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Mittwoch, 17. Oktober 2018

Es geht um die große Sendung

Es gibt einen guten Grund, warum der Spruch, der im Ersten Weltkrieg galt, stimmt: Daß österreichische Soldaten unter deutscher Führung in der Lage waren, die Kampfkraft nicht nur zu steigern, sondern die deutscher Truppen zu übertreffen. Führen wir das geschichtlich belegbare Beispiel auf gegenwärtige "Banalereignisse" weiter - wie die des recht passablen Spiels der Fußballmannschaft Red Bull Salzburg in europäischen, internationalen Bewerben. 

Auch sie werden von einem Deutschen trainiert. Ist es also alleine und wirklich dieser Umstand? Ja und nein. Er hat mit Deutschland an sich nämlich gar nichts zu tun. Es geht vielmehr um den Satz, daß "große Gedanken nur in großen Staaten" entstehen, wie ihn Justus Möhler im 19. Jahrhundert zu Zeiten der Frage, was mit den deutschen Ländern nach der Weigerung Österreichs (Habsburger), das deutsche Kaiseramt noch einmal aufzunehmen, formulierte. 

Vielmehr geht es um das im Einzelfall recht komplex wirkende Verhältnis von größerer Einordnung (als eigentlicher Sendung, als Ort, an dem man steht) und realem Geschehen. Das nämlich so gut wie nichts mit "Fähigkeit", "Talent" oder ähnlichem zu tun hat. Vielmehr geht es bei Talent und Fähigkeit einfach um die Aufgabe, den Sinn, den es zu erfüllen gilt. Und hier bewahrheitet sich immer wieder und für jeden beobachtbar: Wie man eingeschätzt wird, so leistet man. Und zwar nicht wegen der Fähigkeiten, sondern wo man "als Ort" hingehört. 

Erst in diesem Ergreifen, in der Fähigkeit einen Ort zu ergreifen, entscheidet sich Leistungsfähigkeit.

Die Globalität von Red Bull hat hier den entscheidenden Anschub in Österreich, in Salzburg geleistet. Das sonst eingebunden war in die Irritierung, die jeden Österreicher kennzeichnet, seit er 1918 gezwungen war, einen Staat als "Restrumpf" zu akzeptieren, von dem niemand wußte, was er leisten und wo er sich überhaupt herleiten sollte. Wo also seine universale, seine absolute Rechtfertigung liegen sollte. 

Machen wir es einfach: Was Menschen leisten können, hängt nicht davon ab, was sie "können". Das ist nur Nebeneffekt von etwas anderem - wo sie SIND. Das hat der VdZ auch in den 1980er/90er Jahren in vielen direkten Vergleichen erfahren. Wo seine Mitarbeiter zuzeiten für die deutschen Wirtschaftspartner im Hunsrück zu arbeiten kamen. Und sich herausstellte, daß im Vergleich - unter gleichen Anforderungen - die Leistungsfähigkeit der Österreicher (am Bau) die der Deutschen oft sogar weit übertraf.  

Die Sache ist komplex, gewiß. Aber wieviel ein Mensch zu leisten vermag, ist nicht zuerst eine Frage der "Leistungsfähigkeit", der Ausbildung, der Arbeitskraft etc. Sie ist zuerst und vor allem eine Frage des Ortes, an dem er sich weiß, an dem er steht. 

Deshalb vermag Salzburg international Leistungen zu aktivieren, die manche als unverhältnismäßig zur Leistungskraft der Liga sehen, die sie dazu in die Lage setzen (denn das darf man ja nicht vergessen: ohne österreichische Liga würde Salzburgs Fußball international nicht aktiv werden können.) Es stimmt einfach nicht. 

Sondern die Leistung eines Menschen ist eben auch - archetypisch! Sie ist ein leeres Kraft- und Beziehungsgefäß, das seine wahre Gestalt erst in dem Moment und in dem Ausmaß zeigt, in welche Maske es zu schlüpfen hat. 

Und das ist der Schlüssel nicht nur zu Red Bull Salzburg Fußball, sondern auch zu Möllers Satz: Große Gedanken brauchen große Staaten. Aber nicht, weil sie Millionen Quadratkilometer und Milliarden von Menschen umfassen, sondern weil sie ihren Ort im Großen sehen.

Das macht die Todsünde der Verleumdung, der Ignoranz des anderen auch aus. Sie bezieht sich darauf, dem anderen jenen Ort vorzuenthalten - und nur darum geht es im Neid - an dem sich seine neutral betrachtet "unauffällige physikalische Leistung, nicht anders als überall", in ein Gefäß ergießt, die aus Kleinem auch Großes macht.

Diese Tatsache hält der VdZ nicht nur für den Schlüssel zu vielen Leben, die so unbeachtet und "ohne Leistung" verlaufen, sondern auch zu so vielen Problemen der Gegenwart. Bis hin zur Migration, der Frage um ins Land strömende Menschen. 

Sie alleine ist entscheidend: Welche Sendung nehmen Menschen an. Es ist alles eine Frage des logos: Des "worauf zu"!? Und das ist prinzipiell immateriell. Materieller Wohlstand vermag also niemals jenen Motor zu bilden, der Entwicklung und Entfaltung antreibt. Aber genau so wenig sind es "Fähigkeiten". Denn Fähigkeiten sind eine Frage des Wertes, und der ist abhängig und direkt abhängig vom Sinn, in den er sich ergießt, und damit erst konkret wird.






*210918*

Wir sollen nichts davon erfahren

In einer nächsten Filmreportage (nach 2015, 2016 und 2017) geht die Junge Freiheit den "Flüchtlingslügen" auch im Jahre 2018 nach. Und das heißt in erster Linie, daß es einem Vorgehen der Politik nachspürt, die offenbar ganz genau weiß, daß sie auf massiven Widerstand in der Bevölkerung stößt - und deshalb vor uns verbirgt, was sich wirklich abspielt. Diesmal geht es vor allem um Spanien, wo ein junger sozialistischer Ministerpräsident an die Regierung kam, der die seit 2006 so restriktive spanische Handhabung der Migration - denn um "Flüchtlinge" geht es ja nicht, ist es nie gegangen, es geht um den Bevölkerungsaustausch - verändern möchte. 

Das geschieht heute durch die offizielle "Salvamente Maritime", der spanischen Seenotrettung. Die von den Schleppern in Afrika mißbraucht wird und jene Funktion übernimmt, die die NGOs mit ihren Schlepperschiffen bislang erfüllt haben: Ein wirklicher Pull-Faktor für die Zuwanderung von jungen männlichen Afrikanern zu sein. Sie sind damit direkt die Ursache von vielen Ertrunkenen. Weil viele sich erst durch diese Gewißheit der Rettung ermutigt fühlen, aberwitzige Risiken einzugehen, um nach Europa zu gelangen. Wo sie keine Arbeit finden, das kann man so gut wie sicher sagen. Was wiederum heißt, daß sie hier zuerst einmal von den europäischen Sozialsystemen und auf lange Frist erhalten werden müssen. Zumindest, so lange diese das noch können. Daß sie dann aber in einen nächsten und unabwendbaren Schritt zu anderen Mitteln greifen werden, um ihre Ziele zu erreichen. Und das heißt in vielen Fällen: Kriminalität.

Das alles läuft aber so, daß es recht heimlich abläuft, vor uns allen verborgen werden soll. Bis wir eines Tages ganz einfach vor vollendeten Tatsachen stehen.  So lange sollen wir glauben gemacht werden, daß es sich bei der Zuwanderung nach Europa (aus Afrika) um eine Art "Naturereignis" handelt, gegen das kein Kraut gewachsen ist. Stattdessen haben gerade Spanien und Marokko im letzten Jahrzehnt bewiesen, daß man sehr wohl etwas gegen die Massenzuwanderung unternehmen kann. Wenn man denn will.

So nebenbei: Wie aus dem Bericht hervorgeht, war das Wetter in Nordafrika und Spanien im heurigen Jahr ganz besonders kühl und feucht.






Aber diese Verlogenheit ist es, die den Pegel der Wut immer weiter steigen läßt. Wir werden im Verbund aus Politik und Medien absichtlich getäuscht. Denn was sich mit dem sogenannten "UN-Migrationspakt" vorbereitet, der am 11. Dezember d. J. von 192 Staaten (nur die USA, Dänemark (sic!) und Ungarn treten ihm nicht bei, weil er die staatliche Souveränität verletzt) ist ein weiterer Anschlag auf unsere Länder und Völker. Er verpflichtet seinen Inhalten gemäß gerade unsere Länder, Migranten in unkontrolliertem Ausmaß aufzunehmen und zu versorgen. Nirgendwo wird offen über diesen Pakt gesprochen. Er wird still und heimlich von unseren Regierungen unterzeichnet werden. Der Leser informiere sich bei der Basler Zeitung, die die darin zum Vorschein kommende politische Heimtücke dieses jedem Naturrecht hohnsprechenden "Paktes zur Förderung der Migration" sehr pointiert beschreibt.

Nicolaus Fest beschreibt knapp und treffend, was da beschlosssen werden soll. Der größte Skandal dabei ist, daß DAS die Kirchen mittragen, die es besser wissen muß. Denn die Auflösung des Volksbegriffs widerspricht jedem schöpfungsbezogenen Naturrecht.






Nachtrag: Mittlereweile gibt es zahlreiche weitere Stimmen der Empörung zu diesem geplanten Migrationspakt. Wir weisen deshalb z. B. auf den Beitrag auf Tichys Einblick hin.






*190918*

Dienstag, 16. Oktober 2018

Ohne mehr Worte

Der VdZ kennt mindestens eine Frau, die ihr Leben und das vieler anderer, darunter ihrer Kinder, durch eine nie gestillte Sehnsucht nach diesem Mann zerstört hat. Der als Maßstab alles ruinierte, was ihr vom wirklichen Begegnenden geboten wurde. Das sogar noch größer gewesen wäre. Aber sie sah es nicht.

Oh, dreimal verfluchte Popkultur.










/111018*

Es kann keinen Zweifel geben

Wer immer noch Zweifel an der Natur des Internet, noch mehr der dieser dominierenden Firmen - allen voran Google - hat, dem sei dieses Video empfohlen. Es kursiert derzeit in der alternativen Medienszene und zeigt die Reaktionen bei Google, wo im Rahmen einer großen Veranstaltung die Wahl von Donald Trump kommentiert wird. Es geht um die damit einhergehenden Befürchtungen, die "neuen Werte" der "guten Menschen" - die den bösen, dummen Menschen gegenüberstehen - könnten nicht in ausreichendem Maß durchgesetzt werden. Das aber haben sich diese Menschen nun geschworen. Alles zu tun, um dieser neuen Welt der Gutheit zum Durchbruch zu verhelfen. 

Die offizielle Reaktion von Google war, daß man sich insofern davon distanzierte als man bekanntgab, daß es sich hier nur um Einzelmeinungen handele, nicht um die offizielle Firmenpolitik. Was macht man aber, wenn alle offiziellen Stellen einer Struktur eben diese Meinung teilen, sich gegenseitig der aus höheren Motiven zwangsläufig erfließenden Absicht versichern, alles zu tun, um die gewünschten Sichtweisen durchzusetzen, weil es um eine bessere Welt geht? Was sich in dem bekannten Strauß von Anschauungen ausdrückt: LBGT, Minoritätenfragen, Migrationsfragen, Fragen des Feminismus (incl. Abtreibung), Gleichheit (Equality), Vielfalt (Variety), Klimakatastrophe ... Überall geht es um eines: "Fight for the right!"

