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Sonntag, 11. August 2024

Sie machen alles selber

Zum "Terror" in Wien - Geschah da wirklich mehr als künstlich einen Megaskandal zu produzieren? Und eine hirnlose Paranoia zu züchten, der Islamismus wäre aktiv, der uns in jedem Hofeingang erwartet, der von keiner Kamera erfaßt ist, die auf in Containern eingerichteten Regieräumen der Wachpolizei (O-Vorschlag der FPÖ Wien) moderiert wird? Oder hat da das extrem effiziente "Messer-Trageverbot" der Wiener Stadt-SPÖ seltsamerweise nichts bewirkt?

Ist tatsächlich ein Moslem mit zwei Messern der Grund, so ein Riesenevent abzusagen, was immer dieses Event - außer Tourismuskapunze (die Hotelpreise sind um 45 % hochgeschnalzt, moralisch ein schweres Vergehen des Wuchers)? 
Mir kommt da etwas komisch, ja lächerlich vor. Da sind zu viele Charaktere im Spiel, die nichts auslassen, um sich wichtig fühlen zu können, und aufs Tableau einer "geschichtlichen Tat" gehoben werden, die extra für alle diese geschaffen wurde. Taylor Swift eingerechnet.

Sonntag, 5. November 2023

Sehnsucht nach der einstigen Einheit

Die Vorstelluingswelg so mancher dürfte umstützen,, wenn ihzr das erlaubt würde, geht man den Ursprüngen der sogenannten Rock-, also "schlagenden" Musik nach. Ich bin zu faul um die Titel herauszusuchen, aber ich habe einige interessante musikhistorische Abhandlungen gelesen, in denen vor 100 Jahren ziemlich klar und schlüssig herausgearbeitet wurde, daß die uns in der amerikanischen "schlagenden" Musik - Jazz, Beat, Rock, aber auch Soul, Blues und wie die Richtungen alle heißen - als dies sich die Musik im Neuen Kontinent etabliert hat, in nicht andeem gründen als in der europäischen Musiktradition des 15. und 19. Jahrhunderts. gründen. 

Und nicht wenige Stücke, die der Halbgeildete als "KLassik" bezeidchnet, belegen es jedem Musikinterssierten: ALLES SHCON ENTHALTEN. 

Sonntag, 11. Juni 2023

Ein unbeschwerter Neubeginn - Sonntag, Neubeginn als Fest

Auch harte Wochen wie die vergangene werden überwunden. Und es wird einem gewahr, daß doch nix passiert ist, daß es doch ganz gut (es war also nur mal ein bissel schwerer, was aber keineswegs sinnlos war) weitergeht. Das macht doch froh? Also mich - auf jeden Fall. ;-) Der ich mich manchmal frage, warum doch immer wieder Ängste entstehen - wo doch mein Leben, das ins letzte Drittel oder Viertel oder gar Fünftel geht, ein einziges Wunder war. Ein Wunder, weil ich mich frage: Wie habe ich es geschafft, "durchzukommen"? Das muß ein Wunder gewesen sein.

Sonntag, 16. April 2023

Unter der Linde

Am Abend kamen sie zusammen, und sangen iohre Lieder, spielten ihre Melodien, und tanzten ihre Tänze. Frauen, Männer, Kinder und Tanten, Onkel und Cousins, Krämer und Schmiede, Zimmerleute und Knechte. Und der Pan ließ ein Faß Frühwein schicken, denn er war sehr zufrieden.

Denn die Mägde hatten den Flasch gesät. Nun galt es nur noch u bieten. Gott mnöge den Segen von oben senden, den Regen, die Sonne, den  Wind, den-Sturm, _die Vögel, die Bienen, die Ameisen, die Wiesel und die Zobel, daß wir dereitns ernten, was er gegeben, weil wir die Bedingungen dazu geschaffen und den ERfolg im Rauch zu ihm aufsteigne haben lassen. haben.

Laßt uns Männer und Frauen deshalb das Leben feiern, wo immer es sich zeigen will. Wo wir, die Heren der Welt, die Geburtshelfer des Seins, es mit jenem Samen bedecken, der die geggebene Erde zur Welt macht. 

Sonntag, 9. April 2023

Frohe Ostern!

Ein frohes, gnaden- und segensreiches Ostern 2023!

_Wünst allen Lesern Und Wohlgesonnten dieses Blog

W. Ambrosius

Zum Festtag Die sehr vergnügliche Gabe des Viktor Borge, Wie man eine Mozart Opter in wenigen Minuten kapieren könnte.

