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Sonntag, 21. Juli 2019

Der selbstverschuldete Verlust der Identität (2)

Teil 2)




In gewissem Sinn kann man deshalb tatsächlich sagen, daß Gott ein Nationalist ist.  Denn die von ihm dem Menschen zugedachte Form ist die, in einem Volk als Nation zu leben. Als Kulturraum, der in sich stabil und geschlossen eine Lebensform kultiviert hat und kultiviert, die jedem, der in diesen Raum hineingeboren ist, prägt, Halt und eine Identität gibt, die ihn zu einem möglichst gelungenen (und damit: katholischen, dem Heil zugewandten) Leben führt. Das ist katholische Religion als Same, als Quelle aller Werturteile, die dann alle Formen, in denen sich der Mensch organisiert, prägt und durchdringt. Daran bemißt sich Erziehung, Schule, Verhalten. Eine "multikulturelle" Lebensform ist deshalb ein Widerspruch in sich, die auf den Einzelnen demoralisierende, auf seine Identität fatale Auswirkungen hat. 

Die ein offenes Tor für jene Form von "Universalismus" bietet, die als Zweitwirklichkeit, als Pseudologie alle Menschen zu Ideologiegetriebenen enteigentlicht. Offen damit für Propaganda und für "Meinungs- und Situationsethik". Denn es fehlt das, was jede "Nation" kennzeichnet: die Sprache der Wahrheit, die Sprache Gottes, die aller Schöpfung zugrunde liegende Ordnung aus Sinn - den logos.*

Wie sehr das zur Natur des Menschen gehört, zeigt sich in dem, was als "nationalistische Bewegungen" etc. aufsteht. Es ist, sagt E. Michael Jones in diesem Gespräch bei einem kanadischen Alternativsender, die Gegenwehr der Unterdrückten, "the return of the suppressed".

Der Grundfehler aber war und ist, daß die Kirche allen Ernstes die Trennung von Kirche und Staat zu verkünden begonnen hat. Das hat dazu geführt, daß sich die Kirche in mittlerweile allen Bereichen dem Staat untergeordnet hat, der damit das verändert hat, was die Kirche auch als Moral vertritt. Besonders tragisch hat sich das auf die katholischen Hochschulen** ausgewirkt, von wo aus die Verwirrung ihre systematische Verbreitung fand. Die Kirche ist regelrecht "enthauptet"! Und am einfachsten kann man das daraus erkennen, daß sie von außen, vom Staat, von der Gesellschaft die Autorität bezieht, was wahr zu sein hat und was nicht. Sie ist sich nicht einmal mehr selbst Autorität! Sämtliche Katholiken, sämtliche Kleriker lechzen wie Wüstendurchquerer nach Wasser nach öffentlicher Anerkennung. Anstatt sich auf die Ehre vor Gott zu beziehen, die die Wahrheit allein ist und über allem Staat, über aller Gesellschaft steht.






*Wenn sich Jones immer wieder auf die "gemeinsame Sprache" bezieht, so widerspricht der VdZ insofern, als es für ein einiges Volk, eine Nation, NICHT notwendig ist, daß dort nur eine Sprache gesprochen wird. Der Bezug auf logos ist vor allem ein Bezug auf einen Ort, auf den sich ein Mensch bezieht, und das heißt, daß auch verschiedene Völker oder Teilvölker oder Teile aus Völkern (meinetwegen: Minderheiten) in einer Nation Platz und Heimat haben können. ES hat auch mit "rassischen Merkmalen" nichts zu tun. Daß das nur in einer Sprache möglich sein soll, ist eine Idee, die erst mit den Legitimationsansprüchen Frankreichs unter Richelieu angesichts seiner Gebietsansprüche auf Lothringen, wo in weiten Teilen deutsch gesprochen wurde, als die eigentliche Geburtsstunde des späteren europäischen "Nationalismus" angesehen werden muß. 

Jones schränkt den logos-Begriff in gewisser Hinsicht manchmal zu viel ein, aber warten wir, was er in dem Buch, an dem er derzeit arbeitet und das "logos" zum Inhalt hat, darüber schreiben wird. Es genügt, wenn es eine "objektive Sprache" für Wissenschaft, Verwaltung oder Religion gibt, wie es früher das Latein bei uns war und die aus ihrem Wesen heraus überregionale Bedeutung - bei immer feststehendem, einen Inhalt - haben. Das sich somit als ein Grundelement der Einheit einer Nation erkennen läßt!

**Der VdZ erinnert sich an dieser Stelle an den exemplarischen Fall der Katholischen Theologischen Fakultät in Prag, wo etwa 1995 der katholischen Fakultät das Öffentlichkeitsreicht abzusprechen gedroht wurde, wenn sie nicht die Prinzipien der "Gleichberechtigung von Mann und Frau" einführen würde.




Wenn Verschwörungen keine Theorien mehr sind (2)

Teil 2)



4. Die CIA betrieb illegal und heimlich und in ungeheurem Umfang an ahnungslosen Bürgern Experimente zur Kontrolle von Verhalten, Gedanken und Vorgängen im Gehirn
Schon in den 1970er Jahren ist öffentlich gemacht worden, daß der CIA in den 1950ern und 1960ern ein Programm unter dem Namen "MKULTRA" betrieb, in dem an tausenden Amerikanern Experimente angestellt wurden, wie man deren Gedanken und Gefühle kontrollieren und verändern konnte.  Dabei ist noch immer der Großteil der Akten unter Verschluß. Aber was man aus den veröffentlichten Dokumenten ersehen kann, ist erschreckend genug. Die illegalen Versuche "studierten" durch Verabreichung von Drogen (vor allem LSD), wie Menschen zu verändern wären. Ebenso wurden psychologische Folter, sexueller Mißbrauch und direkte Folter als Mittel angewandt, um die Psyche von Probanden zu brechen. Das steht heute sogar auf Wikipedia. Ebenso wurde mit Erpressung experimentiert, indem Personen in verfängliche Situationen gelockt wurden, die man heimlich dokumentierte und filmte.

Eine weitere Versuchsreihe war darauf ausgerichtet, Menschen zu "deprogrammieren", das heißt durch Drogen oder Elektroschocks ihr Gedächtnis auszulöschen und anschließend "neu zusammenzusetzen". Prozesse von Opfern, die den Staat verklagen, laufen bis in unsere Tage. Dabei kommen immer wieder Details zu Tage, die den Verdacht erhärten, daß die nicht bekannt gegebenen Versuche und Verbrechen in Umfang und Qualität jedes menschliche Vorstellungsvermögen übersteigen. Sogar Waffen wurden entwickelt, darunter eine Pistole, die Herzinfarkte bewirkte. Riesige Gelder wurden auch an Universitäten und Krankenhäuser transferiert, die mit dem CIA zusammenarbeiteten und etwa Patienten als Versuchskaninchen zur Verfügung stellten oder "Auftragsstudien" durchführten, um "menschliches Verhalten" zu studieren. Diese Programme liefen zumindest bis 1970. Hier die öffentlich gemachte Dokumentation zu dieser Tatsache.





5. Es gibt weitreichende Untersuchungen, wie durch Chemikalien männliche Frösche dazu gebracht werden können, sich in weibliche Frösche zu verändern.

Warum dieser Punkt in die Liste kam ist dem VdZ freilich nicht ganz nachvollziehbar. Denn dazu muß man keine "geheimen Kenntnisse" haben, das ist seit achtzig Jahren und mehr klares Wissen der Biologie. Nachdem die Gestaltnahme zum Männlichen immer ein "Zusatzprozeß" ist, in dem durch genetische Anlage einer genuin (scheinbar) amorphen=weiblichen Eigrundlage soweit verändert, daß daraus ein männliches Wesen wird, kann dieser Prozeß natürlich gestört werden. Die Folge sind Fehlbildungen oder Hermaphroditentum, wie wir auch bei Menschen feststellen können. Das allein auf "Atrazin" (ein Pestizid) zurückzuführen oder auf Hormonbeigaben im Trinkwasser und ähnliches ist aber verfehlte Interpretation des Möglichen.

Man kann den Männlichkeitsprozeß stören, ja, aber nicht definitiv aufheben. Er bleibt dann eben unerfüllte Potenz. Vor allem aber darf man nicht den Fehler machen, von Amphibien (wo das am häufigsten beobachtet werden kann, so daß es dort sogar zu einer Bestandsgefahr werden kann) auf den Menschen zu schließen. Denn erstens sind Amphibien besonders anfällig dafür, ihre "Gestalt" ist "weich", um es so zu sagen, also relativ niedrig stehend. Die Kraft, sozusagen, der Materia eine dauerhafte Form aufzuprägen, ist noch relativ schwach und nicht zentral. Die direkte Wechselwirkung mit der materiellen Umwelt ist somit sehr ausgeprägt.

Beim Menschen wirkt das Ganze in jedem seiner Teile

Während der Mensch eine prinzipiell andere fundierte Seele hat - eine Geistseele eben, deren Formprägung von Idee ausgeht und hierein mündet. Die die körperlichen Prozesse untrennbar durchdrungen hat, von Beginn der Empfängnis an. Das heißt, daß die menschliche Form beziehungsweise Substanz immer "vollkommen" weil mit ihrem (individuell seienden) Urbild verbunden ist, und damit als je ganzer Mann oder ganze Frau, so daß nur ihre historisch-faktische Gestaltwerdung beeinträchtigt (erschwert) werden kann. Ungefähr so, als würde man einem Menschen von Geburt an einen Arm am Rücken festbinden oder amputieren.

