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Samstag, 22. September 2018

Von Traumata und deren Dramatisierung (1)

Für ihre Darstellung in "The three Faces of Eve" hat Joanne Woodward 1958 den Oscar für die beste Hauptdarstellerin bekommen. Der in deutscher Synchronisation als "Eva mit den drei Gesichtern" kolportierte Film behandelt eine Erkrankung der Persönlichkeit, die als "Multiphrenie" am greifbarsten etikettiert werden kann.

Sie ist vor allem zu beobachten, wenn ein Mensch schon in sehr jungen Jahren (drei, vier, fünf) ein traumatisches Erlebnis hat. Das wie alle traumatischen Erlebnisse keine Fluchtmöglichkeit bietet. Wobei das Wort Trauma oft zu schnell verwendet wird. Denn "Schrecken", irgendeine Furchtbarkeit alleine ist zu wenig, das ist noch kein Trauma. Um von Trauma zu sprechen muß eine existentielle Ausweglosigkeit bestehen, das heißt der das Schreckliche Erlebende muß auch keine Möglichkeit sehen, weiterzuleben. WENN er eben nicht eine Verarbeitung des Erlebten "in sich selbst" vornimmt. Und das heißt im Fall einer derartigen Persönlichkeitsstörung, daß er dieses, sein erstes Ich abschließt und durch ein nächstes Ich ersetzt. Dessen er sich dann bedient, um zu überleben.

Dieses erste Ich aber ist nicht ganz zu unterdrücken. Es sucht sich immer wieder Raum, und kommt nach oben. Die betroffene Person wechselt also übergangslos von einer in eine andere Persönlichkeit. Der gesunde (oder: geheilte) Mensch kann dieses Hochkommen als Erinnerung in ein einziges, gesamthaftes Ich integrieren. Was stark von der späteren Erfahrung, aber auch von individueller Stärke und Disposition (nicht jedes Erlebnis ist jedem ein gleich wirksames Trauma) abhängt, in der seine Persönlichkeit wachsen konnte. 

Das kann der pathologisch Traumatisierte nicht. Seine weitere(n) Persönlichkeiten haben diese Integrationsmöglichkeit nicht ausgebildet. Also wechselt er, wird Opfer dieses nunmehr nicht mehr der Vernunftsteuerung unterliegenden inneren Geschehens. Er kapselt diese Erlebenszusammenhänge in einer "fremden" Person ab, wird also buchstäblich zur "doppelten" (gespaltenen, "dissoziierten") Persönlichkeit.

Nun ist solches Erleben müssen eines Kindes keineswegs ein seltener Fall. Aber die meisten Kinder können kraft ihrer späteren Reifeprozesse dieses Erleben integrieren. (Wobei heutige Psychologie - die an sich ein Verbrechen ist; heutige Psychologen sind zu 95 Prozent Schwerverbrecher - damit arbeitet, durch Persönlichkeitsauflösung diese Schichten wieder zu desintegrieren, und das auch noch als "Erfolg" feiert.) Dazu gehört auch, solches Erleben abgeschlossen ruhen zu lassen, wenn seine Kraft für die Gegenwartssituation (welche auch schwankt, denn der Mensch "ist eine Amplitude") zu groß werden könnte. Es kann oft lange dauern, ehe man im Laufe seines Lebens nach und nach alle diese Erinnerungen, die meist auch Getriebenheiten bedeuten, also blinde Flecken in der Wirklichkeitsrezeption, gemiedene Wirklichkeitsareals gewissermaßen, vor sich stellen zu können, um sich ihnen zu stellen (und zu verzeihen, der entscheidende Schritt.) 

Aber die Verschließung solcher Traumata, die daraus hervorgehen könnende Multiphrenie, hat noch weitere Eigenarten, die, wie amerikanische Geheimdienste (im Wesentlichen unter Berufung auf "Forschungsergebnisse" der nationalsozialistischen "Forscher" Jahre zuvor, die solche Bedingungen in KZs an menschlichen Versuchskaninchen "erforscht" hatten) annahmen, und zu Recht sogar annahmen, für gewisse Geheimdienstaufgaben höchst nützlich ist. Denn diese Personen sind z. B. zu "triggern". Man kann ihnen also auf der Ebene des Traumas Geheimnisse anvertrauen, die sie dann an anderer Stelle durch Triggern wieder freigeben. In der Zwischenzeit "erinnern" sie sich nicht daran. 

Es gibt da so schreckliche Geschichten, die noch dazu nachweislich wahr sind, also so geschehen sind, daß auch der VdZ nicht wirklich darüber sprechen möchte. Man muß sich vor manchen Schrecken einfach schützen. Also erwähnt er nur das Buch "Die TranceFormation" von Cathy O'Brian und Mark Phillips, das zu Ende zu lesen er nicht schaffte, so wie die Person, die es ihm in deutscher Übersetzung zu lesen gab (er hatte es in englischer Version noch nicht gelesen, vielleicht ist das leichter). Es gibt im Netz eine Videozusammenfassung, der Leser möge sie selbst suchen, sie ist erträglicher. Aber darin schildert Cathy O'Brian absolut glaubwürdig und belegt, wie sie von Kindheit an von ihren Eltern auf diese Geheimdienstaufgabe "vorbereitet" wurde. 

Die mit unfaßbaren Mißbrauchsakten begannen, die das Kind von sich selbst dissoziierten bzw. begann sie eine weitere Persönlichkeitsschichte darüber zu setzen. Später wurden diese Traumata durch satanische Rituale weiter vertieft bzw. nächste Persönlichkeitsspaltungen initiiert. Die sie dann "wie in Trance" erlebte. Wer immer dann diese Traumasituation "triggerte", also das Dahinter auslöste, konnte sie beliebig gebrauchen. 

Sie ist dabei kein Einzelschicksal, das ist das überhaupt Erschütterndste an dieser Geschichte. Diese Vorgehen waren Teil eines regelrechten CIA-Programms, mit dem man Experimente anstellte, wieweit Personen nützlich gemacht werden konnten, deren Geist man völlig beherrschte und manipulierte. Das Wort regelrecht hat schon deshalb seinen Platz hier, weil die Traumasituation noch dadurch perfektioniert wurde, als höchste, ja allerhöchste Politiker (die namentlich genannt werden) - die damit "wie Gott" wirkten und jede, wirklich jede Fluchtmöglichkeit endgültig absperrten, denn welche Appellationsstufe bliebe dann noch? - in diese Experimente und Menschenmißbräuche involviert waren. Und vermutlich bis heute sind, es gibt im Netz jede Menge Spekulationen darüber, die wir gar nicht geprüft wissen wollen, um ehrlich zu sein, zu schrecklich - ja, eben, traumatisch, ausweglos - ist die Vorstellung, es wäre wahr.

In diesem oscargekrönten Film wird eine solche Persönlichkeitspathologie portraitiert. Leider gibt es "The Three Faces of Eve" nicht zur Gänze im Netz abzurufen, auch auf Englisch finden sich nur Ausschnitte. Die aber seien hier vorgestellt, um einen Eindruck vom Film zu bekommen. In dieser Szene (9 min) wird Eve erst mit ihrer tieferen Seelengrundlage gezeigt. Als der Schmerz im Gespräch mit dem Psychiater zu groß wird, der sie an die Wahrheit heranführt, bricht schlagartig eine völlig andere Persona ("Maske") ein - Eve Black. 

Was zuvor galt, gilt nicht mehr. Diese Person, diese Eve Black, hat völlig andere Eigenschaften. Denn diese verschiedenen Persönlichkeitsprofile haben oft natürlich jeweils einen eigenen Namen, das ist das Vernünftigste daran. Aus der tief verletzten Eve White wird schlagartig eine überlegene, kokette, selbstbewußte Frau, der man problemlos glaubt, daß sie sich wohlfühlt und alles in Ordnung ist. War [der halbe Nervenzusammenbruch vorhin] nur mal Migräne, meint daraufhin der Psychiater? Nein, sagt Eve daraufhin, ich hatte keine Migräne. Sie aber schon.


