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Donnerstag, 30. Juni 2022

Die Herrschaft der Grundlage der Freiheit

Diskussion bei Tichy
Es ist bemerkenswert (und noch tiefer wahr), daß eine Diskussion unter Tichy's Ausblicke, die den Titel "Wie geschwächt ist unsere Demokratie" trägt, nicht nur zwei Schriftsteller unter den vier Diskutanten (incl. Tichy selbst) hat, sondern sich zu größten Teilen über den Schriftsteller selbst handeln. 

Und damit beim Ringen, diesem elendigen liberalen Gefasel doch ein paar substantielle Gedanken abzuschwitzen. Nein, erst damit, dieser Substanz, die aus dem Material und nicht aus der "Überlegenheit" der Handelnden  kommt, Nahrhaftes abzuschwitzen, sind wir schon beim Thema.

Während sich schon dazau viel sagen ließe, weil an der Freiheit des Künstlers die Natürlichkeit und sohin Gerechtigkeit einer Kultur (und Gesellschaft tritt auch als Zustandbeschreibung einer Kultur auf) einzig und direkt ablesbar ist, sollen nur zwei Punkte kurz herausgegriffen werden.

Dienstag, 14. Juni 2022

Nicht WENIGER, sondern-MEHR Autos brauchen wir

    Video auf Tichys Einblick
Das ist wenigstens wieder einmal was Handfestes, was in Tichys Einblick zu sehen ist. Nicht dieses seit Jahr und Tag und in mittlerweile unerträglicher Dichte seriverte, längst abgestandene "Gesellschaftskritik"-Wässerchen, das sich schon ein ganz breites Flußbett gegraben hat, in dem die "Kritik" als schlickiger, lehmverdreckter, ungenießbarer und langweiliger Strom dahinzieht, und mittlerweile so gut wie alles zusammenfaßt, was da angeblich die Zeit analysiert, heißt: "durchschaut".

Neues, Konkretes aber hört man nicht mehr, und in den realen politischen Geschehnissen spiegelt sich ohnehin nichts davo wieder, die ziehen irgendwohin davon, leben wie in einer der mittlerweile zahlreichen Parallelwelten.

Dankbar nehme ihc deshalb zur Kenntnis, was hier gesagt wird. Es geht um eines der vielen Ärgernisse der Gegenwart, den Fahrradverkehr als Hauptdarsteller der so zeitgemäßen Kritik am Automobil, und zwar am benzingetriebenen Automobil. Denn während man den Eindruck hat, daß die Meinungs- und Medienlandschaften, die vollgestellt sind mit Hinweisschildern und Mahnbotschaften, eine Realität wiederspiegeln, tun sie nichts dergleichen, sondern erhöhen nur den Erziehungsdruck. Denn was Elite sein will, das erzieht den schmutzigen, miesen Rest der Menschheit.

Dienstag, 28. April 2020

Wenn Kirche und Politik ihre Aufgaben tauschen

Es ist ein unglaublicher Schwachsinn, zu sehen, daß Politik heute Kirche macht, und Kirche Politik. Das ist nur eine der Aussagen von Peter Hahne, die dieses Gespräch mit Roland Tichy interessant machen. Früher, so der Protestant Hahne, wußte er, daß wenn die Katholische Kirche in Ausschüssen sich so oder so verhielt, daß er ruhig mitstimmen konnte, denn da wußte er, daß das immer vernünftig war. Das kann man heute schon längst nicht mehr sagen. Dabei ist es schon aus marketingtechnischen Gründen verrückt, was die katholische Kirche macht: Sie glaubt, indem sie ihre Glaubensinhalte über Bord wirft, attraktiver zu werden. Sieht aber nicht, daß die Protestanten, die das alles ja haben, was die Katholiken angeblich wollen. 

Noch vor zwanzig Jahren stand die Kirche für einen runden Tisch, an dem sich alle einfanden, egal welcher Geistesrichtung er entstammte. Heute ist das anders! Heute dürfen nur noch vorausgewählte Parteien dort Platz nehmen. Sie hat heute dieselbe Angst vor der Debatte wie die Politik!

Es gibt einen Grundsatz: Wer eine Institution verändern will, der muß gehen, der muß also aus der Kirche austreten. Heute ist es umgekehrt. Hahne ist deshalb für die Abschaffung der Kirchensteuer, weil Dinge dadurch finanziert werden, die gegen den Glauben stehen.

Eine der größten Schwachsinnigkeiten ist dabei, daß die Kirche bei der Sprachverhunzung mitmacht, die die Inklusivsprache und der Genderismus bedeuten. Den als Wissenschaft zu bezeichnen völlig absurd ist. 

Wer immer aber heute gegen den Wahnsinn auftritt, egal auf welchem Gebiet, wird zum Nazi erklärt. Das führt zu interessanten Koalitionen. Denn sogar das Kabarett (wobei Hahne "Comedy" sagt!) steht auf derselben Seite dieser neuen "Nazis".






*090420*

Mittwoch, 12. Februar 2020

Keinen Wert, in den zu investieren lohnte

Interessant, was Max Otte, der in einem neuen und dicken Buch vor einem kommenden Mega-Crash warnt, der nicht nur wirtschaftlich motiviert ist, sondern auch mit dem globalen politischen Umbrüchen zu tun hat, hier im Gespräch mit Roland Tichy, sagt.* Otte meint nämlich nicht nur, daß die Immobilienpreise derzeit einfach zu hoch sind, sondern daß der Unabhängigkeitsfaktor bei eigenem Hausbesitz weit überschätzt wird. Man ist erpreßbar, sagt der Ökonom, denn Häuser, Immobilien sind Interessensbündel, wo sich keineswegs nur private Interessen sammeln, sondern diese mit zahlreichen öffentlichen Interessen zusammentreffen.