Gerade dieser letzte Fall zeigt, daß es zwar tatsächlich Verschwörungen gibt, keine Frage, als geheime Vorgänge, die mit uns und unserer Geschichte und Politik zu tun haben. Aber viele der Ängste, die davor bestehen, haben ihren Grund in einem fehlerhaften, völlig unzureichenden, materialistischen, mechanistischen Menschenbild, das wir selbst haben und zu dem wir verbildet wurden. Vor allem, wo es darum geht, was man uns durch Substanzen oder Psychoprogramme "antun" kann. So daß viele Ängste unberechtigt sind. Selbst wenn die Vorgänge - wie man sieht - Tatsachen und keine Verschwörungstheorien paranoider Idioten sind, und selbst wenn die Initiatoren mancher Programme selber daran glauben, daß sie tiefgreifende Änderungen beim Menschen vornehmen können.

Das fällt dann "lediglich" unter eine andere Kategorie: Grausamkeit, Größenwahn, Hochmut, Unmenschlichkeit, etc. Man kann uns manches im Leben erschweren, gewiß, man kann uns das Leben zur Hölle machen, gewiß, und es ist angebracht alles zu tun, um sich zu wehren und unsere Lieben zu schützen, damit sie nicht fallen, nicht gebrochen werden. Denn unseres Sinnes - und nur daraus lebt man, das ist unsere eigentliche Substanz! - kann uns niemand ernsthaft berauben, wenn wir es nicht zulassen. Und dazu gehört ... das Kreuz, als Schlüsselpunkt, als entscheidender Punkt. Denn es ist der Eintrittspunkt des Lebens. Wo wir uns also nicht in den Tod - in Jesus Christus - stellen, übergeben wir uns in den wirklichen Tod, der nicht mehr zum Leben weist, weil wir alles in unseren eigenen, eigensinnigen (also nicht logos-verweisenden) Händen halten.

Wenn, dann machen wir uns unsere Paranoia oft also tatsächlich selber. Und viele Ängste, die wir haben, "sollen" wir haben, weil sie uns schwächen. Der irrende Mensch steht immer (!) auf schwankem Grund und braucht die Angst des anderen, um selbst stärker zu wirken und seine eigene Angst (vor dem Nichts) zu überspielen. Viele der Dinge, die man meint, mit uns anstellen zu können, stammen aber aus derselben Dummheitsküche wie jene Lügen- und Irrtumssuppe, von der wir oft genug eine zu große Portion genommen haben. Und an Bedrohungen glauben, die es gar nicht gibt, oder mit denen wir leicht fertig werden können. Daß es heute so viele dieser Bedrohungen gibt, hängt in allererster Linie nur damit zusammen: Weil wir schon so verbildet, unvernünftig weil nicht mehr in der wirklichen Wirklichkeit, auch nicht mehr in festen, Halt gebenden, immer wieder "erdenden" sozialen Strukturen verwurzelt sind, so daß man uns leicht und viel einreden kann.

Dennoch ist der 20-minütige-Film "Fünf Verschwörungstheorien, die sich als richtig herausgestellt haben" recht interessant.




Samstag, 20. Juli 2019

Der selbstverschuldete Verlust der Identität (1)

Was ist der Unterschied zwischen Kanada und den USA? Wir können das gleich ausweiten: Was ist der Unterschied zwischen Deutschland, Österreich und den USA? Ein Katholik kann sich in den USA in allen Fragen der Sexualmoral zu Wort melden und die Lehre der Kirche vertreten, und er wird die Bischöfe auf seiner Seite haben (von einzelnen Ausnahmen abgesehen). In unseren Ländern ebenso wie in Kanada (durch die "Winnipeg Statement", gleichbedeutend mit der "Königsteiner Erklärung" und der "Mariatroster Erklärung") aber ist jede katholische Identität zerstört. Denn hier gaben die Bischöfe unisono die Losung aus, daß es in Ordnung ist, Aussagen zu machen (und Lebensformen zu wählen), die gegen den Katholizismus stehen. Ja, wer in diesen Ländern Aussagen speziell zur Sexualmoral macht - Verhütung, Abtreibung, Homosexualität, Genderismus ... - wird es sofort mit den Bischöfen zu tun bekommen, die ihn korrigieren und abschatten.

Wie in Kanada wurde in der Folge dieser Erklärungen die genuine Identität zerstört. Was und wer heute Katholik ist, ist so beliebig wie zu sagen, man sei ein "guter Mensch". Durch kein objektives Kriterium mehr definierbar, sondern bloß subjektives Gehabe, sonst nichts.

Aber das hat weit mächtigere Folgen. Damit hat sich die Kirche so entscheidend geschwächt, daß sie bei uns (wie in Kanada) keine Stimme im Kulturkampf hat. Sie hat sämtliche öffentlichen Schlachten seither auch verloren, sei es in der Pornographie und deren Verbreitung, sei es in der Frage um die "Ehe für alle", sei es in der Frage um die "Sexualerziehung", die heute vom Staat verordnet über unsere Jugend oktroyiert wird und deren Moral zerstört. Wo immer noch katholische Moral vertreten werden will, wird sie zu einer privaten Veranstaltung von ein paar "Spinnern". Und wo immer die katholische Moral noch vertreten wird, hat sie gerade aus katholischen Kreisen eine Opposition zu ertragen, die sie sofort neutralisiert.

Und noch eine Folge hat diese Selbstauslöschung der katholischen Kirche, die von den Bischöfen selbst implementiert wurde. Sie löst das erste Fundament jeder Identität auf. Und das ist die Religion. Die nächste Folge ist, daß die Menschen - deren erste Grundlage Identität ist, die also immer nach Identitätsmerkmalen suchen, wenn sie keine haben, das heißt im sozialen Wechselspiel in der Luft hängen, verunsichert sind, sich irgendwie in Gefahr sehen - nach Merkmalen greifen, die sie definieren, und das heißt: von anderen unterscheiden. Die Folge ist, was man als "Rassismus" bezeichnet. Wo die ethnisch-religiöse Identität aufgelöst wird, bleibt den Menschen bei uns nur noch die Zuflucht zu absurden (weil gar nicht definierbaren, gar nicht relevanten) Kategorien wie "Weiße" zu sein, um einen Lebensraum zu reklamieren, in dem sie leben können wie es ihrer Natur entspricht. Alle anderen Kategorien werden und wurden ihnen bereits genommen. 

Dazu kommt in Deutschland wie in Österreich (und in Kanada) der Umstand, daß ein Merkmal auferlegt wurde, das es in dieser Form nicht gibt, das keine wirkliche Identitätsbasis bildet: Nun sind wir Österreicher, Kanadier oder Deutsche. Aber das sind wir nicht, keiner von uns. Wir sind Sachsen, Hannoveraner, Bayern, Badener oder Allgäuer, Steirer, Kärntner, Wiener oder Vorarlberger, Österreicher nur dort, wo es die beiden heutigen Bundesländer Nieder- und Oberösterreich betrifft, das einzige, was man als Österreich bezeichnen kann. 

Wo man uns die Katholizität als Merkmal der Identität nimmt, passiert aber noch etwas Entscheidendes. Man läßt uns im Stich, und fortan sind wir dem social engineering hilflos ausgeliefert, und alles, wo wir (wie in der Identitären Bewegung beobachtbar, die man als Notgriff verstehen muß) noch Halt finden, bewegt sich in schwammigen, gar nicht definierbaren Kunstbegriffen. Solcherart entwurzelt, werden wir hilflos gegenüber jenen Versuchen der Politik, uns eines fest umschriebenen Lebensraumes mit einer lokalen Alltagskultur und Lebensform zu berauben. Durch Zusiedlung von fremden Kulturen, fremden Religionen, durch Auflösung von kulturell geschlossenen Räumen, die aber jede gesunde Lebensentfaltung braucht, weil der Mensch seinem Wesen nach Kulturmensch ist. 

Der Grund der Wehrlosigkeit ist einerseits die Implementierung neuer "Werte", die anderseits beliebig und ideologisch motiviert sind, ohne daß sich unsere genuine Wertebasis - die Katholizität - noch zu helfen wüßte, weil sie uneins und als verbindliche Grundlage unserer Alltagskultur zerstört ist. Und das nahm seinen Anfang, der so weitreichende Folgen hatte, weil er ein Prinzip auflöste, das der Einheit der Kirche in ihrer Lehre, in diesen Erklärungen, die die Lehre der Kirche bezüglich Verhütung ("Humanae Vitae") auflöste. 

Nun, wo alles erlaubt war, wo Sexualität von der Empfängnis getrennt war, war es logische Folge, daß als nächstes die Homosexualität (und in deren Folge die "Diversität") aufkam. Denn nun läßt sich Geschlechtlichkeit nur noch über subjektives Empfinden bestimmen, ist nicht mehr in objektiven Umständen verankerbar. Und das Empfinden von Lust, von "Liebe", das kann jeder "haben". Aber Liebe - auch das uralter katholischer Fels - ist eben von der Natur, von der sachlichen Grundlage der Schöpfung, von Wahrheit und Erkenntnis der Wahrheit nicht zu trennen. Liebe löst objektive Wahrheit nicht auf, sondern sie vertieft sie sogar in die Sachen hinein, ist also ohne Wahrheit der Dinge überhaupt nicht denkbar.