Morgen Teil 2)






*250818*

Vom Umsturz durch Musik (1)

Das hier jüngst in einem Radiointerview mit E. Michael Jones besprochene, von diesem verfaßte Buch "Dionysos rising - The birth of cultural revolution out of the spirit of music" ist zwar schon 25 Jahre alt, aber es hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Auch wenn Jones heute meint, daß er die Hauptconclusio damals noch nicht in der Schärfe gesehen hat wie heute - daß hinter den Entwicklungen in der Musik des 20. Jahrhunderts konkrete Personen und Personengruppen standen - so hält seine These über das, was sich in der Musik abgespielt hat. Denn auch dort hat sich ein Kulturbruch abgespielt. Ja, vor allem dort nahm er seinen Ausgang.

Und er nahm ihn bei Richard Wagner, führte von dort über Nietzsche hin zu Schönberg und Michel Foucault. Signalpunkt war die Wagnersche Beschwörung der dunklen Kräfte, des Chaos gewissermaßen, wie es in "Tristan und Isolde" programmatisch (man beachte die Rolle des Venusbergs) vor Augen kommt. Wo die Befreiung des Menschen anhebt, wenn er sich den Leidenschaften hingibt. Die sich aber direkt gegen die Ordnung der Welt, gegen die Kultur wenden.

Nietzsche war von Wagner (zuerst; später hat er sich von ihm abgewandt) so beeindruckt, daß er sein erstes Buch "Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik" verfaßte (und sich in der Erprobung dieser Freiheit gleich die Syphilis holte). In dem er die durch Wagners Musik gemachte Erfahrung in eine Kulturtheorie ummünzte: Erst hat die Auslieferung an die Mächte der Nacht, des Chaos, des Erdinneren (Höhle), des weiblichen Uterus zu erfolgen, dann ersteigen daraus jene (rhythmischen; man beachte die Zusammenhänge mit der Architektur) Kräfte, die die Musik als noch bildlose, aber umso wirkmächtigere Grundverfaßtheit der Welt im Menschen hervorbringen.

Nicht logos, Sinn, Ordnung und Gerichtetheit auf diese vorgegebene, vorzufindende Ordnung (in Gott, also in der Vorsehung*) ist das zutiefst, innerste, grundlegendste Wesen der Welt, sondern die frei aus dem Chaos aufsteigenden Mächte. Und das ist auch die Grundaussage Wagners, die er in seinen Opern immer mehr herausschält. Die Welt selbst ist letztlich sinnlos, Moral hat nur pragmatischen und kulturbezogen relativen Charakter. Ein im logos fundiertes Wesen der Dinge gibt es nicht. Es hängt umso mehr davon ab, wozu sich der Mensch als Heroe (jener "Übermensch", der den "Willen zur Macht hat") entscheidet und ermannt, um die Welt nach seinem Bilde zu gestalten. 

Diese Sichtweise öffnete die Tore zu dem 20. Jahrhundert, wie wir es erlebt haben. Das als Kampf des logos mit dem Chaos, als Kampf von Dionysos mit Apollo begriffen werden kann. Und Dionysos hatte mächtige Verbündete, die vorerst auch gesiegt haben. Denn hinter ihm stehen alle menschlichen Leidenschaften und deren Entbindung, Entfesselung. Die Geschichte der Musik spiegelt es exemplarisch.

Denn von Wagner geht die Linie direkt weiter auf Arnold Schönberg, dessen Zwölftonmusik - so meint Jones aufzeigen zu können - ein Racheimpuls gegen die Ordnung der Welt war. Der er eine willkürliche, "übermenschliche" Ordnung (in seiner mathematischen Beziehung der Töne) entgegensetzte. Die aber damit auch das Schöne verlor, und es durch Beeindruckung und Sentiment ("Verklärte Nacht" ersetzte. Schönberg, ursprünglich Jude, hatte sich zum Christentum bekehrt und als Protestant taufen lassen. Bis er erlebte, daß ihn seine Frau mit einem Komponistenkollegen betrog. Das hat ihn ins Mark getroffen. 

Fortan war sein Schaffen nur noch von dieser Verletztheit geprägt. Und in einem nächsten Schritt hat er eine Anti-Ordnung konstituiert - seine Zwölftonmusik. Die eine fundamentale Wende in der abendländischen Musik bedeutete, in der er Wagner bis zur letzten Konsequenz weiterführte und den Boden für den Jazz (als Vorläufer) und die dionysische Rockmusik (später) bereitete. Sie stehen völlig logisch in dieser Entwicklungslinie. Und in dieser Linie steht die Entfesselung der Leidenschaften und Begierden der Menschen.  

Die Zwölftonmusik wirft jedes menschliche Harmonieempfinden über Bord und ersetzt es durch eine neue Dissonanz, die rein menschliches Werk ist. Aus dieser "Musik ohne Hören" wurde ein Hören ohne Musik. Es hatte tiefgreifende Auswirkungen. Denn in sehr rascher Folge gewöhnte es sich das Publikum ab, von der Klassik noch etwas - Schönheit! - zu erwarten.  


Am kommenden Montag Teil 2)


*Es wäre schon lange an der Zeit, einen wichtigen Punkt herauszustreichen, der seltsamerweise in der ganzen Diskussion noch nie berührt scheint: Nämlich die Analogie zwischen dieser Vorsehung Gottes "als Chaos" und dem dionysischen Chaos zu zeigen. Denn auf eine Weise verlangt auch der göttliche logos jenen entscheidenden Punkt, an dem die transzendenten Mächte (also die Gnade), in deren Händen alles (Gelingen, also alles Ordnende, Vernunftgemäße) liegt - Gott also, konkret sogar: Gott Vater (in dem alles Wissen ist) - über das Tor der Hingabe an diesen göttlichen Willen erst einzubrechen vermag. Der Unterschied zum Dionysischen liegt also nicht in diesem "Chaos", dem zu überantworten es ultimativ gilt. Das oft so rigoros abzulehnen hat der abendländischen Kultur (man betrachte vor allem den Protestantismus) nicht gut getan und vieles in eine kaum lösbare Aporie und Erstarrung geführt. 

Der an sich gar nicht so falsche Versuch über die "nouvelle theology", der im 20. Jahrhundert (parallel zu den Entwicklungen in der Musik) stattfand und heute die Theologie der katholischen Kirche zu überschwemmen droht, dieses Chaos wieder "hereinzubringen", diese Ganzhingabe, dieser "Steuerungsverlust" (durch letzthinnige Übergabe des Steuers an Gott), mußte aber insofern scheitern, als es vielen nicht gelang, dieses Geschehen, diese Akte in die göttliche Vernunft bzw. Vernunft überhaupt einzubetten. Damit endet auch diese Theologie dort, wo sie im Heidentum (Dionysos) endete, und in der Musikkultur des 20. Jahrhunderts sich exemplarisch zeigt: In einer Götzenanbetung, ja in der Dämonie der Verantwortung "an das nicht Gekannte und nicht zu Kennende". In einer Verneinung des dreifaltigen Gottes zugunsten anonymer (dämonischer) Mächte des Chaos. Wenn sich überhaupt Linien im theologischen Denken dieses Papstes (der VdZ bestreitet das) zeigen lassen, dann gehört diese dämonische, heidnische und letztlich nihilistische, weil vernunftverneinende Linie eindeutig dazu. 

Die Hineingabe in den Willen Gottes ist genau NICHT der Verzicht auf Vernunft, sondern ist die Hineingabe an die ultimative Vernunft, ist somit deren "Entfesselung" in die Welt hinein - aus Gott kommt nur Ordnung, niemals Chaos, das wäre ein Wesenswiderspruch. Chaos läßt er aber freilich zu, und es hat dann den Charakter einer Strafe, einer Gnadenlosigkeit aus menschlichem Abwenden und Versagen heraus. Wie sagt der VdZ in einem seiner Stücke ("Keiner hört auf Harvey") auf der Grundlage von Erlebnissen in Obdachlosenheimen? "Das ist die Hölle - wenn es keine Vernunft mehr gibt." Die Geschichte des 20. Jahrhunderts zeigt es eindrücklich.





