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Donnerstag, 15. November 2018

Die Schatten des Wirklichen in der deutschen Gegenwart (0)

Vorwort




Was wir heute erleben wird nicht ausreichend unterschieden und deshalb nicht richtig eingeordnet, somit nicht richtig beurteilt. Wir erleben nicht einen "Zerfall der Staaten", so daß sich eine supranationale Ebene als Quasi-Staat einrichten ließe. In Wahrheit zerfallen Staaten nicht - denn es zerfallen auch nicht die Völker, die immanent, also in sich den irgendwann irgendwie auch explizit gemachten Staat errichten und bedeuten.

Was wir heute erleben ist somit, daß jene Staaten als Staatsgebilde zerfallen, an Selbstschwäche und mangelndem Behauptungswillen sterben und sich fremden, feindlichen Einflüssen gegenüber nicht zu wehren vermögen, die gar kein Staatsvolk zur Grundlage haben. Die nur "Bevölkerungen", also "anwesende Menschen" haben. Die also gar keine natürlichen Emanationen sind. Sondern die rationalistisch behauptet und als Behauptung gegründet wurden. 

Staaten, die ein authentisches Volk zur Grundlage haben, zerfallen nämlich mitnichten. Und ihnen fehlt es auch nicht am Selbstbehauptungswillen. Man möge nur die Ungarn hernehmen, auch wenn das ein Beispiel mit Schatten ist (denn der Positivismus des Calvinismus hat in Ungarn viel Terrain). Somit werden manche europäische Staaten - und es sind vornehmlich jene, die die geistigen Fehlentwicklungen der Neuzeit am intensivsten mitgemacht haben - tatsächlich zerfallen. Und nur jene werden "bestehen" bleiben, zumindest auf gewisse Zeit und als formale Konstrukte, die sich zu Diktaturen und Totalitarismen entwickeln. 

Ihnen werden die "Natur-Staaten" gegenüberstehen, egal wie groß oder klein sie sein mögen. Nur in ihnen kann es noch Kultur und Freiheit und Menschenwürde und ein Recht geben, das nicht zu "Gesetzen" verdörrt ist. Und nur dort kann es auch Religion weil Kult und Ritus geben.

Wir erleben deshalb heute das Ende eines Positivismus, der da in geistiger Verirrung meinte, der Mensch wäre in der Lage, Substantielles durch bloßen eigenen, rationalistischen Willensentschluß zu schaffen. Der da meint, es gäbe ein Sein außerhalb des Seins, nur aus dem Menschen heraus. Das wird immer Schein bleiben. Und es zu behaupten ist alles, was der Mensch vermag. Aber irgendwann wird es ihm aus den Fingern gleiten. Irgendwann, weil er nie verstand, die Historie richtig zu lesen. Und verabsäumte, all die Kriege, Konflikte, Verwirrungen und Unbill als Krankheitssymptome eines Scheingebildes zu verstehen.

Was wir heute erleben, ist deshalb der Konflikt von Todesangst und Todessehnsucht, ist Sterbeschmerz und Flucht davor. Die Geburtsschmerzen, die sich da hinein mischen, und die wir freudig-bangend begrüßen sollten, die sehen wir aber nicht. Und deshalb sehen wir auch nicht, wo Furcht und Schmerz nur das Zerfallen und Loslassen eines Scheins bedeuten, in den hinein wir uns trotzig-angstvoll gegründet haben.


Morgen Teil 1)




*161018*

Sklaverei - ein nützlicher, aber schädlicher Mythos (4)

3. Kapitel



Auch wenn wir uns an den Gedanken erst gewöhnen müssen - wir sollten es tun. Sklaverei ist keineswegs nur eine Geschichte des Westens gegenüber Afrikanern, sondern auch eine Geschichte der europäischen Völker. Es ist zudem eine generelle Geschichte der Menschheit, und es ist darin nicht nur eine Geschichte der Unmenschlichkeit, sondern darüber hinaus wesentlicher Teil der Geschichte des Kapitalismus, wie er seit dem späten Mittelalter bzw. in der Neuzeit entstanden war.

In der es eine Tatsache bleibt, daß Amerika - weit humaner, weit christlicher motiviert, als heute erzählt - für die allermeisten Schwarzen, die als Sklaven dort ankamen, bessere Lebensbedingungen bedeuteten, als sie sie in Afrika hatten. Vor allem aber bot es vielen neue Chancen, und die Beispiele dafür sind keineswegs Ausnahmen. Und es wäre sehr sinnvoll, diesen Aspekt wieder stärker in den Vordergrund zu stellen. Die Horrorgeschichten, die unser Geschichtsbild verfälschen, betrafen höchstens ein Prozent der Sklavenhalter, und diese waren von der Allgemeinheit auch in den Südstaaten nicht gerade hoch geschätzt. Damit aber vertieft sich auch die oben dargestellte Demotivation der Schwarzen, die Glück von anderen erwarten, als es selbst in die Hand zu nehmen, weil sie ja Sklavendummies sind und damit Opfer. So nebenbei: Schweine gibt es überall und immer.

