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Sonntag, 5. Januar 2020

Letzte Worte eines weisen Mannes (2)

Es gibt nichts Gefährlicheres als "etwas Bildung", schreibt dazu William M. Briggs. Wer einmal begonnen hat, von dieser Quelle zu trinken, muß sie bis zu ihrem Grund durchtauchen. Etwas, das aber nur für eine kleine Zahl von Menschen möglich ist. Die heutige Bildung ist deshalb in überwiegendem Maß lediglich dazu angetan, die Ansprüche auf Anerkennung und Stellung durch Erringung eines Zertifikats zu erhöhen und die Zahl der Großmäuler ins Unermeßliche zu steigern. Sie hat mit Bildung im eigentlichen Sinn jedoch rein gar nichts zu tun. Stattdessen steigt nicht nur der Druck auf jeden Einzelnen, zu allem und jedem eine "Meinung" zu haben, sondern auch der Anspruch, daß diese Meinung von Wert sei. Es ist absurd zu glauben, daß jeder genug zu allem wissen könnte, um dazu auch wirklich fundiert etwas sagen zu können. 

Aber es ist genau so absurd zu meinen, daß alles, was in allen möglichen Lehranstalten gelehrt würde, auch einer solchen Verbreitung wert wäre. Das ist zumindest heute ganz offensichtlich falsch. Wenn aber etwas gelehrt wird, dann muß die angebrochene Flasche bis zum letzten Tropfen geleert werden. (Anders als Briggs findet der VdZ hier das alte römische Sprichwort passender, das von "multa sed multae", "Viel, aber nicht Vieles", spricht.

In der Art aber, in der bei uns "Bildung" vermittelt wird, muß die Arbeit jeder Regierung immer zersplitterter, nervöser, rechthaberischer und ineffizienter werden. Damit muß sie in immer größeren Widerspruch zu einem der Grundprinzipien des Gemeinwohls, der Subsidiarität, geraten. Einem Prinzip, in der die übergeordnete Einheit nur jene Aufgaben erfüllen darf, die die untere nicht zu erfüllen vermag. Und zwar in erster Linie, weil diese dazu nicht berufen und in der Lage ist, nicht, weil sie da oder dort einmal indisponiert ist und versagt. Stattdessen macht sich ein Druck auf Uniformität breit - die man dann "Vielfalt" nennt.

Weil aber Bildung zunehmend mit Kosten und damit "Ertrag" verknüpft wurde, stehen alle Bildungsinstitutionen unter dem Zwang, bestimmte "meßbare" Ergebnisse zu erzielen. Damit wächst die Bereitschaft, nicht über Inhalte zu lehren, sondern über Verhalten bestimmte Ergebnisse zu produzieren. Das Spiel der Freiheit wird somit aus der Bildung verbannt. Aus Bildungsvermittlung, die ein Erfahrungs- und persönlich unterschiedlicher Reifungsprozeß ist, wird Ideologievermittlung und Indoktrination. Während die Erfahrung zu einer Verhaltenslehre wird, sich "wie ein Gebildeter" zu verhalten.

Die Verrohung des Krieges hängt direkt damit zusammen. Denn zur Besonderheit des Soldatenstandes zählt vor allem der soldatische Ethos. Doch Offiziere, die bereits in den heutigen Ideologie- und Indoktrinierungsanstalten "vorgebildet" wurden, sind dazu nicht mehr in der Lage, weil ihnen diese Persönlichkeitsdimension fehlt. Ähnliches gilt es auch vom Priesterstand zu sagen. Im Gleichschritt mit dem Abbau von Geistessubstanz an den Universitäten haben sich auch die Priesterseminare davon befreit. Für beide Stände gilt heute, daß sie sich weit mehr der weltlichen Anerkennung widmen, als ihr Handwerk zu erlernen. Hier (wie mittlerweile überall) wird die mehr oder weniger gekonnte Simulation einer Identität zum Ersatz für eine organisch an der Wirklichkeit gewachsene Identität, die aus der in Verantwortlichkeit geleistete Hingabe an eine Sache, einen Inhalt erwächst bzw. sich stärkt, nicht an einem Erlernen des "Verhaltens - wie". 

Fälschlicherweise wird heute davon ausgegangen, daß das Handwerkliche auch später zu erlernen sei, vorerst gehe es um die Erreichung eines "Dekrets", eines Zertifikats. Die Realität aber zeigt, daß solch ein Dekret den Träger verändert, und einen Initiationsritus darstellt, der die Seele verändert. Weil die Person auf einen Stand hebt, in dem die Erlernung des Handwerkszeuges für diesen Stand unter diesem Stand selbst liegt. Also nie mehr erfolgt, sondern mit dem Dekret bereits "vorhanden" angenommen wird. Denn ein Erlernen liegt - natürlich! - unter diesem Stand. Heutige Bildungsdekrete sind deshalb wie Etiketten auf leeren Flaschen, die ihren verkündeten Inhalt gar nie trugen und tragen werden. Denn unter dem Rechtfertigungsdruck, der aus der Verquickung der Lehranstalten und Universitäten mit Geld und Kapital (und Politik) erfolgt, orientiert sich ihre "Bildungsvermittlung" vor allem an der Vermittlung der Fähigkeiten, Dekrete zu erwerben, nicht an inhaltlicher Reifung.