Somit sind wir von der Politik, der Ideologie beliebig manipulierbar. Sie schreibt uns nun vor, was moralisch ist und was nicht. Und sieh da: Plötzlich sind genuine katholische Positionen nicht mehr moralisch! Ja wir befinden uns tatsächlich in der Lage, daß katholische Positionen zu vertreten gegen bestehende Strafgesetze verstößt! Wer in Kanada jemanden als "Herr" oder "Frau" anspricht, sagen wir in Briefen, ohne zuvor zumindest das Einverständnis des Angesprochenen eingeholt zu haben, was öffentliche Äußerung somit ausschließt, macht sich explizit strafbar. Und vom Prinzip her sind wir bei uns bereits genau so weit, nur die Praxis ist zumindest (aber sehr oft gar nicht mehr) noch zurückhaltender. Universitätsarbeiten ohne Genderismus werden fast überall schon abgelehnt, und selbst hierin war die Kirche Vorreiter - sie war die erste Institution in Österreich, die die Inklusivsprache schon zu Anfang der 1990er Jahre eingeführt hat! Das hat die Politik erst später (und nicht zuletzt unter Hinweis auf die "Kirchenpraxis"! es waren vor allem "christich-soziale/demokratische" Politiker, die sich hier besondere "Vorreiter-Lorbeeren" errungen haben!) gewagt.

Das alles hängt direkt zusammen, und viele haben es schon früh gesehen. Die Entscheidungsträger aber leider nicht. Sie haben damit die Menschen in unauflösbare Widersprüche gestoßen. Und tun es munter weiter. Das hat auch dazu geführt, daß jede "Gegenwehr" unter den Zuckermantel einer netten Privatmeinung steht, aber jede Schlagkraft im öffentlichen Disput, jedes Gewicht in der Politik verloren hat. Das Katholische wurde zu einer zweit- oder drittrangigen Angelegenheit.


Morgen Teil 2)





Wenn Verschwörungen keine Theorien mehr sind (1)


1. Der CIA ist massiv in Drogenhandel verwickelt
Was mit der "French Connection" nach dem Zweiten Weltkrieg begann, wo sogar die Mafia unter dem speziellen Schutz des CIA stand, ging über eigene Fluglinien aus Südostasien (Heroin), Afghanistan und Nicaragua weiter. Der Zweck war und ist, diese Organisation vom Kongress unabhängig und damit unkontrollierbar zu machen. Dazu mußte man eigene und verdeckte Finanzierungsquellen aufstellen. Und das konnte man am elegantesten mit Drogenhandel. Nicht nur indem man ihn beschützte und daraus kassierte, sondern in dem man ihn selbst durchführte und Suchtgifte in ungeheurer Menge heimlich in die USA einschleuste. Und dort über ein Dealernetz verhökerte. Zahllose Tote gehen auf das Konto dieser verdeckten Operationen. Die heute niemand mehr bestreitet.

Daß das der Fall war und ist, haben nicht nur darin involvierte Personen, sondern auch zahlreiche Kongressuntersuchungen bestätigt. Sogar Hollywood hat sich des Themas mittlerweile angenommen, und einige (darunter sogar recht gute) Filme produziert, die sich manchmal fast übertrieben an historische Tatsachen halten.

2. Die Regierung der USA verwendet Chem-Trails
Natürlich gibt es das heute nicht mehr. Aber schon seit langem hat der amerikanische Kongress bestätigt, daß insgesamt über 250 "Experimente" vorwiegend militärischen Charakters stattgefunden haben, beginnend 1950 mit der Ausbringung von (tödlichen) Bakterienstämmen, um einen Terrorangriff zu simulieren und dessen Abwehr zu üben. Die Folge war mindestens ein Toter und zahlreiche Menschen, die in Krankenhäuser eingeliefert werden mußten. Und hier sind ausnahmsweise alle Zusammenhänge dokumentiert. Ähnliche Versuche fanden am laufenden Band statt, nicht nur über Freiflächen, sondern auch über amerikanischen Großstädten. Niemand bestreitet heute, daß die Beeinflussung von Wetter zu einem der heißesten militärischen Projekte zählt.

Bis heute bestreitet das Militär, was aber offiziell als "Military Preservation Act" bekannt wurde und von jedermann einsehbar genau das zum Inhalt hat. Denn der Kongress hat diese geheimen Programme sehr offiziell genehmigt. Es gab auch zahlreiche Berichte in US-Medien. Die aber erstaunlicherweise jedesmal nach kurzer Zeit wieder verstummten. Dennoch bestreitet niemand bereits eingesetzte Wetterveränderungsmaßnahmen durch Ausbringung von Chemikalien in die Atmosphäre. Wie in Vietnam, wo es zum täglichen Handwerk gehörte, um den Vietcong im Dschungel zu bekämpfen, Starkregen auszulösen. Ähnliche Maßnahmen sind darüber hinaus ohnehin in vielen Staaten der Welt bekannt geworden, unter anderem in England, wo sie in den 1950ern eine schwere Flutkatastrophe mit mehreren Toten auslösten. Aber wir reden hier ja nur von Amerika.

3. Die US-Regierung führt selbst Terrorangriffe durch, die als "false flag"-Operationen anderen in die Schuhe geschoben werden.
Auch das bestreitet heute niemand mehr. Dabei ist die Idee nicht neu, sie begleitet die Geschichte seit Menschengedenken: Um entweder den Feind oder die eigene Bevölkerung zu täuschen, wird ein Akt gesetzt, der (der Begriff kommt von der Marine, wo solches Vorgehen sehr häufig war, um eine Reaktion oder Flucht möglichst hinauszuzögern) "unter falscher Flagge" stattfindet, so daß die Schuldigen nicht auszumachen sind, oder eine Beteiligung jederzeit abgestritten werden kann. Die Liste der offiziell aufgedeckten und eingestandenen false flag-Operationen ist sehr lang, auch in der Neuzeit. Ob die Schweden in ihrem beabsichtigten Angriff auf Rußland im 18. Jahrhundert die USA vor Kuba in ihrem Angriff auf Spanien, die Japaner in der Mandschurei 1930, die jüdischen Geheimoperationen vor 1946 mit ihren Terroranschlägen auf britische und amerikanische Einrichtungen, die den Muslimbruderschaften in die Schuhe geschoben wurden, die Amerikaner 1964 mit der angeblichen Attacke der nordvietnamesischen Kommunisten im Golf von Tomkin, die das schon lange geplante Eingreifen in den Vietnamkrieg rechtfertigen sollten.

Oder die Briten mit dem behauptet ägyptischen Flugzeugangriff auf ein US-Forschungsschiff in der Suezkrise, um die Amerikaner in den Sechs-Tage-Krieg 1967 zu ziehen, die Bombenanschläge auf russische Einrichtungen 1999 mit hunderten Toten, die das von Rußland geplante militärische Eingreifen im Tschetschenienkrieg vorbereiteten, die ominöse Zerstörung der (drei) Türme des Welthandelszentrum im September 2001, die den Freibrief für ein militärisches Eingreifen in Afghanistan ausstellten, obwohl die Frage nach den Schuldigen alles andere als geklärt ist, und es in Wahrheit klare Aussagen dazu gibt, daß die Afghanen den Bau einer US-Pipeline mitten durch ihr Land genehmigen sollten, entweder unter dem Druck von Bomben oder durch Geld, was sie dennoch ablehnten, und ein voll ausgearbeiteter militärischer Einsatzplan für Afghanistan nachweislich schon am 4. September 2001 am Tisch des US-Präsidenten lag, sieben Tage VOR den 9/11-Angriffen.

Morgen Teil 2)





Freitag, 19. Juli 2019

Eine Leiche kann man nicht mehr beleben

Es ist in Österreich vielleicht zu wenig bekannt, es fand in hiesigen Medien kaum Niederschlag. Aber was sich im Spiegel vor kurzem abgespielt hat - Anlaß war der Fall Relotius, wo sich ein hochdekorierter, mit Journalistenpreisen überhäufter Starjournalist als plumper Fälscher herausgestellt hat, der seine supertollen Berichte über weite Strecken regelrecht erfunden hat - ist sehenswert. Um zu retten, was noch zu retten ist, hat das Hamburger Magazin, das vor Jahrzehnten Maßstab aller journalistischen Qualität war, eine "Wahrheitskommission" eingesetzt. Die systematisch die in den letzten Jahren im Magazin erschienenem Artikel unter die Lupe genommen hat. Und in ihrem im Spiegel selbst erschienenen Abschlußbericht zu einem desaströsen Ergebnis kam. Denn die Frage ist überhaupt nicht, wer das getäuscht und verfälscht hat. Die Frage ist, wer das NICHT hat. Auf Tichys Einblick finden sich dazu zwei sehr gute Kommentare und Dokumentationen, hier und hier

Natürlich wird beschönigt, natürlich wird versucht die Wogen etwas zu glätten. Und schäbiger- wie unnötigerweise versucht die Empörung zu lindern, indem man darauf hinweist, daß solche Praxis in vielen anderen Redaktionen ebenfalls üblich gewesen sei und wäre. 

