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Mittwoch, 13. Juli 2022

Regierung ist immer personal

Nicht zum ersten mal, wurde im Corona-Ausschuß 111 beklagt, daß staatliche Institutionen (Justiz, Polizei) durch private Interessensgruppen instrumentalisiert würden. Nun ist das zwar richtig, aber in einem größeren Zusammenhang gesehen ga rnicht anders sein kann. Denn wen nauch diese Corona-Aufklärer ständig von Demokratie reden, so bekritteln sie Zustände, die nicht die Demoikratie deformieren, sondern zu ihrem Wesen gehören. 

Das da wäre, daß sich auch in der Demokratie die wesensgemäß EINZIGE Organisationsform des Menschen - chthonisch, aber unvermeidlich weil ontologisch motiviert - ihre Bahn sucht. Und die ist nicht dmeokratisch, sondern monarchisch und hierarchisch, also ein System der persönlichen Gefolgschaft, die einer PERSON geleistet wird. 

Sonntag, 24. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (5)

Sie haben es uns gelehrt, sie haben uns die Arbeitsteiliung beigebracht, und darin eingeschlossen das, was sich dann (bis hin) zu Handwerkstechniken, zu Pflanzenkulturen, zu Viehzuchtwissen, zur Verarbeitungskunde (Wein!) und damit Wissenschaft vom Leben selbst ausgebildet hat. In unseren Landschaften noch ganz direkt vor Augen und nachzuvollziehen, waren es also die Klöster, die ZUERST die wilden Landschaften unserer Länder urbar gemacht weil zu Kulturlandschaften umzugestalten begonnen haben. In deren Gefolge dann die einfachen Bauern standen, die sich den Plänen der Mönche nach und allmählich zu jenem Blumenstrauß des Bürgerlichen ausgefächert haben, wie wir Ältere ihn in der Erinnerung noch erlebt haben.

(Denn nach uns folgte bereits jenes Ineinanderfließen von allem zu jedem. Sodaß diese sintemalene Vielfalt - groteskerweise gerade in einer Zeit, wo VIELFALT an die Fahnen geheftet wird! - zu einer amorphen, ununterscheidbaren Masse wird, der es als Zerfallsprodukt in immer einfachere Ebenen des Geschöpflichen - wie ein Rückstieg vom Samstag aud den Freitag auf den Donnerstag auf den ... usw. - an spezifischen Eigenschaften natürlich bereits fehlt:

Kein Atom ist ein etwas "aus sich", sondern nur DURCH ÜBER-, es selbst EINBEGREIFENDES ANDERES, also durch den Ort, an dem es steht. Was erst wir dann RAUM nennen können. Der es dann ist, der es in Beziehung gestellt sieht. Und die ist es dann, die ihm die Distinktheit eines "etwas sein" gibt. 

Mittwoch, 20. April 2022

Bei der Lektüre von Johannes de la Crux (4)

Noch einmal aber müssen wir hinter uns greifen, noch einmal die Basis jedes Weiterschreitens auf dem Wege der Beschaulichkeit (wir betonen hier das Wort, weil es das Kriterium selbst ist; wer es genau bedächte, hätte eine weitere Durchdringung gar nicht mehr nötig, er hätte den Gegenstand bereits durchdrungen) klären weil befestigend vor Augen stellen. 

Denn so viel Mißverstehen ist aus einem kulturellen Grundhabitus erwachsen, der alles technisch machbar sieht, was doch nur mit Zeit und Grundsatzentscheiungen ganz anderer Art erreichbar wäre. Im Speziellen soll hier das aufgegriffen werde, was wir als "esoterischen Griff" bezeichnen wollen. Den die Esoterik ist immer aus der Tatsache entstanden, daß der eigentliche Blick "hinter den Vorhang" eine so hohe Frucht ist, daß sie letztlich mit dem Gang zur Heiligkeit unlösbar vernüpft ist - diese Heiligkeit aber so hohe Opfer erfordert, die der Esoteriker nicht zu gehen bereit ist. 

Also versucht der den Weg "abzukürzen".

Freitag, 4. März 2022

Gedankensplitter (1219b)

Die, die nicht glauben, sehen Gott nicht, und ziehen sich alle möglichen Lehren und Methoden rein, mit deren Hilfe sie dann Gott sehen. So, wie es komischerweise ja auch alle "Religionen" tun, die ihre "spirituellen Orden" haben.

Die Sufis zum Beispiel, die sich so lange um die eigene Achse drehen, bis das Leibliche völlig aus den Angeln gehoben ist, und der Leib überwunden, der Geist für Gott befreit ist. Denn für dne Geist, da gibt es kein Drehen, kein oben, kein unten, oder?

Oder die Yogi. Die sind so spirituell, die leben nur von der Sonne. Oder von einer Maus pro Monat, Haut und Ohren abgezogen.

Donnerstag, 3. März 2022

Gedankensplitter (1219a)

Wissenschaftlich, oh ja wie wissenschaftlich die Vertreter des Richtigen, Wahren, guten doch sind. Man erblaßt vor Neid und Scham, sie reden zu hören. Und fast nahtlos fällt dannd er Blick auf die großen Wissenschaftlichkeitsbewegungen der letzten 200 Jahre. Sofort fallen einem da die Nazis ein, die ihre Lehre vom auserwählten Menschen, diese wahrer Nahrung des geilen Übermenschen, die Eugenik, zutiefst auf dem feuchten Boden der Wissenschaft errichtet haben. So sehr, daß - wäre nicht 1933 bis 1945 so manches entglitten - das Bekenntnis zu diesem Nährstoff der Götter bis heute ungebrochen wäre. Naja, muß es sich halt ein wenig nobler zurückhalten, und gut gut tarnen. Dann nennt man sich Planned Parenthood.

Oder Klimawandel, dieses Gold des Guten, diesem Goldstandard, in dem um des Wahren Guten willen (mit der Schönheit will es halt noch nicht so klappen, denn weder ist - aber wirklich wurscht, was man da hernimmt - was immer mit Weltrettung motiviert ist auchnur halbwegs ansehnlich, sondern immer potthäßlich (aber nützlich!), aber dafür ist alles sowas von wissenschaftlich.

Donnerstag, 27. Januar 2022

Wohin aber gehören wir?

Im Grunde ist es nicht verwunderlich, dennoch staune ich von Tag zu Tag mehr. Wenn ich beobachte, mit welcher Kraft und mit welchem Saft und mit welchem Hintergrund (nämlich dem eines verdrängten, auf andere Gebiete verlagerten Verzweiflungsgeschehen) Weltanschauungen und Neo- oder Pseudoreligionen* aufblühen.

Auch hier kann man die Völker in jene zwei Gruppen geteilt sehen, in die die Weltbevölkerung zu zerfallen scheint. 

Die Gruppe der matriarchalen Diebe - Deren eine, größere, nach außen homogenere ist die, die als Teil eines von der offiziellen Staatsmacht geforderten, protegierten und vertretenen Narrativs (salopp formuliert) alles tun und gutheißen². Denen eine Logik als Rechtfertigung dient, die als allem zugrunde liegend, aufgrund der mit Medienmacht behauptet zugrundliegenden und verbindlichen Moralsätze - "Menschenrettung", "Weltrettung", "Klimarettung", "Gesundheit", "Solidarität", "Schutz", "Sozialbudgetentlastung", im Grunde ist das unbegrenzt, es geht hier um Sprachdiebstahl, um Entwendung der Nomina, die auf einen neuen Hintergrund, auf eine neue "Sprache hinter der Sprache" (Heidegger) aufgesetzt werden, also um das, was man mit Schizoidität bezeichnet** - als Bezugspunkt hat. 

Donnerstag, 6. Januar 2022

Von falschen Propheten vor Troja (3)

Was Wagner, Nietzsche, Hitler und Julius Apostata mit Evchen Herman gemeinsam haben ist derselbe Fehler im Verständnis von Natur. Der Rest ist Lüge. - Bringt es etwas, sich auf Herman zu berufen, wenn es um Gender geht, wenn man obigen Text liest, und daraus ihre Gesamtausrichtung ziemlich ernüchternd aufs Sonntagslätzchen gekotzt kriegt? Wie es ein Nietzsche, ein Wagner (man lese die Texte etwa im "Meistersinger") und nicht zuletzt ein Hitler (oder wie der Bürstenbartträger aus Braunau hieß) auch vertragen. Alles nicht neu, alles längst schon dagewesen, und alles eine wirklich sehr typische Erscheinung für Kultur in ihren Bewegungen.
 
Auch ein Kaiser Julius Apostata (+366) fällt darunter, der noch einmal versucht hat, das Ruder herumzureißen, und sein Volk vor der Zerstörung alles Natürlichen durch das (knapp fünfzig Jahre zuvor erst von seinen Vorgänger Konstantin zur Staatsreligion erklärte) sich so herrisch gebärdende Christentum (also die Kirche) zu retten. Das die doch jedem Menschen quasi ins Geburtsbett spendierte natürliche Gottesempfinden und -glauben verdrängt, zerstört und überhaupt damit alles Gute Wahre Schöne verhindert.  
Oder folgen wir einem falschen Schiff, weil wir uns von den bunten, lockenden Fähnchen im Wind blenden lassen? 

Mittwoch, 5. Januar 2022

Von falschen Propheten vor Troja (2)

Vom Giftmischen, vom Natürlichen, und vom Natürlichsein, dem das Übernatürliche aber fehlt. Das nur von Gott selbst vervollständigt werden kann. Nicht von falschen Propheten. - Man muß das ja verstehen, oder? Denn das Geistige ist halt nicht sichtbar, tut mir leid, Jesus. Und gehört halt wirlich nicht zu dem, das anerkannt wird, wo man täglich geliebt und gehätschelt wird, und vor allem "gesellschaftlich anerkannt relevant" ist, also auch zur gehaßten und kritisierten Minderheit gehört. Was alles sich leicht ertragen läßt, wenn man sich nicht allein weiß und wissen darf. Wenn man etwa einen ehemaligen Fernsehstar hört, der DAS JA AUCH SAGT.