Der Vorhersage Richelieus über die Explosion der "Quatschköpfe" im Land muß nichts mehr hinzugefügt werden, sie hat sich vollauf bewahrheitet. Und je mehr "Bildung" - umso mehr. In gleichem Maße hatte er recht, als er von dem Aufkommen der Zweifler sprach. Die zwar alle erschüttern, aber nicht mehr errichten können. Oh ja, man kann andere Menschen leicht verunsichern, schon gar solche guten Willens, und umso mehr, als man mit Bildungsdekreten wedelt. Wir haben es eben viel zu sehr mit Leuten zu tun, die alles wissen, und dessen völlig sicher sind ... weil sie eben eine Identität angenommen, zugesprochen bekommen haben, die dem in Wahrheit Ungebildeten genau das zusagt.

Das hat - auch darin hat Richelieu völlig recht behalten - zur Folge, daß sich die geistige Arbeit (die "freien Künste") der mechanischen Arbeit überlegen fühlt. Aber die konkrete, handwerkliche Arbeit, die Arbeit an und mit einer Maschine, einem Apparat, den es zu konstruieren, zu reparieren gilt, hat den unersetzlichen pädagogischen Vorteil, daß sie ein direktes Lernen am Erfolg ermöglicht, der in der Sache selbst liegt und vor allem: in ihr direkt erkennbar wird. Eine Maschine läuft - oder läuft nicht. Eine Arbeit fruchtet - oder sie tut es nicht. Das formt den Charakter, macht ihn realistisch und realitätsoffen. 

Dem Träger eines Zertifikats der Freien Künste hingegen steht diese Erfahrung nur höchst selten offen, manchmal überhaupt nicht. So kann er nicht unterscheiden, ob das, was er "weiß", nicht völlig sinnlos ist. Noch dazu, wo er von seiner Identität gerne über eine realistische Prüfung über die Wirklichkeitsrelevanz seines "Wissens" hinweggetragen wird. Also hängt er von einem Anerkennungshorizont ab, der nicht von einer Sache geprägt ist, sondern von ... Ideen, Dynamiken von Gruppenidentitäten, und vor allem: Anerkennungszwang, der nur vom Wort abhängt. Schon das stärkt die Neigung solcherart Gebildeter zu Konformität und Verschmelzung mit Macht und Mehrheit einer Sichtweise.





Samstag, 4. Januar 2020

Letzte Worte eines weisen Mannes (1)

  • Wenn auch die Kenntnis der Literatur* für ein Land unerläßlich ist, so ist gleichermaßen gewiß, daß sie nicht unterschiedslos an jeden weitergegeben werden sollte. Ein Leib, der überall Augen hat, würde zu einem Ungetüm verkommen, das noch dazu rasch Mode würde. Was geschähe aber mit einem Staat, wenn allen seinen Subjekten die Kenntnis der Literatur vermittelt würde. Man würde in ihm bald wenig Gehorsam, dafür aber viel Stolz und Unverschämtheit finden. 
  • Der Handel mit Literatur würde bald den von Gütern, aus denen allein der Wohlstand eines Staates hervorgeht, übertreffen. Er würde damit zuerst die Landwirtschaft, diese verläßliche und treue Fruchtbarkeit eines Volkes, ruinieren, und dann binnen absehbarer Zeit die Quelle des Soldatentums austrocknen. Deren lebensspendende Läufe mehr von den Rohheiten der Ignoranz als von den Feinheiten der Erkenntnis gespeist werden.
  • Ohne Zweifel würde sich Frankreich mit Quatschköpfen füllen, die sich mehr der Zerstörung guter Familien und dem Erschüttern der öffentlichen Ordnung widmen, als irgendetwas Sinnvolles für das Land zu leisten.
  • Wenn man das Lernen durch Verbreitung unter allen möglichen Arten von Menschen profanierte, würde man bald sehr viele Menschen erleben, die zwar fähig sind, viele Zweifel zu streuen, aber nicht, solche auch ausräumen zu können. Viele wären dann weit mehr in der Lage, der Wahrheit zu widersprechen, als sie zu verteidigen.
  • Aus diesem Grund ist es für Staatsmänner in einem gut regierten Staat wünschenswert, zwar viele Lehrer zu haben, die Meister der mechanischen Künste (gemeint sind v. a. Handwerker; Anm.) sind, aber weniger solche der Freien Künste.