Sonntag, 26. März 2023

Vor dem Throne Gottes stehend

Hymne der Cherubim
V. I. Tschaikowsky


Der zweite Chor der Engel- die Cherubim  - sindf die Engel des Göttlichen Wissens. Insofern sind sie die "Trageengel", weil alles Göttliche (und damit die Schöpöfung als Analogie, also in ihrer Grammatik) aus dem Wissen Gottes stammt. Dir krnnrn fsmit auch die göttlichen Geheimnisse. Sie sind die erste operative Kraft der Göttlichen Schönheit - denn alles Realgewordene stammt aus der Gestalt. Somit stammt die Schöpfung aus der Gestalt Jesus Christus. 

Deshalb werden die vier evangelischen Apostel oft mit den Cherubim auf eine Stufe gestellt, und deren Symbole ähneln in ihrer Struktur denen der Cherubim als die Vermittler Göttlichen Wissens - halb Mensch bzw. irdisches Lebewesen, halb Geistwesen. 

(Siehe: Jesus Christus, der Ursprung und das Ziel - ganz Mensch, ganz Gott. Im Menschen analog, ähnlich, aber nicht ontologisch gleich.)

Freitag, 24. März 2023

Die Einbekenntnis der Schuld

Schuldbekenntnis
V. i. Tschaikovsky


Das erste Verhältnis des Menschen, somit seine erste Konsituende, ist die Schuld. Nichts verdankt sich sich selbst, alles verdankt sich Gott. Wo dieses Verhältnis, das sämtliche Religion der Welt (und damit das Sühnopfer) grundlegt, fehlt, kann von einem realen menschlichen Verhältnis zu Gott gar nicht gesprochen werden. 

Deshalb ist die zentrale existentielle Verfehlung des Menschen dieser Zeit, die nur in den Untergang führen KANN, die Verweigerung dieses Schuldverhältnisses, die geistige Verwirrung des Glaubens an eine mögliche Autonomie. Deshalb ist der verzweifelte Versuch, die Schuld durch den Zwang eines mechanistischen Gerechtigkeitsgedankens (siehe Psychologie) fortzuschwätzen, eine Reasktion auf die Abkehr von Gott, eine Reaktion auf die Schuld, die vor Gott verborgen werden soll. Besser eine Welt ohzrn Gott, als eine Welt in der die eigene Schuld offenliegt. Der Mensch begann, sich in den Traum zu flüchten.

Ohne Einbekenntnis der Schuld aber ist die gesamte menschliche Existenz ihrer Realität beraubt. Der Mensch "existiert" also auf eine Weise gar nicht. Berühzrte er nicht genau durch diese Verweigerung der Schuld, die ein aktives Tun ist, also ein Akt sein muß, die geistige Wahrheit in Gott, so würder er augenblicklich ins Nichts fallen. Denn alles Geschöpfliche kann nur und nur soweit bestehen, als es im Wissen Gottes steht. 

Sonntag, 19. März 2023

Oh Mädchen, mein Mädchen


Oh Mädchen, hört doch di Stimme. Oh Mädchen, höre doch das Wehen. Hier der ganze Film. Rudolf äschock in blendender Stimm-Dispositon. Von dem Fischer-Dieskau schreibt, er hätte das Zeug gehabt, der größte Tenor der deutshen Geschichte zu werden 

Wäre er nicht zu gerne zu beliebt gewesen. Seine Filmerfolge haben (so Fischer-Dieskau) leider sehr dazu beigeragen. Mit denen ich übrgens aufgewachsen bin. Und? Ich war als Jugendlicher begeistert von ihm. Siehe: Samstag Nachmittag-Filme.  So wollte ich einmal meiner Liebsten begegnen.

 

Mittwoch, 15. Februar 2023

Beben

Stellen Sie die tonanlage auf GANZ LAUT, stellen Sie sich vor die Ausgabegeräte, und erfahren Sie dann, was geschieht.

Der Mensch, diese Analogie zu Gott, wird zum alles durchdringenden und durchdrungenen Ton, Rhythmus ist die Welt weil die Schöpfung, Klang und Sage das alles im Bestand Gehaltene Gottes.

