Austen Ivereigh; nach dem Ersten Vatikanum kann es ja gar keine anderen Papstbiographien mehr geben, als Hagiographien) Biographie des Herrn Bergoglio gelesen hat, kann nur einen Satz ausstoßen: Ja, was wäre denn typischer für die Linke?

Denn von dem Zeitpunkt an konnte Bergoglio die Gutheit ja anderen verordnen! Mußte er selber sie nur noch vorspielen. Von nun an war es nicht mehr seine persönliche Haut, die er zu Markte tragen mußte! von nun an war es die Haut der anderen, die er fordern konnte weil sogar ... "mußte", und mit frommen Sprüchen - sehr autokratisch, wie es übrigens heißt! - anderen als Weg zum Heil aufzupropfen. Das also aufpfropfen, was er selber nie getan hatte.

Ach Gott, ALS Provinzial der Jesuiten, ALS Erzbischof, ALS Kardinal, ALS Papst dann in großen Gesten Nächstenliebe demonstrieren - das ist doch wirklich ein völlig, ein wirklich völlig anderes Kapitel. Ein reines Gebot der Cleverness. Wer ein wenig Menschenkenntnis hat wird wissen, was damit gemeint ist, er möge es verkünden. Der VdZ ist der Sache ob ihrer Eindeutigkeit längst müde. Und die Heerscharen an Papstfetischisten sind damit ohnehin nicht zu beeindrucken.

Und damit sollte schon nicht mehr mehr zu diesem Pontifikat gesagt sein. Bis zum nächsten Anlaß weil Indiz, das so unheiligen Charakteren wie dem VdZ beim Frühstück aufstößt. Das bei ihm bekanntlich stets umfangreiche Zeitungslektüre heißt - ein Erbe seiner Mutter, Gott sei's geklagt: die frühesten Kindheitserinnerungen sind das Sitzen am Schoß der Frau, die in aller Unbill und Eigentümlichkeit ihres Lebens immer eines tat: täglich eine Stunde bei echtem (!) Bohnenkaffee - in aller Armut, in aller Malzkaffeetradition der von ihr so gehaßten österreichischen Primitivenumgebung - eine Stunde Zeitung zu lesen, sobald die Kinder aus dem Hause waren. Ihr sei damit zugeprostet. Sie hat sich mit den Falschheiten der Frommen auch nie abfinden können.



Nachsatz: Dies ist, einschließlich der wie immer ca. 100 bereits in die Zeitplanung im voraus (die meisten Beiträge sind einen Monat und mehr im voraus verfaßt) eingegebenen, der 5.555te öffentlich zugängige Artikel dieses Blog, sagt die google-Statistik. Bei rund 7.000 verfaßten, teilweise aber wieder verschlossenen Beiträgen, die alles in allem rund 250.000 Besucher seit 2007 hatten, bei einjähriger Sistierung 2011/12, der einem Neuanfang gleichkam. Wieviel Murks, wieviel Mißlungenes - für den einen oder andern vielleicht gelungenen Satz. PARCE NOBIS, DOMINE.




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Mittwoch, 16. September 2015

Die Heiligkeit nichtheiliger Männer (2)

Teil 2) Die Stunde der Gaukler




Die Konstellation war verzwickt, und doch auch so einfach: Beide Seiten, beide Seiten selbsternannter Kirchenreformer, ins vermeintlich Konservative hier, ins vermeintlich Progressive-Moderne dort,  hatten ihren idealen Spielraum gefunden. Und sie taten des Bischofs Arbeit gründlich. Also zumindest das, was Arbeit am effektivsten vortäuscht: Sie produzierten Reaktion. Krenn mußte wieder nichts mehr arbeiten. Er konnte sich zurücklehnen, und das Spiel genüßlich verfolgen. 

Nichts ist in der Diözese mehr passiert. Alle haben gemacht, was sie wollten, was natürlich vor allem den Progressiven entgegenkam, und alle hatten ihr Rechtfertigungsargument und waren plötzlich wichtig. Immerhin stand das Schicksal der Kirche am Spiel, lag in ihren Händen, der Tiber floß vor dem Fensterchen des Klohäuschens vorbei. Wann erlebt man das schon? Und deshalb haben alle so getan, als passierte tatsächlich Weltbewegendes, durch diesen Bischof, der gerne des Kaisers neue Kleider annahm. So dicht war der Blick des Volkes noch nie. Er konnte seine Abende in der Trattoria genüßlich fortsetzen, und am Morgen den Professoren irgendetwas erzählen.