Der Staat, die Behörde kann relativ leicht und jederzeit darauf zugreifen, um so den eigenen Besitz zu ihren Gunsten zu nützen. Es ist derzeit günstiger, zu mieten, als zu kaufen! Das hat auch damit zu tun, daß die Deutschen mit an die 50 Prozent ihrer Vermögenswerte zu viel in Immobilien investiert sind. Der Wert von Aktien gerade auch über Krisen hinaus wird nach wie vor unterschätzt. Viel zu viel Geld liegt stattdessen auf Bankkonten und Sparbüchern, und schrumpft durch die Nullzinspolitik langsam vor sich hin. Die Variabilität der Inländer, was sie mit dem Geld anfangen könnten, ist ziemlich beschränkt.

Es ist ein unbegründeter Mythos. Wir sind nicht "reich".

Das ist schon deshalb interessant, weil das deutsche Haushaltsvermögen mit 50 bis 60.000 Euro im europäischen Verhältnis außergewöhnlich NIEDRIG ist. In Spanien, Griechenland, Italien besitzen private Haushalte nahezu das doppelte an Vermögen! Nicht zuletzt in (selbst genutzten) Immobilien. Kein Land in Europa hat einen so niedrigen HausBESITZERanteil wie Deutschland.

Das bringt einen weiteren Gedanken auf. Denn es zeigt etwas an, wenn so offensichtliche Unsicherheit herrscht, was von bleibendem Wert ist, daß man lieber auf schwindendes Potential setzt (Sparguthaben) denn darauf, Werte zu sammeln, zu speichern, der eigentlichen Grundlage von Vermögen also zuzuführen. Der Leser möge sich selbst seinen Reim auf die Tatsache machen, daß in unseren Ländern niemand mehr weiß, warum überhaupt etwas wert sein soll. Er möge sich fragen, ob dies nicht mit einem generellen Verlust von Werten zu tun hat. Die weniger mit der subjektiven Sittlichkeit zu tun hat, darauf kommt es hier an, sondern mit der Sicherheit, ob diese subjektiven Werte genügend gesellschaftliche, allgemeine Anerkennung finden.

Immerhin ist "Wert" ja keine absolute, objektive Größe. Nicht, wenn es um weltliche Güter geht. Sondern sie hat mit Wertschätzung zu tun, mit der Erwartung, daß auch andere diesen Wert sehen und anerkennen. Und dafür ihre Lebenszeit, ihre Arbeit (=Geld) ausgeben. Das ist im Wesentlichen das, was man mit Kultur bezeichnet.

Man könnte also im Verhalten der Deutschen hinsichtlich Vermögen und Speicherung die völlige Verunsicherung über den Wert der eigenen Kultur und der im gesellschaftlichen Leben offiziell anerkannten Werte (Kunstgüter, Klein- und gewerbliche Kunst, generell Dinge der Lebenssteigerung also, aber auch in Güter, MIT denen sich Werte schaffen lassen, wie Unternehmen, Maschinen, Entwicklungen) erkennen. Damit verbunden ist auch die Vermeidung jedes Risikos, denn alles bleibt uneinschätzbar zum einen, ungeschätzt zum anderen. Auch die Menschen und ihre Fähigkeit, mit allen Umständen fertig zu werden. 

Es wirkt fast, als würde sich die tiefere Stimmung der Menschen in unseren Ländern auf einen Zustand völliger Kulturlosigkeit einstellen, oder sogar bereits darauf eingestellt haben. Das ist die wahre Verunsicherung, in der wir stehen, die sich sogar schon zur Gefahr entwickelt hat.







*Das eigentliche Thema des Podcast soll zwar "Mittelstand und dessen Gefährdung" lauten, aber solange man in solchen Gesprächen nicht den Begriff selbst zu klären vermag, und Mittelstand einfach mit Einkommenshöhe gleichsetzt, lohnt das nicht. Denn ja, der Mittelstand ist nicht nur gefährdet, sondern wird regelrecht zerstört, und das hat mit seinem Wesen zu tun, nicht mit Einkommenshöhe. Mittelstand bedeutet, das Risiko des eigenen Lebensunterhalts zu tragen, und deshalb auch die Einkommensquelle (meinetwegen in marxistischen Termini: Seine Produktionsmittel) in der Hand zu halten, und Einkommen dadurch zu generieren. Jede Form von Lohnabhängigkeit ist also per se bereits kein Mittelstand. Vielmehr ist diese Begriffsverwirrung schon Teil der Krise, weil Teil einer riesigen Täuschung. Die halt sehr beliebt ist, weil sie so vielen schmeichelt, aber ihm fehlt das Hauptkriterium des Mittelstands - die Freiheit, die nur daraus erwächst, wenn auch das Risiko des eigenen Lebens selbst getragen wird.

Vor allem damit (weil dem damit zusammenhängenden "Selbstwertgefühl" als "Gefühl für den richtigen Ort") hat auch zu tun, wenn beklagt wird, daß 70 Prozent der Deutschen bereits vermeiden, öffentlich zu sagen, was sie denken. Es fehlt uns weit weniger an "Freiheit" als an "freien Menschen"!





Samstag, 8. Februar 2020

Auf dem Weg zum Sklaventum (2)

Teil 2) Zu den Vätern


Der Vater kommt in allen diesen Konzepten ohnehin nicht mehr vor. Außer in einem Punkt: Er wird alles bezahlen und existentiell tragen müssen. Diese Verpflichtung, diese Verspannung des Mannes in Schuld-, Schulden- und Arbeitsleistung wird deshalb immer weiter wachsen. Als immer offensichtlicher werdender Schritt zum Sklaventum des Mannes kommt er damit Vorstellungen einer Gesellschaftsorganisation zupaß, in der sich eine Elite berufen, verpflichtet und kraft überlegener Moralität legitimiert sieht, den großen Teil der Menschheit als "Materialdepot" für ihre "überlegenen" Interessen zu behandeln. Hier deckt sich perfekt die schlimmste Form des Kapitalismus (als Oligarchentum) mit dem Kadergedanken des "wissenschaftlichen Materialismus" in Marxismus/Kommunismus. Karl Marx hat nicht zufällig die Familie als Hauptfeind des Marxismus erkannt.