Ansichten von Leuten, die meinen, sie wären verantwortlich dafür, damit das Problem einer neuen Welt, die "besser ist", im globalen Maßstab lösen zu müssen. Die deshalb im Monatsabstand eine angebliche "Wissenslage" als ultimative Bedrohung verkünden, in der die Welt "zu retten" sei, weil sie sonst untergehen.** Und diese sitzen wie hier zufällig an den Hebeln der mächtigsten Daten- und Kommunikationsmaschine der Welt. Der Leser möge sich selbst seinen Reim darauf machen. Vor allem sich anschauen, was bei dieser Veranstaltung passiert.

Das Video (oder die zusammenfassende, einzelne Punkte herausgreifende Beschreibung dazu)
findet sich auf den Seiten von Breitbart. Es zeigt eine klare Kampfansage an die Vernunft, der wir uns gegenübersehen.

Wir hätten in diesem Kampf nach menschlichem Ermessen keine Chance. Wüßten wir nicht, daß die Wahrheit immer stärker ist als die Lüge. Auch wenn diese eine Zeit lang von Sieg zu Sieg eilt. Sie weiß aber, daß sie bereits verloren hat, vergessen wir das nicht. Und zuckte umso dramatischer "bewegt" zusammen, als sie in der US-Wahl erstmals in großem Maßstab eine Absage erhielt. Die Google-Führung diskutiert hier, angesichts dieses Rückschlags wie man zukünftig weltweit politische und meinungsbildende Prozesse mehr und besser steuern und beeinflussen kann. Dazu sehen sie sich nicht nur im Recht, dazu sehen sie sich verpflichtet. Denn wer nicht ihre Ansichten über eine "gute Welt" hat, ist dumm, ungebildet, irrational, faul und fremdgesteuert.

Das hat mit der Person von Donald Trump gar nichts zu tun. Sondern mit dem, für das er zu stehen vorgab. Das wurde gewählt. So geschickt er es auch für seine Zwecke ausnützte, es kam erstmals seit langem an die Oberfläche. Und das - die Menschen, die sich erstmals wieder in diesem Votum als Gesellschaftsfaktor meldeten, der nicht mehr bereit ist, die Zerstörung hinzunehmen - könnte uns doch Hoffnung machen.

Hinweis: Eine kurze Zusammenfassung in deutscher Sprache hat EIKE veröffentlicht.





* Aktuell ist es das "Plastik". Was aber spielt das für eine Rolle? Gar keine. Es geht nie um sachliche Problematik, das ist das letzte, was die Panikmacher interessiert. Deshalb wechseln auch die Argumente beliebig. Weshalb eine "sachliche Auseinandersetzung" damit immer sinnlos ist und Energieverschleuderung weil -fehlleitung bedeutet. Diese ständig erweiterten und neuen Behauptungen, die sich immer der Lüge der Teilrichtigkeiten als Hebel bedienen, sollen nämlich nur der Durchsetzung helfen. Es geht dabei um eine moralische Panik, die als Instrument aufgebaut und eingesetzt wird, um andere in Schockstarre zu versetzen und damit Raum für eigene Absichten zu schaffen, die blanke "libido dominandi" ist - die Gier, den anderen - das Allgemeine, die Mehrheit, das Bestehende, das Sein also - zu beherrschen.






*210918*

Montag, 15. Oktober 2018

Sprachraum als Seinssicherheit

Die Rolle der Medien in einer aufgelösten, atomisierten Gesellschaft als Medium eines Sprachraums ist kaum zu unterschätzen. Was dabei aber meist falsch eingeschätzt wird, ist die Rolle der Wahrheit darin. Denn der Grund, warum die Menschen Medien konsultieren, ist, ihre Wirklichkeitserfahrung (die immer die Erfahrung einer einen Wirklichkeit ist, die letztlich also allen gemeinsam ist) zur Sprache zu bringen. Über die Meinung (als Instrument der Welt der Menschen als Welt, das heißt in Identität und aus Identität) hinaus zu einem Sprachbild in sich zu gelangen, das wahr ist.

Erst in der Wahrheit kann der Mensch ruhen, erst in ihr und aus ihr steht er in seinem Sosein fest. Denn der Mensch ist im Wort gegründet (genauer sogar: im Namen, dem Urbild seiner selbst), und damit in der Wahrheit - damit im Sprachraum der Wahrheit. Der seine Beziehung definiert und ihn, weil er tragender Punkt einer Beziehung "ist" überhaupt erst (als Seiendes) sein läßt.

Also muß der Mensch im allgemeinsten Allgemeinen stehen, sonst steht er im Nichts (nicht nur über dessen Abgründen, über die ihn ja das Wort - der Name - hält). Das ist der wirkliche Grund, warum Menschen "Mehrheiten" und "Allgemeine Sichtweisen" ("Mainstream") nicht nur suchen, sondern brauchen. In diesem Streben drückt sich analog das absolute Sein selbst aus, das alles umfaßt. Und was absolut ist, ist allgemein, ist "Mehrheit". Deshalb sucht der Einzelne den gesamten Sprachraum. 

Fehlt dieser über fehlende zwischenmenschliche, persönliche Einbindungen und Verbindlichkeiten, treten die Medien ihre Funktion an. Je atomisierter also eine Gesellschaft, desto klarer wird die Rolle von iPhones, Facebook und Internet zur versuchten Rückbindung ins Allgemeine, um überhaupt bestehen zu können. Dem, dem Jesus Christus fehlt, ist das Handy der Versuch, diesen Schlußstein zu ersetzen, was natürlich immer unzulänglich bleibt, weil es nur hinweisen, nicht aber "sein" kann. Wozu es die Gestalt der Wahrheit selbst bräuchte, denn Wahrheit IST Gestalt. Nicht Meinung, nicht Richtigkeit an sich, nicht ein irgendwie zusammengeschustertes Sprechbild.*

Denn auch wenn der Weg zur Wahrheit immer subjektiv ist, so ist diese subjektive Wahrheit immer eine Facette eines Ganzen, in das alles eingebettet ist. Wahrheit ist somit die weltliche Gestalt des wirklichen Wirklichen, wo jeder seinen Aspekt hält, der in einer Gesamtkomposition aber ein widerspruchsloses Ganzes gibt. Deshalb ist sie sehr wohl objektiv und auch dem Einzelnen objektiv möglich.

Kein Mensch kann dauerhaft in Widersprüchen leben. Deshalb sucht tatsächlich jeder Mensch Wahrheit, die eine Wahrheit, die weit mehr ist als eine Komposition von Richtigkeiten. Der Zugang zu ihr geschieht über die Sittlichkeit im Öffnen dem Wirklichen hin, und ihre Gestalt wiederum ist getragen von subjektiver Sittlichkeit. Denn sie ist Begegnung mit dem wirklichsten Wirklichen, dem Sein selbst - Gott, der in der Wahrheit Jesus Christus inkarnieret ist.

Darin verschätzen sich praktisch alle Medien. Die bei der "Meinungsbildung" hängen bleiben und glauben, daß sich Meinungen aus Richtigkeiten zusammensetzen lassen. Aber sie kennen nicht den einen Grund aller Meinung - die Wahrheit. Sie bleiben also in einem technisch-funktionalen Verstehen von Sprachraum stecken. Das funktioniert über gewisse Zeiträume, das funktioniert vor allem in den "Nachdenk-Zeiträumen", wo also kolportierte, sprachlich gefaßte einzelne Richtigkeiten von den Menschen in die Wirklichkeit zurückgebogen und auf Wahrheit hin, vor allem aber auf das widerspruchslose Insgesamt des Wirklichen rezipiert werden (was in jedem Fall auch unbewußt geschieht), funktioniert aber nicht auf Dauer. Wenn nämlich beim Medienmacher selbst diese Rückerdung im Wirklichen fehlt.

Hier kommt die Weltanschauung, die Metaphysik also des Medienmachers ins Spiel. Denn sie ist es, die dieses Eine anspricht, oder nicht. Jedes Einzeldenken, das darüber nachdenkt, wie Medien besser angenommen werden könnten, bleibt so lange technisch und unzulänglich, so lange diese Anbindung an die Wahrheit aus persönlichem Ethos, als Haltung, als Sittlichkeitsstreben eben fehlt. So lange sind Medien lediglich Instrumente von Weltanschauungen (der Medienmacher) und ihren praktischen Umlegungen, den Ideologien. Und so lange deformieren sie einen Sprachraum als Raum des Denkens, als Zugang zum Wirklichen, dem jeder Einzelne unvermeidbar und zuerst gegenübersteht.

Deshalb wird kein Geldvermögen der Welt dauerhaft Medien schaffen können, die die Menschen dauerhaft über die Wahrheit täuschen kann. Es wird ihnen aber möglich sein, diesen Zugang zur Wahrheit zu erschweren. 

Der Bedeutungsverlust so vieler Medien, die vor Jahrzehnten noch Träger unseres Sprachraums waren und in einer komplexen Struktur hohe gesellschaftliche Bedeutung als Institutionen hatten, ist also weder eine Frage der "Konkurrenz" noch der technischen Änderungen. Es ist eine Frage des Wahrheitsverlusts. Es ist eine Frage des Verlusts des verantworteten Gottesbezugs. Es ist damit vor allem eine Frage des Verlusts des Sprachraums als Atem und Hauch der Wahrheit.

Woran die Alternativmedien aber scheitern, die diesen Bedeutungsverlust als Notlösung zu ersetzen versuchen, ist, daß ihnen die Institutionalisierung als Teil einer Gesamtgesellschaft fehlt. Ihnen fehlt also die offizielle Einbindung in die Strukturen eines Insgesamt eines Sprachraums. Es geht also in der Reaktion der "etablierten Medien" auf Alternativmedien um die Verweigerung eines Ortes im Gesamtgefüge. Und der Politik um Verweigerung der Autorisierung als Institutionalisierung im Sprachraum. Denn ihnen allen ist die Wahrheit zur Gefahr geworden, die ihre Interessen gefährdet. Lieber schädigen sie ein Volk und seine Kultur als davon zu lassen.**

Wir stehen deshalb heute in der großen Gefahr, ja wir sind hier bereits einige Schritte weit gegangen, unseren Sprachraum zu verlieren.  Aber damit als ganze Völker unsere Fähigkeit zu denken.*





*Vieles Sprechen der Menschen ist deshalb eine oft genug magisch-technisch zu verstehende Beschwörung an die Sprache selbst, jene Wirklichkeitsschwere zu erhalten, die erst Wahrheit und damit Sein ermöglichen würde. Gerade der Lügner, gerade der, dem die Wahrheit (praktisch immer aus sittlichen Gründen) verschlossen bleibt, "behauptet" deshalb umso vehementer.

**Damit zielen sie auf eine Ausgliederung vieler Menschen ab, die fast gezwungen werden (sollen), ein "anderes, ein neues Volk" zu gründen. Aber das ist eine Aporie. Deshalb wird Totalzerstörung folgen.

*Vielleicht sollten wir unter diesem Aspekt den Film "Fahrenheit 451" neu durchdenken. Der große Feind der Lüge ist nämlich gar nicht der Einzelne. Dessen Suche nach Wahrheit kann man nie dauerhaft unterdrücken. Es sind aber seine Quellen: Es ist gar nicht der Disput, die "Meinungsfreiheit", um die es scheinbar heute geht. Der konkrete Kampf wird über die Bibliotheken, die Riten, die Symbole, die kulturellen Verhaltensformen (bis hin zu Benimmregeln) geführt - es sind grob gesprochen die Gestalten einer Kultur. Fehlen sie, kann die Wahrheitssehnsucht nicht mehr ins Fleisch und damit zur Realität gelangen.




