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Sonntag, 21. Oktober 2018

Ein gutes Zeugnis für die Ungarn

Per Regierungserlaß wurden diesen Sommer in Ungarn die "Gender Studies" von den Vorlesungsplänen gestrichen. Natürlich gab es auch eine inhaltliche Begründung, und die ist bemerkenswert weil sehr richtig.  Weil sie sagt, daß diese Gender Studies die Fundamente der christlichen Familie untergraben. Deshalb ist es kein Zufall, daß zwar eine der beiden betroffenen Universitäten staatlich, die andere aber, die diese Studiengänge anbot - eiderdautz - von der George-Soros-Stiftung gegründet wurde.

Anders als hierzulande hat man in Ungarn wohl begriffen, was eine Familie (weil Ehe) überhaupt ausmacht. Die nämlich in der jeweiligen Eigenart der beiden Geschlechter grundgelegt ist, die aufeinander ausgerichtet ist und in dieser Ordnung wesentlich für die seelische Entwicklung der Kinder ist. Wer also ernsthaft an einer Familienpolitik interessiert ist, muß genau und zuerst dort ansetzen. Nicht beim Geld, oder bei Kinderkrippen und Ganztagesschulen. Obwohl es auch die Ungarn mit Geld versuchen, was aber (wie so gut wie überall) eigentlich ein Schuß ins Ofenrohr war. 

Daß die Bewohner der Puszta selbst diese Grundlagen so sehen zeigt eine Tatsache, die die Reaktion der Regierung noch mehr als im Einklang mit den Ungarn selbst belegt: Man hat festgestellt, daß nach diesen Studiengängen gar keine Nachfrage bestand. Die Vorlesungen wurden schlicht und ergreifend von zu wenigen Studenten besucht.

Und noch etwas zeigt sich. Daß nämlich diese sogenannten Studiengänge in unseren Ländern aus rein politischem Interesse bestehen und finanziert werden. Denn ein Regierungssprecher Ungarns hat an anderer Stelle bereits darauf hingewiesen, daß seitens der Gesellschaft und der Wirtschaft doch gar kein Bedarf nach solchen Leuten besteht. Wer stellt schon "Genderologen" an? Ach ja - die Regierungen unserer Länder. Und deren Universitäten. Dieses gesamte Ideen- und Berufsfeld wird praktisch ausschließlich von Steuergeldern getragen, und dreht sich wie in einem geschlossenen Kreislauf, der keine Realität braucht, diese "da draußen" aber beherrschen möchte.

Was alles ein gutes Indiz für die geistige Gesundheit der Ungarn ist. Und es entspricht auch der Erfahrung, die der VdZ in diesem Land macht. Wo das Verhältnis zwischen den Geschlechtern noch normal und gesund ist. Weil Männer Männer, Frauen Frauen sein wollen, und die Spannungen zwischen den beiden Geschlechtern genießen, nicht zum Krieg um Macht umphantasieren. 

Emanzipationszwänge gibt es zwar leider auch hier genug. Trotzdem taucht das im Alltag nicht als prinzipielle Frage auf, bleibt das Verhältnis von Mann und Frau zu gestalten den Menschen noch weitgehend selbst überlassen. Und niemand zerbricht sich viel den Kopf darüber. DAS ist das wahre Zeichen für den erwähnten Rest Gesundheit. Wenn jemand gar keine Lust dazu hat, darüber zu reden, weil er den Eros des Lebens einfach gerne mag, und daran soll sich nichts ändern.

Nachbemerkung: Hiesige Medien berichteten darüber. Aber sie erzählten wahrheitswidrig, daß in Ungarn das Fach "Geschlechterforschung" von den Universitäten verbannt worden wäre. Wir erkennen natürlich die Absicht, die hinter dem Verschweigen dieses kleinen, aber feinen Unterschieds zwischen "Geschlechterforschung" und "Gender Studies" steckt.





*181018*

Päpstlicher Aufruf zur Schamlosigkeit (2)

Teil 2) Es ist sogar noch schlimmer




Die mit vielen Worten vom Papst noch erwähnte Sendung der Fortpflanzung, der Verweis auf das Böse der Pornographie als Ökonomisierung der Sexualität, ist nur der entweder der Ahnungslosigkeit, vielleicht aber der Bösheit entsprungene Versuch, den wahren Charakter solcher zuvor gemachter verderblicher und schamloser Aussagen vor dem Hintergrund faktischer Rezeption (und die Medien zeigen, daß genau das auch der Fall ist) zu verschleiern. Es ist ein Aufruf zur Schamlosigkeit, es ist der Aufruf zur Häßlichkeit, an der die Welt der Kultur tatsächlich zugrunde geht, dem wir hier begegnen. 

Der um nichts besser wird, weil es heute - und was wäre mehr Ausdruck des kulturellen Verfalls? - so üblich ist, über alles "freimütig zu sprechen", überall und zu allen Zeiten. Auch vor ein paar hundert Jugendlichen also von "Sexualität" zu sprechen. Mein Gott, wie einfühlsam. Seht, ich bin ja einer von Euch. Nein. Diese "freimütige Quatscherei", die häufig im Gewande der "Selbstironie" daherkommt, ist bereits Ausfluß einer alles zersetzenden Schamlosigkeit. Ja, schon darüber in der Art von Bergoglio zu reden IST schamlos.***

Mut bedeutet etwas anderes. Mut wäre es, der Jugend mit Gestalt entgegenzugehen, auch wenn diese es oft nur noch schwer erträgt. Aber gelungenes Leben bedeutet zuerst, Spannung aufbauen zu lernen. Weil sich nur innerhalb dieser Spannung, die Form bedeutet, auch das Wesentliche der Akte erfahren läßt. 

Wer von den Freuden einer Sexualität außerhalb von Tabus redet, schmälert sie um eine ganze Dimension und fragmentiert den Menschen, macht ihn krank. Der macht das Sexuelle zu einem bloß technischen Saturierungsvorgang, den kein noch so eloquentes Gefasel der Ästhetisierung mehr zur Schönheit zu retten vermag. Auch Schönheit ist nicht graduell, sondern kategorial. Wer sie wahrnehmen möchte, muß sich innerhalb ihrer Kategorie - Wahrheit und damit Gutheit - bewegen.

So daß außerhalb dieser Kultur, damit außerhalb der Kirche, in der Schamlosigkeit und Entstaltung, nur Chaos und Schrecken stehen. Dort ist sie dann, die Hölle. Ganz real.





*Deshalb erleben wir heute ja in der political correctness, den politischen Agenden der LBGT, des Klimakatastrophismus, etc. etc. zuallererst, wenn nicht ausschließlich, einen Kampf um Tabus! Als neue Riten des Heiligen, nicht mehr hinterfragbaren, das alles nachfolgende Tun heiligt. Vieles von dem, was als "Kampf um die Meinungsfreiheit" bezeichnet wird, ist in Wahrheit ein Kampf um Tabus, nicht um "Freiheit". Und gerade die Jugend von heute ist mehr als bereit, Tabus zu akzeptieren - weil jeder Mensch das ist. Weil jeder Mensch wesensgemäß Kulturmensch ist, also ein Mensch des Ritus des Heiligen. Dieser Jugend mit Tabulosigkeit als Lockmittel zu begegnen wird deshalb nicht einen einzigen Hund hinter dem Ofen hervorlocken, sondern wertet sich und was er zu sagen hat gegenüber aller übrigen Welt schlichtweg ab. Wer eine Aussage entwerten will, greift deshalb ihre Tabuisierung an, ihren Ritus, ihre heilige Gründung, der Leser möge einmal genauer hinsehen.

**Was im übrigen gar nicht wirklich gelingt, was viel aussagt. Denn der Großteil des Pornokonsums geschieht wohl erst recht unter dem Schleier einer privaten - tabuisierten - Atmosphäre. Offensichtlich verlangt der Akt selbst die Tabuisierung als Vorgang der Zuweisung an ihren Ort. Das Wesen der Pornographie ist deshalb gegen die tabuisierte Sexualität von Mann und Frau und damit gegen die Ehe gerichtet! Das gibt ihr ihre kulturzerstörende Dimension. Aufzurufen, Sexualität "ohne Tabu" zu sehen, weil sie ja so toll ist, ist deshalb gleichbedeutend damit, die Sexualität zu pornographisieren und auf subjektives Erleben zu reduzieren. Was immer sonst noch dazu geredet wird, ist nur ein Schönreden dieser Wahrheit. Damit verwundert es überhaupt nicht, daß gerade unter diesem Pontifikat geradezu offiziell die Homosexualität derartige Mißdeutungs- und Bewertungsdesaster weil Akzeptanz erfährt, als deren einziger (aber längst so irgendwie zumindest behebbare) Makel noch eine fehlende Fortpflanzung bleibt. 