Der Westen löst sich im Ton auf, und daraus wird er neu erstehen. Der Osten, aus dem die Sonne jeden Tag aufsteht,, er IST aber der Ton, aus dem alles geformt werden wird. Wie es der Ton ist, der alles zertrümmert. Und die Anarchie des Heiligen ausruft - die Hierarchie, in der sich die Welt aus ihrem innersten Abbilde her ordnet. Denn alles ist Bild, alles Gestalt, das Sein hat. Klang. Ton. Wort. Raum. Gestalt.

Montag, 26. Dezember 2022

Transeamus usque Bethlehem! (2)

Die Zeit heilt keine Wunden. Sie läßt sie sogar erst aufbrechen weil sie jeden Versuch, Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit zu schaffen, als das ausblühen läßt, was es ist. - Man sagt, daß die Zeit alle Wunden heile. Als wäre das so einfach wahr! Hier hat sich vieles sogar wieder gedreht, das meinte nicht nur die Glatzerin vom Hotel am alten Preußischen Tor. Das rund um die Brücke eine Bieleumbauung bietet, die mehr an echter Romantik hat, als sich Filmregisseure je vorstellen konnten. Da unten meint man jeden Augenblick die Heidelinde zu sehen, die die Wäsche im Fluß spült, und da drüben den ollen Heinmück, der mit zerfleddertem Hut und löchrigen, hochgekrempelten Hosen einen Weißfisch im Flachwasser zu fangen versucht. Heute jedenfalls hat man denn auch wirklich den Eindruck, daß man sich allmählich wagt, das Deutsche zu hassen, das mit den nun so freizügig möglichen Besuchern (wir kannten aber damals noch nicht Corona; dieser Seitenhieb muß sein) daherkommt, als wäre er hier mehr zu Hause als ... ja, als was, als wer? Das Dumme ist nämlich, daß das tatsächlich so sein könnte. Aber wer würde das noch je zugeben wollen, der nicht in Gefahr geraten wollte, zum Revisionisten und Neo-Nazi gestempelt zu werden?

Die jungen Polen wollen davon aber aus anderen Gründen nichts mehr wissen, ja die kennen es gar nicht mehr. Die sind also an Nazi-Etiketten und den alten Deutschen überhaupt nicht mehr interessiert.

Sonntag, 25. Dezember 2022

Transeamus usque Bethlehem! (1)

War ich ergriffen, als ich nach Eisersdorf an der Biele kam, das heute Zselezno (stimmhaft gesprochen, ist das "Schelesno") geheißen wird? Es liegt in einer unglaublich üppig wirkenden, tiefgrünen, aber nicht sehr gepflegten Senke nahe Glatz an der (kleinen, der Grafschafter) Neiße, das in selber Transponierung Klotzko (sprich hier "Gwotzko") genannt wird.

Ich war viel nüchterner, fast kalt im Inneren, als ich im Sommer 2016 vor der schlichten und in seinen Anfängen weil vom Baukorpus her erkennbar gotischen, nun in frischem Geld des Spätbarocks gehüllten Dorfkirche stand. Die ich von den Erzählungen der Mutter her inhaltlich, von alten kleinen Schwarz-Weiß-Photographien (mit diesem ausgefransten Rand, Sie kennen das) kennen sollte. Aber wie anders wirkte nun alles. 

Auf den Bildern hatte sie nie so wenig barockisiert gewirkt. Diese Neigung zum Kitsch, die auf die heutigen Menschen hatte warten müssen, war typisch. Und erst im späten 18. Jahrhundert über das Alte gelegt worden, als der olle Fritz den bekannt starrköpfigen Glatzern den Glauben lassen mußte.

Sonntag, 27. November 2022

Den Blick aufs Gute gerichtet

Wenn es mir nicht gut geht und ich nciht schlafen kann, dann zähle ich das, womit ich gesegnet bin - anstelle von Schafen.
When I'm worried and I can't sleep, I count my blessings instead of sheep. And I fall asleep counting my blessings. 
When my bankroll is getting small, I think when I had none at all. And I fall asleep counting my blessings
Man kann tatsächlich nicht genug davor warnen, sich an die Betrachtungen des Schlechten, Negativen zu binden. Es erkennen, es anschauen, ja es genau anschauenn- ja, das ist notwendig. Aber darüber hinaus zählt doch die (sehr thomistisch zu stellende) Frage, wie es dann aber sein kann, daß es die Welt überhaupt NOCH GIBT. 

