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Sonntag, 11. Juni 2023

Ein unbeschwerter Neubeginn - Sonntag, Neubeginn als Fest

Auch harte Wochen wie die vergangene werden überwunden. Und es wird einem gewahr, daß doch nix passiert ist, daß es doch ganz gut (es war also nur mal ein bissel schwerer, was aber keineswegs sinnlos war) weitergeht. Das macht doch froh? Also mich - auf jeden Fall. ;-) Der ich mich manchmal frage, warum doch immer wieder Ängste entstehen - wo doch mein Leben, das ins letzte Drittel oder Viertel oder gar Fünftel geht, ein einziges Wunder war. Ein Wunder, weil ich mich frage: Wie habe ich es geschafft, "durchzukommen"? Das muß ein Wunder gewesen sein.

Donnerstag, 3. November 2022

Die verordnete Unlust am Leben

Fällt es nur mir auf? Denn es ist darüber noch nie gesrprochen worden. Oder ist es nur ein Sozialeffekt, und einer, der nur mir als so bedeutend erscheint? Es geht darum, daß wir uns in einer Situtation befinden, die landauf landab und von Meinungsforschungsinstituten zu persönnlichen Eindrücken feststellt, daß sich die Menschen in unseren Ländern in einer kaum schlechter vorstellbaren STIMMUNG befinden. Und diese Stimmung hat sich innerhalb der letzten zweieinhalb Jahren so dramatisch verschlechtert!

Oh ja, ich weiß, genau das wird mit dem ERNST DER LAGE gerechtfertigt. Mit der furchtbaren Seuche, die uns geplagt hat, auf die dann der nächste Schock, der Ukrainekrieg, gleich folgte, dann kam die Inflation, die Energiekrise, die unsere Rezeption der Welt so dramatisch einengte und verbittert machte, daß wir uns alles in allem jede Lebrenslust verloren zu haben scheinen. 

Der Einbruch der Geburtenraten - oh ja, auch der ist ganz objektiv begründet - den wir derzeit erleben, ist nur zu einem Teil mit Folgen der mRNA-Impfung zu begründen, denn es gibt keinen besseren Indiktor für ein gotterfülltes, freudvolles, sinnerfülltes Leben als die Offenheit für Nachwuchs, die der Tanz der sich einander entgegenreckenden Schniedelwutze und Gebärmuttern vollführen. Er ist deshalb das vielleicht stärkste Indiz, und kein weiterer Grund, vor Ernst die Mundwinkel im Keller einfrieren zu lassen.

Freitag, 7. Oktober 2022

Abglanz und Spiegel Gottes

Wovon der Herz voll, davon kündet der in der Freude tanzende Mund. Denn wo das Herz voll des Lichtes, trunken vom absoluten Lichte ist, ist seine Tätigkeit unendliches Steigen und Fallen, wie der von den Lüften getragene Tanz der Schmetterlinge in der Frühjahrssonne.
A. d. Caraffa, De experientes

Zwar stimmt nicht, daß in der Vernunft (vorwiegend as Verstand aufgefaßt) Gott"zu sich" käme, wie Hegel es verstehen wollte. Aber es ist wahr, daß in der menschlichen Vernunft (als Ganzheit aus sittlicher haltung und rationalem wie klugem Begreifen) ein Spiegelbild Gottes in die Schöpfung getragen wird. In den Sinnen nimmt der Mensch an der Gestalt der Welt teil, indem er sie aufnimmt. Leidend, weil die Sinne leidend sind, also immer passiv, und im Prinzip immer unverfälscht.

Aus diesen Daten trägt der Mensch ein erst ungeordnetes, in der Vernunfttätigkeit aber dann geordnetes Wiederbild der Welt, die er sinnlich aufgenommen hat, in sich, und stellt es dann in der Sprache (das heißt in allen Formen von Sprache, die Künste sind hier nicht weniger eingeschlossen) aus sich heraus. Somit schafft der Mensch in seinem sittlichen Wiedergeben der Schöpfung eine "neue" Schöpfung. Damit sind wir am Höhepunkt der menschlichen Möglichkeit angelangt, bei der Kunst.

Samstag, 13. August 2022

Gedankensplitter (1432)

In einer Welt, in der alle, buchstäblich alle Vorgänge, die wir als lebensrelevant einschätzen - von sozialen Belangen, über Verkehr und Kommunikation bis zu Vorgängen in Landwirtschaft, Arbeit, Einkommen, Produktion, ja (man kann im Grunde darüber nur noch den Kopf schütteln) das Weltklima - erhalten die natürlichen Vorgänge nur noch den Rang eines Risikos, und stehen auf der Schulter von Wahrscheinlichkeiten, was auf jeden Fall heißt: Auf den Schultern des Bekannten (aber Ungenügenden, denn sonst müßte man überhaupt kein Risiko einkalkulieren.) (Siehe Anmerkung*)

Sodaß wir in einer abgeschlossenen Modellwelt leben (und tatsächlich wird unser Planen auf eine nie gesehene Weise von Modellen geprägt, weil in diesen alle Vorgänge und Eventualitäten von uns festgesetzt werden, also Modell scheinbar völlig sichere Ergebnisse liefern. Wie sehr das Scheinsicherheiten sind ist nur noch wenigen bekannt, weil die Welt immer lückenlose in solche Modellbedingungen eingeweidet wird.

Mittwoch, 10. Februar 2021

Kultur als "Maschine" der Heilsordnung (2)

 Teil 2) Worauf wir uns freuen dürfen, weil wir hoffen.

 

In jedem Musikstück, das von der Weite und Weisheit und Geordnetheit der Schöpfung kündet. In jedem Bade, das wir nehmen, und das uns eine Ahnung von der vielfältigen Wirkung des Wassers haben läßt, in der Gottes Weisheit durchstrahlt. Ähnlich, wie es dann in der Beschäftigung mit dem Wesen der Natur in der Wissenschaft geschenkt wird, sodaß sich Wissen über Weisheit aufbaut. 

