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Freitag, 23. April 2021

Gedankensplitter (813)

Es hat in meiner Beobachtung nie an spöttischen Stimmen gemangelt, die eine angeblich in der Vergangenheit so allgemeine Betrachtungsweise, Vorkommnisse in der Natur als von Göttern oder geheimnisvollen Wesen durchgeführt oder getrieben zu bezeichnen.

Ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, daß genau das heute in ungeheuer verbreitetem Ausmaß gerade bei den "Gescheiten" der Fall ist. Denn wie oft wird aus einem beobachteten Verändern einer Konstellation die Erzählung eines aktiven Geschehens. 

Wo (sagen wir) ein Virus "tut", ein Virus "übergeht", also aktiv wird! Dabei ist er kein Lebewesen, und "tut" deshalb gar nix. Nicht einmal eine Lawine "tut" etwas, wenn "sie" verschüttet etc. Die Grenze vom bloßen Schildern von Ortsveränderungen durch Bewegung (als: Bewegt weil angestoßen worden sein) ist hauchdünn. Aber ganz entscheidend. 

Und so kommt es zu wahrhaftigen Personalisierungen von Naturgeschehnissen. "Hier hat die Evolution in hunderten von Millionen von Jahren ..." Plötzlich haben wir es mit einer Religion und mit Götzendienst zu tun.

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Wenn etwas so stark "mutiert" wie "das Corona-Virus" (tun wir uns nicht sprachlich schwer, durch maskulinisierung des Corona-Virus zu "der" usw. auch diesen zu personalisieren? Indem wir auf die Endung eingehen, das Wort also seinem Sprechmaterial nach harmonisieren? Doch (welche Bedeutung die Gewohnheit des Sprechens fürs Erkennen des Wirklichen hat!) dann muß man sich auch fragen, ob dieses Ding überhaupt noch Substanz hat, die es zu einem Ding macht. 

Oder ob wir nicht bei diesem ganzen Corona-Geschehen einfach in ein fluides Medium blicken, das wie ein Fluß ständig vor unseren Augen vorbeifließt. Und was immer wir sehen, ist das Festhalten des Blicks an einem vorbeitreibenden Stückchen (Holz), das sich dann, in einiger Entfernung, als Sinnestäuschung herausstellt. Sodaß der Schatten sich als Wirbel im Wasser herausstellt, aus dem wir "etwas" gemacht haben, und der irgendwann den Sinnen wieder entschwindet.

Ganz ähnlich kommt es mir ja mit diesen Blogeinträgen vor. Denen Titel zu geben oft recht schwer ist. Weil sie solche Verwirbelungen im Wasser sind, die an uns vorbeitreiben, und im Besprechen doch nur als Schatten wieder verschwinden. Weil nur Aspekte im Fluß waren.

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Konnotationen sind es jedenfalls immer seltener, kommt mir vor. Also Begleitsagen zu einem Zeitgeschehen, die auch daran dann haften und aktuell auf eine "aktivierende Weise" sind. Als Figuren wollen die Beiträge aber immer weniger eine Rolle spielen. Als "Dinge", als Holz. Es sind alles nur Verwirbelungen, was wir treiben und treiben sehen. Was aber nicht heißt, daß sie ohne Bedeutung sind! Im Gegenteil! Sie sind das, was wir Welt nennen. Sie sind unsere Kultur. 

Aber sie werden zur Kultur erst in dem Maß, wie wir sie als Dinge behandeln. Als Dinge, die im Gesamtwirklichen - dem Fluß - wirklich wirklich sind.

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Aber wie schnell wir uns irren. Denn der Wirbel ist echt, den gibt es wirklich. Aber was passiert, wenn wir einen Kübel nehmen (und was erst, wenn wir das mit einem Eimer tun) und ihn aus dem Fluß entfernen? Wo ist dieses Ding "Wirbel" dann hin verschwunden? 

Ist es nun aber schlicht noch "Wasser"? Mit bestimmten festzuschreibenden Eigenschaften? Oder ist nicht auch das sofort andere, je nachdem, ob in einem Kübel oder Eimer ... je nachdem, ob getragen, oder einfach ans Ufer hingestellt oder in der Garage vergessen, diese Sache ist. 

Weil es nicht einmal Wasser als Ding gibt, das NICHT in einer bestimmten Beziehung steht, und das hängt wiederum vom Ort ab. 

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QR Schauberger
Und doch GIBT es "Wasser". Ah ja, H2O höre ich jemanden aufjubeln. Die Wissenschaft hat es, dieses Ding. Wirklich? Der Leser weiß schon, daß dieses H2O seine Eigenschaften ständig ändert, je nachdem, wie und wo es steht oder fließt oder niederfällt. (Kleiner Tip: Viktor Schauberger's Umgang damit lohnt das Studium.) Was besagt es also dann noch, daß zwei Wasserstoffatome sich mit einem Sauerstoffatom binden? Was besagt die chymische Formel dann überhaupt noch, wenn der Aggregatzustand dieser Atomkonstellation von Ort zu Ort völlig verschieden ist?

Ist es mit dem Corona-Virus anders? Oder nicht vielleicht genauso.

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Wir wollen ja nicht herumgescheiteln. Vielmehr macht das vielleicht begreifbar, daß eigentlich auch die Wissenschaft nur einen Sinn hat, wenn man sie als Kunst begreift. Denn genauso müßte sie behandelt werden. Genauso müßte sie vor allem betrieben werden: Als temporäres, nie abgeschlossenes Hervorbringnis, als Einblick in die höchstpersönliche sittliche Entwicklung des Künstlers.

Denn nur der Sittliche kommt zu jenem Punkt, wo er aus dem ständigen Fließen ein Ding macht.


*050421*

Donnerstag, 22. April 2021

Gedankensplitter (1154)

Auch das stützt meine These, daß es im strengen Sinn "einen Virus" nicht gibt. Vielmehr halte ich alles für ein gigantisches "Virengeschehen", mit der Aufgabe des Tragens von Information. So wie ich es schon seinerzeit in "Helena" beschrieben habe. Eiweiße sind nämlich Informationsträger. Verfleischlichte Information, die sich hinter ihnen, als Melodie, als Schatten mitführt. Und aus den Schwingungen übertragen weil übernommen wird. Wenn der Empfänger dafür bereit ist, und es will!

DESHALB gibt es Frankreich- und Brasilien- und England- und Südafrika-Varianten des Corona-Virus. Man hat beim Corona-Virus ein bestimmtes Eiweißcluster zum Virus "ernannt". Was das genau ist, weiß in Wirklichkeit keiner. Mag sein, daß diese Konstellation in ihrer Kombiniertheit viele Menschen überfordert, die sich in diesem Informationsableseprozeß, zu dem sie aber bereit sind, den sie gewissermaßen einladen (müssen), überfordern. Dann wird die Reaktion (Fieber etc., als Hitze, die Erkenntnisprozesse immer begleitet) zu viel für den Organismus, meistens fürs Herz. Oder für die Bronchien.

Das einzig Aktive an einem Virus ist eine bestimmte chemische, das heißt physikalische Reaktionsneigung. So wie Wasser sich sofort an einen Salzkristall bindet, weil beide Molekülkonstellationen gierig nach Sättigung sind. (Dann "wird das Salz naß.")

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Wie viel Angst aber entsteht nur daraus, daß man begrifflich unsauber gearbeitet hat, und sehr bald von einem Virus sprach, "der" mutierte usw. usf. Als wäre er aktiv gewesen! Aber ein Virus ist kein lebendiges Wesen. Es ist deshalb von sich aus nie aktiv. Der Mensch, die Umgebung ist es. 

Das sollten wenigstens wir aber immer wieder beherzigen und erinnern! Denn es setzt ganz andere Gedankenkreise in Bewegung, wenn man diese Tatsache vor Augen hat. Auch die Rolle des Immunsystems in der "Bekämpfung der Pandemie" rückt dann in den Vordergrund. Wo sie hingehört! Denn so wird auch deutlicher, wie stark diese Panikerregung, die Angst (die von Anfang an Ziel der "Information" der Regierung war, weil man damit zu Verhaltensweisen zwingen wollte!) auf die Verbreitung dieses Virus eingewirkt hat. Nicht der Virus hat sich damit verbreitet, sondern die Menschen haben ihn vermehrt eingeladen, und in der Aufnahme zu wenig beherrscht.

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Auch daß allen offiziellen Statistiken nach - sogar in denen der WHO, auf deren Homepages - die Grippe nun schon die zweite Frühjahrssaison "verschwunden" ist wird so verständlicher. 

Weil es in diesem Sinn tatsächlich kein "neues Virus" gibt. Sondern man hat eine bestimmte Eiweißkonstellation herausgegriffen, die zuvor in der Gruppe der Grippeviren enthalten war. Und sie umbenannt bzw. als ein schon vor sechzig Jahren ALS Corona-Virus identifiziertes Eiweißcluster identifiziert. 

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Es ist zwar schwer oder gar nicht abgrenzbar, aber dennoch muß man darauf schließen, daß ein Virus, das sich in einem Körper eingenistet hat, dessen Informationsspannung verändert. Dem Körperlichen wird eine andere Erkenntnissituation des in-der-Welt-seins zugesellt. In diesem Fall- und das betrifft wohl alle sogenannten Impfungen - spielt die Körperlichkeit dem zentralen inneren Geist (der es ist, der auf fleischlich-sinnlich gelieferte Daten reagiert) eine gewisse "Reaktions-Eingerichtetheit" vor. Er wird dadurch träge. 

Und diese Wirkung von Impfungen ist ja längst bekannt. Der Körper baut sein eigenes Erkenntnisstreben ab. Er "kennt" ja den sich vorstellenden Virus bereits. Dabei hat er nie das Entscheidende beim Erkennen geleistet! Er hat ihn sich nie aktiv vorgestellt und ist nie frei (!) darauf ein- und mit dem Eiweißträger als Informationsträger umgegangen.