*210918*

Kollateralschaden Müll

Hadmut Danisch weist darauf hin, wir greifen es sofort auf: Daß nämlich unser Müllproblem (und damit vor allem das Problem Plastik) nicht nur ein Problem des Wegwerfens ist, sondern daß dieses wiederum Wegwerfen ein Problem einer immer mangelhafteren Bewirtschaftung der Privathaushalte ist. Und das ist ein Problem des Feminismus, der die Frauen von den Haushalten weg in einen Lohnberuf brachte und weiterbringen will. 

Es war die Beendigung der Hausarbeit, die zu einem damit direkt zusammenhängenden Anstieg des Hausmülls führte. Früher, so Danisch mit völligem Recht, haben die Hausfrauen in einem 24-Stunden-Engagement dafür gesorgt, daß sämtliche Dinge vernünftig und ohne viel Abfall verarbeitet wurden. Fehlen die Hausfrauen, beginnt das Zeitalter der Plastikverpackungen. Denn es fehlt die Zeit für jene Arbeit, die sie ersetzen müssen. Niemand kaufte verpacktes Fleisch, Wurst, Obst, was auch immer. Verpackungsgebinde wurden, sofern sie benötigt wurden, gehegt und viele Male verwendet, gereinigt, vernünftig und der Familie angepaßt bevorratet. Lebensmittel, Dinge des Alltags selbst hergestellt, verarbeitet, portioniert, gelagert, bis zum letzten Rest aufgebraucht. Weil sich auch das Verbrauchsverhalten mehr oder weniger in einem gewissen stets gleichbleibenden Korridor an Gewohnheiten und Verhaltensweisen abspielte.

Karotten (pars pro toto) werden nicht mehr beim Gemüsehändler gekauft, gewaschen, geschält und geschnitten*, sondern alle diese Arbeitsschritte durch plastikverpackte Tiefkühlpackungen ersetzt, die zu einem Drittel (der statistisch berechnet verdirbt) dann im Müll landen. Damit ist auch der dafür einmal notwendige Herstellungsaufwand sinnlos verschwendet. Ein Drittel der heute geleisteten Arbeit und Energie ist also sinnlos weil absehbarer Abfall**

All das haben dann die Plastikverpackungen ersetzt, deren Bedarf nicht nur pro Haushalt, sondern nun - bei atomisierter Lebensweise - durch alle Personen eines Haushalts stieg. Gleichzeitig stieg auch der Bedarf nach Haushaltsgeräten, die diese "Einsparungen" an Haushaltsarbeit ermöglichen halfen, verbunden mit einem Sinken von deren Qualität bei gleichzeitigem Anstieg der Mengen, weil die früheren, handwerklich oft aufwendig gemachten Haushaltsgeräte für die Kurzzeitbenutzung der modernen Haushalte nicht lohnen. Und damit stieg erst recht die Menge des Mülls. Als Summe jener Dinge, für deren nachhaltige Eingliederung in eine Ordnung des Lebens keine Zeit mehr bleibt.

Feminismus und Müll, Feminismus und Plastikmüll - beides hängt direkt zusammen.

Wir brauchen gar nicht erst darüber nachzudenken, wie man bei dieser heute praktizierten Lebensweise, die zu ganz großen Teilen nur noch darin besteht, ideologische Ansprüche umzusetzen und die Folgen daraus zu überbrücken, Müll oder Energie "einsparen" könnte. Denn die Ursachen liegen auf ganz anderen Gebieten. Oder wollen wir bei medizinischen Geräten oder technischen Errungenschaften sparen, wo das Plastik seine vielleicht stärksten Vorzüge zeigt? Diese Ersparnis ist ein Fliegenschiß verglichen mit dem, was durch eine aus ideologischen Gründen - nicht aus Gründen der Industrie, der Technik, was auch immer - falsche Lebensweise, die auf keinen Fall angetastet werden soll, vollkommen sinnlos und mit auch in vielen anderen Gebieten unüberschaubaren Folgeschäden vergeudet wird. 

Umso seltsamer erscheint es dem Realisten also, wenn er feststellt, daß die Forderer nach solchen "Umweltmaßnahmen" dieselben Gruppen sind, die die Ursachen für deren "Notwendigkeit" immer mächtiger werden lassen.



*Selbstverständlich wurden diese Arbeitsschritte nicht nur nicht eingespart, sie sind ja nach wie vor notwendig, sondern lediglich ausgelagert, und nun mit praktisch immer erheblich größerem Aufwand an Energie, Chemie, Maschinen, Arbeit durchgeführt. Das alles wiederum war nur möglich, wenn die Löhne sanken! Was man mit dem zusätzlichen Arbeitskräfteangebot durch die aus den Haushalten kommenden Frauen erfolgreich erreichte. Es ist also höchste Zeit, die Heuchelei jener zu entlarven, die hier höhere Löhne, dort aber eine "Emanzipation der Frau" fordern. 

Denn die Zahl der wirklich produktiven Kräfte in unseren Gesellschaften hat sich seit je nicht geändert - es sind gerade einmal und allerhöchstens 20 Prozent der Menschen. Alle übrigen, die natürlich auch zu großen Teilen "arbeiten" (je nach Lebensweise sind das zwei bis drei weitere Fünftel einer Gesamtbevölkerung), arbeiten in sekundären Bereichen, und hängen direkt mit dem ersten Fünftel zusammen oder bauen auf diesem Bereich auf. Der sie direkt oder indirekt mit seiner Wertschöpfung unterhält.

Diese Zahl ("ein Fünftel") ist so nebenbei bemerkt ein wichtiger Indikator. Sinkt die Zahl der Produktiven im ersten Sektor nämlich darunter - und das tut er bei uns seit langem, er liegt heute sogar bei gerade noch 15 Prozent - dann schwächt sich der innere Wert des Geldes in einer Volkswirtschaft. Was u. a. an der Verschuldung erkennbar wird. Und das hat mit der inneren Lebensdynamik und Stabilität einer Gesellschaft als Ganzes - als "Lebensraum" - zu tun, nicht mit Finanzfragen oder solchen einer vorgeblich mechanistisch definierbaren "Ökonomie".

**Es gibt glaubhafte Studien, die belegen, daß die heutigen Konsumenten des Westens ein Drittel ihrer gesamten Ausgaben völlig sinnlos tätigen. Denn entweder brauchen sie die Produkte gar nicht, irren also in deren Anschaffung, oder sie kaufen sie, um sie direkt wieder zu entsorgen. Häufig, weil ihre Lebensweise kaum noch den Augenblick übersteigende Stringenz aufweist. Sie also viel zu (auch das Wort darf hier nicht fehlen) spontan und vielfältig agieren.




*180918*

Sonntag, 14. Oktober 2018

Weil nur Menschen wissen, was Ursachen sind

Wenn vor einigen Jahrzehnten (in den ersten Ansätzen schon vor Jahrhunderten) so große Erwartungen in die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI oder AI, Artificial Intelligence) gesetzt wurden (wenn auch schon seltener, zu ernüchternd sind die Ergebnisse), dann lag und liegt es an einer falschen Vorstellung, was menschlicher Geist überhaupt sei. Denn er IST nicht im Gehirn, er IST schon gar nicht DAS Gehirn, sondern er ist ein "Universalium": Er ist eine immaterielle (eben geistige) Größe, die uns erfassen läßt, was eine Ursache ist - und was nicht. Keine Datenlinie der Welt, kein maschinelles Prozedere wird je vermögen, diesen immateriellen Bereich zu erfassen, der dem Menschen über Intuition zugängig ist. In dem man irren kann, gewiß, der aber dennoch diese Kategorie - Ursache - kennt. Woher? Weil es emprisch so ist, und wir das aus der Erfahrung ableiten können. 

Computer, egal wie gut und schnell sie sind, werden niemals mehr sein können als "Linienbefolger". Ihre Tätigkeit ist nie mehr als ein "curve fitting", also die Behandlung von Dingen und Ereignissen gemäß Korrelationen und Wahrscheinlichkeiten (Algorithmen). Ursachen sind eben keine Folgen der Ergebnisse aus Datenlinien. Und wenn wir Menschen aus Datenlinien, aus Ursachen Hinweise finden, so ist dieses unser Urteil ("Aha, das ist wohl die Ursache von dem und dem.") immer ein VORGEFASZTES, POSTULIERTES Urteil, das dann die empirischen Daten bestätigen oder nicht. 

Um so ein Urteil ("Das ist die Ursache für diese Wirkung") zu fällen, müssen wir uns zu unserem Verstand bereits verhalten, das ist der entscheidende Punkt. Und wir können es, und wir tun es, WEIL unser Geist weit (und zwar nicht mengenmäßig, sondern kategorial, also von anderer, umfassenderer Art) über dem Verstand steht. Verstand ist lediglich ein Werkzeug, ein Mittel, dessen sich der Geist bedienen kann. Verstand ist - hier irrt eben Descartes! - nicht Geist. Ursache heißt nämlich, RICHTUNG zu erkennen, also logos. Und diese Richtung läßt aus Datenmengen überhaupt erst sinnvolle Hinweise erkennen. Aus sich heraus können Daten niemals Richtungen "zeigen". Wir können also einem Computer sagen, daß wenn sich jene und diese Daten so und so verhalten, es sich in jenem und diesem Fall um einen Ursachenzusammenhang handelt. Aber aus sich heraus kann das ein maschineller Vorgang NIEMALS ableiten.

***

Aus Daten selbst lassen sich Ursachen also niemals ableiten. Und zwar prinzipiell nicht. Nicht also, weil wir noch zu wenig Daten haben oder sie noch nicht richtig extrapolieren können. Welche groteske "Ursachen" aus reinen Datenanalysen erfolgen können, zeigt etwa diese amüsante Webseite (deren Inhalte auch als Buch vorliegen), die mit mathematisch höchster Wahrscheinlichkeit alle möglichen Dinge BEWEIST, von denen wir aber "wissen" (sic!), von denen aber nur wir Menschen wissen, daß sie NICHT in Ursache und Wirkung zusammenhängen. Sie haben hohe, ja höchste Datenkorrelationen, aber sie sind KEINE Zusammenhänge von Ursachen und Wirkungen.

Computer kennen nämlich diese universale Kategorie "Ursache" nicht - von der wir Menschen aber "wissen". Einfach so ;-). Für Computer, für die KI/AI wird es nicht nur nie "Wissen" geben, sondern nie mehr als "Korrelationen" und Vorgaben, wie wann zu verfahren ist. Freiheit, freien Willen gibt es für sie nicht. Nie. Der Maschine Computer fehlt dazu jene nicht-materielle Instanz, der Geist, aus dem heraus er sich zu sich verhalten könnte. Er wird immer an seine materiellen Vorgänge gebunden sein, und diese müssen wir ihm vorgeben, so komplex das auch sein mag.

Denn gewiß, ja, wir können diese (unsere) realitätsbezogenen Urteile über Ursachen und Wirkungen immer weiter ausbauen, in immer mehr Berechnungen einfließen lassen, in immer weitere Bereiche ausdehnen. Aber es wird nie genügen! Nie. Irgendwann werden sie mit völliger Sicherheit scheitern, so weit wir sie auch ausbauen. Was gar nicht alleine meint "ab einer gewissen Umfänglichkeit", sondern es macht den Einzelfall selbst letztlich unvorhersagbar.

Schon gar aber werden Computer/Maschinen scheitern, wenn es sich um "Neues" handelt, in dem wir den Computern noch keine Urteile (wenn - dann; wenn dies eintritt - dann ist es eine Ursache für das). Eben weil das Entscheidende am Denken - der Zusammenhang von Ursache und Wirkung - eine Kategorie (!) des Geistes ist, an dem der Mensch (und unter allen rein irdischen Dingen NUR er) teilhat. Kausalität ist KEIN Ergebnis von Daten, Mathematik, Wahrscheinlichkeit oder Neutronenabgleichen in einem materiellen Gehirn. Sie ist eine immaterielle Kategorie, die über der Materie steht und sie somit beherrscht.

