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Dienstag, 6. September 2022

Die Grundstimmung der Nutzlosigkeit

Bereits 1982 erscheint die deutsche Übersetzng von Jean Baudrillard's "Der symbolische Tausch und der Tod", wo er davon schreibt, daß wir (der Westen, unsere Kultur, unsere Kultur als Gesellschaft) in eine Richtung gegangen ist, in der immer weniger und bald nichts mehr produzhiert wird. Der Charakter der Arbeit hat sich von der Verfertigung von einem Produkt hin zu einer bloßen "Beschäftigung" gewandelt, in der sich die Gesellschaft nur noch mit der Reproduktion ihres eigenen Systems befaßt. 

Dementsprechend hat sich schon in den 1970er Jahren die Tendenz an den Universitäten gzeigt, daß die "Humanwissenschaften" immer stärkeren Zulauf erhielten. Immer weniger haben die Menschen die Welt selbst als ihre Aufgabe gesehen, in der sie sich hingebungsvoll einem schöpferischen Geschehen übergeben, sondern die Jugend wollte immer mehr Lehrer, Soziologen und Analysten sein, ihr Interesse galt dem Wissen - nicht dem Wissenserwerb, was ja die Wissenshaft selbst wäre - und der Kultur, alles eben was Faktoren der Reproduktion des allgemeinen Systems ist. 

Dienstag, 12. April 2022

Problem eines skrupellosen Kampfes um Elitarität

Näherungspunkt - Interviewgespräch zwischen Marc Friedrich und Ulrike Guerot. Die Sprachliche Eigenart als Bestandteil der persönlichen Grammatik, aus der heraus eine Weltsicht und die Art, wie sie präsentiert wird, hervorwächst. Guerot tritt einmal mehr als Repräsentantin DES gesellschaftlich-kulturellen Hauptdiskurses auf, sieht sich auch so (ohne dazu eine Wertung abzugeben, es könnte ja sein, daß? warum nicht, später) und die derzeitige Welle, auf der sie zu den populärsten Stimmen in den "Intellektuellenschichten" zählt, als Teil ihres eigenen Auftretens.

Was aber einmal mehr auffällt ist, wie sehr dieser sogenannte "öffentliche Diskurs" Identitätsquelle ist. Als Teil einer hierarchischen Ebene (Schichte, Verortungsmöglichkeit), die sich als Elite definiert, und recht weit oben siedelt. Umso bedeutender ist die Erzählung der Aufklärung, in der der Diskurs die entscheidende Bedeutung hat. Wie überall, wo es noch "Platz nach oben" gibt, also Personen nach oben kommen wolle. Oben als jenem Ort, an dem sie endlich aufhören können, zu definieren, zu erklären, um einfach "per Erlaß" durchsetzen zu können.

Samstag, 26. März 2022

Gedankensplitter (2009b)

Die zerstörte, nicht "verlorene" Einheit. Wie John D. Rockefeller aus Schlangenöl eine Medizin neu erfunden hat. Und um es zu verkaufen den furchtbaren Irrtum recht verkaufsfördernd fand, fortan einen gesunden Menschen ZU MACHEN. Genau das macht die mRNA-Impfung exemplarisch - Die kulturelle Höhe eines Volkes, die politische Stärke eines Fürsten kann man auch daraus erkennen, ob Parallelgesellschaften zugelassen, ja sogar ermutigt und gefordert werden, OHNE DIE EINHEIT eines vitalen Organismus ZU VERLIEREN. Diese vielleicht für Sie durchaus überraschende Erkenntnis muß man sehr ruhig durch Lunge, Leber und Magen streifen lassen - weil IM HERZEN ERWÄGEN.

Noch bis Maria Theresie war "Deutschland" ein unermeßlich reicher Subkontinent der Kulturausfaltung. Bis zu ihr. Dann setzten ihre "Reformen" ein, auch und mit den allergrößten Auswirkungen ihre Rechtsreform, die sämtliche Teil- und Praallelgesetzeslandschaften mit Gewalt zerquetschte.

Freitag, 25. März 2022

Gedankensplitter (2009a)

Wenn man eine Weltdeutung vertritt, die NUR BEHAUPTET wird, die sich also NICHT in der Natur ("Evidenz"), damit in der Vernunft weil damit für das normale Erleben bestätigt findet, muß man Gegenaussagen, die die Behauptung gefährden, natürlich verhindern und wenn sie doch auftreten, bestrafen. Umso schärfer, je bedeutender die behauptete Geschichte eingestuft wird.

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QR Buseks letztes Interview
Das letzte Interview mit +Erhard Busek, dem liniksliberale Aushängeschild der Wiener Öfaubeh in den 1970ern und prononcierten Motor des "Neuen Katholizismus" der Selbstauflösung. Ich schreibe das, weil er hier ganz offensichtlich einen Grundfehler in seinem Persönlichkeitsgrundhat. Aber das mag Gott nun bewerten, er starb vor zwei Tagen, r.i.p. Dabei war er doch noch gar nicht so alt. 

Das Zeitschicksal - So nenne ich das mittlerweile. Es betrifft SÄMTLICHE DERZEIT VORHANDENE Generationen, und wenn man will: Weltweit. Denn dieses Schicksal wird sie alle ereilen. Auch der ÖVP-Politikmensch hat das Durchschnittsalter der (männlichen) Bevölkerung nicht erreicht, wie so viele aus dem sogenannten "subjektiven Ereignishoriziont". Der auf "wissenschaftlichen" Uninn lieber verzichtet, um die Essenz der persönlichen Eindrücke für seine Urteile heranzuziehen. Zumindest in solchen Fragen. Und hier drängt sich erneut die Frage auf: Einmal zu viel geimpft, Herr +Busek, r.i.p.? Aber zugegeben hätte er das nie, jede Wette.

***
Bleibt nur noch die unsägliche, aber immer amüsantere Isabelle Daniel als Reibepunkt. Denn sie ist in Werde-Zustand, wie Frauen ja immer, die den Hafen, an den sie gebunde sind, um jeden Preis verheimlichen wollen, weil er sie aus einer Zugehörigkeit herausfallen lassen könnte. Der sie aber ihre gesamte Existenzkraft verdanken. 

Was an sich ja nicht verdammenswert wäre. Wie wollte man dem Blatt verdenken, daß es grün wird wie alle anderen Blätter? Haben wir denn nicht längst gelernt, daß das Prinzhipg der Einheit das Daseinsprinzip der Schöpfung überhaupt ist? Eben. 
Also müssen wir mit dem spitzen Bleistift differenzieren. Denn auch der Mythos des MASSENMENSCHEN ist in seiner negativen Konnotierung (einer Nicht-Freiheit) nur EIN TEIL des Versuchs, Gott aus der Welt hinauszuwerfen. Weil nichts sein kann, wenn es nicht DIE ANALOGIE DES EINSSEINS mit seinem Daseinsgrund ist. In dem es also einen "von außen" hereinkommenden Gott braucht, dessen Gnade wir alles verdanken. 
In wessen Interesse ist es also, die Einheit als Daseinsprinzip zu verbannen? Na? Na?!

Freitag, 26. November 2021

Albaner? Warum Albaner? (2)

Warum niemand sein Geschlecht wählen kann (aber ergreifen muß.) Und andere Enthüllungen aus der großen Kiste der Wahrheiten. - Das Problem geht "top down - von oben nach unten". Denn es sind die Führungsschichten, die korrumpiert sind. Erst unlängst ist die American Health Society an die Öffentlichkeit getreten und hat gefordert, daß auf den Geburtsdokumenten jeder Hinweis auf "Geschlecht" vermieden werden sollte.  Der Grund ist, daß "die" Studenten den Druck auf die Professoren erhöhen, die Medizin "genderneutral/-gerecht" zu lehren bzw. zu gestalten. 

Nun wären die Professoren selbst gar nicht dazu bereit. Aber es sind die übergeordneten Gremien, die das aufgreifen und durchsetzen wollen, und über die Anstellungsdekrete jede Macht haben. Diese Verwaltungsbehörden aber sind selbst bereits ein "Insidergeschäft" verwirrter Wissenschaft, denn man kann an eben diesen verwirrten Universitäten einen Abschuß in (gender-gespülter) "Universitätsverwaltung" machen, sodaß dafür gesorgt ist, daß schon die Falschen die Weichen stellen! Was soll so ein Expertentum also an brauchbaren Lösungen erarbeiten?
Wollen Sie, werter Leser, einem Arzt vertrauen, der allen Ernstes behauptet, es gäbe kein biologisch relevantes Geschlecht - und zwar in der Polarität von Mann und Frau? Was soll man also von so einem Arzt denken, der die simpelsten Augenfälligkeiten zugunsten eines absurden Weltbildes ignoriert, und sie danach behandelt? 

Donnerstag, 25. November 2021

Albaner? Warum Albaner? (1)

Ein früherer Herausgeber des "Lancet", eines der führenden Wissenschaftsmagazine der Welt der Medizin, dessen Name nichts zur Sache tut und zur Schonung der Person verschwiegen bleiben soll, war der Meinung, daß es zielführend sei bei einer Studie, die in dieser Zeit herauskommt und publiziert wird (sic!), davon auszugehen, daß sie falsch ist und völlig unsinnige "Resultate" verkündet. Und ein leitender Redakteur eines weiteren führenden britischen Magazins, des "British Medical Journal", sprach davon, daß mindestens - mindestens! - jede zweite Studie in der Medizin, die heute veröffentlicht wird, in die Tonne gehörte, weil sie unwissenschaftlich ist und falsche Aussagen "beweist".

QR Briggs im Interview

Das sind nur ein paar der vielen scharfsinnigen Aussagen, die William M. Briggs in einer nächsten Radiosendung in einer amüsanten Plauderei preisgibt. Wo er sein nächstes Buch ankündigt, in dem er Beweise, wissenschaftliche Beweise für eine Unzahl von Fehlern und Irrtümern liefern wird (das Buch erscheint in diesen Wochen), die die Linke vertritt oder - und das ist noch schlimmer - von denen sie nicht einmal weiß, daß sie sie als Postulate annimmt. Und die Linke hat ihren angekündigten Marsch durch die Institutionen wahr gemacht. 

Sie beherrscht den Wissenschaftsbetrieb fast lückenlos. Und hat "die Wissenschaft" in einen Zustand gebracht, in dem sie nicht mehr zu retten ist. Sie ist durch und durch politisiert, und durch und durch "woke", das heißt einem Diktat "zu habender Resultate" unterstellt. 

Mittwoch, 7. April 2021

Gedankensplitter (1077)

Wie rasch - das war 2015 so herrlich und amüsant zu beobachten - Liberale plötzlich zu "Konservativen" wurden, wie sie die Punzierung als "Rechte" (gerade im Widerspruch dagegen, gerade darin) genossen.

Wie schön sich darin aber einmal mehr eine der wesentlichsten (weiteren) Eigenschaften des Liberalen zeigt: Die Fähigkeit, seine Weltanschauung blitzschnell zu wechseln. Und darin, seltsamerweise, darin lügt er nicht einmal. Denn er sagt ja, daß er vom subjektiven Bedürfen ausgeht. Ändert sich die Welt, dann ändert sich eben auch das eigene Bedürfen.

Wie deutlich aber damit die Lüge des Liberalismus selbst wird. Dem genau das fehlt, was überhaupt eine Weltanschauung bedeutet: Die Transzendierung auf ein Ideengebäude hin, dem alle Sorgfalt angedeiht, um es der Wahrheit anzugleichen. Um so an der Wahrheit selbst teilzuhaben. An der ERST dann teilgehabt werden kann, wenn die persönliche Haltung die des Selbstübersteigens - als Sterben - ist.

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Gottseidank für die Liberalen, hat sich dazu so mancher im Eiltempo die Finger wundgeschrieben, damit man am nunmehr so bemitleidenswert blutbefleckten Papier die Verwirrung der Gehirnwindungen nicht allzu offen erkennen konnte, mit denen diese Lächerlichkeit in ein dick gefüttertes theoretisches Gewand gehüllt wurde, in dem nun mit breitem Schritt die Autorität der Wahrheit oder zumindest die Diskurs- weil Satisfaktionsfähigkeit dieser Position behauptet werden konnte. 