***Und der VdZ hat hier seine eigenwilligen Ansichten - aus Erfahrung. Es waren katholische Priester, damals in den frühen 1970er Jahren. Namentlich erinnert er sich an die Religionsstunden mit einem Priester im Gymnasium, das muß 1973 gewesen sein. Von diesem Priester, der später durch besondere Schamlosigkeit Skandal in einer ganzen Marktgemeinde erregt hat, auf die die Diözesanleitung ... mit der Erhebung desselben Skandalpriesters zum Monsignore reagiert hat. Von diesem Priester, der später mit einer Frau zusammenlebte, deren Lebensdetails man nur noch als schamlos bezeichnen kann, dennoch seine Sonntagsmessen hielt, hörte der VdZ erstmals in seinem Leben von "Penis", "Vagina", "Vorhaut" und so weiter. Mit hochrotem Kopf brach dieser Priester Tabus und maß sich an, eine ganze Jugendklasse zu schockieren. 

Die einzige in der Klasse, 3. Gymnasium, die damit etwas anfangen konnte, war ein frühreifes Mädchen, mit diesen 13, 14 Jahren voll entwickelt, das dem Herrn Professor mehr als schöne Augen machte. (Was dann der unverheiratete Lateinprofessor aufgriff, aber das ist ein anderes Faß, das wir hier nicht aufmachen wollen.) Die Religionsstunde jedenfalls wurde so zu einem seltsamen Zwiespiel zwischen zwei sexuell Elektrisierten. 

Niemand sonst unter den Lehrern hätte dies gewagt, weil die Kirche auch die moralische Instanz war. Diese Tabubrüche, die sich so verheerend ausgewirkt haben, waren von der Kirche selbst eingeleitet worden. Unvergessen die Veränderungen den Jugendgruppen in der Pfarre ... Herrschaften, die Sache rund um unseren Kulturverfall ist viel komplizierter, als manche meinen. Die sich zu Anfang der 1970er verändernde, sexualisierte, öffentliche, alltägliche Atmosphäre völlig verändernde Atmosphäre wurde maßgeblich davon bestimmt, daß die Priester sie nicht nur zuließen, sondern sogar propagierten. Ehe sie ihren Beruf in Massen an den Nagel hängten. So schaut's aus.




*210918*

Samstag, 20. Oktober 2018

Das Lächeln zum Tag

Da schmilzt jede Sorgenfalte aus den Gesichtern weg.

Fred Astaire und Ginger Rogers
in 
Swing Time









*210918*

Päpstlicher Aufruf zur Schamlosigkeit (1)

Eine ganz gefährlich, falsche, aber darüber hinaus der Wahrheit tief widersprechende Meldung kursierte in Zusammenhang mit einer Ansprache, die Papst Franziskus im September vor französischen Jugendlichen hielt. Wenn auch die meisten Zeitungen "nützlich verkürzten", bleibt doch auch bei Studium der wirklich getätigten Aussagen höchste Bedenklichkeitsstufe. 

Denn der Papst hat zu einer Bewertung der Sexualität aufgerufen, die diese - zeitgeistkonform - deutlich falsch gewichtet, und das wird durch seine Bemerkung, man solle sich ihr "ohne Tabus" nähern, noch deutlicher. 

Denn das Gegenteil ist richtig. Sexualität muß unter Tabu gestellt sein. Das ist und war in allen Kulturen der Fall. Denn nur so bewahrt sie jene Heiligkeit, die ihr zukommt. Der Zugang zu einem Tabu ist nur über den Ritus möglich. Über sie erst wird von Menschen jene Realisierung von Räumen geschaffen, innerhalb deren - und nur innerhalb deren! - eine "Enttabuisierung" erfolgen darf. Erst und nur das Tabu schützt das Heilige, das sich mit diesen Akten verbindet. Und das Bewußtsein, innerhalb eines Tabus zu agieren - wie es Eheleute tun - hilft, sich im rein "technischen Vollzug" einem Übergeordneten zuzurechnenden Akt (wie es die eheliche Sexualität ist) von der Heiligkeit des Ritus (der der sexuelle Akt ist) nicht zu entfernen. Sich also von einzelnen sinnlichen Reizen nicht aus der geistigen Mitte fortziehen zu lassen.

Dem ist die seltsame päpstliche Aussage, daß Liebe "Leidenschaft" bedeute, gleichfalls zuzuordnen, so ergibt sie im Paket einen gefährlichen, irrtümlichen Sinn. Denn der Mensch hat so viele Herren, sagt schon Augustinus, als er Leidenschaften hat. Sie sind es, die ihn immer wieder aus dem Heiligen fortziehen, die seine Freiheit als Freiheit der Person beschädigen, weil sie einen Teil ermächtigen, die Gesamtführung zu übernehmen. Es sind die Leidenschaften, die also den Menschen seiner Integrität berauben und genau das bewirken, was der Papst - nun muß man es so nennen: scheinheilig! - dazu an "Richtigem" dann noch nachschiebt. Indem er genau diese Fragmentierung des Menschen "anprangert". 

Das Richtige, das Gute ist aber keine Frage irgendwelcher Etiketten, die man posthoc einer Sache anhängt. Es ist eine Frage des wirklichen Geschehens, das immer bei der Widmung - im Ritus, letztlich also einem der Archetypen des Menschseins als Weltsein - beginnt. An die Schönheit des sexuellen Aktes zu appellieren, ohne diesen in Tabu und Vernunft eingebettet, in jenen Ritus, den die Ehe an sich darstellt, ja diesen nachgeordnet und als dessen Erfüllung zu sehen, ist nichts als eine Täuschung über diese Wirklichkeit.

Somit ist das Gegenteil des Tabus, der Aufruf zur Tabulosigkeit, der Aufruf zu jener Gestaltlosigkeit und Entstaltung, die man mit "Schamlosigkeit" bezeichnen muß. Denn die Scham bezieht sich in ihrem Gefühl, einem Anspruch nicht gerecht worden zu sein, auf das, was diesen Bezugsmaßstab real macht: Den im Tabu, im Ritus realen, dem einzelnen Tun übergeordneten Sinn. Genau dazu ruft also der Papst die Jugend NICHT auf. Die ohnehin von allen Seiten zu eben dieser Schamlosigkeit, zu dieser Enttabuisierung aufgerufen wird. Nun gibt ihnen der Papst dazu auch noch den kirchlichen Freibrief. Denn es geht ja nur um die 'pöhse' Ökonomie dabei. Das ist aber gar nicht der Knackpunkt bei der Pornographie! Die Ökonomisierung wäre nicht möglich, wenn man nicht zuvor eben genau das macht, wozu der Papst aufruft: Die Sexualität zu enttabuisieren!**

Nein. Spricht man von Sexualität, muß man zuerst von Ehe sprechen, muß man zuerst von Tabu sprechen. Ja muß man nur von Ehe sprechen. Das hat nichts mit Moralismus zu tun, es ist eine ontologische Wahrheit. 

Und dann muß man von Sexualität gar nicht mehr sprechen. Zumal schon das Sprechen darüber so gut wie immer bereits ein Verstoß gegen die Heiligkeit des Lebensvollzugs ist - Sache von Mann und Frau im Sonderraum, den das Tabu als Grenze schützt. Weshalb sogar die "Erotik", so sie Erotik und nicht Pornographie ist, genau von dieser Geheimnishaftigkeit wesenhaft lebt. Die im Tabu gründet. Und nur im Tabu.*


Morgen Teil 2) Es ist sogar noch schlimmer





*210918*

Freitag, 19. Oktober 2018

Warum Kinder gar kein Geld kosten (2)

Teil 2) Die Folgen sind vielfältig und furchtbar




Umso mehr ist das Ergebnis der Untersuchung eine kaum zu überschätzende Anregung für die Gesetzgeber, sich endlich einmal mit dem Thema unter realistischeren Bedingungen auseinanderzusetzen, als das bisher geschieht. Und erst so wichtig wurde, als Ende der 1960er Jahre die Scheidungsraten sprunghaft, nach fast weltweiter Einführung einer "einvernehmlichen Scheidung" sogar auf die dreifache Höhe anstiegen. So daß sich die Gesetzgebung gezwungen sah Regelungen einzuführen, für deren Kostenaspekte man aber kaum tragfähige Daten hatte. Also ging man von hypothetischen Annahmen aus, und rechnete einfach mit Durchschnitten aus den Aufwendungen bestehender Haushalte, die man für weitere Personen weiterrechnete. Die Studie legt nahe, daß diese Annahmen über Ausgaben, Fiktion sind und in der Realität nicht getätigt werden. Die Praxis der Menschen ist anders.

Die Kosten für Kinder vor allem hat man damit bei weitem zu hoch angesetzt. Bei Haushalten mit Ehepaaren um das Doppelte, bei Singlehaushalten sogar um bis zum Vierfachen, als der Realität entspricht. Bei Haushalten mit niedrigem Einkommen um 300 Prozent, bei solchen mit mittleren und höheren Einkommen sogar um 400 Prozent.