Und die Aufstiegschancen der Progressiven waren noch nie so hoch. Umoveatur ut amoveater, oder wie hieß das alte Weisheitssprüchlein doch? Denn Chancen zur Beförderung hatten ja nur sie. Krenn mußte nur ab und zu ein kleines Kohlestückchen zum Scheinfeuer nachliefern, gewissermaßen "unter Blitzlichtgewitter", und den Gefallen taten ihm die Progressiven sehr gerne, und schrieen gerne auf, sobald es das Herrchen brauchte. Bald brauchte Krenn ohnehin nicht einmal mehr das zu tun. Die sogenannten Konservativen redeten die Früchte ohnehin auch für die andere Seite herbei. Wozu sie noch erbringen, oder gar - mein Gott! das wäre ja Mühe! - durchsetzen, erarbeiten? Da verschmolzen beide Seiten auf bemerkenswerte Weise, denn sie hatten sich ohnehin immer berührt - an ihrem Schwänzchen, am Hinterteil. Dort, wo auch Krenn so gerne saß, sodaß alle Seiten zufrieden grunzend zurücksanken, vereint im Nichtstun, ersoffen im Geräusch lang durchgequatscher lauer Sommernächte. In St. Pölten oder in Rom oder im Stiftsgarten von Herzogenburg, oder in jeweiligen Kampfpostillen. War die Welt jemals schöner?

Irritiert waren nur die einfachen Katholiken, die eigentlich weder hier noch dort standen. Die aber waren leicht zu bedämpfen. Denn die hatten eine fatale Eigenschaft: Sie ... konnten schweigen. Sie nahmen als einzige das Gebot der Diskretion ernst. Wurden sie dennoch unangenehm, wurden sie entfernt. Amoveater ut amoveater, so ungefähr. Und schwiegen ebenfalls. Nahmen als einzige den Glauben ernst. Wie viele der hervorragendsten Pfarren und Pfarrer soll der VdZ denn nennen, die ... schwiegen? Es war eben die Stunde der Gaukler.

Wie soll aber bitte jemand, der die Welt sein ganzes Leben so elegant an der Nase zu führen verstand, jemals Achtung vor den Menschen UND VOR SICH SELBST entwickelt haben? Nur so am Rande gefragt.

Das aber, werte Herrschaften, ist vielleicht wirklich Insiderwissen. Das den Horizont so mancher gewiß übersteigt. Und es sei nur deshalb ein wenig gelüftet, um auf DEREN Ehre hinzuweisen, die auf ihren Namen verzichteten, weil es der Kirche, der Wahrheit diente. Namentlich wird sie der VdZ natürlich nicht nennen. Zumalen Kurt Krenn bei ihnen von etwas Bestimmtem gelebt hat. Wie so oft, wie fast immer eigentlich, es gehörte zu seiner persönlichen Art, was er selber freilich nicht besaß, vielleicht aber doch in seinem letzten, in völliger Zurückgezogenheit und Verschwiegenheit verbrachten Lebensjahrzehnt lernte: Von der Diskretion desjenigen, der sein Leben wirklich für Christus hingibt. 

Die "Insider" jedenfalls, die das Buch mit den angeblichen Krenn-Kolumnen, die er nie geschrieben hatte, herausgegeben haben (was immer heißt: die Veröffentlichungsrisken zu tragen), scheinen das ebenfalls nicht zu kennen. Sonst hätten sie wenigstens geschwiegen. Oder das Buch anders betitelt. Haben sie es aber gewußt, dann muß man sehr ernst fragen, was sie mit dieser Veröffentlichung bezweckt haben. Deren Ehren und vor allem deren Lorbeer nämlich ganz anderen zustünde. Die also Unrecht tun, um ihr kirchenpolitisches Mütchen (und dabei ... ihre eigene Ehre im Blick: "Wir hatten recht!") zu kühlen. Die bei besserem Wissen aber noch eine ganz andere - nicht GANZ so schmeichelhafte - Aussage zur Amtszeit des Kurt Krenn liefern würden. Das war dann so wohl doch nicht beabsichtigt.