Also muß auch die Ehe, diese Grundform des Zueinander des Menschen ("als Mann und Frau schuf er ihn"), aus der Integrität einer Vertrauensbeziehung herausgebrochen werden. Während die Grundempfindung, die den Mann zur Frau zieht - der Eros - über Pornographie und für sich betrachtete Ersatzbefriedigung isoliert, unschöpferisch, weltabgewandt und unfruchtbar gemacht wird. Über die an die Stelle des Eros tretende, isolierbare Begierde nimmt der Mann fortan seine Fremdherrschaft, über die er jederzeit triggerbar werden soll, auf sich. Weil dieser Grundantrieb im Mann aber vor allem steht, nimmt er seine vorgetäuschte Befriedigung, die die Schwachheit begünstigt, ja legitimiert, gerne hin, wenn ihm diese Befriedigung erlaubt wird, und stellt sich "gerne" unter das Joch des Sklavenrads.

Damit hat sich die Elite jede potentielle Konkurrenz um die Weltherrschaft aus dem Weg geschafft. Und sich eine reiche Anhängerschar gesichert, die exakt diese Furcht vor der (männlichen) Konkurrenz (als Urteil vor dem Sein, übrigens, also als Zuweisung eines Ortes, auf den Gott einen hingestellt hat, um es simpel zu sagen) nunmehr als Freibrief garantiert erhält, trotz dieser Schwachheit durch Nützlichkeit und Dienstbarkeit an der Weltherrschaft zu partizipieren, die ihnen sonst verschlossen bliebe.




*261119*

Freitag, 7. Februar 2020

Auf dem Weg zum Sklaventum (1)

Sachlich gesehen bringt Birgit Kelle in einem Gespräch mit Roland Tichy vieles auf den Punkt, und zeigt die Verrücktheit und Widersprüchlichkeit, die sich rund um das Thema "Kind" derzeit aufbaut und in Gesetzesform geronnen ist und weiter rinnen will. Wir stehen in den aktuellen Bestrebungen der Erweiterung der Leihmutter-Regelungen vor den letzten Schritten, die Frau generell als Gebärmaschine auszubeuten, sie auf den Geburtsvorgang zu reduzieren. Und verfangen uns in einem Dickicht von Widersprüchen und moralischen Horrorszenarien, denen niemand mehr Einhalt gebieten wird können.

Diese Widersprüche sind im Tiefsten freilich in jenem materialistischen, evolutionistisch-mechanistischen Menschenbild gegründet, das sich seit geraumer Zeit in unserer Kultur aufgebaut hat. Darin aber kollidiert es mit in der Emotionalität noch wachen Bedürfnissen aller Seiten und Arten. Also muß man leibliche Vorgänge von geistigen trennen, eine hohe Mauer zwischen den beiden errichten, und jede Überschau verhindern. Die psychische (seelische) Welt des Menschen soll damit - in der Tradition der mißverstandenen Auslegung der Rolle des Bewußten beim Menschen seit Descartes - zu einem Theater der Vorstellungen werden, einer Welt, die mit dem Bühnenrand abbricht.

Ethische Grenzen gibt es nur noch dort, wo dieses Bewußtseinstheater noch nicht ausgeweitet genug ist und deshalb mit Emotionen kollidiert, die aus anderen Welten stammen, zu denen die Verbindungen noch nicht genug gekappt sind.

Sehr schön zeigt Kelle aber die ontologischen Zusammenhänge aller derzeit bereits möglichen und möglich werden sollenden Vorgänge rund um Kind und Mutter, d. h. in Wahrheit auch der Väter, die aber bereits völlig aus dem Spiel genommen sind. Abtreibung, Leihmutterschaft, Eugenik (genetische Vorauswahl), Prostitution, und nicht zuletzt: Homosexualität ... 

Aus der "Ehe für alle" wird nun zwangsläufig auch das "Kind für alle". Dieses "Recht" übertrifft alle übrigen Menschenrechte, die etwa das Kind selbst noch hätte, solange es uns noch nicht ausreichend vor die Augen treten kann, im Leib der Mutter. Der Zynismus, die tiefe Verlogenheit, mit denen hier sogar noch von "reproduktiver Gesundheit" gesprochen wird, ist kaum noch zu überbieten. Ebenso wenig wie die Verlogenheit zu übersehen ist, mit der dieselben, die für die Abtreibungsrechte als "Recht der Frau" eintreten, nun die Einführung von "Kinderrechten" fordern. Deren wahre Intention damit offenbar wird: Sie sollen als Instrument dienen, mit dem der Staat beliebig in Familien eingreifen kann, weil er zukünftig sogar die Pflicht festschreibt, sich täglich mit an den Tisch der Familien zu setzen. 

Während die Kinder aus ihrem ureigensten sozialen Gefüge, ALS Kind von Eltern, herausgebrochen und schein-autonomisiert wird. Scheinhalber, weil natürlich der Staat diese Autorität übernimmt, die naturrechtlich als Recht (wie Pflicht, natürlich) lediglich den Eltern zukommt. Damit werden sie zum bloßen Spielball von Interessen und sind Fremdmächten ausgeliefert. Dort unterliegt es einem existentiellen Hürdenlauf, in dem es sich unter ständiger Observation weiß, wo in dem Moment, wo es bestimmten Vorstellungen und Ansprüchen nicht genügt, sein Lebensrecht verwirkt wird.