In Wahrheit dasselbe Unterfangen, das den Liberalen generell kennzeichnet. Der sofort zum scharfen Kritiker und Oppositionellen, ja "um der Wahrheit willen Verfolgten" wird, wenn ihm etwas - egal was - auf die Zehen fällt. In dem Moment unternimmt er alles, um das rein subjektive Bedürfnis (wie man es im üblichen Sprachgebrauch eben Egoismus nennt) zu befriedigen.

Und alles nur, damit er sich weiterhin nicht aus seiner Bequemlichkeit heraus zu bewegen braucht. Denn dem Liberalismus fehlt unter anderem eines - der Schlüssel zum schöpferischen Dasein, der Selbstüberschreitung heißt. Die genau das Gegenteil des Fundaments des Liberalen bedeutet, ihm deshalb Todfeind ist. Denn das Liberale hat nur die Behauptung, daß Gott die Welt im subjektiven Bedürfen ausreichend geregelt hat.

Er befindet sich deshalb im exakten Widerspruch zum Kreuz. Der Liberalismus befindet sich damit im genauen Widerspruch zur Erlösung.

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Übrigens ist auch jenes Verhalten der Arroganz zuzurechnen, das sich am häufigsten findet, und in dem diese Klasse durch betont joviales Verhalten "zeigen will", daß sie NICHT in Standesdünkel und Hochmut verfallen ist, TROTZ ihres eigentlich berechtigten Rechtes auf Übergeordnetheit.

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Somit ist es am naheliegendsten, die (besorgte) Feststellung, daß der Liberalismus praktisch lückenlos zur allgemeinen Weltanschauung in unseren Landen und Kulturen, ja in Europa und der gesamten westlichen Welt (aber auch nur dort!) wurde, mit dem "sozialen Aufstieg" in eins zu setzen. Aber nicht einfach nur mit diesem, sondern mehr noch mit der Hoffnung, dem Versprechen auf einen solchen. Sodaß er mit dem sozialistischen Sozialstaat heutiger Prägung in eins fällt. 

Den - eiderdautz, wieder einmal: eiderdautz! - die Liberalen ABLEHNEN! Zum Gegenteil, sie sind in der Regel die eifrigsten Verfechter eines ungebremsten Kapitalismus als Folge des Dogmas von der "Freiheit", die Freiheit von allem meint.

Warum ist das so? WEIL ER SIE aus oben bezeichneten Gründen GEFÄHRDET. Weil sie bemerken, daß ihr Zugewinn gar kein solcher war, aber noch so gewertet wird, daß es ihn aber nun in die Exklusivität zu stellen geboten ist, weil er sonst endgültig verwässert. 

Während er für sie selbst noch jenes Pferd war, das sie zu diesem "aus eigener Leistung errungenen Aufstieg" getragen hat. An einen Ort, dessen Türen und Tore sie aber nun rasch schließen wollen. Den sie gerade noch erreicht haben, aber nun ist Schluß. Den sie mit dicken walkwollenen, blick-, geruchs- und schalldichten Laken verhüllen, damit ihre Eigensüchte und Egoismen nicht gesehen werden, die sie mit großzügiger Geste des "ego me absolvo" ins Land des ewigen Vergessens abschieben möchten. 

Und sollte doch etwas vom Müllhaufen, den sie verbergen, noch ans Licht kommen, dann fällt es unter dieselbe Generalabsolution, die sie angesichts des heute Erlittenen - an dem sie, wie gesagt, selbst ihr gerüttelt Maß an Schuld und Ursache zu tragen hätten (sic!) - verdient zu haben behaupten. 


*250321*

Dienstag, 6. April 2021

Gedankensplitter (1076)

Das größte Übel am Liberalismus ist, daß er nicht nur Lügen verbreitet, sondern in sich eine Lüge IST. Denn sein Ziel ist kein positives Programm zu verwirklichen, sondern es ist antinomisch: Es besteht darin, jeden Widerspruch gegen die subjektive Willkür im Keime zu ersticken. Indem dem anderen und allem Begegnenden das Eigensein genommen wird. Das immer Ansprüche hat! 

So sehr, daß man überhaupt nicht von einem Sein der Dinge und damit der Welt sprechen kann, wenn die Dinge (und mit diesem hier stets ontologisch verwendeten Begriff sind auch Menschen gemeint) auch Ansprüche haben, die nicht verhandelbar sind! Die sich aus der Bedingung des Seienden überhaupt ergeben - an einem Ort zu stehen, das heißt ein Knotenpunkt von Beziehungen zu sein.

Liberalismus ist die Lüge der Tugendlosen, der Bequemen, der Menschen mit Acedia (als der seelischen Trägheit selbst), oder auch nur der schlichtweg Faulen, die allesamt mehr oder weniger versteckte Egoismen sind (den offen darzustellen doch noch geächtet ist).

Die Behauptung, daß nichts in der Welt durch scharfe Kontur seinen Ort in der Gesamtordnung HAT, daß überhaupt alles Humane disponibel ist, setzt das eigene Beharren auf grenzenlose und rücksichtslose Bedürfniserfüllung zur generellen Eigenschaft des Menschen. Und wer das nicht zugibt, ist einfach ein Lügner. Oder jemand, der sich halt nicht so gut kennt (wie man selber). 

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Der VdZ hat nicht wenige Menschen kennengelernt, die sich heute als Liberale bezeichnen. (So, wie sich heute ohnehin alle als Liberale entweder bezeichnen, oder faktisch Liberale sind. So sehr, daß es gar keine anderen Geisteshaltungen mehr gibt bzw. diese zahlenmäßig zu einem Bevölkerungsanteil geschmolzen sind, der in Bruchteilen von Prozenten zu messen ist.) 

Am vielsagendsten über die Natur des Liberalismus sind dabei jene, die aus Arbeiterfamilien stammen, und ihre gesamte Kindheit und Jugend im sozialdemokratischen Milieu verbrachten, wie es noch von ihren Eltern selbstbewußt vertreten worden ist. Deren Kinder sich sogar selber noch zu Beginn ihres Studiums als Links oder Sozialistisch bezeichnet haben. Die aber dann, eiderdautz, sobald sie "sozial aufgestiegen sind", ihre Bildungszertifikate in der Hand halten und ihrem "durch Leistung errungenen Recht" gemäße "Führungspositionen" erhalten haben, "toleranter" geworden sind. 

Weil sie nun liberaler geworden sind. Und das heißt angeblich weniger "eng", und was es noch an Unsinnsprädikaten für diese Aufweichungsgebote gibt, die im Liberalismus immanent sind, und die allem Widerständigen - und das ist nunmehr alles, das sich selbst noch als Identität sogar explizit behauptet - entgegengebracht werden, und diesen Anspruch mit der Behauptung höchster Moral umkleiden.

Und in einer Kultur der Auflösung, der Nichtung, ist tatsächlich das Gebot zur Auflösung, also der Liberalismus, höchstes Moralgebot. Weil Moral auf Erhaltung ausgerichtet ist, also auf Identität, die wirklich solche ist. Die somit als Identität fundamental jedem Liberalismus entgegensteht, und diesem niemals beitreten, diesen als gleichberechtigem Anspruch aber niemals neben sich dulden kann ohne ihn als das zu begreifen, was er ist: Feind, ja Todfeind.

***

Wenn wir von Studium sprechen, dann meinen wir das von eben dieser Sozialdemokratie verschleuderten, zur Volksverwirrung der Allgemeinheit "zugängig gemachten" Universitäts-Schullehrgänge, die lediglich den Zweck hatten und haben, sozialen Aufstieg zu ermöglichen. 

Nicht durch Bildung, sondern durch die Ansprüche, die sich aus Zertifikaten ergeben. Die gegen jede echte, innere, wirkliche Bildung auch jenen den Stand der Gebildeten zusprechen, und diesen sogar gesetzlich absichern. Und damit gegen jede (auch von ihnen selbst so gefühlt; machen wir uns nichts vor) Wahrnehmung der Umwelt eine Behauptung, Rang, Geltung und Autoritätsanspruch einer gewissen (vorgetäuschten) Gestalt durchsetzen können.

Aber wir müssen das noch schärfer weil umfassender, ganzheitlicher sehen. Mit der Massenuniversität wurde kein Aufstieg der früher "unteren" Schichten der Bevölkerung erreicht. Der war auch gar nie intendiert. Sondern es wurde der dieser Klasse übergeordnete Stand zerstört. Zerstörung, nicht Auferbauung war das Ziel des "allgemeinen, hürdenlosen Zugangs zu Universitätsstudien." 

Die man als "Chancengleichheit" bei der Verwirklichung von "Talenten" verkauft hat. Alleine in diesen Begriffen findet sich aber ein wahres Feuerwerk an Begriffsverwirrtheit und Lüge.

***

Kaum eine soziale Gruppe aber, die die neu gewonnene Klasse der Aufgestiegenen mehr gegen alle Gefahren absichert, ja: offensiv absichert, das heißt: präventiv. Kaum eine soziale Gruppe, die mehr darauf bedacht ist, sich sofort gegen alle "unteren" abzusichern, und kaum eine soziale Gruppe, die eifriger am Bann arbeitet, überhaupt noch zu erkennen: Am Großziehen des Hochmuts und der Arroganz.

Vorwiegend jene sind und werden deshalb "liberal", die etwas zu verlieren haben, von dem sie selber wissen, daß es ihnen entweder überhaupt nicht zusteht, oder das sie sich mit Gewalt und unter vielerlei Opfer der Umwelt widerrechtlich angeeignet haben. 

Genau dort kippt dann der Liberalismus auch zur rücksichtslosen Gewaltanwendung. Genau dort wird der Liberale zum Vertreter strikter staatlicher Gewalt gegen alle jene, die die Gefährdung ihres Anspruchs gefährden. 

Am erheiterndsten fand der VdZ dabei einen Spruch, der vor ein paar Jahren aufkam. Mit "Keine Toleranz den Intoleranten" wurde vorbeugend dieser Forderung nach Gewalt, die im Widerspruch zum ursprünglichen Anspruch steht und genau die hier beschriebenen Motivzusammenhänge zeigt, in eine vernebelte, irrationale Hausverstandskategorie zu heben versucht. Welcher Zug dann sämtliche Liberalen aufgesammelt hat, die ein wenig ratlos angesichts der einbrechenden Realitäten herumgestanden sind. 

Realitäten, die im übrigen - auch - die Frucht ihres eigenen Verhaltens sind bzw. waren: Die Rede ist hier von der 2015 allzu offensichtlich überbordenden Migration. Der Spruch ist deshalb nicht zufällig auch ... 2015 im öffentlichen Diskurs aufgetaucht. Und wurde sofort heftig akklamiert, und von erlöstem Aufatmen nach oben geblasen.


*250321*

Samstag, 19. Dezember 2020

Zu hohes Wissensniveau ohne Bildung

Es ist Zeit, wieder einige - fast zufällig herausgegriffene - Artikel der Vergangenheit neu ins Schaufenster zu stellen. Sie sollen zeigen, daß die Konzentration auf die aktuellen Geschehnisse leicht zur Täuschung führt, wir stünden in einer Zeit des "Nie Dagewesenen" oder "historischer Einmaligkeit." 

Wahr ist vielmehr, daß sich das Leben, die Geschichte, das menschliche Existieren immer nur rund um immer gleichbleibende Archetypen bewegt. Und diese sind es, mit denen wir zu tun haben.
 
Das ist der Grund, warum manchmal neue Artikel gar nicht lohnen. Weil alles ohnehin schon gesagt ist. Es ist nur vergessen. Sie sollen somit lediglich anhand einiger alter Artikel wieder in die Erinnerung gebracht werden. Weil scheinbar Aktuelles und nur aktuell zu Verstehendes auch auf diesem Blog schon VOR ZEHN JAHREN zu lesen stand. 