Aber das zu sagen muß eben jemand unternehmen, der sowieso nicht heilig wird. Und auch keine Karriereabsichten in der Kirche hat. An dem Hopfen und Malz verloren ist. Leute, deren Hände so voller Blut sind, daß es auf ein paar Spritzer mehr auch nicht mehr ankommt. Unbedeutender Abschaum, der wie die Henker im Niemandsland weit vor den Toren wohnt. Wie der VdZ. Der zur Kenntnis nehmen lernte, daß Menschen oft Bücher geschrieben haben, die sie nie geschrieben haben. Weil sie sich alle so herzlich wenig unterscheiden. Daß aber die, die sie geschrieben haben, niemand kennt.

Nur Gott.

Ist das nicht das Schicksal jedes Schauspielers, wenn er seine Berufung ernst nimmt?



Morgen Teil 3) Parallelen - Ach, es geht in einem Aufwasch





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Dienstag, 15. September 2015

Die Heiligkeit nichtheiliger Männer (1b)

Teil 1b) Zwischenschritt - So manches Detail aus der Schule geplaudert, 
aber nicht zum Hauptstrang des Artikels gehörend. 
Oder doch?
Vielleicht auch nur eine auseinandergeflossene Anmerkung.



Bischöfliches Tafelgut Schloß Ochsenburg im Traisental, St. Pölten
*Krenns Vorgänger, Bischof Franz Zsak, nutzte die Ochsenburg wenigstens als sommerliches (damals noch unbeheizbares) Jagdschloß. Als der VdZ das alles sah (er war mehrmals dort; einer seiner Söhne ist sogar im originalen Silberbecken des ersten Bischofs der Diözese St. Pölten aus dem späten 18. Jhd. eben auf dieser Burg - natürlich im vollständigen (alten) Ritus, in dem er selbst 1961 getauft worden war - getauft worden), begann er zu begreifen, daß dieser gar kein so schlechter Bischof gewesen sein konnte. Und er war froh, von diesem seinerzeit die Firmung empfangen zu haben. 

Denn Franz Zsak war ein Herr, ein Landesfürst im wahrsten Sinn. Sein engster Vertrauter, Freund und Weihekamerad, erzählte dem VdZ, wie irritierend da Bischof Krenn in seiner eigenartigen Jovialität, ja Modernität eigentlich wirkte. Denn man war überall im Lande gewöhnt, man stelle sich das vor!, dem Bischof nur unter aller Ehrenbezeugung - Kniefall, Ringkuß, etc. - zu begegnen. Und Zsak war wie ein Renaissancefürst für seine Launen, seine Unduldsamkeiten bekannt, denen sich jeder fügte. Ein Wort von Zsak - und niemand wagte Widerspruch. Wenn er zur Jagd lud, kam alles, was Rang und Namen hatte. Es gibt (oder: gab) in der Ochsenburg ein wundervolles Portrait in Öl von ihm: Als Fürst stand er da. 

Zsak gehörte der ersten Nachkriegs-Priestergeneration an. Mit der hat es seine eigene Bewandtnis. Die ist interessant, und soll kurz geschildert werden: Unter den Nazis war der Priesternachwuchs ziemlich zum Erliegen gekommen. Junge Männer mußten in den Krieg, sollten nicht Theologie studieren. Dadurch fehlten nach 1945 an allen Ecken und Enden - Priester, während es keine weihereifen Studenten gab. Also wurden die Kandidaten, deren es ausreichend gab, im Schnellverfahren durchs Studium geschleust, um so rasch als möglich "ausgeweiht" zu werden. Das blieb noch einige Zeit so. Dabei wurden natürlich gewisse Qualitätskriterien etwas großzügiger betrachtet, als gut war. Intellektuell wie charakterlich. Denn es war eine Zeit des Wiederaufbaus und der Geburtenexplosion. Und es war eine Zeit mit religiösem Hunger. So sehr, daß - man stelle sich das heute vor! - noch in den 1950ern nicht wenige Priester aus Holland nach Österreich kamen, weil es dort so viele Priesterberufungen gab.