Kinder werden zur Ware, Leihmütter zu einer neuen Form der Prostitution

Kelle weist aber auch auf noch etwas hin. Zukünftig wird immer mehr den Kindern jene Sicherheit genommen, die bisher als unnehmbar galt: Die Sicherheit der Mutter bzw. wer die Mutter ist. (Denn "Pater semper incertus" - "Der Vater ist immer unsicher", beruht lediglich auf dem Wort und kann sogar ergriffen werden, worauf die Idee der Adoption als Grundform der Beziehung Vater-Kind beruht.) Was besonders in seinen ersten Lebensjahren von entscheidender Bedeutung ist, um sich in der Welt über die Identifikation mit der Mutter zu etablieren, ehe es allmählich zum Wort (zum Vater) kommt, und damit zur Freiheit. 

Die technische Zergliederung, die einer Reduktion des Weltwerdevorgangs auf technische Vorgänge gleichkommt, die sogar örtliche Teilung der Zeugungs-, Empfängnis-, Schwangerschafts- und Geburtsvorgänge macht aber selbst diese Identifizierbarkeit zur juristischen und philosophischen Spitzfindigkeit, der die tiefere emotionale, persönlichkeitsbegründende, vor allem aber der Liebe (über Ähnlichkeit und Vertrautheit) aufhelfende Selbstverständlichkeit fehlt. Man stelle sich alleine vor, was es für einen Menschen an seelischem Bruch bedeutet, neun Monate im Leib einer (fremden) Mutter aufzuwachsen, um dann per Geburtskanal in eine völlig neue, fremde Welt der "Bestelleltern" gestoßen zu werden. So ein Mensch muß also auch als Erwachsener jede Kultur, jede gesellschaftliche Ordnung als Bedrohung durch einen Feind empfinden, der ihm die Einhausung in der Welt verweigert und das Grundvertrauen in die Ordnung der Natur verhindert und zerstört.

Und warum das alles? Wegen der Eigensucht vieler Menschen, die eine Welt wollen, die sich jeden Moment ihrer spontanen Willkür fügt, und jede Wahrnehmung der gigantischen Kollateralschäden, die sie dabei anrichten, ausschalten möchte. Deshalb muß auch jede Logik, jede Konsistenz des Weltbildes vermieden werden. Und man tut es, indem man die Vernunft selbst durch (negative) Moralisierung verhindert, während man den gefälligen Spontanbeschluß positiv romantisiert.

Morgen Teil 2) Zu den Vätern







*261119*

Donnerstag, 2. Januar 2020

Wann kommt der Komet?

Der Sylvesterkater ist hoffentlich überstanden, der Kopf wieder frei, auch für Fragen, was liegt vor uns? Leider, werter Leser, sind nur pessimistische Prognosen im Netz zu finden, die irgendwo Substanz haben. Auch diese gehört dazu. Die Aussage ist altbekannt: Der Crash wird kommen, die Frage ist nur: Wann.

Was kann man tun, um ihn zu überstehen? Der Rat, den Marc Friedrich da gibt, ähnelt so den Äußerungen des VdZ, daß das der eigentliche Grund war, dieses Gespräch mit Roland Tichy zu bringen. Bei den Sachen bleiben, die immer gebraucht werden! Das Leben wird nicht aufhören, es wird sich nur vieles umorganisieren.

In Venezuela sind derzeit Frauenbinden und Klopapier gefragte Währungseinheiten, und in Argentinien im Jahre 2000 war Whiskey sehr gefragt, erzählt Friedrich. Und bei uns? Konserven? Immerhin haben wir unsere Systeme fast generell so auf "just in time" eingerichtet, daß Lager nirgendwo mehr vorhanden sind. Supermärkte werden binnen eineinhalb Tagen leer sein. Essen, Medikamente ... Grundbedürfnisse sind die Leitlinie.

Übrigens rät er von Immobilien ab. Sie sind derzeit nicht nur zu teuer, was sich darin erkennen läßt, daß ihre Preise um ein Mehrfaches als die Einkommen gestiegen sind, sondern sind im Krisenfall vom Staat über Sonderbelastungen leicht zu erjagende Ziele. Bis auf landwirtschaftlich nutzbaren Grund, Äcker, Wälder. Den sieht Friedrich langfristig sinnvoll. Aber schon bei Aktien solle man Vorsicht walten lassen. Denn viele Aktienkurse sind durch interne Manipulationen (Eigenrückkäufe von Aktien, wir haben vor einigen Wochen darüber berichtet) weit überteuert. 

Es ist schon erstaunlich, daß sich immer mehr Analysten mit so konkreten Prognosen hervorwagen.  Die hier gebrachten sprechen davon, daß der Zusammenbruch unserer Währung in den nächsten ein, zwei Jahren erfolgen wird. Noch nie, sagt Friedrich, waren dermaßen viele Systeme miteinander gekoppelt und überlappt. Fällt eines, fallen alle.

Nach einem reinigenden Gewitter von vielleicht drei Jahren, werden wir nicht nur reine Morgenluft atmen, sondern auch manches neu anpacken können. Vermeidbar aber ist nichts mehr. Genau das war aber der Punkt, an dem sich auch in der Vergangenheit Leute, die mit ihren Analysen völlig recht haben, doch immer wieder getäuscht haben. Denn konkrete Einfälle haben auch immer ihren Kairos, sind also immer historisch-relativ. Und manchmal, ja wenn nicht häufig, haben Charakterschwache in Krisen den schnellsten Reaktionsapparat.

Hoffentlich haben Sie, geneigter Leser, nach dem Hören dieses Gesprächs nicht den dringenden Wunsch, das Sylvesterbesäufnis heuer einmal über mehrere Tage zu strecken. Um zu vergessen, daß der Komet kommt.