Ähnlich wie es in der Freude über die Möglichkeit liegt, die geschaffenen Dinge zu einer großartigen Maschine zu komponieren. Der ganze Tag, jeder Tag, ist selbst wiederum ein Drama des Ringens der Schöpfung auf Gott zu, in der Ordnung, in der Gemessenheit der Tätigkeit und der Zeit, die dafür verwendet wird, in den Ruhephasen, in der Festes- und Feierfreude am Abend, wo die Flöte der Nachbarstochter zum Lied einlädt, und die Geige des Schustermeisters zum Tanze ruft.

In solch einer Atmosphäre zu leben bedeutet damit, in einer Welt zu leben, die wie eine "Maschine" der Heiligung der Menschen geordnet ist. Freilich, und deshalb Vorsicht! - nicht eben automatisch, nicht technizistisch, nie ohne unser beständiges Bejahen, Wollen, Mittun in Freiheit. Aber dieses Wollen zum Guten und Schönen und Wahren hin, als Luft, die wir atmen, macht es uns leicht, und zumindest nicht schwerer als nötig, dieses unser Heil und damit das Heil der übrigen Schöpfung zu wollen und anzustreben. Gegen jene Herrschaft der Gefallenheit zu kämpfen, die uns ins Dunkel des Nichts ziehen möchte, und der wir nur ... NUR KULTUR entgegensetzen können.  

Deshalb, werte Herrschaften, an die diese Eloge gerichtet ist, deshalb ist es so bedeutend, IN WELCHER Kultur wir leben. Deshalb ist es so wichtig, in einer von christlich durchwirktem Gut geordneten Kultur zu leben. Deshalb ist es so wichtig, dieses Kulturganze, so es denn einmal mit so viel Mühe in Europa aufgerichtet worden ist, zu schützen und zu bewahren und weiterzugeben. 

Auf solche Weise verstanden, wird auch das Ganze, ja wir wagen es so zu nennen: Das Volks- weil Kulturganze, zu einem Teil jener Welt, die wir sind. Und die uns anhangt wie das Wasser dem, der aus dem Meere steigt. Auf solche Weise verstanden, wird auch das Ganze als schützenswertes Gut begreifbar, das wir mit ehrfürchtigem Schauer behandeln und ehren müssen. 
Mit dem wir eng und untrennbar verbunden sind, ja mit dem wir einen Kreislauf gemeinsam haben, sodaß ein Kulturherz in ein und demselben Rhythmus schlägt. Wie es sich durch Rhythmen der Lebensführung ausdrückt.
Weil die Einzelnen das Ganze nährt, so wie diese zurückgeben und anderen Nahrung bieten. Nicht nur leiblich, durch Brot, sondern sogar geistig, durch das, was durch uns erzählt wird, und selbst wiederum den anderen Löckung zum Schönen des Ewigen als einzig lohnenswerter Ausrichtung ist.

So wird unsere Kultur zu einer Maschine der Freude, die sich aus dem Ewigen nährt, weil sich am Ewigen, wirklich wirklich seienden orientiert. Durch jeden festen Punkt in der Geordnetheit des Jahreskreises und der Tagesstunden, mit ihren festen Gebetsriten und Mahlzeiten, mit Zeiten der Freuung und Zeiten der Besinnung und Läuterung.

So wird unsere und jede christliche Kultur zu einem Gut, das zu verteidigen, ja für das sein Leben einzusetzen - weil darin auch dieselbe Kraft für unsere Geliebten, unsere Nachkommen und deren Nachkommen steckt.  Die sie nützen können, sodaß sie nicht jeden Tag neu erfinden, jedes Glück in toto neu erringen müssen. Sondern bereits ein Stück weit getragen der wahren Freude mit jeder zum Aufbauen willigen Generation ein weiteres kleines Stück nähergekommen sind.

Weil wir weitergebaut haben an diesen Leitplanken hin zur Freude, soweit sie auf dieser Erde möglich ist (wo sie freilich von der wirklichen, ewigen Freude nur ein schwacher Abglanz sein kann, um den wir - mögen wir das nur nie vergessen! mögen wir uns so vor der Falle des Fanatischen, Besessenen hüten! - nur ringen können. Denn Kultur heißt dieses Ringen! Heißt den Weg, dessen Ziel aber jenseits liegt. Im Transzendenten also. 

Denn das Schöne, das Freuliche liegt zwischen diesen Institutionen, die erst Kultur bedeuten. Weil die das zwischen ihren Händen halten, auf das es ankommt, das aber nicht sichtbar ist, das nicht direkt ansteuerbar ist. So, wie bei diesem Text das zu Sagende zwischen den Zeilen und Worten steckt, als deren Melodie, als deren Gestalt. Nicht in den Teilen an sich, wenn auch ohne sie nicht möglich weil nicht Welt.  

Weil wir dann also, inmitten dieser Richtungsschienen, um ein gehörig Stück weniger seufzen können, und mit uns die Dinge, die uns umgeben und als gestaltete, geordnete Dinge Charakter der Welt sind, in der wir leben dürfen. Ja, gewiß, auch das, im Wissen, daß diese Welt vergehen wird, und in sich den todbringenden Virus trägt, der in der Zeitunterworfenheit Ausdruck findet. In der die Dinge VON UNS, den Trägern und (zweitursächlichen) Urhebern der Welt ist, die wir Abendland nennen, im mühsamen Sammeln des Nacheinander, in das die Schöpfung zerfallen ist.

