Seltsam, und nach teils so vielen Jahren fällt mir auf, daß ich von manchen meiner Wohnorte kaum etwas wußte und weiß. Daß ich aber von manchen schon lange begonnen habe, Lokalgeschichte zu erforschen. Und jetzt erst fällt mir auf, daß ich schon die nächsten Orte kennenlernen möchte, die ich mal länger mal kürzer bewohnt habe, und nie in einem Maß zur Kenntnis nahm, die meinem Bedürfnis, diese Orte zu lieben, entspricht.
Immer geht es um Heimat. In allem, was der Mensch macht und tut, baut er einer Matroschka, oder einem ägyptischen Sakopharg ähnlich, eine Welt um sich. Es muß etwas mit dem Sinn des Menschseins zu tun haben, ja mit dem Sinn aller Lebewesen, sich eine vollkommene, geschlossene Welt zu bauen, DIE IMMER BEI IHM BLEIBT. Die er immer bewohnen kann, und nie mehr verläßt.
Und worin wohl auch das Recht auf Eigentum, das ein Recht auf eine letzthinnige Identität ist - als Heimat, und sei sie noch so beschränkt - seinen nicht veräußerbaren Sinn hat: Eine geschlossene Welt, in der sich der Mensch lückenlos wiederfindet. Sieht man es nicht darin, daß man erst dann von einem psychisch gesunden Menschen sprechen kann, daß sich gleich welche menschliche Ordnung NUR dann bauen läßt, wenn sich die Menschen eine solche unverletzbar gestellte Welt bauen können?