Mittwoch, 13. November 2019

Kinder an der Macht

Nicht "an die" - Kinder sind bereits "an der" Macht. Die Sinnlosigkeit, die die Politik systematisch betreibt, ist kaum noch zu überbieten und zeugt von einer Vernunftlosigkeit, die nur noch staunen macht. Kinder lassen sich von Kindern unter Druck setzen, um ein riesiges Scheintheater zu inszenieren, in dem der Wohlstand der Eltern, von dem das Kind lustig lebt, so schnell wie möglich vernichtet werden soll. Nur Kinder glauben, daß ein mehr an Arbeit weniger Energie braucht. Die aber jede Arbeit leisten muß. Nur Kinder, die vom gespeicherten Wohlstand der Eltern leben, können in einer völligen Abschottung einer Sonderwelt leben, die mit Wirklichkeit nichts mehr zu tun hat.

So wie wir es in der Pädagogik machen, machen wir es aber mit allen öffentlichen Vorgängen: Wir lassen uns von Kindern terrorisieren und sagen, wohin wir steuern sollen. Mittlerweile sind wir sogar so weit, daß man von einem Putsch sprechen muß, den diese Kinder inszenieren. Aber immer noch lassen wir sie gewähren!

Weil wir Kinder nicht ernst nehmen, (aber anders, als das von ihnen hinausgeschrien wird), und uns nicht vorstellen können, daß sie den Wagen wirklich an die Wand fahren können. Aber darin liegt ein tragischer Irrtum. Wir haben nämlich schon zu lange so getan und schön Propaganda damit gemacht, als würden wir sie ernst nehmen, und ihnen mehr und mehr die wirkliche Macht in die Hand gedrückt.

Bis zu dem Punkt, wo wir nicht mehr - wie sonst immer - das eigentliche Geschehen kontrollieren. Mittlerweile ist es sogar so weit, daß wir uns an diese Kindischheit kindlicher Wertewelten festgeschmiedet haben, und gar nicht mehr wissen, was wirklich richtig und falsch ist. Die zerstörerischeste Kraft der Propaganda beginnt jedoch dort, wo die Propagandisten an ihre eigenen Parolen zu glauben beginnen und nicht mehr wissen, daß sie nur so getan haben.

Warum diese Nachgiebigkeit gegen kindliche Unvernunft? Schuld. Wir haben in den letzten 50 Jahren an den jungen Generationen schwerstens gesündigt, das ist die Wahrheit. Aber nicht durch Klimasünden oder ähnlichen Quatsch. Sondern wir haben schon der zweiten Generation ihre Generation gestohlen, durch Verhütung und Abtreibung und Verweigerung der Erziehung und Umwertung aller Werte durch Verherrlichung des Lasters. So haben wir sie - mit abgrundtiefer Häme - noch schlimmer gemacht, als wir es waren und sind. Nicht zuletzt fehlen den heutigen Jungen die adäquaten Generationsgenossen. Der Mensch ist aber Mensch zuerst aus seinen Mitmenschen heraus. Fehlen diese, verfehlt er das Menschsein. Er wird nur noch älter, nicht aber erwachsen.

Um das Maß vollzumachen, haben wir sie also auf jeder Ebene ihrer Vernunftfähigkeit beraubt. Damit sie unsere Schuld nicht erkennen und anprangern. Denn von diesen Klimaschuldtiraden wissen wir, daß sie völlig irrelevantes Zeug sind. Uns von ihnen beeindrucken zu lassen ist nur Teil des alten Spiels der Vortäuschung. Und daran, daß uns einmal der Wohlstand ausgehen könnte, glauben wir ohnehin nicht. Das ist Teil dieser Selbsttäuschung, in der zu leben wir uns gewöhnt haben, sodaß wir ihr gar nicht mehr entkommen.

In Wahrheit versuchen wir, ein ganz tiefes (und ganz wahres) Schuldgefühl zu kompensieren. Und machen jetzt erst so richtig das, was den heutigen Rest-Jungen die Zukunft rauben wird: Wir lassen sie gewähren und uns von ihnen naslang führen. Von ihnen? Eben. Eben nicht von ihnen. Sondern es sind andere Kräfte, die sie nun steuern. Und damit uns. Denn wir haben den Kindern die Schlüssel zu unseren Autos gegeben. Diese Kinder aber gehören nicht mehr uns.

Sehe der Leser dazu auch noch dieses nächste locker flockige Gespräch von Dick und Doof.







Samstag, 14. September 2019

Roland und Achim

Nicht Dick und Doof, sondern die Österreicher haben die Doppelkonference im Kabarett regelrecht erfunden. Also lieben wir sie auch, wenn sie in Deutschland mal funktioniert. Wie hier bei Roland Tichy und Achim Winter. Anders als mit Sarkasmus und Ironie kann man dem Schwachsinn, den die Klimahysterie ausgelöst hat, nicht mehr begegnen. Sachliche Argumente sind alle vorgebracht, sie haben keine Wirkung gezeigt. Die Darsteller auf den öffentlichen Bühnen sind allesamt zu Figuren einer burlesken Komödie geworden, ihre Politik besteht nur noch darin, das Volk auch auf die Bühne zu kriegen. Also kommt als nächste Generalstufe das Kabarett, um dann von einer kurzen Phase des Dadaismus abgelöst zu werden. Auf dieser Tabula Rasa, die generell im Denken weil in der Sprache keinen Sinn mehr sieht, wird sich dann völlig Neues, diesmal aber ganz Ernstes, Wahres aufbauen ... Das hatten wir in den 1930er-Jahren ja schon.







Samstag, 3. August 2019

Klimawandel als Problem Deutschlands (3)

Teil 3) Nichts Gutes läßt sich durch schlechte,
also dem Gut widersprechende Mittel erreichen. 
Niemals heiligt der Zweck die Mittel.