Sodaß wir aus diesem ständigen Herausgefallensein aus der organischen Einheit mit dem göttlichen Leben in einem Nacheinander des Erzählens zu einer Geschichte ordnen müssen, was uns einst als Schauen und Leben in Gott ohne Zeit, in einem und nicht vorstellbaren, aber aus logisch zwingenden Gründen so sein müssenden Augenblick geschenkt war. Und das uns durch den Sohn Gottes, Jesus, Gott und Mensch zugleich, insofern wiedergewonnen ist, als wir uns im Heiligen Geist - wenn wir uns denn dafür rüsten, bereiten! - daran einmal wieder erfreuen werden können. Wenn am Jüngsten Tag ein neuer Himmel und eine neue Erde sein wird. 

Das glauben wir. Und das hoffen wir. Und DESHALB lieben und bejahen wir unsere Kultur, also unsere christlich-europäische Welt.


*040221*

Dienstag, 9. Februar 2021

Kultur als "Maschine" der Heilsordnung (1)

"Die Leiden der gegenwärtigen Zeit bedeuten nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes." (Röm 8, 18-21)

Seltsamerweise ist besonders die herausgestrichene Stelle in den verschiedensten Übersetzungen (oben ist es die Einheitsübersetzung), die der VdZ herangezogen hat, ganz offensichtlich schlampig - also nicht ganz einer Sinnklärung willen an der Wahrheit ausgespannt hinlänglich gefolgert - übersetzt. Denn ihr Sinn ist kaum wo deutlich. 

Erst in der Übersetzung von Konstantin Rösch kommt der Sinn der Stelle, von der hier gehandelt werden soll, deutlicher zum Ausdruck. Denn nach Rösch ist sie so zu lesen: 

"Die Schöpfung wurde der Vergänglichkeit unterworfen, nicht nach eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterwarf. Doch bleibt der Schöpfung die Hoffnung, daß sie von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei und an der herrlichen Freiheit der Gotteskinder teilnehmen wird."

Denn wir deuten sie anders, und schon gar anders als etwa Karl Barth in seinem legendären Römerbrief-Kommentar. Wo eine völlig verworfene Schöpfung auf eine Weise zur Hoffnung berufen sei, wie sie zuwenigst dem VdZ nicht nachvollziehbar ist. Denn von Gott hineingelegt blinzelt bereits die Gnosis um die Ecke. Jene Sichtweise also, in der Gott das Gute wie das Böse verursacht weil geschaffen hat. Zumindest kann man diese Lesart bei Barth nicht ausschließen. Aber das Böse hat keine Substanz, es hat kein Wesen aus und in sich. Es ist böse in Beziehung, in Bezug auf den Schöpfer weil auf die Schöpfung und der Ordnung.

Das Geheimnis der Stelle entdeckt sich also auf andere Weise. Indem man nämlich zum einen bedenkt, daß alles was ist, alles was es gibt, alles was Seiendes ist, und INSOFERN auch der Satan, der Nichter, im Letzten nur isset (activum), weil und insoweit es am Sein selbst, also an Gott in Analogie, also Ähnlichkeit zu Geist und Wille Gottes TEILHAT. Die sich in allem Seienden durch Richtung, Gerichtetheit ausdrückt. 

Aber wir haben zwei Todfeinde. Und das ist es, wogegen sich eine Kultur stemmt. Die Schwäche der eigenen faktischen Natur, zum einen, aber zum anderen einen Willen, der zum Nichts führen will und so gerne das faktische Seiende lenken und bestimmen möchte. Um so zum Nichts zu bringen, was zum Sein bestimmt ist. Satan. Deshalb heißt Kultur AUCH und sogar manchmal überwiegend Kampf. Deshalb steht zwar Freude am Fenster der Kultiviertheit, aber zu ihr ist ein Weg der Pflicht und des Schweißes zurückzulegen.

Um so dieser "Gerichtetheit aus sich heraus" die Krone zu bilden. Diesen Willen, also der Geist, in dem sie "Abba" spricht, zur Haltung, zur Gerichtetheit des Faktischen zu machen. So gut es eben geht. 

Gefallen sind wir. Aufstehen müssen wir. Denn wir sind herausgerissen durch die Sünde des ersten Menschenpaares aus der engstmöglichen Vermählung mit dem Willen Gottes (Mensch = Mann UND Frau), fehlt dem Schöpfungsganzen nun diese Gerichtetheit im Geiste. Hier aber setzt der Satan an. Der jede Nicht-Gerichtetheit auf Gott als Tor erkennt, durch das er einfallen und der somit neutral bis sogar wehrlos gewordenen Schöpfung SEINEN Willen aufprägen kann. 

In dieser Hinsicht ist der "Unterwerfer" eben auch auf zweierlei Weise zu verstehen: Da ist sie als Strafe Gottes, der sie der Leere, der Nichtung, dem Tode ausgeliefert hat, die nur durch jene Haltung zu heilen ist, in der sich die Schöpfung wieder gegen Gott wendet UND (und das vor allem) durch den Gottmenschen Jesus Christus im Opfer wieder mit dem Vater, mit Gott versöhnt ist. 

Aber da ist sie auch (!) dem Satan unterworfen. Aus dessen Klauen nur eines befreit: Die Hinordnung auf den Sohn Gottes, der durch seine Doppelnatur Mensch-Gott auch das Menschsein in dieses innertrinitarische Leben (zurück-)geholt hat.

Und im Menschsein - weil der Mensch die Krone der Schöpfung ist, und zwar auf eine Weise, in der die gesamte Schöpfung auf ihren König hin orientiert und ausgerichtet ist - nimmt er somit auch die gesamte übrige Schöpfung, von der Mikrobe, dem Virus, dem Stein, der Pflanze, dem Tier, bis hin zum fernsten Stern im All, in dieses Leben im Heiligen Geist (als die Heiligkeit repräsentierende, ja seiende Hauchung zwischen Vater und Sohn) mit hinein. 