Darin gibt es nie einen direkten Informationsübergang. Nicht, will man im Körperlichen (also in der Haltung) die Freiheit bewahrt haben. Der Körper wird zu einer Art Schleier, der sich über die Welt legt. Die ein Begegnendes von je "anderem" ist. (Denn Gemeinschaft gibt es dann nur als die Verhängung von je für sich stehendem Einzelnen in ein Drittes, was ich immer "Ort" nenne. Oder andere (sogar die Kernphysik) "Feld".

Nicht, daß solcherart ein Erkennen (als Informationsübergang und aktives Umgehen und Einbauen) unmöglich ist. Aber es ist zumindest erschwert, und ein Ganzes zerrissen.

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Solcher Informationsübergang ist dann wie ein Lernen in Trance. Das ich vom Sprachenlernen noch gut kenne: Wir wurden schon damals, vor fünfundvierzig Jahren, durch Tonbänder (der Professor hielt sich für besonders fortschrittlich und bastelte in Eigenregie eine solche Anlage in die Klasse, in der dann jeder Schüler einen Kopfhörer hatte) dazu angeregt, uns die Sprache "ins Unterbewußte" einzuschlafen gewissermaßen. Das Bewußte sollte umgangen werden. Sprache sollte nicht mehr (zuerst) über die Grammatik rekonstruiert und dann, nach und nach, durch immer bessere Übung "fließend gesprochen" werden können.

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Selbst Lehrer meinten deshalb, diese "Methode" sei die beste. Ich weiß nicht wie es heute ist, aber ich vermute, daß man Fremdsprachen heute genauso auffaßt und "lehrt". Und A, der über vierzig Jahre Fremdsprachen unterrichtete, hieß mich jemanden, der keine Ahnung habe: Die Ergebnisse sprächen für sich, meinte er. Die heutigen Schüler sprächen die Fremdsprachen derartig fließend, wie er (bzw. seine Generation) es nie oder erst nach vielen Jahren Paukerei vermocht hat.

Als würde Erfolg ein Kriterium für richtig sein! Das ist in sich bereits ein technisches Denken, das die Welt in Funktionen auflöst, sodaß bei nichts noch Substanz bleibt, das die Eigenschaften trägt, entwickelt, aktiv "hat".

Aber Lehrer haben eben diese Schwäche: Sie, die normalerweise kaum etwas davon bemerken, wie weit ihre Schüler tatsächlich das Vermittelte aufgenommen hätten, die also das Problem haben, daß ihr Erfolg nur schwer meßbar weil kaum direkt verfolgbar ist, neigen dazu alles zu begrüßen, wo sie auf direkte Weise Erfolg ablesen (und für sich nehmen und einstecken) können. 

Schon das zeigt, wie sehr sich das Lehren verändert hat. Und nicht zum Guten. Denn früher galt ein Lehrer immer auch als Vorbild, und mußte das sein! Weil Lernen zuerst eine Frage der Identifikation MIT DEM LEHRER ist. Von dieser Figur, von dessen Gestalt übernimmt der Schüler "Gestaltbündel", "Bewegungsbündel", und DIE formt er dann nach. Sodaß klar wird, welche Rolle Sympathie und Autorität beim Lernen und Lehren spielt.

Heute spielt die Person des Lehrers kaum noch eine Rolle. Zumindest wollen das die Zentralstellen so. Die voll mit Leuten sind, die die Pädagogik und Lehrproblematik nur noch von Universitäten und deren Theoriegewurschtel kennen. Das heute von einer völlig anderen (irrigen!) Anthropologie ausgeht!

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Die Folge? Ich merke sie heute noch. In Stresssituationen verliere ich die Fremdsprache manchmal richtiggehend. Ich laufe ihr nach, und es ist nur ein Nichts da. Erst wenn ich mich persönlich wieder erde, fasse, ist auch die (ob Fremd- oder Muttersprache, es ist in diesem Punkt immer gleich) Sprache wieder da. Ich sage das nur, um einmal zu befestigen, was zu befestigen ist. Von dem weg man dann weitere Fragestellungen aufbauen kann, um Erkenntnis auszubauen.

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Aber wir sind damit wieder beim Virus angelangt. Auch dort ist der Informationsübergang eine Frage der Sympathie. Beim HIV-Geschehen ist es mir bekannt. Dort trägt das Virus Zucker, und somit reagiert der Leib mit jener Sympathie, die im Nachgehen die Informationen des HIV übernimmt. 

Ob und was das mit Krankheiten zu tun hat, ist wieder eine ganz andere Frage. Ich glaube nach wie vor, daß der HIV mit dem Corona-Virus, ja vielleicht mit allen Viren enorm viel gemein hat. Alle Viren sind auf eine Weise gleich, vermute ich.


*050421*

Mittwoch, 21. April 2021

Gedankensplitter (1153)

Ist das Selbstgefühl der "Gleichheit" nicht immer ein Gefühl der Überhebung? Der Überlegenheit über den anderen? Weil Gleichheit auch heißt, daß alles jederzeit beurteilt werden kann, das vom anderen her "übersteigt"? Also habe ich die Regulationshoheit über eine Beziehung. Gleichheit kann - wenn - bestenfalls ein nebensächliches Produkt sein, das sich gar nie feststellen oder gar fühlen läßt. Vom eigenen Duktus her kann eine Beziehung zu jemandem und sogar zu etwas immer nur eines sein: DEMUT. Die dem Begegnenden angebotene Seite der Unterlegenheit. Mit dem Risiko, daß zugestochen wird.

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Erst ab diesem Moment haben wir es mit einem Kreuz zu tun, das wirklich ein solches ist. Ohne jene Schablonenhaftigkeit, die die exakten Bedingungen und Inhalte eines "Kreuzes" festlegen und damit Kreuz simulieren wollen. Ähnlich jenen Christen des 4. und 5. Jahrhunderts, die auf so explizite Weise eine Weise des Ermordetwerdens suchten, daß sogar Augustinus einschritt. Weil in Nordafrika die Suche nach dem Martyrium zur "Mode" wurde. Das ist möglicherweise dem Stand des Märtyrers bei jenen Muslimen ähnlich, sie sich als Selbstmordattentäter instrumentalisieren.

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Jesu Tod war aber deshalb keineswegs "Selbstmord". Solche Thesen existieren ja tatsächlich. Zu wissen, also aus realistischer Einschätzung und weiser Vorhersicht zutreffend prognostizieren zu können, wie das Tun des Richtigen als Notwendigen ausgeht und was es bewirkt, heißt nicht, sich aktiv umzubringen.

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Dies ist der allgemeine Rahmen der Betrachtung einer Beziehung von Mann und Frau in dem Moment, in dem die Frau daraus herausgerissen und ins "Leere", ins Alleinsein gerissen ist. Oder sich selber reißt, wie beim rebellischen Charakter. Der dem Zugewiesenen durch den Mann nicht traut, der diesen als minderwertig oder verworfen beurteilt.

Solche eine Herausgerissenheit dürfte aber nie sein. Und hier gilt das Wort Jesu, daß die Frau, die "aus der Ehe entlassen" wird, dem "Ehebruch ausgeliefert" wird. Weil sie ohne jenen Bezugspunkt ist, der sie wie einen Ankerplatz fixiert. Der sie in der irdischen Existenz als Basis des Status im "himmlischen Geschehen" - also darin, welchen Ort sie in der Kirche als der Versammlung aller durch die Taufe in die neue Schöpfung hineingehobenen (und nur sie werden bleiben, wenn der Erde am Jüngsten Tag das Gericht gesprochen ist) - bestrahlt. Sodaß ihre Identität aufleuchtet, die immer eine Identität "von einem Manne her" ist. Und in ihrem Verhalten wie Streben ist.

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Aber die Frauen haben ein schweres Problem damit, sich einem Menschen verdanken zu sollen. Das ist wie bei Satan, der zu rebellieren begonnen hat, als er, dieser höchste Geist (nach Gott), dieser Lichtträger Luzifer, nun Adam und Eva untergeordnet sein soll. Das war ihm zuviel des Guten. Wenn, dann war seine Schuld in jedem Fall Chefsache! Aber doch nicht ... die eines Menschen? Lächerlich.

Deshalb wirst Du von den Frauen nur ganz schwer ein Wort der Bitte um Verzeihung hören. Deshalb suchen sie immer die Schuld des anderen, wenn er sich entschuldigt, und finden das dann ziemlich richtig, daß er das tut. Was sie nur in ihrer Superiorität bestätigt.

Und deshalb fällt es dann dem Mann nicht immer leicht, sich bei der Frau zu entschuldigen. Die es sehr rasch umlenkt, und auf ein "über dem anderen stehen" in der Welt umdeutet, was wiederum für den Mann ein Problem ist, und zwar zurecht, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Aber wie wenige beherrschen die Kunst, einer Entschuldigung des anderen so zu begegnen, daß der nicht sofort in der irdischen Hierarchie dabei fällt. 

Was man ja oft gar nicht darf. Ein Chef steht nicht unter dem Angestellten, wenn er sich einmal schuldig gemacht hat, und die Verantwortung für etwas übernimmt - und sich dann entschuldigt. 

Womit viel Dampf aus der zwischenmenschlichen Beziehung genommen wäre. All dieses Gerede hinter dem Rücken, daß der Chef dies, daß er das, daß er so und so sei, und so weiter, es würde aufhören.

Wenn der andere, hierarchisch zu- und untergeordnete, NICHT aus der Entschuldigung des anderen sofort die Ära der Gleichheit ausruft, oder sogar eine der (auch der heimlichen) Überlegenheit. 

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In Wirklichkeit kann man doch nie genug um Entschuldigung bitten. Ein "zuviel" kann es da fast nicht geben.