Künstliche Intelligenz wird deshalb nie mehr sein als "Abgleich mit einer Datenkurve", der für abgegrenzte, klar definierte Bereiche seine Bedeutung haben kann. Die Bedeutung von Einzelereignissen aber - und das Leben bzw. die Welt ist, so wenig uns das bewußt sein mag, eine pausenlose Abfolge von Einzelereignissen, die unser Urteil, unsere Einschätzung, unsere Entscheidung verlangen - wird kein Computer jemals einschätzen können, das muß man ihm vorgeben. Ohne Kausalität aber gibt es kein Denken, ohne Geist keine Freiheit, und damit keine menschliche oder den Menschen gar übertreffende Vernunft.

Wenn wir uns um den Einsatz Künstlicher Intelligenz Sorgen machen müssen, dann nicht, weil sie uns "ersetzen" kann. Sondern weil ihre Verkennung eine Verkennung des Menschlichen, und ihr Einsatz damit brandgefährlich sein kann, wenn dieser Einsatz so weit geht, daß er uns Menschen dominieren sollte.


Hinweis: Einen vertiefenden, wenn auch sehr konzentriert zu lesenden Artikel über KI/AI hat William M. Briggs auf seinem Blog veröffentlicht. Er sei zur Lektüre empfohlen!






*180918*

Splitter zum Tag (2)

Das ist die Crux des Redens von "männlichen und weiblichen" Polen im Menschen.  Diesen Fehler findet man sogar bei Otto Weininger. Wo ihn wohl ein wenig der Mut verlassen hat. Denn das ist dann fatal und hat enorme Auswirkungen im Denken, indem es zur Fehleinschätzung führt, daß Mannsein und Frausein "graduell" auf ein und derselben Skala verliefe. In Wirklichkeit ist jeder Mann ganz Mann, und jede Frau ganz Frau, vom ersten Moment der Zeugung an, nur in unterschiedlicher Ausgestaltung und (meinetwegen) Vollkommenheit weil Aktualisierung. Aber das Menschsein beginnt und ist grundgelegt in der geistigen Seele, die ontologisch der Physis vorangeht.  Darin liegt die unbedingte Würde des Menschen verankert, ja NUR darin kann sie gründen, nicht im Grad der Aktualisierung.

Letztere wird nach ersterer geformt - wenn sie das kann! Sonst bleibt der Wesensdruck in der Unerfülltheit stecken und wird nie Ruhe geben. Und Unerfülltheit ist das Prinzip des Menschen, der nur in Aktualisierung lebt, also in jeweiliger Wesens-Realisierung, die sich in einem ununterbrochenen Wechselspiel mit der Umgebung als ständig ändernde Historie jeweils neu durchsetzen muß.

Hier kommt die Bedeutung der sozialen Welt in der Identität als Mann und Frau zum Tragen. Denn die Umwelt ist für die Aktualisierung der Geschlechtsidentität von äußerster (wenn auch ontologisch gesehen nicht gründender) Bedeutung. Kultur ist also kein Zuckerguß, der dann und wann aufs Leben draufgegossen wird, sondern ist untrennbar mit dem Menschsein verbunden, ist die Art des Menschseins einerseits, aber auch maßgebend für dessen Höhe, also des "Menschseins selbst".* Wo immer der Mensch sündigt, sich verfehlt, ist er nämlich (noch) nicht Mensch. Und für diese Verfehlung gibt es vielerlei Ursachen, wenn auch nie "Ausreden", die eine Realisierung endgültig verhindern. Nicht, wenn sie kultureller Natur sind. Denn Kultur ist die Art, wie eine Menschengemeinschaft zu dem Menschen wird, wie man ihn als Ziel und Bestimmung erkennt.

***

Der Fehler des Genderismus liegt genau hier: In der Vorstellung, Mannsein und Frausein läge auf ein- und derselben Skala eines gewissermaßen (ontologisch) "sonst in allem gleichen" Menschen. Eine Gleichheit der Menschen, die es gibt, liegt aber auf einem völlig anderen Gebiet - in der strukturellen und weitgehend abstrakten Sittlichkeit, nicht in der Realisierung, nicht also im ergriffenen "Material". Ja, sie wird erst dadurch real, indem genau diese Differenzierung als der "Ort" des Menschseins (als Menschwerden) ernst und als jene Aufgabe genommen wird, die jedem auf gleiche Weise gestellt ist.²

Umgekehrt liegt der Fehler im Anti-Genderismus oft dort, diese sozialen Komponenten einseitig weg- und auf "biologische Tatsachen" hinzureden. Real wird Geschlecht erst durch das Soziale! Und damit auch oft erst eindeutiger, als es manche rein biologische Seltsamkeit ("Hermaphroditen" werden geboren und sind Fehler im physisch-materiellen Vererbungsvorgang) nahelegen könnte.** Gerade "konservative Gutmeinende" geraten hier (aus an sich berechtigtem Abwehrimpuls des Genderismus als Subjektivismus und Relativismus)*** leicht in die Gefahr, die wahre Rolle der Kultur zu verkennen. Sie machen damit Kultur ohne es zu wissen zu einer "kleinbürgerlichen Veranstaltung".

***

Die jeweiligen anderen Anteile - weiblichere Neigungen im Buben, männlichere im Mädchen - sind nicht innerhalb derselben Skala, sondern auf je andere Weise im Gesamtcharakter (und hier spricht man von Charakter) eingefügt. Sie können auch bewirken, daß z. B. ein Bub später eine scheinbar völlig andere Frau sucht, als es seine Mutter war. Reziprok für Mädchen. Was einem wohl psychisch bedingten stärker ausgeprägten, notwendigen Ablöseprozeß gleichkommt. 

Der auch viel mit der Gesamtstruktur einer Familie zu tun haben kann. Denn was man ist - Ort, Identität - ist komplex und immer nur aus dem Gesamtfeld besser begreifbar, in diesem Fall: Das Feld der gesamten Familie, aus deren realer Charakteristik heraus aber manchmal auch noch weiter. 






*Insofern hat also der weithin beobachtbare Umstand, daß Menschen eines Kulturraumes Menschen eines anderen solchen Raumes nicht als "Menschen" sehen, durchaus sein fundamentum in re, wird zumindest verständlich. Es ist mehr als "Rassismus" etc. Es braucht schon eine gewisse Abstraktionsfähigkeit, um über das faktische "So-sein" auch in einem "Anders-sein" das Humanum zu erblicken. Ansonsten gibt es keinen Grund davon auszugehen, daß auch andere Formen des Menschseins als in der eigenen Kultur gegebene (und das ist in jedem Fall hoch zu schätzen, ja muß unbedingt geschützt werden, es ist ein Auftrag Gottes) zum Menschsein an sich führen. Oder wo sie das aus bestimmten kulturellen Gegebenheiten auch nicht können, denn es gibt durchaus versagende Kultur.

²Versuchen wir es durch eine Illustrierung verstehbarer zu machen: Gleich sind der Bahnschrankenwärter und der Generaldirektor und der König in der Sittlichkeit, IN DER sie ihr jeweiliges Amt ergreifen und ausfüllen. Und darin MÜSSEN sie die Unterschiede zum jeweiligen Anderen so realisieren, als wären diese absolut. Erst in dieser Hinsicht sind sie tatsächlich (vor Gott) gleich und können im Himmel dieselbe "Höhe" erlangen. Weil sie das Konkrete geliebt haben, also sein Eigensein (zu dem vor allem auch dessen Ort im sozialen Gefüge gehört, denn alles Eigensein ist ja wesentlich konkrete, reale Beziehung) wollten und bejahten. Man kann ja nur "etwas" (bzw. an etwas) lieben. Erst so wird die gesamte Schöpfung zum Lobpreis Gottes geführt. Durch den Menschen, der (kraft Taufe und Gnade, also Sittlichkeit) "in Christo" und "ex Christo" lebt. Hierin gründet übrigens der wahre, der einzig richtige "Individualismus" des Christentums.

**Der VdZ sieht hier auch die sehr sehr seltenen Fälle eingeschlossen, wo durch Vererbungsdefekte ein Mann oder eine Frau ihre je eigene, immer und unvermeidbar durch die (Vernunft-/Geist-)Seele klar geschlechtlich definierte Seite der Körper diese ontologische Wahrheit fast vollständig verbirgt. Die Rede ist von den wie gesagt sehr seltenen Fällen von wirklichem Transsexualismus, der mit einer charakterlichen Störung wie "Transvestitentum" etc. nichts zu tun hat. Der VdZ hält aus der Begegnung mit Betroffenen heraus, die er für glaubwürdig hält, für möglich, daß so gravierende Fehler in den rein physischen Vererbungsprozessen möglich sind.

***Hier liegt der leider weithin zu beobachtende Fehler begründet, wie er uns in der "Flüchtlingsfrage" heute begegnet und der Kirche jede Glaubwürdigkeit genommen hat, ja sie als Feind der eigenen Kultur verstehen läßt. Was sogar zu guten Teilen stimmt. Aber nur im Faktischen, nicht in dem, was Kirche eigentlich ist. Wenn es nämlich heißt, man müsse sich um den Armen (Flüchtling, in Not Befindlichen, was auch immer) kümmern und dabei die Unterschiedlichkeit ausblenden. Nein! Denn Liebe zielt ja nur auf Unterschiedlichkeit ab, diese ist der Ort an dem sich Liebe erfüllt! Und das kann auch heißen, den anderen aus der eigenen Gemeinschaft auszuschließen, ihn zugleich aber in seinem Eigensein zu stärken, wo dieses ihm dient, oder aber von ihm Änderung verlangen, wo es ihm dienlicher wäre, um "Mensch zu werden". Und das heißt in der Regel auch: In seiner eigenen Kultur als ihm gegebener Ort, seine Sittlichkeit zu verlebendigen. Nächstenliebe heißt aber nicht und niemals, das Eigensein über Bord zu werfen! 

Daß das im ganz Persönlichen für einen "Figurlosen" (wie es Priester sind, die schon durch ihre Kleidung "neutral", also sopra-kulturell sind, wenn das auch nicht für die Liturgie gilt, die eben wiederum nur kulturelle Gestalt haben kann, weil sie Teilhabe der Menschen an einer Gestalt bedeutet, die prinzipiell immer in eine Kultur gekleidet ist) eine andere Form hat oder haben kann steht auf einem ganz anderen Blatt. Und ist doch nicht so einfach zu generalisieren, denn für einen Pfarrer, der ja das Ortsprinzip zu seinem eigenen gemacht hat, ist Kulturverflochtenheit in gewisser Hinsicht Liebes-Pflicht: Er muß den Menschen in ihrer jeweiligen Kultur begegnen, darin quasi als Neutraler "schwimmen", die ihm als Seelsorger aufgegeben sind. 

Um das Gesagte vorstellbarer zu machen, möge der Leser nur an die ungeheuren und weltweiten Erfolge der Jesuiten-Mission denken, die bis ins 18. Jahrhundert andauerten, ehe man sie auf politischen Druck hin verbot, weil sie dem Kapitalismus im Wege standen. Sie haben dieses Prinzip der Kulturbezogenheit verstanden, sind aber auch sehr vorsichtig damit umgegangen. Kein Jesuit hat einfach eigenmächtig Kulturformen adaptiert, immer hat er Rücksprache mit den theologischen Konsilien gehalten. Aber an sich haben sie das Leben der Kultur gelebt, in die sie gegangen waren, dabei aber aussortiert, was in dieser Kultur NICHT zum Menschsein führte, und höhergeführt, was dort dem Sein, dem Ziel des Menschen zuarbeitete. Beliebtes Beispiel: Die Chöre der Indios in Paraguay, die nämlich auch sonst so gerne und schön sangen. Oder den fälschlich als "Sozialismus" mißdeuteten Umgang mit Kollektivgütern, weil diese Menschen einen individuell kaum ausgeprägten Begriff von Verantwortung und damit Besitz hatten. Heute sind dieselben Jesuiten freilich zu den Vorreitern einer kulturrelativistischen, auflösenden und damit häretischen, tatsächlich sozialistisch-nihilistischen Haltung geworden, die eine Gefahr darstellt und dringend zu einem Verbot der Ordensorganisation führen müßte.