Die Hauptaussage ist dennoch ehrlich, und für eine Zeitung ein Desaster, wie es kaum größer sein kann. Und dabei doch alles andere. Sie bestätigt nur, was jeder Leser mit halbwegs Vernunft ohnehin zumindest spürte. Da waren überall Thesen, die durch angebliche Tatsachen und vor allem eine sehr schöpferische Dramaturgie bestätigt werden sollten. Aber damit wurde das Wirklichkeitsbild zu ändern versucht, das ist die Wahrheit. Wenn aber Tichys Einblick nun fragt, ob der Spiegel sich damit selbst verbrannt hat, so muß man sagen: Das ging gar nicht mehr. Denn was die seit vielen Jahren einbrechenden Verkaufszahlen belegten ist nichts anderes, als daß die Menschen das ohnehin wußten. Und nun nur bestätigt bekamen. 

Zu retten ist da nichts mehr. Der Spiegel liefert nur - dankenswerterweise, muß man fast sagen - die Bestätigung, daß der Journalismus in Deutschland tot ist. Und das weiß jeder normale Mensch ohnehin seit langem. Wenn der Spiegel nun etwas zu retten versucht, so kommt es zu spät. Eine Leiche läßt sich nicht mehr beleben.

Josef Wagner im Jahre 1961














Geschrieben für den Tag des 100. Geburtstag des + Vaters des VdZ, Josef Wagner, r.i.p., den Gründer und Herausgeber der ersten Wochenzeitschrift in Niederösterreich nach dem Zweiten Weltkrieg, dem damaligen "Amstettner Bote". Einer der Vorläufer der späteren und bis heute existierenden Wochenzeitschrift "Niederösterreichische Nachrichten".






Woran Frauen prinzipiell scheitern

Es gibt einen Defekt bei Frauen, der so grundlegend, so schwerwiegend ist, daß er ihr gesamtes geistliches und sittliches Leben zerstört, zumindest blockiert. Und das ist das Verlangen, den Mann zu kontrollieren. Es verstößt gegen sämtliche Tugenden, der Feminismus zerstört also prinzipiell das Tugendleben. Frauen, die diese Sucht aufgeben, machen als Gegenbeweis derartige Fortschritte in ihrem geistlichen Leben, daß man nur staunen kann. Man kann als Seelsorger feststellen, daß sie augenblicklich glücklicher werden, wenn sie diese Attitüde aufgeben.

Das größte Problem der Männer wiederum ist einerseits Keuschheit, anderseits vor allem aber die Verweichlichung. Beides hängt zusammen, und beides zersetzt das Tugendleben wie das geistliche Leben. Ein anderes Problem ist das der fehlenden Vorbilder zur Männlichkeit, das bei Männern so viel Grundsätzliches verhindert. Hier kann das Studium der Leben von Heiligen bedeutend helfen. Es geht darum zu lernen, sich selbst zu opfern, an ein höheres Ziel hinzugeben. Und sei es in der Schlacht, im Kampf, der das Leben kostet. Wie es auch in Sagen und Legenden zu erkennen ist. 

Fr. Ripperger in einem nächsten erhellenden Vortrag. In dem er zu Anfang vor allem aber auf die desaströse Wirkung von "Erscheinungen" eingeht. Zumindest, solange sie nicht von der Kirche anerkannt sind. Er erklärt, warum es das Tor zur puren Dämonie ist, solchen Privaterscheinungen zu glauben, ohne daß sie die Kirche zu übernatürlichen Ereignissen gemacht hat. Warum deshalb auch Medjugorje pure Dämonie ist.

Interessant sind die Antworten, die Ripperger auf die Frage gibt, warum Rußland bis heute nicht - wie in Fatima von der Gottesmutter gefordert - der Gottesmutter geweiht wurde. Die erste Erklärung ist völlig logisch: Die Russen, die Orthodoxen lehnen überhaupt jede Privaterscheinung ab. Also glauben sie auch nicht an diese Forderung. Die zweite Erklärung ist noch einleuchtender: Keiner der Päpste seither hatte die Gnade, dafür auserwählt zu sein. Weil wir, die Gläubigen, viel zu wenig diesen Schritt in Gebeten und Opfern herbeigefleht haben.












Donnerstag, 18. Juli 2019

Auch in Millionen von Jahren hat die Evolution nichts gemacht

Der VdZ hat noch keinen Menschen angetroffen, der wirklich ernsthaft über das, woran zu glauben er mit absoluter Gewißheit gleichsetzte - die Evolution der Menschen und Lebewesen, die materialistische Entstehung des Universums - nachgedacht hat. Obwohl er die "Tatsache" einer Evolution strikt behauptet, ja jeden, der das bestreitet zum Idioten erklärt.

Am erschütterndsten aber war und ist, daß die meisten sich nicht einmal im Ansatz mit biologischen Tatsachen und Argumenten auseinandergesetzt haben, und schlicht und ergreifend NICHTS wissen, und auch gar nicht wissen wollen. Das einzige, was sie "wissen", hat ihnen eine rauchige Stimme im Fernsehen eingehaucht, die davon erzählt, daß wieder einmal "die Evolution in Millionen von Jahren" Wunder gewirkt hat.

In diesem Video-Vortrag werden von dem Naturwissenschaftler Dr. Thomas Seiler in einer Art Schnelldurchgang (eine Stunde) einmal die hauptsächlichsten Argumente der Evolutionstheorie dargestellt. Sein Vortrag ist also so etwas wie eine Grundausstattung für jeden, der einmal ernsthaft eines der katastrophalsten, weil irrigsten, weitreichendsten Vorurteile durchzudenken beginnen möchte. 

Und zu naturwissenschaftlichen Fragestellungen und Tatsachen gelangt, von denen die allermeisten Menschen nicht einmal den Funken von Ahnung haben. Oder von denen sie je auch nur ansatzweise - außer über entstellende Verunglimpfungen - gehört haben. Die allermeisten kennen nicht einmal ansatzweise aber auch nur die Argumente, die angeblich FÜR eine Evolution sprechen. Sie glauben einfach daran. Warum? Weil ... ja weil es alle tun. Na und wie erst "die Wissenschaft". Reine PR.

Im "allergünstigsten" Fall sind manche teil-, aber völlig fehlinformiert. Auch der VdZ kennt Menschen die zu einer Diskussion geneigt sind, aber dann mit angeblich belegen sollenden Argumenten kommen, die schon vor hundert Jahren widerlegt waren. Wie die Heckelsche These, daß jeder Mensch im Mutterleib alle Phasen der Evolution von Lebewesen durchmache.

Aber gut, an diesem sachlichen Desinteresse ist sogar etwas richtig, es ist ein richtiger Instinkt. Denn in diesem Vortrag wird gezeigt, daß die angeblichen Argumente FÜR alles andere als "Beweise" für Evolution sind, im Gegenteil: Die biologischen Tatschen WIDERSPRECHEN einer Annahme einer evolutiv, also in Makro-Evolution entwickelten Welt. Zum Gegenteil stützt die Naturwissenschaft aber die Annahme einer Schöpfung.

Die wesentlichsten Argumente bleiben hier zwar aus, alles bleibt auf naturwissenschaftlicher Basis, dennoch sollte das hier vorgestellte Wissen zum Allgemeinstand der Gegenwart gehören. Die wesentlichsten Argumente, die eine Evolution definitiv ausschließen, weil sie denkunmöglich ist, entstammen freilich der Philosophie. Aus der man nachweisen kann, daß die Evolution auf grundsätzlichen Denkfehlern beruht.

Denn selbstverständlich kommt auch die Evolutionstheorie nicht ohne ihr zugrunde liegende Philosophie aus. Sie beruht keineswegs auf der mathematischen Stichhaltigkeit von "Beobachtungen", wie uns ständig erklärt wird. Zum Gegenteil muß sie enorm viele Beobachtungstatsachen durch "kreative Deutung" wegerklären und seriöse Philosophie ausblenden. Und hat dabei eine fatale Wechselwirkung mit ähnlichen Fehlentwicklungen in der Astrophysik/Kosmologie entwickelt, wo eins das andere zur Rechtfertigung heranzieht - und sich wechselseitig somit "kreative Deutungen" als Beweis dienen und sich unter Berufung auf den jeweils anderen erklären. Akzidentien können niemals Substanz "erschaffen". Darauf aber beruht der Darwinismus.







Vom Wesen und Bedeutung der Engel (3)

Teil 3)




Ganz besondere Kraft in diesem Kampf hat natürlich die Gottesmutter Maria. Sie hat die Versuchung Evas überwunden, richtig gestellt. Und ist als Königin der Engel die erste Widersacherin zum Teufel. Sie hat damit eine besondere Bedeutung für unsere gegenwärtige Welt. Die Erscheinung von Guadeloupe war nicht zufällig genau an einem Ort, Mexiko, wo das Opfern von Kindern an Dämonen besonderes Ausmaß angenommen hatte. In diesem 16. Jahrhundert, nur wenige Jahre nach dem Ankommen der Spanier, gab es in Mexiko fünf Millionen Bekehrungen.