Ich habe es häufig erlebt, wie bei einem Kennenlernprozeß das Gegenüber regelrecht eine Checkliste abarbeitete um zu prüfen, ob ich zum selben Stall gehöre wie er. Darunter eben Namen wie Herman. Oder Kelle. Und vor allem dieser ... na wie heißt dieser Ex-DDR-Junkie, mit seinem Blog und seinem schmierig-charmanten Glatzkopf-Schöngeistschmalz? Genau, Klokonovsky oder wie sich der schreibt. Die sagen doch alle dasselbe (wie unsereiner), und die sind sowas von, aber sowas von. Unlängst hat er zum Beispiel geschrieben ... genau, so ist es nämlich, endlich sagt es einer. 

Dienstag, 4. Januar 2022

Von falschen Propheten vor Troja (1)

Auf der Suche nach einem Buch von Madeleine Delbrel fand sich seltsamerweise als Empfehlung in einer Nebenspalte (Spiritualität und so irgendwie Rechts- und Nationalistentum, denkt wohl der große Bruder amazon in den Algorithmen, die ihm zu mir einfallen, und sucht Dazupassendes aus seinem Angebot) stieß ich auf ein Buch von Eva Herman. Die sich in den mittlerweile über 10.000 Blog-Beiträgen nicht zufällig nicht einmal als Stichwort niedergeschlagen hat; zumindest fand ich nichts.
 
      QR Buch Eva Herman      
Und wohl nicht zufällig. Denn das Nordblondchen, das nun die Mutteraufgabe neu entdeckt hat (nur ist sie dazu leider schon ein bissel alt; zur Umkehr ist es zwar nie zu spät, denn Herman war früher ein Nüttchen am NDR-Strich, bis sich ihr die Augen öffneten, und sie aus dem Sender rausflog, was zur "Partei der diesmal aber wirklich Guten weil Verfolgten" der Kritiker und Contradenker endgültig qualifiziert). Sie ist in meinen Augen immer das gewesen, was sich in diesem Buch zu entdecken scheint: Ein Trojanisches Pferd. 

Dienstag, 20. Juli 2021

Über die Liebe der Frau (2)

Liebe hat Gründe - Lieben läßt sich nur das Geachtete - Was aber, wenn das Geliebte nicht geachtet werden darf?

*Wobei wir an dieser Stelle darauf hinweisen wollen, daß es keine Liebe "ohne Grund" gibt! Diese reine "abstrakte" Liebe gibt es nicht, sie hat immer einen realen Untergrund, eine Schicksalsfügung, in der zwei Menschen etwas "füreinander" sein können. DAS ist es, was sich sucht, was ist, was man empfindet, wenn man "den/die Bestimmte(n)" trifft, ohne damit sagen zu wollen, daß das "nur einer" sein könne. Ja, es hat sogar Bedingungen, die mit der Lebensphase, die man im Altern durchschreitet, Veränderungen unterworfen sind.

Aber: Liebende "ahnen", was sie einander sein können, und (sic!) sie "erwählen" einander, was immer ein Schritt über das Vorhandene hinaus, also eine mögliche "Aufgabe" ist. Niemals aber ist das zu denken ohne die konkrete Person, als wäre ein Zueinander ein technisches Apparatum. Es heißt somit "ich liebe Dich, WEIL du mir das und das bist ...", ja, aber es heißt gleichermaßen "ich liebe dich, weil DU es mir schenkst."

²Spätestens hier ist der Punkt erreicht, an dem aller Reflexion über die Liebe die Besinnung auf die sittliche Pflicht vorangestellt werden muß, sich selbst zu achten. Und zwar genau NICHT in dem, was ich "bin", sondern in dem, was ich vor Gott bin als "zu sein habe". Mangel an Selbstachtung ist ein Laster, eine Frucht der Acedia (Melancholie), und keine Wunde, die andere geschlagen haben!

Mangel an Selbstachtung ist immer ein Mangel an Achtung FÜR DEN ANDEREN.

Montag, 19. Juli 2021

Über die Liebe der Frau (1)

Daß Frauen dazu neigen - und wie! - ihr Seelenleben, ihre Motive, ihre Ziele und Vorstellungen als höchst kompliziert darzustellen, liegt daran, daß sie ihre Einfachheit zu verbergen suchen. Die in dem bloßen Verlangen nach Hingabe, in der Forderung an den Mann, diese Hingabe anzunehmen, ja sich zu nehmen, einer ungeheuren Verletzbarkeit ausgesetzt ist. Sodaß sie sich schützen wollen.

Zumalen diese Hingabe mit einer Forderung verknüpft ist, und zwar dem Wesen nach: Nicht nur nämlich, EINEM anzugehören, und DIESEM EINEN ALLES zu sein. 

Diese Selbstsucht, die eine Form des Geizes und der Gier der Habsucht ist, ist ihre Art der Selbstsucht, die unrealistisch und gefährlich ist. Sich von ihr zu reinigen ist ebenso geboten, wie sich der Mann von seiner Art der Selbstsucht reinigen muß. In der er undifferenziert nimmt, was ihm angeboten wird. Er muß somit eine Treue und Einzelzugehörigkeit lernen, die freilich der Frau wesenhaft ist.

Die Liebe ist rein, schreibt Thibon, wenn ihr Durst nach dem Glück vor der Leidenschaft nach dem Einssein zurücktritt. Daß hierin die Frau "keine Moral" kennt, ist - oh Quäkerseele, verschließe Dein Schandmaul - ihr wesensgemäß. Denn ihre Erfüllung ist die Hingabe, die nicht nach Kriterien fragt. Die Frau kann also jeden lieben, und sie fragt nicht mehr weiter.* Auch nicht nach Moral, denn Moral ist eine Sache des Mannes. 

Er ist es, dem das Gesicht nach außen ein erstes Anliegen ist, etwas das ihr (vom Wesen her, nicht nach dessen Verbildungen, wie sie die Gegenwart zeitigt) völlig gleichgültig ist. Was dennoch beiden eigen ist, ist die wohl schönste Eigenschaft einer Liebe zweier Menschen, und das ist die der Verschmelzung zweier Schicksale zu einem. Zwei Liebende sind keine Summe, sondern ihr Einssein bildet eine neue, unvorhergesehene Wirklichkeit, die sich in dem Maß realisiert, als beide über das Nichts des Sterbens der Selbstlosigkeit, das darin liegt, wenn man dem anderen gehört. Es bedeutet erst jene Öffnung für das Geschenkhafte, das der höhere Sinn ihrer Liebe ist und beide - in ihrer jeweiligen Eigenart - zu neuen Menschen macht.

Insofern ist EIN Merkmal der Liebe doch konstatierbar. Es ist das der Achtung. Denn man kann nur lieben, was man auch achtet. Daß man dann der Welt auch diese Achtung abverlangt ist der sicherste Aufweis der Fügung, von der oben die Rede ist. Denn im anderen werde ich insofern geachtet, als das was jemand für mich ist als "ich selbst" geachtet werden muß.²

Sonntag, 18. April 2021

Nur die Ebenen, die man sucht (3)

 Teil 3) Und dieser Punkt ist der des Essens.


Den definitiven Hinweis verdankt der VdZ den Schriften der Heiligen Hildegard von Bingen, der ihm einige Gedankenfäden, die er seit langem verfolgt, erstmals zu verknüpfen half. Denn die Nähe des Verdauens zum Erkennen ist ihm schon lange klar. Hier geht es aber ums Essen. 

Hildegard weist darauf hin, daß das Essen der verbotenen Frucht notwendig war, weil nur so die Herrschaft über den Menschen möglich war. In der Transformierung der Galle, diesem Zentrum des Geistes im Menschen. Das vor der Sünde wie ein Diamant strahlte, sodaß sich der Mensch aus diesem Grunde nicht als "nackt" wahrnahm. Weil seine gesamte Wahrnehmungsebene das rein Materielle überstieg. Er sah nur den Glanz des Himmlischen, das durch seine Galle, die dafür stellvertretend steht, ausgestrahlt wurde. Nach der Sünde fehlte dieser Glanz. Deshalb nahm sich der Mensch mit einem Mal als "nackt" wahr. 

Das Wesen der Schöpfung ist nunmehr, daß eines vom Selbstopfer des anderen lebt. Leben also über eine Trägerschaft - stellvertretend, nicht "materiell", also nicht magisch! nicht als Funktion, sondern in Eingebettetheit in Haltungen des empfangenden Wesens (Mensch, Tier etc.) - weitergegeben wird. Damit wurde auch die Sterblichkeit über ein Irdisches, die Frucht vom verbotenen Baume, vermittelt. Dieser Akt des Essens war also entscheidend, und die Versuchung der Schlange bezog sich ausdrücklich darauf: Eßt! Dann werden Euch die Augen aufgehen.

Das heißt NICHT, daß jeder Apfel diese Wirkung hat. Das heißt nicht einmal, daß die Apfelsorte (sagen wir es der Illustration wegen so simpel) des verbotenen Baumes diese Wirkung hatte. Es war die Eingebettetheit in eine geistige Wirklichkeit, die im Verstoß gegen den Gehorsam über die Materialität des Apfels real vollzogen wurde.

Somit wird auch das himmlische Leben (noch einmal: im Materiellen stellvertretend, als Zeichen!) über die Hostie weitergegeben (und nicht ohne sie! Jesus sagt ganz klar: Wer mich ißt ... Wer nicht, der nicht! Aber auch diese irdisch-wirksame Wirklichkeit, die einer Verbindung von Himmelsgeist und Schöpfung entstammt wie gleichkommt, ist ebenfalls keine Technik. Sie ist von einem Ordnungsgefüge abhängig. 

Weshalb es lächerlich ist darüber zu diskutieren (wie es der VdZ mehrmals erfahren hat), ob auch ein Laie "gültig konsekrieren" kann. Weil es auf diese Ordnung ankommt. Und die ist durch keine Materie zu ersetzen, oder auf jene zu reduzieren. Und zwar auch nicht in umgekehrter Richtung, in "Geist ohne Trägermateria" (wie es die Gnosis behauptet, um sich von der haptischen, realen Hierarchie der Kirche, also der Realität der Ordnung zu emanzipieren).