Statt all dieser Fakten stehen wir aber einem völlig verfälschten Schuldbild gegenüber, das "den Weißen" in tiefe Scheiße taucht. Wer hat das gemacht? Als erstes fällt einem da Hollywood ein, und das ist wohl auch der Haupttäter.

Wenn auch ein Schuß fast nach hinten losging. Denn was Steven Spielberg in "Amistad" in einem der bekanntesten Filme in dieser Reihe, die die Bosheit der Weißen gegenüber Schwarzen zeigen sollte, auf die Leinwand brachte, muß man in diesem Rahmen sogar als Ehrenfeder am Hut der europäisch-stämmigen Amerikaner werten. Auch wenn sonst Hollywood ein ganz anderes Bild verbreitet und damit verbreiten wollte. Wohl nicht ohne jenen Grund, der das von Juden gegründete und nach wie vor beherrschte Hollywood (siehe die Monographie von Jean Gebser, selber auch ein Jude) seit seiner Gründung in einem bestimmten Licht sehen läßt. Als Kampf gegen und in einer Mehrheitsgesellschaft, in der man wie eine Parallelwelt ein eigenes Reich geschaffen hat, das fortan den Kampf um die Herrschaft im Ganzen aufnahm.

Und darin ist es mehr als nützlich, das Bild der bösen Weißen zu erschaffen wie aufrechtzuhalten. Die mit Schuld beladen kein Recht vor der Gegenwartsgeschichte haben. Vor allem soll solch eine Vergangenheitslegende das Selbstbewußtsein der gegenwärtigen Generation schwächen. Die längst den Mut verloren hat - und sich selbst beschädigt oder zerstört, und die Fortpflanzung verweigert.

Aber die Helden, die, die sich für die Schwarzen einsetzten, ihre Rechte durchkämpften, als amerikanisches System diesen Rechte und der Menschenwürde höchst zuarbeitend zeigten, waren Weiße.

Die Geschichte des Schiffes Amistad im Film, die die natürlich unfaßbar brutalen Zustände des (von jüdischen Schiffseignern - im Zuge der Expedition der Juden aus Spanien durften nur Konvertiten bleiben, und die nahmen sämtlich spanische Namen an; so, wie es Juden in Deutschland taten, weshalb man sie auch "an ihren Namen" oft sofort erkennt - beherrschten) Sklavenhandels nicht verschweigt, knüpft an eine wahre Geschichte an, die sich 1839 abspielte.

Wo ein (weißer, also christlicher) Anwalt die Freiheit für die Sklaven (Sklaven geworden durch afrikanische Feinde und dann an Spanische Händler verkauft) auf dem spanischen Schiff Amistad erstreitet, das nach Seenot in einem US-Hafen liegt und nun also dem amerikanischen Recht unterliegt. (Auch das muß erst erstritten werden.) Diese dürfen daraufhin nach Afrika zurückfahren. Dort aber erwartet sie ... nichts. Denn ihre Familien sind verschwunden. Sie wurden zwischenzeitlich vermutlich von Afrikanern versklavt und verkauft.

In seiner Botschaft zeigt Amistad von Spielberg insofern wohltuend die Realität, als er am historischen Ereignis belegt, daß die bei weitem überwiegende Mehrheit der Euro-Amerikaner in den schwarzen Sklaven keineswegs minderwertiges Menschenmaterial sah, sondern Menschen, denen man mit Fairness und Menschlichkeit begegnen muß wie jedem anderen.

Und das war nicht ungewöhnlich. Es war die verbreitete Haltung. Denn die ersten Sklaven in Nordamerika kamen im 17. Jahrhundert, und es waren ... versklavte Europäer. Was in der Siedler-Bevölkerung keineswegs einfach so Annahme fand. Man war befremdet.

Schwarze Sklaven kamen später. Erst ab dem 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert begann aber erneut das Quasi-Sklaventum von eingeflößten Europäern. Es waren nun vorwiegend durch gepreßte Dienstbarkeiten von Europäern geknechtete Menschen. Der Vizepräsident Lincolns etwa - Andrew Johnson - war ein in Nord-Carolina von seinem Herrn geflüchteter Quasi-Sklave, auf dessen Ergreifung ein Kopfgeld ausgesetzt war.

Der legendäre "Zug nach Westen" aus der Geschichte der USA des 19. Jahrhunderts hat zu nicht kleinen Teilen sogar den Hintergrund, daß viele Weiße aus dem Osten der Staaten der dort nicht seltenen Quasi-Sklaverei entfliehen wollten, und Freiheit suchten, oft flohen. Die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Städten des Ostens der USA waren oft sogar schlechter, die Löhne niedriger als die der Sklaven auf den Plantagen im Süden.

Es gab aus ähnlichen Zusammenhängen deshalb nicht wenige, die die Sklaverei im Süden im Sezessionskrieg als Freiwillige in der Nordstaatenarmee bekämpfen wollten. Weil sie die Befürchtung hatten, daß sich bei einem Sieg der Südstaaten die Sklaverei auch in ihre gerade besiedelten Gebiete ausbreiten würde. Und dort hätten ihnen die Sklaven die eigenen Bemühungen, sich eine Existenz aufzubauen, als Billigkonkurrenz kräftig erschwert.