Kreeft geht so weit zu sagen, daß er der Meinung ist, daß ein Drittel der heutigen Kinder in Nordamerika den Dämonen geweiht werden. Indirekt, natürlich, aber nicht weniger effektiv. Wir sollten nur nicht vergessen, daß nicht Maria sich vor dem Teufel fürchtet, sondern umgekehrt: Der Teufel fürchtet sich vor der Gottesmutter! 

In den Fragestellungen zum Schluß geht Kreeft darauf ein, wie man sich zu Horror- oder Geistergeschichten verhalten solle. Nun, meint er, Geistergeschichten sind meist ziemlicher Schwachsinn. In einem Punkt aber sollte ein Katholik sich kennzeichnen: Daß er Geister an sich ernst nimmt! Aber Unsinn sind Geschichten, in denen Seelen den Körper verlassen. Wo das der Fall ist, ist der Mensch tot. Wenn der Mensch tot ist, sind natürlich verschiedene Dinge möglich. So, daß Seelen sich an Häuser binden (Spuk). Die meisten Geister stammen seiner Meinung nach aus dem Fegefeuer. Sie sind traurig, und versuchen irgendein Problem des Fegefeuers, das sie erleiden, aufzuarbeiten. Natürlich kann es sein, daß Geister aus der Hölle kommen, und versuchen, uns zu schädigen. Deshalb sollten wir vorsichtig und aufmerksam sein. Manche Geister aber kommen auch vom Himmel, die uns Botschaften von Gott übermitteln sollen. 

Eine Bekehrung von Dämonen ist völlig auszuschließen. Jeder Engel hat im Moment seiner Erschaffung volle Kenntnis über alles. Er wählte in einer "Nicht-Zeit" - und kann und wird nie mehr anders entscheiden. Engel eben so wenig, wie Dämonen.

Angesprochen auf Gen. 6, wo "Söhne des Himmels" (Mehrzahl; die Einzahl ist immer Jesus Christus) irdische Frauen "verführten", meint Kreeft, daß es Dämonen möglich ist, menschliche Körper vorzutäuschen. Insofern können sie theoretisch auch Frauen verführen. Aber man kann die Stelle auch sehr anders, viel symbolischer interpretieren. 

Muß man davon ausgehen, daß Engel "recycelt" werden? Daß also ein Schutzengel nach dem Tod seines Schützlings einen anderen in Obhut nimmt? Nein, meint Kreeft, das widerspräche sich auch. Schutzengel sind sicher in den Engelshierarchien mit die untersten Engel. Und es gibt Milliarden davon, davon müssen wir also ausgehen. Aber wie Gott das wirklich macht ... wir wissen es nicht wirklich. Wir können nur ableiten, rückschließen.

Auf die (durch Plato) überlieferte Geschichte von Sokrates befragt meint Kreeft, daß seine persönliche Meinung ist, daß Sokrates als Märtyrer für die Wahrheit gestorben und einzuschätzen ist. Daß ihm möglicherweise ein Engel jene Inspiration gab, den Heiligen Geist übermittelte, dem er dann folgte. Der Heilige Geist wirkt, wie die Bibel erzählt, auf verschiedene Weisen. Wenn eines Menschen Handeln so in Wahrheit aufgeht, kann man ein solches Wirken annehmen. Kreeft meint, er wäre überrascht, Sokrates NICHT im Himmel wieder zu treffen.

Kann man katholisch sein, ohne an Engel zu glauben? Eigentlich muß man sagen: Nein. Denn es stimmt zwar, daß Engel nicht das Zentrum des Glaubens sind, aber sie gehören dennoch wie alle Peripherie innerhalb des Glaubensgebäudes zum Insgesamt. Man kann sie nicht wegnehmen, ohne das Insgesamt aufzulösen weil ihm damit widersprechen. Sie liegen innerhalb derselben Logik, gewissermaßen.

Dr. Peter Kreeft hier also in seinem sehr leicht verständlichen, sehr gut begreifbaren, eloquenten Vortrag über Engel und Dämonen.







*Daran kann man schon erkennen, was für ein lächerliches, alles Wirkliche völlig verfehlende Unterfangen der Großteil der heutigen Psychologie ist, das nur nebenbei. Wer die Psychologie der Gegenwart halbwegs kennt wird rasch sehen, daß sie deshalb vor allem versucht, "Schuld" zu relativieren, also aufzulösen - Schuld ist überhaupt das Kernproblem der heutigen Psychologie, um das sie ihre Teufelstänze aufführt.

**Der VdZ hat von 1993-95 als Diözesansekretär der Katholischen Männerbewegung der Diözese St. Pölten immer wieder versucht, solche substantiellen Vorträge zu organisieren. Und hatte auch Referenten aufgetrieben, die die gesamte Diözesanbewegung mit ihren damals 12.000 Mitgliedern abdecken konnte. Als die Diözesanleitung das mitbekam, hat man zuerst jedesmal "Gegensprecher" organisiert, die alles verwirren, zumindest unglaubwürdig machen wollten. Vorträge des VdZ hat man mit verleumderischen Faxsendungen "vorbereitet". Dennoch war das nicht endgültig erfolgreich. So daß man schließlich alle organisatorischen Vorgänge verhinderte, und nun Vorträge nur noch ganz selten und nur "hintenherum" möglich waren. Dort, wo ein Ortspfarrer selber es mitbetrieb. Wie in Freundorf (Tulln) unter Pfr. Dr. Burger, vielen als Herausgeber des "Groschenblatt" bekannt; r. i. p., dessen Dissertation (der VdZ hat ein Exemplar von Dr. Burger erhalten) über Engel und Satan handelte. 

***Das ist das entscheidende, das wirklich tragende Argument gegen Frauenordination, Gender, Feminismus etc. etc.




Mittwoch, 17. Juli 2019

Vom Wesen und Bedeutung der Engel (2)

Teil 2)



Wie denken Engel, denn das ist ihre eigentlichste Aufgabe weil ihr Wesen als Geister? Nicht wie wir, in einem Hintereinander, Schritt für Schritt. Sie haben sofortigen Zugang zu allen geistigen Grundlagen, denn immerhin lesen sie auch aus dem Geist Gottes, ja "sind" aus diesem Stoff (Gott und seinem Wissen ähnlich) gemacht. Sie haben also eine Art reale Telepathie mit Gott. Und sie sehen unmittelbar die Wahrheit! Sie müssen sich nicht, wie wir Menschen, aus allen verworrenen weltlichen, sinnlichen, habituellen Verflochtenheiten lösen (was für den Menschen, der die Wahrheit sucht, ja die erste und schwierigste, ja zeitlebens nie endende Aufgabe ist). 

Was immer wir denken, wollen, urteilen, sehen die Engel sofort, wie eine Reflexion, innerhalb des göttlichen Wissens. Denn was immer wir leiblich tun (welthaft sozusagen), hat untrennbar und sofort auch eine geistige Bewegung zur Begleitung. 

Es ist interessant in diesem Zusammenhang darüber nachzudenken, daß der Mensch, der "unvernünftig" handeln will, also sagen wir leiblichen Versuchungen nachgibt, wo er also Welt vor ihrer geistigen Wirklichkeit, vor den logos stellt, warum auch immer, auch immer eine Schwächung unseres Denkens beobachtbar ist. Jeder, auch Sie, ich, geneigter Leser, denken immer dort "abgedunkelt", wo wir sündigen wollen. Bis zur habituellen Problematik, daß jemand, der als Laster, also habituell sündigen will, also gegen das Wissen Gottes verstoßen will, sein Denken sich ausblendet. Das hat viel mit "Vergessen" zu tun. Der Sünder beginnt, die Wahrheit zu verdrängen, zu vergessen!*

Wenn wir von Inspiration sprechen, meinen wir also damit in Wirklichkeit eine sehr natürliche (also mit unserem Menschsein an sich verbundene) Nähe zu den Engeln! Die jeder Mensch hat! Über die Engel haben wir Anteil an jenem Gott, der die Quelle aller Wahrheit, allen Lichts, aller Erkenntnis ist. Die er uns über die Engel vermittelt, über die wir daran teilhaben können. 

Interessanterweise meint Kreeft, daß Frauen in diesem intuitiven Hinhören besser sind als Männer (Kreeft hält den Vortrag vor einem Amerikanischen Männerbund, ähnlich den Katholischen Männerbewegungen in unseren Ländern.**) Männer sind meist zu sehr in die Kämpfe in der Welt verstrickt, und neigen deshalb immer auch zu einem Denken in weltlichen Kategorien und Problemkreisen. Das ist wohl auch der Grund, warum Frauen weit öfter Engelserscheinungen haben als Männer. Ihr Geist ist weniger distinkt, "offener" in gewissem Sinn. Darin sieht Kreeft auch den Grund, warum Frauen weit mehr zu weichen Studien wie Psychologie anstatt "harten Wissenschaften" tendieren. Es gibt tatsächlich eine prinzipielle Denkneigung, die das Denken der Männer von dem der Frauen unterscheidet. Nicht die Wahrheit an sich ist der Unterschied, sondern der individuelle Zugang zu Formen des Zugangs. Deshalb ist es sinnlos, Studiengänge "gleich" machen zu wollen. Da leidet nur die Qualität.

Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist nicht der Geist! Es ist das Haus, das er sich sucht beziehungsweise vorfindet, in den Geschlechterdifferenzen. Im Mannsein sind Männer den Frauen unendlich überlegen! Im Frausein aber Frauen den Männern. Die Witze, die Kreeft an dieser Stelle erzählt, sind zu gut, um sie nicht zu bringen. Sie sind für beide Seiten gedacht.

Gott schuf Eva. Sie wandelte aber recht melancholisch durchs Paradies. Da dauerte es Gott, und er sagte: Hey, ich werde Dir einen Mann schaffen. Dann bist du nicht so allein. Einen Mann, meinte Eva? Was ist das? Nun, ein Mann ist super, er kann alles, repariert alles, kämpft mit der Welt, ist gut im Bett, und sagt dir was gut ist. Oh! Eva war entzückt. Und wo ist der Nachteil? Naja, meinte nun Gott, er hat ein ziemlich großes Ego. Hör zu, Eva, wenn ich das mache, halt den Mund, wir müssen ihn glauben lassen, daß er zuerst geschaffen wurde.

Die Gegenversion: Gott schuf Adam, der dann durchs Paradies lief. Allein. Und wirkte nicht sehr glücklich. Also sprach Gott zu ihm: Paß auf, ich habe eine Idee. Ich werde dir eine Frau schaffen, dann bist du nicht so allein. Was ist eine Frau, wunderte sich Adam? Nun, das ist ein wunderbares Geschöpf, schön, lieb, fürsorglich, gut im Bett, und sie wird dich immer bewundern. Hey, meinte Adam, das klingt verdammt gut! Aber ... wo ist der Nachteil? Alles hat ja immer einen Nachteil. Ja, meinte nun Gott, es wird dich einen Arm und ein Bein kosten. Hmm, Adam dachte nach. Was kriege ich für eine Rippe?

Damit aber führt Kreeft zu einer sehr interessanten, weittragenden Frage: Gibt es weibliche oder männliche Engel? Nein, weder noch. Dennoch gibt es "Männlichkeit" und "Weiblichkeit" in Engeln. Der Unterschied in Gott - und Engel repräsentieren ja Ideen Gottes - ist nicht "Mann oder Frau"! Beides sind als Ideen ... und ALS Engel damit in einem tieferen Sinn "gespendete Samen", und INSOFERN männlich. Männlichkeit wie Weiblichkeit sind somit Ideen in Gott. Gott befruchtet aber uns, nicht wir ihn. Deshalb sind alle Gottesbilder MÄNNLICH. Das ist ein Vorgang, wie er dem Empfängnisvorgang von Mann und Frau vergleichbar ist.***

Noch ein Wort zu Dämonen: Sie können verführen, ja, aber niemals zwingen. Wobei - das können auch Engel nicht! Der menschliche Wille ist frei, in beiden Fällen. Nur SO sind sie Gott ähnlich, wie es heißt: Nach seinem Abbild schuf er ihn (sie). Niemand wird deshalb gegen seinen Willen von einem Dämon besessen. Es hängt von dem ab, was der Mensch tut. Wie Tischerlrücken mit einem "Ou-ja-Board", wo man sich dem Irrationalen beziehungsweise der geistigen Welt ohne die Schranke des Urteils öffnet (sonst funktioniert es ja gar nicht.) Aber dennoch können sie einen nicht zwingen! Der Wille, die Zustimmung ist immer die Schranke. Das gilt auch für Engel, natürlich. Und vor beiden kann man etwas "geheim halten". Engel wie Dämonen können nur unsere Vorstellungskraft bewegen. 

Wie kann man sich rüsten in diesem Kampf? In erster Linie mit Gebet. Engel nehmen, so Kreeft, den Menschen sehr ernst, viel ernster, als er selber es oft tut.  Wenn wir im Vater-Unser beten "Dein Wille geschehe" sollten wir vielleicht nicht vergessen, daß da die Schnittstelle zu den Engeln ist! Sie sind die Transporteure des göttlichen Willens. Genauso sollten wir nicht vergessen, den Erzengel Michael anzurufen. Als Papst Pius X. in einer seiner Visionen Gott fragte, welches Jahrhundert das schlimmste sei, erhielt er zur Antwort: Das 20. Jahrhundert! Also hat er das Gebet zum Erzengel Michael (es war nach jeder Messe zu beten), diesem himmlischen Kämpfer gegen Satan, als weltweit verbindlich angeordnet.

Exakt zu dem Zeitpunkt, wo die Kirche durch die "Liturgiereform" beziehungsweisen in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils dieses Gebet wieder aus der liturgischen Ordnung hinausgeworfen hat, ist die (sexuelle) Revolution der 68er ausgebrochen. Der Leser möge sich seine eigenen Gedanken dazu machen.


Morgen Teil 3)



Diese Irrtümer waren es, die verbreitet wurden

Hugh Owen, Vater von neun Kindern, in einem bewegenden Vortrag über den fatalen Irrtum des Evolutionismus. Den er in dem Rang deutlich macht, den er hat: Als die katastrophalste Wurzel des Zusammenbruchs der Kirche und des Glaubens. Wenn die Gottesmutter in Fatima 1917 davon sprach, daß Rußland seine Irrtümer über die Erde ausbreiten werde (wenn es nicht dem Herzen Mariens geweiht würde), meint NICHT den Kommunismus. Sondern diese Warnung meint die Ausbreitung des Evolutionismus, der die Welt auf eine materialistische Basis zu stellen beansprucht. Wenn aber die Welt nicht mehr aus der Hand des Schöpfers hervorgegangen ist, bricht alles zusammen, was überhaupt noch Glaube sein kann. 

Es ist auch kein Zufall, daß Maria 1958 in Lourdes erschienen ist. Genau ein Jahr bevor 1859 "Origin of Species" von Charles Darwin veröffentlicht wird, sagt die Gottesmutter, daß sie "die unbefleckte Empfängnis" sei. In diesem Satz allein ist das Mysterium der Schöpfung selbst enthalten und erklärt. Es geht um nichts anderes als um die Frage, ob eine Zweitursache "Substanz" hervorbringen kann. Und in dieser Frage ist gleichermaßen die Frage um die Transsubstantiation enthalten. Die das Verhältnis von Materie zu Geist zeigt. Wer deshalb an die Evolution glaubt, KANN gar nicht an die Realpräsenz glauben. 

Und tatsächlich ist der Glaube daran regelrecht verschwunden, auch innerhalb der Kirche, während der wahre Köhlerglaube "Evolution" bereits mehreren Generationen als "sichere Wahrheit" eingebläut wurde. Deshalb erhält man auch die aggressivsten Reaktionen, sobald man diese "Wahrheit" anzweifelt. Wer das glaubt, dem fehlt aber der grundsätzliche Schlüssel, wie eine Materie (Brot und Wein) vom Geist auf eine Weise durchdrungen werden kann, die sie zu einer neuen Substanz machen. Das ist zugleich das Schöpfungsgeheimnis. In der Eucharistie ist somit auch die Grammatik jeder Physik (und Kosmologie) enthalten. Wer Materie verstehen will, wird nur aus dieser Grammatik heraus fündig. Wer es fassen kann, der fasse es.

Evolution als "wissenschaftliche Theorie" ist aber pure Spekulation und richtet mittlerweile auch einen katastrophalen finanziellen Schaden an, weil es die gesamte Naturwissenschaft in die Irre leitet, unfruchtbar macht, ja irrelevant: Sie hat keine Aussagen zur Welt, sondern nur noch Mythologien. Nichts davon ist belastbar "wissenschaftlich bewiesen", und die Theorie ist so "elastisch", daß alles (und nichts) damit erklärt werden kann. Sie ist aber die "Mutter" einer Entwicklung in der Wissenschaft, in der "weil etwas so sein muß wie es nicht sein darf" ganze Weltbilder und -anschauungen "begründet" werden, die nur ein Ziel, nur eine Motivation haben: Die Menschheit von Gott loszureißen.

Aber die Welt ist in ihrem An-sich ein Wunder. Und jeden Augenblick dasselbe Wunder des liebenden Willens des reinen Geistes, von Gott, dem Sein, der Wahrheit, dem logos. Dem Wort am Anfang. Aus dem alles lebt und existiert, allein lebt und existiert, und als Welt eine Analogie bildet. Und in den Tod, ins Vergehen fällt, sobald es sich vom Sein, vom logos losreißt. Alles ist nur seiend, "isset" nur, weil und soweit es sich diesem göttlichen Willen, den jeden seiner Gedanken darstellt, öffnet.

Nicht einmal gegen die "sieben Tage" der Schöpfung läßt sich sachlich handfest argumentieren, wenn man nicht zuvor bereits andere metaphysische Theorien und Mythen ("Big Bang" etc.) ansetzt. Nirgendwo in der Natur läßt sich ein Sieben-Tage-Rhythmus feststellen. Und doch richtet sich die Menschheit überall und zu allen Zeiten nach dieser Einteilung. So stark, so fundamental, daß mehrere Versuche - in der Neuzeit in der französischen Revolution ebenso wie im Kommunismus - die Zeit anders (nach dem Dezimalsystem) einzuteilen, "rational" zu machen, scheiterten.








Dienstag, 16. Juli 2019

Weiche, Satan!