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Daß dieses "sich" beim "sich entschldigen" ein Problem sei, wie ich lange dachte, habe ich wieder verworfen. Die Erfahrung hat es nicht bestätigt. Denn man meint semantisch mit dieser Wendung "sich entschuldigen" keine Selbstherrlichkeit, die habe ich da nicht finden können, auch bei anderen, sondern es ist der Akt der Bitte um Verzeihung gemeint, den man selbst setzt - darauf ist dann das "sich" bezogen.

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Auch der Ausnahmepunkt Christi "außer im Fall von Unzucht" bekommt von hier erst seinen Sinn. (Also: Beim realen Ehebruch, der bei der Frau immer und nur fleischlich ist. Weil bei ihr das Fleischliche eine weit durchgreifendere, ihre gesamte Existenz nicht graduell, sondern in der Dimension weit umfassendere Realität hat wie beim Mann, "von dessen Seite sie genommen ist". 

Darin überliefert sich die Frau dann der Prägekraft eines anderen Hauptes (ihres Leibes), und damit wird sie aus dem Ort entfernt (und betritt einen anderen), in dem sie mit dem Mann stehen muß, um "Mensch" zu werden. Das kann sie nur einmal tun, nicht dann auch noch mit anderen, sodaß sie ab dem ersten Ehebruch bereits in ein nicht mehr definierbares Zugehörigkeitsband zu verschiedenen Orten gestellt ist. Was bei Frauen mit ausgeprägter Promiskuität (wie gewerbsmäßigen Dirnen) auch deutlich in deren verworrenem Persönlichkeitsbild zu erkennen ist. 

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Der Widerspruch in sich, die conditio sine qua non, ist der Moment, wo sich die Frau selbst eine Identität wählt. Das auf der Haltung aufruht, daß sie das überhaupt könne. Oder, wie es heute zur Verwirrung unzähliger Frauen verkündet, ja indoktriniert wird: Daß sie das müsse, weil es mit Freiheit zu tun habe.


*040421*

Dienstag, 20. April 2021

Warum der Subjektivist immer lügt (2)

2) Nur in Gemeinschaft Ausbruch aus der Kerkerhaft -
Gemeinschaft aber nur in der Wahrheit

QR DDr. M. Spitzer

Es gibt so mache Theorien, warum beobachtbar das intersubjektive Vertrauen heute so sinkt. Warum die Menschen einander nicht mehr vertrauen, zumindest nicht, wenn sie einander nicht gut kennen. Warum das Verlangen der Menschen nach von außen garantierter Sicherheit (!) so groß ist, weil die Menschen der Ordnung rundherum nicht vertrauen. Warum das Verlangen nach einer starken (als jederzeit interventionsbereit) Ordnungsmacht in Zeiten einer Auflösung des Gemeinschaftlichen so wächst. (Wie virulent das Problem der Vereinzelung, des Verlusts des Sozialen heute ist, zeigen u. a. durchaus interessanten Auslassungen des Neurologen und Psychiaters DDr. Manfred Spitzer. Zahlreiche Studien belegen den für jeden mit Hausverstand beobachtbaren Verlust der Empathiefähigkeit des westlichen Menschen.)

Der Mensch hat in sich ein Bild eingegossen, in dem er sich als Ebenbild Gottes weiß. In dem deshalb auch ein Weltbild besteht, das aus seiner inneren Grammatik auf jene Wahrheit ausgerichtet ist, die in Selbstüberschreitung der einzige Weg ist, um Gemeinschaft herzustellen, also den Solipsismus, dieses furchtbare Gefängnis der Abgeschlossenheit, der Gefangenheit in sich, zu überwinden. 

Über eine Teilhabe an einem Ort, den auch andere betreten haben. Sodaß Leben überhaupt nur heißt, einen Ort betreten zu haben, an dem sich Wahrheit konstituiert. Dieses elementare Wissen trägt jeder untrüglich in sich. So untrüglich, daß es immense Anstrengungen braucht, um dieses innere Gefühl so zum Verstummen zu bringen, daß es nicht mehr "gehört" wird. Weil die übergelagerten, habituellen Strukturen dieser inneren Struktur widersprechen. 

Im Fall der Sommer-/Winterzeit ist es das Wesen des Kulturellen, das mit der verordneten Ordnung der Willkür in Konflikt gerät. Es ist nun nicht so, daß es ein so prinzipielles Problem wäre, daß es nicht nach einigen Wochen (jeweils!) zu den Übergangszeiten behebbar wäre. Weil sich der Habitus (mit einigem Aufwand) wieder verändert hat. Und Menschen, die nach dem Sonnenlauf leben können, um dann ihren inneren Ablauf mit dem äußeren kaum koordinieren zu können, gibt es (leider) nur noch wenige. Das gilt auch für Landwirte. 

Im Fall anderer Themen aber gilt es nicht. Das gilt für den gesamten Bereich der Sexualität, es gilt für Haltungen gegenüber Alten, es gilt für Erziehungsfragen, für Bildungsfragen, für Fragen des Wirtschaftens, es gilt einfach für sämtliche Bereiche unserer Lebenswelt. In diesen wäre das Subjektive, wenn es richtig verstanden ist, sehr wohl Maßstab wie Lieferant von Rückmeldungen auf Übereinstimmung mit dem Wahren, Guten, Schönen. Sodaß man davon ausgehen muß (und in Vorzeiten sehr wohl davon ausgegangen ist!) daß der Mensch in seinem Innersten die Wahrheit kennt, fühlt, und deshalb auch fühlt, wenn ein Außen, ein Lebensvollzug, eine Aussage damit übereinstimmt, oder nicht. So, wie jedes Tier, jede Pflanze nie etwas tut, das außerhalb ihrer natürlichen Ordnung steht. 

Wohl ist der Mensch ein Geist-Leib-Wesen. Aber das Prinzip ist dasselbe, auch wenn die Wahrheit erst erarbeitet werden muß Aber die Grundwahrheiten über die Welt sind bei allen Menschen gleich, also das, was man "Synderesis" nennt: Widerspruchslosigkeit, daß ein Ding nicht ein anderes sein kann, und so weiter. Also die ersten und wichtigsten Fundamente sämtlicher weiterer Strukturen im Menschen. 

Wenn aber jemand daherkommt - und das tun heute fast alle, sozusagen! was die Sache noch dramatischer macht - und behauptet, er würde Revolution fordern, WEIL er innerlich deren Richtigkeit spürt, er würde den Verstoß gegen diese allgemeinen Ordnungsprinzipien verlangen, WEIL er eine andere Ordnungsstruktur subjektiv sehe oder fühle, dann wisse, werter Leser, daß er mit Sicherheit lügt.

Denn nur der, der sich auf die Wahrheit hin ausrichtet, nur der fühlt auch "richtig", nur der weiß überhaupt noch, was seine Natur ist. Und dieser Sicherheit, werter Leser, darf auch er gewiß sein. Umso mehr freilich muß er damit rechnen, daß die Reaktion des anderen, des Lügners, umso heftiger ausfallen kann, als er immer und jederzeit um seine Lüge weiß. In der er sich, werter Leser, Ihnen gegenüber ins Unrecht der Ortlosigkeit stellt, die ihn ins Nichts wirft, dem die Unsicherheit und Gewillkürtheit des Verhaltens folgt.


*Erkenntnishindernisse? Der Leser stelle sich ein Weltbild vor, das bestimmte Dinge und Erscheinungen als schlecht definiert, andere als gesollt und wünschenswert und damit als gestattet. Damit hat diese Anschauung ein Wertegerüst inhärent, das entweder der Natur entspricht (wie das Katholische), oder ihr widerspricht. Wie mehr oder weniger alle (!) anderen, nicht-katholischen (=allumfassenden) Weltanschauungen und Religionen, und vor allem wie ausnahmslos alle Ideologien. 

Die in sich Ordnungsveränderungsaufträge sind. Diese Veränderungsaufträge, dieses Gesollte und Nicht-Gesollte, das in den Bereichen des Lasters (als Haltung aus dem Ordnungsverstoß heraus) blockieren auch das Aufsteigen von Gedanken, die mit dem sinnlich Eindringenden übereinstimmen. Die diese Sinnesbewegungen "beruhigen", zur Ruhe mit dem innersten Wesenskern bringen, der aus sich heraus (!) auf Wahrheit ausgerichtet ist. Amorph in seinem Beginn, aber in seinen Inhalten nach Wahrheit ausgerichtet. Jedes sündliche Verhalten ist also ein Verstoß gegen diese innere Ordnung, die in einem selbst vorhanden ist, aber unbeantwortet, also ungeformt bleibt.

**Untersucht wurde das freilich nie. Wie die meisten der vorgeblichen Einsparmaßnahmen nie auf ihre ursprüngliche Zielsetzung untersucht werden, man denke an die Zentralisierungsbestrebungen von Behörden. Wo sie im Ganzen gesehen untersucht werden (wie bei den Gemeindezusammenlegungen in der Steiermark) hat sich ein gegenteiliger, hier: ein kosten- und energieverbrauchs-steigernder Effekt bewiesen.


*310321*

Montag, 19. April 2021

Warum der Subjektivist immer lügt (1)

Von Jahr zu Jahr mehr, hat der VdZ Schwierigkeiten mit der aufoktroyierten Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit (und umgekehrt.) Diesmal ist es die seit dem 28. März tägliche frühere Stunde. Als eine Stunde früher, als man durch seinen Lebensrhythmus gewöhnt war. Der VdZ fühlt sich pausenlos gehetzt, ist mit allem "später" dran, muß deshalb die gesamten Tages- und Wochenabläufe nach Prioritäten neu ordnen. Denn sämtliche eingewöhnte Abläufe, die so schön immanentisiert waren, daß man kaum nachdenken (also neue Energie darauf verwenden) mußte, die institutionalisiert waren (und das ist das, was wir mit Kultur bezeichnen), scheitern krachend. 