Hat sich viel geändert? Betrachtet man den afrikanischen Raum - nein. Und die Unterwerfung als "Sexsklave" ist zwar bekannt, aber sie ist nur ein Teil. Nach wie vor gibt es auch die historisch bekannte Sklaverei. Nach wie vor bestehen dort enorme Konflikte zwischen den Stämmen, die den gehaßten Feind als untermenschlich einstufen, sich seiner bemächtigen und ihn verkaufen. So, wie es auch im 17. Jahrhundert war. 









*151018*

Mittwoch, 14. November 2018

Windräder und Massenmigration - zwei Seiten der selben Medaille

Kaum wo wird die Kluft zwischen den Agenden der (hohen, also staatstragenden) Politik und dem Volk derartig deutlich wie beim Betrachten der Folgen, die die Energiewende hat. Die in ihrem Faktor "Windenergie" ganz direkt dabei ist, den Menschen ihre Heimat, ihre Landschaft, kurz: ihr Leben zu nehmen und sie zu vertreiben. Sie ist ein Zeichen, wie bereits per Diktat von einer etablierten (weil dazu mächtigen) Schichte regiert wird, die "alles besser weiß weil besser ist" und sich dadurch berechtigt sieht, zu verordnen und zu machen, was ihr beliebt. Und sei es, den Menschen ihre Landschaft zu nehmen.

Die ja nicht einfach funktionaler Lebensraum ist, sondern diese Funktion unter anderem dadurch erfüllt, als sie das Grundempfinden der Menschen, ihre Situation "in der Welt" immanent und selbstverständlich bestimmt, und als "Sein im Raum", noch mehr aber als "Sein zum Raum" (denn das Sein im Seienden schafft Raum) wesentliche  Beziehungsschnittstelle ist. Aber sie ist auch noch mehr. Sie ist als Ort - also als Wesensträger - dasjenige, auf das Dingliche darin, das wiederum Beziehung bedeutet, sich also darauf hin zu transzendieren, die menschliche Grundaufgabe ist und als logos birgt.

Weil also, von anderer Seite betrachtet, die Dinge es sind, die als Beziehungsträger einen Raum schaffen, bedeutet der Eingriff in die Dinglichkeit durch die Erstellung von Windrädern tatsächlich den Raum des Raumes, und die Erfindung eines neuen. Damit schüttelt man die Menschen, die diese Landschaft zuvor bewohnten, wie Läuse vom Baum und macht sie im wahrsten Sinn orientierungslos weil ortlos. Selbst wenn das nicht bewußt sein muß, macht man diese Menschen zu Fremden im eigenen Land. 

Darin erweist sich speziell die Windkraft als nur eine Facette einer Politik, die diese Agenda wie ein Schild auch in anderen Bereichen vor sich her trägt. Und dabei das Volk buchstäblich seiner Grundlagen beraubt, entkernt (also die Kultur als Menschenraum verdunsten läßt) und enteignet. Dasselbe also, was in der Massenzuwanderung stattfindet, das Gleiche, wenn man wirklich Maßnahmen des Geoengineering durchsetzt. Denn damit raubt man auch das Wetter als Dialogpunkt mit der großen Weltordnung, in die eingebettet man sich findet und die jeden kleineren Rahmen von Welthaftigkeit enthält (und nicht zufällig "unvorhersagbar" ist.) 

Die ökonomische wie technische Sinnlosigkeit ist da nur noch weiteres Indiz, an dem diese Kluft zwischen Establishment und Volk ablesbar ist.  An der Ästhetik alleine ist von Anfang an erkennbar gewesen, wie volksfeindlich und volklos bereits agiert wird. Als lebte man in einer eigenen Welt, die mit der wirklichen Welt nichts mehr zu tun hat und lebensfeindlich wurde. Das darf man mit Fug und Recht "Wahnsinn", ja Dämonie nennen. Daran MUSZ ein Staat zerbrechen.

Der Dokumentarfilm "The End of Landschaft" des Journalisten Jörg Rehmann zeigt genau das. Er läßt die Dimension der Verbrechen ahnen, die ungeniert an uns begangen werden. Er wird derzeit nur in einzelnen Kinos gezeigt, eine jeweils aktuelle Liste der Orte und Termine findet sich auf dieser Webseite, Sie müssen dazu ganz nach unten scrollen). Hier gibt es einen Trailer. Eine Besprechung findet sich auf "Tichys Einblicke".




Here the trailer "The End of Landschaft - How Germany loses its face" in English.








*171018*

Sklaverei - ein nützlicher, aber schädlicher Mythos (3)

2. Kapitel - Teil 2)



Ähnlich damit jenem Proletariat, das in Englands Städten entstand, als Heinrich VIII. im 16. Jahrhundert die Kirche enteignete und sich Kirchengüter wie Land aneignete oder an seine Getreuen verteilte. Er brauchte Geld für Kriege, noch mehr Geld für seine aufwendige Lebensführung, und er brauchte bedingungslose Gefolgschaft. (Dennoch endete er in Überschuldung.) Die Kirche hielt damals rund 50 Prozent des Grundbesitzes, der aber immer als Allgemeinbesitz galt. So wie zuvor auch der Besitz des Königs, der nur das Recht, nicht aber Eigentum hatte. Der Rest war in Lehen an den Landadel vergeben, auch also als Recht, nicht als Eigentum. (Der Eigentumsbegriff wuchs erst, und das ging Hand in Hand mit Privilegien wie "Erblichkeit" von Titeln und Ansprüchen.)