Die eine Form von Besteuerung sind, die der arbeitende Mensch nicht mehr zu leisten, nicht mehr zu erarbeiten vermag. Wir sehen es heute in den exorbitant (und keinem realen Wert mehr entsprechenden, also sinnlosen) Immobilienpreisen, und wir sehen es an den sinnlos hohen Energiekosten, die in Wahrheit reine Geldbeschaffungsmaßnahme geworden sind. Die noch dazu eine fatale Wirkung haben: Sie sind Zwingmittel. Denn jeder, der arbeitet, braucht Energie, sonst kann er nicht arbeiten (und leben). Wenn aber nun der Staat - über den Umweg der "Notwendigkeit" einer sinnlosen Kohlendioxyd-Steuerung und Kohlendioxid-Besteuerung - die Distribution dieser Energie-Mittel bestimmen kann, kann er sämtliche Prozesse eines Volkes kontrollieren.

Mit der Energie hat der Staat die Hand um unsere Gurgel gelegt. Er steuert nun unsere Atemluft.

Das ist deshalb auch höchst problematisch und kann gar nicht anders als in Totalitarismus münden, weil diejenigen, die diese Kontrolle ausüben, zugleich die Profiteure davon sind - UND als Establishment eingerichtet sind. Weil sie in ihrer existentiellen Staatsnähe auch die stärksten tragenden Säulen der demokratischen Macht eines Staates sind.

Und hier schließt sich der Kreis zum Morgenthau-Plan in seiner zweiten Phase. In jener, unsere Länder zu beherrschen. Nun aber hat man dazu eine gewissermaßen internalisierte, aus dem Land selbst gewachsene Schichte der Aufseher und Wärter. Denn nur mit einer starken solchen Schichte läßt sich vorgeben, daß ein Land das, was es vorfindet, sogar "selbst gewollt" habe: Ein System des Perpetuum Mobile. Das nur solange und nur dann funktioniert, solange und soweit es als Gefängnisordnung von allen akzeptiert und von einer starken Exekutivmacht abgesichert wird.

Das eigentliche Leben wird aber, und das erleben wir bereits, zur Bückware. Zum zweiten, heimlichen Lebens- und Wirtschaftskreislauf. Darauf sollten wir uns aber vor allem einstellen, es wird kommen, das ist absehbar. Hier irrt also Tichy. Weil er das Wechselspiel Deutschland - EU - Welt zu "ergebnisoffen" und "frei" sieht. Unsere Länder werden zum eingehegten Reservat, das der Welt als Reservoir gilt, an dem man sich nur zu bedienen hat. Das umgeben ist von einer Welt, die insofern noch Reste von Vernunft hat, als es wenigstens noch in gewissem Umfang Ursache-Wirkungsprinzipien als innere Grammatik hat. Die sind in unseren Ländern schon abgeschafft. 

Wenn also die Aussagen häufiger werde, daß der Islam zu Deutschland und Österreich (etc.) gehöre, so hat das in gewisser Hinsicht seine innere Entsprechung. Denn auch im Islam gilt dieses Prinzip nicht. Es ist also alles gar nicht so zufällig und willkürlich, wie es aussieht. Das glauben nur Menschen, die in Gott auch einen Demiurgen sehen, dessen Handeln keinen Vernunftgesetzen mehr entspricht. 

Unsere traumatisierten und in diesem Trauma gehaltenen Länder bieten dafür die ideale Plattform. Mit anderen Völkern, in anderen Ländern - siehe die Gelbwesten in Frankreich, aber das gilt für die allermeisten übrigen Länder der Welt - läßt sich das nicht so einfach machen.

Nach Vernunft gesehen, hier hätte Roland Tichy recht, und davon geht er offenbar auch aus, hat eine "Grüne Republik" in Deutschland keine Zukunft, und wird es sie nie geben. Aber Tichy geht eben davon aus, daß die Vernunft in Deutschland aus eigener Kraft auch das Land regiert. DARIN täuscht er sich aber. Die Grammatik, die in deutschen Ländern und Völkern das System bestimmt, ist nicht der logos. Es sind geistig wie physisch zwischengeschaltete Drittmächte.




Freitag, 2. August 2019

Klimawandel als Problem Deutschlands (2)

Teil 2) Die Kreise schließen sich



Aber noch eine Verbindungslinie läßt sich mittlerweile ziehen. Was sich in der absurden Energiewende zeigt, ist gar nicht so absurd. Sondern dieser Politik liegt - ob bewußt oder nicht, spielt keine Rolle - in derselben Linie wie das, was sich für die Staaten und Finanzwirtschaft des Westens mehr und mehr als einziger "Ausweg" zeigt: Die Modern Monetary Theory (MMT), die Moderne Geldtheorie. Die von einem völlig neuen Geldbegriff ausgeht! Der übrigens schon im ehemaligen Kommunismus vorbereitet und vorexerziert war.

Was heißt das? Sowohl die Energiewende, der der Klimawahn als Grundlage dient, als auch die Finanzgebarung der Staaten geht nicht mehr davon aus, daß Geld (und Energie als Form von Geld, denn Geld ist nur relevant in Bezug auf Tauschware) keine reale Fundierung im Menschen hat. Was heißt das? 

Der Energiewende liegt - und das kann man mittlerweile unverblümt sagen - der Gedanke zugrunde, daß sich Energie ohne Rücksicht auf Effizienz per Verdoppelung der Kosten hervorragend zur Erzeugung einer Schein- oder Pseudowirtschaft eignet. (Dasselbe läßt sich auch über die zahllosen, staatlich finanzierten Pseudowissenschaften sagen, wie Klima, Gender, Psychologie, Soziologie á la Foucault, "moderne, das heißt moral- und nicht sachgetriebene Wissenschaft", etc. etc.) Die Energiewende ist die Schaffung eines künstlichen Problems, das aber durch seinen Finanzbedarf so etwas wie eine zweite, künstliche Wirtschaft schafft. 

Die eines tut, und hier trifft es sich perfekt mit der modernen Geldtheorie:  Sie bringt Geld in Umlauf. Sie tut genau das, was seinerzeit der österreichische Bundeskanzler angesichts des bis zur Privatisierung schwer defizitären Stahlwerkes VOEST (mit über 100.000 Arbeitern) sagte: "Lieber eine Milliarde Schulden, als 50.000 Arbeitslose." Am Ende hatte er natürlich beides.