Es muß also für Gott etwas geben, das es ihm wert erscheine läßt, sein Sein weiterhin an die Menschen mitzuteilen. Und das tut er tatsächlich - und er tut es in seinem realen Erscheinen unter uns Menschen. In jeder Heiligen Messe, in den Schönheiten er Kunst, in den Getragenheiten durch reales, fleischliches, blutvolles Leben. 

Freitag, 4. November 2022

Wenn Mütter gar nicht singen, werden Kindertränen zu Kritikertiraden

Da singt eine Mutter für ihr Baby, und der Sentimentalitätspapp einer spezifischen Gutmenschenart jubelt es zu irgendeinem Beweis hoch, der bewegen soll, aber nur Knöpfe aufruft, wie es sich zu fühlen hat, wenn man bewegt ist. Umso mehr, als Kindlein am Ende des kurzen Videos zu weinen beginnt. Aber das hat seinen Grund.

Wir, werter Leser, Sie und ich, wir wissen, warum es weint. Weil die Mutter so schlecht singt. Nein, gar nicht singt. Sie belkt. Und das tut einem unverfälschten (wenn auch noch nicht gebildeten, das heißt der Wahrheit der Natur zugeformten) Gehör, also noch gar nichts hört, sodern nur irgendwelche Sinnesdaten geliefert bekommt, ohne daß es sich wehren kann. (Die Sinne - Tastsinn als erster, Schmecken als zweiter, Gehör als dritter, das Riechen als vierter - sind unbedingt und leidend und deshalb besonders physiologisch prägend. Nur das Sehen kann der Mensch abschirmen, es ist also der Letztgereihte der Sinne - weil der Voraussetzungsreichste.)

Mittwoch, 19. Oktober 2022

La Commedia e finita

Der Umstand, daß der Westen die von der russischen Nationalbank angelegten Gelder "eingefroren" hat und immer wieder deren Totalkonfisktion diskutiert wird, um die Schäden, die die Ukraine "erlitten" hat abzudecken, was als Legimierung des Raubes dienen soll, hat einen mehrfachen Rückstoß eingebaut, der die ganze Welt, also auch uns, aber in und dasselbe lehrt:

Daß die totale Verlagerung der Geldflüsse auf digitale Medien eine Steuerung weil Erpressung jederzeit möglich macht. Das hat die Welt nun begriffen, und es wird sich auf den Dollar wie den Euro als "Weltreservewährungen" noch dramatisch auswirken. Kein Staat wird zuklünftig noch das Vertrauen haben, daß solcherart geliehenes Geld auch wieder zurückfließen wird, wenn man den Kreditnehmern, dem Westen, nicht genehm ist.

Dienstag, 18. Oktober 2022

Als Amerika da und dort noch Kultur werden wollte

Natürlich vergebens, das war nie im Sinne des Unternehmens, das als "Revolution des Volkes" ausgegeben, aber ein einziges Wirtschaftsunternehmen war. Solange es aber nicht störte, und damit die Illusion so vieler aufrechterhalten ließ, bitte, gerne auch mal "Kunst", durchaus auch mal "Religion" ... Das macht sich immer gut in der Vita. Denn irgendwie kriegt man das Sein als Referenzpunkt doch nicht weg. Das schafft nicht mal Satan.

Natalie Cole mit "Autumn Leaves". Herbstblätter. Aber alles Wesentliche doch eine rein europäische Leistung. Musik: Jozsef Kozma. Worte: Johnny Mercer. Amerikanisch damit nur im Versuch, die (sentimentalische) Interpretation als entscheidend zu bewerten.

Dienstag, 3. Mai 2022

Allen Henkelschädeln ins Ohr gefiedelt

Gerne komme ich der Bitte nach, und kündige an dieser Stelle ein nächstes Konzert der (nunmehr sich so bezeichnenden, bislang als "Dornrosen" bekannten) "Schick-Sisters" für den 7. Mai, 20,00 Uhr, in den Klagenfurter Kammerlichtspielen an.
 
Das Theater ist uns wohl bekannt, und war Schauplatz der Uraufführung meines Stücks "Ich bin doch (nicht) Elvis" vor nunmehr über zehn Jahren. Inszeniert von Michaela Mahrhauser, hat der sich heute im Kärntner Lokalraum gut etablierte (ehemalige Freizeit-) Elvis-Imitator "Buzgi" Michael Buchacher eine Kabaretttragödie rund um die fixe Idee gespielt und gesungen, einfach BERÜHMT zu werden. Zwar auch, weil man etwas gleich oder besser kann, als es ein anderer kann. Wobei, das Womit der ruhm erreicht wird eher eine Nebenrolle spielt und die Frage eines Karriereplans ist. 