Die Kirche war aber vor allem Halterin jener Allmenden, jener Landflächen, die freien Zugang zu Weideflächen und Äckern gaben. So daß jeder, unterstützt durch das Wissen der Kleriker, die Möglichkeit hatte, auch ohne Landbesitz sein Leben zumindest zu einem gewissen Mindeststandard zu fristen. Deshalb hatte England den Ruf ein Land zu sein, in dem es jedem gut ging. Es war berühmt für sein Bier, seinen guten Käse, sein feines Brot. Das ging zurück auf die Zeiten König Alfreds, war also viele Jahrhunderte am Werk, der im Kampf gegen die Wikinger das Volk brauchte, und ihm deshalb viele Freiheiten zugestand. (Vor diesem Hintergrund ist auch der aus den USA bekannte Konflikt im Westen verstehbar, als einige Großfarmer begannen "ihr" Land einzuzäunen. Das vorher von vielen Siedlern wie eine Allmende behandelt worden war.)

Daneben gab es durch die Klöster ein Sozialsystem, mit Krankenhäusern, Siechen- oder Altenheimen. Außerdem waren die Klöster Zufluchtsorte, wenn Gefahr für Leib und Leben bestand. Neben allem Geistigen und Schönen, das die Kirche für die Menschen sowieso bot. Eigentum an Menschen war der Kirche natürlich unbekannt weil per se unmöglich. Sie verstand die Welt immer als Lehen, dessen man auch verlustig gehen konnte, wenn man Gottes Recht und Liebesgebot verletzte. Englands Mittelalter war also keineswegs ein "dunkles Zeitalter".

Das änderte sich im 16. Jahrhundert binnen weniger Jahrzehnte. Das erste, was noch unter Heinrich VIII. durch die neuen Besitzer - die königshörige Aristokratie - passierte, war, Zäune aufzustellen und ausschließliches Nutzungsrecht aus erstmals nur vertraglich gesichertem Eigentum zu reklamieren. Henrys Nachfolgerin Elisabeth I. vollendete das Werk. Ab da gab es erstmals eine "Bettlerklasse". Denn die einfache Landbevölkerung konnte nicht mehr existieren, nur wenige konnten sich als Arbeiter an den Adel verdingen. Der Rest suchte die Städte auf, wo er bessere Chancen sah, zu überleben. Und oft genug in Prostitution und Kriminalität endete. Oder in Sklaverei. 

Denn es war der britischen Aristokratie nicht aus ästhetischen Gründen nicht wohl dabei, daß sich ein auch durch hohe Fortpflanzungsraten immer zahlreichere Schichten von Armen und Elenden aufbauten, sondern man fürchtete die Massen als Revolutionspotential. Also begann man, sie systematisch von England zu entfernen. Und in die Kolonien zu verfrachten. Wo es tatsächlich Sklaverei gab. Und zwar von und unter Weißen. Versklavung von Europäern in der Neuzeit ist also weitgehend ident mit der Geschichte der Armut, speziell in der Neuzeit. 

Denn die Geschichte der europäischen Sklaven ist eine Geschichte der Versklavung von Europäern DURCH Europäer und hat darin mit England (und Venedig; das Europäer in den Orient verkaufte oder als Galeerensklaven für seine große Flotte nutzte) die maßgeblichen Proponenten. Die Nachfrage im arabischen, aber auch im anglo-amerikanischen Raum, speziell in den Kolonien, war groß. Sofern die Araber und Türken nicht ihre Sklaven so, wie es seit je in der Menschheitsgeschichte üblich war, durch Kriegszüge als Beute gewannen.* Die Zahl der Europäer, die auf diesen Wegen in arabisch-türkische Sklaverei fielen, geht Schätzungen zufolge in die Millionen.**


Morgen 3. Kapitel


Anmerkungen 2. Kapitel - Teil 2)

*Man muß sich aus den Überlegungen heraus, die sich an das Fazit anschließen, das die Entwicklung der Kriege seit dem 17. Jahrhundert genommen haben und die Kriege als "zwischenstaatliche Kriege" erst einführte, aber heute als unzweckmäßig und überholt betrachten läßt, so daß der Krieg neue Formen (Stichwort "4. Generation") annimmt, sogar die Frage stellen, ob darin nicht sogar mehr Logik steht als man annehmen möchte. Wenn man nämlich diese Kriege unter dem Aspekt sieht, daß ein "Sieg" eines Staates über den anderen dazu geführt hat, das System des Siegers zu zerstören, dafür neue "Regierungen" zu etablieren, denen aber die Legitimation im Volk fehlt, so daß dieses beginnt, aus diesem Legitimationsbedürfnis auf die Stufe von Stämmen, Clans, Familien, Gruppen zurückzusteigen, um sich wieder zu verwurzeln, daß also Sieg in zwischenstaatlichen Kriegen immer die Folge hat, daß der Verliererstaat ins Chaos stürzt, sich quasi auflöst, ob nicht die Konsequenz daraus weiter zu sehen ist. 