*230818*

Freitag, 21. September 2018

Auch das ist keine Verschwörungstheorie (3)

Teil 3) Wichtige Nachbemerkungen




Der VdZ möchte nicht verhehlen, daß er mit nicht geringer Skepsis zur Kenntnis nimmt, daß in den letzten Jahren offenbar so viel so leicht "aufgedeckt" werden kann. Bei vielen dieser Aufdeckungspublikationen sieht er dazu eine immer wieder zu beobachtende Nähe zu sehr gewiß abstrusen Ideen und Ängsten und Theorien. Dies läßt ihn befürchten, daß wir es vielfach - und gerade im "Aufdeckungsbereich" - mit einer lediglich geänderten Strategie der psychologischen Kriegsführung zu tun haben. Die einfach nun offensiv mit diesen kursierenden Dingen umgeht, sie aufgreift, ja selbst ins Spiel bringt, und unterschiedslos mit unvernünftigen, recht klar falschen oder schlicht dummen Theorien und Widersprüchlichem zusammen mixt. 

Um so die eigentliche, fundamentale Kritik zu unterlaufen, deren Glaubwürdigkeit zu zerstören, und "die Bekämpfung von Eidechsenschwänzen" - also von leeren oder nebensächlichen Scheinproblemen - ins Spiel zu bringen. Die Kraft, Engagement und Aufmerksamkeit an Irrelevantes binden. Der Leser möge also auch bei diesem Film nicht aufhören, innerlich wachsam zu sein, und die ständige Anbindung ans "Ganze" nicht aufgeben. 

Ein Ganzes, das erst das wirkliche Problem der Gegenwart ist: Als Mitte einer Vernunft und eines Wissens um die Welt und ihre prinzipielle Verfaßtheit, die auch in den Reihen der "Zeitkritiker" meist völlig unzureichend ausgebildet ist. Wo aber die Vernunft nicht im logos gründet, in diesem Einen, auf das alles zulaufen muß, in dem alles weitere gründet (und damit auch in der entsprechenden Sittlichkeit) wird alles "Denken" zum bloßen Wortspiel, mit dem man in der Umgebung herumfuchtelt, das aber wie Gras im Wind verweht.

Ein großes Problem der Gegenwart ist, daß die Menschen - ihrer natürlichen hierarchischen Institutionen, ihres gesunden sozialen Aufbaus beraubt - meinen, mit Recht sogar meinen, daß Wahrheit durch "einzelne Richtigkeiten" ersetzbar oder repräsentiert wäre. Das ist ein schwerer Irrtum. Denn weit wesentlicher als "Richtigkeit" ist, Tatsachen in einen holistischen, im insgesamt stimmigen, in Eines zusammenlaufenden Zusammenhang einzuordnen. Ort, Ordnung ist das Problem! Nicht "Richtigkeit" in Details. Denn diese lassen sich als "wahr" erst beurteilen wenn sie in ein Insgesamt, einen logos, einen Gesamtsinn, eine Gesamtrichtung eingeordnet werden können. 

Viele meinen heute, daß sich Vertrauenswürdigkeit durch Richtigkeiten ergäbe. Aber das Wesentliche ist, ob sich diese Richtigkeiten durch eine wahre Gesamtsicht ausrichten. Was würde sonst "Kritik" am Einzelnen "informieren", wenn nicht deren Zusammenlaufen in ein insgesamt Wahres, Widerspruchsloses? Es gibt viele, die dies und das "richtig" sagen. Aber es ist meist völlig wertlos. Es führt buchstäblich zu NICHTS. 

Deshalb ist auch die gesamte "alternative" Netzkritik, die sogenannte "Alternativszene", die sich selbst so gerne als "Wahrheitsmedium" preist - wie auch sonst?! - mit größter Vorsicht zu genießen. Mehr als alles Wissen oder Empfinden, daß "etwas nicht stimmt" ist von Bedeutung, worin ist es verankert, was gibt das Licht für alle diese Kritik, die im Theaterspektakel der angeblichen "Auseinandersetzung" um Wahrheit besteht?  

Das Richtige ergibt noch kein Wahres! Im Gegenteil, es führt oft zum genau Falschen. Wer etwas "Richtiges" sagt, ist oft sogar der größte Lügner. Die Frage ist immer, woraus sich "richtig" definieren läßt. Und dieser Frage weichen die Menschen seit je aus! Der heutige Konflikt um "rechts und links" ist fast immer nicht mehr als ein lächerliches Scheingefecht. Wo sich die von hier wie die von dort Gefangenen duellieren.

Stattdessen laufen so viele jenen nach, die "etwas Richtiges" sagen. Und in Wahrheit das Eine, das Zusammenlaufende, aus dem sich alles sonst ergibt und ergeben muß, nicht kennen, sondern im tiefsten Grund entweder verwirrt oder sogar boshaft verwirrend sind. Weil sie sich selbst an die Stelle der Wahrheit setzen.

Adorno hatte ziemlich recht, wenn er sein Erstaunen darüber ausdrückt daß er entdeckte, welche hohe Integrationskraft das System [Kapitalismus] hat. Und sich [siehe 68er] beide Seiten eines Disputs - also auch die Kritik "an ihm selbst" - zunutze macht, indem es sie aktiv beherrscht.






*250818*

Pommes essen gegen Krebs

Gegen die meist verbreitete Meinung, ist Acrylamid für den Menschen - anders als für Ratten, bei denen man entsprechende Versuche gemacht hat - nicht nur nicht schädlich. Sondern es ist ein regelrechtes Anti-Cancerogen. Wie seriöse Studien belegen, wirken z. B. Pommes Frittes, also kross frittierte Kartoffeln, sogar auf bestehende Tumorzellen wachstumshemmend. Die Studienbefunden sind jedenfalls ganz eindeutig: Acrylamide, wie sie vor allem in Back- und Frittierwaren vorkommen, senken das Krebsrisiko, und das sogar beträchtlich.

Das ist vermutlich der Grund, warum vor allem Kindern Pommes Frittes so gut schmecken. Denn deren Geschmack ist noch nicht mit Vorurteilen verbogen und steht noch mehr mit dem Appetitus naturalis in Korrespondenz. Daß das so ist, hat, so Udo Pollmer, auch mit dem Umstand zu tun, daß das heiße Öl die in der Kartoffel enthaltenen Giftstoffe ("das Grüne") besonders effizient zerstört.








*070818*

Donnerstag, 20. September 2018

Auch das ist keine Verschwörungstheorie (2)

Teil 2) Terror gegen das eigene Volk



Wie gesagt: Auch innen. Denn aus dieser Logik folgt unausweichlich, daß schließlich auch das eigene Volk als Feind gesehen wird. Und das ist die nächste Stufe gewesen, auf ihr stehen wir nun. Wenn die eigene Bevölkerung auch nicht zu offensichtlich mit denselben offensichtlichen Mitteln wie die Vietnamesen damals terrorisiert, drangsaliert und kontrolliert werden, so werden heute einfach andere Mittel angewendet. Um ideologisch unliebsame, den Zielen dieser Gruppen nicht kompatible Personen aus dem Weg zu räumen, bei gleichzeitiger Errichtung einer nützlichen, ideologiekonformen geistigen, intellektuellen, politischen, medialen Infrastruktur. Ohne den Faktor "Ideologie" gar zu hoch zu bewerten, denn gerade der CIA ist über die Jahre - und über das Geld - zu einer tief korrupten Institution geworden. Die aber weiterhin im Namen des amerikanischen Volkes auftritt!

Wobei wir das Wort von "nicht zu offensichtlich" auch gleich wieder zurücknehmen. Denn die Terrorangst, ja alle die verschiedenen anderen "existentbedrohenden" Ängste, wie Klima, Rußland, Islam erfüllt als Schlüssel zu jedem Mitteleinsatz exakt denselben Zweck, sind auf frappierende Weise deckungsgleich mit dem Phoenix Program UND sie sind sogar genau so offensichtlich, auch in den Mitteln. Die lediglich weiterentwickelt wurden, aber immer auf ein Ziel losgehen: Angst als wirksamste Waffe, um Menschen zu kontrollieren. Das Endergebnis ist letztlich dasselbe: Völker werden mit Angst terrorisiert, bewußt im Irrationalen gehalten.

Das unten angeschlossene Video arbeitet die Thematik recht umfänglich durch. So manches könnte einem freilich als "Verschwörungstheorie-nahe" erscheinen. Vielleicht. Nun, der VdZ sieht es eher so, daß die im Video angesprochenen zeitgemäßeren Mittel der Kriegsführung (auch gegen die eigene Bevölkerung) recht sicher, auch vielfach belegt angedacht und zumindest teilweise auch installiert sind oder versucht wurden. Ja er meint sogar, daß noch schlimmere Mittel - Drogen, LSD, geistige Zerstörung und Zerrüttung durch Desinformation, Pseudo-Wissenschaften, Versuche an Menschen, etc. etc. - gezielt eingesetzt werden und wurden.