Artikel wie diesen hier. Er stammt vom 15. Oktober 2010.


Zu hohe Bildung

Bildung ist eben nicht die Sache angelernter Information, sondern der Umgang damit. Sie ist deshalb eine Angelegenheit der Persönlichkeit, und damit des persönlichen, und das heißt: familiären Umfelds. Nur wenn sich diese Gesamtheit nach oben orientiert, und das heißt: nach sittlicher Erhebung, wird sich auch langfristig (man sagte früher immer: drei Generationen dauert jedes Heben, eine der Verfall) das "Bildungsniveau" der Menschen eines Staates heben.

Es ist also schon von dieser Warte aus völlig widersinnig, zu meinen, man könnte kurz- oder mittelfristig soziale Probleme beheben, indem man die Menschen mit mehr Information vollstopft. Bildung ist nicht "erlernbar" - sie wird deshalb ja heute meist nur imitiert. Was sich in den Charakterbildern - Charakterbilder der Selbstbehauptung und Systemfunktionalität - der allermeisten mit akademischen Titeln geschmückten Mitbürger zeigt.

Schon gar weil man übersieht, daß jede Standesveränderung, zumal eine nach oben, als Identitätsveränderung in einem subtilen Zwischenspiel von Umwelt und Person stattfindet, und deshalb über eben diese drei Generationen enorm viel Spannungspotential bietet.

Darin liegt eines der Hauptprobleme heutigen Universitätswesens, wie überhaupt der Menschen, die fast durchweg eine inadäquate, zu hohe Ausbildung durchlaufen sollen, die ihrem Stand nicht entspricht, und an der sie so regelmäßig scheitern, daß dies nur zu verbergen war, indem das Anspruchsniveau (aber natürlich auch das Ansehen) nach und nach auf beschämende Tiefen gesenkt wurde.

(Dies noch gesagt ohne Bezug zum heute so unseligen "so viel als möglich" anstelle des "angemessenen".)



Dienstag, 21. Juli 2020

Leitbild Patentscheißer

Aus dem September 2010 stammt dieser Beitrag, der den deutschen Politiker und Industriellen Walther Rathenau zitiert. Denkt man an ihn, so meist ohne die Widersprüche zu sehen, in die man ihn posthoc steckt. Die Farbe, in der er gesehen wird, ist durch seinen Tod (die Ermordung durch deutsche Nationale) zu fest geprägt um noch Raum für eine Sicht zu lassen, in der Rathenau als präziser Denker und Analytiker des kulturellen Zustands von Deutschland erkannt werden könnte. 

Denn das ist er! Besonders bemerkenswert ist dabei, daß dieser Sohn des Mitbegründers der AEG, der als sehr vermögend bezeichnet werden muß, die zivilisatorische Entwicklung höchst kritisch gesehen hat. Zu sehr wird auf Technik gesetzt, das eigentlich Menschliche dabei kommt unter die Räder. Dabei ist gerade das jenes Kapital (oder jener Gründungsschaden), der diesem Land und Volk eine Zukunft gibt. Oder nicht. Das Umbrechen sämtlicher Lebensvorgänge in technische Abläufe erwürgt das Schöpferische. Ohne dieses aber kann kein Volk bestehen, oder sich gar entwickeln. Es degeneriert, allem technischen Fortschritt zum Trotz, ja gerade deswegen.

Die Technik schwächt den Menschen, wird sie zum ständigen Begleiter seiner Lebensgestaltung. Nicht nur verdunstet dabei sein Existieren, das ein ständiges Aktivieren der seelischen Kräfte im Hinausstrecken in die Welt ist (genau das versucht ja die Technik zu ersetzen), sondern sie prägt seine seelischen Strukturen nach ihrer Charakteristik. 

Läßt sich der Nutzen der Technik noch exakt beschreiben, denn sie bezieht sich ja auf die Erledigung konkret definierter Arbeit als deren Sinn, so wird einmal der Kollateralschaden, den sie anrichtet, meist gar nicht bedacht, und dann ihre indirekte Wirkung auf den Menschen, die auf einer ganz anderen Ebene liegt, völlig verdrängt oder gar nicht erkannt. Weil die Schäden durch die Anwendung von Technik aber mehrenteils eben auf einer anderen Ebene liegen, werden sie so gut wie immer auch in falsche Ursache-Wirkungs-Beziehungen gestellt. 

Oder wie heute, nach hundertfünfzig Jahren exzessiven Einsatzes von Technik in unseren Ländern, von einer Basis aus bewertet, die selbst bereits von den Gesetzen der Technik geformt ist und einen anderen Urteilskreis als den des spezifischen Nutzens gar nicht mehr kennt. So werden viele Schäden sogar noch als Vorteile und Errungenschaften gefeiert, weil nur ein spezifischer Nutzen gesehen wird.

Man denke an das linear-logistische Denken, das aus dem Funktionieren eines Computer-Software-Ablaufs die gesamte Denkstruktur eines Menschen zu bestimmen versucht. Sodaß mit dieser Technik Betraute in der Regel gar nicht mehr in der Lage sind, ihre Entscheidungen in einem größeren Rahmen als in dem von Abläufen, zu denen sie die gesamte Welt "machen".

Die Technik, die uns mittlerweile fast zur Gänze umgibt (welche Lebensabläufe gibt es noch, die NICHT von der Anwendung von Maschinen oder Ablaufschienen bestimmt sind?) prägt mittlerweile nicht nur gefährlich unsere gesamte Weltsicht, sondern sie hat das Denken unseres gesamten Kulturkreises ruiniert. Das nicht mehr den Rückschluß auf die wirkliche und gesamte Wirklichkeit sieht und sucht, sondern nur noch lineare und mehr oder weniger reduzierte Logikkreise kennt. 

So überträgt sich schon längst der Mythos, der in der Maschine steckt, auf die Weltsicht, besonderst bei Jungen: Es ist der Mythos der Magie, einer völlig von Menschen beherrschten, beherrschbaren und geschaffenen (sic!) Welt. Über die Anwendung von Maschinen erfährt der Mensch auf indirekte Weise also (siehe oben) eine komplett neue Weltanschauung und Grundhaltung der Welt gegenüber. 

Das hat aber nicht nur "Vorteile", sondern es überfrachtet uns erst unmerklich, aber mit den Jahren immer diktatorischer mit einem gar nicht mehr eingrenzbaren Verantwortungsgefühl. Aus dem heraus wir uns nach und nach gedrängt fühlen, buchstäblich ALLES auf der Welt bestimmen zu sollen und zu wollen. 

Gott gleich, wird das Schicksal der Welt als in den Händen des Menschen liegend betrachtet.  Von welchem zu sprechen nur Sinn hat, wenn man diesen Gott auch ganz real weil das Ganze bestimmend, wollend, gestaltend, also geschichtstragend und konkret denkt und sieht. 

Sogar der Kult wird zur technischen Produktion von "Heil", also zum lächerlichen Pseudogeschehen. In dem der beschworene Gott entweder zum willkürlichen, irrationalen Dämon wird, oder (und) zu einem letztlich von mir selbst beherrschten Funktionselement der eigenen Lebensführung.

Deshalb und nur in dem Maß kann es Heilung zur Glücksfähigkeit (die eben nicht, wie die Technik suggeriert, in einem alle irdischen, nützlichen Bereiche umfassenden "Wohlergehen" aufgehen) geben, wenn der Mensch wieder Realitätsfundierung erlangt. Wenn er gerade die absoluten Gründe der Welt und von sich selbst in einem realen, seine Realität zutiefst bestimmenden Seinsgrund begreift. Nicht konstruiert, sondern erfaßt, also als wirklichen Beweggrund der Welt zu sehen vermag. 

Denn er sieht sie nicht mehr! Gott wird so zu einem fernen, abstrakten, über allem schwebenden Ideenkonstrukt. Ergebnis der Blindheit, die die Technik wie ein schleichendes Gift in uns allen hervorbringt. Umso kulturbestimmender, als unsere Eliten schon zu solchen Patentscheißern wurden, wie Rathenau sie in ihren Grundzügen beschreibt.

Die damals in der Form von schmißwuscheligen Saufkumpanen auftraten, die sich heute aber mit Schlabberpulli angetan in veganen, "fair-trade" propagierenden Edeltrinkstuben einfinden. Die dieselbe Funktion erfüllen, wie die Brauhäuser und Ratsstuben anno 1910: Sie bilden Götter heraus, Menschen, die sich unter ihresgleichen wissen, und Bestätigung des jeweiligen Gottesstatus verlangen. Der alleine verbirgt, daß ihr Wesen Ungehorsam dem (ganzen, umfassenden, alles begründenden wie in sich bergenden) Sein gegenüber hier, tote Ablaufstarre dort geworden ist.

Die zwar keinen Schmiß an der Wange ausweisen, aber lediglich deshalb, weil sie andere Formensprachen der starren Signaturen des Erwähltseins benutzen, zu der auch die Verachtung dieser alten Formen (weil jeder Tradition) gehört. Und das sich wie damals aus der "überlegenen Moral" konstituiert, die zu jedem selbstherrlichen Eingreifen in die Welt berechtigt, auch wenn es die Freiheit und Würde des anderen zerstört. Die somit also das Recht zur Freiheit patentiert haben, das man aber allen abspricht, die nicht zu dieser Elite gehören, und dies dadurch zeigen, daß sie deren Parteiabzeichen nicht am Revers trägt.

 
Hier also nun das Zitat von Rathenau.
"Als Typus der hoffnungsvollen Jugend, die Aussicht auf "Karriere" hatte, der Patentscheißer, aufgeschwemmte Burschen, schnöde und zynisch im Auftreten, mit geklebtem Scheitel, gestriemten Gesichtern, Reiterstegen an den gestrafften Beinkleidern, schnarrender Stimme, die den Kommandoton des Offiziers nachahmte. Den Hochschulbetrieb verachteten sie, die kümmerlichen Prüfungsreifen erlangten sie durch sogenannte Pressen, ein feindseliges und herausforderndes Wesen trugen sie zur Schau, außer wenn es sich um Konnexionen handelte, ihre Zeit verbrachten sie mit Pauken, Saufen und Erzählen von Schweinereien. Solche Gestalten wurden geduldet, ja anerkannt; sie waren bestimmt, zu denen zu gehören, die das Volk regieren, richten, lehren, heilen und erbauen." 
Walther Rathenau über den Typus, der um 1900 die Berliner Hochschulen als künftige Elite bevölkerte. 
Jener Typus also, der 1914 an der Spitze Deutschlands stand.
Man konnte, schreibt Rathenau, dieser Schichte, ihren Vertretern
in Beamtentum und Militär, nur von oben beikommen;
von unten ließe sie sich nur
strategisch umgehen, nicht durchbrechen.
*280910*


*200720* 

Samstag, 20. Juni 2020

Not und Elend (2)

Teil 2) Zumindest tendenziell hätte der Standard Recht.
Wäre Bonelli tatsächlich das, was man ihm hier vorwirft.
Aber damit kokettiert Bonelli ja nur, das ist das Problem.


Wenn wie bei Bonelli (und leider so vielen heutigen "Katholiken") die philosophischen, metaphysischen Fundamente für eine liberale Schießbude gebaut wurden, kann nicht der cleverste Identitätsschuster einen "Dom" draufsetzen. Er wird deshalb eine Schießbude bauen, der außen aber potemkinsch bemalte Domleinwände übergezogen werden. 

Man muß hier deshalb die Kritik bei "katholischen" Institutionen anbringen, die diesen Mann mit einer Autorität ausstatten, weil sie ihn in einen Anerkennungsrahmen stellen, der zwar dem Normalzustand heutiger "katholischer Universität" entspricht - eben einem Trojanischen Pferd, dem um Mitternacht die linken, materialistischen und atheistischen Krieger entsteigen, die handstreichartig die Herrschaft übernehmen - mit katholisch und wahr jedoch nichts zu tun hat. 