Erstens dürfte es nicht verwundern, wenn sich bald auch neue Formen der Sklaverei zeigen, und das zeigt sich ja auch. Man weiß es zum Beispiel von der IS. Aber zweitens erhebt sich die Frage, was mit einem Volk geschehen soll weil kann, das seine Struktur (weil der neuen Hierarchie die Legitimation fehlt) verloren hat. Es zerfällt, es atomisiert sich. Oder es wird ... zur Gänze versklavt. Und man muß sich speziell nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg fragen, ob nicht das durch die Sieger den Verlierern gegenüber eingetreten ist.

**Auch hier ist eine oft zu hörende Facette unter geschichtlicher Sorgfaltsbrille nicht haltbar: Die Rolle jüdischer Kaufleute im Sklavenhandel mit dem Orient (vor der Neuzeit, was fast gleichbedeutend ist mit Kapitalismus) ist marginal. Da waren die Normannen viel viel schlimmer gewesen. Anders freilich in der Sklaverei der Neuzeit in den spanischen Kolonien, wo ("konvertierte", am Namenswechsel erkennbare) Juden eine sehr große Rolle spielten.




*151018*

Dienstag, 13. November 2018

Warum die Legende von der Sexualität eine Lüge ist, die von der Wirklichkeit widerlegt wird

Man hört oft das Argument, daß die "sexuelle Befreiung" die sexuelle Aktivität aller und damit deren Lebensglück gehoben hätte. Man kann sich angesichts der Realität nur wundern (oder auch nicht), daß das Gegenteil der Fall ist. Ebenso wie in der Behauptung, die "sexuelle Revolution" hätte vor allem den Männern gedient. Noch mehr die umgekehrte Behauptung: Den Frauen. 

Dennoch hetzen die Menschen seit Jahrzehnten genau diesem Unsinn nach. Und wundern sich, daß der versprochene Glückszustand nicht und nicht eintritt. Im Gegenteil, noch nie vermutlich hatten so viele Menschen so wenig Sex.

Wie kann es das geben? Die Antwort ist recht einfach: Ohne kulturelle Form, ohne "Ritus" der Begegnung der Geschlechter, fallen einerseits die Frauen in ihre Begierden, und suchen immer einen bestimmten, in der Öffentlichkeit propagierten Typus als Partner. Und andererseits stehen die Männer unter einem enormen Konkurrenzdruck, in dem sich nicht die "besten" (charakterlich, sittlich) durchsetzen, sondern die Schamlosen, die Charakterlosen. Nur 10 % der Männer vereinen deshalb 50 % der Frauen, und zwar ganz konkret. Das heißt, daß 50 % der Frauen mit 10 % der Männer Sex haben. Das heißt weiter, daß Promiskuität* für die Hälfte der Frauen das einzige Ergebnis der "sexuellen Befreiung" ist. Und das sind belastbare, also recht genau und stichhaltig ermittelte Zahlen.

Während der Rest unter enormen psychischen Druck gerät.  50 % der Frauen haben konkrete Ängste, keinen Partner zu kriegen.** Und 90 % der Männer (Jugendlichen, Adoleszenten) stehen unter der Drohung, wenn sie in ihren Wertegefügen bleiben, in ihren Prägungen, sogar gar niemals Sex zu bekommen.

Der Druck, den die angebliche Wahrheit von der Bedeutung von Sexualität und der Pflicht, sie möglichst viel und oft und intensiv zu erfüllen, hat deshalb etwas völlig anderes bewirkt. Daß nämlich gerade die Tüchtigen, und das heißt immer: Die Kulturstarken, die Sittlichen, die Anständigen, große Schwierigkeiten haben, einen Partner zu finden. Weil die nunmehr vorhandenen Notwendigkeiten und Bedingungen, "Sex" zu haben, ihren inneren sittlichen Ansprüchen widersprechen.  Pech für die Frauen, die nämlich gleichfalls Probleme bekommen, weil sie entweder promiskur sind - und damit anständige Männer abstoßen, mit gutem Grund (darüber ein anderes Mal noch mehr) - oder als "Mauerblümchen" kaum in der Lage sind, interessant genug zu wirken und einen Mann anzuziehen.

Alle aber, und zwar wirklich alle, bezahlen für diese "Befreiung zum Glück" einen hohen, einen extrem hohen Preis - den des Glücks. Denn sie jagen zeitlebens einem Ideal nach, das ihrer Natur widerspricht. Und umso mehr, je mehr sie erfahren, daß dieser doch so hoch und heilig versprochene Glückseffekt nicht und nicht eintritt. Denn der Mensch ist per se ein Kulturwesen, und die Kultur ist nicht sein Elend und Hindernis zum Glück, sondern ... der Weg dazu. Das heißt, daß nichts, wirklich nichts an Strebungen im Menschen ohne Ritus, ohne Form, ohne Gestalt und Gestaltung jemals zur Ruhe kommen wird und ewig unerfüllt bleibt. Ewig durchaus im buchstäblichen Sinn.