Übrigens taucht bereits damals "Empfängnisverhütung" (und der daraus folgenden Abtreibung und Homosexualität) explizit als Waffe und Werkzeug zum Genozid auf, das über Entmoralisierung der Sexualität verankerbar ist, und effektiv jedes soziale Gefüge zerstört.

Dennoch wirken manche Mittel aus den Think Tanks der Geheimdienste und Militärs nicht ganz so einfach, wie sich das amerikanische Behavioristen (als Mechanisten und Materialisten - also ohne Grundlegung einer Moral außerhalb von Nützlichkeitskriterien) vorstellen. Viele werden auch völlig überschätzt, wie die Radioaktivität (sieht man von kurzzeitiger hoher Exposition ab) - das ist selbst bereits Frucht der Angst-Strategie als Kriegswaffe. Weshalb die Furcht davor meist weit übertrieben ist. Wir sollten uns also nicht paranoid machen lassen. Daß aber diese Mittel versucht und eingesetzt werden, daran hat der VdZ keine Zweifel. Das ist vielfach auch schon zugegeben und sehr gut belegt. Viele dieser Belege, viele persönliche Aussagen und Geständnisse sind auch in diesem Video erfaßt.





Morgen Teil 3) Wichtige Nachbemerkungen





*250818*

Gegen das gewesen, von dem sie heute abhängen

Solche Existenzen gibt es heute in ungeheurer Zahl, man sollte das nicht unterschätzen. Leute wie Fritz Teufel haben sich ihr Leben lang "dem System entzogen", das ihnen ungerecht und falsch vorkam. Die Folge war ein permanentes Leben an der Kippe, gerade genug um zu Überleben, jede Art von Beschäftigung, jede Art von Job, ach wie oft so ungemein "sinnvoll".

Heute stehen sie da, und mit solchen Einzelfiguren eine halbe Generation. Die auch den tollen Ideen der 68er gefolgt sind. Aber heute sind sie alt geworden, haben dieses und jenes Gebrechen, diese und jene Lebens- und Beziehungsruine zu bewältigen. Weil ihnen mit ihrer Radikalität auch keine Zwischenmenschlichkeit gelungen ist, die stabil ist, die ein Leben hielt. Es war ja alles verpönt, ach wie kleinbürgerlich. Umso mehr, als ihre Ideologien heute Allgemeingut sind.

Nur - was machen sie heute? Wovon leben sie? Heute stehen sie da und müssen dankbar sein, wenn ihnen noch Almosen zufallen, die ihnen ein Überleben ermöglichen. Plötzlich brauchen sie genau jenes soziale System, das sie einst so zu verachten vorgaben. Familie? Nicht vorhanden. Soziales Netz, in dem sie eingebunden wären? Gibt es nicht. 

Jenes Netz, dem sie so oft vorhielten, daß es prinzipiell falsch sei, ist ihnen nur noch durch einen absurden Sozialstaat sicher. Wie überleben sonst solche Existenzen wie Fritz Teufel, einem der Proponenten der 68er? Hier ein Bericht aus 1993.

Oh doch also, es ist etwas geblieben. Eine Generation der Weg-Schauer hat über den Marsch durch die Institutionen eine nächste Generation der Wirklichkeitsverweigerer bewirkt, die schon mit 20 oder 30 nur noch Ruinen vor sich haben. Und kein Fundament, auf dem sich ein tragfähiges Leben errichten hätte lassen. Und kämpfen für diese groteske "Freiheit", als ginge es um ihr Leben. Denn eines haben sie gelernt: Was nicht funktioniert ist jemandem zuzurechnen. Eigenes Scheitern ist immer die Schuld des anderen.

Diesmal ist es aber keine vereinzelte Avantgarde (auch wenn sich alle so fühlen), sondern eine Massenerscheinung. Die Kinder und Enkelkinder der 68er tun, was man ihnen beibrachte: Sie pfeifen auf das System. Sie nützen es nur aus. Weil es ohnehin falsch ist.








Nachtrag: Wie der VdZ erst nach Verfassung dieses Beitrags erfuhr, ist Fritz Teufel im Juli 2010 verstorben. Er litt an Parkinson, wie es heißt. Requiescat in Pacem. Trotz allem. Denn Parkinson hat mit dem "Durch-, Festhalten am Falschen" (dem der eigenen Erkenntnis im Verhalten aber Zuwiderlaufenden) zu tun, an dem das Nervengerüst letztendlich zerschellt und sich irrational (ungeformt, mit nicht gerichteten Kräften also) durchformt, in einem immer wiederkehrenden Anlauf, der aber nicht Wirklichkeit zu greifen vermag bzw. vermochte. Bis die Nervenenden definitiv geschädigt sind. 

Deshalb wirkt auch Dopamin, das "Glückshormon", das die im Fleisch bereits zu erstarrter Persönlichkeit kurzzeitig quasi "aufweicht", beruhigt, "daheim wissen" läßt, so daß diese ersten Wirklichkeits- und Persönlichkeits-Impulse wieder an die Realitätsoberfläche kommen können. Der Film "Rainman" stellt das recht gut dar, wenn man weiß, was man daraus lesen muß. Mehr hat der VdZ noch nicht über Parkinson erkennen können, aber es scheint in den Fällen, die er (auch in nächster Familie) kennt, auf diese Generalisierung hinauszulaufen. 

Daß also 68er an Parkinson "erkranken" ist keineswegs unnatürlich oder seltsam.





*220818*

Mittwoch, 19. September 2018

Auch das ist keine Verschwörungstheorie (1)

Als der amerikanische Historiker Douglas Valentine 1990 sein Buch "The Phoenix Program" veröffentlichte, war er binnen kurzem auf der schwarzen Liste sämtlicher großer Verlagshäuser. Weitgehend (und offenbar konzertiert) ignoriert, verlieh ihm die einzige Rezension in der New York Times das Etikett "Verschwörungstheoretiker", mit dem man jeden Autor und vor allem Opponenten augenblicklich mundtot machen kann. Fortan war er als Historiker und Publizist erledigt. Nach einem Jahr war auch das Buch aus dem Handel verschwunden. Und lange vergessen, ehe es 2014 neu aufgelegt wurde. Es ist auch heute noch erhältlich

Denn mittlerweile gibt es waschkorbweise Quellen und Literatur, die sich mit dem "Phoenix Program" befaßt, und es ist offensichtlich, daß Valentine das Thema in seinem penibel recherchierten, durch zahlreiche Zeugenaussagen belegten Buch wahrheitsgemäß aufgedeckt hat. Es ist für uns deshalb von großem Interesse, weil es Rückschlüsse für heute zuläßt, die mancher wohl ahnt, aber noch kaum jemand wirklich in ihrer Dimension wahrnimmt: Es gibt Kräfte und Gruppierungen in den USA (wobei der VdZ diesen Begriff längst erweitert sieht: als Anglo-Amerika), die einen totalen, alle Lebensbereiche umfassenden und vor keinem Mittel zurückschreckenden Krieg gegen die Welt führen.

Worum geht oder ging es dabei? Im "Phoenix Program" versuchte der CIA ab 1967 in den Vietnam-Krieg einzugreifen. Und er tat es, indem er die intellektuelle, geistige, moralische und politische Infrastruktur des Landes zerstörte und sich völlig außerhalb aller Gesetze und Moral stellte. Denn dazu waren ihm alle Mittel recht, und zwar alle heißt, wirklich: alle. Die Schätzungen der Todesopfer reichen von 20.000 (zugegeben) und 40.000 (nicht zugegeben), wie die vietnamesische Regierung erklärte. Der Kollateralschaden - ein schwer traumatisiertes, gezielt terrorisiertes, jeder politischen, und intellektuellen Infrastruktur beraubtes Volk - ist gar nicht zu beziffern. 