Das Lebensglück ist aber insofern bestimmt, als es mit der Sendung an den Ort zu tun hat, in den hinein man geboren ist. Nur dort ist man dann auch geborgen, nur dort kann sich ein Leben erfüllen.

Unten findet der Leser eine Kostprobe der Kunst der drei musizierenden Mädels, die nicht nur mit ihrem Äußeren spielen (behaupte ich), um das Schicksal des Elvis-Imitators (s.o.) DOCH zu durchstoßen, und ein eigenes zu erlangen. Das mehr ihren Phantasien entspricht. (Aber die Gretchenfrage ist, ob diese eigene Vorstellung mit der Vorsehung Gottes übereinstimmt.) 

Sonntag, 10. April 2022

Das Erschüttern. Der Leidenssonntag.

Es mag sein, daß ich das "Stabat Mater" von Antonin Dworak bereits einmal gebracht habe. Immerhin war es vor dreißig, vierzig Jahren eine meiner Lieblingsmusiken. Ja, auch weil jeder Zeit ihre Musik braucht, hat, wählt, liebt. Was umso mehr erzählen könnte, als manchen dieses Stabat Mater (etwa verglichen mit dem von Pergolesi, oder dem von Pucchini, wobei ich meine, der habe doch mit dem Mährer Dworak schon ziemlich viel gemein? sei's drum) viel zu ästhetisierend, quasi-romantisch, verspielt etc. ist. Zu wenig damit, wie einer meinte, gar für einen der Kartage passend, an denen ich es hier bringe. Und Palmsonntag gehört ja schon der Karwoche an. 

Freilich, liturgischer Gesang ist es nicht. Betrachend aber schon, und als solches mag ich es nach wie vor, und es wehrt sich nichts in mir, wenn diese Schichte der Erinnerung* angestoßen wird. Und wem es zu sentimental ist, der möge weghören, während es die Frauen schluchzend im Salon hören, als stünde der Leidensmann vor ihnen. Als ginge es darum, ihn mit jedem Ton weinend zu berühren. 

Samstag, 17. Oktober 2020

Die überirdische Gestalt in der Geschichte des Gesangs

"Auf die Frage, wen er für den bedeutendsten Tenor überhaupt halte, antwortete Luciano Pavarotti: Wunderlich. 

Dietrich Fischer-Dieskau, der in seinem Urteil über Kollegen nicht gerade zum Lobpreisen neigte, berichtete, wie er irgendwann in den 1950ern gemeinsam mit einem ihm unbekannten jungen Tenor als Solist in einem Oratorium auftrat und beinahe erschrocken sei, als er zum ersten Male diese Stimme hörte. Die lyrische Frische, der Schmelz, die Natürlichkeit und schlichte Herzinnigkeit Wunderlichs waren einzigartig. Wenn je gesangskulturelle Vollendung erreicht wurde, dann durch ihn." (Zitiert nach Michael Klonovsky)







Freitag, 5. Juni 2020

Als wir noch die Hände schüttelten (3)

Der Druck "von unten" war sicher kaum noch zu ertragen. Also hat die mannsfeste Regierung Kurz nachgegeben. Und nur deshalb hat die rein in Zahlen ausgedrückt gewiß nicht als Massenphänomen gelten zu sehende Innung der Tanzschulen durchgesetzt, daß die österreichischen Tanzschulen ab 15. Mai wieder öffnen dürfen. Freilich, nur unter Einhaltung strenger "Hygienestandards", und vor allem: Unter Einhaltung der Abstandsregel. Mundschutz sowieso, davon muß man gar nicht reden. 

Also bieten die Tanzschulen getrenntes Programm: Einmal Tanzkurse, wo beide Partner (seltsam, daß Tanz heute nur noch zwei oder gar einen Beteiligten kennt, nein, schade: Denn es gab mal eine Zeit, und es gibt auch heute noch Tänze und Kulturkreise mit solchen Choreographien, wo weit mehr Personen involviert sind, und ihre Rolle zu spielen haben).