Fazit? Die Mär von der "sexuellen Befreiung" durch Abbau und Diffusion der kulturellen, institutionalisierten Formen, Erfüllung durch heterosexuelle Beziehung zu finden - vulgo Ehe - ist eine einzige Lüge. Ohne diese Formen leiden bei den Frauen 50 %, bei den Männern sogar 90 % an nie erfüllter Sexualität. Schon allein aus dieser nüchternen Betrachtung offenbart sich die "sexuelle Befreiung" als glatter Betrug.

***

Was aber heißt "erfüllte Sexualität"? Sofort stoßen wir auf die nächste glatte Lüge - Lüge, werte Leser, nicht "ach, da muß man eben was ändern, das liegt halt an der Verklemmtheit der Kulturen" etc. etc. - daß das Glück überhaupt in einer "erfüllten Sexualität" liege, womit ja gemeint ist, daß "viel und oft" gepflegte Sexualakte dieses Glück bedeuten würden. 

Nein, sexuelle Erfüllung als Erfülltheit des Lebens in heterosexueller Beziehung heißt etwas völlig anderes. Und (wiederum: belastbare) Zahlen belegen das. Sie zeigen sogar etwas Wunderbares, sie belegen damit die Sichtweise der Kirche. Statistiken sagen, daß über 50 % der Ehen, die länger als zehn Jahre dauern, zu 50 % KEINEN Sex mehr haben. (Wobei weniger als zehnmal pro Jahr als "kein Sex" eingestuft wird.) 

Durch die Lüge von der Bedeutung der Sexualität, wie sie der "sexuellen Befreiung" zugrunde liegt, halten sich aber diese Menschen für "abnormal". Nein, werte Herrschaften. Genau Sie sind normal! Denn es ist völlig normal, daß man über das Alter hinaus, in dem Kinder gezeugt und empfangen werden können, eben kein oder ein immer mehr (bis dann zu "kein") verringertes sexuelles Verlangen hat. Während die, die bis ins hohe Alter Sex verlangen, damit nur anzeigen, daß sie einen schweren psychischen Defekt haben und nie reif wurden. Denn sie haben in einer "Capsula" diese Vorstellung von Sex - eine Zweitwirklichkeit, eine Pseudologie - vor sich wie eine Monstranz hergetragen. Und sich nie von dieser Unwirklichkeit lösen können. Das nennt man zumindest ... Neurose.

Die Ehe - und NUR die Ehe - bringt eben das im Menschen zur Ruhe, durch ihre Aufgabe der Ordnung des Menschen in seine eigentliche Natur, was im jungen Menschen eben noch etwas ungeordnet ist, also noch nicht seinen Platz im Menschsein (das ein Kulturgeschehen ist) gefunden hat. Wenn man schon will, dann muß und kann man mit Fug und Recht sagen, daß sich genau das auch in der gesamten Tierwelt zeigt. (Und gerade die Vertreter der sexuellen "Befreiung" argumentieren ja seit je mit einem Menschenbild, wo der Mensch nur ein fortgeschritteneres Tier ist.) Wo es Sexualität außerhalb der Fortpflanzung eben nicht gibt. Und wenn als Perversion, also als seltene Abnormalität. Jeder Hundebesitzer weiß das.

Die Realität sagt also ganz einfach, daß Sex nur "interessant" ist, insofern er Bestandteil einer liebenden (und das ist die Wirkung einer Entscheidung, so sehr irgendein inneres Geschehen das anzuzeigen auch beteiligt sein mag) Hingabe eines an den anderen ist. Und in dieser Hingabe ist das Ziel der Liebe immanent - Fortpflanzung. Zeugung. Kind. Das war's.

Soweit Begierde nach dem anderen vorhanden ist, ist es in jedem Fall ein unerfülltes Drängen. Das in so gut wie allen Fällen (die vorsichtige Formulierung ist nur der möglichen Komplexität der faktischen Realitäten geschuldet, denn es ist oft recht komplex) mit einer noch nicht in den Geist hinein geholten Dichotomie (also Spaltung) im Menschen zu tun hat.

Vor allem Jugendliche aber in diese Dichotomie zu treiben, indem man ihre "Sexualität" anspornt, aufreizt, oder gar weckt, indem man ihnen von "erfüllter Sexualität" vorschwafelt, die in der Tätigkeit selbst liegen soll, ist also in jedem Fall ein schweres Verbrechen. Begangen von den allzu vielen Unreifen, mit denen wir heute - gerade in Lehr- und Leitberufen - zu tun haben. Das sich oft genug entscheidend weil in jedem Fall deformierend auf die Realisierungskraft des Menschen - und damit auf sein Glück (das nicht mit zeitlichem, weltlichem Erfolg identisch ist!) - auswirkt. Die Kulturschäden, die wir dieser Lüge zu verdanken haben, sind gar nicht zu beziffern.