Mit bis zu 1.800 Agenten und Kollaborateuren wurde ein System des Terrors und der beständigen Lebensangst über Südvietnam verhängt. Vorgeblich, um so die materielle, vor allem aber die ideologische Basis für den Feind, den Vietcong, zu zerstören und das "Heilige Ziel - Kampf gegen den Kommunismus!" - anzustreben. So manchem dämmerte es freilich, daß man genau damit den Boden für die Sympathie der Menschen mit dem Vietcong als einziger Befreiung vom amerikanischen Terror aufbereitete.

Denn da war auch jeder, der sich der amerikanischen Ideologie des "Kalten Krieges" nicht unterwarf, unter dem auch Vietnam subsummiert wurde, der also selbständig dachte, ein Todfeind. Zumindest ein potentieller Todfeind, den es zu eliminieren galt. Folter, Todeslisten, die laufend abgearbeitet wurden (erstmals voll computerisiert, übrigens), Tod und Zerstörung über zivile Dörfer und ganze Landschaften waren die Mittel. Um die "Waffe Drogen" nicht zu vergessen, über die sich der CIA seit langem maßgeblich finanziert, was ihn zusätzlich von jeder politischen Kontrolle praktisch unabhängig macht.* Aber auch vor der Beseitigung mißliebiger, andersdenkender Amerikaner schreckte dieses System nicht zurück.

Niemand ist für diese schweren Verbrechen, die vom CIA organisiert in Vietnam begangen wurden, jemals zur Verantwortung gezogen worden. Vielmehr wurde alles vertuscht und die geheimen Akten bis heute nicht freigegeben. Das ist aber nur ein Teil der Frage. Denn viel bedeutender ist, daß man aus diesem Phoenix Program für Vietnam erkennen muß, daß die USA (und CIA, NSA, militärische Geheimdienste, wobei Valentine die CIA in einem weiteren Buch als "Organisierte Verbrechervereinigung" bezeichnet) diese Vorgangsweise bis heute pflegen. Und DAS enthebt die Vereinigten Staaten tatsächlich jeden Rechts, sich außenpolitisch als "Moralinstitution der Welt" aufzuspielen - nicht wegen vergangener Fehler, sondern weil eben dieselbe wie in Vietnam angewandte Unmoral und Lüge bis heute Merkmal ihrer Politik (innen wie außen) ist.


Morgen Teil 2) Terror gegen das eigene Volk


*So nebenbei: Wie Eugen Kogon in seinem Buch über die SS zeigt, hat sich auch die SS über die KZs selbst finanziert. Die Konzentrationslager, der Terror waren für die SS - als Staat im Staat, der keiner politischen Kontrolle unterlag - sogar das Hauptfinanzierungsmittel. Parallelen zum CIA sind nicht nur nicht zufällig, sondern hängen mit der Problematik zusammen, daß sich die USA nach 1945 des "Know How" wie auch des (aus diesem Grund straffrei gestellten, zu tausenden in die USA geholten) Personals von Gestapo und SS bediente, um in den Kalten Krieg einzusteigen.





*250818*

Ein nächster Alt-68er räumt auf

Bernd Rabehl bringt deshalb etwas Wichtiges auf dem Punkt: Die 68er waren die Türöffner für den brutalsten aller Kapitalismen, den wir heute erleben, den "ex-und-hopp"-Kapitalismus. Der auf den Gedankentrümmern der 68er-Marxismen aufbaut. Ja natürlich streiten die 68er das ab. Aber sie streiten es aus denselben Gründen ab, aus denen sie 68er waren: Weil sie nie dachten. Weil sie gar nicht wußten, was Denken überhaupt ist. Ihr Denken war ein Rationalisieren ihrer Lebensverweigerung, ihrer Trägheit, ihrer Acedia.

Rabehl stellt auch etwas richtig: Die DDR-Flüchter waren KEINE Westler. Sie haben immer anders gedacht, denn sie haben gewußt, was Diktatur ist. Das wußten die Westler nicht, die das, wovor diese Menschen geflohen waren, sogar romantisierten und idealisierten. Die DDR-Flüchter aber waren alle radikale Anti-Kommunisten. In den Westen gelangt stießen sie mit einem "Philo-Kommunismus" zusammen, der sich scheinbar in Kampagnen wie Anti-Vietnam, Anti-Springer, Anti-Notstandsgesetze, Anti-Kapitalismus, überbrücken ließ. Aber in Wahrheit war da eine riesige Differenz. 

Das hat auch mit anderen Bedingungen zu tun: Die 68er des Westens kamen aus der oberen Mittel- und Oberschicht, die über den in den Schulen, Gymnasien bereits eine ganz andere - linksgeprägte - Perspektive hatten. Für sie war die Adenauer-Republik eine Republik des Spießertums, der Kleinbürger. Die Abhauer aus dem Osten kamen aber aus der Unterschicht, meist aus dem Arbeitermilieu, aus diesem Kleinbürgertum. Sie hatten eine völlig andere Haltung. Die APO (Außerparlamentarische Opposition) setzte sich also aus Leuten zusammen, die gar nicht zusammengehörten. 

Der VdZ wird in diesem Zusammenhang nie die Schallplatten von Wolf Biermann vergessen, der noch 1976 in seinem legendären Konzert in Köln ("Das geeeht seinen sozialllistischen Gang ... ") den Aufstand in der DDR von 1953 als "noch-faschistischen Aufstand" brandmarkte. (Im Anschluß an dieses Konzert durfte Biermann lustigerweise nicht mehr in die DDR zurückreisen.)

Der Anti-Kapitalismus, der Anti-Amerikanismus hat alles überdeckt. Horkheimer und Adorno wurden nie zur Kenntnis genommen. Die totale Kultur- und Identitätszerstörung hat niemanden gestört. Die Realität und Dynamik dieser Gesellschaft wurden ignoriert. Die Linke im Westen ging durch eine Phase der Verwahrlosung, über Pol Pot und Mao. Denn hier hat sich die Linke mit einem Vorgehen identifiziert, wo die Alten problemlos zu vernichten waren, damit man an ihre Stelle gelangte. Damit waren sie definitiv korrumpiert.

Die Grünen wurden dann aufgebaut, um als Partner der Oligarchie die bürgerlichen Großparteien zu zerstören. Alle wirklichen 68er-Positionen wurden aufgegeben. Heute sind Linke und Grüne im Sog der Großparteien zu denunziatorischen Parteien geworden, die der Macht dienen. Sie sind keine Opposition mehr, und Opposition ist heute generell unerwünscht. Man hat vergessen, daß das Denken "gefoltert" werden muß - über Widerspruch. 

Dennoch hat der Opportunismus der Grünen und Linken die 68er nicht ganz abgetötet, meint Rabehl. Es gebe sie noch. "Rechtsextrem" ist freilich ein inhaltsleerer Kampfbegriff geworden, mit dem diese etablierte "Linke" (als 68er-Relikt) ihre Positionen absichert.









*220818*

Dienstag, 18. September 2018

Noch einmal Südafrika (2)

Teil 2) Eine Nachbemerkung zur Apartheid




Nachbemerkung: Die in Südafrika erst 1848 definitiv eingeführte "Apartheit" - also die völlige Trennung von weißer und schwarzer Bevölkerung, eine englische Idee, die bereits im 19. Jahrhundert auflebte - könnte als Gegenbeispiel gegen die vom VdZ hier vertretene Idee der Segregation gesehen werden. Die der VdZ als einzige Lösung für das Migrationsproblem sieht, denn eine Integration ist nicht möglich und oft genug sogar menschenunwürdig, weil es auf die Auflösung der Identität der Zuwanderer (und auch der Einheimischen, das nebenbei) hinausläuft. Gegen die sich auch die Migranten wehren. 

Nun, ist Südafrika ein Beispiel, daß diese Idee nicht greift? Nein. Denn Südafrika war nicht nur (als strategisch hoch wichtiger Posten) in die US-Front im kalten Krieg eingebunden, was zu einer Verhärtung der Stabilitätskriterien führte (Identität wurde zum Bestandskriterium einer viel größeren militärischen Auseinandersetzung, analog zum Amerikanismus), sondern die Lage in Südafrika war im Prinzip organisiert und gangbar. Sie wurde erst durch linke, falsche Vorstellungen von "Gerechtigkeit" zu einem System der Ungerechtigkeit stilisiert. Und nachweislich haben europäische Länder (Schweden!) Milliarden investiert, um die "Bürgerrechtsbewegungen" (sämtlich linker Provenienz) aufzubauen und zu finanzieren. Der ANC hat den nunmehr gnadenlosen Kampf gegen die weiße "Herrschaft" mit brutalen Mitteln durchgeführt und die Schwarzen mit Terror (wer mit den Weißen zusammenarbeitete, wurde als Verräter und Kollaborateur mit dem Feinde oft genug sogar hingerichtet) auf diese Linie hin gezwungen.