Denn die in der Wahrheitstradition des christlichen Abendlandes aufgebaute Psychologie unterscheidet sich dermaßen fundamental von Psychologieschustern wie Bonelli, daß man bei dem, was Letzterer betreibt, gar nicht mehr von Psychologie sprechen kann. Es ist eloquent und sophistisch verkleidete Vernebelungs- und Verwirrungstaktik, die - man muß es so brutal formulieren - simple Geschäftsinteressen verfolgen. An der sich aber jeder Mensch guten Willens zum geistigen Tode verschluckt.

Sodaß man hier sagen muß: Tendenziell hat der Standard natürlich Recht! Aber Bonelli gebührt nicht die Ehre, von linken Atheisten als "Gegner", und schon gar als "katholischer Gegner" an den Pranger gestellt zu werden. Daß das geschieht beweist lediglich und einmal mehr, wie dumm Linke sind.

Daß der oberösterreichische Schmuddel-T-Shirt-Psychiater, der in der Corona-Krise durch (für Liberale so typische) nanednana-Videos "Furore" machte und gerade in katholisch titulierten Kreisen wie ein Retter des Vaterlandes gefeiert wurde (samt der immer wieder aufflackernden Aufforderung, eine "Partei" zu gründen), sich nun verteidigt, indem er nachweist, daß er "nichts gegen Homosexuelle habe", und außerdem und überhaupt sei ihm das alles egal, muß dann gar nicht weiter kommentiert werden. 

Es ist erbärmlich, wenn und wie der Mann sich nun "eh als Liberaler" darstellen möchte, und deshalb eine Verteidigung für notwendig erachtet. Denn wie und was jemand glaubt, ist ja doch bloße Privatsache und natürlich verschweigt, wie sehr Homosexualität einen Menschen zerstört, und es schon deshalb problematisch ist, das zu verschweigen (wobei Bonelli die wirkliche Problematik darum vermutlich gar nicht kennt).

"Ich habe nie gesagt, Homosexualität sei veränderbar," heißt das dann. Statt den Mut zu besitzen zu sagen, was wirklich fundierte Sicht der Seelenlandschaften des Menschen notwendig machte. Notwendig, gerade für einen "Arzt", als den sich Bonelli eigenen Aussagen nach sieht. Und die muß (!) Homosexualität als das bezeichnen, was sie ist: Eine mehr oder weniger schwere Charakterneurose, die höchstens in fortgeschrittenem Zustand, also einer Psychose, nicht oder nur noch schwer heilbar (und insofern "veränderbar") ist. 

Sie ist aber letztlich (beziehungsweise erstlich) aus der Sünde, also der Seins- weil Selbstverfehlung entstanden, die sich sexuell ausdrückt und darin die leibliche Konstitution schwer schädigt, so schwer, daß es sogar typische "körperliche" Krankheitsbilder gibt, die praktisch immer mit dem Bereich von Immunschwächen und -problemen zu tun haben. Gut, jemanden zu verurteilen", also in einen Zustand "fest-sprechen" (was von der psychologischen Charakteristik auf eine Art Fluch hinausläuft) darf - beziehungsweise soll - nicht sein. 

Aber gerade bei Freunden (und Bonelli rühmt sich hier seiner homosexuellen Freunde) darf die feste Haltung nicht fehlen, in der diese wissen, daß sie sich in einem objektiv ungeordneten Zustand befinden, der eine wahrhaftige Begegnung fortschreitend unmöglich macht. Als Arzt aber muß diese Haltung klaren Ausdruck finden. Denn man sagt ja jemandem, der mit Masernpusteln kommt, auch nicht, daß eine Therapie mit Schmierseife gegen Fußpilz ausreicht.

Nein, nicht wird hier verlangt, Bonelli aus katholischen Bildungseinrichtungen und Seelsorgekreisen hinauszuwerfen, weil er liberal ist. Es wird verlangt, weil Bonellis Theorien und Thesen außer Schlagwortwahrheiten (die dann bloße Richtigkeiten sind) erzählen, die mit katholischer Aura zu umhüllen ein Verbrechen gegen jene Wahrheitspflicht ist, die solchen Institutionen (und Hochschulen sowieso) wesentlich sein muß. 

Und - vor allem! - diesen Mann mit einer "Psychologie" auftreten und reüssieren läßt, die eine Verhöhnung der Weisheit abendländischer Seelenkunde bedeutet. Das ist als würden sich Baumeister, die über viele Jahrhunderte Dome bauten, von einem Wanderzeltbauer nicht nur erklären lassen, wie Häuser zu bauen seien, sondern dazu auch noch zustimmend nicken, als wäre ihnen nun endlich erklärt worden, wie die Welt der Architektur in Wirklichkeit aussieht. Von Leuten, noch dazu, die es wirklich besser wissen müßten. 

Denn in diesem (natürlich nicht nur in diesem) hat auch E. Michael Jones Recht. Wenn er sagt, daß Wissenschaftlern mit hoher Reputation in der Öffentlichkeit und in der Wissenschaftswelt (am Beispiel Heisenberg gegenüber dem Einbrechen von primitiven Scharlatanen wie Kinsey in die deutsche Bildungs- und damit Medienwelt darstellbar) eine hohe Verantwortung in der öffentlichen Diskussion (also in der Bildung des allgemeinen Narrativs) zukommt. 

Nicht, weil sie Wächter der öffentlichen Moral sind. Sondern weil sie Wächter ihrer Geistessphäre (in dem Fall: Der Wissenschaft) sein MÜSSEN, um diese vor jenem Schaden zu bewahren, den sie erleiden werden, wenn unter dem Ansehen, das in der Vergangenheit erworben wurde, und dem sie die höchste Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit errungen hat, Piratenschiffe eindringen, die Kohle statt Gold verteilen, aber den selben Preis verlangen.

In diesem Sinne wäre an Ruf und Wirkungsmöglichkeiten Bonellis enorm viel zu korrigieren. Nicht, daß man ihn zum Verstummen bringen sollte oder das auch nur dürfte. Aber dafür ist das Forum einer hermetischen, diskreten Hochschulentfaltung (als "närrischer Raum") zuständig, deren Membranartige Grenzen zur Außenwelt aber die kathartische Ära strenger Wahrheitsfindung ist. Ihr Raum ist sicher nicht die Bühne. Und schon gar nicht die Bühne Katholischer Einrichtungen. 

Denn auch wenn es manchen schockieren muß: Raphael Bonelli ist Psychiater und Psychoanalytiker der Gegenwart. Diese Leute sind Abbilder jenes Vorbildes, in wessen Fußstapfen sie wandeln, und das ist Sigmund Freud. Sie sind wie er unredliche Scharlatane und Betrüger, die sich mit dieser Art Psychologie, die sie als "neue Wissenschaft" deklariert haben und deklarieren, einen Weg gebaut haben, trotz der Unfähigkeit, sich zur Welt hin als Persönlichkeit zu bewähren und damit im Geheimnis des Seins sich in empfangender Haltung über dem Nichts gehalten zu wissen, einen hohen, ja überlegenen Stand zu sichern. Der dadurch erzielt wird, indem man die Konkurrenz, also die starke, wahre, wahrhaftige Persönlichkeit verleumdet und auflöst. Was so nebenbei höchst lukrativ sein kann. 





*290520*

Freitag, 19. Juni 2020

Not und Elend (1)

Die Kritik, die auf diesen Seiten an Raphael Bonelli schon mehrmals artikuliert wurde, und bislang eher theoretisch war, erhält durch diese "Verteidigung" des Psychiaters und Psychotherapeuten ihr praktisches Fundament. Noch besser hätte man die Evidenzen nicht aufzeigen können, aus welchem liberalen Seichtwasser der Mann gestrickt ist. Den seltsamerweise, aber so typisch, von katholischen Organisationen, Gruppen und vielen einfachen Gläubigen als Fahnenträger der "guten Sache" gefeiert wird.

In dieser Stellungnahme versucht Bonelli, sich eines Artikels im österreichischen Flaggschiff des linksliberalen Lagers 'Der Standard' zu erwehren. Der ihm zu große Nähe zu (ultra- und sonst was-) konservativen katholischen Institutionen vorwirft. Samt den Hebelargumenten, er sei auch homophob, also "gegen" Homosexuelle eingestellt.

Alles das verneint Bonelli vehement und mit weinerlichem Gesicht, das den subjektiven Eindruck einer sonst oft schon so deutlich in der Physiognomie durchscheinenden Tendenz zur Gesichtslähmung (also einer Nervenschädigung in der "Maske", der "Persona") zur Prophetie macht. Er werde zu Unrecht angegriffen, denn er sei in seiner Arbeit weltanschaulich neutral, und selbstverständlich fließe eine religiöse Haltung oder Anschauung nicht in seine psychologische beziehungsweise therapeutische Arbeit ein.

Lassen wir einmal beiseite, wie das gehen soll. Denn wie soll sich eine (wissenschaftliche!) Sichtweise bilden, in der jene Elemente keine Rolle spielen, die als Licht (!) zur Erfassung der Wahrheit, also auch der Wahrheit über die Welt, über die Dinge, über den Menschen sohin, sogar die entscheidende Rolle spielt. Die voraussetzungslose Wissenschaft, von der offenbar auch Bonelli phantasiert, gibt es nämlich nicht. Und was er hier von sich weist, ist andererseits (und wenn es nützt) sein Etikett und damit seine Eintrittskarte als Autorität in Institutionen, die er genau damit schwer schädigt. 
Das Argument einer objektiven Wissenschaft erfüllt seine Wahrheit nicht durch die angebliche "Voraussetzungslosigkeit", sondern über die Natur der Wahrheit als Universalität, die nur durch sittliche Bedingungen zugängig wird. Insofern ist Wahrheit als objektive Grammatik der Welt tatsächlich "subjektiv". 
Aber nicht weil die Wahrheit (die immer eine konkrete Wahrheit "über oder von" etwas ist) selbst relativ, also nicht festmachbar, nicht definierbar ist. Sondern weil die Wahrheit sich erst über eine Beziehung zu ihr erschließt, ihre Reinheit und Darstellbarkeit - und damit ihre Objektivität - durch eine Person von deren sittlicher Reife abhängt.
Das ist der Ort für jene These, nach der sich in Bonelli (und seinem Denken, seiner Psychologie, seiner "Arzt"-Eigenschaft sohin) etwas offenbart, was als Hauptproblem einer Kultur im Zusammenbruch gesehen werden muß. Für die Bonelli symptomatisch ist. Denn wenn sich eine Kultur auflöst, tut sie das durch Auflösung ihrer institutionalisierten Formen. Da wird sogar bedeutend, daß sich Bonelli zum Beispiel in seinen "Corona-Videos" einem großen Auditorium im schlabbrigen T-Shirt präsentiert. Formverzicht ist zwar heute der Schlüssel zu den Menschen, aber nur, weil diesen jede Hürde der Begegnung "erspart" wird. 

Damit aber reduziert sich Wahrheit und damit Sprache auf eine "technische Logik", die es geben soll - aber gar nicht gibt! In jedem Fall aber vermeidet man nun jeden Widerspruch, weil jede Kritik sich schon nur durch die nunmehr manifeste Positions- weil Ortslosigkeit (also Indefiniertheit) beziehen kann, also von Vornherein danebenschießt. Denn ihr Ziel, die Person, die Figur, löst sich wie ein Spuk sofort auf, sobald man danach greift. 

Das entspricht auch der Beobachtung seiner Physiognomie entsprechend. Wenn oben (etwas, aber nur etwas polemisch) von Gesichtslähmung gesprochen wurde, so steckt dahinter der wahre Kern der Persönlichkeitsdiffusion. Diese wird durch Invertiertheit betrieben. Die das Denkprinzip ist. Sagen wir es salopp: Durch "In-sich-Hineingehen", im Wesentlichen also durch die Denkgestalt der Reflexivität (wir verweisen zur tiefergehenden Erklärung auf Texte hier, aber vor allem auf die Arbeiten von Walter Hoeres zu Reflexivität und Persönlichkeitsdiffusion) wird jene Ich-Grundlage aufgelöst, die selbst betrachtet wird, wobei Betrachtetes und Betrachtendes nicht unterscheidbar weil identisch ist. Resultat? Das Nichts. 