Aus dem Politischen Testament von Kardinal Richelieu (1585-1642), Kapitel II


Morgen Teil 2)


*Mit Literatur meint Richelieu nicht die schöngeistige Literaturkunst der Dichter und Literaten, wie sie heute verstanden wird, sondern die schulische und akademische Bildung generell, die sich auf Medien, Büchern etc. aufbaut. Dasselbe gilt für "Freie Künste", die nichts mit "Kunst" in einem eingeschränkten Sinn zu tun haben, wie es heute verwendet wird, sondern die geistige Tätigkeit generell, in ihrem Unterschied zu Handwerk und Handarbeit meint.



Samstag, 9. April 2011

Ein weiterer Dreh im Reigen

Die Aufregung ist nicht wirklich verständlich, denn seit langem war klar, daß Portugal im April 2011 - jetzt - seinen Kollaps haben wird. 35 Milliarden Anleihen waren rückzuzahlen, und das bei fast 10 Prozent Defizit pro Jahr, bei Verweigerung wirklich einschneidender Sparmaßnahmen, bei längst ausgetrockneter Wirtschaft, bei auf gleichfalls 10 Prozent gestiegenen Zinsen für weitere Kredite, um umzuschulden, um weitere Schulden machen zu können. Nun ist es soweit, Portugal wird 80, manche sprechen von 100 Milliarden Euro benötigen, um nicht den Staatskonkurs anmelden zu müssen. Und die EZB wird einspringen, wie es ohnehin beabsichtigt war. Rette man Portugal nicht, fällt nämlich Spanien, wie man sich ausrechnen kann, denn Spaniens Banken würden um Kredite von bis zu 40 Milliarden fallen.

Und ihr Fall würde die nationale Wirtschaft mitreißen, denn Spaniens Bürger sind traditionell hoch verschuldet - in Immobilien, denn der Spanier wohnt nicht in Miete, wie man sagt, der stolze Iberer logiert in einem Eigenheim. Fein, soll er ruhig. Aber fallen die Banken, stellen sie die Kredite fällig, und er verliert sein Eigenheim, die Preise werden ins Bodenlose stürzen, die Kreditwirtschaft und damit die Wirtschaft selbst total zusammenbrechen, etc. etc.

Erst vor wenigen Tagen hat Portugals Premierminister verzweifelt bekanntgegeben, daß er drastische Sparmaßnahmen politisch nicht durchbringe. Die Gewerkschaft droht mit Streiks, und gutmeinende Münder meinen, man könne doch die Portugiesen nicht auf "Wasser und Brot" setzen. Das ist damit gemeint:

... Stopp für Pensionssteigerungen, empfindliche Steuererhöhungen, Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst, weniger soziale Leistungen, Mautgebühren auf den Autobahnen, höhere Preise im öffentlichen Transport, Einsparungen im ohnehin lahmenden Bildungs-, Gesundheits- und Justizwesen, Baustopp öffentlicher Infrastruktur. 

Was bei dieser Liste auffällt? Es ist die "to-do-Liste" der Politik seit den 1970er Jahren, und im Grunde schon seit 1945, und im noch tieferen Grunde seit dem 17., 18. Jhd., seit die Nationalökonomie, wie es so schön heißt, als Instrument für die Wunschträume der Politik zu arbeiten begann. Seit man die Volkswirtschaften als Maschinen zu betrachten begann, die bestimmten Ausstoß erzeugen konnten und vor allem sollten, der die Politik mit Macht und Geld belohnte.

Es ist so einfach, es ist tatsächlich so einfach, und kompliziertere "Entwicklungen" dafür verantwortlich zu machen ist Sophisterei. Die Fürsten brauchten Geld, wollten Geld, und entdeckten endgültig, wie die Bevölkerung dafür nutzbar zu machen ist, um ein "Staatsgebilde" zu erzeugen, das den Utopien, die damals wie Kroketten aus dem Frühlingsboden austrieben. Die Geschichte der europäischen Staaten ist seither eine Geschichte der staatlichen Willkür, politischen Ehrgeizes und Wahnes, und der Kompetenzüberschreitung.

Wer alleine die obige Liste hernimmt sieht es auf den erste Blick: Bereiche und Dinge, die in der gesamten Menschheitsgeschichte von den kleinen sozialen Einheiten, allen voran die Familie, das Dorf, die Region geregelt waren, sind nun direkte Staatsangelegenheit. Die Kleinstrukturen sind ruiniert, die sozialen Zusammenhalte zerstört, die Ehen aufgelöst (erst unlängst war sogar eine Studie zu lesen: Ehe existiert im Bewußtsein der Jugend in Europa gar nicht mehr) und die Bevölkerungen in ihre Einzelteile zerlegt, alle mit direktem Konnex zum "Staat", zur Maschine. Da fällt mir Richelieu ein, und seine Politik des Zentralismus, mit der auf den ersten Blick seltsamen Koinzidenz von Absolutismus und Auslöschung der Zwischenstände: der absolute Herrscher steht dem Bürger 1:1 gegenüber. Bürger, die kaum noch das Notwendigste zum Leben hatten.