*120918*

Samstag, 13. Oktober 2018

Das Wichtige fliegt unter dem Radar

Man hört wenig über den Ukraine-Konflikt in diesen Tagen. Das heißt aber nicht, daß er nicht weiter voranschreitet. Er tut es. Er tut es nur an einer anderen Front, schreibt Ianto Watts, der die Situation der Orthodoxen Kirche analysiert und zu interessanten Schlüssen kommt. Denn wenn es bislang eher um Ortschaften, Gebiete, Panzer und Divisionen ging, so geht es nun um die Herzen der Menschen - als Vorzeichen wie Begleiterscheinung für ein handfestes Schisma in der Orthodoxie. Am 12. September d. J. hat die russische Orthodoxie beschlossen, den Patriarchen von Konstantinopel, Patriarch Bartholomäus I., nicht mehr im Hochgebet zu nennen. Damit bindet sie sich nicht mehr ihm an.

Anders als in der römischen Kirche, hat die Orthodoxie ja keinen Papst. Lediglich einen Vorsitzenden. Und dieser Vorsitzende der Kirche, der darin Garant der Einheit, ist dort einer der fünf Patriarchen (alle fassen gewissermaßen Teilbereiche zusammen, die wiederum in Diözesen aufgeteilt sind, was sich im übrigen mit der Struktur der römischen Kirche prinzipiell und bis heute deckt), der aber als Gleicher unter Gleichen nur einen Ehrenvorsitz hat.

Machen wir es kürzer, als es die schon bisher so gar nicht ruhig-eine orthodoxe Kirche verdiente. Seit dem 16. Jahrhundert hat Moskau als geistliches Zentrum Kiew den Rang abgelaufen. Das war allgemeiner Beschluß sämtlicher Patriarchen und gilt bis heute. Und bis heute hat Moskau auch den Ehrenvorsitzenden der gesamten Orthodoxie, den Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus I. finanziert und in seinem Titel ohne Mittel (viele Orthodoxe gibt es in Istanbul ja nicht mehr) gewissermaßen am Leben erhalten. 

Schon bisher haben aber die Patriarchen von Moskau, Patriarch Kyrill, Antiochien (auch diese Diözese gibt es nur noch auf dem Papier, sie lebt aber insofern, als sie im Nahen Osten und in den USA eine beträchtliche Gefolgschaft hat), Alexandria (dito), und Jerusalem (das viel orthodoxer bestimmt ist als wir uns gewöhnlich bewußt machen) Widerstand angekündigt. Und nun umgesetzt.

Es rumort in der Orthodoxie, meint Watts. 

Weil Bartholomäus I., Patriarch von Konstantinopel alias Istanbul, alle Anzeichen zeigte, sich "wie ein Papst" aufzuführen. Also einfach selbstherrlich zu bestimmen, wie der Kurs der Orthodoxie auszusehen habe. Und zwar vor allem politisch, disziplinär! Man wirft ihm ohnehin schon lange vor, sich dem römischen Papst allzu sehr anzunähern, ja diesem schon regelrecht zu "folgen". 

Nun hat eben dieser Patriarch von Konstantinopel angekündigt, die ukrainische orthodoxe Kirche, die bislang und unbestritten dem Patriarchat von Moskau zugeordnet war, "autokephal" zu stellen. Das heißt, sie insoweit auf sich zu stellen, als sie in Fragen der Bischofsernennungen und Aufgabenbestellungen aus Moskau herausgelöst wäre. Und das hätte ganz sicher gewaltige Auswirkungen auf die Gläubigen in der Ukraine. Die fortan geistig-geistlich also nach dem Westen orientiert wären, statt wie seit je nach Moskau.

Denn gleichzeitig hat sich Bartholomäus I. selbst als Oberhaupt dieser neuen Teilkirche der Orthodoxie angekündigt. Und der hängt immer mehr mit den orthodoxen Teilkirchen in den USA zusammen, das steht ziemlich außer Zweifel. Ihm würden dann auch die dortigen Teilkirchen weitgehend zufallen (auch dort ist die Orthodoxie ziemlich aufgespalten und zerstritten, ihre kleinste Teilkirche hat gar nur 50 Mitglieder.)

Aber das ist noch nicht alles an Indizien dafür, daß man hinter diesen Vorgängen das Handwerk des CIA klappern hören könnte. Oder sollte. Denn über die sittlichen Zustände der Kirche wird zwar in den amerikanischen Medien mit Donner und Pauken berichtet, wenn sie die römische Kirche betreffen. Doch auf ganz seltsame Weise wird über Gerüchte innerhalb der Orthodoxie, die recht ähnlich gelagert sind, von keinem der sonst so eifrigen Sittenwächter-Medien berichtet!

Und nun also der Coup mit der Ukraine? Hört sich das nicht nach einem ganz anderen Kampf an, nach einem Krieg um die Herzen und Seelen der Menschen, der den Krieg mit Kalaschnikows und MIGs vorerst einmal etwas verdrängt hat? Wo, nachdem die NATO bereits an den Grenzen Rußlands steht, gegen jede Zusage und Abmachung, nun auch die orthodoxe Kirche nachzieht? Westliche Werte - in russischem Gewand (denn Kiew ist ja die "Urmutter" aller Russen)? 

Bekommt die "Annäherung der Orthodoxie an die römischen Katholiken", von der bis vor kurzem so viele sprachen als stünde eine Reunion kurz bevor, und die Bartholomäus I. voranzutreiben wie zu repräsentieren schien, also einen ganz neuen Sinn? Denn mit seinen Schritten, und wie erst mit dem einer Erklärung der ukrainischen Orthodoxie zu einer eigenen Teilkirche, hat er sich (und das ist am erstaunlichsten) gegen das Konsilium der übrigen maßgeblichen orthodoxen Patriarchen gestellt. Also seinen Ehrenvorsitz in eine Art "Papalismus" umgewandelt. Aber er hätte dazu nie das Recht gehabt. Bartholomäus I. hat sich also - fast könnte man sagen - schismatisch verhalten. Anders gesagt zeigt sich hier (auch das spricht für die Handschrift des CIA) dieselbe Taktik, die die USA seit Jahrzehnten außenpolitisch anwendet: Die mit einer Spaltung der Feinde beginnt. Und nun die Axt an die geistlichen Wurzeln der orthodoxen Völker gelegt hat. 

Doch noch eine Frage könnte hier aufstehen. Nämlich die, ob die deutlich gezeigte Zuwendung Vladimir Putins zur Orthodoxie selbst nicht einen weit politischeren Hintergrund beweist, als manche wahrnehmen wollen. Denn bisher - und nur wir völlig ent-religiosierten Westler haben das nicht bemerkt, der VdZ jedenfalls kennt kein einziges westliches, europäisches Medium, das diese Zusammenhänge auch nur erwähnt hat - hatte er über das Patriarchat Moskau weit mehr Zugriff auf das ukrainische Volk, als man wahrhaben möchte.

***

Aber auf noch etwas weist Watts hin, und das macht die Suppe noch würziger, das verstärkt noch mehr die Geschmacksnoten USA-CIA-NATO und Rußland-Putin-Orthodoxie. Es ist die Situation der Türkei und vor allem Erdogans. Der sich politisch 2016 endgültig verhoben hatte, als er die russische Kampfmaschine über Nordsyrien abschießen ließ. Während nämlich der Türke mit seinen politischen Phantasien den US-Israel-Interessen im Nahen Osten immer mehr in die Quere kommt (der Putsch gegen ihn dürfte hier deutlich seine Quellen haben), geriet er in Gefahr, sich völlig zwischen alle Stühle zu schieben. Also hat er schleunigst umgelenkt.

Und pflegt seither engste Verbindungen mit Rußland. Die türkischen Exporte nach Moskau haben sich in den letzten beiden Jahren verdoppelt. Während die Armee zunehmend durch den Kauf russischer Militärtechnik ihre Einbindung in die NATO fast schon aufgegeben zu haben scheint. Da bereitet sich also einiges an explosivem Stoff vor. Ohne Rußland wäre Erdogan ohnehin bereits heute politisch tot, manche meinen das sogar buchstäblich (beim Putsch, bei dem er von Putin telephonisch gewarnt worden sei), weil Erdogan sich seit vielen Jahren (nicht nur) außenpolitisch lächerlich dilettantisch, ja kindisch (insofern wieder fast liebenswert) verhalten hat.

Der gelernte Imam (mit seinem wahrlich bewundernswerten Sinn für die Rolle von Gestalt und Form in der Politik, die man sich bei uns nur wünschen kann, und eine Echtheit seiner Religiosität anzeigen, vor der man seinen Hut ziehen muß) hat sich sogar so weit überhoben, daß sich im Osten (Kurdenstaat, beginnend in ... Kasachstan, mit amerikanischer Unterstützung, die Puffer, Einflußbereich und Machtraum zugleich damit schaffen) - auch das völlig unter dem Radar unserer Wahrnehmung! - ein Desaster für die Türkei vorbereitet. Erdogan war dem allen (bis in die höchsteigene Wirtschaftspolitik) nicht gewachsen, man muß es ganz nüchtern sehen. Ganz ehrlich: Macht nicht aber genau das die Orientalen so liebenswert? Der VdZ meint es jedenfalls. Sie sind und bleiben ... Poeten. Die freilich in der falschen Welt leben, weil mit allem Recht der Moderne den Rücken zuwenden und unausweichlich unter die Räder kommen. Ihr Denken vermag das, was heute vorgeht, gar nicht zu fassen.

Aber wo, um zu brutalen, ja, ja und noch einmal ja: verabscheuenswerten Realitäten zurückzukommen, sitzt Bartholomäus I.? Eben. In Istanbul. Wird er es dort leichter oder schwerer als bisher haben? Der Leser möge es sich selbst beantworten. Daß der ökumenische Patriarch der Orthodoxie so starke Anbindung an Rom und die USA sucht, sich daneben (fast möchte man sagen) sein "zukünftiges Land" vorbereitet, auf das er dann seinen Fuß setzen wird, könnte also recht handfeste Gründe haben. Denn schneller als ihm lieb sein könnte, könnte er am Bosporus vor die Tür gesetzt werden. Spätestens dann, wenn allen wieder klarer vor Augen steht, welch enorme strategische Bedeutung das Nadelöhr Istanbul für die NATO und Rußland wirklich hat.

Was Bartholomäus I. schon lange macht, steht in einer gewissen Tradition. Schon im 13. Jahrhundert und vor allem wenige Jahre vor dem finalen Angriff der Türken auf Konstantinopel im Jahre 1452, im Konzil von Florenz, haben die Patriarchen von Konstantinopel um Hilfe im Westen angesucht. Beide Male wurde diese verwehrt, weil man die Unterstellung unters römisch-päpstliche Primat als Forderungen der übrigen Patriarchate verweigerte.