Der offizielle Tagesrhythmus, nach dem sich nun das meiste richtet, von den Öffnungszeiten der Geschäfte bis zu den Meßzeiten, oder seien es manche Ereignisse im Internet, stimmt also nicht mehr mit dem habituellen Rhythmus überein. Sodaß jeder umlernen muß. Warum? Weil irgendjemand vor fünfzig Jahren die Idee hatte, aus seinen Statistiken herausgefunden zu haben, daß sich zwei Prozent der in unseren Volkswirtschaften verwendeten Energie damit einsparen ließen.

Was für eine Zumutung. Die natürlich der Klasse der Voluntaristen eingefallen ist, den Lebensunfähigen und -hassern, die irgendwo in einem Kopfland wohnen, wo ihnen die "Ratio" irgendwelche neuen Gut- und Schlechtwerte vorgibt. 

Zur Einführung der Sommer-/Winterzeit war es das Energiesparen, damals durch den Ölschock ausgelöst. Der aus politischen Gründen verursacht wurde - Stichwort Israel - und sich als künstliche Verknappung durch die Saudischen Produktionsländer erwies. Als sich diese Situation entspannte, hat man diese Maßnahmen nicht mehr geändert. Neben den "Energiesparwochen" (wie in Österreich) war es eben diese Zeitumstellung. Es würde abends länger zur Aktivitätszeit hell sein, also bräuchte man weniger Strom für künstliche Beleuchtung. 

Was sich, wie man heute weiß, als Unsinn herausgestellt hat. Es wird gar nix am Verbrauch gespart, zumal allgemein die Verwendung künstlicher Beleuchtung gewaltig gestiegen ist. Und wo an Verbrauch gespart wird (wie bei Energiesparlampen), steigt der Energieverbrauch für die Produktion. Und der VdZ meint aus der Erfahrung, was Rationalismus anstellt, auch hier mit sicherer Stimme sagen zu können: Die bloßen Kosten sind gestiegen, und werden durch die Zeitumstellung alles andere als positiv beeinflußt.**

Dabei steht uns ein nächster Zwang erst bevor. Mit den Corona-Maßnahmen hat es sich ja bereits angekündigt, mit welcher Frechheit und Respektlosigkeit die Klasse der "Elite" sich anmaßt, in das intimste Leben der Bevölkerung einzugreifen. Ja darin liegt sogar (ein Verdacht, aber der Leser soll selbst prüfen, ob er zutreffend ist) das eigentliche Moment ihres Selbstgefühls, als Macht das Leben zu bewegen. 

Für diese Klasse der Emporkömmlinge gilt es allemal. Die ihre Position nicht dem eigentlichen Leben, sondern der Cleverness verdanken, innerhalb der "normalen", humanen Hierarchien nach oben zu kommen, also die Auf- und Abstiegsmechanismen zu beherrschen (als das einzige, was sie noch studieren).

Mit derselben Chuzpe werden deshalb in sehr absehbarer Zeit die Welt- und Klimaretter über die Elektrizität das Leben der Menschen regulieren. Es fehlt überall an dem Grundrespekt vor den Menschen, dem Leben, der Ordnung, die MAN VORFINDET. Stattdessen sieht sich jeder ermächtigt, der Welt eine neue Ordnung aufzudrücken. Auch der Natur.

Weshalb der Subjektivismus als Erklärung nicht ganz stimmt, oder einer Korrektur bedarf. Denn der VdZ hat immer mehr festgestellt, daß die Menschen, die ihren Leidenschaften folgen - darum geht es ja heute, und vor allem bei den Generationen seit der sexuellen Revolution der 68er - genau dieses Hören auf ihre innere Stimme der Natur NICHT funktioniert. Sie hören NICHT mehr, was sie nicht hören wollen, was ihrem Gesollten widerspricht. So wie bei der Empfängnisverhütung etwa. Dazu muß man vielmehr schon sehr denaturiert sein. 

Revolution im Namen des Natürlicheren, wie es Rousseau verkündet hat, und wie es sich zweihundert Jahre später exemplarisch umgesetzt hat, ist ein Widerspruch in sich. Es ist NICHT natürlich, zu rebellieren, es ist nicht natürlich, eine Revolution zu wollen. Und es ist auch historisch nachweisbar, daß keine einzige namhafte Revolution (sofern sie nicht ein kurzfristiges Rebellieren gegen einen ganz bestimmten und bestimmbaren Mißstand war; ein Gewerkschaftsstreik kann also ein sehr berechtigtes Vorgehen sein).

Deshalb glaubt der VdZ niemandem mehr das, was zu glauben überall verlangt wird: Daß der, der seine Rebellion gegen die überkommene Ordnung in einem "Gefühl", in einem "Fühlen" als Verweis auf seine "Natur", auf ein "so bin ich eben!" beruft, nicht schwer lügt. Oder so seiner selbst entfremdet ist, daß er das sogar "glaubt", was hier heißt: Sich so verwirrt weil so viele Erkenntnishindernisse* übernommen und internalisiert hat, daß er gar kein wirkliches Gefühl für natürliches Gut-/Schlechtempfinden mehr hat. 

Das natürlichste Ordnungsstreben ist deshalb der Traditionalismus. Und nur Menschen mit Respekt vor Ordnungen kann man auch vertrauen, daß sie überhaupt die Wahrheit sprechen. Allen aber die behaupten, sie würden etwas so und so "spüren", das aber leider leider der natürlichen Ordnung widerspricht, also eine eigene, neue Natürlichkeit zu sein vorgibt, darf man nur eine Haltung entgegenbringen: Die des Mißtrauens.

Morgen Teil 2) Nur in Gemeinschaft Ausbruch aus der Kerkerhaft -
Gemeinschaft aber nur in der Wahrheit


*310321*

Sonntag, 18. April 2021

Nur die Ebenen, die man sucht (3)

 Teil 3) Und dieser Punkt ist der des Essens.


Den definitiven Hinweis verdankt der VdZ den Schriften der Heiligen Hildegard von Bingen, der ihm einige Gedankenfäden, die er seit langem verfolgt, erstmals zu verknüpfen half. Denn die Nähe des Verdauens zum Erkennen ist ihm schon lange klar. Hier geht es aber ums Essen. 

Hildegard weist darauf hin, daß das Essen der verbotenen Frucht notwendig war, weil nur so die Herrschaft über den Menschen möglich war. In der Transformierung der Galle, diesem Zentrum des Geistes im Menschen. Das vor der Sünde wie ein Diamant strahlte, sodaß sich der Mensch aus diesem Grunde nicht als "nackt" wahrnahm. Weil seine gesamte Wahrnehmungsebene das rein Materielle überstieg. Er sah nur den Glanz des Himmlischen, das durch seine Galle, die dafür stellvertretend steht, ausgestrahlt wurde. Nach der Sünde fehlte dieser Glanz. Deshalb nahm sich der Mensch mit einem Mal als "nackt" wahr. 

Das Wesen der Schöpfung ist nunmehr, daß eines vom Selbstopfer des anderen lebt. Leben also über eine Trägerschaft - stellvertretend, nicht "materiell", also nicht magisch! nicht als Funktion, sondern in Eingebettetheit in Haltungen des empfangenden Wesens (Mensch, Tier etc.) - weitergegeben wird. Damit wurde auch die Sterblichkeit über ein Irdisches, die Frucht vom verbotenen Baume, vermittelt. Dieser Akt des Essens war also entscheidend, und die Versuchung der Schlange bezog sich ausdrücklich darauf: Eßt! Dann werden Euch die Augen aufgehen.

Das heißt NICHT, daß jeder Apfel diese Wirkung hat. Das heißt nicht einmal, daß die Apfelsorte (sagen wir es der Illustration wegen so simpel) des verbotenen Baumes diese Wirkung hatte. Es war die Eingebettetheit in eine geistige Wirklichkeit, die im Verstoß gegen den Gehorsam über die Materialität des Apfels real vollzogen wurde.

Somit wird auch das himmlische Leben (noch einmal: im Materiellen stellvertretend, als Zeichen!) über die Hostie weitergegeben (und nicht ohne sie! Jesus sagt ganz klar: Wer mich ißt ... Wer nicht, der nicht! Aber auch diese irdisch-wirksame Wirklichkeit, die einer Verbindung von Himmelsgeist und Schöpfung entstammt wie gleichkommt, ist ebenfalls keine Technik. Sie ist von einem Ordnungsgefüge abhängig. 

Weshalb es lächerlich ist darüber zu diskutieren (wie es der VdZ mehrmals erfahren hat), ob auch ein Laie "gültig konsekrieren" kann. Weil es auf diese Ordnung ankommt. Und die ist durch keine Materie zu ersetzen, oder auf jene zu reduzieren. Und zwar auch nicht in umgekehrter Richtung, in "Geist ohne Trägermateria" (wie es die Gnosis behauptet, um sich von der haptischen, realen Hierarchie der Kirche, also der Realität der Ordnung zu emanzipieren).

Aber nun wird auch klar, warum im Schamanismus gegessene Früchte (meist Pilze) zur "Verbindung mit dem Jenseitigen der Geisterwelt" (oder wie immer man es nennt, wie gesagt, sämtliche Begriffe im Schamansimus bleiben nebelhaft und ungeklärt, also ohne Philosophie und Logik, aber mit viel "Narrativ") eine so große Rolle spielen. Meist wird erst über Gegessenes das "Spirituelle" in den Schamanen real, die sich über Gegessenes (Psychedelika) mit der Geisterwelt verbinden (wollen).