Aber nun wird auch klar, warum im Schamanismus gegessene Früchte (meist Pilze) zur "Verbindung mit dem Jenseitigen der Geisterwelt" (oder wie immer man es nennt, wie gesagt, sämtliche Begriffe im Schamansimus bleiben nebelhaft und ungeklärt, also ohne Philosophie und Logik, aber mit viel "Narrativ") eine so große Rolle spielen. Meist wird erst über Gegessenes das "Spirituelle" in den Schamanen real, die sich über Gegessenes (Psychedelika) mit der Geisterwelt verbinden (wollen).

Hierin eine Ahnung der Bedeutung des Essens für die Himmelsmechanik in der Welt des Geschaffenen zu erkennen, ist nicht schwer. Und sie ist so alt wie die Menschheit, weil sie auf deren Erinnerung ans Paradiesische zurückgeht, also an die wahre, wirkliche Wirklichkeit, wie sie dort noch zu erkennen war (aber mehr und mehr ins Vergessen absank; je länger die Menschheit davon entfernt war, desto rascher und vollständiger wurde vergessen, desto mehr also auch verändert, verbogen und verfälscht.

Aber das Opfer, das als Akt erst ein selbstloses Schenken (bei manchen Völkern sogar im Akt des Vernichtens - man denke an manche Form des Potlatch - deutlich gemacht) an Gott war. Und schließlich, in der Hitze des Ewigen Feuers verwandelt, als Himmelsspeise zurückerhalten und im Opfermahl verzehrt wurde. Als dem wahrlich Gemeinschaft (in Gott) stiftenden Mahl, das zum Lebensquell des nun folgenden Alltags wurde (als Sonntag).

Aber es ist im Schamanismus eine Ahnung, die ins Selbstherrliche übergeleitet wird. Weil am Fuße des Schamanismus eben die Gnadenverhinderung selbst steht ... der Hochmut des Subjektivismus als Selbstvergötterung. Im Götzendienst des Mechanistischen, in dem der Welt ihre Würde genommen wird. Damit im Aberglauben.


Samstag, 17. April 2021

Nur die Ebenen, die man sucht (2)

*Teil 2) Anmerklicher Exkurs zum Schamanentum,
und zur Bedeutung des Essens


*Der Schamanismus ist übrigens auch in Sibirien, wo er sehr häufig war und ist und worauf sich auch im Film einige als legitimierende Referenz beziehen, keineswegs überall gut gelitten; vielfach werden Schamanen von den Ureinwohnern nicht nur abgelehnt, sondern sogar als Schadobjekte gesehen, die es auszutilgen gilt. Übrigens spricht noch das Theologische Lexikon von 1892, auf das der VdZ gerne zurückgreift, weil es so universal die Begriffe aufarbeitet, davon, daß der Schamanismus auch in Ungarn ein virulentes Problem ist. 

Der allen Aufklärungsversuchen widerstanden hat, und unter der Oberfläche vor allem in Mittel- und Ostungarn, also in den weiten, eher dünn besiedelten Hügel- und Pusztaregionen eine große Rolle spielt. Was sich mit der Beobachtung deckt, die sich sehr logisch entwickeln läßt, daß Völker der Steppen zum Pantheismus und Panentheismus neigen, und also zum Subjektivismus, aus dem sich das Schamanentum speist. Und tatsächlich ist der VdZ auch hier bereits Schamanen begegnet, die sich (wie immer) an ihn wie Kletten geheftet haben, um ihn zu versuchen und zu plagen. Gegen die Tatsache, daß sich heute Schamanen vor allem aus den Großstädten erheben (und dann erst aufs Land ziehen) - Großstadt und leere Ebene sind Synonyme. 

Nicht weniger als die damit einhergehende, fast unausbleibliche Selbstüberhebung: Arroganz, Hochmut (in ihrem bevorzugten Gewand, der selbst diagnostizierten Demut der Selbstauflösung) und der Schamane sich zum Priester erklärt. (Ganz im Gegensatz zum "Priester" als Mittler, der über die konkrete Welt gerufen werden muß. Selbst der Gottmensch Jesus brauchte eine irdisch faßbare Sendung, was die Bedeutung des Propheten Johannes der Täufer begreifbar macht.

Denn Subjektivismus und schöpferische Existenz liegen im Habitus direkt nebeneinander. Der Künstler ist jene Materia, jenes irdische Gefäß, das sich der Geist sucht. Geist und (letztlich materielles, dingliches, irdisches!) "Jenseitiges", auf das sich der Schamanismus bezieht (das nie, und das sagt ja alles, von der Empfindungsebene getrennt werden kann, während es - durch die Irrationalität - geistig nicht geordnet werden kann, das Einströmen als immer zufällig und damit, was denn sonst, dämonisch wird) sind aber ontologisch diametral entgegengesetzt.

Und deshalb durch eine Haut getrennt, die nicht durchlässig zu halten nicht immer leicht ist. Gerade heute, wo der öffentliche Diskurs völlig von der Stringenz der Wahrheit entfernt, ja letztere zum Todfeind erklärt hat, können viele Künstler sie nicht halten. Weil ihnen das Messer des Geistes fehlt, das in diesen Zeiten schon in den Fundamenten scharf wie eine Rasierklinge sein muß. Weshalb unter den wirklich Klugen die Meinung nicht selten ist, daß in solchen Auflösungsperioden nur noch der Schriftsteller als Prophet weil Dichter steigen kann, darf und sogar muß. Während der VdZ feststellt, daß unter den "Kollegen im Fach" das Esoterische, Magische, Irrationale zur wirklichen Pandemie wurde.

Man findet aber die Geister, die man sucht! Und sie finden sich auf jenen Ebenen, die man selber aktiviert hält. Und das ist eine Frage des Teilhabens an der personalen Wahrheit.

Wollen wir dennoch auf einen Punkt noch näher eingehen. Der sich im Schamanismus methodenhaft findet, also prinzipiell falsch ist, weil technisch aufgelöst, damit Magie wird, die das Transzendentale beherrschen will. Ein Widerspruch in sich, weil die Grundhaltung für das Einströmen des Geistes diesen prinzipiell verhindert. 

Morgen Teil 3) Und dieser Punkt ist der des Essens.


Freitag, 16. April 2021

Nur die Ebenen, die man sucht (1)

Neben der Arbeit an einem Text über den so selten zu findenden schmerbauchigen, grünen, doppelröhrigen Knollenblätterpilz - der grün nicht deshalb geheißen wird, weil er grüner Farbe ist (er ist vielmehr violett- bis blaugetönt, mit einem leichten Stich ins Rosenrote, vor allem am Stiel, wo er sich mit Signalrot die Oberfläche teilt), grün wird er geheißen, weil er scheinbar nie die Phase der Unreife verläßt, ein wahrlich seltenes Naturphänomen, auf das sich aber vermutlich die vielgerühmte Kicherwirkung in zu Schnaps gebranntem Zustand zurückführen läßt - läuft auf Servus TV ein Film über "Alpenschamanismus".

Es genügen wenige Minuten (der Leser mag es selbst überprüfen) um zu sehen, daß nur und zum tausendsten Mal ein uralter Käse neu aufgekocht wird. Wieviele Schamanen der VdZ kennt oder kannte? Viele. Viele. Für ein, für sein Leben zumindest sind es auffallend viele, die eines Tages verkündeten (und die Freundschaft damit meist auch aufkündigten), daß sie nunmehr "Schamanen" seien.

Das ungeheure Begriffswirrwarr, das auch in diesem Film "Alpenschamanismus" auftaucht, ist eigentlich schon genug Aussage über das Wesen des Schamanischen. Begriffe wie Geist, spirituell, Energie, göttliche Kräfte, Heilung, Selbstfindung usw. usf. fliegen einem nur so um die Ohren. Die alle genau das nicht sind und vollziehen, was behauptet wird, nämlich SPIRITUELL zu sein. Der Schamanismus* macht vielmehr aus Geist ein physisches Phänomen, und die eigene Geistigkeit (Spiritualität) zum technischen Prozeß, zur Mechanik.

Wie anders ist das katholische Ritual. Das zwar ebenfalls davon ausgeht, daß nur im physischen Vollzug eine heiligende und heilige Handlung vollzogen ist, das aber das Physische als Zeichen für einen dahinterliegenden, die Physis bestimmenden (also zuvor seienden) Akt sieht. Dieser geistige Akt muß auf der Grundlage des Logischen und eingebettet ins Vernünftige stehen. Das Ritual zeigt somit ein Durchdachtes, und keine (katholische, also allumfassende) Spiritualität, die nicht in sich ein metaphysisches wie physisches Gedankengebäude an. Das, weil es im letzten in Gott gründet alle Eigenschaften haben muß, die auch auf ihn zutreffen müssen, sonst kann man von einem Gott gar nicht sprechen. Worunter Widerspruchsfreiheit nicht die letzte ist. Gott entzieht sich somit nicht der Rationalität, sondern er durchgeistigt sie erst. Hebt sie somit vom rein physischen Akt des rein physischen Sprechens und Vollziehens hinein in seine lebendige Gegenwart, verbindet das Irdische somit ins Himmlische.

Das Schamanische bleibt irdisch, auch wenn es das genaue Gegenteil behauptet, das somit zur glatten Lüge wird. Schizoidität gehört deshalb zum Grundmerkmal des Schamanen, der mit seinen Gesten eine Gutheit behauptet, dem das wirklich Wirkliche seiner Handlung entweder nicht entspricht, oder dem es sogar widerspricht. (So in der Sage von den "weißen" magischen Kräften.)

Ja natürlich kann es sein, daß sich hier tatsächliche Wirkungen zeigen. Aber die sind immer Desintegrationen! Das heißt daß der "behandelte" Mensch zu einer Desintegration von Teilen und Ebenen von ihm versucht wird. Die natürlich nur zum Teil gelingen kann, aber immer Schäden fürs Insgesamt hervorruft. Die, weil geistig, eben NICHT gleich physisch zu erkennen sind, mit den Augen, den Ohren, allen Sinnen. Sondern die sich in der geistigen Tendenz eines Menschen, diesem Streben nach Endgültigkeit, oft viel später erweisen. Erst erweisen - wenn es ums Ganze geht.