Die beeindruckend und ziemlich glaubwürdig (realistisch) gezeichnete Szene eines Exorzismus stammt aus dem empfehlenswerten Film "Padre Pio", den wir noch einmal an dieser Stelle vorschlagen. Anders als so viele Machwerke über "den Glauben" oder "die Kirche" zeigen die Filmemacher, daß sie wenigstens wissen, wovon sie da erzählen. Die meisten Filmemacher sind in diesen Dingen nicht nur völlig ungebildet, sondern können ihren Haß (der ein Eigenhaß ist) nur schwer verbergen.

Anders in diesem Film. Hier also die Szene, wo Padre Pio de Pietrelcina einer historischen Begebenheit gemäß (wobei es viele Augenzeugenberichte gibt, die von ähnlichen Ereignissen bei ihm berichten) während eines Gottesdienstes eine Teufelsaustreibung vornimmt. Sein Gesicht ist übrigens deshalb voller Schrammen und Blessuren, weil ihn der Teufel in der Nacht zuvor heimgesucht hat. Etwas, das, wie aus manchen Heiligenviten (man denke an die legendären Erzählungen über den Hl. Pfarrer von Ars) bekannt ist, Gott manchmal zuläßt.






Und hier also noch einmal der gesamte Film, diesmal mit deutschen Untertiteln.









Vom Wesen und Bedeutung der Engel (1)

Wir Menschen sind die klügsten Tiere, aber die dümmsten Engel. Wir sind diesen reinen Geistwesen völlig unterlegen, und deshalb wird in der katholischen Tradition die Ursünde - der Abfall des höchsten Engels, Luzifers - mit der Ursünde des Hochmuts, des Neids in Verbindung gebracht. Denn er hatte Kenntnis, daß Gott selbst beabsichtigte, auch Mensch zu werden. Einem solchen "unterlegenen" Wesen wollte sich Luzifer nicht unterwerfen, also rebellierte er. Und riß einen großen Teil der Engel mit sich. Nämlich jenen Teil, der ihm auf eine Weise direkt in Gehorsam beigeordnet, untergeordnet war. Denn das Wesen der Erkenntnis und damit der Teilhabe am Wissen Gottes ist immer hierarchisch, gewissermaßen also autoritär.

Ein wenig kann man Engel verstehen, wenn man den Unterschied zwischen Tier und Mensch ansieht. Wir können Engel in etwa so erkennen, wie das Tier uns erkennt. Sie sind völlig unterschieden, reine Geistwesen, nicht an die Sinne gebunden wie wir, und deshalb keinen physikalischen Gesetzen unterworfen. Beim Tier ist es in umgekehrtem Sinn genau so: Es wird nie Geist haben, also nie Zugang zu unserer Sphäre haben. Der Mensch ist dieses seltsame Zwischenwesen, das einerseits Leib hat, andererseits der Geisteswelt zugehört.  Wir sind dem gesamten materiellen Universum damit überlegen, denn wir können denken, geistig erkennen. Damit können wir den Sinn von etwas aus der (an die Materie gebundenen) Zeit herausheben, ins Ewige heben, erkennen, und danach bewußt und schöpferisch handeln.

Aber gibt es einen Weg, schöpferisch zu handeln, ohne der Grammatik des ewigen Geistes zu folgen? Peter Kreeft macht es bildlich: Die Hölle ist voll von Menschen die singen "I did it my way". Der Himmel hingegen von Menschen, die singen "I did it his way." Glück und Gehorsam sind untrennbar verbunden. Der Mensch hat nicht die Potenz, eine Schöpfung herzustellen, wenn er sich nicht innerhalb der schöpferischen Kraft Gottes bewegt. Wo immer er das glaubt muß er scheitern. Und die Geschichte zeigt genau das.

Kann man Engel sehen? Natürlich nicht! Es sei denn, sie bedienen sich einer gewissen Gestaltnehmungskraft, die wesentlich mit dem Vorstellungsvermögen des Menschen zu tun hat. Aber an sich sind sie Geister, und deshalb kategorial nicht sichtbar. Sie sind an keine physikalischen Gesetze gebunden, wenngleich innerhalb derselben am ehesten mit gewissen Erkenntnissen der Quantenphysik beschreibbar, als Metapher, als Sinnbild. Auch in der Quantenphysik kann man Elementarteilchen nicht "an einem Ort" feststellen, sie wechseln simultan von einem Ort an einen anderen, ohne daß es ein "Dazwischen" einer Ortsänderung gäbe. Man wird sie also niemals photographieren können, alle Darstellungen, die sich Menschen einfallen haben lassen, sind nur Symbole ihrer Eigenschaften, und nur als solche sind sie - wenn überhaupt, das hängt von ihnen ab - "sichtbar". Sie bedienen sich dann dieser Symbole, um sich uns zu erkennen zu geben. 

Dennoch gibt es ein scharfes Kriterium, wie sie von bloßen Einbildungen und Täuschungen zu unterscheiden sind. Ein jüdisches Wort sagt, daß man die Echtheit von Engelserscheinungen daran erkennen kann, daß man sie zu einem Gastmahl einlädt. Denn Engel sind äußerst "höflich", sie werden eine Einladung nie ausschlagen. Wenn sie dann weg sind kann man nachschauen, ob etwas von dem angebotenen Essen "weg" ist - oder nicht. Jesus macht es vor, er ist als Auferstandener auch keine bloße Einbildung oder Sinnestäuschung. Deshalb verlangt er immer Essen. Und wenn er wieder verschwindet, ist auch das Essen verschwunden. Der Fisch aufgegessen, das Brot verzehrt.

Natürlich kann man auf eine Weise sagen, daß Engel an manchen Herrlichkeiten nicht teilhaben können, wie es der Mensch kann. Sie können nicht das Aroma eines saftigen Steaks "medium" genießen, sich an den Farben von Sommerblumen erfreuen, den Duft frisch geschnittenen Grases einatmen, oder sich am fruchtigen Abgang eines 1988er Bordeaux-Weines begeistern, den man noch Stunden nach dem Schlucken im Mund zu haben meint. 

Vielleicht war das sogar ein Grund der gefallenen Engel - Eifersucht auf das, was der Mensch kann, dieses so unterlegene Wesen, das aus "niedrigen" Dingen so viel Gewinn ziehen kann. Und wir selber denken ja auch oft so, daß Engel einen Nachteil haben: Sie sind menschlicher Geist, ohne die Möglichkeiten der Leiblichkeit zu haben. Wir befinden uns nach dem Tod in einer vergleichbaren Situation: Wenn wir den Leib verlassen und nur Geist-Seele sind. Ein schrecklicher Verlust, den wir schon insofern erfahren, als wir nur Menschen sind, wenn wir BEIDE Dimensionen haben. Wir sind nicht Engel, wir sind aber auch nicht nur Tiere. Die gesamte Sinneswelt fehlt uns. 

Aber trotzdem sind Engel nicht wie menschliche Seelen ohne Leib. Denn sie haben als Geistwesen vollkommene Persönlichkeit! Die haben wir nicht, solange wir keinen Leib haben. Engel sind sogar (wie Thomas v. Aquin sagt) so vollkommen, daß jeder wie eine eigene Art ist. Der Erzengel Michael und der Erzengel Gabriel sind also so unterschieden, wie Hund und Katze. Denn Geist sein heißt auch, Persönlichkeit zu sein (zu haben). Man sieht es an der Tierwelt. Hunde sind mehr wie wir, wie es Regenwürmer sind. Deshalb haben sie auch im Verhältnis zum Wurm mehr Persönlichkeit, also ein "für sich stehen". (Den Wurm kann man sogar in Teile schneiden, und aus jedem wird wieder ein Wurm - so wenig "ein Ganzes", das von einem eigenständigen Ich bestimmt ist und diesem Ich angehört, ist er also.) 

Auch darin haben wir also eine Sonderstellung. Denn im Geist (hier: wie die Engel) sind weit mehr Möglichkeiten der Individuierung und damit der Unterscheidung möglich, als in rein materiellen Dimensionen. Kreeft führt ein Beispiel an, wie wir diese Hierarchie an uns selbst erkennen können: Wenn wir innere, geistige Schmerzen leiden, sagen wir: Verzweiflung fühlen, dann schlagen wir mit dem Kopf an die Wand, oder reißen uns Haare aus. Warum? Weil uns dieser niedere Schmerz von dem weit höheren, dem geistigen Schmerz, ablenkt. 

Deshalb lehnen manche auch die Vorstellung ab, die Hölle sei nur mit physischen Schmerzen (ausschließlich) verbunden. Die geistigen Schmerzen in der Hölle sind weit weit größer! Und wir können ihnen nicht mehr entfliehen. 

Erst wenn wir begreifen, daß Engel jeweils sehr eigene Persönlichkeiten haben, können wir auch verstehen, warum jeder einen Schutzengel hat. Nur bei eigener Persönlichkeit können sie zwischen Hans, Peter, Elisabeth und Martha unterscheiden, und je anders einwirken. Und jeder Mensch hat einen eigenen Schutzengel! Der einerseits immer vor Gottes Angesicht steht (weil reiner Geist ist), und deshalb die geistige, die entscheidende Tragweite unseres menschlichen Insgesamts weit besser erkennen kann als wir es meist können. Schutzengel sind gleichzeitig damit im Himmel, wie auf der Erde. Sie haben die Fähigkeit der "Bilokation", wie es von manchen Heiligen bekannt ist. 