*Noch vor fünfzig Jahren war es im allgemeinen Sprechen und deshalb bewußt, daß Männer Frauen, die promiskur waren, nicht heiraten wollten. Ein sehr natürliches, richtiges Empfinden! Es hat viel Gehirnwäsche gebraucht, um heutige junge Männer diese Wahrheit nicht mehr denken zu lassen. Dafür werden viele andere Gründe gesucht, wie Angst im Scheidungsfall ausgenommen zu werden oder ähnliches, die zwar meistens irgendwie auch richtig, aber im Grunde doch nur vorgeschobene sind.

**Frauen ab 40 sind überhaupt fast nicht mehr "an den Mann zu kriegen". Das hat beileibe nicht mit der "Angst vor einem starken Partner" zu tun, wie oft hämisch gesagt wird. Sondern da kommt ein natürlicherer, wahrer Grund zum Vorschein, warum die Ehe kaum noch Ziel (vor allem für Männer) ist: Ehe ist nicht einfach eine geschmiedete Partnerschaft (gleicher vielleicht auch noch), sondern das Eintreten beider Geschlechter in ihre bestimmungsgemäße hierarchische Stellung, die erst dadurch (sic!) ein Ehepaar ergibt. Diese Tatsache, die die Menschen sehr wohl spüren, beide Geschlechter, die aber heute schändlich vertuscht wird, ist in Wahrheit ein Mega-Annullierungsgrund!, weil die Nichtbereitschaft zu dieser Einnahme der jeweiligen Stellung - als Frau, als Mann, in hierarchischem Zueinander eins werdend, genau das also, was sich auch in der Liebesvereinigung ausdrückt, also noch deutlicher geht es gar nicht! - einen Großteil der geschlossenen Ehen tatsächlich ungültig macht.





*171018*


Sklaverei - ein nützlicher, aber schädlicher Mythos (2)

1. Kapitel - Teil 2)







Die Krone wollte die Massen von Armen im Mutterland, die mangels Überlebensmöglichkeiten rasch kriminalisiert oder aufsässig waren, egal wie einfach loswerden. Sie waren gefährliches, revolutionäres Potential, das sich noch dazu durch hohe Fertilität stark vermehrte. 15 oder 20 Kinder-Familien waren in diesen Schichten keine Seltenheit. Während die Eliten, die Oligarchen (man muß es beim Namen nennen), schon damals immer weniger Kinder bekamen. Es mußte nur eine Führergestalt aufstehen, und das Pulverfaß ging hoch. Die Oligarchen nahmen die neuen Möglichkeiten, die sich ihnen nun boten, gerne an.

Obwohl das britische Volk auch damals noch eine hohe Affinität zu "ihrem" Adel hatte. Doch auch dieser hatte sich geändert, durch die königliche Politik. Aus Verdienst- und Landadel (der das Volk als Familie aufgefaßt hat) war von der königlichen Willkür abhängiger Weisungs- und Beamtenadel geworden. Der in einer eigenen Welt lebte, und dem die Wirklichkeit zunehmend feind war. Bis ins hohe Mittelalter hatte der Adel in denselben Lebensumständen gelebt wie das gemeine Volk. Das änderte sich spätestens ab dem 16. Jahrhundert völlig. Übrigens in ganz Europa.

Vor allem aber kam ein neuer Geldadel auf. Von dem der König wiederum abhängig war.*** Damit veränderte sich auch die Sicht auf die Menschen. Sie wurden zu bloßen Faktoren im eigenen Spiel, die mit Exekutivgewalt in Zaum zu halten waren und über die zu verfügen man jedes Recht hatte. Denn der einzige Opponent, die Kirche, war weitgehend ausgeschaltet, wurde vom Staat beherrscht. (Die Verfassung der USA 1776ff. war dann auch die erste, in der der Staat oberstes Prinzip wurde, nicht göttliches Recht.)


2. Kapitel 

Allmählich wird vielleicht dem Leser klarer, warum die Geschichte der Sklaverei keineswegs eine simple Geschichte der Schwarzen ist, wie sie heute kolportiert wird. Sie ist auch nicht die der bösen Weißen, die die Schwarzen versklavten. Die Sklaverei war in Afrika überaus weit verbreitet, wo sich schon lange vor ihrer Geschichte mit den Weißen Stämme und Völker pausenlos und brutal bekämpften. Es war die Regel, daß der Sieger den Verlierer (oder was von ihm überlebte) versklavte. (Was auch in der Antike gang und gäbe war, das so nebenbei: Sklaven waren also immer und überall ein wichtiges Kriegsziel.)

Diese von Afrikanern selbst versklavten Afrikaner wanderten dann vor allem auf die auf den Orient ausgerichteten Sklavenmärkte, bis sich ab dem 17. Jahrhundert auch europäische Kaufleute dafür interessierten. Darunter viele spanisch-jüdische Kaufleute. Die Einstufung von Sklaven als "genetisch minderwertig", die bei europäisch-amerikanischen Sklavenhaltern viele Hemmungen beseitigen halfen, weil sie sich im Recht sahen, sie auszubeuten, stammt mit Sicherheit auch aus dem Talmud.

Aber Sklaverei ist und war kein "weißes Spezifikum." Kein Volk, in dem Sklaverei keine Rolle gespielt hat. Selbst bei den Indianern Nordamerikas war sie weithin üblich. Wiewohl die europäischen Siedler vom Gedanken, die Indianer zu versklaven, bald abkamen. Zu robust war deren Freiheitswille.