Damit hat man aber für viele, ja die meisten Unterhaltspflichtigen, im Scheidungsfall sehr oft existentielle Notlagen geschaffen, während die Unterhaltszahlungen trotzdem nicht bzw. nicht ganz geleistet werden können. Alleine in den USA betragen deshalb die Unterhaltsrückstände 120 Milliarden Doller, und sind auch in unseren Ländern vergleichbar hoch. Weil die bis heute verwendeten hypothetischen Ansätze Zahlungspflichten ergeben, die von einem Durchschnittsverdiener oft nicht zu bewältigen sind. 

Die heutigen Unterhaltssysteme haben also einen eigentlich nicht zu rechtfertigenden "Profitfaktor", der auf Kosten der Unterhaltszahler geht. Und er nicht nur die Situation zwischen den Geschiedenen und den Kindern betrifft, sondern einen ganzen Rattenschwanz an weiteren Profiteuren weil Kostenfaktoren - nicht zuletzt die Gerichte!** - nach sich ziehen.

Diese Rückstände aber sind keineswegs einfach dem Unwillen der Zahler zuzuschreiben! Vielmehr spüren die genau, daß sie mit ihren Unterhaltsleistungen nicht einfach nur die Kosten abdecken, sondern per Gesetzesverpflichtung den Geldempfängern auch noch ein "finanzielles Zuckerl" lassen müssen. Damit entsteht Unwille, zurecht! Und das Klima zwischen den Eltern wird erheblich belastet. Weil der Geldempfänger (in 90 Prozent der Fällen die Frau) sich zu diesem Körberlgeld auch noch berechtigt sieht. 

Deshalb wäre es höchste Zeit, daß die Unterhaltshöhen den wirklichen Kosten angepaßt werden. So wie es höchste Zeit wäre, die in unseren Gesetzen festgeschriebene "beiden Seiten adäquate Lebensweise" nicht einfach nur zugunsten der Zahlungsempfänger auszulegen. Denn ein Alimentezahler kann oft (und gerade in unteren bis mittleren Einkommenslagen) jenen Lebensstandard, den er der anderen Seite ermöglichen muß, weil seinem vom Gericht festgestellten Einkommen nach "selbst hat", bei weitem nicht erreichen.

Das alles kommt davon, daß weil es bislang niemand "besser wußte" (oder wissen wollte) und weil das Thema in jedem Fall emotional hoch besetzt ist, hat auch niemand offenbar darüber ernsthaft einmal nachgedacht.* Es stellt sich aber nun die dringende Frage, ob man damit nicht enorm viele Unterhaltspflichtige komplett ungerechtfertigt in eine oft so unbewältigbare Lage gebracht hat*** und ob damit nicht so viel Unfriede in diese meist ohnehin schwierigen Situationen getragen wurde.

In den USA hat sich jedenfalls bereits eine Bewegung formiert, die die gesetzliche Neuregelung dieser Angelegenheit zum Ziel genommen hat, die nur deshalb so viel Leid verursacht, weil niemand die Realität anschauen will.







*Die Scheidungs- und Unterhaltsgesetze gehen interessanterweise nach wie vor einerseits zwar von moderner Gleichheit im Scheidungsfall, in den daraus erwachsenden Folgen aber immer noch von der früheren Annahme aus, daß die Frau (mit den Kindern) der schwächere Teil ist, den es zu schützen gilt. Was zwar richtig ist, auch "unter moderneren Bedingungen", aber nur dann erfüllbar sein kann, wenn dies auch in der Frage der Rechte und Pflichten beider VOR der Scheidung gälte.

**Die ständig erhöhten (weil den angeblich steigenden, fiktiven Kosten der Kinder angepaßten) Alimentezahlungen sind für Alimentepflichtige enorme Belastungen, weil jedesmal hohe Gerichts-, bei Rekursen auch Anwaltskosten anfallen.  Denn überall, auch in den USA, werden die Alimente gemäß dem "Anspannungsgesetz" einer fiktiv berechneten "Soll-Einkommenssteigerung" des Alimentezahlers angepaßt, gegen das zuweilen Einspruch zu erheben ist, weil auch hier oft nicht realen Einkommensperspektiven entsprochen wird. In den USA ist das ein Business aus enger Zusammenarbeit von Richtern, Anwälten, Sachverständigen etc., das ein jährliches Volumen von 50 Milliarden Dollar umfaßt.

***Nach einer Studie aus dem Jahre 2001 fallen alleine in Österreich jährlich 1600 weitere unterhaltspflichtige Geschiedene in die Obdachlosigkeit, sind jedenfalls nicht existenzfähig.






*180918*


Donnerstag, 18. Oktober 2018

Nur ist das nicht das Problem, um das es geht

Die Schwierigkeit, die sich mit einem Konzern wie Bayer, der unlängst den Agrarriesen Monsanto kaufte, ergibt, liegt nicht darin, daß den Führungskräften dieser gigantischen Kapital- und damit Bewegungs- und damit Machtkonzentration ethische Mängel nachgesagt werden können. Was im Einzelfall sicher zutrifft, bewegt sich im großen Ganzen auch bei diesen Wirtschaftskapitänen und Geldanlegern im selben Bereich fallweiser menschlicher Schwäche wie bei jedem anderen Menschen. Auch glaubt der VdZ nicht an die Gefährlichkeit von "Glyphosat", nicht generell, und glaubt eher den Stimmen, die bei verantwortetem Einsatz dieses Allround-Pflanzenschutzmittels seine immensen Vorteile (und seine theoretische Unbedenklichkeit für Mensch und Tier) von dessen Unbedenklichkeit sprechen. Bis heute soll es ja tatsächlich keinen einzigen Erweis geben, daß dieses Herbizid und Fungizid auf Menschen schädliche Auswirkungen hat.

Nein, der VdZ glaubt nicht an das generelle Böse, das hinter allen diesen Menschen steht. Generell wollen auch diese Menschen Gutes, Richtiges tun, der VdZ ist sich dessen sicher. Und das Interview, das Tichys Einblick ins Netz stellte, zeigt das auch. Der Mann scheint doch sympathisch, vernünftig, ja seriös? Und spricht er nicht eine gewaltige Herausforderung an, der sich "die Welt" gegenübersieht, wenn er zeigt, daß sich bei dem erwarteten Wachstum der Weltbevölkerung auf 10 Milliarden im Jahre 2050 (also in 30 Jahren) die Ertragsmenge der Landwirtschaft um 50 Prozent (das ist die Hälfte der heutigen Produktivität!) steigern muß. 

Das alles ergibt sich rein rechnerisch. Es ergibt sich, wenn man die statistischen Daten der Welt zusammenfaßt und gegeneinander stellt. Dann erkennt man ein abstraktes Problem, und diesem Problem stellen sich diese globalen Konzerne. Und überzeugen damit nicht wenige, gerade in den Führungsebenen der Politik. 

Also alles in Butter? Denn wo läge eine andere Lösung für diese auf uns zukommende Aufgabe, so viele Menschen zu ernähren? Ist nicht ebenfalls statistisch die Lebenserwartung weltweit beträchtlich gestiegen? Ist nicht der Hunger so weitgehend bekämpft, wie noch nie in der Menschheitsgeschichte? Ist nicht der Gesundheitszustand besser denn je? Ist nicht der Bildungs- weil Schulungsgrad der Menschheit so hoch, wie er es noch nie war?

Tja, Herrschaften, da beginnt das wahre Problem. Das sich auf den ersten Blick kaum erschließt. Warum? Weil hier ein ethisches Problem in seiner Abstraktion auftaucht, die scheinbar nur mit abstrakten, soll heißen: universalen, globalen Maßnahmen zu lösen ist. Aber das ist die Crux.

Denn die Antwort auf die Frage, was an solchen Konzernen unethisch sein soll, läßt sich nicht lösen, wenn man glaubt, daß sich dieses abstrakte ethische Ansinnen - die Weltbevölkerung muß ernährt werden - an sich als ethische Frage stellt. Genau das nämlich tut es nicht! Ja, werter Leser, er hat richtig gehört: Wir sind nicht dazu da, ein abstraktes ethisches Anliegen auf eben dieser Ebene der Abstraktion (=Universalität) zu lösen! Das widerspricht dem Prinzip der Moral, das widerspricht dem Prinzip der Sittlichkeit. 

Vielmehr sind zwar statistische Erhebungen möglich, die eine Frage zeigen, die sich an zahllosen Regionalpunkten aufwirft, aber ebenso muß es diesen Regionalpunkten überlassen werden, sie zu lösen. Indem man sie im Stich läßt? Nein! Sondern weil jedes Problem in ein Gesamtfeld von Problemen eingebunden ist, und immer nur konkret zu lösen ist. Das ist die Aufgabe, die sich uns stellt. 