Hierin eine Ahnung der Bedeutung des Essens für die Himmelsmechanik in der Welt des Geschaffenen zu erkennen, ist nicht schwer. Und sie ist so alt wie die Menschheit, weil sie auf deren Erinnerung ans Paradiesische zurückgeht, also an die wahre, wirkliche Wirklichkeit, wie sie dort noch zu erkennen war (aber mehr und mehr ins Vergessen absank; je länger die Menschheit davon entfernt war, desto rascher und vollständiger wurde vergessen, desto mehr also auch verändert, verbogen und verfälscht.

Aber das Opfer, das als Akt erst ein selbstloses Schenken (bei manchen Völkern sogar im Akt des Vernichtens - man denke an manche Form des Potlatch - deutlich gemacht) an Gott war. Und schließlich, in der Hitze des Ewigen Feuers verwandelt, als Himmelsspeise zurückerhalten und im Opfermahl verzehrt wurde. Als dem wahrlich Gemeinschaft (in Gott) stiftenden Mahl, das zum Lebensquell des nun folgenden Alltags wurde (als Sonntag).

Aber es ist im Schamanismus eine Ahnung, die ins Selbstherrliche übergeleitet wird. Weil am Fuße des Schamanismus eben die Gnadenverhinderung selbst steht ... der Hochmut des Subjektivismus als Selbstvergötterung. Im Götzendienst des Mechanistischen, in dem der Welt ihre Würde genommen wird. Damit im Aberglauben.


Samstag, 17. April 2021

Nur die Ebenen, die man sucht (2)

*Teil 2) Anmerklicher Exkurs zum Schamanentum,
und zur Bedeutung des Essens


*Der Schamanismus ist übrigens auch in Sibirien, wo er sehr häufig war und ist und worauf sich auch im Film einige als legitimierende Referenz beziehen, keineswegs überall gut gelitten; vielfach werden Schamanen von den Ureinwohnern nicht nur abgelehnt, sondern sogar als Schadobjekte gesehen, die es auszutilgen gilt. Übrigens spricht noch das Theologische Lexikon von 1892, auf das der VdZ gerne zurückgreift, weil es so universal die Begriffe aufarbeitet, davon, daß der Schamanismus auch in Ungarn ein virulentes Problem ist. 

Der allen Aufklärungsversuchen widerstanden hat, und unter der Oberfläche vor allem in Mittel- und Ostungarn, also in den weiten, eher dünn besiedelten Hügel- und Pusztaregionen eine große Rolle spielt. Was sich mit der Beobachtung deckt, die sich sehr logisch entwickeln läßt, daß Völker der Steppen zum Pantheismus und Panentheismus neigen, und also zum Subjektivismus, aus dem sich das Schamanentum speist. Und tatsächlich ist der VdZ auch hier bereits Schamanen begegnet, die sich (wie immer) an ihn wie Kletten geheftet haben, um ihn zu versuchen und zu plagen. Gegen die Tatsache, daß sich heute Schamanen vor allem aus den Großstädten erheben (und dann erst aufs Land ziehen) - Großstadt und leere Ebene sind Synonyme. 

Nicht weniger als die damit einhergehende, fast unausbleibliche Selbstüberhebung: Arroganz, Hochmut (in ihrem bevorzugten Gewand, der selbst diagnostizierten Demut der Selbstauflösung) und der Schamane sich zum Priester erklärt. (Ganz im Gegensatz zum "Priester" als Mittler, der über die konkrete Welt gerufen werden muß. Selbst der Gottmensch Jesus brauchte eine irdisch faßbare Sendung, was die Bedeutung des Propheten Johannes der Täufer begreifbar macht.

Denn Subjektivismus und schöpferische Existenz liegen im Habitus direkt nebeneinander. Der Künstler ist jene Materia, jenes irdische Gefäß, das sich der Geist sucht. Geist und (letztlich materielles, dingliches, irdisches!) "Jenseitiges", auf das sich der Schamanismus bezieht (das nie, und das sagt ja alles, von der Empfindungsebene getrennt werden kann, während es - durch die Irrationalität - geistig nicht geordnet werden kann, das Einströmen als immer zufällig und damit, was denn sonst, dämonisch wird) sind aber ontologisch diametral entgegengesetzt.

Und deshalb durch eine Haut getrennt, die nicht durchlässig zu halten nicht immer leicht ist. Gerade heute, wo der öffentliche Diskurs völlig von der Stringenz der Wahrheit entfernt, ja letztere zum Todfeind erklärt hat, können viele Künstler sie nicht halten. Weil ihnen das Messer des Geistes fehlt, das in diesen Zeiten schon in den Fundamenten scharf wie eine Rasierklinge sein muß. Weshalb unter den wirklich Klugen die Meinung nicht selten ist, daß in solchen Auflösungsperioden nur noch der Schriftsteller als Prophet weil Dichter steigen kann, darf und sogar muß. Während der VdZ feststellt, daß unter den "Kollegen im Fach" das Esoterische, Magische, Irrationale zur wirklichen Pandemie wurde.

Man findet aber die Geister, die man sucht! Und sie finden sich auf jenen Ebenen, die man selber aktiviert hält. Und das ist eine Frage des Teilhabens an der personalen Wahrheit.

Wollen wir dennoch auf einen Punkt noch näher eingehen. Der sich im Schamanismus methodenhaft findet, also prinzipiell falsch ist, weil technisch aufgelöst, damit Magie wird, die das Transzendentale beherrschen will. Ein Widerspruch in sich, weil die Grundhaltung für das Einströmen des Geistes diesen prinzipiell verhindert. 

Morgen Teil 3) Und dieser Punkt ist der des Essens.


Freitag, 16. April 2021

Nur die Ebenen, die man sucht (1)


Neben der Arbeit an einem Text über den so selten zu findenden schmerbauchigen, grünen, doppelröhrigen Knollenblätterpilz - der grün nicht deshalb geheißen wird, weil er grüner Farbe ist (er ist vielmehr violett- bis blaugetönt, mit einem leichten Stich ins Rosenrote, vor allem am Stiel, wo er sich mit Signalrot die Oberfläche teilt), grün wird er geheißen, weil er scheinbar nie die Phase der Unreife verläßt, ein wahrlich seltenes Naturphänomen, auf das sich aber vermutlich die vielgerühmte Kicherwirkung in zu Schnaps gebranntem Zustand zurückführen läßt - läuft auf Servus TV ein Film über "Alpenschamanismus".

Es genügen wenige Minuten (der Leser mag es selbst überprüfen) um zu sehen, daß nur und zum tausendsten Mal ein uralter Käse neu aufgekocht wird. Wieviele Schamanen der VdZ kennt oder kannte? Viele. Viele. Für ein, für sein Leben zumindest sind es auffallend viele, die eines Tages verkündeten (und die Freundschaft damit meist auch aufkündigten), daß sie nunmehr "Schamanen" seien.

Das ungeheure Begriffswirrwarr, das auch in diesem Film "Alpenschamanismus" auftaucht, ist eigentlich schon genug Aussage über das Wesen des Schamanischen. Begriffe wie Geist, spirituell, Energie, göttliche Kräfte, Heilung, Selbstfindung usw. usf. fliegen einem nur so um die Ohren. Die alle genau das nicht sind und vollziehen, was behauptet wird, nämlich SPIRITUELL zu sein. Der Schamanismus* macht vielmehr aus Geist ein physisches Phänomen, und die eigene Geistigkeit (Spiritualität) zum technischen Prozeß, zur Mechanik.

Wie anders ist das katholische Ritual. Das zwar ebenfalls davon ausgeht, daß nur im physischen Vollzug eine heiligende und heilige Handlung vollzogen ist, das aber das Physische als Zeichen für einen dahinterliegenden, die Physis bestimmenden (also zuvor seienden) Akt sieht. Dieser geistige Akt muß auf der Grundlage des Logischen und eingebettet ins Vernünftige stehen. Das Ritual zeigt somit ein Durchdachtes, und keine (katholische, also allumfassende) Spiritualität, die nicht in sich ein metaphysisches wie physisches Gedankengebäude an. Das, weil es im letzten in Gott gründet alle Eigenschaften haben muß, die auch auf ihn zutreffen müssen, sonst kann man von einem Gott gar nicht sprechen. Worunter Widerspruchsfreiheit nicht die letzte ist. Gott entzieht sich somit nicht der Rationalität, sondern er durchgeistigt sie erst. Hebt sie somit vom rein physischen Akt des rein physischen Sprechens und Vollziehens hinein in seine lebendige Gegenwart, verbindet das Irdische somit ins Himmlische.

Das Schamanische bleibt irdisch, auch wenn es das genaue Gegenteil behauptet, das somit zur glatten Lüge wird. Schizoidität gehört deshalb zum Grundmerkmal des Schamanen, der mit seinen Gesten eine Gutheit behauptet, dem das wirklich Wirkliche seiner Handlung entweder nicht entspricht, oder dem es sogar widerspricht. (So in der Sage von den "weißen" magischen Kräften.)

Ja natürlich kann es sein, daß sich hier tatsächliche Wirkungen zeigen. Aber die sind immer Desintegrationen! Das heißt daß der "behandelte" Mensch zu einer Desintegration von Teilen und Ebenen von ihm versucht wird. Die natürlich nur zum Teil gelingen kann, aber immer Schäden fürs Insgesamt hervorruft. Die, weil geistig, eben NICHT gleich physisch zu erkennen sind, mit den Augen, den Ohren, allen Sinnen. Sondern die sich in der geistigen Tendenz eines Menschen, diesem Streben nach Endgültigkeit, oft viel später erweisen. Erst erweisen - wenn es ums Ganze geht.