Es ist schon erstaunlich, wie exakt sich die Geschichte manchmal wiederholt. Als ginge es doch wirklich nur um "Archetypen", um immer gleichbleibende Grundkonstellationen als ontologische Spannungen, die bei anderen Lösungen nicht nur nicht gelöst werden, sondern immer wieder neu an die Türe klopfen, als warteten sie nur auf eine nächste Gelegenheit, bis sie realisiert werden. Auch heute sucht Bartholomäus Hilfe im Westen. Aber diesmal spaltet er tatsächlich die Orthodoxie, macht sich gar zum "zweiten Papst", wie die russische Orthodoxie meinte.

Worum es heute geht, scheint aber schon lange nicht nur Putin* zu wissen. Sondern von beiden Kontrahenten in diesem neuen Kalten Krieg scheint es recht konzentriert das Ziel von Kämpfen um geopolitische (und das sind vor allem religiöse) Grundlagen zu sein. Denn wie man Ziele erringt, das wissen diese beiden Seiten wohl recht gut. 

Wie gesagt: Von der Trennung von Politik und Religion reden ja nur die völlig gehirnerweichten Westeuropäer. Die damit die diesen nützlichen Kommandos ihrer Herren immanentisiert, die sich in Wirklichkeit aber damit selbst als Gestalter ihrer Zukunft elegant ausgeschaltet und zum Abtransport auf die Müllhalde der Geschichte zugerüstet haben. Die schon lange sogar kategorial ganz woanders geschrieben wird.






*Noch einmal, und zum Mitschreiben: Der VdZ hat vor Vladimir Putin den allergrößten Respekt. Und immer gehabt. Aber deshalb, weil er PRÄSIDENT RUSSLANDS ist. Und zwar "so richtig". Es wäre aber lächerlich und dumm, von ihm zu erhoffen, er würde auch die Probleme Österreichs und Deutschlands lösen. Mehr helfen kann er uns nicht als uns - UNS - als klar zu erkennender Gegner gegenüberzustehen. Dafür muß man ihm sogar danken. Wobei sich der VdZ (und sicher nicht nur er) wünschte, wir hätten Politiker ähnlichen Kalibers, um adäquat und ohne Kriegsambitionen im Dienste einer friedlichen Zukunft gegenzuhalten. Wer lieben will, muß eben nicht nur Feinde haben, er muß sie vor allem KENNEN und BENENNEN. Das ist die großartige Lektion, die uns Putin lehrt. Wer ihn aber - weil wir lauter Schwachschädel in der Politik haben - zum Präsidenten wünschte, der würde damit sagen, er wünschte sich russische bzw. fremde Herrschaft. Bitte, geht's noch perverser?





*180918*

Splitter zum Tag (1)

Wo immer Kinder ihren Blick auf die Mutter richten, vom Vater weg, ja diesen ausblendend, endet es in Dummheit. Denn die Welt liegt in der Gestalt des Vaters, und Gestalt läßt sich nicht eigenschaftlich, funktional, technisch ersetzen. 

Schlimm wird die Verblödung dort, wo sie sogar den Vater ablehnen und ihm bzw. dem, wofür er steht, entgegenarbeiten.

Wo sie aber gar den Zielen der Mutter folgen, die die Ziele des Vaters (und damit Sinn des Ortes, als Ort, auf den hin ein Mensch in die Welt kam) durch eigene, andere Ziele ersetzen, und sei es, um den Vater zu übertreffen, ihn damit zu marginalisieren, werden die Kinder in Lebensverfehlung, Unglück und Chaos geführt.

Vernunftlosigkeit und Feminismus sind deshalb zwei Seiten einer Medaille, weil Vernunft als lebendige Kommunikation aus der Hinausgestrecktheit in die Welt erwächst - die es nur von einem Standort aus gibt, und dieser ist vom und im Vater vorgegeben - und deshalb der Feind einer weiblichen Haltung ist, die sich als Maßstab (und sei es "mit dem des Mannes gleichgestellt", es läuft auf dieselbe Vaternegierung hinaus) festlegen möchte.

Es gibt keine Ausnahmen von dieser Regel. Sie ist in der Ontologie des Menschseins, in seiner grundlegenden geistigen Matrix also, festgeschrieben. Denn sie ist das Prinzip der Trinität, und deshalb auch das erste Wesen des Menschen als Abbild Gottes.

***

Weil aber der Mensch in diesem Wesen Vernunftmensch ist, weil er ohne Vernunft gar nicht leben, nicht Mensch in Persönlichkeit und damit Identität sein kann, gründet darin die grundlegende Suche jedes Menschen nach seinem Vater. Arm sind die dran, die ihn nicht einmal kennen, also seine Gestalt nicht in ihrer Erinnerung tragen. Noch ärmer jene, denen das bewußt vorenthalten wurde und wird. Ihnen bleibt nur die Annahme eines Ersatzvaters.

Was bei Buben in der Identifikation - in ganz jungen Tagen undifferenziert, später differenzierter, das heißt: individualisierter, weil ja auch die Welt historisch nie dieselbe ist - stattfindet, findet sich bei Mädchen in der reaktiven Zugewiesenheit durch die Gestalt des Vaters, der die Identifikation mit der Mutter in eben dieser Bewegung zur Seite steht. In eben dieser Haltung, die auch die Söhne in ihrer Reaktion auf die Mutter in ihrer Haltung zum Vater zu sich selbst kommen lassen.

Ist auch nur irgendetwas in dieser Polarität als Wesen der Beziehung gestört, kommt es im Kind zu Identitätsstörungen. Als deren Folge auch die Vernunftfähigkeit gestört wird. Die nur sekundär mit Intelligenz - als in sich blindes Werkzeug der Vernunftgrundlage, also durchaus auch in destruktiver Möglichkeit - zu tun hat. (In diesem Sinn wird an dieser Stelle immer von der Sittlichkeit als Grundlage der Vernunftfähigkeit gesprochen.)

Es ist der Sinn, der logos, die "Gerichtetheit auf" (den Vater), aus der Vernunft erst möglich wird. In den beiden Geschlechtern aber auf je andere Art und Charakteristik.

Und in dieser Hinsicht sucht tatsächlich und als Lebensschicksal jeder Mann seine Mutter, jede Frau ihren Vater. Hier wird über die Geschlechterfolge sogar die Anbindung an den aller ersten Ursprung weitergegeben. Und hier liegt die Herkunft des Menschen als Geschöpf Gottes wie eine verschlüsselte Botschaft jedem Herzen eingeschrieben.

Das ist der Sinn des 4. Gebotes, das nicht zufällig das erste der sieben weltzugewandten Gebote ist. Und mit Volltext ja alles sagt: "Du sollst Vater und Mutter ehren, auf daß Du lange lebest und es Dir wohlergehe auf Erden." Es verbindet in dieser Bedeutung mit den ersten drei (direkt gottbezogenen) Geboten.

***

Das heißt aber nicht, daß der Vater stets physisch präsent sein muß, wir haben darüber schon geschrieben. Seine Gestalt ist entscheidend, und diese wiederum ist in der Mutter (als Antwort) eingeschrieben. Der Vater ist also in der Mutter präsent (oder eben nicht), und damit erfahrbar (oder eben nicht). Denn die lauteste Botschaft einer Eigenschaft zeigt sich im Mangel, wenngleich er über den Verstand anders umgesetzt werden muß (denn der Verstand liefert nur die Anleitung, nicht das Ding selbst.) So wird z. B. seine Schutzfunktion im Erleben der Schutzbedürftigkeit erkennbar, was somit noch stärker zu ihm hin bewegt und auf ihn verweist.

Das Präsenzprinzip gilt damit aber sehr wohl für die Mutter. Denn sie ist die erste Identifikationseinheit, aus der sich das Kind erst zur Persönlichkeit - über die Gestalt des Vaters - ablöst.


Morgen Teil 2)






*120918*

Freitag, 12. Oktober 2018

Sie schaffen, was zu bekämpfen sie vorgeben

Einen lesenswerten Beitrag fand der VdZ auf den Seiten des Ludwig Mises-Instituts (die die Österreichische Schule der Volkswirtschaft vertritt). Darin geht der Ökonom und Professor Anthony P. Mueller der Frage nach, ob das denn stimmt, wenn man sagt, daß die Zentralbanken der Staaten ihrer Aufgabe der Geldmengen- und damit -wertstabilität nachkommen. 

Was nämlich erstaunlicherweise öffentliche Meinung ist, erweist sich beim näheren Hinsehen als pure Illusion. Keine Zentralbank der Welt kann die Geldmenge in einer Volkswirtschaft tatsächlich über Erhöhung oder Senkung der Grundgeldmenge stabilisieren, wie gesagt und gemacht wird. Die Märkte reagieren zwar darauf, aber auf ganz andere und nie vorhergesehene Weise. Und man übersieht einen viel wichtigeren Maßstab für die Stabilität der Geldmenge - und das ist die Umsatzgeschwindigkeit. 

Graphik Ludwig Mises-Institut

Das heißt, daß sich ein Geldschein auf die Geldmenge insofern auswirkt, als es von Bedeutung ist, wie oft innerhalb eines Jahres er weitergegeben wird. Lag diese Kennzahl in der Rückschau aufs letzte Jahrhundert in prosperierenden Zeiten bei 22 und höher, wies das Geld also eine hohe Dynamik auf, so brach sie in Zeiten der großen Wirtschaftskrise der 1930er Jahren auf 7 ein, und befindet sich derzeit (sic!) sogar auf 4, wohin sie seit 2008 abgestürzt ist.

Insgesamt fällt sowieso auf, daß diese Zahl seit den mittleren 1980er Jahren ständig von jener Höhe fällt, auf die sie sich in den 30 Jahren nach dem 2. Weltkrieg hin entwickelt hat. Das heißt, daß nicht Inflationsangst die Märkte beherrscht, sondern diese das Geld horten, weil sie Deflationsangst haben, also Angst, daß die Preise, weil die Nachfrage fallen.

Graphik Ludwig Mises-Institut
Reagiert die Zentralbank - und was beim Dollar bereits gestoppt ist, ist bei Euro noch in vollem Gang - mit Geldmengenerhöhung, um das Bruttoinlandsprodukt durch gezielte Inflation weil Nachfrageerhöhung nach oben zu drücken, wird zwar die offizielle Summe der Einkommen in einem Land tatsächlich nach oben gedrückt, aber dieses BIP ist geschönt.

Entsprechend fällt die Umlaufzahl in Euro-Raum weiter, obwohl in den letzten Jahren die Geldmenge von der EZB verdoppelt wurde.

Aber das ist entscheidend: Wie oft sich das Geld dreht, wie oft es also den Besitzer wechselt und so ein und dieselbe Grundgeldmenge ein entsprechend vervielfältigtes Gesamteinkommen schafft. Und das hängt von zahllosen Einzelentscheidungen der Marktteilnehmer in ihren Lebenssituationen ab, die anders als oft behauptet keineswegs steuerbar sind. Also steht in so einer Situation ein Überschuß an Finanzwirtschaftsgeld einer zurückgehenden Geschäftsdynamik gegenüber.

Nimmt hingegen eine Zentralbank Geld aus dem Markt, wird so die Wirtschaft wirklich geschädigt und die Gefahr ist hoch, daß eine Rezession eingeleitet wird. Und das ist tatsächlich bereits passiert. Niemand kann eben vorhersagen, wie sich Veränderungen der Geldmenge auf eine Volkswirtschaft auswirken!

Insgesamt muß man also sagen, daß die Zentralbanken durch Drehen an der Geldmengenschraube nicht in der Lage sind, die Stabilität einer Währung zu gewährleisten. Das zu behaupten ist eine Illusion, die sich aber hartnäckig hält. Die Wahrheit ist vielmehr, daß Zentralbanken über ihre Geldmengenbewirtschaftung die wesentlichen Marktstörungen selbst auslösen. Sie sind die systemische Quelle eines moralischen Risikos im Finanzsystem. Und schaffen jene Instabilität, die zu bekämpfen sie vorgeben.