Was damit gemeint ist, soll nur angerissen werden: Während es bis vor wenigen Jahrzehnten in Deutschland alleine 80 Betriebe gab, die sich der Entwicklung von ertragreichen, widerstandsfähigen, regionalen Bodengegebenheiten und Wetterbedingungen angepaßtes Saatgut widmeten (und davon lebten), sind es heute nur noch eine Handvoll, und sie alle kämpfen mit dem Rotz. Denn sie sind alle gegen diese Großkonzerne chancenlos. 

Die nicht nur aus der Dynamik der Kapitalkonzentration heraus ganz andere Möglichkeiten (auch der Preisgestaltung) haben, sondern die universale Lösungen anbieten. Die zwar viele Kollateralschäden bringen, aber den will jeder angesichts der Lösung einer abstrakten ethischen Frage vernachlässigbar erscheinen. Und letztlich über diese Kollateralschäden weit mehr schaden als nützen, so schwer das im ersten Moment zu sehen ist.

Es geht also um eine völlig anders geartete, völlig anders zu stellende Frage, wenn man das Problem des "Welthungers und seiner Sättigung" ansieht. Das zur reinen Abstraktion geworden gar nicht - GAR NICHT - gelöst werden kann. Stattdessen täuschen wir uns, indem wir eine Abstraktion zum Konkreten machen, und diese Abstraktion direkt lösen wollen. Aber so ist keine Abstraktion lösbar. Auch Hunger stellt sich immer konkret, und hat eine ganz reale Einbindung in Umfeld und Lokalität.

Es geht nämlich bei allem um die grundlegende Frage, was der Mensch und wie und wo zu tun hat. Verfehlt er diese Kategorie, ist alles andere sinnlos und damit schon prinzipiell falsch. Der Sinn aber ist nicht etwas, dem ich mich widme, nachdem ich Konkretes gelöst habe, sondern das, was dem konkreten Lösen VORANgehen muß. Muß. Sinn als das eigentlich Welttragende (sic!) aber ist gleichermaßen kein Abstraktum, das als es selbst direkt ansteuerbar und damit erfüllbar wird.

Zurück auf Bayer gebogen heißt daß, daß man nicht sagen kann, daß Bayer oder Monsanto oder Glyphosat "böse" oder "falsch" sind. Aber ganz sicher kann man sagen, daß mit der Adressierung dieses einen Problems - Hunger - das als abstrakte Frage "Welthunger? - Natürlich nicht!" eine Reihe von Kollateralschäden ausgelöst werden wird, die das frühere, besiegte Problem vor der Wirklichkeit wie ein Rotzbömmerl im Taschentuch aussehen läßt. Um das eine zu lösen, wird ein weit Umgreifenderes zerstört, wir werden darüber noch berichten. Denn auch das Problem des Kapitalismus ist weit komplexer als "gut und böse"-Kategorien aufwerfen könnten. Die sind nur Hilfsgriffe, mit denen wir etwas unbestimmt Gefühltes handfest machen und "aburteilen". Und dabei aber meist kräftig irren.

Dem VdZ ist klar, daß das für viele Leser sehr schwer zu verstehen sein könnte. Schon gar weil wir nicht mehr gewöhnt sind, damit nicht mehr umgehen können, daß sich ethische Fragen nicht in Abstrakta ergießen, wollen sie gelöst werden, sondern daß sie sich als abstrakte ethische Probleme ("Welthunger") durch konkretes Ansteuern gar nicht auflösen lassen. Er verspricht deshalb, das Thema wieder aufzugreifen und weiterzuführen.









*220918*

Warum Kinder gar kein Geld kosten (1)

Das oft gehörte Argument, daß man sich also "keine Kinder leisten" könne, stimmt überhaupt nicht! Eine großangelegte Studie der Universität von California, durchgeführt an 18.000 Haushalten und Familien in den USA, hat nämlich erstaunliche, ja die Grundfesten eines ganzen Rechtsbereichs erschütternde Ergebnisse ans Tageslicht gebracht. Weil alle bisherigen Annahmen über die Kosten, die durch Kinder für einen Haushalt entstehen, und die für viele sogar ein Argument waren, keine oder weniger Kinder in die Welt zu setzen, über den Haufen geworfen werden: Alle bisherigen Annahmen sind falsch!

Die das gesamte Alimentationssystem, aber auch die öffentliche Meinung tragenden Annahmen und Zahlen, was denn Kinder kosten, sind nämlich von der nie hinterfragten, gar nie genau überlegten Grundlage ausgegangen, daß Eltern, die Kinder bekommen, ihren bisherigen Lebensstil fortführen. Dieser Lebensstil wurde dann einfach durch die Personen geteilt, und auch auf den Nachwuchs umgelegt. Die Folgen waren gravierend. Denn auf diesen Daten beruhend, wurden nicht nur Lebensentscheidungen (angeblich) getroffen, sondern im Scheidungsfall auch Unterhalts- und Alimentationspflichten berechnet.

Die Studie, die Haushalte mit verheirateten Eltern ebenso wie Veränderungen bei Singlehaushalten untersuchte, jeweils dabei im Lebensstandard vergleichbare Haushalte beobachtete, wo Kinder dazukamen, widerspricht allen bisherigen Annahmen dazu und ist damit wirklich umwälzend. Es zeigte sich nämlich, daß in Wahrheit Kinder für einen Haushalt KEINE oder nur marginale MEHRKOSTEN verursachen. Warum sollte sich denn der Wohnungsaufwand, warum sollte der Transportaufwand steigern? Die gelebte und untersuchte Praxis hat gezeigt, daß Eltern den bisherigen Hobbyraum (als symbolhaftes Beispiel) gar nicht mehr benutzen und ihn einfach zum Kinderzimmer umfunktionieren. Insgesamt ändert sich nämlich mit einem Kind - und das ist gewiß - der Lebensstil der Eltern.

Was dazu führt, daß die Ausgaben eines Haushaltes bei der Ankunft von Kindern umverlagert werden, im Ganzen gesehen aber relativ gleich bleiben steigenden Kosten stehen auch Einsparungen gegenüber, Geld von dem einen nun in andere Bereiche fließt. Selbst für Lebensmittel, so hat die Studie ergeben, werden keine zusätzlichen Gelder notwendig. Warum das so ist, weiß der Professor im Video gar nicht wirklich. Er vermutet einfach, daß zum Beispiel weniger weggeworfen, ein Lebensmittel also besser genutzt wird. Auch geht man weniger essen, ißt mehr zu Hause. Mehr ausgegeben wird jedenfalls nicht, das hat man untersucht. Nur eben auch hier: Es wird anderes gekauft. Festzustellen ist dabei zwar, daß die Kosten bei Singlehaushalten pro Person höher sind als bei Verheirateten, aber auch hier steigen sie bei Kindern nicht gravierend.

Selbst die bisherige Annahme aller Gerichte bei ihren Alimentenfestsetzungen, daß Kinder mit steigendem Alter höhere Kosten verursachten, stimmt nicht. Denn zwar stimmt, daß EINIGE Kosten ansteigen (wie die für Essen), aber gleichzeitig sinken die für andere Bereiche, die bei Kleinkindern viele Mittel brauchen, wie z. B. Betreuungsaufwand, oder Kindersitze.

Natürlich ging die Studie den Gründen im Einzelnen nicht weiter nach. Sie hat lediglich Einnahmen und Mittelverwendung, die Ausgabensummen und -veränderungen zwischen Haushalten in unterschiedlichen sozialen Lagen und Schichten verglichen (wo es kleine Unterschiede zwischen einkommensschwachen und einkommensstärkeren Haushalten gibt), die keine oder die Kinder haben oder bekommen haben. Man wollte also im realen Geschehen feststellen was passiert, wenn ein Haushalt durch Kinder größer wird, was somit Kinder wirklich kosten.





 Morgen Teil 2) Die Folgen sind vielfältig und furchtbar






*190918*

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Es geht um die große Sendung

Es gibt einen guten Grund, warum der Spruch, der im Ersten Weltkrieg galt, stimmt: Daß österreichische Soldaten unter deutscher Führung in der Lage waren, die Kampfkraft nicht nur zu steigern, sondern die deutscher Truppen zu übertreffen. Führen wir das geschichtlich belegbare Beispiel auf gegenwärtige "Banalereignisse" weiter - wie die des recht passablen Spiels der Fußballmannschaft Red Bull Salzburg in europäischen, internationalen Bewerben. 

Auch sie werden von einem Deutschen trainiert. Ist es also alleine und wirklich dieser Umstand? Ja und nein. Er hat mit Deutschland an sich nämlich gar nichts zu tun. Es geht vielmehr um den Satz, daß "große Gedanken nur in großen Staaten" entstehen, wie ihn Justus Möhler im 19. Jahrhundert zu Zeiten der Frage, was mit den deutschen Ländern nach der Weigerung Österreichs (Habsburger), das deutsche Kaiseramt noch einmal aufzunehmen, formulierte. 