Diese Selbstnichtung ist sogar Prinzip der allermeisten Strömungen der Psychologie heute. Die ihre Therapie praktisch ausnahmslos als Auflösung der Persönlichkeit versteht, in der - natürlich! - Probleme "gelöst" werden. Durch von der Anwendung dieses Prinzips als "Heilungsprinzip" wird auch der Therapeut selbst affiziert. Sodaß der seelische Zustand von Therapeuten in sehr vielen Fällen höchst problematisch ist. Das ist auch bei Bonelli zu beobachten, mehr als er wohl glauben würde. 

Das begründet aber auch das, was fälschlicherweise von vielen als "Talent" oder "Fähigkeit" gesehen wird: Wo sich alles aufgelöst hat, wird die Sprache, getrieben von der sogenannten Intelligenz, auch höchst "flexibel". Der Mensch kann also "gut und spontan reden". Weil die Phantasie, das die Weltbruchstücke zu einem Ganzen (Bild) Vorschlagende, das dann das Ich zu einem Bild formen muß (also in Verantwortung, das heißt im Rahmen seiner Beziehung ZU jemandem etc.), keiner Bindung unterliegt. Weil die Phantasie nicht jene Grammatik trägt, die bei einer gesunden Person und Persönlichkeit (als Gestalt, in der sämtliche Beziehungsfäden integriert und beantwortet sind) aktiv und prägend vorhanden ist, die Bilder und die Sprache formt. Solche Personen werden zu "Plapperschnuten", sagen wir so, und "schlagen permanent Lösungen vor", ja scheinen unerschöpfbarer Quell von Möglichkeiten, denen nur eines fehlt: Verbindlichkeit. Wer sollte solche aufgelösten, nie Kraft zur Beziehung, nie Verbindlichkeit fordernden Personen "nicht mögen"? Die noch dazu von Schuld befreien? (Denn das ist der wirkliche Hintergrund für "Patienten".) Das ist doch die 70 Euro (und mehr) für die Sitzung locker wert?

Wessentwegen (also wegen der Auflösung der eigenen Persönlichkeit (die nur noch zu "einer Möglichkeit unter vielen" wird, deren man sich gelegentlich  bedient) die Branche übrigens "Supervision" eingerichtet hat. Denn der Therapeut verliert in seiner "Arbeit" regelmäßig jeden "objektiven Einordnungs-Rahmen", in dem erst er so wie jeder Mensch wenigstens irgendwie fest in der Welt steht. 

Meist über seine Branchenidentität: Kein Psychologe, der nicht bei jeder Gelegenheit erzählt, daß er ein solcher ist; die Bedeutung dieser Identitätsformel, die heute das am meisten Ersehnte, gerade von Psychologen am meisten ersehnte liefert: Autorität!, ist gar nicht zu überschätzen.

Sehen Sie aber auch, werter Leser, wie die Psychologie die Beichte ersetzt und bereits ersetzt hat? Natürlich ohne ihre reale Wirkung, weshalb Psychotherapien eine Eigenschaft haben: Sie werden zur sich selbst perennierenden Einrichtung für jeden, der sich darauf einmal eingelassen hat. 

Mit dem entscheidenden, weiteren Unterschied zur Beichte: Und das ist der wirkliche, also wirkende und wirken sollende Hintergrund, daß das Gegenüber "Sein selbst, Gott, die objektivste und - das ist wichtig! - absolute Ordnung, durch ein anderes Gegenüber ersetzt wird, den Therapeuten, und dessen Wahrheitsgrad (sozusagen), der Absolutheit beanspruchen muß. Weil sonst an Therapie nicht einmal gedacht werden kann. 

Wenn man in einem Streit zwischen zwei Personen, illustrieren wir es mal so, die jeweilige Person (oder auch nur eine; dann setzt sich halt die andere durch) aufgelöst wird, indem ihre Basis relativiert, in Sophistereien so lange zerredet wird, bis nichts mehr bleibt, weil der ordnende Rahmen der Ratio verloren geht, den in der Regel dann der Psychiater "ersetzt", das heißt, die heutige Psychologie zieht den "Patienten" ein neues, künstliches Verstandeskorsett ein, in dem dann die spezifischen Probleme des zu Behandelnden "lösbar" sind, zumindest eine begrenzte Zeit. Denn dauerhaft vermag die heutige Psychologie nichts zu bewirken, das wissen auch die Psychologen selbst, die sich mit Untersuchungen auseinanderzusetzen haben, die belegen, daß sich "Heilerfolge" der heutigen Psychotherapie im extrem niedrigen Bereich bewegen.

Denn Bonelli ist ein Trojanisches Pferd. Eines von so vielen natürlich nur. Aber eben eines von vielen. Das Etikett "katholisch" spricht der Psychiater zwar nicht (oder nur indirekt) aus, aber er kokettiert damit. Es ist nämlich sehr nützlich!

Aber wir stoßen hier an ein großes Problem der Gegenwart, das auf eine Verwirrung zurückzuführen ist, die zu allergrößten Teilen sogar genau dem Handwerk Bonellis zuzuschreiben ist: Der Psychologie des 20. Jahrhunderts, die maßgeblich auf (atheistische, materialistische, evolutionistische) Figuren wie Sigmund Freud aufbaut. 

Die Wahrheit ist deshalb, daß, wenn Bonelli "katholisch" wäre, die Kritik des Standard weitestgehend zuträfe. Und man (endlich!) ohne jede Scheu zugeben müßte, daß zumindest das meiste an den Anwürfen stimmte. Aber dazu bräuchte man jene Eier, die Bonelli zwar in seinen Vorträgen und Schriften einfordert, aber persönlich nicht hat. Dazu braucht es aber keine große Lektüre seiner Äußerungen, die sich wie die gesamte heutige Mainstream-Psychologie und Mainstream-Psychotherapie im Westen auf der Ebene von Küchenpsychologie bewegt. 

In die bemühte Leute wie Bonelli, die da ein eigenes Publikumsfach ausschöpfen, dem Schlagworte und Triggerbegriffe genügen, um einen "Wissenschaftler" samt und sonders zum einen heilig zu sprechen, zum anderen Tür und Tor zur eigenen "Information und Bildung" öffnen. Dabei wird jedes Denken abgeschaltet, denn man sucht ohnehin nur Schlagworte, an die man sich anhängen kann, sucht ohnehin nur Images (Bilder) und Identitätsziegel, die man dann zu einer Art "Identität" zusammenschustert. Aus der dann "Katholisches" generiert wird, das mit Katholizität ungefähr so viel zu tun hat wie Schusterblumen in der Krieau mit dem World Trade Center vor 9/11 - nämlich gar nix. 


Morgen Teil 2) Zumindest tendenziell hätte der Standard Recht.
Wäre Bonelli tatsächlich das, was man ihm hier vorwirft.
Aber damit kokettiert Bonelli ja nur, das ist das Problem.

 
 
*290520*

Montag, 25. Mai 2020

Kent State - Der Tag, ab dem geschossen wurde

Es wird sich kaum noch jemand daran erinnern, nicht bei uns zumindest. Aber am 4. Mai 1970 eröffnete die US-Nationalgarde das Feuer auf einige Dutzend Studenten, die am Campus der Kent State University gegen den Vietnamkrieg demonstriert hatten. Das war der Anfang vom Ende der "Studentenunruhen", die in immer höherem Tempo ihre Energie nach innen ablenkten, auf Sex und Drogen und Musik, in der sie vom Protest träumten, und sich die Wohlgefühle auf Kosten der Selbstverkonsumierung in einer lächerlich umgedeuteten Freiheit holten.

Auch wenn dem Anschein nach die Proteste fortan eskalierten - es war nur Schein, während sich die Aggression gegen die innere Substanz wendete, mit einem neuen Feind vor Augen. Familie. Kirche. Ehe. Und ... Staat.

Denn das waren die Auswege, die nicht nur großzügig gestattet, sondern die sogar unterstützt wurden. Von eben diesem Staat, den zu okkupieren und dessen Instrumente für ihre Zwecke zu nützen das Ziel der wirklichen Feinde war. Weil sie halfen, den eigentlichen Feind auf dessen innerster Linie zu bekämpfen.

Die Verweigerung ging nach innen, auf die engsten sozialen und verbindlichen Verhältnisse, die damit aufgelöst wurden, die aber alleine einem Staat Stabilität und Freiheit geben, der auf Ernst und Verantwortung der Bürger beruhen muß. Auf Familie, Ehe, Kirche. Nur sie können die nötige Einheit als wahre Grammatik seiner Bürger geben. Der Staat als Tor zur Macht war Beute und Frucht, die reif wurde, wenn ihre Säulen fielen, und der fortan leicht zu kassieren war.

Kent State wirkte fort. In den nächsten zwei Wochen kam es im Mai 1970 folgerichtig zu zwei weiteren Schußübungen auf Studenten, denen auch halbe Kinder und zufällige Zuseher zum Opfer fielen. Insgesamt gab es zehn Tote und Dutzende Verletzte. Die Protestierer waren schockiert. Damit hatte niemand gerechnet.
Aber dieser Schock war beabsichtigt. Allen späteren Diskussionen zum Trotz, wer dafür verantwortlich, ob nicht sogar alles ein großes Mißverständnis einzelner übernervöser Soldaten gewesen sei. Wenn der Staat, der immer über Strukturen wirkt, seine Taten verbergen möchte, sucht er eben Einzeltäter. 
Aber es war die Politik hinter und in der Politik. Die mit einem Markstein - Soldaten schossen auf eigene Bürger - erfolgreich eine mögliche Gefahr im Kampf gegen eine andere mögliche Gefahr bekämpft hatte. Heute ist es die Angst vor dem nächsten Corona-Ausbruch, damals war es die Angst vor dem nächsten Erfolg der Kommunisten,* die in der Auslage standen, mit dem Etikett "Feind" darauf. Mit exakten Bildern, wie dieser Feind aussah, damit sie sich jeder einprägen konnte.

So wurde eine Angst vor einem Feind geschürt, die es damals rechtfertigte (und die es heute rechtfertigt), neben anderen auch eines der bedeutendsten Grundrechte, das die US-Verfassung garantiert, außer Kraft zu setzen. Das Versammlungsrecht, das Recht auf freie Meinungsäußerung. Der Staat hatte gezeigt, daß er bereit war, Krieg auch gegen die eigene Bevölkerung zu führen, sollte er sein oberstes Ziel "Sicherheit" ("Gesundheit") in Gefahr sehen.
Das Beispiel war maßstabsetzend, und die Bürger verstanden die Botschaft. Die Partei der Freiheit fand keine Streiter des Willens mehr.  Die USA aber weiteten den Krieg aus, bezogen nun sogar Kambodscha ein.
Wer aber ist der wahre Feind? Das mußte damals und das muß heute beantwortet werden. Damals fand man die Antwort nicht, damals täuschte man sich, und jede Täuschung wird vom wahren Feind sofort genützt. Der wahre Feind wurde wie die Natter an der Brust weiter genährt, weil er unsichtbar blieb.**

Und heute? Ist es wirklich das Gespenst Corona, das wie ein Geist mal hier, mal dort auftaucht, und den Staat zu Maßnahmen aufstachelt, die eine Gesellschaft strukturieren, die nur noch seelenlos funktioniert, und jederzeit bis in die intimsten Ecken hinein gesteuert und entkernt werden kann? Oder ist es nicht vielmehr alles, was uns diese Intimität, diese Verantwortung weil Freiheit nimmt, und uns somit unserer schöpferischesten Kräfte (weiter) beraubt?
Aber vielleicht haben wir in der Corona-Krise diese Antwort bereits gegeben. Und sie ist auf die entscheidende Weise dieselbe wie damals nach Kent State. Sie bedeutet das Ende der Freiheit in einer Gesellschaft. Deren wahre Herren uns als Entgelt für unsere Freiheit Sex und Drogen und Rock'n Roll gewähren. 
Wie? Ach so, nein. Das nennt man heute anders. Man nennt es Gesundheit. Nan nennt es Weltrettung. Man nennt es Rettung von Leben.