QR Schamanentreffen

Ein Ganzes, das heute eben kaum noch Beobachtung findet. Weil die Menschen bei den lockenden Labestationen am Weg hängen bleiben. Deren Limonade zwar auch süß schmeckt, aber den Durst des Geistes, der nach reinstem Met verlangt, niemals löschen können. Sodaß diese Unzufriedenheit, die in Neid jenen gegenüber umschlägt, die den Met schlürfen weil den Weg nie verlassen haben, ein direkter Weg zum Bösen ist. Das den Quick-Ride der Todsünde Neid gerade heute am raschesten kapert, der wiederum eine Hauptfolge der Ortlosigkeit (und damit Identitätslosigkeit) ist.



*Morgen Teil 2) Anmerklicher Exkurs zum Schamanentum,
und zur Bedeutung des Essens


Donnerstag, 15. April 2021

Gedankensplitter (1124)

Im Grunde muß man vor einer Klimarevolution keine Angst haben. Das Schreckgespenst, zu dem sich das ganz normale Verhalten der Luftschichten dieser Erde - im Wetter ebenso, wie in jenen Eiweißen, die wir gemeiniglich als Viren bezeichnen, was jeweils abgegrenzte, zum Begriff gemachte (bestenfalls aber gefundene) Gruppierungen sind - entwickelt hat, drückt die Angst vor dem Wirklichen aus. Sodaß der Geist selbst in seiner Wirklichkeit, das meint hier seine Realität, denn der Geist ist aus sich heraus auf Welt (Schöpfung; materia) ausgerichtet, zu einem gedanklich-psychologisch abgeschlossenen, "erklärTEN" (weil überhaupt erklärBAREN) Ding wurde. Das nun nach Belieben manipulierbar ist. 

Das ist der sicherste Weg in die völlige Unerklärbarkeit der Welt überhaupt. Denn jeder Rationalismus wird an seinen Widersprüchen ersticken, weshalb er immer zum Irrationalismus wird. In der Physik heißt das: Zur Magie. 

Sobald aber der virtuelle Raum vor der Gefahr steht, sich aufzulösen, wird das Verhalten der heutigen Generationen von heute auf morgen umkippen. Und sie werden alles tun, um den Zustand 'ante' wiederherzustellen. 

Wie der VdZ immer gesagt hat: Wir gehen auf eine rechte Diktatur zu. (Denn rechts ist: Systemerhaltung qua Ideologie, in der der Zustand 'ante' festgeschrieben wird.) Und man muß schon sehr dicke Schwarzbrillen vor Augen haben, um genau das NICHT zu sehen. Oder was ist die Corona-Diktatur? Was kennzeichnet das Verhalten der Grünen, die mit einem Mal zu den heftigsten Verteidigern eines Zustands der Gesellschaft werden, den sie zuvor programmatisch abgelehnt haben? Und das ist immer noch so gewesen, man sieht es seit Jahrzehnten.

***

Sämtliches "klimaschützendes Verhalten" (ebenso wie klimaschädliches, nur dann kontrovers gemeint) muß und kann als Analogie zu geistigen Zuständen gesehen werden.

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Die Faktizitäten, mit denen wir heute zu tun haben, spielen sich also rein in den Köpfen ab, und nur dort. Wir haben es mit ihnen mit Spätfolgen der Philosophie des Konstruktivismus zu tun. Die sich hier wie jede Philosophie konkret realisiert zeigt und als Grundansatz heute sämtliche weitere philosophischen Entwicklungen beherrscht. Selbst die, die vorgeben, ihn abzulehnen. Was geschieht, um sich durch mehr Wirklichkeitsanbindung" in der auf das aussagende Subjekt wirkende Autorität dem anderen übergeordnet zu behaupten. Aber in einem stimmen sie allesamt überein: Das ist die Leugnung des Geistes selbst, also - der Luft - eines mit Eigenleben ausgestatteten Prinzips des göttlichen Logos.

***

Der Konstruktivismus erweist sich somit wie jede Philosophie als Rationalität, die einen Zustand der Zeit als Tendenz - somit als KLIMA - darstellt, der zur Grammatik des Lebens wurde. Die ihre Wirkkraft aber (seiner Natur nach) nur auf das Willentliche, das bewußte Urteil sohin, entfaltet. Sodaß sich die rationalen Gebäude, die "Philosophien", die Weltanschauungen, sich dieser gemäß entwickeln. Wie kurz, wie lange hängt vom Rang der Philosophie ab, von ihrem Anspruch, je nachdem, wie tief ins Mark des Erkennens an sich sie vordringen möchte.

Sobald sie merkt, daß sie ihren virtuellen Raum verliert, an den aber ihre geistige Existenz gebunden ist - fällt der eine, fällt das andere - wird sie alles tun, um ihn (wieder) aufrechtzuhalten.

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Luft hat mit spirare, atmen, dem Durchströmen des gesamten Weltbereichs, und somit mit spiritus, Geist zu tun. Zu dem sie eine Analogie ab radice, von der Wurzel her bildet. Sie durchströmt also alles, was "es als Welt gibt". Nur in der Nicht-Welt fehlt sie WEITGEHEND, weil sie sich dem geistigen Zustand (den Anschauungen gemäß) auf die Erde zurückgezogen hat. 

Je weltimmanenter also die Menschheit denkt - das heißt: Der Konsensraum als Form des Rationalen, als Zustand des gemeiniglich akzeptierten Rahmens wie Ergebnisses eines Diskurses - desto mehr wird sich die Luftleere im All (als jener Teil des Kosmos, der sich von der Erde durch das Fehlen der Luft entfernt hat und entfernt weil ordnungslos - entropisch! - wird) als Basis von Entdeckungen erweisen, die belegen, daß sich das Weltall NICHT nach den Gesetzen der Irdischen Physik verhält. 

Eine Annahme, die ja nach wie vor gelten muß, will sich die Astrophysik nicht endgültig als Narrenturm beweisen, die sie durch ihre über achtzig willkürlichen Annahmen ohnehin bereits wurde. Ohne die eine Physik des Weltalls gar nicht mehr möglich wäre, weil sie der Evidenz widerspricht.

***

Gucken wir einmal zu Hildegard von Bingen, die diese Gedanken bereits anlegt. Die zu ihrer Zeit wenigstens noch so weit verstanden wurden - weil sie eben die Essenz der Theologie, des Katholischen darstellen - daß sie zur Kirchenlehrerin erhoben wurde. Sodaß man ihr Wort als weit mehr als schön formulierte Visionen und Träume betrachten muß (auch: kann). Ihre Aussagen haben vielmehr so fundamentalen theologischen Inhalt, dessen bloße Dogmatik sie aber in ungeheure Höhen bzw. Tiefen weiterführen, daß sie als kerntheologische Schriften des Katholischen betrachtet werden müssen. 

Führen wir Hildegards Gedanken also weiter, dann bildet diese Analogie den Schlüssel zum Verständnis der den geistigen Zustand der Gegenwart bezeichnendsten Ereignisse - die Corona-Pandemie und den Klimawandel. Die in ihrem Wesen bereits entradikalisierte (also ihrer Wurzel im Wirklichen beraubte) Virtualitäten, Zweitwirklichkeiten, pseudologische Separatwelten sind. 

***

Die Virtualität der Katastrophenideologien, die, wie gesagt, schon durch einen Stromausfall ins Herz zu treffen wären, ist der Grund, weshalb sich nach einem solchen Ereignis binnen Wochen und Monaten (zumindest als globale Erscheinung) auflösen. Und es gehört zur List Gottes, zur List seiner Vorsehung, der nichts entfliehen kann, weil es das in Teilhabe allem sein Sein gebendes Sein ist, daß die vorgeblich katastrophenvermeidenden oder -heilenden Verfahrens- und Verhaltensweisen exakt das Gegenteil bewirken.

Der Grünstrom etwa zerstört in nie gesehenem Ausmaß die Natur, und die Grüne Energie arbeitet unter umlenkender Verwendung ungeheurer volkswirtschaftlicher Vermögen direkt an einem Blackout, das noch dazu kaum noch zu beheben sein wird. Weil möglicherweise (und bei weiterem Abbau bald) jene kalorischen, also "fossilen" Großkraftwerke fehlen werden, die von jedem äußeren Ereignis unabhängig jene Masse (ganz real: Als Schwungmasse!) haben. 

Die das gesamte, durch Internationalisierung schon kontinentweit aufgebaute und interdependente Stromnetz zu stemmen weil mit einer einheitlichen Frequenz (der sich alle kleineren Einheiten nach und nach einfügen; das ist er dann, der Aufbau eines großen und größeren Stromnetzes) zu durchpulsen vermögen.


*310321*

Mittwoch, 14. April 2021

Mit einem Blick erkannt

Es sind nicht die Merkmale, von denen eine Wesenserkenntnis abhängt, sondern es ist umgekehrt. Und die Merkmale wiederum können nicht nur als Defizit (oder vollkommener Ausdruck) wahrgenommen werden, sondern sie werden wahrgenommen, weil die intuitive Erkenntnis, die auf das Personsganze geht, der Teilerkenntnis nicht nur quantitativ, sondern in der Dimension weit vorausgeht. Das schreibt Hans-Eduard Hengstenberg dazu in seinem Aufsatz "Erkenntnis als Urphänomen". Worin er zeigt, daß der Erkenntnis jene Unhinterfragbarkeit vorausgeht, die auch anderes kennzeichnet, wie - die Wahrheit. Sie ist "einfach da", und jeder bezieht sich darauf. Sie kann nicht einmal "weggefragt" werden, sondern sie umschließt das menschliche Sein von seiner Wurzel her. 

Aber mehr noch, fußt das Erkennen in einem Sinnganzen, das selbst wieder im intuitiven Akt vom Erkennenden erfaßt wird, und diesem in den Dingen der Welt begegnet. Jeder intellektuelle Akt wiederum wird von diesem Vorrationalen durchdrungen. 
Der zwar eine gewisse Analogie mit dem hat, was man als "Fühlen" bezeichnet, aber NICHT IDENTISCH damit ist. Vielmehr muß er dann durch den Intellekt geprüft, und braucht einem gereinigten Willen als Analogie zur Seinsstärke.