Geld wird nicht mehr in seinem Wesen begriffen, das ist das Problem. Es ist ein Tauschmedium, das im Letzten IMMER in menschlicher Arbeit seinen Wert hat. Nur als Leistungsversprechen "entsteht" es, und nur so kann und darf es entstehen. Der Staat hat deshalb nur dafür zu sorgen, daß es keine Hindernisse in der wertadäquaten Entstehung und seinem Umlauf vorfindet. Er darf aber niemals Geld "machen". 

Genau das tut nun aber die Modern Monetary Theory. Sie geht nicht mehr davon aus, daß jeder staatliche Geldbedarf ebenfalls in der Leistung der Bürger gründen muß. Die mit der Übernahme von übergreifenden Aufgaben - Militär, Verwaltung, gewisse Infrastruktur meinetwegen, vor allem aber (!) Repräsentanz (als die zweite geistige Quelle eines Volkes) - die Bürger über Steuern deshalb enteignen darf und muß, weil in Wahrheit diese staatlichen Aufgaben den Arbeitslohn des Bürgers nicht schmälern, sondern im Endeffekt sogar erhöhen, weil sie ihm Leistungen zu beziehen ermöglichen, die ihm selbst dienen. 

Die Modern Monetary Theory geht davon aus, daß der Staat mit dem in Umlauf gebrachten Geld selbst Wirtschaft generieren kann. Und das ist der fundamentale Irrtum dabei. Denn Wirtschaften heißt, daß Menschen ihr Leben und ihren Lebenssinn durch Arbeit und Werk verwirklichen (Werk hat dieselbe Sprachwurzel wie Wirk-lichkeit) Geld kommt ins Spiel, weil der Austausch solcher Leistungen wesentlich erleichtert wird, wenn man ein Medium zwischenschaltet. Deshalb ist Geld so alt wie die Menschheit. Jemand, der einen Stuhl herstellt, braucht Eier und Brot. 

Um die Tauschfähigkeit zu erleichtern finden die Anbieter beider Seiten nun Übereinkunft, daß sie ein Medium tauschen, dem sie beide ihre Wertschätzung entgegenbringen, das in gewissem Sinn also ein Spiegel von "Wert" ist. (Und das ist deshalb sehr oft Gold gewesen, weil Gold für alle einen hohen kultischen Wert hatte. Dasselbe kann man von Muscheln oder Weihrauch sagen, beides historisch bekannte Geldformen. Oder wie bei uns nach 1945 von Zigaretten, auf ihre Weise quasi-religiös durch die hohe Abhängigkeit.)

Die übergeordnete Einheit, der man gewisse Aufgaben abtritt, die man selber nicht oder nicht einfach leisten kann, wie Verteidigung, oder der Verkehr mit Nachbarstaaten (Diplomatie), hat das Recht, von diesem Medium, von diesem Wert diese Leistungen zu beziehen. Der Steuerzahler, also der Arbeiter, der Leistende, hat nunmehr ja davon auch einen (durchaus geldwerten) Vorteil.

Dabei geht es nicht um Nutzen. Es geht um Sinn! Denn man müßte es sogar darauf zuspitzen: Arbeit schafft deshalb Wert, weil sie die Realisierung von Sinn ist. Es ist damit zuallererst also der Sinn, der Wert schafft. In der MMT genauso wie in der Energiewende geht es eben nicht um Sinn, sondern um Nutzen. Der "Sinn", der beiden umgehängt wird, ist in Wahrheit Nutzen. Diese Sünde (über Moralisierung) der Begriffsvertäuschung kann man beiden Theorien am allerwenigsten verzeihen.

Denn Sinn gibt es nur in Zusammenhang mit logos, also der inneren Grammatik der Welt und der Dinge. Und der ist in sich Gestalt, Schönheit und die Schönheit der Wahrheit. Und eiderdautz: Zufällig hat der Sinn auch den größten Nutzen ... weil er sich der Gesamtgestalt einfügt, und damit offen ist für das Wunder, das jedes "Funktionieren" eines Ganzen ist. Der Unsinn der Energiewende hat sich deshalb von allem Anfang an darin gezeigt, daß sie unsere Länder verhäßlicht, verschandelt, ja uns den ersten Einordnungsboden der Verwurzelung in einem Außen raubt - die Landschaft.

Wenn Geld diese Rückbindung an die Arbeit - und damit an Wert - verliert, wenn es zum Eigenwert wird, funktioniert das nur so lange, wie es "keiner merkt". Buchstäblich! So lange keiner merkt, daß hinter diesem "Geld" gar keine Arbeit, kein Arbeitsversprechen mehr steht. Spätestens ab da kommt es zur Inflation, und eine Währung (die auf eine Volkswirtschaft bezogene Form von Geld) bricht zusammen. Aber das ist keine Frage, wieviel Geld in Umlauf ist! Sondern ob dieses Geld von Arbeit gedeckt ist. 

Das ist bei uns schon lange nicht mehr der Fall. Es gibt viel zu viel Geld! Geld das keinen Sinn hat, also am Sinn (logos) nicht teilhat. Das damit selbstverständlich bewirkt, daß Lebensbedingungen eintreten, durch Geld gehebelt, die dem Arbeitenden sogar das Leben erschweren, weil ein falscher erster Schritt nicht mehr den Ausfluß eines Ganzen (nur noch einer Summe) zu erwirken vermag.


Morgen Teil 3) Nichts Gutes läßt sich durch schlechte,
also dem Gut widersprechende Mittel erreichen. 
Niemals heiligt der Zweck die Mittel.








Donnerstag, 1. August 2019

Klimawandel als Problem Deutschlands (1)

Das Sehenswerte an diesem Beitrag von Tichys Einblick ist, daß uns Tichy etwas vor Augen stellt, das wir viel zu oft vergessen. Das war der Grund, warum der VdZ zum Beispiel immer sehr gerne britische Historiker oder Medien aus aller Herrgotts Länder las. Und es gab sogar einmal Zeiten, in denen deshalb die Einschätzungen des Vatikans von besonderem Interesse waren.