Es ist zwar nicht im strengen Sinn Lehre der Kirche, wie die Tatsache, daß jeder Mensch einen individuellen Schutzengel hat, aber es ist logisch anzunehmen, daß auch jeder Mensch einen persönlichen Dämon hat, mit dem die Hölle ihn zu sich ziehen will. Beide (sehr individuellen) Engel kämpfen somit um den ihnen zugeteilten Menschen. Das Bild, daß an je einem Ohr der Engel hier, der Dämon dort hängt und einzuflüstern versucht, ist also ziemlich zutreffend. Der eine will unser Sein, der andere unsere Nichtung, und es liegt an uns, wem wir folgen. Der Beginn jeder Heiligkeit liegt deshalb an unserem Geist: Wem folgen wir, auf wen hören wir? 

Wonach entscheiden wir? Nach unserem Verstand, nach unserem Urteilsvermögen. Deshalb ist unsere Erkenntnis, unser Verstand so entscheidend, denn er stellt uns das Ziel vor Augen - hier, wie dort. Das macht klar, daß unser Erkennen des Wahren immer in einem gewissen Übergewicht sein muß im Verhältnis zur Versuchung. Unser Streben nach Wahrheit muß immer in einem adäquaten Maß zu dem stehen, das auf uns als Gedankenwelt einströmt. Denn diese müssen wir unterscheiden, einordnen, und unsere Handlungsoptionen bewerten. (Das macht die Verführung von Kindern zum Übel so verwerflich, wie Jesus auch sagt.) 

Unsere wahren Feinde sind also nicht Atheisten, oder Terroristen, oder Islamisten, oder "planned parenthood" etc. Unsere wirklichen Feinde sind Dämonen! 

Aber wir haben nicht nur individuelle Feinde, wir haben auch kollektive Feinde. Engel müssen also auch in soziale oder politische Ebenen eingeflochten sein.  Auch die Bibel spricht davon. Jede Nation hat sogar einen Engel! Denn wenn die Engellehre überhaupt einen Sinn haben soll - als Initialmächte der Welt, der Schöpfung nämlich! - dann muß man davon ausgehen, daß jede relevante Erscheinung auf allen Ebenen der Welt auch einen Engel (oder eben: einen Dämon) im Hintergrund (der sogar mit seiner Ursprünglichkeit verbunden ist und sie "zur Welt bringen" will, das ist sein Wesen) hat, dessen Angelegenheit sie ist. 

Was aber nicht heißt, daß alles, was es gibt, auch wirklich einen Engel im Hintergrund hat. Vielleicht kann man sogar - wie bei politischen Parteien - je darauf schließen, daß etwas seinen Ursprung im Geist Gottes hat (also damit: als mit einem Engel verbunden ist, der es zur Realisierung treiben will), wenn man NICHT seine Existenz und Bedeutung jeden Moment (Propaganda!) in der flüchtigen Wort- und Gedankenwelt der Menschen BEHAUPTEN muß. 

Moral ist immer ein Gemengelage von sozialen und individuellen Motiven. Also damit immer eine Angelegenheit des Kampfes von Engel und Dämonen auf unterschiedlichen Ebenen menschlicher Existenz. Das kann man nie trennen.


Morgen Teil 2)





Montag, 15. Juli 2019

Wie die Wissenschaft fehlgeleitet wurde

Wie massiv falsche Prämissen die Entwicklung der Naturwissenschaft behindert, ja verhindert, zeigen nur einige kleine Beispiele, die unter anderem im Video ca. ab min. 24.00 von Hugh Owen angeführt werden. Da ist einmal das Märchen vom "Junk DNA". Weil man von 97 Prozent der in jedem Menschen vorhandenen DNA nicht verstand, meinte man, daß das unter der Prämisse einer Evolution "unnötige", zurückgelassen, nicht funktionale DNA wäre. In den letzten Jahren hat man freilich entdeckt, daß alles in der DNA eine Funktion hat, daß es keine "Junk DNA" gibt.

Nächste Beispiele, die wohl auch jeder kennt, ist der Fall des Blinddarms und der Mandeln. Man wußte nicht, wozu diese Organe gut sein sollen. Also unterstellte man, daß unter der Prämisse der Evolution diese Organe "mittlerweile" überflüssige Relikte früherer Evolutionsstufen wären, die unter anderem mit dem höheren Pflanzenkonsum zusammenhingen. Ähnliches gilt für die Milz. Jahrzehntelang hat man also diese Organe einfach entfernt, wenn es zu Entzündungen kam.

Heute weiß man, daß das völliger Unsinn ist. Auch diese Organe sind für den Organismus wichtig, ja sogar viel wichtiger, als man dachte. Für das Immunsystem, für die Verdauung, für die Krankheitsresilienz. Unter der Prämisse der Schöpfung hätte man diese Fehler nie begangen. Denn dann wäre klar, daß es nichts gibt, das "unnötig" ist. Daß in der Schöpfung jeder noch so kleine Teil einen Sinn hat. Und daß es für uns darum geht, diesen Sinn (logos) zu erforschen. Das ist überhaupt erst Wissenschaft.








Wie wir verblödet werden

Der Aufruf zum Schluß dieses Vortrags klingt wie eine gefährliche Drohung: Diese hier vorgetragene Geschichte der Welt, die zugleich die Geschichte des Menschen ist, soll überall und allen kundgemacht werden. Denn was wir hier sehen ist keineswegs "Wissen". Es ist die phantasiereiche Erzählung einer Geschichte, wie sich alles verhalten haben "muß", wenn man ein Postulat setzt, nämlich das einer materialistischen Entwicklung. Die vorgestellten Stufen und Schritte sind sämtlich keineswegs als Ursache und Wirkung gewußt, sie sind Annahmen, daß sich alles irgendwie so abgespielt haben muß. Und viele dieser Schritte, nein eigentlich alle, können so gar nicht stattgefunden haben, das ist denkunmöglich, zumindest wäre es aus naturwissenschaftlicher Sicht so nicht aussagbar, weil reine unüberprüfte Hypothese. Die schon an ihrem allerersten Anfang scheitert: Wie aus Nichts plötzlich Etwas geworden sein soll. Wie es Energie ohne substantiellen Träger gegeben haben soll. Es fehlen nicht einmal die emotionalen Verstärker und Anker, das süße Baby am Schluß, das der liebe Opa im Arm hat. Rührend. Wer würde da noch widersprechen, wie die Erde entstanden ist? Wer würde da noch widerstreben, endlich das Klima zu retten? Wer würde sich da noch weigern, die "Wahrheit" der Welt zu erzählen, wenn es doch darum geht, Atomkriege zu vermeiden?

Wie das alles aber geschehen sein soll? Wie konkret? Das weiß keiner, und auf diesem Weg wird es auch nie jemand wissen. Umso eifriger wird so getan. Und bei dem, was fehlt wird getan, als sei es zu wissen. Bis dahin sollen schon mal alle daran glauben. Denn immerhin stricken wir höchst bemüht schöne Mythen und Erzählungen, die herrlich phantastisch und rund klingen. Denn WEIL die Erde und der Kosmos eben aus sich heraus entstanden sind, MUSZ es ja irgendwie so gewesen sein. So daß gelten muß: Wir werden das alles schon noch herausfinden. Nur als Schöpfung kann es das Universum sicher nicht gegeben haben, nicht wahr?

Wie wenig es möglich ist zu behaupten, Bilder und Erzählungen wie diese gingen aus dem physikalischen Wissen hervor, zeigen dann Vorträge wie dieser von der Universität Stuttgart, wo Sbine Hossenfelder zeigt, daß die Grundlagen der Physik auf äußerst schwachen Beinen stehen und viele fundamentale Fragen einfach nicht beantwortet werden können. Dennoch werden "schöne Bilder" produziert, wie alles zusammenhängen könnte. Aber seit 50 und mehr Jahren lassen sich die Grundfragen nicht beantworten, und es gibt seither auch keinen Fortschritt. Außer ... die Einführung einiger Konstanten (wo also irgendwo irgendwie irgendetwas da sein muß), um die auftretenden Widersprüche mit der Erzählung vom Kosmos und seiner Entstehung doch stimmig zu halten.

Tun die Physiker, was sie tun könnten, fragt Hossenfelder? Nein, sagt sie. Denn sie konzentrieren sich auf die falschen Probleme. Zu mehr kann man aber dann nicht mehr zustimmen. Denn die Physikerin schlägt als Ausweg den Weg zu noch mehr (materialistischem) Rationalismus vor, bautalso auf dem (widerlegten!) Axiom auf, daß es eine Mathematik gäbe, die sich aus sich selbst begründen könne. Dazu muß man jede Intuition ausschließen. Das ist aber genau der Weg, der die Physik in die "Krise" geführt hat, die heute an ihr diagnostiziert wird, weil die rationalen Argumente das Beobachtete nicht hinlänglich verstehen lassen. Was Hossenfelder "beweist" ist deshalb nicht, daß Intuition ein falscher Zugang ist, sondern, daß die Grundfrage der Physik die Metaphysik, ja damit die Theologie ist. Ohne diese Klärung bleibt "Schönheit" tatsächlich weitgehend unbrauchbar. Aber nicht, weil sei subjektiv ist, sodern subjektivISTISCH, also willkürlich.