Auch wenn man meinen könnte, es klänge zynisch, so ist es doch eine Wahrheit, daß für viele afrikanische Sklaven die Existenz in transatlantischen Ländern bei weitem erträglicher als das Leben in Afrika (oder im Orient) war. Denn es ist ebenso falsch, daß die Sklavenbesitzer in den neuen Ländern durchweg unmenschlich waren. Weil sie sehr gut wußten, daß menschliches Leben ihr Kapital war, und nur wertvoll durch die Arbeit war, die es leisten konnte. Also mußte man es gut behandeln. Das typischerweise hier verbreitete Bild vom bösen Weißen, der die Schwarzen zu Tode peitschen läßt, ist keineswegs die Regel gewesen, im Gegenteil. Viele Geschichten zeigen, daß Sklaven es oft zu beachtlichen Stellungen bringen konnten und auch brachten. 

Diese Mythen aber wirken bis heute nach, und sie sind es, die die Schwarzen Amerikas bis zum heutigen Tag in einer (neuen) Sklaverei halten. Denn indem man sie pauschal zu Opfern erklärt, die für ihr eigenes Schicksal nichts können, weil es ihnen von den Weißen angetan wurde, hat man bei den meisten Schwarzen in den USA die Motivation, die jeder Mensch haben muß, will er nicht vor die Hunde gehen, nämlich sein Lebensschicksal selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten, nach Stellung und Wohlstand zu streben, regelrecht ausgelöscht. Bis hin zu einem Schulsystem, das nun schon seit Generationen die Schwarzen für defizient erklärt und sie mit niedrigeren Bildungsanforderungen konfrontiert, um "ihre Nachteile auszugleichen". So daß sich unter den Schwarzen selbst die Selbsteinschätzung durchgesetzt hat, sie wären tatsächlich eine minderwertigere Rasse.

Man sieht es im Vergleich mit Zuwanderern aus Asien. Die dieses "Urteil" über sich nicht kennen. Sie kommen mit nichts, haben aber enormen Ehrgeiz, lernen sofort die Sprache, gehen auf Schulen, Universitäten, und streben nach Wohlstand aus eigenen Kräften. Und lassen so die schwarze Bevölkerung bald hinter sich. Vielleicht hilft ihnen, wenn sie begreifen, daß auch europäische (weiße) Menschen unter der Sklaverei zu leiden hatten. Und es muß manche Geschichte in ihren Köpfen umgeschrieben werden, sie ist viel komplexer als die meisten glauben. Weder sind die einen eine "Sklavenrasse" und ewiges Opfer hemmender Umstände, noch sind die anderen die bösen Peiniger.

So verlangt korrekte Geschichtsbetrachtung von den USA zu berichten, daß die Unmenschlichkeit in der Behandlung der Schwarzen keineswegs allgemeiner Tenor war. Auch nicht im Süden der USA, wo die Sklaverei von den Sklaven selbst weitestgehend akzeptiert wurde, weil sie nicht nur bessere Lebensbedingungen als in Afrika bedeutete, oft Zugang zu Schulen und sozialer Versorgung (auch das war in Afrika unbekannt), sondern als Teil eines patriarchalen Systems verstanden wurde und werden muß. An dem niemand etwas Absonderliches fand.

Zumal es an alte europäische Traditionen anschloß und von den allermeisten Schwarzen (siehe die preisgekrönte Arbeit des Historikers und Marxisten Eugene Genovese "Roll, Jordan, Roll") völlig selbstverständlich angenommen wurde. Das gab ihnen einen sicheren Platz im gesellschaftlichen System, und machte sie keineswegs völlig rechtlos. Die Verwirrung brach erst aus, als sie 1865 "befreit" wurden und man ihnen erklärte, daß sie "Opfer" waren. (Während sich die Generäle der siegreichen Nordstaaten fortan der Vernichtung der Indianer widmeten.)

Nun gehörten sie tatsächlich nirgendwo mehr dazu, hatten keinen Platz mehr. Und der Jubel hielt sich bei den meisten sehr in Grenzen. Wurzellos, waren sie nun zu jenem Lumpenproletariat verdammt weil in Sinnlosigkeit gestoßen, das sie heute so oft als Bild abgeben - in den Städten der Sieger, im Norden der USA. Wo sie als billige Industriesklaven endeten, könnte man hinzufügen, mit neuen (alten) Herren: Dem anglo-amerikanischen Kapital.


Morgen 2. Kapitel - Teil 2)

Anmerkungen 1. Kapitel - Teil 2)

***Die Kriege Englands in Kanada oder Indien waren Kriege von Wirtschaftsorganisationen (Hudson Bay-Company resp. Ostindien-Kompanie), die der Krone dafür Geld gaben. In ganz Europa lief es ähnlich. Der Habsburger Ferdinand II. hatte etwa die Kriegsführung (samt Geldmonopol) im 30jährigen Krieg an Wallenstein gegen eine Fixsumme "verpachtet", definitiv sogar, als ihm das Geld ausging. Bis der ihm zu mächtig und reich wurde.



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