Wir leben in unseren Ländern nämlich wie in einem Puppenhaus, einer Disney World und meinen fast notorisch, daß diese kleine Welt auch schon pars pro toto identisch mit der Großen wäre. Das zu korrigieren, das zu hinterfragen müßte aber jeder als persönliche Pflicht ansehen. Das heißt nicht, daß man herumreisen muß. Wenn der innere Horizont darauf eingestellt ist, ist jede Reise nur der Transfer durch unterirdische Gänge, die von einem Bunker zum nächsten reichen. Und wir sehen auch in anderen Ländern wieder nur unsere eigene Welt.

Roland Tichy macht uns aber deutlich, wie marginal nach wie vor die Rolle der Klimahysterie im Weltmaßstab betrachtet ist. Niemand, wirklich niemand schert sich einen Deibel um das, wofür wir hier unsere Zivilisation sogar in Grund und Boden regieren. Mit angeblichen Gewißheiten und Weltrettungsphantasien, die nur einen Nachteil haben: Sie interessieren 95 Prozent der Weltbevölkerung nicht die Bohne. Die Grünen, wie wir sie kennen, und in dieser Stärke und Macht, sind lediglich ein deutsches Phänomen.

Man könnte deshalb sehr zu Recht den Verdacht hegen, daß der Klimawahn eine Massenpsychose ist, die ihren Sinn erst erschließt, wenn man sie im Rahmen des social engineering begreift, dem Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ganz speziell ausgesetzt war und ist. Eine andere Form der Entmachtung durch Verdunstung des Eigenen, durch Zerstörung und Auflösung der Verwurzelung. Ein Morgenthau-Plan anderer Art, könnte man sagen.*

Deshalb wird der große Rest Europas bei den deutschen Plänen auch nicht mitmachen, meint Tichy. Die sehen das im viel größerem Rahmen der Vernunft. Und deshalb ist im Rest der Welt - sieht man von ähnlichen Zonen des social engineering ab, Sonderzonen gewissermaßen** - die Klimahysterie um ein Vielfaches geringer, oder überhaupt nicht vorhanden. Sie spielt nur eine Rolle, wenn es darum geht, diese deutsche Psychose auszunützen.

Das sollte uns nachdenklich machen. Aber das kann uns auch beruhigen. Es zeigt, was die Klimahysterie in unseren Ländern wirklich ist: Eine kindisch-pubertäre Scheinwelt, die einer Charakterlandschaft entspringt, wie sie soziale Schichten hervorbringen, die nicht wissen, was sie mit ihrem Leben sonst anfangen sollten. Die also überhaupt kein Leben haben. Die Klimapanik ist einfach Teil des Inventars von Menschen, die ihre Scheinwelt, in der zu bleiben ihnen der Wohlstand und die Tüchtigkeit der anderen (sic!) ermöglicht, also von denen, die ein Leben haben, mit Händen und Füßen verteidigen wollen.





 Morgen Teil 2) Die Kreise schließen sich

*Wie Wende in der Sonderbehandlung, der Deutschland nach 1945 ganz gezielt ausgesetzt war, und die erst auf eine völlige Deindustrialisierung hinauslaufen sollte samt einer Bevölkerungsreduktion auf die Hälfte, war auf eine Weise nur ein Wechsel in der Strategie - zum selben Ziel! Die Amerikaner haben begriffen, daß man die deutschen Völker nicht kleinkriegen kann, wenn man sie nicht vom Land trennt. Und als technischen Nutzenfaktor einsetzt. Also hat man begonnen darauf zu setzen, daß man die deutschen Menschen verstädtert, das heißt: "amerikanisiert" im Sinne des Universalismus, und so entwurzelt. Denn die moderne Stadt ist selbst die Hervorbringnis eines Verständnisses des Lebens als Maschine, als Technik, der das social engineering als Betriebsmethode entspricht.

**Wenn Soziologen zu der Ansicht kommen, daß sich speziell im Westen eine immer deutlichere Kluft zwischen Land und Stadt entwickelt, so kann man diese erfahrbare Tatsache in diesem Rahmen sehen. Denn erst in Städten (wir verwenden diesen Begriff in einem weiten, metaphorischen Sinn, als Synonym für eine Lebensweise, nicht nur als Bezeichnung für eine Lokalität) läßt sich social engineering in vollem Umfang durchziehen. Erst die Stadt ist jene Weltmaschine, von der die Rationalisten träumen, und zu der sie die ganze Welt machen wollen. 

Die Bevölkerung am Land hat aber immer noch viele Anbindemöglichkeiten an das Wirkliche. Erst die moderne Stadt oder Bereiche dieser Städte, ermöglichen die Schaffung geistig, ökonomisch wie sittlich hermetischer und vor allem virtueller Räume. Erst die modernen Städte geben der Propaganda, der Zweitwirklichkeit ihre vollen Möglichkeiten. 

Deshalb ist das Land der größte Feind des modernen Menschen. Es wird, um es mit Heidegger zu sagen, zum bloßen (technischen) Gestell, zum funktionalen Element der Stadt in ihrem modernen Wesenssinn entwürdigt. Die Ökologie-Bewegung unserer Länder ist somit - auch - ein Versuch der Stadt, sich das Land endgütlig einzuverleiben, indem es eine Dichotomie schafft, in der der Mensch überhaupt zum "Feind der Natur" erklärt wird, sodaß es berechtigt ist, auch der letzten Landbevölkerung das Verfügungsrecht zu entziehen. Denn der Stadtmensch ist tatsächlich der Feind der Natur, und das sogar in einem viel tieferen Sinn. Er ist sogar Feind seiner eigenen menschlichen Natur.