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Montag, 13. September 2010

Nur eine Bedingung

"Ein Mensch vermag aus seinen Fehlern zu lernen, ein Volk so gut wie nie. Es müssen schon umstürzende Einbrüche eigenen Leidens und - fremden Geistes stattfinden, um hier Grundlegendes zu verändern. Doch kann ein Volk, was immer es an ewigen Werten zum Heile der Menschheit beizutragen vermag, dies nie als bloße Gemeinschaft aller vollbringen. Der landesübliche Stolz des durchschnittlichen Bürgers auf große Schöpfungen der Vergangenheit oder Gegenwart ist meist fehl am Platz. 

Das Beste, was ein Durchschnitt tun kann, ist, das schöpferische Wirken einzelner nicht zu verhindern. Eine Zeit, in der solches Wunder geschieht, nennt man frei."

F. Thieß in "Das Reich der Dämonen"

 
 *130910*

Sonntag, 12. September 2010

Neigung zum Verrat

Scharfsichtig sieht Frank Thieß in "Das Reich der Dämonen" die Zusammenhänge zwischen der Unberechenbarkeit der antiken Griechen hier, und ihrer Regierungsform dort: ein Volk, dessen gemeines Volk zu viel an den Regierungsgeschäften beteiligt wird, wird immer eine unstete Politik aufweisen. Der es oft genug an Weitblick, noch öfter an Maß und Treue fehlt.

Das zwar in Zeiten der Not "wie ein Mann" Großes vollbringen kann, gleichermaßen aber kurzsichtig weil stimmungsabhängig genug gerade große Männer gerne falsch bewertet, viel zu anfällig für Demagogen und Machtkämpfe und Parteiungen ist. Es wird also bald regiert vom Laster, der wollustigen Neugier nach Neuem, und ungezügeltem Haß.

 
*120910*