*130918*

Ob nicht ein Satz reicht

Ob man es nicht wirklich auf diesen einen Satz beschränken könnte: Die Demokratie war die Taktik der Mächtigen, die Verantwortung für ihr Handeln - und in erster Linie heißt das: Schulden hier, Begierlichkeiten dort - auf die Bevölkerung überzuwälzen. 

Während der Sozialstaat, der mit diesen Gesellschaftsformen punktgenau, nur mit einigen Schritten Abstand, einherging, nichts war als das Vortäuschen von Wohlstand auf Kosten der bereits geschehenen Auflösung der sozialen Gefüge - was nur über nächste Bevölkerungsbelastungen finanzierbar ist - und damit der Versklavung der Bevölkerungen, bis sich alle in einer aussichtlosen Situation wiederfanden, von der aber weiterhin einige wenige Mächtige profitierten und immer noch profitieren, die sich lediglich einen Schritt weiter abgesichert und ihre Volksplünderung über allgemeine Verschuldungsgrade konserviert haben.

In einem nächsten Schritt wurden auch die geistigen Autoritäten ausgewechselt, denn die Kirche war mit ihrem Vernunftbegriff ein Todfeind gegen diese Plünderungsaktion. Also wurden private Universitäten geschaffen, autark gestellt, und setzten die tödliche Operation durch völlige Volksverwirrung fort. Durch eine sogenannte "Wissenschaft", die nur eine sophistisch ausgeklügeltere Form der primitivsten Magie ist. Mit Vernebelungs-Schlagworten wie "Evolution", "Freier Markt", "Klimakatastrophe", etc. etc.

Heute gibt es keine Feinde dieser Mächtigen mehr, sie haben gesiegt. Die Kirche, der einzige Widerstand gegen die Unvernunft, hat sich selbst durch dieses Gift geldgrün gefärbt, hat die Handsalbe der Geldmächtigen dankend angenommen und sich unbrauchbar gemacht.

Und dazwischen beschäftigt man uns mit künstlich geschaffenen realen, im Grunde aber Scheinproblemen, an denen sich neue Helden aufbauen, die uns mit Scheinoperationen täuschen, in Wahrheit das Handwerk der Oligarchen betreiben: Migration etwa.

***

Sebastian Kurz etwa. Ein Milchbubi, das mit Muskeln der "Problemlösung" protzt, während er nur die Sicht auf die wahren Operationen der Kapitalmächtigen verstellt und Politik tatsächlich für ein Geschäft hält, das man - die modernen akademisch verblödeten Dummschwätzer haben ja überhaupt keine Ahnung von Wirtschaft, halten sie für einen physikalischen Mechanismus, dessen Gesetze nur noch nicht bekannt sind - wie man eine Karriere betreiben kann. Zu der gehört, daß man sich nicht eingesteht, daß es um Karriere geht, das nur nebenbei.

Der also so in einem Nebensatz die "Ehe für Alle" ankündigt, "weil es der Verfassungsgerichtshof vorschreibt". Der schon lange linkslastig und lächerlich wurde, weil er gezielt von der SPÖ besetzt wurde, was die ÖVP nicht einmal mit einem Glucksen kommentiert hat, denn die hat ohnehin alles, wirklich alles übersehen, verschlafen, oder gar gewollt. Frei nach dem Motto: Wir internalisieren die Befehle der Unterdrücker. Keine derartig linke Schulpolitik wie unter ÖVP-Politikern, keine derartig mittelstandsfeindliche Politik wie unter den Christlich-Sozialen, kein derart aggressiver und effizienter Feminismus wie unter ÖVP-Ministern (die die ersten waren, die die Inklusiv-Sprache einführten) und so weiter und so fort. Auch die Propaganda zum EU-Beitritt 1994 war nur deshalb so verlogen, weil sie die ÖVP geführt und letztlich finanziert hat. Es war ein ÖVP-Minister, der die Papiere unterzeichnet hat.

Und nun vertritt die ÖVP die Ehe für alle. Fordert diesen Gesellschaftskrebs, der alles Gesellschaftliche - weil das menschliche Wort, den logos - seines Inhalts beraubt und die Sprache in Schutt und Asche legt.

Ist denn noch niemandem aufgefallen, wie schweigsam die ehemalige ÖVP-Klientel, die Großindustrie - die ÖVP, die seit den 1990er Jahren mit in der Regierung ist, ist mit ihrem angeblich so freiwirtschaftlichen, globalen Wirtschaftsliberalismus hauptverantwortlich für die Zerstörung des Mittelstandes in Österreich, und hat gesellschaftspolitische, totalitäre Veränderungen getragen und sogar initiiert, die sich die Sozialisten niemals getraut hätten, denn die alten, gestandenen Sozialisten sind ziemlich realistisch, fast möchte man sagen: konservativ - unter Kurz geworden ist?

Dabei ist alles verschwommen, wie in Nebel getaucht. Die ÖVP ist es nicht, niemals, es ist Kurz. Kurz ist es aber auch nicht, sondern die ÖVP dahinter. Wer ist es also? Niemand? Ja, niemand. Alles passiert wie von Geisterhand. Wie durch geheime, verborgene, nein magische Gesetze verborgen, wie sie der "Verfassungsgerichtshof" nun repräsentiert.


***

Während die FPÖ, die "Rechten" Freiheitlichen - Kurz und seine Berater (sic!) haben es richtig eingeschätzt - mit der Komplexität der Agenden völlig überfordert sind, zumindest in den meisten Bereichen. Und zufrieden ist, wenn sie nach außen Kante zeigen kann. Wie Kurz ja in ach wie versöhnlichem, konziliantem Ton vorspringt, "Migration bekämpft", den ständigen Sermon von der Sperrung von "Routen" von sich gibt ...

Aber die wahren Kräfte der Politik in einer Demokratie werden nicht mehr sichtbar. Weil die sich nie zeigen, weil die in Lobbyismus und Hintergrundmauscheleien bestehen. Und das kann auch gar nicht anders sein. Das kann in einer Demokratie, in einer Gesellschaft, in einem Volkskorpus ohne absolute weil in Gott verankerter Herrscherposition nicht anders sein, der Leser möge es doch begreifen!!!

Die eben nur die Bilanzen und die damit zusammenhängenden globalen Allianzen ihrer Konzerne im Blickfeld haben (wie auch sonst anders, würde der Leser anders handeln, wenn es, sagen wir um sein Sparkonto über 5000 Euro geht - will er lieber weniger oder mehr?).

Es geht in der "Ehe für alle" nicht um die 200 Schwulen, die pro Jahr "heiraten" wollen, von denen sich zwei Drittel innerhalb von fünf Jahren wieder scheiden lassen. Sondern es geht um die grundsätzliche (und im übrigen mit Todsünde belegten) Auflösung des Ehe-Begriffs. Die den meisten gar nicht klar ist, deshalb schweigen sie dazu, deshalb "tolerieren" sie sie, deshalb sind sie dafür. Die Sozialisten, die sowieso von nichts eine Ahnung haben, beweisen es täglich. Das Schlechte (zumindest im sozialen Gefüge) ist immer eine Frage der Zulassung, der Schwäche der Guten, deren Nicht-Denken, nie eine Frage eines (positiven) Willens eben dieser.

Der einzigen Garantie für gegen die Oligarchie stehenden sozialen Einheiten, die Widerstand leisten könnten, weil ein Korpus Eigengesetze verlangt, die auch gegen höhere Einflüsse Widerstand bieten würden, der Kirche, ist jeder Saft verloren gegangen. Sie ist zufrieden mit ihren Milliarden aus Steuergeldern. Sie hat die Menschen längst verlassen, und damit - in den Ebenbildern Gottes - Gott. Faktisch. Nicht in ihrem Wesen. Wäre der VdZ Bischof, er würde bis in die Knochen schlottern, denn er wüßte sich gegen Gottes Macht.

Es geht aber um den Zwang, der mit der "Ehe für alle" einhergeht, so zu denken, so zu fühlen, so zu leben, wie Homosexuelle. 

Das ist das wahre Desaster dahinter, das ist das wahre Verbrechen dabei, das wie der VdZ meint (der ja viele Homosexuelle kennt) nicht einmal von den Homosexuellen gewünscht wäre, würden sie es erkennen. (Aber das können sie nicht, denn ihr Erkenntnisvermögen ist aus vordergründiger "Interessenssteuerung" schwer getrübt.) Denn sie sind oft nicht die Bösesten, immer aber die Verblendetsten.

Damit wird alles unfruchtbar, damit isoliert, damit den Gefühlen ausgeliefert, und damit radikal verblödet. Weil der Homosexuelle nie das Ganze denken darf, sonst würde er ins Nichts fallen, ins Leere greifen, weil er kein Sein mehr ergreifen kann. Damit ohne jeden Zweifel der Verdummung zusteuernd, wenn auch mit exzellenter Sophisterei, ja, die steigt im Maß, nein, exponentiell, je näher alles (und damit auch alles Soziale, denn ohne Wahrheit, ohne Moral gibt es kein Soziales, nur die Vortäuschung davon) dem Nichts kommt.

Der Homosexuelle ist wie der Jude. Er muß, will er nicht radikal ins Nichts fallen, die Wahrheit bekämpfen. Nicht nur verleugnen, nein: Bekämpfen, solange und wo immer es sie gibt. Zwanghaft. Wenn das nicht immer so offenbar wird dann nur, weil gerade der Verfehlende oft auch der Intelligenteste, nein, noch mehr der Eloquenteste ist. Sprachgewandt aus Notwehr. Weil er Wortseiten kennt, die dem Normalen, dem "Braven" nicht einmal im Traum aufscheinen würden. Denn ins Bewußtsein steigt, sagt der VdZ seit je, was dinglich fehlt.*

Atomisiert, auf Einzelne ohne persönlich-religiös verankert verstandene soziale Verantwortung aufgelöst, ist jede Gesellschaft - divide et impera! - wehrlos. Selbst die Kirche, wieder, wieder, es ist einfach zu unglaublich, stimmt in diesen Chor der Idioten ein, und raunzt nach Klimarettung, Schwulenehe und Migrantenliebe (so einseitig die auch ist.)

Wir leben in einem gigantischen Scheintheater, für das es keine Verschwörungstheorien braucht. Es ist rein menschlich völlig restlos erklärbar. Denn warum ist das möglich? Weil wir im Grunde allesamt und immer unsittliche Menschen waren, die in ihre Unsittlichkeit verliebt waren und heute mehr denn je sind. Denn das ist der Unterschied: Heute gilt Unsittlichkeit als höchster Wert.

Nein, Herrschaften, es reicht. Der VdZ ist nicht mehr länger bereit, das alles mit Samthandschuhen zu betuscheln. Er hat Verantwortung, das geistige Klima in diesem Land zu attackieren, weil für die Wahrheit zu verändern. Er hat acht Kinder. Und selbst wenn er die nicht sieht, weil sie sämtlich vom System kassiert und verblödet wurden und den Dreck der öffentlichen Sprache täglich im Mund spülen. - Wer sich ihm in den Weg stellt, der wird es mit seinem Schwert zu tun bekommen.





*Worin er sich vom "sexuell befreiten", also schwanzgesteuerten Pruntzkopf nicht unterscheidet, das nur nebenbei. Ach, wie lieben es doch diese alle, vulgär zu sein. Und vor allem jeden und immer den Nächsten vor allem derselben sexuellen Primitivität zu bezichtigen.