Aus diesen so rasch wie möglich geweihten Priestern sind aus genannten Gründen zum einen natürlich kaum große Theologen oder wissenschaftliche Leuchten hervorgegangen. Zum anderen aber hat so mancher (sagen wir: disziplinäre) Skandal der Kirche, wie sie in den letzten Jahren aufgetaucht waren, ebenfalls dort Wurzeln.

Diese Priestergeneration, die mit weit offenen Armen von der Kirche aufgenommen und umworben (um nicht zu sagen: umhätschelt) wurde, hatte auch ein ganz eigenes Verhältnis zur Kirche und ihren Einrichtungen. Es war ein bißchen, als stünden sie darüber, als wäre die Kirche so etwas wie ihr Privatrefugium Und sie machte natürlich auch sehr schnell Karriere. Als 1962 das Zweite Vatikanum anbrach, saßen sie bereits an allen maßgeblichen Stellen in unseren Länden.  Als Bischöfe, als Lehrer, als Leiter und Lenker. Mit perennierenden Folgen. 

Denn Autorität  muß verliehen werden, man muß nach oben geholt werden. Es ist dabei ein altes Gesetz, daß nur geistig hochstehende Menschen auch Hoch-, ja über ihnen Stehende nachziehen. Das Mittel- und Untermaß aber sieht solche als Bedrohung, es zieht nur unter ihnen stehende nach. So wurden in dieser Zeit personelle Weichen sehr nachhaltig mit gestellt. 

Kurz: Die Kirche war dem Ansturm der Zeit, dem Vatikanum, den 68ern, der sexuellen Revolution, dem wissenschaftlichen Umbruch (Biologie/Evolutionslehre, etc. etc.), intellektuell nicht mehr gewachsen, so hat es der VdZ auch erlebt, hatte keine Antworten mehr. Ja, zum Teil zumindest ist dieses Mißtrauen in die älteren Geister, das diese Revolution anfachte, gar erst aus dieser Schwäche heraus entstanden. Auch der VdZ hat seine Lehrer bereits als intellektuell hilflos erfahren, angesichts einer Zeit, die einfach alles in Frage zu stellen begann, und deren Vollgestalt wir heute sehen.

Das ist deshalb gesagt, weil in diese Situation hinein die eigenartige Aufbruchsstimmung des Konzils wie ein Tornado gewütet haben  muß, vermutlich aber sogar daraus entstanden ist. Denn intellektuell ausgewogenere Geister, um es so zu formulieren, hätten wohl etwas weniger überzogene Erwartung produziert, oder auf die Laien (durch die Medien wurde erstmals ein Konzil fortlaufend auch in Laienkreisen heftig diskutiert) mäßigend eingewirkt. Was dann konkret in den Diözesen, in den Pfarren, in der Kirche passierte, ist in den Augen des VdZ (und so hat er es in den frühen 1970ern erlebt: als unglaubliches Kasperltheater) die glatte Folge einer intellektuell bereits desaströsen Lage. Und zwar bei den wie durch die Priester ... jener Nachkriegs-Generation. Das erklärt  nicht alles. Aber der VdZ hat diesbezüglich viele Beobachtungen gemacht, sodaß er zu dieser These kam.

Die Geschichte der Diözese St. Pölten ist eine Geschichte von Bischöfen, die allesamt viele Jahrzehnte herrschten. Als stille, eigentliche Könige eines Landes, das nie einen König gehabt hatte, weil als Mark dem Territorialprinzip, nie dem Personalprinzip unterworfen war. Hier waren sei je Gesetze am Boden verhaftet, nicht in der personalen Würde der Stammeszugehörigkeit wie im Kern Deutschlands. Deshalb konnte sich in Österreich auch Zentralismus, Absolutismus entwickeln - anders als im übrigen Deutschland. Im Bischof hatte man aber gewissen personalen Ersatz.