***

Sie deuten Freiheit also um. So läßt sich Illusion "gerechtfertigt" an die Stelle der Wirklichkeit setzen. Heutige Studenten demonstrieren also friedlich und virtuell, weil es um die "Gesundheit" geht, die Staatsmaxime. Gegen letztere niemand mehr zu protestieren wagt, sonst wird er auf die eine oder andere Weise fertiggemacht. Also wird über Facebook und Twitter gestreikt, daß die Erde bebt. Heutige Protestierer sind besser als die Bösen. 

Angeblich sollen sich in einer nächsten Eskalation Dutzende Studenten mit Filzstift "Streik" auf die Stirn gemalt haben. 
Ärzte warnen vor den gesundheitlichen Folgen und Greenpeace vor den Auswirkungen auf das Klima. Woraufhin die Hälfte der Protestierer den virtuellen Streik abbrachen und sich die Stirne sauber rubbelten. 
Nur die Kanzler von Österreich und Deutschland stellten sich auf die Seite der Demonstranten, stellten Waschpaste "koste es was es wolle" zur Verfügung, und wiesen auf das Recht auf freie Meinungsäußerung hin, das immer noch Vorrang habe, solange keine Gefahr für Ansteckung mit Corona-Viren bestünde. 

Im Gegensatz zu Demonstranten in Berlin und Wien, deren Protestaufmärsche gegen die Einschränkungsmaßnahmen der Regierung freilich gar nie "verboten" wurden. Sondern deren Proponenten schlicht deshalb mit Polizeigewalt entfernt worden waren, weil sie sich zu einem nicht unbeträchtlichen Prozentsatz nicht an gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen - Maskentragepflicht und 1,50 Meter Mindestabstand - gehalten hatten. Wogegen die Protestierer protestierten, denn sehr wohl hatten sie sich daran gehalten.

Anfragen der Opposition in fünf Fällen wurden als demokratiegefährdend zurückgewiesen: Auch 1,32 Meter Abstand (wie bei den fünf gemessen) sind zu wenig, um eine mögliche Ansteckung der Bevölkerung mit möglichen Viren zu verhindern.

Remember Kent State!




*Damals hat der Staat die Schlacht gewonnen, aber sie war irrelevant. Denn der Krieg fand woanders statt, und diesen Krieg hat er verloren. Weil der wahre Feind und die wahre Kampfszenerie nicht erkannt worden war. Die gewonnene Schlacht war auch damals vielmehr eine Entblößung des Staates, sodaß man fragen muß, wer diese Schlachten überhaupt geführt hat, ob nämlich nicht schon der wahre Feind. 

Diese Verwirrungsspiele im Hinweis auf einen angeblichen Gegner, während der wahre Gegner bereits die Befehlshierarchien durchdrungen hat, finden aber auch heute statt. Wir "kämpfen gegen Corona", und reißen in Wahrheit alle Barrieren gegen die Unfreiheit ein. In Zukunft kann jeder die nunmehr akzeptierten Instrumente der Knechtung der Bürger benutzen, sie sind etabliert und warten auf ihre nächsten Einsätze.

**Wir nennen ihn hier "das Imperium". Es steht im Fall der USA damals wie heute gegen die Rückbesinnung auf die Nation. Und wenn es jemandem beliebt, die Corona-Krise von heute zu vereinfachen, ist auch dafür diese Gegeneinandersetzung zutreffend. Mit der die National-Kräfte im jederzeitigen Shutdown unwirksam gemacht, umgelenkt, ausgeschaltet werden können.



*070520*

Freitag, 4. Oktober 2019

In welcher Wirklichkeit leben sie?

Dieses Video von Ami Horowitz ist witzig. Erst stellt er Mitgliedern und Studenten der Universität von Berkeley die Frage, ob sie meinen, daß Schwarze in den USA benachteiligt seien. Durch schwereren Zugang zu Internet und Computern, durch Probleme beim Erhalt einer Identity Card, der bei Wahlen vorgezeigt werden muß, damit man seine Stimme abgeben kann. 

Die Antwort ist einhellig: Ja, Minderheiten wie die Schwarzen haben es überall schwieriger. Sie erleben Diskriminierungen, haben eingeschränkten Zugang zum Informationsfluß, und erfahren beim Lösen einer Identity Card Behinderungen, am demokratischen Prozeß teilzuhaben.

Dann wendet sich Horowitz Schwarzen zu. Und fragt sie, ob sie in all den genannten Themen Probleme haben. Die wissen oft gar nicht, wovon er redet. Kein iPhone? Sie kennen niemanden unter den Schwarzen, der nicht so ein Kastel bei sich trägt. Internetzugang? Überall und jederzeit. Computer, IPads, alles leicht verfügbar und Teil ihres Lebens. Identity Card? Warum soll es ein Problem gewesen sein, eine zu erhalten? Ein Gang aufs Amt zwei Straßen weiter - das war's. Sie können ohne jede Schwierigkeit wählen gehen, und finden es ziemlich normal, im Wahlbüro ihre ID vorzuzeigen.

In welcher Welt leben die sogenannten Eliten? Und was formt ihre Vorstellungen, wie die Welt ist?





Nachtrag: Bislang galt die Mär, daß in den USA die Polizeigewalt vor allem gegen Schwarze gerichtet sei, und dabei mehrheitlich von weißen Polizisten ausgehe. Nun wurde eine Studie veröffentlicht, die erstmals (sic!) untersuchte, welcher Hautfarbe die Polizisten waren, denen Gewalt gegen Schwarze zugeschrieben werden konnte. Das Ergebnis war etwas überraschend. Denn es hat sich herausgestellt, daß von einer besonderen Gewaltaffinität von weißen US-Polizisten gegenüber Schwarzen keine Rede sein kann, und daß sie wenn sie auftritt unter weißen Polizisten keineswegs häufiger ist als unter solchen schwarzer Hautfarbe. Vereinfacht: Es stimmt nicht wenn man sagt, daß weiße Polizisten gegenüber Schwarzen besonders gewaltsam vorgehen. Es gibt den vielbeschworenen "Rassismus in der US-Polizei" nicht. Zumindest nicht als Strukturphänomen.




Dienstag, 17. September 2019

Zu nichts gut

Es ist Zeugnis eines gewaltigen Scheiterns, schreibt Jordan B. Peterson in einem Gastartikel auf Achgut, wenn wie heute 80 Prozent aller Arbeiten und Studien in der Geisteswissenschaft von NIEMANDEM zitiert oder gelesen werden. Und es ist außerdem sehr teuer. Die Gründe sind rasch aufgezählt. Öffentliche Bibliotheken werden gezwungen, zu überhöhten Preisen publizierte Arbeiten zu kaufen, während die Verlage jedes Maß für Qualität und Sinnhaftigkeit abgelegt haben, weil sie wissen, daß ihre Schriften sowieso Abnehmer finden - die Bibliotheken. 

Peterson schreibt, daß sich auf den Universitäten "Fäulnis" gebildet hat. Wo sich kleine "ideologische Gärten" aufgebaut haben, in denen sich Wissenschaftler herumtreiben, die Wissen produzieren, das weder jemand braucht noch für das sich jemand interessiert, weil es ihm Erkenntniszugewinn verspräche. Die sich dann gegenseitig die "Qualität" im peer review bestätigen, obwohl sie oft genug armselig ist. Die Schwelle, um mit einer geisteswissenschaftlichen Arbeit veröffentlicht zu werden, ist somit äußerst niedrig geworden. Außerdem gleichen sich viele dieser Arbeiten in hohem Maß, und wozu sollte man eine Arbeit zitieren, die nichts Neues zu sagen hat oder etwas erzählt, das man ohnehin selber oder besser weiß?

Damit aber muß man von reiner Geldverschwendung reden. Denn solche Arbeiten sind völlig sinnlos, wenn sie keine Wirkungsgeschichte aufweisen können.




Samstag, 8. Juni 2019

Schnuller-Bildung ist keine Bildung, sondern Latzkacke

Uns ist das ganz sicher nicht ausreichend klar. Denn nach wie vor rezipieren unsere gewaschenen Gehirne (die die Kommandos der Unterdrücker internalisiert haben) auf alles, was aus den USA kommt, mit der Geste der Hochachtung und Überlegenheit. Ganz so wie jemand, der von seinem Vater täglich verdroschen wurde, nicht aufzumucken wagt, selbst wenn dieser einen Unsinn sagt. Deshalb ist uns nicht klar, und auf keinen Fall klar genug, in welchem Ausmaß das Bildungs- und Universitäts- und Wissenschaftssystem der USA bereits kollabiert IST.

Dabei ist es nur um ein Haar schlechter als - Oxford und Cambridge hin, Oxford und Cambridge her - das System Großbritanniens.*

Als der VdZ vor mittlerweile fast 40 Jahren in einem der wenigen sinnvollen Seminare an der Universität Graz ein Referat ausarbeitete, in dem die Bildungssysteme zahlreicher Staaten verglichen werden sollten, war ihm beim Studium des US-Systems nicht klar, wie daraus etwas Vernünftiges entstehen sollte. Er sollte - wiewohl damals "stramm links" - recht behalten. Aber es reicht ja nicht. Denn der gesamte anglo-amerikanische Raum versinkt schon in unsäglicher Verblödung. Und offensichtlich konkurrieren die Bildungssysteme beider Länder nur noch darum, wer schneller und endgültiger zu gequirlter Scheiße wird.

William M. Briggs bringt fast täglich Zeitung, was sich gegenwärtig an den anglo-amerikanischen Universitäten abspielt. Legendär seine "Week in Doom" und, weil das einfach nicht mehr ausreicht, zu zahlreich werden die Zeugnisse des einzigartigen geistigen Niedergangs eines ganzen Kulturraumes, seine mittlerweile ergänzenden "Wednesday in Doom". Es stockt einem tatsächlich nur noch das Hirn. Jeder dieser zahllosen Berichte ist Teil einer unfaßbaren Bankrotterklärung. Selbst der (nicht universitär verbildete) Schwager des VdZ, ein gestandener Berliner, hatte seinerzeit offenbar jedes Recht seinen Eindruck als prophetisch und relevant zu reklamieren: Die Amis sind blöde. Die gegenwärtigen Erfahrungen mit Amerikanern in seinem Umfeld möchte der VdZ an dieser Stelle gar nicht erst heranziehen, sie könnten zu sehr Verachtung induzieren.

Jüngst berichtet Briggs etwa davon, daß es aktuell auf der Trinity Universität von Leeds ein Rundschreiben an die Professoren gibt. Darin fordert die Universitätsleitung die Lehrbeauftragten auf, in ihren Papieren für Studenten die Verwendung von Großbuchstaben zu vermeiden. In wortreichen Erklärungen und absurd wirkenden Beschreibungen von Zusammenhängen wird dann dargelegt, warum die Verwendung von Großbuchstaben die Studenten einschüchtern und damit abhalten könnte, sich einem Stoff überhaupt zu nähern.

Es ist von heutigen Studenten nicht mehr zu erwarten, daß sie im Gebrauch von Großbuchstaben ausreichend gebildet sind. Also würden sie möglicherweise die Verwendung von Großbuchstaben in Papieren als eine Hürde empfinden, der sie sich nicht gewachsen fühlen, weil sie als einschüchternd empfinden. Das könnte ihr Leistungspotential möglicherweise unfüglich schmälern.

*By the way: Der VdZ hat vor bald zwanzig Jahren das Stück "The History Boys" von Alan Bennett übersetzt bzw. ins Deutsche transferiert. Es behandelt unter anderem die Folgen des "modernen" Umbruchs im britischen Bildungssystem, die Bennett völlig richtig vorhersah. Übrigens auch in ihrer Fundierung im Sittlichen, was so manchen dazu verführt hat, das Stück als "Homosexuellen-Charade" mißzuverstehen. Als der VdZ einmal diesbezüglich angeschrieben wurde, war er völlig verblüfft. Denn nichts ist es weniger. Oh Herr, laß Geist regnen!
 