*120918*

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Eine ruchlose Verschwörung

Wir haben es mit einer monolithischen und ruchlosen weltweiten Verschwörung zu tun, die ihren Einfluss mit verdeckten Mitteln ausbreitet: mit Infiltration statt Invasion, mit Umsturz statt Wahlen, mit Einschüchterung statt Selbstbestimmung, mit Guerillakämpfern bei Nacht, statt Armeen am Tag.

Es ist ein System, das mit gewaltigen menschlichen und materiellen Ressourcen eine komplexe und effiziente Maschinerie aufgebaut hat, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen verbindet. 

Ihre Pläne werden nicht veröffentlicht, sondern verborgen, ihre Fehlschläge werden begraben, nicht publiziert, Andersdenkende werden nicht belobigt, sondern zum Schweigen gebracht, keine Ausgabe wird in Frage gestellt, kein Gerücht wird gedruckt, kein Geheimnis enthüllt.


John F. Kennedy in einer Rede im Waldorff Astoria Hotel in New York, gehalten am 27. April 1961
Zum Thema passend sei dieser Artikel auf Heise.de zur Lektüre empfohlen.




*130918*

Solch eine Zeit wird vernunftlos

Woran erkennt man die Vernunftlosigkeit einer Zeit, die ja immer die Vernunftunfähigkeit von Menschen, von Personen ist? Man erkennt sie daran, daß die ontologische Wahrheit - also die Wirklichkeit, die allen Dingen, und natürlich erst recht dem Menschen, als Wesen (sic!) zugrunde liegt, und die geistig ist - nicht mehr "gefühlt" wird. Also mit der Lebenswirklichkeit nicht mehr übereinstimmt. Wenn also das, was sich aus dem täglichen faktischen Emotionssalat ergibt nicht mehr wahr ist. 

Das sind die Zeiten, wo die daherkommen, die uns einreden, daß es im Leben darauf ankäme, seinen Gefühlen zu folgen, nicht dem Verstand, nicht der Vernunft. Wer seine Augen aufmacht würde aber sehen, was die Folgen davon sind. Würde das Chaos sehen, in das das Leben der meisten Menschen bereits versunken ist, würde diese Unauflösbarkeiten sehen, in die wir verstrickt sind (und den Sozialstaat erkennen, der mehr und mehr die Funktion übernommen hat, dieses Chaos "folgenlos" zu machen).

Das Problem der Vernunft ist, daß sie das Licht ist, das die sinnlichen Reize überhaupt erst zu Gesehenem, also zu Dingen etc. macht. Denn man sieht immer "etwas" (oder nichts). Und dort liegt das Problem: Vernunft braucht Sittlichkeit, braucht Abstand von der Eingebundenheit in ein Geschehen, um es abstrahieren zu können. Wer nur in die Schemata von Aktion - Reaktion eingebunden ist, wer nie aus der Rolle aussteigen kann, ist ihr auch schon unterworfen. Dann ist ein Impuls (sagen wir: das Bild einer schönen Frau, die entsprechende Reize zeigt) auch schon Grund genug, und Rechtfertigung genug, sie zu bespringen. 

Das ist zwar ein Relikt aus einer Zeit, wo das anders war, wo Vernunft noch direkt und untrennbar mit sinnlichen Reizen verbunden war, aber vor allem: Wo die Vernunft noch unverstellt und damit wahr war. Und das heißt: In der Ur-Unschuld verbunden war. Denn die Welt ist ja tatsächlich als eine "Säule" gedacht, in der der Geist ungebrochen mit dem untersten, dem materialen Faktum, zusammenstimmt. Dazu braucht es aber vor allem eines: Gehorsam. Ja, liebe Kinder: Gehorsam! 

Genau diesen Gehorsam haben Adam und Eva nicht geleistet. Und damit, damit haben sie diese Gebrochenheit in den Menschen bewirkt, unter der seit diesem Fall "im Paradies" jeder von Adam und Eva Abstammende - also die gesamte Menschheit - zu leiden hat. Die Menschheit ist aus dieser Totalität herausgefallen, wo über die Sinne auch die Wahrheit in uns lebendig wurde. 

Was seither über unsere Sinne eindringt, ist zwar als Teilaffekt "wahr", weil es über Schönheit agiert, von der Wohlbefinden nicht trennbar ist (oder: wäre), aber es betrifft nur noch einen Teil in uns. Denn seit wir ungehorsam waren (und es tendenziell immer noch unausrottbar sind, wir, die Kinder Adams und Evas, und zwar über die uns qua Vererbung übermittelte So-Seins-heit, was sich seither zu oft recht komplexen Gebilden und Strukturen entwickelt hat) tragen wir in uns eine Spaltung. Hier ist die sinnliche Gegebenheit, dort ist der menschliche Geist, der im Urteil entscheiden muß (nicht: kann; muß!) was wahr ist und was nicht. 

Dazu muß er frei stehen, dazu muß er Freiheit haben. Denn die ist Wesensmerkmal des Menschen: Freiheit. Als Ähnlichkeit zu Gott ist sie uns eingeschrieben, ohne sie sind wir nicht denkbar. So wie Gott nur "Sinn" ergibt, wenn wir ihn völlig frei denken. Also nur aus sich heraus agierend. 

Agiert aber ein Mensch, der von seinen Anwegungen über die Sinne bewegt wird, frei? So wird es ja behauptet! Nein. Denn unsere Lebenswirklichkeit ist weit weit komplexer. Wir müssen mit unserem Verstand entscheiden, was einerseits wahr, was anderseits richtig (gut) ist, weil es zu einem Sein in der Wahrheit führt. Dazu braucht es das Gegenteil von dem, was uns heute ständig eingeredet wird: Abstand von unseren sinnlichen Eindrücken, um sie in die richtige Ordnung setzen zu können. Die Menschen solcher Zeiten sind getrieben, alles an ihnen ist nur noch darauf ausgerichtet, ihre Begierden befriedigen zu können, und zwar unabhängig von allen Folgen, ohne jeden Gedanken an Zukunft. 

Ach ja, auch das heißt es ja oft: "In der Gegenwart leben." Seltsam, daß das so überhaupt nicht gelingt? Außer man greift zu Drogen und Betäubung. Immer sind diese blöden Gedanken da, die an morgen, an irgendetwas denken lassen, das, geht man ihm nach, immer irgendetwas mit einer Art "Wesen der Dinge" zu tun hat. Als läge darin sogar die Zukunft. Wenn aber die einen sagen, daß das die richtige Art zu leben wäre, dann muß es andere geben, die diese Art unterdrücken!? Denn man selber will es ja, aber - es geht seltsamerweise nicht? Ah ja. Dann ist das die Frucht der Feinde. Das sind dann die Feinde. Die, die ... Vernunft als oberstes Prinzip ins Spiel bringen. Die sind die Unterdrücker, die einen am eigenen Glück hindern.

Denn so etwas wie ein Wesen der Dinge gibt es ja angeblich nicht. Alles ist volatil, wie man sich fühlt, so "ist" man auch. Jetzt und jetzt, hier und hier, dort und dort. Alles fließt, alles zerfließt, alles ist mal so, mal so, und immer "ist" es, man fühlt es ja?! Heute so, morgen so. Und darauf richten wir dann auch alles aus. Bindung, Institution, Einrichtung, Kultur - alles ist nur noch ein unbestimmtes Irgendwas. "Beziehung", das Lieblingswort des VdZ, statt "Ehe", zum Beispiel. Und wenn das nicht reicht, machen wir "Ehe" zur "Beziehung".  

Und die, die von Geist und Idee sprechen, nennen wir dann ... ach, wie hieß das doch noch? Ach ja ... "selbstüberfordernde Idealisten". Wir sind ja Realisten. Wir sind ja ... dem Alltag ausgeliefert. Wir leben eben in der Gegenwart, juchei! In diesem nie faßbaren Moment, der in dem Moment, wo wir seiner gewahr werden, bereits Vergangenheit ist. Irgendwie entspricht also unsere eigene Verfaßtheit nicht dem Anspruch auf ewige Gegenwart? Denn ein Denken gibt es nicht, in dieser Gegenwart. Ach ja, wozu brauchen wir ein Denken. Komisch nur, daß die Menschen so leicht panisch werden, wenn sie sich nicht im Denken verankern können. Ach ja, einfach zu wenig spontan, zu verknöchert, zu überholt? Das wird es sein. Denn denken ist ja nur die Technik der Wortablaufsummmierung, wie in der Technik. Wahr ist nur noch, was technisch perfekt abläuft. Ach, perfekt? Woher wissen wir das? Nicht, weil wir eine Vorstellung haben, was perfekt sei? Woher haben wir die nur? Auch aus Gefühlen?

Und dann tauchen Widersprüche auf, noch und nöcher. Nein, das hat nichts mit der Welt zu tun. Das ist nur menschlich, nein: kulturell verirrt. Also lassen wir es. Leben wir doch mit Widersprüchen, und damit prinzipieller Urteilslosigkeit. Woher wir dann noch Anleitungen zum Handeln bekommen? Gibt es da nicht ... naja ... Anstandsbücher? Offenbarungen? UFO-Sichtungen, irgendwelche Nachrichten über Geheimwissen aus "weit weit entfernten Zeiten", also Hoffnungen auf eine letztliche Vernunft, die wir nur noch nicht kennen, aber irgendwann kennen werden? Oder gibt es nicht den Koran, also die Selbstoffenbarung Gottes, durch den Text unfehlbar erkennbar? Oder Ron Hubbard und seine Bibel? Oder überhaupt die Bibel, wortwörtlich ausgelegt und damit die Schrift auf einen technischen Sinn reduziert, und damit, ja genau damit ... wieder dem Drogenrausch übergeben? Nein, es waren die überlegenen Zivilisationen, die sich unter der Erdkruste verbergen und heimlich alles steuern.

Oder verlassen wir uns lieber auf Schamanen und ihre nach jahrtausendealter Geheimlehre in Wochenendseminaren aber wieder erlernbaren "direkten Anbindungen ans Universum" (oder Götter oder was weiß der Deibel noch alles, Hauptsache, es ist verborgen, unergründlich, und autoritativ). Woran wir dann mit Yoga oder Zen oder dieser jüngst erst wiederentdeckten Munailing-Meditation aus dem 4. Jahrhundert andocken und so alles wissen, uns "im Einklang mit dem Universum" befinden, das dann durch uns spricht. Oder wäre eine Reinkarnationstherapie nützlicher? Ach, die Liste ist wirklich unendlich. Hauptsache, das Klima wird gerettet. Und alles Gift vermieden. Daneben das Ozonloch geschlossen. Und das omnipräsente Plastik entschärft.

Wo eine Zeit den Abstand zu den sinnlichen Eindrücken nicht mehr hat, wo sie nur noch mit sinnlichen Eindrücken arbeitet, diese gar verherrlicht und "neutralisiert" (als wäre es für ein menschliches Leben - ganz real, rein faktisch betrachtet - gleichgültig, ob er hier oder dort herumfickt, verhütet, abtreibt, betrügt, stiehlt, quält, tötet ...) widerspricht sie jeder realen Erfahrung. Jeder. Und jeder erlebt es. Denn das Zeichen für Wahrheit ist Geglücktheit, ja ist: Glück. Nicht Wohlgefühl, das ist nicht Glück. Sondern Wahrheit, das ist Glück. Auch wenn es mal wehtut. Jeder erlebt das in seinem Leben. Solch eine Zeit hat kein Instrumentarium mehr, wie es Kultur bedeutet, in dem auch das einfache Empfinden wenigstens noch näherungsweise der Wahrheit entspricht.

Und das alles geht, ohne daß wir auch nur einen Moment an unserer Sittlichkeit arbeiten müssen. Wir müssen nur Übungen machen, bestenfalls.

Solch eine Zeit wird mit absoluter Sicherheit vernunftlos.

Solch eine Welt wird zur Hölle.







*120918*