Krenn hingegen trat auf wie ein Kumpel vom Sauftisch. Er war - und das mag seltsam klingen, ist aber selbst von manchen Gegnern so gesehen worden - modern, besonders in seinem Umgang mit Form, riß Distanzen nieder. Ihm widersprach jeder, selbst der einfachste Mann aus Eggenburg an der Pimpf, spätestens nach dem fünften Bier auf der mittlerweile durchgebogenen Jahrmarktsgarnitur, was dem Bischof wichtiger schien als die Liturgie. Ehe der Bischof der aufgekratzten Männerrunde zu später Stunde mit schwerem Zungenschlag das Du antrug. 

Unter Krenn zerfiel tatsächlich die Autorität des Bischofs in der Diözese St. Pölten, er verluderte das großartige, wenn auch oft eigentümliche, dabei aber so lokal-verwurzelte Erbe, das ihm seine Vorgänger hinterlassen hatte. Und er befremdete damit viele Menschen. Der VdZ hat in zahllosen Pfarrbesuchen die Irritationen vieler erlebt, die keinesfalls "gegen Krenn" und schon gar "gegen die Kirche" gewesen waren, die sich einfach aber nicht mehr auskannten. Die Leute Niederösterreichs hatten es dabei doch immer "lieber streng" gehabt. Wie also "gegen den Bischof" sein? Das kann man doch gar nicht? Daß sie das doch könnten, hat erst Krenn ihnen klargemacht. Bis praktisch überall auf den Tischen die Mäuse tanzten. Glaubensinhalte waren plötzlich diskutabel. Das waren sie noch unter Zsak nie gewesen. DAS war Krenns größter "Verdienst".

Was meint denn der Leser, warum so mancher Bekannte aus Krenns früheren Jahren, oder seine Studenten, es nicht verstehen konnten, warum er nun plötzlich als "konservativer Hardliner" dastand, der nicht mit sich reden ließ? "Das ist er doch nie gewesen?!" Tatsächlich. Das war er nie. Das ergab sich so. Unter dem Bergoglio-Papst hätte sein Profil auch deutlich anders ausgesehen, das wagt der VdZ zu behaupten. Unter dem Polen Johannes Paul II. war anderes gefragt. 

Dieser Mann hätte niemals in eine so hohe Position gehoben werden dürfen. Zu der es mehr braucht als ein wenig (eloquente) Hegelkenntnis, eine charmant abgenuschelte Dissertation, die im Gegensatz zu wissenschaftlich wirklich knallharten Dissertationen, die sich bescheiden bestenfalls auf den letzten zehn Seiten zu solchen Ausflügen wagen, zu 100 % aus Spekulation besteht (so interessant sie auch zu lesen ist, der VdZ mag Spekulation). Und schon gar mehr als clevere Seilschaften, deren Rudimente noch heute in der Landschaft des Vatikan herumstehen, sodaß so mancher Kardinal besser ganz kleine Kuchen backen sollte. Sein Boden ist dünn. Während so mancher seiner früheren "Studenten" und Kollegen, unter ihnen ebenfalls mancher Kardinal oder ehrenwerte Wissenschaftler, ihn ... ohnehin nie mochte.

Beim VdZ war es freilich umgekehrt - er mochte ihn, er entdeckte sofort viele Ähnlichkeiten. Krenn aber mochte wohl genau deshalb IHN nicht. Wer dieses Gegenüber wirklich war, hat ihn ja nie interessiert. Das interessiert in der Kirche traditionell ohnehin niemanden, das nur so nebenbei. Kleriker sind meist geschlagen von Neid, durch die weltliche Impotenz, zu der sie verurteilt sind, und Mißachtung. Ihre Kernprobleme, wie der VdZ heute weiß, die vieles in der Kirche erhellen, auch die Überbetonung von (vergegenständlichter) "Liebesbezeugung" (wozu sich ja social media bestens eignen, die sich ja generell bestens eignen, alles mögliche als Scheinbild zu vergegenständlichen, das in Wirklichkeit fehlt) sowie die von Laienmöglichkeiten; die soll diese Schwäche kompensieren. Diese Haltung hat dazu geführt, daß die eigentlichen Schichten des Katholizismus - die mit handfester Lebenspraxis und einer auch geistigen Erdung, die keine Grillen zuläßt - sich in der Kirche nicht mehr beheimatet fühlen. Die Kirche hat ihr "Publikum" (bhühnentechnisch gesprochen) nicht verloren - sie hat es "aussortiert". Ausgesiebt wurde ihr eigentlicher Kern, geblieben ist der wirklichkeitsferne, verstiegene und ideologisierende Rest. Auch das spricht für die Plausibilität der o. a. Thesen über das Geschehen nach dem Krieg. Das betrifft auch, ja insbesonders sogar, die "neuen/erneuerten" Gruppen, fast immer Formen von Religionssimulation.