QR Schamanentreffen

Ein Ganzes, das heute eben kaum noch Beobachtung findet. Weil die Menschen bei den lockenden Labestationen am Weg hängen bleiben. Deren Limonade zwar auch süß schmeckt, aber den Durst des Geistes, der nach reinstem Met verlangt, niemals löschen können. Sodaß diese Unzufriedenheit, die in Neid jenen gegenüber umschlägt, die den Met schlürfen weil den Weg nie verlassen haben, ein direkter Weg zum Bösen ist. Das den Quick-Ride der Todsünde Neid gerade heute am raschesten kapert, der wiederum eine Hauptfolge der Ortlosigkeit (und damit Identitätslosigkeit) ist.



*Morgen Teil 2) Anmerklicher Exkurs zum Schamanentum,
und zur Bedeutung des Essens


Mittwoch, 4. September 2019

Die zehn Dogmen der heutigen Weltanschauung (2)

 Teil 2


Wir wollen auf das alles im Einzelnen ein wenig eingehen, Sheldrake tut es im Vortrag (mit deutschen Untertiteln) aus Zeitgründen aber nur bei den ersten beiden Punkten. Der VdZ glaubt zwar schon, daß vieles an Sheldrakes Kritik sehr richtig ist. Er glaubt aber auch (ohne viel von seinen Thesen zu kennen), daß dieser den Fehler macht, so schaut es im Vortrag aus, geistige Dinge ("morphologische Felder") zu verdinglichen. 

Wenn man solche Felder aber annimmt (und in gewisser Weise tut es auch der VdZ, er tut es, wenn er zum Beispiel von "Ort" spricht, auch der darf nicht räumlich-dinglich vorgestellt werden, das kann nie mehr sein als Veranschaulichung, um in der Melodie des Bildes das Wesen des Angesprochenen erfaßbarer zu machen) ist die einzige Methode, sie zu untersuchen, eine, die ihrer Natur entspricht - also die Philosophie, die Metaphysik. Denn hier ist die Sinnkomponente das tragende Wesensmoment. Naturwissenschaft kann das dann nur belegen, oder auf Aspekte hinweisen, die gedanklich noch zu bewältigen sind. Aus sich und auf sich gestellt kann aber keine Naturwissenschaft eine Theorie erbringen. Dort wird es auch dann regelmäßig esoterisch, was bedauerlich ist.*

Dessen ungeachtet sind manche von Sheldrakes Gedanken - etwa der, daß Fortpflanzung ein Vorgang des Herausstellens von morphologischer Ähnlichkeit ist - durchaus inspirierend. Auch der Gedanke der Raumlosigkeit des Sehens - wenn wir einen Stern im Weltall sehen, sind wir "am selben Ort" wie dieser - hat viel Richtiges. Denn das Sehen ist ein geistiger Vorgang, dem die Biologie nur dient, den sie aber nicht bestimmen darf und prinzipiell auch nicht bestimmt. Wir sehen nicht durch die Augen, sondern weil wir "sehen" (die Metaphorik zu "erkennen" berichtet davon).

Auch die Abhängigkeit und Variabilität der "Grundgesetze" der Physik in Zeit und Raum kann angenommen werden. Man kann diese Grundgesetze durchaus als "Gewohnheiten" sehen, die nur im Rahmen der Erfahrungswelt "konstant" sind, nicht aber in einem absoluten Sinn. Abweichungen bei der Gravitation und der Lichtgeschwindigkeit sind keineswegs Spinnereien von Esoterikern, sondern handfeste Schlußfolgerungen, die die Astrophysik immer wieder zu treffen angeregt wird, weil Beobachtungen mit dieser Konstanz nicht übereinstimmen. 

Daß die Mathematik, die diese Gesetze in Formeln gießt, von anderen, nicht-mathematischen, ja nicht einmal materiellen Voraussetzungen (sondern Postulaten) lebt, hat sich ohnehin längst herumgesprochen (siehe Poincaré und Gödel). Auch die Mathematik bewegt sich somit nur innerhalb unserer Erfahrungswelt und regiert nicht das Universum als quasi ewiges Gesetz. Zahlen, Formeln drücken also lediglich reale, der Lebenswelt zubehörige Beziehungen aus, ohne über deren "Ewigkeitswert" etwas aussagen zu können. Stattdessen aber geht vor allem seit den 1960er Jahren die Physik davon aus, daß seit dem Urknall die Gesetze der Physik ein für allemal festgelegt waren. Was Sheldrake in dem amüsanten Satz zusammenfaßt, daß die heutige Physik sagt: "Man gebe uns ein Wunder zur Wahl, und wir erklären den Rest." 

Freilich, die Aussage, daß es doch auch vorstellbar sein sollte, daß "seit dem Urknall" in einem sich ständig entwickelnden Universum auch dessen Gesetze sich entwickeln, muß mit einem gehörigen Schluck aus der Skepsisflasche quittiert bleiben. Diese Folgerung ist letztlich wieder auf die oben angesprochene Verdinglichung von Geistigem zurückzuführen. Denn die Ideen sind tatsächlich immer gleich, waren es von Ewigkeit an, und werden es immer sein. Entwicklung kann es also nur im historischen Sinn einer "Gestalt in der Zeit" geben. Wo sich die konkrete Gestalt innerhalb einer gewissen Variationsbreite, die sich aber immer entlang der Grundgegebenheiten bewegt (weil sonst ins Nichts fällt, also auch nicht existiert), die alles wie ein "Zaun" umgeben. 

Sheldrake aber meint, daß die Evolution des Weltalls Gesetze nur insofern kennt, als es Gewohnheiten gibt, die sich entwickeln, aber wieder verändern können. Wobei seine Rückbindung an die morphologischen Felder gegen diese Interpretation spricht - vorausgesetzt, man denkt sie eben als geistige Entitäten, nicht als für sich stehendes dingliches, physikalisches Geschehen. Das wirkt sich auch auf seine These vom kollektiven Gedächtnis aus, das er in der dinglichen Welt begründet sieht. 

Gewiß, die Dinge sind durch ihr Existieren eine Erzählung, und insofern ist Erinnerung in ihnen gegenständlich, als Wegmarke zu geistigen Inhalten (als Symbol, nicht aber als diese selbst). Und gewiß, an seiner These der Ähnlichkeit innerhalb der gesamten Natur ist manches interessant. Denn in allen Dingen findet sich - nur auf je unterschiedlicher Ebene in gestufter geistiger Konkretion und Ausgestaltung - eine einzige Grundstruktur (die der Ähnlichkeit mit der Dreifaltigkeit als dem innersten, dynamischen, also aktiven Wesenskern aller Dinge, die somit in sich ein Beziehungsgeschehen aus Idee - Materie - aktivem Geist sind). Aber das Problem ist bereits erwähnt: Sheldrake macht solche geistigen Geschehnisse und Fakten zu Dingen. 

Dann wird das morphologische Feld eben zum Feld, das durch die morphologischen Felder vorangegangener (im Beispiel:) Giraffen existiert und wirkt, die das morphologische Feld "Giraffe" entwickelt und vererbt, damit zum kollektiven Gedächtnis gemacht haben. Dazu dienen die Gene, auch wenn diese stark überbewertet werden, so Sheldrake. Denn die sind zwar für die Produktion von Proteinen zuständig, geben aber nicht die Form oder das Verhalten eines Lebewesens vor. Ein solches morphologisches Feld haben auch Kristalle. Entscheidend ist hier wie überall der erste Moment, wo dieses morphologische Feld durch den ersten Kristall (die erste Giraffe) in die Welt kommt. Denn da existiert noch keine Gewohnheit.

Jede Fortpflanzung existiert dann in der Art eines Fraktale, wo das Nachfolgende (als Teil eines Ganzen) die Gestalt des Urbildes (als Ganzes) annimmt.** Somit gehört jedes Einzelwesen in seiner Gestalt einem alle diese Wesen umfassenden morphologischen (Grund-)Feld an. Sheldrake nennt das Beispiel von Ratten. Wo es angeblich nachweisbar ist, daß wenn Ratten (sagen wir) in London etwas lernen, es schlagartig allen Ratten der Welt leichter möglich ist, dasselbe zu lernen. Das sieht Sheldrake als Erweis eines solchen (raumlosen) morphologischen Feldes, dem alle aktiv angehören, und das deshalb so etwas wie ein kollektives Gedächtnis (hier: der Ratten weltweit) bildet.

Der Grundfehler ist im Grunde genauso materialistisch, wie es Sheldrake der modernen Naturwissenschaft vorwirft. Denn es geht um das Prinzip, wie sich ein "Feld" aufbaut (um in seiner Theorie zu bleiben): Von oben nach unten? Oder - und das ist die Vermutung bei seiner "Gewohnheits-"Theorie - von unten nach oben? Das ist keine Frage der physikalischen Beobachtung, sondern prinzipieller, metaphysischer Überlegungen. Und daraus ist klar: Die Idee geht der Konkretion voraus. In Sheldrakes Universum aber evolviert über die Gewohnheit auch das gesamte Universum und seine Gesetze.







*Der VdZ denkt da an eine kleine, verschworene Gemeinschaft von Anhängern der "Wirbelweltbild-Theorie", die manche interessante Aspekte hat, aber in der derzeitigen Form an ihren philosophischen Mängeln scheitert. Weil sie eben versucht, aus der Physik auf eine Metaphysik zu kommen, was prinzipiell nicht geht, sondern in Esoterik landen muß. Damit schlittert sie auf die Schollen esoterischer Weltbilder, ohne es zu wissen. Ob das reparabel ist bezweifelt der VdZ übrigens. Denn man kann Theorien nicht "ausschlachten", sie stehen immer in Bezug auf einen geistigen Kern, und der gibt die innerste Grammatik sämtlichen Teildenkens vor.

**Wir bringen hier das so wichtige Wort von der "Seinsmitteilung" als Wesen der Schöpfung ebenso wie als Wesen der Fortpflanzung (und der sozialen Beziehungen generell) ein. Dazu ein anderes Mal mehr.