Dies sei auch zum leidigen Thema "Masken" gesagt. Die der VdZ auch lästig und oppressiv und ekelig und was weiß der Deibel noch alles findet. Aber sie mit dramatischen Worten zu einem "Tod der Kommunikation" hochzustilisieren, wie es hiesige Küchenpsychologie gerne macht, ist weit übers Ziel geschossen. Wir haben schon vor Monaten darüber gehandelt. 

Jetzt haben wir in Hengstenberg aber diesen Aufsatz gefunden, der wie die Faust aufs Auge zu diesem Thema paßt. Und die Ausführungen des VdZ bestätigt. Die Welt ist nicht deshalb zu einem anonymen Maskenetwas geworden, weil wir diese Dreckfetzen im Gesicht tragen, die eh nix bewirken.* 

Die wunderbare Passage über den intuitiven geistigen Akt als Laudatio aber wollen wir dem Leser auch im Original nicht vorenthalten, er wird selbst erkennen, warum.

Im intuitiven geistigen Akt wird das Seiende um seiner selbst willen bejaht. Im Vollzug dieses Aktes liegt Freude dafür, daß das Seiende ist, was es ist, und so ist, wie es ist - ohne alle Vorbehalte. 

Dem widerspricht nicht, daß der intuitive Akt vorrational vollzogen wird. Im Gegenteil, dieser vorrationale - nicht irrationale - Charakter verhindert von vorneherein alle Verzwecklichung und garantiert die Selbstlosigkeit des Schauens.

Das Seiende um seiner selbst willen zur Offenbarkeit bringen. Etwas davon hat Heidegger tief gesehen in seinem Begriff des "Seinlassens", nur hat er es wieder verdorben durch seinen Impersonalismus beziehungsweise Anipersonalismus.

Das Seiende zur Offenbarkeit bringen und ihm eine Laudatio spenden, beides ist das Zusammengehörige im intuitiven Akt. Darin liegt der tiefste Sinn der Erkenntnis und der intuitiven Erkenntnis im besonderen. Hier leuchtet die Zweckentbundenheit aller tieferen Erkenntnis auf. Insofern der Mensch im Vollzug intuitiver Akte steht, kann er nicht lügen, verdrehen oder hassen, auch nicht "verbergen" im Sinne Heideggers. 

Zugleich ist es eine Laudatio des Schöpfers durch die Laudatio der Geschöpfe hindurch. 

Der intuitive geistige Akt hat eine Nähe zu dem, was in der patristischen Philosophie das "innere Wort" (verbum mentis) genannt wurde. Zur Vollendung kommt diese Laudatio, wenn das innere Wort des Aktintuitus Ausdruck im Sprachwort gewinnt. 

Hier liegt die tiefste Wurzel der menschlichen Sprache, das Wort ist nicht primär "Zeichen" zum Zwecke der Bezeichnung von etwas, wie die zeitgenössische Sprachwissenschaftstheorie meint. 

Die Lehre vom intuitiven geistigen Akt ermöglicht eine Rehabilitation und Belebung der echten Meditation. Damit die alberne Nachäffung der östlichen Meditation, deren Eigenwert nicht verkannt werden soll, betreffend Nirwana, Re-inkarnation und dergleichen endlich aufhört.

Noch etwas. Von unserer Sicht aus erscheint der Gesang der Singvögel, der nicht auf biologische Zwecke wie Weibchenwerbung oder Warnung des Konkurrenten im Nachbarrevier einzuengen ist, als Analogie zum Aktintuitus und dessen Ausdruck im Wort. 

Und damit ergibt sich eine weitere Nähe, nämlich zum Heiligen Franziskus, der seine Mitgeschöpfe als seine Brüder und Schwestern ansprach. Hätte man mehr auf Franz von Assisi gehört, der in der Geschichte der Heiligen im Hinblick auf Naturmeditation eine Sonderstellung innehat, dann wäre in der Kirche manches anders verlaufen. [...]

Die Laudatio im intuitiven Akt ist schon Antwort auf den Anspruch, den die Seienden aufgrund ihres Seins, ihrer Wesenheit und ihres ontologischen Sinnes an den Menschen ergehen lassen. Nur als Angesprochener kann der Mensch antworten und überhaupt sprechen.

Es ist nicht so, als wäre der intuitive geistige Akt von Haus aus eine neutrale Kenntnisnahme, und als wenn sich daran erst eine Antwort anschlösse. Sondern der intuitive Akt ist Antwort und nur als solche existent. 

Der Mensch ist wesentlich ein die Dinge und den Schöpfer lobender. Unabhängig von allem "Nutzen für etwas". Das ist die Abundanz des Aktsinnes gegenüber dem ontologischen Sinn, den die nichtpersonalen Seienden in sich auf Grund ihres Seins- und Sinnentwurfs besitzen.


*Wieder gibt es eine (übrigens: leicht zu lesende) US-Studie zum

QR Maskenstudie

Tragen von Masken in Zeiten von Corona. Und diesmal ist es sogar eine Metastudie, die dutzende andere, weltweit verfaßte Studien ver- und auswertet. 

Und erneut zu dem Ergebnis kommt, daß Masken völlig wirkungslos beim Versuch sind, eine Seuche zu verhindern oder auch nur einzudämmen, weil eine interpersonale Übertragung verhindern. 
Das tun sie nicht nur nicht, sondern Masken sind in einem Punkt vor allem sogar SEHR wirkungsvoll: Dabei, eine ganze Menge weiterer und schwerer Krankheiten auszubrüten, zu begünstigen oder ganz gewaltig zu verschärfen.
Aber dieses Thema ist im Grunde so banal und häßlich, daß es dem VdZ wie eine Beleidigung dieses Blog als geistigen Raum erscheinen will, sich damit überhaupt noch zu befassen. So viel kann man diese Sache fast nicht überhöhen, damit sie wieder der Bearbeitung wert wird. Schon gar nicht, wenn man grantig deswegen ist. Grantig auch deswegen, weil niemanden interessiert, was die Wissenschaft sagt, und zwar gerade die nicht, die am meisten vorgeben, sich darauf zu beziehen. 

Der Unterschied? Der Unterschied ist wohl, daß sich gar so viele auf WissenschaftLER beziehen, also auf Personen, und dabei wiederum auf Wissenschaftler, die ihr Gebiet maßlos überschreiten, um persönlichen Gewinn, Ansehen, Macht, Autorität aus ihrem rein weltlichen, nicht-fachlichen Beziehungen zu schöpfen. Und sich in Aussagen versteigen, die sie kraft ihres Berufes in eine Aura von Wissenschaft tauchen, die aber lediglich persönliche Intentionen tragen. Und genau darin werden sie von der Politik sehr geschätzt, weil sie dieser sogar die Entscheidungen abnehmen, ohne dafür Verantwortung zu tragen. Denn dann, dann "war es die Wissenschaft."

QR Merkur und Masken

Nachtrag: Wir sind solche Anblicke schon gewöhnt. Aus einem Artikel im Münchner Merkur, der ursprünglich (lt. RPP) ebenfalls Masken (für Kinder) kritisch sah, wurde ... das. (Erkennbar bei Anklicken.) Ist natürlich ein Problem, wenn der journalistische Standard nicht erreicht wird. Naja, kann vorkommen.


*130421*

Filmempfehlung (4) - Exkurs zu den Quellen des Rechts

 Teil 4) Exkurs zu den Quellen des Rechts


Am Sheriff des Ortes, in dem sich der "Let him go!" letztlich vollzieht, wird jedenfalls deutlich: Das offizielle Rechtssystem vollzieht das Recht einer regionalen, in Lebensweise und Wertewelt abgrenzbaren Bevölkerung. Dieses Recht (letztlich das Recht der USA, dessen Rechtssystem durch seine Rückkoppelung an den Volkswillen diese Mutung, der hier gewissermaßen ins Kochrezept geguckt wird, auch tatsächlich hat) wird also gar nicht von abstrakten Prinzipien getragen, sondern von einem viel stärkeren Lokalspirit. Das ist der vielleicht interessanteste Aspekt, sodaß sich einfach stärkeres "subjektives" Recht durchgesetzt hat. 

(Hintergrund-Parallelstrang, gewissermaßen der Kontrabass) Wenn aber, wie wir festgestellt haben, das irdische Recht (Recht in Welthaftigkeit, konstitutiv wie apperzeptiv, aus dem Numinosen, Transzendenten inspiriert) immer in einem realen Individuum wurzelt, ja wurzeln muß, das aber seine Subjektivität (als Willkür aus Eigenwillen) überwunden hat (also dem Transzendenten gehorsam ist), dann wird die Qualität dieses Menschen (was grosso modo als "Grad der Heiligkeit" zu verstehen ist) das Kriterium. 

Historisch hat in diesem Neusiedlungsland des Western Frontier lange Zeit furchtbares Chaos geherrscht. Der amerikanische Westen war - spätestens nach dem Rückzug der großen Mächte Spanien, Frankreich und England - vom Faustrecht bestimmt. Erst im 19. Jahrhundert hat sich ein Rechtssystem durchzusetzen begonnen. Das zuerst aber von Einzelkämpfern getragen war, die unter Einsatz ihres Lebens das schufen, auf dem sich dann überhaupt erst eine amerikanische Kultur und Zivilisation bilden konnte. 

Und es scheint auch wirklich so, als wüßte der Mensch davon, und seine instinktive Suche" nach einem menschlichen Verursacher ist keine Fehlleitung, sondern wahrhaftiger Instinkt.  