Vielmehr geht es um das im Einzelfall recht komplex wirkende Verhältnis von größerer Einordnung (als eigentlicher Sendung, als Ort, an dem man steht) und realem Geschehen. Das nämlich so gut wie nichts mit "Fähigkeit", "Talent" oder ähnlichem zu tun hat. Vielmehr geht es bei Talent und Fähigkeit einfach um die Aufgabe, den Sinn, den es zu erfüllen gilt. Und hier bewahrheitet sich immer wieder und für jeden beobachtbar: Wie man eingeschätzt wird, so leistet man. Und zwar nicht wegen der Fähigkeiten, sondern wo man "als Ort" hingehört. 

Erst in diesem Ergreifen, in der Fähigkeit einen Ort zu ergreifen, entscheidet sich Leistungsfähigkeit.

Die Globalität von Red Bull hat hier den entscheidenden Anschub in Österreich, in Salzburg geleistet. Das sonst eingebunden war in die Irritierung, die jeden Österreicher kennzeichnet, seit er 1918 gezwungen war, einen Staat als "Restrumpf" zu akzeptieren, von dem niemand wußte, was er leisten und wo er sich überhaupt herleiten sollte. Wo also seine universale, seine absolute Rechtfertigung liegen sollte. 

Machen wir es einfach: Was Menschen leisten können, hängt nicht davon ab, was sie "können". Das ist nur Nebeneffekt von etwas anderem - wo sie SIND. Das hat der VdZ auch in den 1980er/90er Jahren in vielen direkten Vergleichen erfahren. Wo seine Mitarbeiter zuzeiten für die deutschen Wirtschaftspartner im Hunsrück zu arbeiten kamen. Und sich herausstellte, daß im Vergleich - unter gleichen Anforderungen - die Leistungsfähigkeit der Österreicher (am Bau) die der Deutschen oft sogar weit übertraf.  

Die Sache ist komplex, gewiß. Aber wieviel ein Mensch zu leisten vermag, ist nicht zuerst eine Frage der "Leistungsfähigkeit", der Ausbildung, der Arbeitskraft etc. Sie ist zuerst und vor allem eine Frage des Ortes, an dem er sich weiß, an dem er steht. 

Deshalb vermag Salzburg international Leistungen zu aktivieren, die manche als unverhältnismäßig zur Leistungskraft der Liga sehen, die sie dazu in die Lage setzen (denn das darf man ja nicht vergessen: ohne österreichische Liga würde Salzburgs Fußball international nicht aktiv werden können.) Es stimmt einfach nicht. 

Sondern die Leistung eines Menschen ist eben auch - archetypisch! Sie ist ein leeres Kraft- und Beziehungsgefäß, das seine wahre Gestalt erst in dem Moment und in dem Ausmaß zeigt, in welche Maske es zu schlüpfen hat. 

Und das ist der Schlüssel nicht nur zu Red Bull Salzburg Fußball, sondern auch zu Möllers Satz: Große Gedanken brauchen große Staaten. Aber nicht, weil sie Millionen Quadratkilometer und Milliarden von Menschen umfassen, sondern weil sie ihren Ort im Großen sehen.

Das macht die Todsünde der Verleumdung, der Ignoranz des anderen auch aus. Sie bezieht sich darauf, dem anderen jenen Ort vorzuenthalten - und nur darum geht es im Neid - an dem sich seine neutral betrachtet "unauffällige physikalische Leistung, nicht anders als überall", in ein Gefäß ergießt, die aus Kleinem auch Großes macht.

Diese Tatsache hält der VdZ nicht nur für den Schlüssel zu vielen Leben, die so unbeachtet und "ohne Leistung" verlaufen, sondern auch zu so vielen Problemen der Gegenwart. Bis hin zur Migration, der Frage um ins Land strömende Menschen. 

Sie alleine ist entscheidend: Welche Sendung nehmen Menschen an. Es ist alles eine Frage des logos: Des "worauf zu"!? Und das ist prinzipiell immateriell. Materieller Wohlstand vermag also niemals jenen Motor zu bilden, der Entwicklung und Entfaltung antreibt. Aber genau so wenig sind es "Fähigkeiten". Denn Fähigkeiten sind eine Frage des Wertes, und der ist abhängig und direkt abhängig vom Sinn, in den er sich ergießt, und damit erst konkret wird.






*210918*

Wir sollen nichts davon erfahren

In einer nächsten Filmreportage (nach 2015, 2016 und 2017) geht die Junge Freiheit den "Flüchtlingslügen" auch im Jahre 2018 nach. Und das heißt in erster Linie, daß es einem Vorgehen der Politik nachspürt, die offenbar ganz genau weiß, daß sie auf massiven Widerstand in der Bevölkerung stößt - und deshalb vor uns verbirgt, was sich wirklich abspielt. Diesmal geht es vor allem um Spanien, wo ein junger sozialistischer Ministerpräsident an die Regierung kam, der die seit 2006 so restriktive spanische Handhabung der Migration - denn um "Flüchtlinge" geht es ja nicht, ist es nie gegangen, es geht um den Bevölkerungsaustausch - verändern möchte. 

Das geschieht heute durch die offizielle "Salvamente Maritime", der spanischen Seenotrettung. Die von den Schleppern in Afrika mißbraucht wird und jene Funktion übernimmt, die die NGOs mit ihren Schlepperschiffen bislang erfüllt haben: Ein wirklicher Pull-Faktor für die Zuwanderung von jungen männlichen Afrikanern zu sein. Sie sind damit direkt die Ursache von vielen Ertrunkenen. Weil viele sich erst durch diese Gewißheit der Rettung ermutigt fühlen, aberwitzige Risiken einzugehen, um nach Europa zu gelangen. Wo sie keine Arbeit finden, das kann man so gut wie sicher sagen. Was wiederum heißt, daß sie hier zuerst einmal von den europäischen Sozialsystemen und auf lange Frist erhalten werden müssen. Zumindest, so lange diese das noch können. Daß sie dann aber in einen nächsten und unabwendbaren Schritt zu anderen Mitteln greifen werden, um ihre Ziele zu erreichen. Und das heißt in vielen Fällen: Kriminalität.

Das alles läuft aber so, daß es recht heimlich abläuft, vor uns allen verborgen werden soll. Bis wir eines Tages ganz einfach vor vollendeten Tatsachen stehen.  So lange sollen wir glauben gemacht werden, daß es sich bei der Zuwanderung nach Europa (aus Afrika) um eine Art "Naturereignis" handelt, gegen das kein Kraut gewachsen ist. Stattdessen haben gerade Spanien und Marokko im letzten Jahrzehnt bewiesen, daß man sehr wohl etwas gegen die Massenzuwanderung unternehmen kann. Wenn man denn will.

So nebenbei: Wie aus dem Bericht hervorgeht, war das Wetter in Nordafrika und Spanien im heurigen Jahr ganz besonders kühl und feucht.






Aber diese Verlogenheit ist es, die den Pegel der Wut immer weiter steigen läßt. Wir werden im Verbund aus Politik und Medien absichtlich getäuscht. Denn was sich mit dem sogenannten "UN-Migrationspakt" vorbereitet, der am 11. Dezember d. J. von 192 Staaten (nur die USA, Dänemark (sic!) und Ungarn treten ihm nicht bei, weil er die staatliche Souveränität verletzt) ist ein weiterer Anschlag auf unsere Länder und Völker. Er verpflichtet seinen Inhalten gemäß gerade unsere Länder, Migranten in unkontrolliertem Ausmaß aufzunehmen und zu versorgen. Nirgendwo wird offen über diesen Pakt gesprochen. Er wird still und heimlich von unseren Regierungen unterzeichnet werden. Der Leser informiere sich bei der Basler Zeitung, die die darin zum Vorschein kommende politische Heimtücke dieses jedem Naturrecht hohnsprechenden "Paktes zur Förderung der Migration" sehr pointiert beschreibt.

Nicolaus Fest beschreibt knapp und treffend, was da beschlosssen werden soll. Der größte Skandal dabei ist, daß DAS die Kirchen mittragen, die es besser wissen muß. Denn die Auflösung des Volksbegriffs widerspricht jedem schöpfungsbezogenen Naturrecht.






Nachtrag: Mittlereweile gibt es zahlreiche weitere Stimmen der Empörung zu diesem geplanten Migrationspakt. Wir weisen deshalb z. B. auf den Beitrag auf Tichys Einblick hin.






*190918*

Dienstag, 16. Oktober 2018

Ohne mehr Worte

Der VdZ kennt mindestens eine Frau, die ihr Leben und das vieler anderer, darunter ihrer Kinder, durch eine nie gestillte Sehnsucht nach diesem Mann zerstört hat. Der als Maßstab alles ruinierte, was ihr vom wirklichen Begegnenden geboten wurde. Das sogar noch größer gewesen wäre. Aber sie sah es nicht.

Oh, dreimal verfluchte Popkultur.