Krenn hat also den VdZ nur als Gefahr begriffen, das hat er sofort nach dem Gespräch geäußert, das wurde dem VdZ hinterbracht. Und eigentlich nicht ganz zu Unrecht, auch er witterte Parallelen. Die es gab. Er war - wie der VdZ - ohne Vater aufgewachsen, beiden verstarb er früh. Wenn die Mutter den Vater nicht mitlebt - NICHT ersetzt! ihn nur stellvertretend wahrnimmt, als verweisende Tangente bestehen läßt! - entsteht ein Muttersöhnchen, auch oft durch explizites Männlichkeitsgehabe verdeckt. (Siehe männliche Türken - die Türken sind in Wirklichkeit matriarchalisch organisiert!; siehe ... Krenn hat einmal geboxt; der VdZ hat sich in seiner Jugend stark im Sport engagiert.) Und Muttersöhnchen haben nur ein Wirkmittel, zum Rest - der eigentlichen Realität - fehlt ihnen der Mut: Die Sprache. So, wie die Frauen eben agieren. Wenn es nicht gelingt, das zu überwinden, bleibt solch ein "Mann" ein eloquentes (Mann bzw. Vater zurückweisendes) "Weib", dessen Wirklichkeit nur die Sprache (und damit Moral, Wahrheit, Autorität bzw. Karriere, Titel, etc. etc. als Herrschaftsmittel) bleibt. Gerade dann nämlich, wenn er es durch Jovialität überspielt. Denn dann kann er die Ebenen nicht auseinanderhalten, sieht die Trennung zwischen Amt und Person nicht mehr, okkupiert ersteres. Krenn hielt die Kirche in ganz Österreich wie in Geiselhaft. Auch er - ein Nachkriegspriester im obigen Sinn?




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Die Heiligkeit nichtheiliger Männer (1a)

Oh mein Gott, was für einen Mann haben wir doch da vom Stuhle Petrie gestoßen, oder zumindest: Von dem eines seiner treuesten Apostel, des seinerzeitigen Bischofs von St. Pölten. Denn da erzählen uns die "Insider", die nie unterbrochen am Mythos vom großen Kirchenmärtyrer Krenn reden, daß er - was für eine Überraschung! - "von 1993-2004" in der Kronen Zeitung, dem Massenblatt mit der weltweit höchsten nationalen Durchdringung die Leserzahlen betreffend (in Österreich erreicht die Krone, wie sie überall genannt wird, an die 3 Mio Leser täglich, und ist im übrigen die Nachfolgezeitung für ein uraltes Monarchieblatt gleichen Namens, mit einer höchst interessanten Geschichte der Wiederauferstehung, die die gesamte Innenpolitik Österreichs nach dem Kriege einbetrifft) mit seiner Kolumne "Christianus" beglückt habe.

Ja, werte Herrschaften, schnallen Sie sich angesichts dieser Enthüllung fest: Es war niemand anders als Bischof Kurt Krenn! Und diese Kolumnen, eine Art Vermächtnis eines zweifellos großen Bischofs, oder so, sind nun als Buch herausgegeben. Preiset den Herren! Und schlagt an die Brust, ihr Häretiker und Sünder, die damals seine Absetzung betrieben haben, hier zeigt sich ein wahrer Rechtgläubiger, ein defensor fidei gar.

So will es uns zumindest die der tiefen Dolchstoßlegende (die bereits 2004 vom VdZ auf seinen Ambrosius-Seiten, dem Vorgängerblatt dieses Blog, angekündigt worden war) gewidmete Neuerscheinung "Kurt Krenn - Christianus - 50 Zeilen mit Gott" weismachen. Mein Gott, was hat dieser Mann nicht alles an Weisheiten von sich gegeben! Wir werden noch bereuen, meinte damals ein gewisser Abgeordneter (hieß er Stadler? man hört ja nichts mehr), daß wir ihn nicht mehr haben. Hier haben wir nun den Beweis. 