Was bedeutet das für den Menschen, was für unser Verhalten? Wenn wir denn in die Sünde gefallen sind, heißt das für uns, daß wir eines nie verlieren dürfen, und uns um eines stets wieder zu mühen haben: Diese Hinordnung auf Jesus. Erst in diesem Hoffen, in diesem Glauben, in diesem Lieben, das alles selbst bereits dynamisches Heiliges Leben ist, sind wir jenes Gefäß, in das sich die Gnade ergießen kann. Die von Gott ungeschuldet und aus freiem Willen in die Welt hereinbricht, um uns in die Heiligkeit hineinzuholen. Diese Bereitschaft dazu ist auch das einzige, das wir wirklich tun können. Und an ihr wird auch unsere Verdienstlichkeit gemessen. Denn sie hängt tatsächlich von uns ab. 

Wenn wir nun den Gedanken hereinholen, unser Wissen (als sichergestelltes, in Händen gehaltenes Spiegeln der Wahrheit selbst) darum aufrufen, daß das Menschsein an sich KULTUR ist, denn sonst ist es gar kein Menschsein, das über die Potens (die reine Möglichkeit) hinausgeht, dann wird uns vielleicht klar, was es bedeutet, IN einer Kultur zu leben. Wo diese Ausrichtung auf Gott, den Geber aller Gnade, wie eine Leitplanke in unseren alltäglichsten Begegnungen mit Dingen wie mit (ähnlich uns gutwilligen) Menschen in unseren Wegen steht. 

Bei jedem Schritt, bei jedem Blick, bei jedem Gehörten und Gefühlten und Gerochenen, das uns in der Schönheit von der Güte Gottes, der die Freude ist, erzählt. Und uns so den Schritt auf unseren Schöpfer hin so leicht macht, daß es uns nachgerade löckt. In jedem Menschen grüßt uns sein Heldentum, in jedem Brot die Vollkommenheit zu der das Sein des Getreidekorns über die Sauerbakterien geführt wurde, und uns somit im Geschmack erfreut und in der Sättigung schließlich und nicht zuletzt auferbaut. In jedem Wort, das wir hören, und das getragen vom Guten Willen, also von dieser vorbehaltlosen Bejahung des Seins durchwirkt ist.

Morgen Teil 2) Worauf wir uns freuen dürfen, weil wir hoffen.


*040221*

Sonntag, 2. August 2020

Aus einem Internet-Chat

(Angelehnt an eine tatsächlich so gefundene Konversation auf Twitter)
A] Warum nur habe ich das Gefühl, daß jeder von uns irgendeine Form von ADHS hat, mit seinen Nerven am Ende ist, Angst und Depressionen hat, ..
B] Mich wundert daß du dich wunderst. Die Leute verlieren ihre Arbeit oder müssen Angst haben daß sie sie verlieren, so wie es rundum ja passiert.
Nirgendwo mehr gibt es unbeschwerte Fröhlichkeit, alle müssen Angst haben, daß sie sich ihr Leben, ihre Wohnungen nicht mehr leisten können. 
Niemand weiß, wie die Zukunft aussehen wird. Jeden Tag muß man fürchten, daß ein nächster Lockdown kommt, irgendwo Straßenschlachten ausbrechen, und die Grenzen dicht gemacht werden.  
Ständig heißt es vor allem, daß alles so schrecklich wird, wenn es so weitergeht. Es ist, als würde man nicht nur alles falsch gemacht haben, sondern auch nichts mehr richtig machen können.
Man hat sogar das Gefühl, als hätte das eigene Leben keinen Sinn mehr, und wäre nur noch eine ununterbrochene Bedrohung für die Mitmenschen und für die Erde, solange man nicht wie ein stummer Sklave nickt und irgendwo hinterhertrottet.  
Man hat sogar das Gefühl, als würde man das Leben und seinen Sinn nicht mehr selbst denken können. Von überall her kommen Ratschläge, was man falsch macht und falsch denkt. Und wenn man sich dann Diskussionssendungen etwa im Fernsehen ansieht hat, wo es um Probleme der Welt geht, hat einer den Eindruck, als würden die von einer anderen Welt reden. Wie es ausschaut ist es am besten, wenn man überhaupt zuhause bleibt und sich ins Bett legt, um zu sterben. 
Man hat nämlich das schreckliche Gefühl, daß unter unsereinem eine stille Übereinkunft herrscht, daß keiner mehr etwas zu sagen oder zu denken oder zu tun wagen sollte. Schon gar nicht einfach so. Weil er fürchten muß, wenn er sich nicht ständig kontrolliert als sexistisch, rechtsradikal, rassistisch, nationalistisch, homophob, xenophob, genderverkehrt, coronagefährlich, antisemitisch und weiß Gott was noch verdammt, wenn nicht straffällig zu werden. 
Denn ich habe sogar oft schon Angst, von jemandem verraten und beim nächsten Polizisten angezeigt zu werden und für irgendwas Strafe zu zahlen. Einfach alles, was man macht und vor allem alles, was man bisher so gemacht hat, könnte eine mittlere Weltkatastrophe auslösen. Es ist zumindest die Schuld am Eisbärensterben, an den toten Kindern in Liberia, für die Kriege in Arabien, an der Ausbeutung der Frauen in Bangladesch, und an den Überschwemmungen in Südbayern, an den Waldbränden in Kalifornien und am Hurricane in Florida. 
An nichts darf man sich noch unschuldig freuen - wirklich allem ist die Unschuld genommen. Sogar jetzt im Sommer. Ist das Wetter schön und heiß, so richtig zum Baden, liest man sofort Ankündigungen von Trockenheit und Dürre in den Zeitungen und daß man besser sowieso nicht in die Sonne geht. Regnet es, berichten am nächsten Tag die Nachrichten über Unwetter und möglicherweise vernichtete Ernten zum Frühstück.
Ißt einer was Süßes, zerstört er seine Gesundheit. Ißt er salzig schon überhaupt. Ißt man Fleisch, vernichtet man das Weltklima. Lädt einen die Oma zum Essen ein, würgt man das Essen mit Magendrücken runter, weil die mit ihrer Kocherei den Planeten zerstört, den Regenwald vernichtet, das Plastik in den Weltmeeren vermehrt, und mit ihrem Kohlenofen sowieso verantwortlich für die Erderwärmung und fürs Walesterben ist.  
Und da wunderst du dich? Bessere Bedingungen für ein Desaster im Gehirn kann es doch gar nicht geben!