Sie stöhnten unter der höchsten Steuerlast, die je in Frankreich geherrscht hatte, und die sogar in Hungersnöte ausschlug. Dafür mußte Frankreich erst spät im 30jährigen Krieg seine Söhne direkt aufs Schlachtfeld schicken, weil man zuvor andere - Deutschland, das Reich - um Geld bluten ließ. Preis des Friedens? Richelieu wollte in Wahrheit ein starkes Frankreich in Europa, und das ging nur zentralistisch. Damit ebnete er den Weg zu Frankreichs Glanz und Glorie, in der langen und ruhmreichen Regentschaft Ludwig XIV.

Was das mit Portugal zu tun hat? Weiß das der Teufel ... Ach ja, Österreichs Anteil? 2 oder 3 Milliarden sind wohl an die Algarve zu überweisen. Und kein Mensch mit einem Funken Verstand, sondern nur ahnungslose Politiker gehen davon aus, daß dieser weitere "Kredit zur Rettung der übrigen Kredite" je zurückgezahlt wird. Siehe Griechenland.

***

Mittwoch, 31. März 2010

Geheimnisvoll gestaltende Hand

Selbst nach abertausenden Seiten Lektüre unterschiedlichster Autoren wird die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts in der Geschichte Europas, die im Dreißigjährigen Krieg sich einfaßte, nicht einfacher zu abstrahieren. Vielmehr zerläuft diese Epoche in ein einem Bienenhaus gleichendes Gemengelage eigentümlichster Figuren und Charaktere und alles zerreißender Motivstränge. Und eine der wahrlich seltsamsten dabei ist die des Pater Joseph, der "Grauen Eminenz", wie man diesen Kapuzinerpater, den engsten Vertrauten, die rechte Hand von Kardinal Richelieu, nannte.

Dieser Mann, der meist zu Fuß zwischen Rom, Wien, Deutschland, ja Schweden, und Paris unermüdlich hin- und herlief, war der eigentliche Drahtzieher eines Europas, das den tödlichen Keim des Zerfalls, den Frankreich sehr real anbot, schluckte - und daran zerweste. Es sind nicht die geringsten Historiker, die in den Ereignissen des Dreißigjährigen Krieges, und vor allem in der Konstellation, die im Westfälischen Frieden 1648 geschaffen wurde, die vitale Wurzel der furchtbaren Kriege des 20. Jahrhunderts sehen.

Und dieses Drahtgeflecht, diese Mißgeburt, wurde von einem Mönch geflochten, der auf diesen abertausenden Kilometern, die er auf Schusters Rappen, in einfachen Sandalen oder gleich barfuß  zurücklegte, in fortwährendem Gebet versunken, sein Leben Gott hingab, für Frankreich im mystischen Sinne starb. Er, Francois Leclerc du Tremblais, Pater Joseph (1577-1638) war der Täter, er führte nicht nur aus, sondern er gestaltete, verhandelte, vereinbarte - völlig im Hintergrund, und nur in grober Abstimmung mit dem offiziellen Architekten, Richelieu.

Ein schlichter Bettelmönch brachte das Kaiserreich, die einzige Hoffnung Europas, zum Einsturz, indem er ihm auf diplomatischem Wege (der natürlich auch Intrigen umfaßte) unheilbare Wunden zufügte, schwächte weil spaltete Deutschland auf Jahrhunderte, entschied den Krieg durch Allianzen, brachte Spaniens Vormachtstellung in Europa zum Einsturz, setzte geschickt den Papst politisch für seine Zwecke ein, stimmte über das weltweite Informationsnetz der Kapuziner die Politik seines Landes auf geostrategische Momente ab, steuerte über Massenmedien - die ersten "Parteizeitungen" - Stimmung und politische Meinung in Frankreich selbst, und stärkte, nein schuf so Frankreich als europäische Großmacht.  Ein Ziel, dem er sich auf spirituelle Weise, als so verstandenen Auftrag Gottes an ihn, in aller Totalität unterordnete.

In einer Zeit voll der gleichermaßen bemerkenswertesten wie seltsamsten Figuren. In deren Hand auch unsere Gegenwart lag.