Dienstag, 3. September 2019

Die zehn Dogmen der heutigen Weltanschauung (1)

Das Problem von Rupert Sheldrake ist, daß er metaphysische Fragen durch physikalisches Denken zu lösen versucht. Zwar hat das letztere zweifellos seine Resonanz in ersterem, aber es führt durch nicht sachgerechte Fragestellung ins Nichts beziehungsweise in das, was man ihm vorwirft: Er würde quasi esoterische Theorien aufstellen. Und Esoterik ist, wie wir wissen, metaphysiklose Metaphysik.

Aber seine Hauptforderung bleibt gültig, und Sheldrake bringt sie mit viel rhetorischer Begabung zur Sprache. Die Wissenschaft, so sagt er, leidet heute unter einer falschen Fixierung auf (falsche) Dogmen, mit denen ungelöste Fragen einfach postuliert werden. Um sie dann "zu beweisen". Das sind aber Zirkelschlüsse, in denen bewiesen wird, was als Voraussetzung bereits angesetzt worden war. Die einen einzigen Zweck haben: Ein materialistisches Weltbild zu stützen. Das ist das allererste und grundlegendste Postulat.

Das hat die Wissenschaft in eine Sackgasse geführt, ineffizient und teilweise überhaupt irrelevant gemacht. Wissenschaften, so sagt er, sind heute hundertprozentige Tochterunternehmen der materialistischen Weltanschauung geworden. Damit entgehen uns die fruchtbarsten, ja die sinnvollsten Fragen, weil der Geist ausgeschlossen bleibt. Dieser ist das größte Problem, und er kann nur mit "Erklärungen" wegerklärt werden, die aber gar nichts erklären.

Sheldrake hat in seinen Theorien der "morphologischen Felder" als Grundlage jeder Gestaltentwicklung nicht das Rad neu erfunden, sondern knüpft an die Naturwissenschaften der 1920er und 1930er an. Sie erinnern sich, das war die Zeit, in der die deutschsprachige Wissenschaft weltweit so weit voraus war, daß die deutsche Sprache drauf und dran war, die wichtigste internationale Wissenschaftssprache zu werden. Denn wer wissen wollte, was los war, mußte deutsche Publikationen lesen. Die speziell in Deutschland und Rußland beschrittenen, hochinteressanten Wege nahmen viele der heute von Sheldrake vertretenen Theorien vorweg, ja waren ihm voraus. Ehe sie nach dem Krieg wie ein Geisterspuk verschwanden, und klammheimlich, mit dem Auswechseln des Personals, durch eine einheitliche, nun per "ansonstigem Fluchbann" (wer "alt" dachte war Nazi und damit Weltzerstörer) dogmatisierte materialistische Sicht ersetzt wurden.

Die in diesem Wissenschaftswahn (so ein Buchtitel des Mannes) herrschenden zehn Dogmen der Wissenschaften stellt Sheldrake in diesem TED-Vortrag (den TED später von seiner Homepage entfernt hat, der aber auf Youtube noch abrufbar ist) dar. Es ist zugleich der Fahrplan der Standard-Weltanschauung der meisten heutigen "gebildeten" Menschen. Unser gesamtes Bildungs-, Gesundheits- und Regierungssystem ist darauf aufgebaut.
  1. Die Welt ist eine Maschine und alles in ihr gleichermaßen. Also auch die gesamte lebendige Welt, einschließlich des Menschen. Wir sind "schwerfällige Roboter" (Dawkins), deren Gehirne genetisch programmierten Computern gleichen.  
  2. Materie ist bewußtlos. Und deshalb gibt es im gesamten Universum kein Bewußtsein. Weder in Planeten, Pflanzen, Tieren, noch im Menschen. Und tatsächlich hat der Großteil der Philosophie der letzten hundert Jahre versucht, diese Bewußtlosigkeit des Menschen zu beweisen. (Die humorvolle Zweideutigkeit dieses Satzes zu erkennen überlassen wir dem Leser.)
  3. Die Naturgesetze sind ewig und unveränderlich. Sie waren die selben zur Zeit des Big Bang (Urknall), und haben sich seither nicht verändert.
  4. Die Gesamtsumme von Energie und Materie im Universum ist immer gleich. Sie verändert sich nie ... außer im Augenblick des Urknalls. (Was aber in den Augen des VdZ die landläufige Physik nicht so sieht. Sie weiß um diesen Widerspruch zu den Gesetzen der Thermodynamik und packt deshalb sämtliche Energie und Materie in diesen unendlich kleinen Punkt, der am Anfang des Urknalls stand. Wie das gehen soll weiß freilich niemand.) Außer man sieht die völlig unlösbare Frage als solchen Massezuwachs, wie es sein kann, daß aus nichts plötzlich etwas, ja ein ganzes Universum herausspringen soll. Denn aus nichts wird nichts. Und das ist tatsächlich ein unumstößliches Dogma der Wissenschaft.
  5. Die Natur ist sinnlos. Es gibt in ihr keine Zwecke, keine Gerichtetheiten, und jede Entwicklung ist sinn- und ziellos weil zufällig. 
  6. Die biologische Vererbung ist materieller Natur. Alles, was vererbt wird, liegt in den Genen oder in epigenetischen Veränderungen der Gene, oder in zytoplasmatischer Vererbung. In jedem Fall ist Vererbung materiell. 
  7. Erinnerungen werden im Gehirn in materieller Form gespeichert. Alle Erinnerungen sitzen im Hirn irgendwie in modifizierten Nervenenden (phosphorilierten Proteinen), auch wenn niemand weiß, wie das funktionieren soll. Trotzdem glaubt jeder in wissenschaftlichen Kreisen, daß es im Gehirn sein MUSZ. 
  8. Der Geist befindet sich in unserem Kopf. Unsere gesamte Bewußtheit ist nichts als die Aktivität unseres Gehirns, sonst nichts. 
  9. Übersinnliche Phänomene sind deshalb unmöglich. Telepathie (für Sheldrake der sicherste Beweis für raum- und zeitlose morphogenetische Felder) und andere Psi-Phänomene gibt es nicht. Gedanken und Absichten können keine Fernwirkung haben, denn unser Geist befindet sich wie gesagt im Kopf. Wenn Leute glauben, daß es das alles gibt, dann nur, weil sie keine Ahnung von Statistik haben, sich von Zufällen täuschen lassen, oder einem Wunschdenken anhängen.
  10. Mechanistische Medizin ist die einzige, die wirklich wirkt. Deshalb fördern Regierungen auch nur die Erforschung mechanistischer Medizin und ignorieren komplementäre und alternative Therapien. Diese können nicht wirken, weil sie nicht mechanistisch sind. Wenn sie dennoch wirken dann nur, weil eine Besserung sowieso erfolgt wäre, oder aufgrund des Placebo-Effekts (in dem sie sich selbst täuschen). Wirken tut aber nur die mechanistische Medizin.

Morgen Teil 2)




Sonntag, 4. August 2019

Es tut sich was im All

Es tut sich was im Weltall, und das schon seit über hundert Jahren. Und das sind keine Spinnertheorien, das sind handfeste Beobachtungen. Die Veränderungen zeigen, die eine Zunahme der magnetischen Felder und der Energiedichte im All anzeigen, die niemand erklären kann. Beziehungsweise die nach dem heliozentrischen Interpretationsmodell so interpretiert werden, daß sich das Sonnensystem in einen kosmischen Bereich bewegt, der diese höhere Energiedichte zeigt. Die sich auf die Erde spürbar auswirkt.

Im Video wird unter Berufung auf Astronomen behauptet, daß sich nicht nur die Atmosphäre so gut wie aller uns nächsten Planeten ändert - sie werden heller, offenbar wärmer, Polkappen schmelzen überall ab, die magnetische Intensität nimmt teils deutlich zu, manche bauen sogar erstmals Gase-Atmosphären auf, sogar auf dem Mond wird ein solches Stadium beobachtet - sondern daß sich vor allem die tektonische Aktivität auf der Erde selbst massiv erhöht hat. Angeblich haben in den letzten hundert Jahren alleine die Erdbeben um vierhundert Prozent zugenommen. Freilich werden wir hier wieder mit seltsamen Zahlen konfrontiert. Selbst ein IPCC schreibt, daß KEINE signifikante Zunahme von Extremwettern zu beobachten ist, wie in diesem Film behauptet.

Das macht natürlich skeptisch, ob dann die anderen Behauptungen, was sich im All verändert habe, stimmen.

Noch dazu, weil das Video etwas durchaus Alarmistisches hat. Das macht geheimnisvoll, aber nicht unbedingt glaubwürdiger. Denn es verrät eine Tendenz zu esoterischen Weltbildern, was sich am Schluß der elf Minuten bestätigt, wo sich die vordem physikalischen, astronomischen Phänomenbeschreibungen plötzlich zu Aussagen versteigen, es sei eine "geistige und spirituelle" Veränderung zugange.

Da ist die bekannte Vorsicht angezeigt, denn es kommt dem heutigen Narzißmus einfach zu sehr entgegen, alles Beobachtete als "noch nie dagewesen" und "so intensiv wie noch nie in der Menschheitsgeschichte" einzustufen. Unter der Behauptung, daß er in noch nie dagewesenen Zeiten lebe, tut es Narziß halt einfach nicht. Ein apokalyptischer Unterton wie im Film, ähnlich den Geschichterln vom "Wassermannzeitalter", in die er sich letztlich einordnet, paßt da zu Narzißmus wie die Faust aufs Auge.

Dabei gibt es keine simplere Wahrheit als die, daß JEDE historische Zeit, jede Minute, jede Sekunde außergewöhnlich und noch nie dagewesen ist. Insofern kann jede, wirklich jede Zeit (und damit auch das, was man im All beobachtet) von sich behaupten, daß sie etwas hat, das es SO NOCH NIE GAB. Was ein Moment aber bedeutet, wissen wir immer nur vor dem Hintergrund des großen Ganzen, als Teil in einer Ordnung, also in einem logos, einem "auf - zu", dem alles unterliegt.

Noch dazu, wo wir damit konfrontiert sind, durch technische Entwicklungen vieles näher und sinnlich quantitativ (nicht unbedingt qualitativ!) intensiver als früher zu sehen. So daß Details noch wuchtiger werden, die inmitten einer fast schon ekstatisch zuckenden, uns pausenlos affizierenden Medienlandschaft Gesamtsichten noch einfacher überwältigen, uns also sehr rasch entwurzeln können. Aber es sind immer erst Gesamthorizonte, die aus Daten Fakten und Informationen machen. Wer sich von Details im Erleben überwältigen läßt, hat deshalb ein massives Problem des Irrationalen, und das kann jeder für jeden Lebensbereich erfahren.