 
 
 
*160319*

Dienstag, 7. August 2018

Und so schaut es wirklich aus

Das sei wohl ein kleiner Schock für den gelernten Österreicher, meint Andreas Unterberger in einem Beitrag in seinem Blog. Denn allen Jubelmeldungen über die Tatkraft der neuen österreichischen Regierung zum Trotz, hat Österreich im Jahre 2017 mit über 22.000 positiven Asylbescheiden MEHR "Flüchtlinge" ins Land gelassen als alle übrigen Staaten Europas. Und zwar in absoluten Zahlen, also nicht einmal auf die Größe des Landes gerechnet. Nur Deutschland war im Vorjahr mit 127.000 Bescheiden fleißiger, gerechnet auf die Bevölkerungsanzahl blieb aber sogar das Merkelland deutlich hinter Österreich zurück. Da hätten es, um die Dimension klarzumachen, über 200.000 positive Asylbescheide geben müssen, um auf zur Alpenrepublik adäquate Zahlen zu kommen.

Wie kann das geschehen? Unterberger erklärt es. Der Grund liegt am österreichischen Verwaltungsgerichtshof, der letzten Instanz in einem Asylverfahren. Dort werden 40 Prozent der negativen Asylbescheide ohne Anhörung der eigentlichen Asylbehörden einfach umgedreht. Warum? Diese neben dem Verfassungsgerichtshof höchste rechtliche Instanz wird von einem SPÖ-Richter geleitet. Und er macht das mit den Anwälten der Asylbewerber direkt aus.

Aber kein Medium berichtet darüber, das ist das eigentlich Verwunderliche. Außerdem sei selbst diese Zahl Sand in den Augen für die Bürger dieses Landes. Denn niemand spricht davon, daß sich diese Zahlen von Jahr zu Jahr kumulieren. Wir haben also nicht diese 22.000 Menschen "zu integrieren" und zu versorgen, sondern eine nirgendwo bezifferte Summe von Zuströmlingen, die sich von Jahr zu Jahr erhöht. Und wer sollte das verhindern?

Wenn nun Bayern wirklich seine Grenzen dicht macht, dann kommt auf Österreich ein nächstes Problem dazu. Denn es widerspricht geltendem EU-Recht, diese nun ratlos in Österreich sitzenden Leute "zurück" zu schicken, was immer das heißt. Sie müssen also hierbleiben. Das käme dann zu diesen Zahlen noch dazu. 

Da kann wohl nur Italien Maßstab werden. Das angekündigt hat, keinen einzigen "Flüchtling" mehr aufzunehmen.

So nebenbei: Unterberger weist auch darauf hin, daß sich über Spanien und Frankreich eine neue Achse der Zuwanderungsströme auftun wird. Denn der neue sozialistische spanische Ministerpräsident hat bereits angekündigt, die Grenzen bedingungslos zu öffnen, selbst bestehende Zäune in Ceutí (Spanien) wieder abzubauen. Das ist nichts anderes als Zynismus, meint der ehemalige Chefredakteur der Presse und der Wiener Zeitung, der diesen Medien damals aber "zu rechts" geworden war. Es ist Zynismus deshalb, weil ja diese Leute gar nicht in Spanien bleiben wollen. Auch nicht in Frankreich. Die wollen alle nach Deutschland, Österreich, bestenfalls noch nach Schweden. 

Und noch niemand kann abschätzen was passiert, wenn die diskutierte neue EU-Regelung wirklich beschlossen wird. Daß nämlich jeder Zutritt und freies Reiserecht haben wird dürfen, der bereits einen "Ankerpunkt" in einem seiner Zielländer hat. So nach dem Motto: "Mein Cousin sitzt bereits in Köln oder Wien, wo er Asyl beantragt hat. Das Verfahren läuft natürlich Jahre, aber das ist sowieso egal. Deshalb darf ich und meine Mutti und meine Schwester und mein Neffe aber auch nach Köln oder Wien."

***

Nachtrag: Warum sind es überall die Sozialistischen Parteien, die so proaktiv Zuwanderung befürworten und durchdrücken? Die Frage ist relativ leicht zu beantworten: Weil sie seit Jahrzehnten ihr eigentliches, früheres Klientel - den einfachen Arbeiter - verloren haben, und das hat mit ihrer Politik zu tun, weil dieses Klientel viel zu konservativ für die "modernen Parteiprogramme" ist (und in Massen zu den "Rechten" abwandert, bleiben den Sozialisten (zu denen auch die Grünen zu zählen sind) nur noch zwei Wählerschichten: 

Deren eine ist das Bildungsproletariat, das man durch Massenuniversitäten und "Bildungspolitik" kräftig vermehrt hat. Mittlerweile machen in Österreich schon 60 Prozent aller Jugendlichen Matura, haben also dann Hochschulzugang. Zum Vergleich: Von einer "gesunden" Akademikerschicht spricht die klassische Literatur über Soziologie bei etwa 15 Prozent einer Bevölkerung. Was heute hier falsch läuft, zeigt sich unter anderem daran, daß der Großteil der in Massen produzierten "Akademiker" gar nie ein "adäquates" Berufsfeld findet. Es sei denn, es wird für ihn geschaffen, und das heißt: in direkter oder indirekter Staatsabhängigkeit, zum Beispiel bei Asylbehörden. Was schon deshalb paßt, weil ein immer größerer Teil des gesamten Bildungssektors zu einer Indoktrinierungsanstalt der Postmoderne verkommen ist.

Deren andere Wählerschicht sind eben die Zuwanderer. Diese sind hier natürlich nicht verwurzelt, was schon durch kulturelle Unvereinbarkeiten auch eine Frage von Jahrhunderten ist. Denn wie sich jetzt zeigt, neigen sogar die Mehrheit der dritten Generation zu einer wiedererstarkten Identifikation mit der ursprünglichen Herkunftskultur. Diese Leute aber tun alles, um sich einen Verbleib in Österreich zu sichern, und über alle Schwierigkeiten mit Sozialgeld hinweggeschoben zu werden. Und das alles versprechen eben die Sozialisten. Selbst im seit hundert Jahren "roten" Wien hätten die Sozialisten die Mehrheit bei Wahlen schon längst verloren, hätten sie nicht die Hunderttausendschaften von Zuwanderern vor allem aus kulturfremden Herkunftsländern. (Denn die kaum kulturdifferenten Serben zum Beispiel wählen rechts.) Denen das Parteiprogramm wurscht ist (es wäre ja lustig, einen Muslim mit den ideologischen Auslassungen der Roten zu konfrontieren!), Hauptsache sie haben eine Lobby.

Muß extra erwähnt werden, daß sich die Schulden der Stadt Wien in den letzten zehn Jahren verVIERfacht haben? Eine Partei kauft sich ihre Wähler. Mehr gibt es zu den Sozialisten auch nicht zu sagen.

Nachtrag: Vielleicht aber handelt es sich bei den Zahlen aus 2017 um eines der regelmäßigen "Einmalereignisse". Denn wie wir schon vor einiger Zeit berichtet haben, geht aus dem Studium der offiziellen Zahlen hervor, daß auch die Einbürgerungszahlen eine seltsame Koinzidenz mit Wahljahren haben. Und besonders hoch sind, wenn es um eine Schlacht an der Wahlurne geht.




*250618*

Sonntag, 5. August 2018

Ideologie als Reaktion der Scham (4)

Teil 4)



Es ist nicht zu begreifen, warum Marxismus nach wie vor salonfähig ist. Denn wenn man seine historischen Auswirkungen betrachtet, sind sie eine Summe unbeschreiblicher Verbrechen mit unzählbaren Opfern. Immer ist diese Ideologie mit mörderischen Auswirkungen in einem Atemzug zu nennen, immer haben ihre Ideen zu Massenmord und Elend geführt. Dagegen wird das Naziregime zur Marginalie. 

Dennoch steht Marxismus an den Universitäten hoch im Kurs, und er tut es über den Postmodernismus als Mimikri derselben Ideologie. Vor hundert Jahren hat immerhin noch niemand gewußt, daß diese Ideologien so enden. Aber heute müßte das doch jeder sehen und wissen?! 

Eine wirklichkeitsgemäßere Sicht der Welt

Peterson entwirft zum Abschluß seines Vortrages ein grobes Bild seiner Interpretation des menschlichen Leides. Das sich von der Ideologie abgrenzt und zu religiösen Vorstellungen gelangt, denn Ideologien verwenden ja immer Fragmente von religiösen Systemen und monomanisieren sie. Die Vorstellung einer Utopie ist etwa nur die vereinfachte Übernahme der Himmelsvorstellungen. 

Religionen aber stellen alle Teilmotive in ein Insgesamt. Sie gehen von einem Urzustand des Chaos aus, das durch Information und heldischer Mühe nach und nach geordnet wird. Was sich in den Mythen und alten Überlieferungen wiederfindet, wo alles von einem Drachen oder einer großen Mutter ausgeht. Denn um das Chaos zu besiegen, muß der Mensch kämpfen, muß er in das Unbekannte der Welt hinausgehen. Was immer unbekannt bleibt, hat das Potential, uns zu ängstigen, zu verletzen oder gar zu töten. Aber auch das Gute ist im Unbekannten, und wir wissen genauso nicht darum. Der Mensch steht als Person auf einer Insel in einem Ozean, dessen Grenzen er nicht kennt.

Diesem äußeren weiteren Kreis der "großen Mutter" ist deshalb der Vater eingelagert, der das Chaos besiegen muß und so Kultur schafft. Dazu muß er sich überwinden, muß sich mutig transzendieren. Auf dieser Ebene des Menschseins wird unbekanntes Terrain "bewohnbar" gemacht, und so zur Welt selbst. Weshalb sich diese väterliche Ebene auch als konkrete, bodenverbundene, geographische Ebene zeigt weil konkret darstellt. 

Es kann sein, daß das, worunter man leidet, konkret aus dieser Geographie der Konkretion heraus benennbar ist. Es kann aber genauso sein, daß es nur mit der Schlange zu tun hat, die unbekannt ist und die man fürchtet, so daß man sich selbst zu überwinden hätte. Das nicht zu trennen, ist bei den großen Ideologien der Fall gewesen - sowohl im Nazitum wie auch im Marxismus und Postmodernismus schieben die Individuen auf das System, was in Wirklichkeit nur in ihren eigenen Herzen ist. Sie verlagern ihre eigenen Pathologien auf die Umwelt. So müssen sie sich nicht dem Drachen stellen. Der aber immer größer wurde, und umso fanatischer und mörderischer wird ihre Ideologie. 

Und darauf beruht der gesamte Westen und seine Kultur: Er ist davon ausgegangen, daß die Auseinandersetzung mit der Welt immer eine Sache zwischen dem Individuum und der Schlange, dem Drachen ist. Deshalb muß der Mensch sich zu allererst einmal mit dieser Tatsache auseinandersetzen, und sich fragen, ob er diesen Kampf aufnehmen will. Denn nur dann kann er sein Glück finden, wie so viele Mythen und Märchen aus der Erfahrung der Menschen heraus erzählen. Er muß beginnen, Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen. Und nicht Gründe suchen, warum er diesen Kampf verweigern und die Verantwortung auf andere abschieben kann. Weil selber, selber ist man ja gut, am Schlechten sind die anderen schuld. 

Wer sein Leben anschaut und danach immer noch zur Auffassung kommt, daß die anderen die Schuldigen sind, zeigt damit nur, wie schuldhaft er wirklich ist. 

Geht man zur Betrachtung des Sozialen über muß man natürlich sagen, daß vieles korrupt und schlecht ist. Nur sollten wir nicht vergessen, daß das noch nie anders war (und gerade in Utopien), und daß wir froh sein können, daß trotzdem noch immer so und so viel funktioniert. Wir selber aber sollten uns fragen, was wir beitragen können, damit die Dinge rund um uns eben besser funktionieren. Und was wir aus der Geschichte erfahren, so muß uns doch klar sein, daß es da auch um uns geht, gerade im Schlechten, im Wissen, daß wir hier etwas sehen, das wir aus uns selbst kennen, das wir selbst sogar genauso machen. 