Tja, der eine ganz klitzekleine Schlagseite hat. Denn der Verfasser dieser jeden Sonntag über acht oder neun Jahre erscheinenden Kolumne (wofür an uns für sich dem alten Herrn Dichand, einer der Wiederbegründer, einem Mann vom wirklich alten, ja legendärem Schrot und Korn, zu danken ist, keine Frage) war ... NICHT Kurt Krenn. 

Ja, es ist unter seinem Namen gelaufen, als inszeniertes Geheimnis gewissermaßen. Aber geschrieben, geschrieben, werte Leserschaft, hat die Kolumnen jemand anderer. Eigentlich: Mehrere andere. Zum Teil (mittlerweile) sehr honorige Personen, mancher Leser würde staunen. Der VdZ kennt persönlich deren mehrere. Stützen der Kirche darunter, in stiller Arbeit.

Die zum Teil sogar versucht haben, die recht guten Honorare, die sie dafür erhielten - einer nannte es einmal "Blutgeld" (weil man damit der Kirche wegen den Ruhm eines Menschen fördert, der es nicht verdient) - so anzulegen, daß Gott nicht erzürnen möge. Etwa in Altarkostbarkeiten. Denn das hat Krenn natürlich weitergegeben. Sein Einkommen (der VdZ sah einmal eine seiner Gehaltsabrechnungen) reichte auch so locker. Da war auch die Schludrigkeit ohne Belang, mit der man unter Krenn das bischöfliche Tafelgut (Gut Ochsenburg) behandelte.* Geld spielt in der Kirche bis heute nur dann eine Rolle, wenn man will daß es eine Rolle spielt. Auch in kirchenfondsgeblößten Österreich. Nicht nur im fetten Deutschland.

Gewiß, am Anfang der Kolumnen, da stammte die eine oder andere Kolumne noch von ihm. Man erkennt sie ja recht rasch an diesem leicht abgehobenen, wattiert-professoralen Ton. Selten genug. Aber wer seine Dissertation gelesen hat - "Vermittlung und Differenz? Vom Sinn des Seins in der Befindlichkeit der Partizipation beim hl. Thomas von Aquin" - weiß sowieso, wovon die Rede ist. Der VdZ hätte (dabei wirklich: mit wohlwollendem Amüsement) nämlich nicht geglaubt, was er da sah.

Denn hier schlägt sich jener (dem VdZ bestens bekannter) Charakter auf, weit mehr als jedes Wissenschaftskapitel, wie er später mehr und mehr zutrage trat. Der mit ungemeinem Geschick an Eloquenz, getragen dabei von einer unglaublichen, durch die Seiten regelrecht aufsteigenden Ahnung von den Möglichkeiten der Faulheit, auf der Klaviatur des Bluffs spielte, mit der er generell sein Leben meisterte, solange es eben ging. Krenns Theologiekenntnisse kennzeichnete einmal jemand, der es wirklich wissen mußte, als "naja, ein bisserl Denzinger halt, was man halt schnell mal nachschlagen kann".

Sodaß man sich - der VdZ meint es sehr sehr wohlwollend, es hat etwas von Originalität, keine Frage - die Zeit des Betreffenden in Rom wunderbar vorstellen kann: Bei besten Weinen bis spät in die Nacht hinein in den wunderbaren Tavernen der Ewigen Stadt verbracht, bei äußerst amüsanten, dabei ach wie tiefgründigen Reden in bestimmten Kreisen von Krähen, von denen einer der anderen doch niemals ein Auge ausgehackt hätte oder aushackte (denn die meisten leben ja noch), und am Weg zur Lehrstätte noch mit Brummschädel überlegend, was er den Professoren nun wieder auftischen würde. Man liest es in seiner Dissertation mit.

In dieser überaus persönlichen, dabei durchaus charmanten, unter anderen Umständen und in anderem Rahmen sogar ganz gewiß charmanten Affinität zu den tiefgestaffelten Genußmöglichkeiten der Hauptstadt der Welt in den frühen 1960er Jahren. 