/111018*

Es kann keinen Zweifel geben

Wer immer noch Zweifel an der Natur des Internet, noch mehr der dieser dominierenden Firmen - allen voran Google - hat, dem sei dieses Video empfohlen. Es kursiert derzeit in der alternativen Medienszene und zeigt die Reaktionen bei Google, wo im Rahmen einer großen Veranstaltung die Wahl von Donald Trump kommentiert wird. Es geht um die damit einhergehenden Befürchtungen, die "neuen Werte" der "guten Menschen" - die den bösen, dummen Menschen gegenüberstehen - könnten nicht in ausreichendem Maß durchgesetzt werden. Das aber haben sich diese Menschen nun geschworen. Alles zu tun, um dieser neuen Welt der Gutheit zum Durchbruch zu verhelfen. 

Die offizielle Reaktion von Google war, daß man sich insofern davon distanzierte als man bekanntgab, daß es sich hier nur um Einzelmeinungen handele, nicht um die offizielle Firmenpolitik. Was macht man aber, wenn alle offiziellen Stellen einer Struktur eben diese Meinung teilen, sich gegenseitig der aus höheren Motiven zwangsläufig erfließenden Absicht versichern, alles zu tun, um die gewünschten Sichtweisen durchzusetzen, weil es um eine bessere Welt geht? Was sich in dem bekannten Strauß von Anschauungen ausdrückt: LBGT, Minoritätenfragen, Migrationsfragen, Fragen des Feminismus (incl. Abtreibung), Gleichheit (Equality), Vielfalt (Variety), Klimakatastrophe ... Überall geht es um eines: "Fight for the right!"

Ansichten von Leuten, die meinen, sie wären verantwortlich dafür, damit das Problem einer neuen Welt, die "besser ist", im globalen Maßstab lösen zu müssen. Die deshalb im Monatsabstand eine angebliche "Wissenslage" als ultimative Bedrohung verkünden, in der die Welt "zu retten" sei, weil sie sonst untergehen.** Und diese sitzen wie hier zufällig an den Hebeln der mächtigsten Daten- und Kommunikationsmaschine der Welt. Der Leser möge sich selbst seinen Reim darauf machen. Vor allem sich anschauen, was bei dieser Veranstaltung passiert.

Das Video (oder die zusammenfassende, einzelne Punkte herausgreifende Beschreibung dazu)
findet sich auf den Seiten von Breitbart. Es zeigt eine klare Kampfansage an die Vernunft, der wir uns gegenübersehen.

Wir hätten in diesem Kampf nach menschlichem Ermessen keine Chance. Wüßten wir nicht, daß die Wahrheit immer stärker ist als die Lüge. Auch wenn diese eine Zeit lang von Sieg zu Sieg eilt. Sie weiß aber, daß sie bereits verloren hat, vergessen wir das nicht. Und zuckte umso dramatischer "bewegt" zusammen, als sie in der US-Wahl erstmals in großem Maßstab eine Absage erhielt. Die Google-Führung diskutiert hier, angesichts dieses Rückschlags wie man zukünftig weltweit politische und meinungsbildende Prozesse mehr und besser steuern und beeinflussen kann. Dazu sehen sie sich nicht nur im Recht, dazu sehen sie sich verpflichtet. Denn wer nicht ihre Ansichten über eine "gute Welt" hat, ist dumm, ungebildet, irrational, faul und fremdgesteuert.

Das hat mit der Person von Donald Trump gar nichts zu tun. Sondern mit dem, für das er zu stehen vorgab. Das wurde gewählt. So geschickt er es auch für seine Zwecke ausnützte, es kam erstmals seit langem an die Oberfläche. Und das - die Menschen, die sich erstmals wieder in diesem Votum als Gesellschaftsfaktor meldeten, der nicht mehr bereit ist, die Zerstörung hinzunehmen - könnte uns doch Hoffnung machen.

Hinweis: Eine kurze Zusammenfassung in deutscher Sprache hat EIKE veröffentlicht.





* Aktuell ist es das "Plastik". Was aber spielt das für eine Rolle? Gar keine. Es geht nie um sachliche Problematik, das ist das letzte, was die Panikmacher interessiert. Deshalb wechseln auch die Argumente beliebig. Weshalb eine "sachliche Auseinandersetzung" damit immer sinnlos ist und Energieverschleuderung weil -fehlleitung bedeutet. Diese ständig erweiterten und neuen Behauptungen, die sich immer der Lüge der Teilrichtigkeiten als Hebel bedienen, sollen nämlich nur der Durchsetzung helfen. Es geht dabei um eine moralische Panik, die als Instrument aufgebaut und eingesetzt wird, um andere in Schockstarre zu versetzen und damit Raum für eigene Absichten zu schaffen, die blanke "libido dominandi" ist - die Gier, den anderen - das Allgemeine, die Mehrheit, das Bestehende, das Sein also - zu beherrschen.






*210918*

Montag, 15. Oktober 2018

Sprachraum als Seinssicherheit

Die Rolle der Medien in einer aufgelösten, atomisierten Gesellschaft als Medium eines Sprachraums ist kaum zu unterschätzen. Was dabei aber meist falsch eingeschätzt wird, ist die Rolle der Wahrheit darin. Denn der Grund, warum die Menschen Medien konsultieren, ist, ihre Wirklichkeitserfahrung (die immer die Erfahrung einer einen Wirklichkeit ist, die letztlich also allen gemeinsam ist) zur Sprache zu bringen. Über die Meinung (als Instrument der Welt der Menschen als Welt, das heißt in Identität und aus Identität) hinaus zu einem Sprachbild in sich zu gelangen, das wahr ist.

Erst in der Wahrheit kann der Mensch ruhen, erst in ihr und aus ihr steht er in seinem Sosein fest. Denn der Mensch ist im Wort gegründet (genauer sogar: im Namen, dem Urbild seiner selbst), und damit in der Wahrheit - damit im Sprachraum der Wahrheit. Der seine Beziehung definiert und ihn, weil er tragender Punkt einer Beziehung "ist" überhaupt erst (als Seiendes) sein läßt.

Also muß der Mensch im allgemeinsten Allgemeinen stehen, sonst steht er im Nichts (nicht nur über dessen Abgründen, über die ihn ja das Wort - der Name - hält). Das ist der wirkliche Grund, warum Menschen "Mehrheiten" und "Allgemeine Sichtweisen" ("Mainstream") nicht nur suchen, sondern brauchen. In diesem Streben drückt sich analog das absolute Sein selbst aus, das alles umfaßt. Und was absolut ist, ist allgemein, ist "Mehrheit". Deshalb sucht der Einzelne den gesamten Sprachraum. 

Fehlt dieser über fehlende zwischenmenschliche, persönliche Einbindungen und Verbindlichkeiten, treten die Medien ihre Funktion an. Je atomisierter also eine Gesellschaft, desto klarer wird die Rolle von iPhones, Facebook und Internet zur versuchten Rückbindung ins Allgemeine, um überhaupt bestehen zu können. Dem, dem Jesus Christus fehlt, ist das Handy der Versuch, diesen Schlußstein zu ersetzen, was natürlich immer unzulänglich bleibt, weil es nur hinweisen, nicht aber "sein" kann. Wozu es die Gestalt der Wahrheit selbst bräuchte, denn Wahrheit IST Gestalt. Nicht Meinung, nicht Richtigkeit an sich, nicht ein irgendwie zusammengeschustertes Sprechbild.*

Denn auch wenn der Weg zur Wahrheit immer subjektiv ist, so ist diese subjektive Wahrheit immer eine Facette eines Ganzen, in das alles eingebettet ist. Wahrheit ist somit die weltliche Gestalt des wirklichen Wirklichen, wo jeder seinen Aspekt hält, der in einer Gesamtkomposition aber ein widerspruchsloses Ganzes gibt. Deshalb ist sie sehr wohl objektiv und auch dem Einzelnen objektiv möglich.

Kein Mensch kann dauerhaft in Widersprüchen leben. Deshalb sucht tatsächlich jeder Mensch Wahrheit, die eine Wahrheit, die weit mehr ist als eine Komposition von Richtigkeiten. Der Zugang zu ihr geschieht über die Sittlichkeit im Öffnen dem Wirklichen hin, und ihre Gestalt wiederum ist getragen von subjektiver Sittlichkeit. Denn sie ist Begegnung mit dem wirklichsten Wirklichen, dem Sein selbst - Gott, der in der Wahrheit Jesus Christus inkarnieret ist.