*310310*

Dienstag, 23. März 2010

Standesgemäßer Dienst

In seiner Monographie (die es eher ist denn eine Biographie) von Pater Joseph, der "Grauen Eminenz" des Kardinal Richelieu, schreibt Aldous Huxley abschließend, indem er den großen Irrtum des an sich zu Kontemplation begabten Geistlichen reflektiert - wo ein Kirchenmann seine geistliche Autorität verspielte, um die weltliche zu gewinnen, um hinwiederum dieser denn doch fremd zu bleiben:

"Es ist verhängnisvoll, sagen die Inder, wenn Angehörige einer Kaste die Funktionen, die eigentlich einer anderen gehören, an sich zu reißen. So wird, wenn sich die Kaufleute auf das Gebiet der Kshatriyas (die regierenden Fürsten, Anm.) wagen und sich des Geschäfts des Regierens unterfangen, die Gesellschaft von allen Übeln des Kapitalismus heimgesucht; und wenn die Kshatriyas tun, wozu nur der theozentrische Brahmane ein Recht hat, wenn sie sich anmaßen, in spirituellen Dingen Vorschriften zu machen, dann kommt es zum Totalitarismus mit seinen götzendienerischen Religionen, seiner Vergötterung der Nation, der Partei und der politischen Bonzen.

Nicht weniger verhängnisvolle Wirkungen treten ein, wenn die Brahmanen (= die Gottgeweihten, Priester) sich der Politik oder dem Geschäftsleben zuwenden; denn dann verlieren sie ihre spirituelle Einsicht und Autorität, und die Gesellschaft, die zu erleuchten ihre Aufgabe war, bleibt völlig im Dunkel, aller Verbindung mit der göttlichen Wirklichkeit beraubt und daher eine leichte Beute für Prediger falscher Lehren.
"

Bei Pater Joseph führte die falsche Wahl - weil die Aufgabe nicht mit seiner "Kaste" übereinstimmte - dazu, daß sein ursprünglich angesehener Ruf als Geistlicher so zerstört wurde, daß man ihn schließlich aufgrund seiner im (mißverstandenen) Gehorsam ausgeführten politischen Handlungen jeder Lüge und jedes Verbrechens für fähig hielt.




*230310*

Donnerstag, 11. Februar 2010

Als alles zerfiel

"Das Imperium Karls V. in Europa war das Ergebnis dynastischen Erbganges und politischer Heiraten. Seinen Besitz hat der Kaiser von Anfang an mit Mitteln verteidigt, die viel beschränkter waren, als die meisten Zeitgenossen vermuteten.

(Der Machtanspruch des Habsburgerreiches beziehungsweise Spaniens, der ein Territorium umfaßte, das zwanzigmal größter war als das Römische Reich zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung, und Süd-, Lateinamerika, große Teile Afrikas und Asiens umfaßte, neben der Iberischen Halbinsel, ausschließlich Portugal, den Niederlanden, Siziliens, Sardiniens bzw. Teilen Italiens, neben allen habsburgischen Stammländern, stand in nahezu absurdem Widerspruch zu seiner realen Macht, die auf einer Bevölkerung von höchstens zwölf Millionen, unter Karls Sohn Philipp II., dann inklusive Portugal, von fünfzehn bis zwanzig Millionen Einwohnern aufruhte. Absurd? Absurd war er, wenn man ihn als egoistischen Machtanspruch eben eines einzigen Landes versteht, und nicht als eines Herrschers, der "zufällig", in dem Augenblick aber nicht mehr auswechselbar, als König von Spanien, Herzog von Brabant etc. etc., das Lehen der Weltregierung im Kaiseramt, das nur überlokal und als alle Weltherrschaften zusammenfassend zu verstehen ist, empfangen hat - so, wie Karl V. es tatsächlich verstand, und sogar persönliche Machtansprüche, wie an das Burgund, hintanzustellen lernte. Anm.)

Solange Karl herrschte, verlieh der mittelalterliche Kaisergedanke, auf dessen Grund noch ein Überrest des Willens zu friedlichem Zusammenleben der christlichen Völker ruhte, den Unternehmungen des Herrschers einen ernsten Gehalt. 

Aber seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts (Reformation, Anm.) gab es im Sinne des Mittelalters keine Christenheit mehr. Und was den dynastischen Landbesitz anbetrifft, so wurde er mehr und mehr als Grundlage zur wirksamen Ausübung des Kaiseramtes durch das überall hervorbrechende Nationalgefühl in Frage gestellt. Für alle Herrscher auf europäischen Thronen ging es von nun an nicht um die Vielfalt der Herrschaftsgebiete, sondern um Konzentration und Sicherung.