Das war auch der Grund, warum vor Erfindungen wie dem Mikroskop oft und oft gewarnt wurde. Nicht aus Fortschrittsfeindlichkeit, sondern weil der Eindruck des nun Gesehenen die Einordnung in ein Insgesamt schwer stören kann, und das auch tut. Daß sich materialistisch-mechanistische Weltsichten wie die, daß sich alles aus kleinsten Vorgängen nach oben hin aufbaut, also nicht teleologisch, auf einen Sinn ausgerichtet ist, der allem vorausgeht wie auf den alles zugeht, sondern das zufällige Ergebnis einer von unten aus sich aufbauenden Welt ist, daß sich solche Weltsichten also so massiv aufgebaut haben, hat zu einem ganz großen Teil nur mit solchen technischen Möglichkeiten zu tun. Die auf eine Weise tatsächlich nicht menschengerecht sind und nicht die Ebene sind, auf der wir rezipieren, denken, wahrnehmen.



Übrigens: Auch zu allen diesen Beobachtungen paßt ein geozentrisches Weltbild ohne quietschen und knarzen. 

Wir wollen außerdem noch auf teils schon lange bestehende Studien von Astronomen und Physikern hinweisen, die Die Kalte Sonne jüngst präsentierte. Und die nahelegen, daß sich die Gezeitenverhältnisse der Heliumlava auf der Sonne (und damit beziehungsweise in ihnen das Magnetfeld der Sonne) an einem weit größeren Einfluß aus Planeten im Weltall ausrichten könnten. Der bekannte elfjährige Zyklus der Sonne fällt auffällig und schon seit mehr als fünfhundert Jahren beobachtet mit bestimmten Konstellationen zusammen.








Montag, 20. Mai 2019

Gottes eigenes Volk (8)

 8. und letzter Teil) Von wem stammt Jesus ab? - 
Und: Einige Nachträge



Jetzt so zu tun, wie Roy H. Schoeman in "Das Heil kommt von den Juden", als würde über die "Blutsverwandtschaft" zur Gottesmutter Maria und ihrem Sohn Jesus, wahrer Mensch (also einem Volk zugehörig!) und wahrer Gott (also ein Volk schaffend! das Volk geht mit ihm, nicht er mit dem Volk!), das alte Privileg der "Juden" bewahrt, ja in nichts geschmälert wäre, sie müßten nur Jesus als Messias anerkennen, ansonsten aber Juden bleiben, ist schlicht falsch. Ja, man muß es sogar als Versuch deuten, das Christentum zu kapern, und in der Heilsökonomie zu einer jüdischen Angelegenheit zu machen, bei der die katholische Kirche froh sein kann, als Parallelkirche auch ein wenig mitnaschen zu können.

Auch die Verheißung Gottes (wie in 2. Samuel, 7-14), daß sich die Herrschaft des "Hauses David" auf ewig erstrecken werde, bezieht sich dezidiert auf die geistige Vaterschaft Gottes selbst. ER ist es, der den Thron aufrichtet, von Geschlecht zu Geschlecht. ER ist das Haus, von dem die Rede ist, und es geht mit ihm, ER sucht seinen irdischen Träger. Es geht nicht mit qua irdischer Zeugung über eine irdische "Blutslinie" (männlich oder weiblich), was auch den Stammbaum Jesu Christi (s. Matth. 1) nicht verstehbar machte. Für den gleichfalls Josef nur in diesem geistigen Sinn "Vater" gewesen sein kann, in ihm wäre also jede irdische Blutslinie sowieso unterbrochen. (Eben nicht - sie wird zu ihrer Vollgestalt erfüllt, der geistigen Vaterschaft.)

Was interessant ist, weil es Auskunft über dieses sehr irdische Verständnis von "Vaterschaft" bei den  Juden gibt, die Christus als Abtrünnige bezeichnet hat (siehe unter anderem das Johannes-Evangelium mit zahlreichen Stellen dazu): Die talmudischen Juden unterstellen der Gottesmutter Maria, in einem "Seitensprung" Jesus empfangen zu haben (während die Kaballa sinngemäß meint, daß der Rabbi Jesus ein mächtiges Wirkwort "gestohlen" und seinen messianischen Anspruch darauf gegründet habe), denn damit ist diese Blutslinie tatsächlich unterbrochen, unterfüttert also auch die Ablehnung von Jesus als göttlichen, inkarnierten Erlöser als dem Judentum immanent, als dessen Merkmal.* Wenn man vom "Volk der Juden" sprechen kann (zum Unterschied von den Bewohnern Israels), dann muß man also nach deren Vätern, nach deren geistigem Sammelpunkt suchen. Und das sind die Rabbiner, das ist der Talmud.**

Die einen Gründungsmythos pflegen, der sich im Zionismus seinen markantesten Ausdruck sucht, in der Haltung des tikun olam (Heilung der Welt) ihre Aufgabe, und in einer auffälligen Betonung der einstigen Berufung zum Volk Gottes ihre Legitimation sieht, weil der Wille Gottes auch heute noch mit ihnen geht - obwohl sie es im tiefsten Inneren besser wissen. Was sich auf fatale Weise mit historisch-politischen Agenden (der Gründung und dem Bestand des Staates Israel) vermischt, weil nun diese rechtfertigen soll.

Aber die Herrschaft Gottes, als solches Königtum, als solche Vorsehung Gottes in Jesus Christus über dem Volk Gottes hat sich anders verwirklicht. Sie hat sich aus der Geschichte mit EINEM Volk zur Geschichte mit der gesamten Menschheit durch Tod, Auferstehung und Himmelfahrt vollendet - in der Kirche, der Gemeinschaft der Getauften, die sich potentiell auf die gesamte Menschheit erstreckt, gerufen zum EINEN Volk Gottes. Als Ganzes eines mystischen Körpers, die die Getauften in Christus, dem Haupt, sind, nicht als Summe von Teilen.


Nachtrag: Wie der VdZ hörte, wird das Buch von katholischen (sich als "der Tradition verbunden" bezeichnenden) Priestern als im Sinne des traditionellen Katholischen empfohlen. Das ist empörend. Entweder haben diese Priester das Buch gar nicht gelesen, oder sie haben durch die über 300 Seiten keine Essenz herausgefunden (was freilich noch verständlich wäre, denn dazu brauchte man schon eine geraume Zeit) und sie an ein paar Sätzen festgemacht (für die gilt, daß immer mit Teilwahrheiten am besten gelogen werden kann), oder sie haben Mängel und Vernunftprobleme anderer Art, über die hier zu spekulieren sich der VdZ aber verkneift. Denn allzu oft meinen "der Tradition verbundene" Kleriker, sie könnten vieles ignorieren, weil sie sowieso im Besitz der Wahrheit seien. Während ihnen die Seelen der Menschen in Wahrheit recht gleichgültig sind.

Nachtrag II: Noch ein Wort zu Edith Stein, die Schoeman ebenfalls für seine Aussagen mißbraucht. Ja, die katholische Nonne und Philosophin, wenn nicht Mystikerin, von deren Schriften der VdZ einige kennt und schätzt, kam ins Konzentrationslager, weil sie von einer jüdischen Familie abstammte. Dem Blute nach. Aber sie nahm ihren nahenden Tod als Sühne für die Sünden der Juden, nicht für sie als "Volk Gottes" also, sondern weil sie diesen Status verweigert haben. Genau diese doppelte Unschuld, die Stein somit an der Judenverfolgung hatte, war die Folge der Sinnlosigkeit, die sie für die Bekehrung der Juden aufopferte. Aber ganz sicher nicht kann man sagen, daß sie eine "Märtyrerin des Judentums" gewesen ist, worauf Schoemans Buch hinausläuft.


*Wie hier schon vordem gezeigt, ist das Verständnis eines göttlichen Erlösers bei diesen Juden des "Judentums" damals wie heute ausschließlich "irdisch" verstanden. Ein Erlöser wird nach wie vor als jemand erwartet - wie damals! - der als konkreter, mächtiger König konkrete Ordnung auf der Welt schafft, und sei es durch Krieg. Jesus selbst hat dem widersprochen: Mein Königreich ist nicht VON dieser Welt. (Wohl aber IN dieser Welt.) In dieser Verhaftetheit ans Irdische gründet sogar die Gesetzesverkralltheit des Judentums, die Ineinssetzung von Gesetzeserfüllung und Heilstat. Aber dem Christen ist in Jesus alles durch diesen getan, ist sein Handeln nur in geistiger Hinsicht entscheidend, ist das Wesen der Sünde primär ein Verstoß gegen die (im Geist Gottes geschriebene) Ordnung des Seins, wie es sich im Heiligen Geist erschließt (der uns "alles" sagt, also mehr, als Jesus wörtlich sagte, erweiternd, niemals im Widerspruch.) 

Zwar ist das irdische Tun damit keineswegs bedeutungslos, aber nur der Träger des heilswirksamen Tuns bzw. des Geistigen ist, also in gewisser Hinsicht "relativ", nicht absolut, außer - im Sakrament, das (in geistiger Dimension, die als Väterliches Wort - forma - das Irdische durchformt) bewirkt, was es bezeichnet. Alles andere wäre Götzendienst, Idolatrie.

**Erneut sei auf den Film "A Serious Man" der Gebrüder Coen hingewiesen. Diese Filmemacher, vor deren Scharfsicht der VdZ größten Respekt hat, haben darin die schärfste Kritik am Judentum formuliert, die denkbar ist. Wohl nur weil sie selbst Juden sind, werden sie nicht als "Antisemiten" beschimpft, wie es sonst jedem passiert, der das Judentum oder Israels Politik kritisiert. Denn sie zeigen perfekt, wie sich diese Anti-Logos-Haltung ganz konkret im Lebensalltag auswirkt: Sie macht völlig orientierungslos. Die Juden, also die Mitglieder der jüdischen Gemeinde, werden zwar überschüttet mit Sophistereien und Worten und vermeintlich "alten, heiligen Gebräuchen", aber alles ist in sich völlig irr und inkonsistent.