Und dann Tanzkurse für Paare, die zusammenleben, also sozusagen "ein Paar" sind, damit nämlich als "Haushalt" gelten. Der immer schon aus jeder Abstandsregel ausgenommen war. Das ist ja der Grund, warum Familien seit je der "größte Herd" der Ansteckung waren, je abgesperrter, desto mehr sogar. Wir haben aber brav gelernt: Die Regierung hat immer Recht. Denn sie tut alles nach streng rationalen Maßstäben. Leider paßt zwar die Rationalität sehr oft nicht in dieselbe Schachtel. Aber mein Gott, tritt man sie halt hinein. So wie jeder sicher schon mal zu viel Inhalt in zu wenig Koffer gestopft hat.

Also gut. Tanzen die Singles halt Zumba und TschaTschaTscha und Twist, unter Auslassung mancher Figuren und unter Frustration des massivsten Motivs hinter dem Besuch einer Tanzschule - DER Partnerbörse schlechthin - weil immer mit einem Meter dazwischen. Während die Ehepaare (und bescheinigten Lebenspartner) endlich wieder Tango, Walzer und vor allem den L'Amour-Hatscher* aufwärmen können.


*"Hatschen"=österr.; schlaffen, schlurfenden Schritts oder generell ungemessen gehen, deshalb auch situationsbezogen in der Bedeutung von hinken oder mit Behinderung, aber schlicht auch einfach langsam gehen, wo es sich mit "owizahn" ("herunterziehen") zu überschneiden beginnt, was aber mehr willensbetont zu verstehen ist. Weshalb ein "owizahter L'Amour-Hatscher" zu den schlimmsten Erscheinungen auf der Tanzfläche zählt, weil schon recht wenig Begeisterung der Tanzpartner füreinander zum Ausdruck bringt. Was nicht unbedingt schöne Anblicke auf der Tanzfläche bietet, weshalb arrivierte Tanzschulen gewissen Wert auf den "erotischen Faktor" (eros, der Gott des Lockens und Anziehens) legen.

Der "L'Amour-Hatscher" selbst gehört zu den bekanntesten österreichischen Volkstänzen. Im berühmt-berüchtigten fünf-Vierterl-Takt (in manchen Gebieten des Alpenlandes auch ausgeweitet auf sieben- oder acht-Vierterl) gelingt er in seiner schleifenden, eleganten wie anschmiegsamen Rhythmik besonders gut, und kann meist zu jedem Musikstück getanzt werden, das einen gewissen Anspruch an Sentiment und Liebesrausch (und gewisser körperlicher Bedürfnisse einer hier aus Gründen der Diskretion nicht weiter spezifizierten Art) erfüllt. Als Beispiele seien hier die Grundmelodien von "I'm just a lonely boy" oder "Only You" angeführt, aber auch zu "Je t'aime" wird er gerne getanzt, was sich aber eher nur für Fortgeschrittene eignet.



*150520*

Montag, 1. Juni 2020

Vielleicht wollten alle nur noch lachen (3)

Teil 3) Und stelle Dir vor, wir leben in einer Komödie. 
Und tun so, wie Kinder beim Spiel, als sei das tief ernst. 
Stelle, werter Leser, Dir das nur vor - mußt Du da nicht lachen?
Und ist das nicht auffallend leicht? Was hat uns das zu sagen?


Und hier offenbarte sich erneut der Sinn der Österreicher für Witz. Dem derzeit freilich noch die Dichter zu fehlen scheinen, die ihn auf die Bühnen bringen. Oder sagen wir es doch anders, denn so ist es wahrer: Weil jenen Dichtern die Bühnen verweigert werden, die diesen offiziösen Ernst als das zeigen würden, was er ist: Witz.
Aber der logos hat sich dennoch Bahn gebrochen. Wie immer. Weil nur Sein, nur das Gute bleiben kann. Und das zeigt sich  in der Coronakrise umso deutlicher, je länger diese "Krise" dauert. Es ist der Logos, der den wahren Charakter, die Wirklichkeit hinter allem, offenbart. 
Denn logos inkarniert, sonst gäbe es überhaupt kein Ding. Und er ist erkennbar, weil auf den Menschen ausgerichtet. Sodaß er dem Willigen, dem Zustimmenden, den man "Vernünftigen" (oder Komödiendichter) nennt, die wirkliche Wirklichkeit hinter der Geschichtserzählung seiner Zeit zeigt - die wahre Geschichte somit offenbart. 
Die sehr sehr oft weitab von jener Wirklichkeit steht, als die sie von den Menschen erklärt ("geschaffen", oh, welch Luftding, welch herrliche Umfassendheit des Wortes Begriff!) und definiert wurde. 
Ganze Kapitel der Weltgeschichte sind schon deshalb in die Gestalt einer Komödie gerückt. Und so verstanden ist es wirklich aufregend, was wir derzeit erleben: Wir erleben etwas, das tatsächlich in die Geschichte eingehen wird. 
Denn das Gravierende, das in jedem Fall für die Geschichtsbücher ausreichen wird, ist der unermeßliche Schaden, der bereits angerichtet wurde. Also dieses Zeil ist von den "Auserwählten", den "Erlösergestalten" der Gegenwart, schon erreicht. Aber es wird eine Komödie sein. Über die spätere Generationen den Kopf schütteln, hoffentlich aber so herzlich lachen werden, wie über Lysistrata oder Samia.
Wenn hier als aktuelles Beispiel dafür eine der zahllosen Detailverordnungen und -erlässe dieser Regierung angeführt werden soll, ohne noch groß darauf einzugehen, weil sie von selbst spricht, dann nur, um genau diese wunderbare, geheimnisvolle Vorsehung Gottes, den logos der Welt und Schöpfung, zu belegen: 