Carl J. Burckhardt in "Richelieu"







*110210*

Samstag, 16. Januar 2010

Von den Regierungspflichten

Kardinal Richelieu in seiner berühmten Denkschrift - vor allem auch seinem Sovereign Ludwig XIII. gesagt - über das Königtum; nicht ohnabsichtlich sei hinzugefügt, daß die Haltung des Königs das Archetyp jedes Mannes und Vaters, ja, die Grundhaltung jedes Menschen ist, der je nur seinen Stand, seine Aufgabe als Seinsform verwaltet. Sollte man noch erwähnen, daß Richelieu - treu dem scholastischen Grundsatz "agere sequitur esse" (Das Handeln folgt dem Sein) - die Repräsentation als zentrales sachliches Anliegen (und nicht in persönlicher Eitelkeit motiviert) und Basis allen Handelns, ja diesem übergeordnet weil dieses beinhaltend, sah. Eine Einheit, die erst der Technizismus auflöst, der menschliches Handeln in höchst eingeschränktem (und damit: unmenschlichem) Maß als bloß technische Funktion sieht:

"Es ist dem Staate gefährlich, wenn man in Bezug auf die Anwendung der Gesetze sich gleichgültig zeigt. Es scheint mir, der König besitze nicht genug Eifer und Festigkeit in Bezug auf die Durchführung seiner Erlasse. [Damit ist der König direkt für jene Seelen verantwortlich, die Opfer der Nichteinhaltung der Gesetze sind.]

Etwas anderes sind die Sünden, welche die Könige als Könige begehen, und die Sünden, welche sie sich als Menschen zuschulden kommen lassen. Als Menschen sind sie, wie jeder andere, dem göttlichen Gesetz unterworfen. Als Könige müssen sie ihre Macht für diejenigen Ziele einsetzen, deren Erreichung der Himmel ihnen vorschreibt. Ihre Macht dürfen sie nie mißbrauchen. [...]

Jene Fürsten aber, die es unterlassen, ihre Autorität dafür einzusetzen, daß ihre Staaten innerhalb der ihnen notwendigen Ordnung bleiben, sind vor Gott schuldig. Wenn es ein König zuläßt, daß untger seinen Untertanen ungestraft der Starke den Schwachen unterdrückt, wenn er es hinnimmt, daß einzelne die Staatsordnung durchbrechen, dann wird er auch selbst untergehen. [...]

Nie genug und nie früh genug wird ein Christ Beleidigungen vergessen, ein König aber, ein Gouverneur, ein Magistrat wird solche Beleidigungen nie früh genug bestrafen, sobald sie gegen den Staat gerichtet sind."



*160110*

Dienstag, 12. Januar 2010

Der völlige Auseinanderfall

Man bezeichnet den Barock gerne als letzte gesamteuropäische Kulturepoche. Nun, das stimmt auch wohl.

Aber betrachtet man seine Formensprache genau, so könnte einen der Verdacht beschleichen, daß der Barock - in seinem Explizitmachen, seiner Verbalisierung alles dessen, was zuvor immanent war, in seiner Liebe zu Allegorien - erschreckend deutlicher gesamteuropäischer Ausdruck der Entfesselung alles zuvor Gebundenen, in "intaktem" Zustand also Schweigenden ist.

Aufgestachelt durch die Reformation, in einem Atemzug mit der Gegenreformation ausgeblüht, ließ sich das allem Ganzen innewohnende Immanente plötzlich in seiner Vereinzelung - als Ding, das auch außerhalb seines Sinnbezuges wirken könne - erfassen, begann (und vermutlich, wie nämlich immer, das bereits Fehlende oder Bedrohte) plötzlich zu sprechen. Als Hauch der heraufziehenden Pest, zum tödlichen Keuchhusten gesteigert, wie ihn die Aufklärung sinngemäß bedeutet, die den Hammer der Zertrümmerung darstellt.

Unbedingt dafür spricht, daß nicht nur nach dem Barock Europa definitiv zerfiel, daß mit ihm die Europa noch einen sollende Reichsidee endgültig zerbrochen war (zu Tode gekommen durch ... französische Politik, die nur dadurch Frankreichs Bedeutung erhöhen konnte, daß Europa als Reich unter einer Reichskrone verhindert wurde, fixiert im Westfälischen Frieden 1648) sondern - betrachtet man den französischen Barock als Übersteigerung des Barock, so deutet sich darin sogar bereits die Französische Revolution an: die Explosion des Gefüges.

Und die Entwicklung des Theaters - losgetrennt von allem Kult - als Verbalisierung reiht ihn in kulturelle Gesamtentwicklungen ein, die die Literatur als Ausdünstung geistigen Todes entlarvt.


*120110*

Samstag, 9. Januar 2010

Eine etwas andere Art

Als ein an Höflichkeiten kaum zu überbietender "Krieg", der eben erst gar kein Krieg sein sollte und schon gar keiner zwischen England und Frankreich, begann 1627 zwischen englischen (die Hugenotten unterstützen wollenden) angelandeten Truppen unter dem Großadmiral und Herzog von Buckingham, sowie königlich-französischen Truppen unter Herzog Toiras, auf der "Isle de Re" der Kampf um das hugenottische La Rochelle. Um das herum Truppen des Königs "friedlich" lagerten. Der dann noch so furchtbar enden sollte.