Mehr noch: Genau in dieser jüdischen Eigenart, die sich speziell nach der Tempelzerstörung 70 n. Chr. entwickelt hat, alles in sinnlose Kapriolen zu zerreden, zeigt sich die Tragödie der Loslösung vom logos. In der das Sprechen absurd entwertet, ja Instrument der Lüge wird. Unfaßbar, dabei umso beklemmender, weil so realistisch, wie im Film der Proponent die absurden Wohlwollensschwüre und -gesten des Liebhabers seiner Frau über sich ergehen läßt, während ihm dieser nicht nur die Frau, sondern auch das Haus und den gesamten Besitz abnimmt. Und der Mann ist nicht einmal in der Lage, sich zu wehren! Und die Rabbiner raten ihm dazu, nachzugeben, ja feiern dann sogar noch eine "Scheidungszeremonie", die den Gehörnten völlig über den Tisch zieht und wehrlos macht ... Alles läuft gegen jede Vernunft! (Übrigens: Dieser Film ist auch die beste Entlarvung des Wahnwitzes, der manche katholischen Kreise befallen hat, die genau solche Zeremonien für ontologisch verkehrte Situationen fordern. In "A Serious Man" sieht man, was sich dabei wirklich abspielt.)


Damit definiert sich dieses (heutige) Judentum als bloße Religion sich geheimnisvoll-mystisch gebender Arkana-Priester (Rabbiner), in deren geheiligten Händen und hermetischen (also gut geheim gehaltenen, weil sowieso niemandem verständlichen) Worten Wohl und Wehe aller liegt. Denn der einfache Gläubige ist nicht in der Lage, eine Aussage über Sinn und Ordnung der Welt zu treffen, die Religion gibt ihm das nicht. Also braucht er die Rabbiner, die ihm dann allen möglichen, ja den absurdesten Unsinn erzählen können und dabei im Maß der Unverständlichkeit so tun und wirken, als würden sie gerade das fünfte Evangelium offenbaren.



Sonntag, 19. Mai 2019

Gottes eigenes Volk (7)



Teil 7) Wer sich bekehrt und taufen läßt, kann kein Jude mehr sein!




Wer Christ ist, kann nicht "Jude bleiben". Und das dann noch durch hineingemischte Blutsgeschichten zu verwirren, auch wenn jedes irdische Volk auf eine oder seine Weise "Blut" hat. Aber nicht Blut macht zum Mitglied eines Volkes, sondern Geist. Das Blut ist dann zufällig und in dieser Hinsicht unbedeutend. Kein Hindu kann Hindu bleiben, kein Moslem Moslem. Und kein Jude Jude. Und auch kein Dieb ein Dieb. Aber - wenn wir es schon so aufzäumen - ein Israelit Israelit. Ein Palästinenser Palästinenser. Ein Sachse Sachse. Ein Norweger Norweger. Ein Bad Lurchstädter ein Bad Lurchstädter. Und ein Wolgafischer Wolgafischer. Schoeman macht hier also ein ganz anderes, politisches Problem deutlich, das mit dem Zionismus und seinen Folgen zu tun hat. Wie immer man über den Staat Israel heute denken mag, daß dort sieben Millionen Bürger leben ist ein Faktum, wenn auch gewiß ein vielfach schwieriges und ... ja, auch das: schuldbeladenes.

Denn der Leser möge überlegen: Wenn also die (auch von Schoeman vertretene) Idee eines Volkes, das von Gott höchstselbst beauftragt wie ermächtigt wurde, sich um jeden Preis ein Land anzueignen, fällt, was ist dann die Gründung eines jüdischen Staates Israel, die vorweggegangene Landnahme anderes als ... Der Leser möge es selbst weiter formulieren und überlegen, was das mit "Recht" zu tun hat. Wenngleich man natürlich nicht mehr sagen kann, daß die heute schon sieben oder acht Millionen Israeli einfach zu ignorieren sind. Aber alle, alle Israeli haben mit einer Problematik massiver Schuldbeladenheit zu tun, die nicht einfach vom Tisch zu wischen ist.

Die Grundargumentation des Zionismus, der zur Gründung von Israel geführt hat, ist also schon das (a-logische) Problem und Ursache so vieler Verwirrung: Der Anspruch einer bestimmten Religionsgemeinschaft, Gott habe ihr dieses Stück Land zugesprochen, und das gelte für immer und heute. Nebenbei: Selbst solches Land kann man verlieren, weil den Anspruch darauf verspielen. Und das haben die Juden durch die historischen Ereignisse eben verspielt. Mit gleichem Recht könnte sonst der VdZ die Grafschaft Glatz für sich reklamieren. Als Gott ihn schuf, schuf er ihn als Nachfahre von Schlesiern ... Es widerspräche jedem Gebot der Klugheit, und mehr: Der Vernunft.

Anderes zu sagen, zu sagen die Juden bestünden nach wie vor als Volk Gottes, müßten sich also nicht bekehren, taufen lassen, Katholiken werden, sondern einfach Jesus "anerkennen", das war's, ansonsten Juden bleiben, also den Judaismus als Religion leben, ist eine schwere, relativistische Häresie. Noch dazu, wo das heutige Judentum mit dem Judentum, das Jesus vertrat und dann in sich erfüllte, gar nichts mehr zu tun hat. Es ist eine neue Religion. Ein "altes" Judentum aufzugreifen wäre völlig sinnlos, denn es hat sich ja erfüllt und ist zur Kirche geworden.

Auch wenn genau das (erst 2017 hat der em. Papst Benedict XVI. in einem unsäglich verquasten Papier diese Quadratur des Kreises versucht, wobei ihn hier wohl das "deutsche, historisch bedingt schlechte Gewissen" korrumpierte) sogar von Katholiken so erzählt wird, bleibt es falsch. Gott hebt ein Versprechen nie auf, richtig. Aber dieses Versprechen bezieht sich auf "sein Volk" - nicht "auf die Juden ALS (heutige bzw. nachjesuanische) Juden". Die Zahl der Stellen im Neuen Testament sind kaum zu zählen, in denen Jesus genau diese Tatsache vorstellt. Wären die Juden gläubig geworden, hätte sich ihr Judentum verändert. Und es hat sich verändert - in den Katholizismus.

Das Judentum der Gegenwart ist eine relativ junge Religion, eine Welthaltung, eine Weltanschauung, wenn nicht sogar Ideologie als Bezeichnung richtiger wäre. Die sich in der Ablehnung Jesu Christi vom Vater abgewandt und damit grundsätzlich geändert hat: Es ist aus dem Volk Gottes ausgetreten. Es gibt keine "natürliche", also genetische Grundlage, die es immer Volk Gottes sein ließe. Beziehungsweise ist "Natur" in Zusammenhang mit Volk eben kein Blutszusammenhang, sondern ein Akt der Unterordnung unter einen Vater.

Die Juden behaupten, daß das unter Gott Vater (qua Torah und Gesetzesbefolgung) geschehe. Aber Jesus hat ihnen gezeigt, daß das NICHT der Fall ist. Hätten sie die Torah als Grundlage behalten, hätten sie ihn erkannt, denn alles in der Torah (dem Alten Testament also) verweist auf diesen Christus. Damit ist auch das Volk als Gottes Volk nicht mehr existent, sondern das ist das Volk, welches sich unter Gott Vater und seinen Plan ordnet. In dem Moment, wo damit sein Plan - der Sohn - abgelehnt wird, und das tut der Talmud als der Kern des Judentums wie es heute besteht, ist dieser nicht mehr Teil des Volkes Gottes. Und umgekehrt, wer immer sich einordnet, in der Taufe, ist Teil des Volkes Gottes. Niemand sonst. Ein bislang als Jude dem Judentum Zugehöriger ist in dem Moment, wo er Jesus Christus als Messias erkennt, nicht mehr "Jude", sondern Christ, als Teil des Volkes Gottes, das er vorher nicht war.

In dieser Hinsicht ist die Inkarnation Gottes bei den Juden als Fortschreibung seiner Geschichte mit den Menschen historischer "Zufall". Die Inkarnation muß notwendig bei EINEM Volk beginnen, weil sie sonst nicht historisch sein kann - denn jeder Mensch ist zuerst einmal Teil eines Volkes, und nur als solcher Teil auch Teil der Menschheit - und somit ist auch begreifbar, warum Jesus sich zuerst nur an die Juden wandte: Nicht, weil der göttliche Vater eigentlich nur sie retten und erlösen wollte, sondern weil der Weg Gottes zu den Menschen nur über ein Volk gehen kann. Dieses Volk als Juden und Judentum hat ihn aber abgelehnt.


Morgen 8. und letzter Teil) Von wem stammt Jesus ab? 
- Und: Einige Nachträge




Samstag, 18. Mai 2019

Gottes eigenes Volk (6)

Teil 6) Warum wurde Jesus als Jude inkarniert? - 
Der Versuch, den Katholizismus zu kapern



Jesus hat damit Natur (Juden, und über die anfängliche Verbundenheit mit den Juden - als reales Menschenschicksal, das nur so durchlebt werden kann - für alle Menschen, hier aber nun geistig) und Übernatur vereint und in die Welt getragen, als unseren Augen ("defekten Sinnen") nicht mehr sichtbare, aber reale Wirklichkeit, an der wir durch den Geist (erst) teilhaben. (Es ist auch der Geist, durch den wir erst sehen bzw. sinnliche Eindrücke zur Wahrnehmung heben.) Er ist somit über den Heiligen Geist präsent. Nicht als irdischer Mensch, denn der ist im Himmel und wird von dort wiederkommen, am Jüngsten Tag, wenn alles Nicht-Kirchliche verstoßen, die Kirche als Neue Schöpfung alleine bestehen bleiben wird.*

Was kennzeichnet ein Volk? Seine geistige Einheit, seine Verankerung in einem Geist, der es vom Vater über den Sohn im (Heiligen) Geist in die göttliche Trinität hineinnimmt, so wie die Schöpfung von Anfang an gedacht war, und worauf sie und alles, was in ihr ist, sehnsüchtig wartet. 