Mittwoch, 27. Mai 2020

Da muß wieder was sein

Keine Gegenwart ohne Vergangenheit. "I'm into Something Good" von den Herman's Hermits. Es gibt Momente, die Aspekten gehören, in denen eine Vergangenheitslinie pur, wie einer der Stränge des Leitungsbündels der Gegenwart, nach vorne drängt. 

Das vernünftige Existieren ist nicht die Abwesenheit mancher Stränge. Es ist vielmehr ein Austarieren innerhalb eines Bündels von Strängen, der Objektivität gemäß. In der Wahrheit also, die ein dialogisches, persönliches Geschehen ist. 

Das Schwelgen "egal worin, weil es einfach da ist", ist zwar, für sich gesehen, ein Nachgeben, ein Zurücksinken. Doch auch das muß manchmal sein, um die Kraft zum Austarieren zu finden. Deshalb braucht es die Intimität, die Diskretion, den gesellschaftlichen (also rechtlichen) Schutz des Persönlichen.

Man schaut, man meint, man sei auf der Suche nach etwas, sei es innerhalb eines Themas - da bricht ein Ton auf, der etwas herauszieht, das in diesem Augenblick enthalten war, ohne daß man es ahnte. Der VdZ hat ja immer gemeint, daß er (und jeder) in der Lage sei, ein gesamtes Musikstück aus einem einzigen Ton in dessen Umgebung zu erkennen.

So erging es ihm hier. Die Platte hatte er dereinst in Vinyl. Jugend in den 1960ern und 1970ern. Herman's Hermits. "I'm into something good" Irgendetwas sagt mir, daß es mir ziemlich gut geht. 

Heute sieht er den ganzen Text. Wie eine giftige Schlange hinter süßem Kaktussirup. Die Schlange hinter dem letzten Bühnenbild einer verloren gehenden Zeit. Einer Zeit, die sich selbst in den Abgrund reißt. 

Süße einer Zeit, Süße einer Kultur, der man doch zugehört. Herre, laß es nicht sein. Laß die Süße, die Freude echt sein. Parce nobis, Domine. 






*010520*

Sonntag, 27. Juli 2014

In den Armen der Frauen

Es geht immer und überall um die Art zu leben. Nicht um Mühe und Plage und Arbeit, sondern alles das wird sinnvoll und erträglich, wenn es vom Fest her kommt, und auf das Fest zusteuert. Das wiederum nur in der Gegenüberstellung zum Alltäglichen und Banalen als Fest erkennbar ist. 

Eine Kultur steht in dem Maß hoch, als ihre Festeskultur es tut. Und sie ruht in den Händen der Nicht-Arbeitenden, der Vorbereiter, zu Zubereiter. Sie liegt in den Händen der Frauen. Wenn die Technik einen Sinn erfüllt, soweit sie nicht ALS Lebensform zu dominieren beginnt, sondern wirklich lediglich temporäres Hilfsmittel ist, dann hat sie in jeder Kultur eine hohe Muße der Frau ermöglicht. In deren Arme voller Früchte sich ein Volk fliehen kann. Sie werden zu Repräsentanten der Freude, sie werden zu Nährerinnen der Lebensform. Sie sind Boden jeder Kultur. Wenn die Frau nicht mehr Fest und Muße bedeutet, verdorrt jede Kultur zur unbarmherzigen, freudlosen Maschinerie, der die Kraft für die eigene Zukunft fehlt.

Will  man deshalb das Lebensmark eines Volkes treffen, muß man die Frauen treffen, ihren Sinn für Muße und Lebensspendung vernichten. Dann bricht auch jeder Mut des Mannes, dann bricht die Kraft zur Idee, deren Samen auf steinigem Boden vertrocknen, und ein Staat löst sich auf.



Gesehen auf everyday_i_show








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Mittwoch, 9. Januar 2013

Feierabend




SOVIET UNION. Moscow. 1954. Canteen for workers 
building the Hotel Metropol.

Gesehen bei everyday_i_show




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Montag, 17. September 2012

Lebensamplituden

Das Leben als Rhythmus des Stirb und Werde, des Ein- und Ausatmens ... Walter Schubart schriebt einmal, daß es kaum etwas Spannenderes gibt als das Vergehen (Ausatmen) eines Zeitalters zu erleben, hinter dem sich die Ahnung des Neuen verbirgt, das unweigerlich folgen wird: wenn die Linie des Abwärts sich ihrer Sohle neigt, und ein neuer Aufschwung ansetzen wird, dessen Gestalt man noch nicht kennt.

Die Technisierung des Denkens, des Lebens, hat die Abstrahierung des Lebens selbst auf eine unmodulierte Zahlenreihe - im mathematisch-exakten Takt - bewirkt, die unser Leben überlagert hat, und alles zu erdrosseln droht. Was sich am mindesten noch in Herzrhythmusstörungen ausdrückt, die übrigens auch zum Tod führen können.