So hat die Linke den Staat Südafrika (auch aus strategischen Gründen!) ganz gezielt erst destabilisiert, und zwar mit "Menschenrechts-Argumenten", also mit "überlegenen moralischen Vorstellungen". Auf den international massiv aufgebauten Druck hat die weiße Führung 1991 mit einem Ende der Apartheid reagiert. Als logische Folge haben in den Wahlen von 1994 die Schwarzen (die ab den 1960ern durch enorme Geburtenraten die Bevölkerungsmehrheit erlangt hatten) Südafrika in die Hand bekommen. 

Dabei stehen die weißen Schichten in den Großstädten weniger vor einem Problem - sie sind meist Liberale und selber links. Diese "Engländer" waren auch nie wirklich mit Südafrika verwurzelt, die Bereitschaft auszuwandern ist unter ihnen sehr hoch. Sie sind im Laufe der letzten 100, 150 Jahren gekommen, und sie kamen in eine "Kolonie". Anders die Buren, die Nachfahren der im 17. Jahrhundert aus Europa eingewanderten Holländern, Deutschen, Franzosen, die eine neue Heimat suchten. Ihnen ist Südafrika die EINZIGE Heimat, und sie waren auch VOR den heutigen Schwarzen da, die die Landnahme der Buren, die ein Steppenland zu einer blühenden Landschaft kultiviert haben, das viele Begehrlichkeiten geweckt hat, als "Unrecht" darzustellen versucht.

Auch wenn man manche Segregationsmaßnahme aus dem Südafrika VOR dem Putsch durch den ANC als überzogen und letztlich menschenunwürdig ansehen muß, so war die Segregation, die vor 1948 eine im Alltag ganz unaufgeregt gelebte Selbstverständlichkeit war, der richtige und einzige Weg. Die Buren selbst, übrigens, waren den Schwarzen gegenüber viel offener, hatten nur selten Probleme mit ihnen; erst mit dem Zugriff der Engländer, vor allem aber mit dem Engagement des Großkapitals, das die Rohstoffe auszubeuten begann, wurde die Apartheit schärfer. Zuvor lebten die beiden Bevölkerungsgruppen in ihren Parallelgesellschaften sehr friedlich miteinander, und immerhin profitierten die Schwarzen gehörig von der Kultur der Weißen, die auf den Westen und den Weltmarkt ausgerichtet war und über diesen Weg ihren Wohlstand aufbaute.

Es gibt keine Multi-Kulti-Gesellschaften. Es gibt nur Frieden, wenn man Parallelgesellschaften zuläßt, die für sich gesehen nach ihren Wert- und Lebensvorstellungen prosperieren können, je nachdem, wie sie es zu leisten vermögen. Diese Parallelgesellschaften müssen durch eine starke staatliche Hand geschützt sein, so daß sie sich in Ruhe und Rechtsfrieden begegnen können. Dann kann ein Staat diese Gesellschaften in ein Insgesamt integrieren. Löst man diese Teile aber auf, wirft man sie in einen Topf, ist das der Beginn einer Hölle des Kampfes aller gegen alle.





*240818*


An Soja ist schon so mancher verblödet

Nun ist der VdZ zwar sicher, daß die Rechnung "hier Soja - dort Chemie - dort Wirkung" nicht stimmt. Chemie ist letztlich nur der Ausdruck von ontologischen Vorgängen, von Wirklichkeiten. Dennoch ist interessant, was bei so vielen Untersuchungen über die Reaktion von Menschen auf Soja (so müßte man es richtiger ausdrücken, nicht: Wirkung auf Menschen) eindeutiges Ergebnis war.

Das da lautet, daß der Genuß von Soja nicht nur impotent, sondern auch dement macht. Weil bei stärkerem Konsum von Soja (Tofu) das Gehirn schrumpft.

Nettes Bonmot aus dem Video: "Ernährungsberatung ist Gewalt von Frauen an Frauen."









*070818*

Montag, 17. September 2018

Noch einmal Südafrika (1)

Die "Gerechtigkeitsregierung" am südlichen Kap von Afrika hat nun begonnen, die Verfassungsänderung, die per Jänner 2018 in Kraft trat, umzusetzen. Und an einigen ersten Beispielen zeigt sich bereits, was da auf die Buren (und die meisten Farmer sind Buren, also nicht weniger "genuine" Südafrikaner als die Schwarzen, wir haben über die geschichtlichen Vorgänge seit 1652 vor einiger Zeit berichtet, der Film bringt sie ebenfalls, in geraffter Form) nun zurollt.

In einer ersten Entwicklung ist bereits ein massiver Preisverfall für Burenfarmen zu beobachten. Denn wer will Land kaufen, das möglicherweise bald wieder enteignet wird? Und so mancher wird wohl auch verkaufen mögen, was die Preise weiter drückt. Das Vorgehen der Regierung scheint genau darauf abzuzielen. Die ersten Fälle zeigen, daß die den zu Enteignenden angebotenen "Entschädigungen" kaum ein Zehntel des Marktwertes der Farmen ausmachen. Dabei kommt ein staatlich beauftragter Schätzer zu den Farmern und macht eine Bestandsaufnahme. Das rechnet er in einen Marktpreis um. Steigen die Farmer nicht darauf ein, wird trotzdem enteignet - nur: entschädigungslos. Die nächsten Fälle von Betroffenen (mittlerweile sind es ca. 140) zeigen, daß alles auf das hinausläuft, was ohnehin viele schwarze Politiker von Anfang an anstrebten: Entschädigungslose Enteignung, denn es handele sich ja sowieso nur um "Rückgabe von Diebesgut".

Währenddessen geht der Genozid an den Buren weiter, wie die jüngst fertiggestellte Reportage "Farmlands" der Kanadierin Lauren Southern zeigt. Sie mußte bei ihren Recherchen keine Nadel im Heuhaufen suchen, also Einzelfälle aufspüren. Sondern sie traf auf eine Bevölkerungsgruppe im Angesicht einer unausweichlich scheinenden, nahen Eliminierung. Unter der es mittlerweile niemanden mehr gibt, der nicht von (oft unfaßbaren) Gewaltexzessen betroffen war, sei es persönlich, sei es in der Familie, sei es bei Freunden. Wenn die Entwicklung so weitergeht - und es gibt nichts, das das stoppen zu können scheint - wird es in Südafrika bald einen ausgewachsenen Bürgerkrieg geben, in dem sich die rund drei Millionen Buren mit der Waffe in der Hand organisiert gegen die Auslöschung durch die schwarze Mehrheit zur Wehr setzen werden. Denn diese Buren kämpfen um ihre Heimat.

Mit zu den Entsetzlichkeiten, die das Unrecht in Südafrika noch tiefer machen, gehört, daß die Weltöffentlichkeit, die Weltmedien dazu wie auf Vereinbarung schweigen. Sieht man von einigen wenigen Ländern ab (Rußland, Australien), die sich angetragen haben, den Buren Land und Lebensmöglichkeit zur Verfügung zu stellen (was aber nur für einige tausend oder meinetwegen zehntausend eine Möglichkeit ist), werden die Buren völlig alleine gelassen und ignoriert.

Zu sehr widerspricht das, was sich nach 25 Jahren "Befreiung vom Joch der Weißen" dort abspielt, den verqueren Vorstellungen, in denen der African National Congress unter Nelson Mandela eine Utopie aufzustellen versprach, die sich nun in eine Hölle zu verwandeln beginnt. Denn komischerweise bricht nun immer noch nicht in diesem einst prosperierenden Land der Wohlstand unter den Schwarzen aus, im Gegenteil, das Land ist ökonomisch, aber auch im gesellschaftlichen Miteinander auf einem steilen Weg nach unten.