Darin verschätzen sich praktisch alle Medien. Die bei der "Meinungsbildung" hängen bleiben und glauben, daß sich Meinungen aus Richtigkeiten zusammensetzen lassen. Aber sie kennen nicht den einen Grund aller Meinung - die Wahrheit. Sie bleiben also in einem technisch-funktionalen Verstehen von Sprachraum stecken. Das funktioniert über gewisse Zeiträume, das funktioniert vor allem in den "Nachdenk-Zeiträumen", wo also kolportierte, sprachlich gefaßte einzelne Richtigkeiten von den Menschen in die Wirklichkeit zurückgebogen und auf Wahrheit hin, vor allem aber auf das widerspruchslose Insgesamt des Wirklichen rezipiert werden (was in jedem Fall auch unbewußt geschieht), funktioniert aber nicht auf Dauer. Wenn nämlich beim Medienmacher selbst diese Rückerdung im Wirklichen fehlt.

Hier kommt die Weltanschauung, die Metaphysik also des Medienmachers ins Spiel. Denn sie ist es, die dieses Eine anspricht, oder nicht. Jedes Einzeldenken, das darüber nachdenkt, wie Medien besser angenommen werden könnten, bleibt so lange technisch und unzulänglich, so lange diese Anbindung an die Wahrheit aus persönlichem Ethos, als Haltung, als Sittlichkeitsstreben eben fehlt. So lange sind Medien lediglich Instrumente von Weltanschauungen (der Medienmacher) und ihren praktischen Umlegungen, den Ideologien. Und so lange deformieren sie einen Sprachraum als Raum des Denkens, als Zugang zum Wirklichen, dem jeder Einzelne unvermeidbar und zuerst gegenübersteht.

Deshalb wird kein Geldvermögen der Welt dauerhaft Medien schaffen können, die die Menschen dauerhaft über die Wahrheit täuschen kann. Es wird ihnen aber möglich sein, diesen Zugang zur Wahrheit zu erschweren. 

Der Bedeutungsverlust so vieler Medien, die vor Jahrzehnten noch Träger unseres Sprachraums waren und in einer komplexen Struktur hohe gesellschaftliche Bedeutung als Institutionen hatten, ist also weder eine Frage der "Konkurrenz" noch der technischen Änderungen. Es ist eine Frage des Wahrheitsverlusts. Es ist eine Frage des Verlusts des verantworteten Gottesbezugs. Es ist damit vor allem eine Frage des Verlusts des Sprachraums als Atem und Hauch der Wahrheit.

Woran die Alternativmedien aber scheitern, die diesen Bedeutungsverlust als Notlösung zu ersetzen versuchen, ist, daß ihnen die Institutionalisierung als Teil einer Gesamtgesellschaft fehlt. Ihnen fehlt also die offizielle Einbindung in die Strukturen eines Insgesamt eines Sprachraums. Es geht also in der Reaktion der "etablierten Medien" auf Alternativmedien um die Verweigerung eines Ortes im Gesamtgefüge. Und der Politik um Verweigerung der Autorisierung als Institutionalisierung im Sprachraum. Denn ihnen allen ist die Wahrheit zur Gefahr geworden, die ihre Interessen gefährdet. Lieber schädigen sie ein Volk und seine Kultur als davon zu lassen.**

Wir stehen deshalb heute in der großen Gefahr, ja wir sind hier bereits einige Schritte weit gegangen, unseren Sprachraum zu verlieren.  Aber damit als ganze Völker unsere Fähigkeit zu denken.*





*Vieles Sprechen der Menschen ist deshalb eine oft genug magisch-technisch zu verstehende Beschwörung an die Sprache selbst, jene Wirklichkeitsschwere zu erhalten, die erst Wahrheit und damit Sein ermöglichen würde. Gerade der Lügner, gerade der, dem die Wahrheit (praktisch immer aus sittlichen Gründen) verschlossen bleibt, "behauptet" deshalb umso vehementer.

**Damit zielen sie auf eine Ausgliederung vieler Menschen ab, die fast gezwungen werden (sollen), ein "anderes, ein neues Volk" zu gründen. Aber das ist eine Aporie. Deshalb wird Totalzerstörung folgen.

*Vielleicht sollten wir unter diesem Aspekt den Film "Fahrenheit 451" neu durchdenken. Der große Feind der Lüge ist nämlich gar nicht der Einzelne. Dessen Suche nach Wahrheit kann man nie dauerhaft unterdrücken. Es sind aber seine Quellen: Es ist gar nicht der Disput, die "Meinungsfreiheit", um die es scheinbar heute geht. Der konkrete Kampf wird über die Bibliotheken, die Riten, die Symbole, die kulturellen Verhaltensformen (bis hin zu Benimmregeln) geführt - es sind grob gesprochen die Gestalten einer Kultur. Fehlen sie, kann die Wahrheitssehnsucht nicht mehr ins Fleisch und damit zur Realität gelangen.




*210918*

Kollateralschaden Müll

Hadmut Danisch weist darauf hin, wir greifen es sofort auf: Daß nämlich unser Müllproblem (und damit vor allem das Problem Plastik) nicht nur ein Problem des Wegwerfens ist, sondern daß dieses wiederum Wegwerfen ein Problem einer immer mangelhafteren Bewirtschaftung der Privathaushalte ist. Und das ist ein Problem des Feminismus, der die Frauen von den Haushalten weg in einen Lohnberuf brachte und weiterbringen will. 

Es war die Beendigung der Hausarbeit, die zu einem damit direkt zusammenhängenden Anstieg des Hausmülls führte. Früher, so Danisch mit völligem Recht, haben die Hausfrauen in einem 24-Stunden-Engagement dafür gesorgt, daß sämtliche Dinge vernünftig und ohne viel Abfall verarbeitet wurden. Fehlen die Hausfrauen, beginnt das Zeitalter der Plastikverpackungen. Denn es fehlt die Zeit für jene Arbeit, die sie ersetzen müssen. Niemand kaufte verpacktes Fleisch, Wurst, Obst, was auch immer. Verpackungsgebinde wurden, sofern sie benötigt wurden, gehegt und viele Male verwendet, gereinigt, vernünftig und der Familie angepaßt bevorratet. Lebensmittel, Dinge des Alltags selbst hergestellt, verarbeitet, portioniert, gelagert, bis zum letzten Rest aufgebraucht. Weil sich auch das Verbrauchsverhalten mehr oder weniger in einem gewissen stets gleichbleibenden Korridor an Gewohnheiten und Verhaltensweisen abspielte.

Karotten (pars pro toto) werden nicht mehr beim Gemüsehändler gekauft, gewaschen, geschält und geschnitten*, sondern alle diese Arbeitsschritte durch plastikverpackte Tiefkühlpackungen ersetzt, die zu einem Drittel (der statistisch berechnet verdirbt) dann im Müll landen. Damit ist auch der dafür einmal notwendige Herstellungsaufwand sinnlos verschwendet. Ein Drittel der heute geleisteten Arbeit und Energie ist also sinnlos weil absehbarer Abfall**

All das haben dann die Plastikverpackungen ersetzt, deren Bedarf nicht nur pro Haushalt, sondern nun - bei atomisierter Lebensweise - durch alle Personen eines Haushalts stieg. Gleichzeitig stieg auch der Bedarf nach Haushaltsgeräten, die diese "Einsparungen" an Haushaltsarbeit ermöglichen halfen, verbunden mit einem Sinken von deren Qualität bei gleichzeitigem Anstieg der Mengen, weil die früheren, handwerklich oft aufwendig gemachten Haushaltsgeräte für die Kurzzeitbenutzung der modernen Haushalte nicht lohnen. Und damit stieg erst recht die Menge des Mülls. Als Summe jener Dinge, für deren nachhaltige Eingliederung in eine Ordnung des Lebens keine Zeit mehr bleibt.

Feminismus und Müll, Feminismus und Plastikmüll - beides hängt direkt zusammen.

Wir brauchen gar nicht erst darüber nachzudenken, wie man bei dieser heute praktizierten Lebensweise, die zu ganz großen Teilen nur noch darin besteht, ideologische Ansprüche umzusetzen und die Folgen daraus zu überbrücken, Müll oder Energie "einsparen" könnte. Denn die Ursachen liegen auf ganz anderen Gebieten. Oder wollen wir bei medizinischen Geräten oder technischen Errungenschaften sparen, wo das Plastik seine vielleicht stärksten Vorzüge zeigt? Diese Ersparnis ist ein Fliegenschiß verglichen mit dem, was durch eine aus ideologischen Gründen - nicht aus Gründen der Industrie, der Technik, was auch immer - falsche Lebensweise, die auf keinen Fall angetastet werden soll, vollkommen sinnlos und mit auch in vielen anderen Gebieten unüberschaubaren Folgeschäden vergeudet wird. 

Umso seltsamer erscheint es dem Realisten also, wenn er feststellt, daß die Forderer nach solchen "Umweltmaßnahmen" dieselben Gruppen sind, die die Ursachen für deren "Notwendigkeit" immer mächtiger werden lassen.