Es hilft auch nichts, die Natur zu romantisieren. Tatsache ist, daß die Natur alles andere als uns gegenüber friedlich ist. Wir haben ständig mit ihr zu kämpfen und sie zu zähmen, denn sie würde uns sonst zerstören. Dem steht der abscheuliche Anti-Humanismus gegenüber, der den Menschen wie einen Schädling auf der Erde betrachtet. 

Es braucht den Kampf der Söhne

Bleiben wir bei Petersons Schlußbemerkungen nur an einem Punkt stehen. Nämlich dem, wo er anhand von Darstellungen christlicher Symbolik das Verhältnis von Vater zu Sohn bespricht. Wo der Vater (der die Welt in der Hand hält, den oft als leidend, gekreuzigt dargestellten) die Aufgabe hat, den tatkräftigen, weltdurchstürmenden Sohn durch seine Limitierungen, durch seine Rückbindung an die Gesetze der Welt zu jenem Ethos zu führen, der alleine die Welt schöpferisch gestalten läßt. Erst in dieser Auseinandersetzung mit der Limitierung aber kann sich im Sohn jene innere Weite bilden, die die Welt eigentlich braucht, die sie mit jener Liebe füllt, die alles aufblühen läßt.

Die Stadt ist immer bedroht, und außerhalb ihrer Mauern sind die Drachen und Feinde. Aber der Sohn muß hinaus, muß mit ihnen kämpfen, um so das Wertvolle zu erringen und vor den Thron des Vaters zu legen, das die immer irgendwie korrupte Stadt mit neuer Kraft durchströmt. 

So ist unsere Seele, so ist unsere Bestimmung als Menschen. Das trifft erst die menschliche Wirklichkeit. Und das führt auch zu jenem Selbstrespekt, den man dann aufhört von anderen zu verlangen. 

Sich dagegen dem Lamento auszuliefern, führt nur zu Bitterkeit und verwandelt letztlich die Welt in eine Hölle. Keine politische Polarisierung kann dabei helfen, sie sind nur Scheinkriege. In diesem Punkt der Flucht vor uns selbst sind sich Linke wie Rechte absolut gleich. Wir müssen bei uns selbst anfangen.









*210618*

Samstag, 4. August 2018

Ideologie als Reaktion der Scham (3)

Teil 3)




Spätestens jetzt werden die hier schon mehrfach vorgebrachten Einwände gegen den Evolutionisten Peterson wieder schlagend, der kein absolutes Bild kennt, ja überhaupt kein Absolutum, bestenfalls als "Nützlichkeit", sondern alles auf "faktische Leistung" weil Evolutionsleistung aufbauen will. Peterson in seinem Pragmatismus hat hier also gefährlich unrecht. Perfektion ist nur ein Ziel innerhalb einer vorausgehenden Ordnung, die der Perfektionsgrad nicht konstituiert, sondern lediglich mehr oder weniger erfüllt. Es ist also weit komplexer, einerseits, einfacher anderseits, als Peterson meint.

Nicht zufällig bezieht er sich auf Hobbes, der da meinte, daß die Menschen, weil sie schlecht sind, sich ständig gegenseitig an die Gurgel gehen ("Homo homini lupus"), weshalb es eine obere Macht (Staat) braucht, der das organisiert. Der damit zum Rechtfertiger des Kapitalismus wurde. Zum Gegenteil also von Rousseau, der da meinte, die Menschen seien an sich gut, und nur der Staat bringe das Böse. Derrida und Foucault verfeinerten das: Sie sahen die Menschen immer in Gruppen, und der Kampf war nicht der aller gegen alle, sondern der von Gruppen gegeneinander, die sich um die Macht schlugen. Denn im marxistischen Universum geht es nur um Macht.

Die Postmodernisten anerkennen damit nicht, daß es einen Standard gibt, der außerhalb von Meinungen zu sehen ist, die von Gruppeninteressen hervorgebracht werden. Denn er anerkennt kein Individuum, das ist ihm eine Illusion. Da werden dann Wissenschaften lediglich zum Ausfluß eurozentrischer Patriarchie, die ihre Machtstrukturen dem Rest der Welt auferlegen möchten. Jede Gruppe kämpft gegen jede, und es gibt keine allen übergeordnete Ethik. Ein alles umfassendes Narrativ gibt es nicht. Wenn aber alles relativ ist, wenn es nichts gibt, was besser ist als das andere - warum soll man am Morgen überhaupt noch aufstehen, warum dies und nicht jenes tun, wo doch alles gleich ist? Deshalb reduziert sich alles auf "Macht". Und sie wird zur Universalerklärung. Der Westen ist also nur deshalb überlegen, weil er den Rest der Welt (und die Umwelt) vergewaltigt hat.

Wer aber so lebt und denkt fällt ins Chaos. Entsprechend hat sich keine der Vorhersagen des Marxismus erfüllt. Wer ihnen aber folgte verlor alles, buchstäblich, und zuletzt sein Leben. Tatsache ist, daß um die Jahrhundertwende ein ungeheurer Wohlstand aufplatzte, auch bei den "Unterdrückten". 

Alles löst sich damit auf

Postmodernismus ist also eine Haltung der Ironie, der Skeptik gegen alles und jeden. Jedes Narrativ wird abgelehnt, was ein viel größeres Problem ist, als es aussehen könnte. Denn diese Erzählungen ordnen die kognitive Struktur, indem es das Denken auf ein Ideal ausrichtet. Deshalb gibt es auch in jedem Film einen Helden. Niemand ist interessiert an einem Film, in dem alles zufällig passiert und alle nur herumhängen (obwohl es heute immer mehr solcher Filme gibt, und der österreichische Film zeichnet sich da besonders fragwürdig aus). Man will einen Helden sehen, der die Welt bewältigt, zumindest seinen Antihelden, an dem man sieht, warum etwas nicht funktioniert (man also "besser weiß", warum etwas so und so zu laufen hat.) 

Er hat deshalb den klaren Effekt gerade jene Hyper-Erzählungen zu zerstören, die uns davon abhalten, uns gegenseitig an die Kehle zu gehen! Die Folgen sind evident, wir befinden uns auf geradem Weg in eine Situation des Dauerstreß, wo wir jede Minute unseren Stand, unser Leben neu verhandeln und absichern müssen, um es im nächsten Moment wieder aufgelöst zu finden und von vorne anzufangen. Das macht nicht einmal mehr vor dem Geschlecht halt. 

Wir verlieren damit längst den Blick dafür, wie glücklich wir uns schätzen können, in der westlich geprägten Kultur zu leben, die so viele Dinge definiert, bewältigt und unser Leben - cum grano salis - befriedet hat. Bis ins Alltäglichste. Wir gehen heute zu einer Bushaltestelle, weil wir darauf vertrauen können, daß der Bus auch zur angezeigten Zeit kommt. Wir müssen nicht fürchten, wenn wir zur Polizei gehen, dort ausgeraubt und vergewaltigt zu werden. (Wie gesagt: cum grano salis. Aber auch das können wir ertragen, weil das große Ganze eben stabil steht, weil die große Erzählung nach wie vor existiert).

Wie wenig allein Macht eine Hierarchie bestimmen kann, zeigt Peterson aus einer Beobachtung bei Schimpansen. Selbst wenn dort ein besonders brutaler Alpha-Schimpanse für eine Zeit ein Terrorregime aufrichtet, wird er sofort von zwei viel schwächeren Schimpansen zerrissen, sobald er ein Auge verloren hat, also schwächer wurde. Es geht selbst Schimpansen nicht um eine pure Machttyrannei, es gibt selbst bei ihnen eine andere Vorstellung von Ordnung und Hierarchie, die dauerhafte und stabile soziale Beziehungen ermöglicht. Und ein wesentlicher Anteil daran wird von einem friedlichen, freundlichen Umfeld getragen.

Und innerhalb dieser Ordnungen spielt auch die Hierarchie der Kompetenzen ihre bedeutende Rolle. Es ist eines der sichersten Ergebnisse der Psychologie, daß man sagen kann, daß die sichersten Voraussetzungen für Erfolg im Leben Intelligenz und klares Denken sind. Darüber sollten wir auch froh sein. Denn wer soll denn verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen, wenn nicht die Fähigsten? Die Unfähigsten? Wie soll man aber die Fähigsten erkennen, wenn die Leistungsmerkmale verwischt werden, um "sozial gerecht" zu sein und aus vorgeblicher Gutheit "positiv zu diskriminieren"?

Der Postmodernismus aber bekämpft genau diese Kompetenz an sich. Ohne die wir nicht einmal hier am Computer sitzen könnten, weil aus sich alles zur Auflösung (Entropie) neigt, also alles was wir als unser Lebensumfeld haben, ständig hohe Kompetenz und individuellen Leistungswillen benötigt. Es gibt ihm gemäß angeblich keinen "Text außerhalb des Textes", alles wird nur noch zur subjektiven Interpretation, wo eine Interpretation neben der anderen gleichberechtigt steht. 

Es sind rationalisierte Pathologien, keine "Ideen"

So daß man den Postmodernismus als Pathologie bezeichnen muß, der seine Dämonen ausgeschickt hat, die alles zersetzen sollen. Wie sie Peterson in der Begriffstrinität Diversifizierung (Vielfalt), Inklusivität (Inklusion), Gleichheit im Ergebnis (was eine schlimme pathologische Idee und außerdem eine Lüge ist) nennt. Und dazu gesellt sich immer häufiger: Privilegien der Weißen, was purer Rassismus ist.

Diversifizierung (Vielfalt) meint, daß sich eine Person nicht über eine klare Identität äußern darf, sondern diese Identität ständig bereit sein muß, sich aufzulösen, Merkmale aufzugeben und zu ersetzen und vor allem auszugleichen. In Rasse, Geschlecht, sexueller Orientierung und Behinderungen oder Unfähigkeiten. 

Hier zeigt sich bei Peterson übrigens die Folge des Evolutionismus, der ja alles relativiert. Er mündet letztlich in Nominalismus, der eine Art faktische Individualität als einziges Kriterium gelten lassen will. Peterson sieht nicht, oder kann nicht widerspruchsfrei auflösen (weil er es da und dort doch auch attestieren muß), daß sich Fähigkeit aus Identität ergibt, nicht umgekehrt.

Dennoch zeigt sich hier die Sinnlosigkeit des Postmodernismus. Denn die kleinste Minderheit ist das Individuum. Wie aber will man festlegen, welche Eigenschaften "ausgeglichen" werden müssen? Das ist endlos möglich! Und wozu soll das alles dann nutze sein? Diese Idee hat nur den einen Zweck, die vorhandenen Strukturen einer Gesellschaft anzugreifen und als Unterdrückungsmechanismen zu verleumden.

Die Inklusionsidee ist ähnlich sinnlos. Und geht in den Schwachsinn der Gleichheit über. Der sich von der Gleichberechtigung - also jeder soll eine Chance haben, eine bestimmte definierte Leistung zu beweisen - strikt unterscheidet und meint, man müsse dafür sorgen, daß jeder zur selben Leistung gelangen können muß, indem man "seine Nachteile" ausgleicht. 

Was zur dritten pathologischen Idee überführt, in der "allen Weißen" ungerechtfertigte Privilegiertheit unterstellt wird nur, weil sie weiß sind. Was hier als angebliche Privilegien angeführt wird, ist schlicht und ergreifend das Resultat einer Kultur, und kein "Rassenprivileg". Und es ist auch völlig egal, in welche "Rasse" man blickt - es sind überall dieselben Merkmale, wo eine Gesellschaft eben funktioniert. Überall und in jeder Gesellschaft ist es so, daß die Menschen, die dazugehören, eben auch gewisse Vorteile haben, die aus dieser Zugehörigkeit stammen. Stattdessen wird hier Schuld mit der Zugehörigkeit zu einer Klasse ("Weiße", oder "Kulaken" oder "Reiche") identifiziert.

Morgen Teil 4)





*210618*