Die Währung (der Rand) ist auf Ramschniveau gefallen. Die Arbeitslosigkeit beträgt 50 Prozent, offiziell 36 Prozent. 16 Millionen Sozialhilfeempfänger stehen drei Millionen Einkommenssteuerzahlern gegenüber. Dem gegenüber die Augen zu öffnen aber würde so manches Weltbild hinterfragen, so manche Glaubwürdigkeit demontieren. In der Disziplin Realismus waren die Linken aber noch nie gut.

Dieses Schweigen kommt natürlich dem Versteckspiel der Regierung entgegen, die alles tut, um das Ausmaß des Chaos im Land zu vertuschen. Daß täglich drei Dutzend Revolten durchschnittlich geschehen, die die Infrastruktur des Landes in Klump und Asche schlagen. Daß es eine eigene Organisation gibt - die "Blutschwestern" - die die Farmen von den Verbrechensspuren reinigen, die die täglichen Überfälle auf Burenfarmen oder Gewerbebetriebe hinterlassen, die nur ein Motiv haben: Haß. Neid. Und nur ein Ziel: Zerstörung.

Von einem "offenen Multi-Kulti-Regenbogen-Land" ist keine Rede. Vielmehr haben sich Korruption und Gewalt ausgebreitet und sind Alltag. Auch unter den einzelnen Gruppen der Schwarzen gibt es enorme Spannungen. Wobei es sogar ein ausgewachsenes Migrationsproblem (die vielen Zuwanderer aus afrikanischen Staaten werden als Sündenböcke gesehen und abgelehnt) gibt.

Sehe der Leser nun selbst. Und mache er sich auf manche Erschütterung gefaßt.

"Farmlands" (2018), 
von Lauren Southern, 
in deutscher Übertragung






Morgen Teil 2) Nachbemerkung zur Apartheid




*240818*

Welche 68er man verachten darf

Er war einer der Proponenten der 68er-Bewegung und gilt heute als einer vom harten Kern der Reaktion - Günter Maschke. Immerhin ist er einer der wenigen der damaligen Zeit, denen zuzuhören immer lohnt. Und er hat eine wirkliche Wende vollzogen, weil er damals auch fest an alles glaubte, was er dachte. Und meinte, über die Wahrheit die Welt zu erschließen.

Die Kommilitonen der Bewegung hat er ähnlich empfunden, wie der VdZ. Der was er dachte ernst meinte, und meinte ernst meinen zu müssen, was als denkerisches Ergebnis auf dem Tisch lag. Wie anders erlebte er so gut wie alle, die sich weit mehr als der VdZ (dem trauten sie nie, egal welche; wer traute ihm also jemals? mit Recht! denn er war nie verkumpaniert, hat also nie Kadavergehorsam - "Zusammenarbeit" - vor Wahrheit gestellt) als 68er definierten (und in seiner Generation waren sie alle, waren "wir" alle, After-68er, also um zehn Jahre zu jung, mindestens) und darin so etwas wie "Adel" erblickten.

Aber in einem seltsamen Widerspruch lebten, den auch Maschke ähnlich empfunden haben dürfte wie der VdZ. Denn sie alle - alle! - hatten kein Problem damit, von genau jenen zu nehmen, weil zu leben, die sie so scharf kritisieren. Den Vätern, die Arschlöcher waren, weil sie die neue Pioneer-Anlage nicht kaufen wollten, dem Staat, der überhaupt nur unterdrückte, aber gut genug war, von ihm Subventionen für Indianer-Expeditionen zu gewähren, von denen man dann gemütlich das nächste halbe Jahr lebte.

Die allesamt also nie das wirklich TATEN, von dem sie sonst so vollmundig und mit wer-weiß-welcher Literatur unterfütterten. 

Maschke hat völlig recht: Vorwerfen kann man den damaligen 68ern und After-68ern nicht, daß sie damals waren wie sie waren. Vorwerfen muß man ihnen vielmehr, wie sie später lebten. Und heute zu den totalitären System-Bedrückern wurden, die ihnen damals im Weg standen. Weil sie sich damals hätten mühen, quälen müssen. So haben sie einen Weg gefunden, die Paradigmen der Gesellschaft, der Öffentlichkeit zu ändern, und mußten sich somit nie ändern. Sondern konnten immer ihr verfressenes, abgeficktes Lotterleben weiterleben, ohne sich je innerlich wirklich bewegen zu müssen.

DAS ist der Grund, warum der VdZ die 68er - soweit er sie kannte, soweit er sie kennt - bis ins tiefste Herzgründlein hinein verachtet.  Menschen, die noch nie im Leben etwas bewegt haben, haben die Welt bewegt, damit die Illusion bestehen bleibe, es bewegte sich etwas. Das Leid, das sie aber über Generationen und die heutige Jugend gebracht haben, ist ihnen vollkommen egal.









*220818*

Sonntag, 16. September 2018

Was hat man da wirklich vor?

Wie widersprüchlich das ist, was wir heute als Politik erleben, zeigt ein Detail: Einerseits erzählt der für solche Fragen zuständige deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), daß die Künstliche Intelligenz (KI oder AI) die Zukunft der Volkswirtschaften weltweit bestimmen und alles, buchstäblich alles verändern wird. Um im nächsten Augenblick zuzugeben, daß Deutschland diese Anpassungsleistung nicht mehr aus eigener Kraft zu leisten vermögen wird. Weshalb er vom nötigen Zukauf von Intelligenz spricht: Fachleute sollen weltweit angeworben werden. 

Anderseits zeigen eine Reihe von weltweiten Studien zur Entwicklung der Intelligenz - Gunnar Heinsohn stellt eine davon vor - daß Westeuropa und im besonderen Deutschland, Österreich und die Schweiz mit jeweils gleichlaufenden Entwicklungen seit Jahren einen Rückgang des Intelligenzniveaus zu verzeichnen hat. (Was übrigens schon seit längerem beobachtet wird.) Dieser wird sich bis zum Ende des Jahrhunderts fortsetzen und rund 0,6 Punkte (bei einem Ausgangsniveau des IQ im Jahre 2010 von rund 96) pro Jahrzehnt betragen. Wofür es einen klaren Grund gibt: Die gegenwärtige Migration, neben der damit zusammenhängenden weiteren öko-sozialen Ausdifferenzierung. 

Denn anders als in Australien oder Singapur (um nur einige zu nennen) ist das Intelligenzniveau der Zuwandernden in unseren Ländern niedriger als das der Bevölkerung der Zielländer. Bis zum Jahr 2100 sagt die erwähnte Studie eine Absenkung des IQ-Niveaus um mehr als 5,5 Punkte voraus. Der dann zu erwartende Durchschnitts-IQ liegt dann in einem Bereich (so erwähnt es einmal Jordan Peterson) der gerade noch einem angelernten Industriearbeiter entspricht, der - als Anweisungsempfänger für begrenzte Tätigkeitsabfolgen - gerade noch in gewisse Produktionsprozesse eingebunden werden kann. 

Dazu muß man bedenken, daß das Intelligenzniveau keineswegs durch "Bildung" in heute verstandener Art steigerbar ist. Wie wahr das ist, zeigt die seit langem abwärts zeigende Entwicklung des geistigen Niveaus von sogenannten Akademikern in Ländern mit Massenuniversitäten. 

Zwar hält der VdZ die Theorien für falsch, die von einer rein erblich bedingten Begründung des IQ ausgehen (das ist nur ein jeweils beschränkt auftretender Zusammenhang, das aber freilich schon), aber es bestehen dennoch so enge sozio-kulturelle Zusammenhänge zwischen den Generationen, daß eine Anhebung nur sehr langfristig möglich ist. Und mit der Hebung des sittlichen Niveaus und damit mit Religion und Werthaltungen (Haltungen, nicht deklarierten Katalogen) einhergeht. Auch hier ist freilich wenig zu erwarten.

Was also stellt sich die Politik eigentlich vor? Wie meint sie, sollte unsere Zukunft aussehen? Als Sklavenvolk, das von einer abstrakten, universalen "Elite" (zu der natürlich die Kaste der Politiker gehört) und deren technischer Hilfsmittel beherrscht wird? Mit Volkswirtschaften, die mit Volk gar nichts mehr zu tun haben, sondern nur noch die Betriebsmittel für staatliche Apparate zur Verfügung stellt, um dieses notwenige Übel - Volk, Bevölkerung - irgendwie noch durchzufüttern, während Arbeit zur Beschäftigungstherapie, die Sinnfrage zur psychologistischen Übung, Verhalten zur Dressur erwünschter Verhaltensweisen wird?