Als die englischen Truppen das Hauptfort der Insel, St. Martin (Bild: der heutige Ort), belagern, den Rest der Isle de Re einstweilen links liegen lassen, bitten die Belagerten, drei verwundeten Edelleuten freies Geleit zu gewähren, damit sich diese auf ihren Schlössern kurieren können. Buckingham gewährt nicht nur die Bitte, sondern die drei Franzosen werden in einer mit Purpur ausgeschlagenen Schaluppe mitten durch die englische Flotte geführt, Musikanten an Bord spielen heitere Sarabanden. Ein Trompeter und ein Mann bringen hieraus zwei englische Geiseln in des Herzogs Lager; Buckingham schenkt den beiden Franzosen 50 Pistolen in Gold. Toiras läßt sofort vier englische Gefangene frei und schenkt jedem von ihnen sechs Pistolen.

Buckingham (im Portrait von Rubens) läßt nun durch einen Parlamentär die Übergabe der Festung verlangen. Toiras schickt ihn mit stolz abschlägiger Antwort und mit Geschenken beladen zurück. Im Gespräch hat er den Engländer gefragt, ob es noch Melonen auf der Insel gebe. Nach einer Stunde bringt eine Ordonnanz des Herzogs dem Kommandanten der Festung ein Dutzend dieser Früchte, er geht nicht mit leeren Händen weg - zwanzig Goldstücke hat er von Toiras erhalten, und am nächsten Tag treffen bei Buckingham, vom späteren Marschall Ludwigs XII. gesandt, sechs Flaschen Orangenblütenwasser und zwölf Dosen mit Puder von Cypern ein.

Aber nicht daß der Kampf aufgehört hatte; man wußte zu sterben. Besonders die französischen Adeligen taten sich dabei hervor - das letzte Refugium der Ehre und Sinnerfüllung, das ihnen im verlorenen Kampf gegen den Zentralismus blieb: die ars moriendi, die Kunst zu sterben. Und über fortlaufenden Beschuß hinaus, beginnen die Belagerer ihre Maßnahmen zu verschärfen.

Schließlich hat die Höflichkeit scheinbar doch ein Ende: Die Engländer sammeln die Bevölkerung der Ortschaft St. Martin und treiben sie vor die Tore der Festung; wer umkehrt, wird erschossen. Toiras und seine Soldaten haben Mitleid, man läßt sie ein. Ein paar hundert Hungrige mehr befinden sich nun in der Festung. Das Wasser beginnt knapp zu werden. Die Ziehbrunnen sind bewacht.

Am 30. August 1627 übersendet Buckingham ein Ultimatum: "Da ich Sie nicht größeren Unannehmlichkeiten aussetzen möcht, biete ich Ihnen und der Garnison ehrenvollen Abzug ..." Er setzt fort: "Ich würde es überaus bedauern zu den äußersten Mitteln greifen zu müssen, die ich in Händen habe." Und er zeichnet als Toiras' untertänigster und gehorsamster Diener.

Dieser antwortet: "Euer Durchlaucht Courtoisien sind der ganzen Welt bekannt, und da sie von so viel klarem Urteil begleitet sind, so müssen vor allem diejenigen auf Sie rechnen, die rechtschaffene Taten vollbringen; nun kenne ich keine besser als die in seines Königs Dienst sein Leben zu lassen ..."

Buckingham aber hat keine wirklichen Mittel, und er muß vor dem Winter die Belagerung abschließen, um La Rochelle zu entlasten, für das die Lebensmittelsituation nun allmählich knapp wird. Auch wenn immer noch kein Krieg erklärt war - und Richelieu vor allem auf die Karte der inneren Spannungen bei den Hugenotten setzte, sowie auf jene der Vermeidung der Feindschaft mit Spanien (und dadurch dessen Allianz mit England), wozu er gegen England "leidend", nicht "macht-aggressiv" bleiben mußte.

Buckingham verständigt sich mit Toiras, und sie beraten sich - und senden gemeinsam (und geheim) jeweilige Unterhändler zum König, der nur den Franzosen zu sich vorläßt. Aber unter dem Einfluß von Richelieu schlägt er jede Verhandlung ab. Zurück auf der Insel, läßt Buckingham den Offizier - den er in Besitz geheimer Unterweisungen des Königs für die Belagerten wähnt - nicht mehr in die belagerte Festung. Er wird offiziell gefangen genommen, aber aufs höflichste behandelt, und speist täglich an der Tafel Buckinghams. Die von La Rochelle zunehmend unterhalten wird - die Stadt versorgt die Engländer, und fürchtet zunehmend, bald selbst Not zu leiden. Richelieu läßt nun sogar einen gewaltigen Damm ins Mees aufschütten, der jede Versorgung von See her unmöglich machen soll.