Kein sonstiges Merkmal, wie "Blut", wie Schoeman behauptet. Juden sind nicht "per naturam" Christen, weil sie "vom selben Blut" stammen!** Das klingt wie das, was es sogar vermutlich ist: Als Versuch, die Besonderheit hinüberzuretten, ja den Katholizismus zu kapern, sich an dessen Spitze zu setzen. Entsprechend hängen ihm (explizit oder implizit) vor allem jene an, die sich für Auserwählte, aber nicht ausreichend Gewürdigte halten, ihren Hochmut meist sogar unter geheuchelter Demut verbergen, aber nur auf den Tag warten, an dem ihre Besonderheit ausgespielt werden kann. Kein Zufall, daß Vertreter des Judaismus vor allem unter Bevölkerungsschichten Gehör fanden und finden, die sich als "Minderheit, die aber mehr zu sein bestimmt wäre" sehen. Juden waren immer und in allen Bewegungen vertreten, die Revolutionen anstifteten, die diesen Gruppen "Gerechtigkeit" bringen sollte.

Ein Auserwähltheitsdenken, das den Juden als Teil des Judentums eigen ist, sodaß sie als Anhänger des Judaismus als in allen Völkern nicht assimilierbar galten, und sich selbst nicht assimilieren wollten. Weil sie sich selbst abgesondert haben und als revolutionär, als subversiv gegen die (immer mehrheitliche) Ordnung galten und gelten, weil sie den logos, also die gottgewollte Ordnung, die in Jesus Christus auf die Welt kam, ablehnen. Dies war seit je und ist nach wie vor die Haltung der Kirche. Gewiß, man darf keinem Juden Leid zufügen. Aber man muß nüchtern hinsehen und die Ordnung, die auf dem inkarnierten logos beruht, also die christliche Kultur schützen.

Somit braucht es eine fast schon bewunderungswürdige Chuzpe, daß man wie Schoeman dann allen Ernstes (und mit dem Raunen einer "ontologischen Tiefenwahrheit") behaupten kann, daß der "Haß auf die Juden" deshalb so manifest gewesen und präsent sei, WEIL es in Wahrheit ein Haß auf den Erlöser sei, der von den Juden käme und mit ihnen so verbunden sei, daß er sogar bei seiner Wiederkunft am Jüngsten Tag ALS Jude kommen würde. Schoeman stellt damit überhaupt die (ontologische) Wahrheit auf den Kopf! Moment, wie nannte man immer den, der alles durcheinanderwirbelt? Hieß der nicht Diabolos?) Denn spätestens bei diesen wirklich absurden Stellen des Buches stieg dem VdZ ein ganz anderer Verdacht auf, warum dieses Buch geschrieben worden sein könnte.

Dazu paßt dann das Gerede um den jüdisch-christlichen Dialog, der der Kirche regelrecht die Gehirne vernebelte, sodaß ihre wahre Position nicht einmal mehr benannt werden darf. Wie sie, übrigens, Nostra Aetate am Zweiten Vatikanischen Konzil noch festhält. Wo da steht, daß NICHT ALLE Juden am Tod Christi Schuld trugen. Richtig, denn die, die es nicht taten, nannte man fortan Christen, wie die Schriftsteller dieser Zeit melden.

Diese Anti-Haltung ist es ja überhaupt erst, was man als Judentum definieren kann, und was es zugleich so schwierig macht es zu definieren. Denn die Ablehnung, die Anti-Haltung definiert sich nicht aus eigener Substanz, sondern als Bezug auf das Sein, den logos. Das macht das Judentum so revolutionär und subversiv, deshalb wurde es überall als gefährlich angesehen und abgelehnt. Was man als "Substanz" des Judentums bezeichnen könnte, ist im Grunde Gnosis und Okkultismus (Kabbalah!)

Der VdZ meint sogar, daß eine der Haupthäresien des Christentums, die ihm im 3. Jahrhundert fast das Licht ausgeblasen hätte, aus dieser Anti-Haltung kam, der Arianismus. Wenn nicht sogar der anti-trinitarische Islam ("Christus, der Gesandte - Mohamed heißt genau das - ist nur Prophet!") unter jüdischem Einfluß entstand. Beides sind Religionen bzw. Haltungen, die nur "fassen" wollen, was eben rein irdisch reduziert, also ohne Glaubensgnade, zu fassen ist, und ihr Glaube ist auch logos-los, rein fideistische, also menschengemachte Haltung.

Das Hereinkommen des Übernatürlichen (als Transzendentem, das sich mit der Natur, dem Irdischen verbindet, es durchtränkt, es überhöht und in seine volle Dimension - auch im Erkennen - erhöht), die Fleischwerdung des logos (als Sinn, Vernunft, Ordnung, Sprache, logischer Zusammenhang), muß damit abgelehnt werden. Dieser Anti-Logos als Haltung ist der Grundzug dessen, was man als "Judentum" bezeichnet. Und der Talmud, der seit bald 2000 Jahren dieses Judentum formt, ist dessen Anleitung.

Die Natur des Menschen geht vom Geist aus. Hier hat Schoeman auch das Wesen des Messianischen, der Erlösung völlig miß- bzw. gar nicht verstanden. Und dieser Streit hat sich in der ersten Zeit der Christen auch real und genauso abgespielt, ist aber entschieden: Der Christ, der Getaufte, der zum Reich Gottes als Gottes Volk Gehörende muß nicht erst Jude werden, und er ist auch nicht an die Gesetze Moses gebunden. 

Denn was davon ewige Grundzüge der Schöpfung, der Welt darlegte, ist durch Jesus erfüllt und vollendet, was nicht, was also rein historisch-pragmatische Regelung war, um zum Beispiel wie bei der Ehe (und der Entlassung der Frau) der Tatsache der verhärteten Herzen irgendwie zu entsprechen - fällt sogar weg. Von nun an wird der Ort der Sünde in den Geist des Menschen verlegt, nicht mehr (nur) ins Äußere, so viele Verbindungstaue es dazwischen auch gibt.

Damit irrt auch Schoeman (und die gesamte "messianische Judentum-Bewegung", die nicht zufällig und in den meisten Fällen auf die "evangelikale", also protestantische Seite fällt, auch wenn Schoeman behauptet, eine Ausnahme weil "katholisch" zu sein), wenn er so tut (oder damit täuscht?), als sei diese Form des Christentums wie eine Süßkirsche, die man nun dem Judentum einfach draufsetzt. Denn das würde davon unberührt. Auch das ist nicht wahr.


Morgen Teil 7) Wer sich bekehrt und taufen läßt, kann kein Jude mehr sein!


*Illustrieren wir das, um es hoffentlich begreifbarer zu machen: Man wird nicht Fußballer eines Vereins, indem man dem Verein als Mitglied beitritt, sondern indem man ... gut Fußball spielt, und schließlich in der Mannschaft spielt. Sie können nur Fußballer werden und sein, wenn Sie einem Verein beitreten. Aber Sie können nicht einem Verein beitreten, wenn Sie das nicht als Fußballer tun. Anderes Beispiel: Sie sind Europäer nicht, weil sie Europäer sind, sondern weil Sie Sachse, Bayer, Wiener, Burgenländer sind. Und nur WENN Sie Burgenländer, Sachse, Berliner etc. sind, sind Sie auch Europäer. Weiteres Beispiel: Sie sind nicht Mensch, wenn Sie "Mensch" werden, sondern Sie sind Mensch immer, weil sie Bayer, Münchner, Wiener, Grazer, Tiroler etc. sind. Ja, Sie sind sogar ERST dadurch Mensch. Zu sagen, ich will aber kein Bayer, Türke, Ungar, Wiener, Gruchelstädter sein, sondern "nur Mensch", ist unsinnig und gar nicht möglich. Sie werden immer "als ..." geboren. 

Und Ihre Aufgabe liegt in diesem "als - sein", darin sind Sie Mensch. Also mußte Gott, um Mensch zu sein, ALS irgendjemand in irgendeinem Volk (Jude, Nazarener, Sohn des Zimmermanns etc.) auf die Welt kommen. Und innerhalb dieser Beziehungen war sein Ort, an dem er "wahrer Mensch" sein konnte und mußte. Das hätte sich nicht erfüllt, wenn er von Nazareth aus ins Internet eingestiegen wäre und begonnen hätte, China zu missionieren, während ihm die Juden rundum gleichgültig gewesen wären. Mit seinem Tod, seiner Auferstehung, seiner Himmelfahrt aber hat sich diese lokale Bindung, sozusagen, "aufgehoben", überhöht, und auf die Menschheit im Ganzen - ALS MENSCH - ausgedehnt. Man ist eben als irdischer Mensch, als Fleisch, erst Mensch, wenn man konkret an einem Ort etc. lebt. Aber dann IST MAN MENSCH, stellvertretend für alle Menschen, sozusagen.

Mit dem Judentum aber hatte damit seine universale Erlösung "der Menschheit" NICHTS darüber hinaus zu tun. Jesus wird NICHT ALS JUDE wiederkommen, wenngleich er auch aussehen wird wie ein Semit, denn so sah er aus. Wenngleich ihn jeder Mensch auf der ganzen Welt als "einen der seinen" sehen wird. Denn er wird als der wiederkommen, der er ist: Als der, in dem alle Form enthalten ist. Aber dann werden ihn vermutlich auch die (heutigen) Israeli, die dem Judentum als Religion angehören, schon gar nicht als einen der Ihren erkennen. Denn die Aschkenasim sind ja gar keine Semiten.

**In welcher Bredouille aber das Judentum steckt, zeigt (vor dem Hintergrund des bisher Gesagten), daß genau dieses Blutsargument das entscheidende Kriterium ist - das ist Rassismus pur. Und alles wird von den Rabbinern kontrolliert. Mittlerweile ist es so weit, daß in Israel der Rabbiner per DNA-Test (das berichtet eine jüdische Zeitung!) feststellt, ob jemand ein Jude ist oder nicht. Und deshalb heiraten kann, sich scheiden lassen kann, etc. Wer in diesem Test nicht zeigen kann, daß er "Jude ist", kann keinen Juden in Israel heiraten. Bitte schön, was baut sich da in Israel auf?!