Aber das Herz der Menschen schlägt nach wie vor, und so gläsern-mächtig, so glatt und eisern diese mathematische Linie über uns liegt - der Rhythmus des Herzens sucht seine Wege. Und er tut es, angesichts der kaum faßlichen Übermacht der Gedankengebäude, der Moraldiktate, der Zwingkästen der Lebensführung, erst in akzeptierten Ersatzhandlungen, nähert sich aber zwangsläufig dem wirklichen Bedürfnis nach Befreiung. Nähert sich zwangsläufig dem Religiösen. Weil jeder Rhythmus die Transzendenz der Dingwelt selbst auf ein hinter allem stehendes Wollen, und damit Müssen, bedeutet.

Es ist immer das Leben, das wirklich werden will, das sich hienieden zum Ewigen steigern, zum Bleibenden befestigen will, zur allumfassenden Freude. Wenn man das nicht vergißt, wenn man das erinnert, wird einem so viel verständlich. Und sei es als unbeholfener Versuch, doch noch Leben zu gewinnen, zu steigern. Weil der Ort des Lebens das Fleisch ist, wo es sich im Individuum kristallisiert und mit andrängender Wucht - einem nie erlöschenden Willen der Liebe - selbst vollziehen will, zum Kosmos ausformt. Das gar nicht anders kann, weil es sein Wesen ist, als sich im Rhythmus zur je dieser und jener Gestalt zu finden.

Gib dem Himmel Luft, schreibt Johannes Kepler einmal, und es entsteht ganz sicher ein Zusammenklang.


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Sonntag, 26. September 2010

Unser Leben, ein leerer Raum (3)

Fortsetzung von Teil 2)

Kein Krieg hier (dafür woanders und noch tiefer). Keine Gewalt da (dafür woanders und noch unklärbarer). Keine Ungerechtigkeit hier (dafür woanders und noch bitterer). So weit geht es schon mit dieser Angst, diese kleinen "Siege" wieder zu verlieren, daß wir gar nicht mehr den Mut haben, überhaupt ... ZU SEIN. Und das geht nur als Ganzer! In einer Bewegung, die nicht all dieses Kleingeld als Effekt möchte, sondern die viel mehr will. Während der Aufwand, um diese "Früchte" zu halten, immer höher wird, und längst das Ganze gefordert hat.

(Es sind also nicht irgendwelche Eigenschaftlichkeiten, Facetten der "Gutheit", um die es geht. Diese haben kein Sein für sich. Thomas von Aquin schreibt einmal: Die Akzidentien, die Eigenschaftsbestimmtheiten, und das sind auch die Tätigkeiten, existieren nicht selbst im eigentlichen Sinn, sondern nur, insofern durch sie die Substanz (und damit das Seiende, der Mensch im Selbststand) etwas ist, so und so bestimmt ist).
Die Welt ist ein unfaßbar ausgewogenes Gesamtsystem, und was sie trägt, was sie bewegt, und ihr Daseinsgeheimnis ist Bewegung, ist Liebe, ist Freude. Das zu sehen braucht keine naive Romantik oder utopistische Wirklichkeitsferne, im Gegenteil, es braucht nur ein wenig Verstand. Freude! Freuung! Zeitlos, quer zur Gegenwart, und für jeden in immer demselben Ausmaß "erhältlich". Wer hier etwas wegnimmt, schmälert es woanders. Sein Leben bläst sich auf, mit immer substanzloserem Zeug, ja. Aber es enthält nicht mehr ... Freude. Und in ihr zu leben lohnt nur um eine Zieles wegen: Schönheit.

Der VdZ weiß: Es ist eine Haltung, die so total und radikal gegen das steht, was gegenwärtig unser Leben ausmacht, daß man erschreckt. Aber es wäre tatsächlich nur unklug und naiv, in einem radikalen Umsichschlagen diese Position umzusetzen zu versuchen. Die Klugheit verlangt vielmehr ein langsames Entstricken. Radikal die Dinge wegzuwerfen, die uns bislang bestimmten, wäre sogar in den allermeisten Fällen nichts anderes, als das neue Ziel mit alten Mitteln, durch Überspringen der Gegenwart im Dienste eines besseren Morgen, zu erreichen zu suchen!

Es gibt nie ein Morgen ohne Heute, und alle Zukunft ist eine Folge der stets momentanen Gegenwarten. Erst müssen wir wieder lernen, diese Gegenwart ganz zu sehen. Dann erst wird sich unser Leben wieder füllen, wird wieder - realer! nicht der von Vorstellungswelten! - Lebensraum entstehen! Denn Raum entsteht mit den Dingen. Dingloser Raum - und davon ist hier und an diesem Tage die Rede - ist kein Raum mehr ... er ist nicht.

(Es geht also auch nicht einfach um "Verzicht", das ist meist tatsächlich ein bloß romantisches, unbrauchbares Konzept der Selbsttäuschung, als wäre es nämlich so leicht - den Verzicht auf den Plunder, der unser Leben heute bestimmt, als Askese, als Verzicht zu bezeichnen, ist ja eine Beleidigung der wirklichen Tugend, die eine Haltung zum Gut ist, keine "Kasteiung" im Sinne einer zu verwerfenden Substanzschmälerung. Es geht eben nicht um Verzicht - es geht um Auswahl, um eine neue Wertschätzung! Also das genaue Gegenteil so mancher "Grün-"Bewegung.)

Und das ist auch schon das Ziel, der Endpunkt, auf den eines Leben sich zubewegen soll. Aber es braucht manches dazu, um wieder sehen zu lernen, um frei zu werden. Denn nur der Freie sieht. Und die stärksten, vor allem subtilsten, verstecktesten Seile flicht die Gewohnheit und die Trägheit. Jeder Zugewinn an Schönheit bringt nur in dem Maß Lebensfülle, und das ist eine konkrete, dinghafte Fülle, hier ist nicht von einem "Cyberglück" die Rede, als die jeweilige Freiheit erlaubt und bemißt! Je tiefer das zu Genießende, das das Transzendente eines Konkreten ist, desto mehr wirkliche, und das heißt auch: leibliche Tugend, Tüchtigkeit, eben Freiheit heißt das, braucht es. Um das zu erlangen, was uns erst zu Gefäßen dieser Freuung macht: die Schönheitsfähigkeit.