Die Regierung aus Türkis-Grün vulgo ÖVP (die Entsprechung zur bundesdeutschen CDU/CSU), mit Kanzler Kurz an der Spitze, und Vizekanzler Kogler als Adlatus, hat nämlich wieder einmal Erlässe im Bündel herausgegeben, um der Coronakrise ein so wirklichkeitsähnlich wie möglich gefärbtes Kleidchen umzuhängen. (Sodaß man sich allen Ernstes fragen  muß, ob nicht die Regierung selbst ein ganz anderes Ziel hat als die Bevölkerung glaubt: Nämlich das, eine wirkliche Komödie realiter zu inszenieren, mit einem freilich nietzscheanisch-wagnerianisch gewaltigen Kulissen- und Kostümefundus, samt einer Staatskasse wie die von König Ludwig, die am Ende ebenso leer und überzogen ist.)

Welch Absicht sich aber in zahllose Ausführungsverordnungen ergießt, die manche entzückende Details festlegen. Denn ein Schöpfer eines Stücks sieht es ja vor sich, und ist manchmal bis ins Detail besessen von seinen inneren Bildern. Wie zum Beispiel jenem, wie sich inmitten von Abstandsverordnungen und Maskenpflicht ... Blasmusikkapellen, diese wunderbaren Instrumente österreichischer und bayrisch-süddeutscher Volkskultur beim Durchschlängeln der Gassen und Straßen ihrer Heimat zu verhalten und zu präsentieren haben.

Wo es da lautet: 
Blasmusikkapellen haben nur mit Mundschutz aufzutreten. 

Bild Unser-Mitteleuropa
Was eigent sich besser als Blasmusik, die dem Österreicher und dem Süddeutschen generell, dieses Wahlvolk per excellence, bis ins Blut vertraut ist, um den wahren Herren der Wirklichkeit zum Ausdruck zu bringen? Diesen Herren in seinen wahren Absichten zu zeigen, und gefälligste Ehrerbietung zu erheischen, die nötigenfalls sogar mit Polizeigewalt durchzusetzen ist? Was eignet sich besser als dem Bläser einer Tuba einen Gazevorhang vor den Mund zu gebieten, durch den er sein Humbdada zu pressen habe?

Freunde, wir haben den Witz gewollt, aber wir haben es nicht zugegeben, daß er uns beherrsche. Nun aber haben wir diese geheime Absicht erfüllt bekommen: Der Witz beherrscht uns! Deo gratias. Glücklich somit derjenige, der den wahren Charakter dieser Zeit erkennt. Gott schütze hingeben denjenigen, der das nicht tut, der an den Ernst dieser uns an die Gerufenheit seiner Stunde glaubt. Er ist der, über den in 50 und in 500 Jahren gelacht werden wird. Denn er ist  lächerlich. 

Das Lachen, das er verdient, haben zu seiner Zeit vielleicht noch nicht viele geerntet, und manchmal wissen überhaupt nur die Schreiber von Komödien darum. 

Aber auf jeden Fall haben es die Künftigen, als einer der vielen Schätze der Erinnerung, der ihnen eine Stunde des Witzes gewährt, wann immer sie diese Schatzkiste öffnen. Und in diese Kiste legen wir auch diese Episode, stellvertretend für eine Epoche. Alhamdulilah.



*140520*