In der Festung St. Martin nimmt freilich ebenfalls der Hunger zu. Seuchen brechen aus, und Toiras kann knapp eine Revolte, die aufzugeben verlangt, niederschlagen. Er hat nun nur noch ein Drittel der ursprünglichen Mannschaft, aber die ist zu allem bereit: selbst Todkranke schleppen sich noch an die Mauern, geben drei, vier Schuß ab, um dann zu sterben ... während die Engländer Angriff um Angriff führen.

Es gelingt schließlich Toiras, einen (von drei) schwimmenden Boten (einer ertrinkt, einer wird gefangen) mit einer in einer Bleikugel eingeschmolzenen Botschaft an Richelieu (die bei Gefahr nur losgelassen werden muß, um unwiederbringlich zu versinken) durchzubringen: es geht um Tage, dann muß man St. Martin aufgeben. Toiras gibt nun auch wirklich vor, am 8. Oktober 1627 die Festung zu übergeben, am Vortag wird mit Buckingham alles bereits ausverhandelt.

Der Kardinal reagiert richtig und energisch, und in der Nacht vor der "Übergabe" werden 46 Schiffe, zum Teil mit eilig eingeschulten Landsoldaten bemannt, weil hugenottische Matrosen den Dienst gegen ihre Glaubensgenossen verweigern, losgeschickt. 17 gehen in Ablenkungsabsicht "absichtlich" den (nachlässigen, weil siegesgewissen) Engländern in die Sperre, die sie mit ihrer Flotte (und Seilen) gezogen haben - aber 29 kommen durch, versorgen die Festung mit Nahrung und Munition. Als die Engländer morgens zur Festung ziehen, um die Übergabe vorzunehmen, winken ihnen die Franzosen mit Truthähnen und Hühnern auf ihren Lanzen und Degen von den Festungsmauern.

Die Engländer stürmen entnervt, aber die Franzosen verteidigen sich so geschickt, daß es ein Gemetzel unter Buckinghams Soldaten gibt, die sich zurückziehen und die Festung weiterhin nur belagern. Zwischenzeitlich erfährt Buckingham, daß gegen ihn - der sich unsterblich in die französische Königin, die Habsburgerin Anna von Österreich, verliebt und ihr in den Jahren zuvor auf kaum faßbare und offene Weise den Hof gemacht hat - längst in London intrigiert wird.

Die Nerven reißen nun im bislang aufreizend "unkriegerisch" belagerten La Rochelle: man eröffnet das Feuer, und während man an dem englischen König wieder um Hilfe schreibt, schwört man im selben Brief die Treue zum französischen König, der ... mit seinen Truppen vor den Toren der äußerst stark befestigten Stadt liegt.

Weil die Engländer aber - es ist bereits November 1627 - offenbar keine Unterstützung von England aus zu erwarten haben, La Rochelle ihnen nichts mehr liefern kann, sie sich völlig isoliert wähnen, keine weitere Initiative setzen die Insel vollständig in ihre Gewalt zu bekommen, ja Anzeichen zeigen abzuziehen - sie schütten die Belagerungsgräben mit ihren Leichen zu, die sie nicht einmal mehr begraben -  beschließen Franzosen unter Leitung des deutschen Marschalls Schomberg heimlich überzusetzen, und bei gleichzeitigem Ausfall des Forts, greifen sie die Engländer an. Es gibt eine vernichtende Niederlage für Buckingham, die Blüte des englischen Hochadels ist unter den 1800 an einem Tag gefallenen Briten, deren Flotte - zu der Zeit die mächtigste der Welt - voll mit Verwundeten zurückkehrt und ... unterwegs dem Hilfsheer begegnet. Aber es ist zu spät: man hätte nicht einmal genug Proviant, um zurück in den Kampf zu ziehen.

Toiras wird hoch dekoriert, leidet aber unter Neid und Eifersucht. Als er für einige seiner Offiziere, die sich im Abwehrkampf verdient gemacht haben, Beförderungen verlangt, antwortet ihm der königliche Groß-Siegelbewahrer: "Sie haben sich großartig geschlagen, aber es gibt in Frankreich 500 Edelleute, die in der selben Lage sich nicht anders benommen hätten."

Toiras antwortet darauf: "Frankreich wäre sehr zu bedauern, wenn es nicht 2000 Männer aufbringen könnte, die fähig wären das zu leisten, was ich vollbracht habe. Aber wissen Sie ihm Königreich nicht 4000 Männer, die das Amt des Siegelbewahrers ebenso gut verwalten würden wie Sie?"

Das erschütternde Drama um La Rochelle freilich dauerte noch ein weiteres Jahr.  Wo eine eigene Pioniereinheit der Franzosen Wochen brauchte, um die Toten zu bestatten.




*090110*