*260910*

Samstag, 25. September 2010

Unser Leben, ein leerer Raum (2)

Fortsetzung von Teil 1) - Hat uns die technische Entwicklung wirklich "mehr" Dinge (leichter) ermöglicht? Oder werden uns nicht einfach andere Dinge unterjubelt?

Ist das, was aus den Fabrikationsstraßen kommt, wirklich noch ein Anzug? Ist es ein Kleidungsstück, das auch nur annähernd mit einem "Maßanzug", dem Urbild eines Anzugs, an dem sich jedes Fließbandstück messen muß und mißt, vergleichbar ist? Oder ist es gar keine wirkliche Ware mehr, sondern bloßer Schein, der gewisse Grundbedürfnisse befriedigt, die ein Kartoffelsack im Grunde (es ist nur leicht übertrieben) genauso befriedigen könnte? Haben wir nicht für diesen "Wohlstand", der den Namen vielleicht gar nicht verdient, einen extrem hohen Preis bezahlt. Wir haben die Dinge verloren?! Und ist es nicht das, was uns an allen Ecken und Enden auf den Kopf fällt?

Ist es nicht so, daß wir versucht haben, besser zu leben, und dabei verdrängt haben, was leben überhaupt ist? Haben wir nicht ein gigantisches "Bäumchen wechsle dich"-Spiel aufgezogen, getragen von der Vereinbarung zu einer riesigen Illusion, zu der alle schweigen - wo alle mehr und mehr nur noch so tun, als hätten sie jene Produkte, DERETWEGEN sie diese Entwirklichung der Welt, die um ihre Eigenschaften betrogen wird!, akzeptieren und vorantreiben - ohne sie damit überhaupt noch jemals zu "haben"?

Ist dann also, das alles bedacht und fortgesetzt, das Internet, die Cyberworld, die reine Illusionswelt, getragen von pausenlosem "Welt-Geschwätz" in Facebook etc. als "Universalidentität", als "Allgott", als "Pan-Theos", die sogar uns Menschen, unsere Identität nur noch in Wortwolken existent sein läßt, am Ende dieser Kette nicht das Allerlogischeste? Ist nicht dieses ständige "Stand-by"-Haltung, in der sich alles schon findet, das Indiz schlechtin? WANN BEGINNT mein LEBEN ENDLICH?!

Aber nicht nur das. Wir haben dafür auch akzeptiert, daß wir die Basis unseres Lebens - die reine Luft, das saubere Wasser, die Artenvielfalt der Welt, die Schönheit der Welt, die Schönheit der Künste, des Umgangs miteinander, alles einfach - dafür hergeben! FÜR SINNLOSES ZEUG, FÜR BLOSZEN SCHEIN HERGEBEN! Für wertlose Zweite-, Dritte-, Vierte-Wahl-Produkte.

(Hier schließt sich noch manch anderer Gedankenkreis, der in letzten Blog-Einträgen hier angeschnitten wurde, so zum Beispiel der über den "Mittelstand", der für sich gesehen unvollständig gewirkt haben mag: Hier wird rasch klar, warum die sprichwörtlich gewordene "Million" keineswegs "Mittelstand" bedeutet. Sie ist ein Scheinrang in einer Scheinwelt - nicht mehr.)

Demnach, und der VdZ neigt zu dieser Ansicht, hat sich rein gar nichts verbessert, und wer immer uns erklärt, daß die jährlichen Produktivitätssteigerungen es sind, auf denen unser ganzes Rentensystem, unser Sozialstaat als Meister des Vernebelns der wirklichen Vorgänge, einfach alle diese tollen Annehmlichkeiten beruhen, auch die wachsenden Schulden zu einem reinen Rechenspiel machen, und völlig unbedenklich sind, den sollten wir teeren, federn, und vor die Stadt setzen!

Es hat sich nichts verändert im Sinne von verbessert - die Dinge haben sich nur verschoben. Alles ist damit nur komplizierter geworden, komplexer, vor allem aber undurchschaubarer, scheinbar, ganz vorn, an den Kassenschaltern, nicht nämlich unten, in den Eingeweiden, in den wirklichen Vorgängen, die sich nach oben nur so und so ziseliert darstellen, als wären sie Dinge für sich.

Doch nichts, vielleicht wirklich gar nichts, ist besser geworden. Sondern alles, was etwas wert ist und war, wurde unerreichbarer oder schlechter. Oder glauben Sie allen Ernstes, daß selbst ein nebensächliches Produkt, wie eben ein Anzug vom Fließband, DASSELBE Ding ist wie ein Maßanzug? Dann probieren Sie einmal einen Maßanzug, von einem guten Schneider (der dasselbe verdient, wie vor zweihundert Jahren ...). Und Sie werden denselben Wohlstand erfahren, wie er vor zweihundert Jahren geherrscht hat. Vielleicht aber werden Sie gar wieder eine Ahnung davon bekommen, was es überhaupt heißt: LEBEN!

Nicht funktionieren, eingespannt in einer Maschinerie, deren Sinn allen abhanden gekommen ist, weil ihr Ziel unerreichbar ist. Und das wird uns in dem Maß klar, als die Ressourcen schwinden. Als es keinen Reserveraum mehr gibt - den wir nun schon im Weltall suchen. Rom hat bestens funktioniert. Solange es expandieren konnte. Als die Ressourcen aber begrenzt blieben, gab es nur noch eine kurze Periode unter Augustus. Dann wurde es so lange kompliziert, bis es krachte. Unser Wohlstandssystem war ausgerichtet auf einen fernen Punkt, wo die - immer wieder! - Lateralschäden (die Umwelt, die menschlichen Inhalte, die Schönheit) eines Tages wieder gutgemacht werden könnten, weil nun alles erreicht wäre. Glück. Gemeinwohl. Wohlstand.