*Selbstverständlich wurden diese Arbeitsschritte nicht nur nicht eingespart, sie sind ja nach wie vor notwendig, sondern lediglich ausgelagert, und nun mit praktisch immer erheblich größerem Aufwand an Energie, Chemie, Maschinen, Arbeit durchgeführt. Das alles wiederum war nur möglich, wenn die Löhne sanken! Was man mit dem zusätzlichen Arbeitskräfteangebot durch die aus den Haushalten kommenden Frauen erfolgreich erreichte. Es ist also höchste Zeit, die Heuchelei jener zu entlarven, die hier höhere Löhne, dort aber eine "Emanzipation der Frau" fordern. 

Denn die Zahl der wirklich produktiven Kräfte in unseren Gesellschaften hat sich seit je nicht geändert - es sind gerade einmal und allerhöchstens 20 Prozent der Menschen. Alle übrigen, die natürlich auch zu großen Teilen "arbeiten" (je nach Lebensweise sind das zwei bis drei weitere Fünftel einer Gesamtbevölkerung), arbeiten in sekundären Bereichen, und hängen direkt mit dem ersten Fünftel zusammen oder bauen auf diesem Bereich auf. Der sie direkt oder indirekt mit seiner Wertschöpfung unterhält.

Diese Zahl ("ein Fünftel") ist so nebenbei bemerkt ein wichtiger Indikator. Sinkt die Zahl der Produktiven im ersten Sektor nämlich darunter - und das tut er bei uns seit langem, er liegt heute sogar bei gerade noch 15 Prozent - dann schwächt sich der innere Wert des Geldes in einer Volkswirtschaft. Was u. a. an der Verschuldung erkennbar wird. Und das hat mit der inneren Lebensdynamik und Stabilität einer Gesellschaft als Ganzes - als "Lebensraum" - zu tun, nicht mit Finanzfragen oder solchen einer vorgeblich mechanistisch definierbaren "Ökonomie".

**Es gibt glaubhafte Studien, die belegen, daß die heutigen Konsumenten des Westens ein Drittel ihrer gesamten Ausgaben völlig sinnlos tätigen. Denn entweder brauchen sie die Produkte gar nicht, irren also in deren Anschaffung, oder sie kaufen sie, um sie direkt wieder zu entsorgen. Häufig, weil ihre Lebensweise kaum noch den Augenblick übersteigende Stringenz aufweist. Sie also viel zu (auch das Wort darf hier nicht fehlen) spontan und vielfältig agieren.




*180918*

Sonntag, 14. Oktober 2018

Weil nur Menschen wissen, was Ursachen sind

Wenn vor einigen Jahrzehnten (in den ersten Ansätzen schon vor Jahrhunderten) so große Erwartungen in die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI oder AI, Artificial Intelligence) gesetzt wurden (wenn auch schon seltener, zu ernüchternd sind die Ergebnisse), dann lag und liegt es an einer falschen Vorstellung, was menschlicher Geist überhaupt sei. Denn er IST nicht im Gehirn, er IST schon gar nicht DAS Gehirn, sondern er ist ein "Universalium": Er ist eine immaterielle (eben geistige) Größe, die uns erfassen läßt, was eine Ursache ist - und was nicht. Keine Datenlinie der Welt, kein maschinelles Prozedere wird je vermögen, diesen immateriellen Bereich zu erfassen, der dem Menschen über Intuition zugängig ist. In dem man irren kann, gewiß, der aber dennoch diese Kategorie - Ursache - kennt. Woher? Weil es emprisch so ist, und wir das aus der Erfahrung ableiten können. 

Computer, egal wie gut und schnell sie sind, werden niemals mehr sein können als "Linienbefolger". Ihre Tätigkeit ist nie mehr als ein "curve fitting", also die Behandlung von Dingen und Ereignissen gemäß Korrelationen und Wahrscheinlichkeiten (Algorithmen). Ursachen sind eben keine Folgen der Ergebnisse aus Datenlinien. Und wenn wir Menschen aus Datenlinien, aus Ursachen Hinweise finden, so ist dieses unser Urteil ("Aha, das ist wohl die Ursache von dem und dem.") immer ein VORGEFASZTES, POSTULIERTES Urteil, das dann die empirischen Daten bestätigen oder nicht. 

Um so ein Urteil ("Das ist die Ursache für diese Wirkung") zu fällen, müssen wir uns zu unserem Verstand bereits verhalten, das ist der entscheidende Punkt. Und wir können es, und wir tun es, WEIL unser Geist weit (und zwar nicht mengenmäßig, sondern kategorial, also von anderer, umfassenderer Art) über dem Verstand steht. Verstand ist lediglich ein Werkzeug, ein Mittel, dessen sich der Geist bedienen kann. Verstand ist - hier irrt eben Descartes! - nicht Geist. Ursache heißt nämlich, RICHTUNG zu erkennen, also logos. Und diese Richtung läßt aus Datenmengen überhaupt erst sinnvolle Hinweise erkennen. Aus sich heraus können Daten niemals Richtungen "zeigen". Wir können also einem Computer sagen, daß wenn sich jene und diese Daten so und so verhalten, es sich in jenem und diesem Fall um einen Ursachenzusammenhang handelt. Aber aus sich heraus kann das ein maschineller Vorgang NIEMALS ableiten.

***

Aus Daten selbst lassen sich Ursachen also niemals ableiten. Und zwar prinzipiell nicht. Nicht also, weil wir noch zu wenig Daten haben oder sie noch nicht richtig extrapolieren können. Welche groteske "Ursachen" aus reinen Datenanalysen erfolgen können, zeigt etwa diese amüsante Webseite (deren Inhalte auch als Buch vorliegen), die mit mathematisch höchster Wahrscheinlichkeit alle möglichen Dinge BEWEIST, von denen wir aber "wissen" (sic!), von denen aber nur wir Menschen wissen, daß sie NICHT in Ursache und Wirkung zusammenhängen. Sie haben hohe, ja höchste Datenkorrelationen, aber sie sind KEINE Zusammenhänge von Ursachen und Wirkungen.

Computer kennen nämlich diese universale Kategorie "Ursache" nicht - von der wir Menschen aber "wissen". Einfach so ;-). Für Computer, für die KI/AI wird es nicht nur nie "Wissen" geben, sondern nie mehr als "Korrelationen" und Vorgaben, wie wann zu verfahren ist. Freiheit, freien Willen gibt es für sie nicht. Nie. Der Maschine Computer fehlt dazu jene nicht-materielle Instanz, der Geist, aus dem heraus er sich zu sich verhalten könnte. Er wird immer an seine materiellen Vorgänge gebunden sein, und diese müssen wir ihm vorgeben, so komplex das auch sein mag.

Denn gewiß, ja, wir können diese (unsere) realitätsbezogenen Urteile über Ursachen und Wirkungen immer weiter ausbauen, in immer mehr Berechnungen einfließen lassen, in immer weitere Bereiche ausdehnen. Aber es wird nie genügen! Nie. Irgendwann werden sie mit völliger Sicherheit scheitern, so weit wir sie auch ausbauen. Was gar nicht alleine meint "ab einer gewissen Umfänglichkeit", sondern es macht den Einzelfall selbst letztlich unvorhersagbar.

Schon gar aber werden Computer/Maschinen scheitern, wenn es sich um "Neues" handelt, in dem wir den Computern noch keine Urteile (wenn - dann; wenn dies eintritt - dann ist es eine Ursache für das). Eben weil das Entscheidende am Denken - der Zusammenhang von Ursache und Wirkung - eine Kategorie (!) des Geistes ist, an dem der Mensch (und unter allen rein irdischen Dingen NUR er) teilhat. Kausalität ist KEIN Ergebnis von Daten, Mathematik, Wahrscheinlichkeit oder Neutronenabgleichen in einem materiellen Gehirn. Sie ist eine immaterielle Kategorie, die über der Materie steht und sie somit beherrscht.

Künstliche Intelligenz wird deshalb nie mehr sein als "Abgleich mit einer Datenkurve", der für abgegrenzte, klar definierte Bereiche seine Bedeutung haben kann. Die Bedeutung von Einzelereignissen aber - und das Leben bzw. die Welt ist, so wenig uns das bewußt sein mag, eine pausenlose Abfolge von Einzelereignissen, die unser Urteil, unsere Einschätzung, unsere Entscheidung verlangen - wird kein Computer jemals einschätzen können, das muß man ihm vorgeben. Ohne Kausalität aber gibt es kein Denken, ohne Geist keine Freiheit, und damit keine menschliche oder den Menschen gar übertreffende Vernunft.

Wenn wir uns um den Einsatz Künstlicher Intelligenz Sorgen machen müssen, dann nicht, weil sie uns "ersetzen" kann. Sondern weil ihre Verkennung eine Verkennung des Menschlichen, und ihr Einsatz damit brandgefährlich sein kann, wenn dieser Einsatz so weit geht, daß er uns Menschen dominieren sollte.


Hinweis: Einen vertiefenden, wenn auch sehr konzentriert zu lesenden Artikel über KI/AI hat William M. Briggs auf seinem Blog veröffentlicht. Er sei zur Lektüre empfohlen!






*180918*