Was, als Gewohnheit auch als späterer Bischof beibehalten, im übrigen dann die ewigfrommen und gewiß heiligen Katholisierer der letzten Jahrzehnte - die Herausgeber dieser Sammlung von sonntäglichen Episteln gehören dazu - zum geheimnisvollen Munkeln anleitete, er sei ganz gewiß und in natürlichster Regelmäßigkeit zum Gabelfrühstück beim Papst geladen. Et cetera, et ceterae, erspare man dem VdZ (und der Sache; es dient nichts und niemandem) weitere Details.


Auch heute - Teil 1b) Zwischenschritt - So manches Detail aus der Schule geplaudert, 
aber nicht zum Hauptstrang des Artikels gehörend. 
Oder doch?
Vielleicht auch nur eine auseinandergeflossene Anmerkung. 



Jedenfalls morgen -  Teil 2) Die Stunde der Gaukler





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Donnerstag, 20. März 2014

Funktionalistischer Zentralismus

Einen gewiß sehr richtigen Vorschlag bringt Martin Mosebach in einem Rundfunkinterview, das er dem Deutschlandradio gab. Auf die Frage, wen er sich als Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz denn wünsche, meinte er: Wenn er sich etwas wünschen dürfte, dann - daß es gar keine Bischofskonferenz mehr gebe. Die Zusammenfassung der Bischöfe zu einem ganzdeutschen Gremium habe die Illusion einer Nationalkirche gebracht, die in Wahrheit die persönliche Verantwortung aber auch Durchschlagskraft der einzelnen Bischöfe schwäche. Statt einer geeinten Stimme gäbe es nun eine Stimme des Kompromisses unter lauter einzelnen Geschwächten, deren jeder sich hinter der Anonymität des Gremiums verschanzen könne. Damit hat sich auch die Bedeutung des Bischofs in seiner Aufgabe verundeutlicht. Bischöfe haben sich hinter Beschlüssen von Bischofskonferenzen verkrochen, genauso sich für die Gläubigen das Wesen der Kirche zu einer Meta-Organisation hin aufgelöst hat, der sie gegenüberstehen - statt einer Person.

Zusammenfassungen und hierarchische Zuordnungen hatte ja auch vor dem 2. Vatikanum das Kirchenrecht immer gegeben, in Erzbistümern etwa, oder in anlaßbezogenen Synoden. Seither aber hat die Schaffung von Bischofskonferenzen neue Zuständigkeiten gebracht, die im Kirchenrecht gar nie vorgesehen wären, und auch dem Prinzip persönlicher Verantwortung und Zordnung - Bischof und Kirchenvolk in einer Diözese -  widersprechen. Denn in jedem Bischof begegnet den Menschen die volle Priester-, Leitungs- und Gnadengewalt der Kirche. "Für den Gläubigen ist sein Bischof der Papst," meint Mosebach dazu.

Der Verfasser dieser Zeilen hat in seiner Zeit in der Diözese St. Pölten selbst erlebt, wie sich nach und nach diözesane Einrichtungen in vorgeblich schlagkräftigere, gesamtösterreichische Einrichtungen aufgelöst hatten und auflösen sollten. Mit jedesmal demselben Ergebnis: die diözesanen Strukturen haben sich in Luft aufgelöst, die Einrichtungen verkamen zu wurzellosen, parallelkirchlichen Spielwiesen von Funktionären. Wo sie im Einzelnen und vor Ort noch im Bestand blieben war dies nur dem gesunden Instinkt lokaler Verantwortlicher zuzuschreiben. Am Beispiel St. Pölten hat sich damals gezeigt, daß diese überregionalen Gremien die quasi legalisierte Fluchtmöglichkeit vor der diözesan-bischöflichen Disziplin bedeuteten. Vom Geld, das für solche Einrichtungen der "Überdiözese", die ja zu guten Teilen die Strukturen einer Diözese imitieren, verbraten wird, gar nicht zu reden.

Während die Wirkkraft der Kirche nirgendwo zu-, sondern überall abnahm! Was man natürlich der bequemen Ausrede genereller Zeittendenzen zuschrieb. Statt zu sehen, daß man selbst diese Tendenzen schuft und schafft.




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