Besitzen wir das alles aber wirklich? Haben wir nicht wie Kindergärtner dieser lächerlichen Betulichkeitspädagogik jedes scheinbar Erreichte für sich gestellt, und an die Wand gepinnt, wo es nun angstvoll behütet wird? Was haben wir denn wirklich erreicht?




*250910*

Freitag, 24. September 2010

Unser Leben, ein leerer Raum (1)

Der Goldpreis steigt und steigt und steigt, und wann immer Zeitungsberichte, wie in den letzten Wochen manchmal, das Gegenteil behaupten, warnen, so kann man fast sicher davon ausgehen, daß dies PR der Notenbank oder von Banken ist, die Angst haben, ihre Finanzprodukte nicht an den Mann zu bringen, oder die Gold ... horten wollen. Historisch die häufigste Methode, wie ein Staat seine "Währung reformiert". Das heißt, die alte Währung abstößt, weil sie als Tauschmittel endgültig zu wertlos und zu fragwürdig geworden ist. Auch das kommt in Zyklen und regelmäßig vor.

Goldpreisentwicklung 
im letzten Jahr

Und der VdZ überliest sie nicht, die Berichte über die Goldkäufe immer neuer Konstrukte, wie der "Bank für Internationalen Zahlungsaustausch", die damit spekulieren, daß jede Zwischenstufe, jede neue Risikomischung, ein wenig mehr Spielraum wieder ergibt, wie die wirklichen Vorgänge - und bei Gott, wie einfach sind die nämlich! - abzufangen, zu puffern, um das ganze Gebäude nicht, NOCH nicht, einstürzen zu lassen.

Bemerkenswert ist freilich die Beobachtung, daß die Wertschätzung von Gold über all die Jahrtausende gar, seit Anbeginn der Geschichtsschreibung, immer gleichblieb. Das kann nicht anders begründet werden als in einer tief mythisch verankerten Sicht der Welt, in der die Dinge ihrem Ursprung entsprechen. Also war Gold das Metall der Sonne, der Gestirne, des Lichts - der Erkenntnis, der Wahrheit ... Gottes. Gold wurde deshalb religiös gar verehrt, und daraus bezieht es seinen Wert bis heute, weil es als "geronnenes Licht", als Symbol und gar Inkarnation Gottes gesehen wurde. Entsprechende Kulte, mit nur wenigen Abweichungen, lassen sich in allen Kulturen der Welt und der Weltgeschichte nachweisen.

Ein untrügliches Zeichen für das Ende einer Kultur - oder zumindest einer Epoche, einer Phase - ist deshalb das Abstoßen der auf bloßem Vertrauen INEINANDER, in die Kultur also, aufbauenden Werte und Wertsymbole, des Geldes in diesem Fall. Und die Flucht in diesen letzten Auffangboden, die Flucht in den Goldkauf.

Bemerkenswert, daß das Äquivalent von Gold und Ware, also von menschlicher Leistung, praktisch immer, zumindest annähernd, gleich blieb. Kostete vor zweihundert Jahren ein Maßanzug etwa eine Unze Gold, so entspricht der heutige Goldpreis genau demselben Warenwert: einem Maßanzug. Und es erhellt bereits das nächste zu Sagende, wenn man "Anzug" das bestimmende "Maß" vorstellt.

Denn da gab es die Segnungen der Industrialisierung, der Arbeitsteilung, noch mehr aber der Mechanisierung. Vorzugsweise durch Wirtschaftsstudien gescheit gemachte Fachleute jubeln von Jahr zu Jahr, in welchem Ausmaß die moderne Wirtschaftsgeschichte eine Versorgung der Menschen gesichert und verbessert hat, in welchem Ausmaß die Technik das Leben der Menschen verbessert und erleichtert hat.

Hat sie das aber wirklich? Ist das, was aus den Fabrikationsstraßen kommt, wirklich noch ein Anzug?

Fortsetzung - Teil 2  
Hat uns die technische Entwicklung wirklich 
"mehr" Dinge (leichter) ermöglicht? 
Oder werden nicht einfach die Dinge ausgewechselt? 
Bezieht sich die vielgerühmte Produktivitätssteigerung 
wirklich auf dieselben Dinge?



*240910*

Freitag, 10. September 2010

Das bestgehütete Geheimnis

"They stood very close to each other. She saw, in his eyes, that he felt as she did. If joy is the aim and the core of existence, she thought, and if that which has the power to give one joy is always guarded als one's deepest secret, then they had seen each other naked in that moment."

Ayn Rand, in "Atlas shrugged"

***

Das, was einem die größte Erfüllung bringt, die größte Freude vermittelt, ist stets eines bestgehütetes Geheimnis.

 
*100910*

Mittwoch, 18. Juni 2008

Da hört sich der Spaß aber auf

Reinhold Messner im Interview: Er könne es nicht mehr hören, wenn von "Spaß" die Rede sei - "Hauptsache Spaß!" sagten sich ja auch die Bergsteiger.

Er glaube niemandem mehr, daß es ihm wirklich darum gehe (und wenn sei er im Irrtum). Lebensfreude sei nämlich etwas ganz anders: sie hänge mit Verwirklichung von Ideen und mit Entfaltung zusammen. Und damit untrennbar mit Können. Können aber fange erst dort an, wo der Spaß aufhöre. In der Überwindung, im Durchhalten, im Ernst also - dort liege dann die Leistung der Verwirklichung, an der man sich freue.

So sehe er sich als Künstler, nicht als Bergsteiger: als selbstbestimmter Mensch, der Ideen mit ganzem Herzen umsetze.





*180608*