Das alles stößt auf ein weiteres Problem, und Altmeier scheint es bereits zu repräsentieren: Der hochgradige Kompetenzverlust dieser unserer Eliten in der Gegenwart, und zwar in allen Bereichen. Dem wir etwas verdanken, bei dem uns der Atem stocken sollte. Wir werden zu diesem wichtigen Thema an dieser Stelle noch handeln. Denn es ist vielleicht sogar unser größtes gesellschaftliches Problem: In immer größerem Ausmaß zieht sich in einer Art innerer Immigration Geist aus der das öffentliche Leben gestaltenden Ebene zurück, wandert also im Gegenzug zur Zuwanderung von Menschen konkret oder auf eine andere, mehr persönlich bleibende Weise aus. Mehr noch, er wird zunehmend aggressiver vertrieben.

Wir haben es also in mehreren Bereichen mit sehr analogen Bewegungen zu tun. Was sich auch darin anzeigt, daß die Eliten zunehmend nicht mehr in der Lage sind, widerspruchsfreie Aussagen zu liefern, ja den Widerspruch zur vernachlässigbaren Größe macht. Sodaß die Sprache immer weniger erfaßt, was an realen Bewegungen abläuft.

Man nennt das Verblendung.





*240718*

Von Schuldknechtschaft ins persönliche Gefängnis - am Beispiel Irland

Wer verstehen will, was sich in Irland mit diesem jüngsten Höhepunkt in der Abtreibungsfrage abgespielt hat muß die Zusammenhänge mit den Vorgängen seit 2007 (aber im Grunde bereits in den Jahrzehnten davor) sehen. Die das Land in tiefe Schuldknechtschaft getrieben haben. Wo der Staat die zuvor enorme private Verschuldung zum System erhoben und übernommen hat. Was darauf folgte, war die völlige Übernahme der Linken durch die Agenda der "sexuellen Befreiung". Seit die Linke diese Programme auf ihre Fahnen geschrieben hat, ist ihr Programm: Wir wollen sexuelle Befreiung, die Freiheit tun und lassen zu können, was wir gerade wollen, dafür hören wir auf, das Wirtschaftssystem zu kritisieren.

Aus dem Arbeiter, dem Menschen, der mit seinem Werk die Welt gestaltet, wird aber nicht nur ein braver Konsument, sondern vor allem ein entgeisterter Proletarier, der nur noch seinen Job erledigt, um das Geld zu bekommen, das ihm sein "eigentliches Leben der Freiheit" ermöglicht.* Mit Arbeit, mit Werk, mit Lebenswerk und Lebensgestaltung hat das alles nichts mehr zu tun.

Hier faßt E. Michael Jones zusammen, was sich an Irland exemplarisch gezeigt hat und den gesamten Westen, ja fast die ganze Welt mittlerweile kennzeichnet. Die wirklichen Kräfte hinter den gezeigten Jubelausbrüchen auf der grünen Insel, der dem Großteil Europas seine Christianisierung nach den Wirren der Völkerwanderung verdankt, als das Referendum mit großer Mehrheit für die Freigabe der Abtreibung entschied, hat ganz andere Motive. Die Abtreibungsfrage war nur das Symbol für einen fatal täuschenden "Scheinsieg" über ein Establishment. Doch war ganz ein anderes Establishment gemeint, ganz eine andere Knechtschaft, die freilich geschickt verborgen blieb. Genau die haben die Iren nun freiwillig gewählt, weil dieses verborgene, sich geschickt kostümierte Establishment es einmal mehr geschafft hat, die Knechtschaft durch Sexualität zur "Freiheit" zu stilisieren, die Moral, die Tugend zur Knechtschaft umzudeuten.

Auch hier die direkten Wurzeln in der Verhütungsmentalität. Denn was ist die Folge, wenn man den Menschen nicht mehr als in seinem Logos, seinem "geistigen Funken" beginnend wie begründet sieht? Dann ist in einem nächsten Schritt der Mensch eine Frage der Aktualisierung, nicht mehr des Telos, von dem er ausgeht, auf den er zugeht. Dann ist der Embryo im Mutterleib kein Mensch mehr, sondern eine anonyme, amorphe Zellmasse.

Dann will man davon nichts mehr hören, warum es denn dann sein könnte, daß sich aus dieser amorphen Zellmasse zielstrebig ein Mensch heranbildet, sich jede einzelne Zelle nach einem klar erkennbaren, scheinbar inneren Plan ordnet, vermehrt, gruppiert. Dann will man nichts mehr davon hören, daß sich die Seele ihren Leib formt. Dann will man nichts mehr hören, daß dieser am Beginn seines Lebens stehende Mensch vom ersten Moment der Verschmelzung von Same und Ei einen eigenen Stoffwechsel beginnt und ein Eigenleben führt, einem eigenen Ziel folgt. Zwar von der Mutter abhängig, aber doch von ihr getrennt. Dann wird diese Frage zur Verwirrung des "mein Bauch gehört mir". Der nächste Schritt ist direkt damit verbunden: Wo das Leben nicht in seiner geistigen Verankerung gesehen wird, sondern als Folge der Aktualisierung, ist Euthanasie die nächste Konsequenz. Neben andern Konsequenzen wie Massenimmigration.

Was erschütternde Rückschlüsse auf die Haltung zur Abhängigkeit als Aufeinandergewiesenheit der Menschen überhaupt zuläßt. Darin drückt sich aber nur aus, was wir im Alltag längst erleben: Die (überzogen definierte) Individualisierung des Menschen als Auf-sich-Geworfenheit, als isoliertes Objekt, das möglichst von keinem Mitmenschen abhängig sein möchte und das als Freiheit sehen möchte.

Aber es ist lediglich die Illusion, Abhängigkeiten dadurch loszuwerden, indem man sie möglichst nicht wahrnimmt, wie die dem politischen System gegenüber. Demgegenüber noch die Illusion genährt wird, daß es, weil "demokratisch" von uns selbst "wählbar" wäre. Menschsein heißt per se Abhängigkeit, weil Angewiesenheit. Der Leser möge nur zwei Minuten den Atem anzuhalten versuchen.

Nun ist Irland auch nicht mehr das monokulturelle Land, das es einmal war, drückt es einer der Proponenten der Abtreibung aus, die nur ein nächster Schritt dessen war, daß man vor zwei Jahren die Homosexuellen-Ehe beschloß. Irland ist ein multikulturelles Land geworden. Diese Aussage erzählt die umfassendere Geschichte.

Darin drückt sich nämlich am deutlichsten der Verlust des eigenen Selbstseins aus, als deren Indizien die Entscheidungen der Iren in den letzten Jahren gesehen werden müssen. Damit drückt sich am deutlichsten aus, daß Irland aufgehört hat, ein eigenes Land eigener Identität zu sein. Fortan wird ihm seine "Identität" vorgegeben, vorgegaukelt, während das Selbstsein verdunstet.

Die in Irland so befremdlich hochgebrandeten Freudenkundgebungen lassen noch einen weiteren Schluß zu: Immer wieder wird von Befürwortern der Abtreibung behauptet, daß jede Abtreibung eine "tragische Entscheidung" wäre, die jede Frau für sich zu treffen und zu tragen hätte. Ab sofort kann dies nur als glatte Lüge gesehen werden. Von "Tragik" war in Irlands absurder "Freude" nichts zu spüren.

Was ist in Irland passiert in den letzten 30 Jahren? Irland hat sich konsequent zu einer Sklavenkolonie gewandelt.







*Das ist übrigens die Haltung des antiken Heidentums, die Arbeit als menschenunwürdig, bestenfalls notwendig ansah. Diese Haltung wurde durch das Christentum völlig auf den Kopf gestellt und hat das Europa geschaffen, von dem wir heute noch zehren. Denn im "ora et labora" der Benediktiner zeigte sich, daß Arbeit kein Übel, sondern ein Weg des Lebenssinnes ist, der mit den eigenen Händen eine Verwandlung der Welt zum Lobpreis Gottes ermöglicht, fordert. Arbeit, die über reinen persönlichen "Nutzen" (Geld ...) hinausgeht, und Würde, die das Wesen des Selbstbewußtseins ausmacht, haben direkt miteinander zu tun.






*170818*