Weil nun der "normale Mensch" leben konnte, weil sich erst im Recht die wesentlichsten Eigenschaften der Menschen entfalten können. Im Faustrecht läßt sich keine Familie großziehen, kann sich keine Kultur entwickeln, die aus mehr besteht als aus Waffenpflege und Kampftechnik, vor allem aber: Kann sich keine Wirtschaft entfalten. Die immer als System sozialer Obligation (Verpflichtung) von auf Wechselseitigkeit und damit Vertrauen aufbauenden Leistung beginnt. Die aber Schutz vor Gewalt und Störung durch "das Fremde" braucht. 

Dem aber nun dieser "absolute, vollkommene Mensch" fehlt. Den es in zweifacher Hinsicht aber nun gibt: In der letzthinnigen Unfehlbarkeit der Kirche, die im Stellvertreter des Gottmenschen gipfelt. 

Dieses Rechtssystem, das sich von diesen Einzelkämpfern ausgehend allmählich und unter Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung durchgesetzt hat, ist somit ursprünglich subjektiv bestimmt gewesen. Dem nur der Konsens der Mehrheit den Rücken stärkte. Worauf erst es sich durchsetzen konnte, weil Recht von allgemeiner Zustimmung abhängt. Erst danach hat ein Staat Platz, der dieses Recht an sich zieht. Was bis heute nicht ganz gelungen ist. Gott sei Dank. Weil es insoweit gar nie gelingen darf, als es soziale Organismen nicht mehr als subsidiäre Rechtsräume behandelt.

Der aber ein Pendant hat, vom eben Genannten in seiner metaphysischen Quelle nicht zu trennen - und das ist der König. Als Haupt eines Volkes, in dem auch das Pristertum enthalten ist bzw. ursprünglich war.

Aber Recht stammt aus der Moral. Und diese ist wiederum von der Religion bestimmt. Sodaß es eine unumstößliche Wahrheit ist, daß das heute (scheinbar) säkulare Recht ein bloß umgelegtes religiöses, theologisches Recht ist. Immer. In jedem Fall. Auf der ganzen Welt.

Historisch ist das auch nachweisbar: Der König (dieses Wort hier als Synonym für die höchste Leitung eines Volkes, das immer ins Transzendente reicht, also immer eine Doppelnatur hat: Prophet, Gottmensch und physisch präsenter Herrscher) 

Wie sehr das Thema, das sich sogar schon in einem der frühesten Kostner-Filme findet, in "The Untouchables - Die Unbestechlichen", ihm also scheinbar an den Füßen klebt, auch in "Let him go" aus dem Jahre 2020 Allgemeinwert hat wird noch deutlicher, wenn wir eine Analogie zur europäischen Geschichte ziehen. Denn die Legende vom Sheriff des Wilden Westens" ist das, was wir hier mit den Erzählungen aus der Ritterzeit im Erinnern präsent halten. Auch bei uns waren es Einzelne, auch bei uns waren es religiös bestimmte, todesmutige Männer, und auch bei uns setzten sie es als Minne, als Liebesdienst an der Frau um und damit als Recht durch. 

Die obere Schichte des (in generellem, weitestem Sinn) dreischichtigen Aufbaus eines Volkes (wie hier bereits spezifizierten, der Leser möge nachlesen, wenn er es nicht mehr präsent hat) ist dieser Sphäre der Verbindung mit dem Transzendenten generell zuzuordnen. 

Erst im 18. Jahrhundert, im Zuge der Aufklärung, setzte sich (von säkularer Macht verordnet; als hätte es vorher nie ein allgemein gültiges Recht gegeben! ist nicht das genaue Gegenteil der Fall?) in allen Ländern Europas so etwas wie ein abstraktes, aufs Land bezogenes Rechtssystem durch. Vorher gab es unzählige einzelne Rechtsräume, die stets ihren Ursprung in einem Kopf hatten, der sich auf den "Ritter" zurückführt: Auf den Pater familiae, selbst ans Transzendente als Quelle absoluter Legitimität - in der Kirche - gebunden, als Geber und Maßstab des Rechts als den Schöpfer des (weltlichen) Rechts, das nach und nach aufhörte, sich an einen Gott, das begann sich an das bloß Rationale zu binden.

Dieser Ausgang des irdischen Rechts ist also auch in Berufungen zu erkennen, für die das "Königtum" im weitesten Sinne gilt: Propheten, Dichter weil Poeten, und Priester generell. 

Erst hier setzte dann das ein, was wir heute "Nationalstaat" nennen. Als Staatsmaschine - siehe den Leviathan von Hobbes! - die über allem Persönlichen und schließlich über allem transzendenten Absoluten steht. Die Entwurzelung der europäischen Menschen im 21. Jahrhundert ist also kein Zufall. Sie ist systemisch im Löschen der persönlichen, dialogischen Beziehung zur Rechtsquelle.

Man kann darüber nachdenken, ob diese Zurechnung (die sich hier auf Einzelne und durch göttliche Vorsehung Herausgehobene - alle diese Genannten müssen eine "Berufungsgeschichte", also einen Ruf von außen, von "oben" haben - bezieht) auch durch Akklamation ("vox populi = vox Dei", also "Legitimität durch spontane Volkswahl durch Ausrufung im Konsens") real werden kann.

So glauben wir jedenfalls. Aber die Frage, ob das nicht dennoch auch heute so ist, daß sich also Recht im Subjektiven konstituiert, kann angesichts der Erfahrungstatsache, daß auch bei uns ein gar nicht unbedeutender, ja vielleicht sogar entscheidender Rest des scheinbar so objektiven, sachlich bestimmten Rechtssystems persönlich geblieben ist, auch heute nur bejaht werden. Wer einige Erfahrung damit hat (wie der VdZ) wird das bestätigen. Dieser Rest je Fall neu aktueller Rechtsschöpfung findet sogar in jedem Urteil statt, und zeigt sich nicht zuletzt in der Person der Rechtspfleger und Richter, die bei weitem nicht so "objektiv gerecht" sind, wie getan wird, und keineswegs frei von Einflüssen von außen sind. Ein Außen, das früher (stärker) aus der Religion stammte, das heute (als Beispiel) aus Ideologie und Politik kommt.

In so gut wie allen nicht-westlichen Völkern ist dieser Sinn für Menschen, die "heilig" (also von Gott auserwählt, in einer besonderen Nähe zu diesem) sind, oft sogar noch sehr lebendig. So, wie er das bei uns bis ins Hohe Mittelalter getan, hat, wo historisch das "santo subito" oder das "im Ruf der Heiligkeit stehen" noch erinnert wird.

Spätestens aber seit der "santo subito"-Akklamation von Hl. Johanes Paul II. meint der VdZ, daß diesen "spontanen Volksakklamationen" (zumindest im Westen) nicht mehr zu trauen ist. Zu sehr haben bereits massenpsychologische Phänomene um sich gegriffen. 
Selbst in der Bildung des "Rufs" eines Menschen sind die Elemente der gezielten, vernutzenden Manipulation (insbesonders durch die technische Entwicklung bei den Kommunikations-Medien) bereits enorm verbreitet.


*280321*

Dienstag, 13. April 2021

Filmempfehlung (3)

Teil 3) Der Traum von einem Leben im Traum


Die Erzählweise bei "Let him go" ist extrem ruhig. Die Bilder leben aber von der Landschaft, deren überwältigende Größe man als Potenz ahnt. Als Möglichkeit, in der die Zivilisation wie ein zerstörerischer, verhäßlichender, das Große zerhackender Eingriff wirkt. Die meisten Straßen wirken wie skrupellose, lieblose Vernutzung. Schönheit durch die Gestaltung aus Liebe zur Schöpfung bleibt bestenfalls auf ein paar Meter Umkreis beschränkt. Ab und zu blitzt in der Ferne eine Grandiosität auf, die aber zur fernen Kulisse wird.

Das ist wohl das Problem der USA überhaupt. Dieses riesige, überwältigende weil jede menschliche Dimension übersteigende, den Menschen so klein machende Land, das erst zu einem Bruchteil geliebt und ehrlich, schuldlos und schuldbefreit besessen und damit wahrhaft kultiviert wurde. So bleibt der Einzelne groß und in seinem subjektiven Wahn des "Strebens nach Glück," koste es dem großen Ganzen was es wolle, ungestört. Und weil man nur begrenztes Lebensalter erreichen wird, muß alles schnell gehen, und genügt allem Glück das Dasein als Teil einer Kulisse.

Fast beiläufig entwickelt sich in "Let him go" eine Szene aus und nach der anderen. Nur ab und zu geben Rückblenden eine notwendige Erklärtiefe, weil im Film doch (verglichen mit Literatur, auch hier gibt es ja eine Romanvorlage, in der deren Autor Larry Watson vermutlich jene Hintergründe darstellen könnte, die für die Verfilmung recht sicher den eigentlichen Grund geliefert haben; es ist ja interessant, daß meist genau das, was eine Literaturvorlage so beeindruckend macht, in einem Film prinzipiell gar nicht umsetzbar) so wenig wirklich darstellbar wird. 

Und obwohl alles so unspektakulär, so "normal" wirkt, beginnt der Film den Betrachter schon nach wenigen zehn, fünfzehn Minuten einzusaugen und bleibt in jedem Moment spannend. Er bekommt sogar etwas von Traum, in den er versetzt, und liefert auf dieser Ebene dem Geschehen unausgesprochene, wahrscheinlich unaussprechbare Begreifbarkeit. Bis in einer Apokalypse alles sein Ende findet. Man sitzt dann da, weiß sich nur bewegt.

Daß diese Unaussprechbarkeit auch auf das Leben von George zutrifft muß man als Notwendigkeit verstehen. George hat gegen sein eigenes Verstehen gehandelt, in dem er dieser Zivilisation zugehört hat. Damit liefert man sich Unbeherrschbarem, Irrationalem aus, von dem erst die Zukunft zeigen wird, ob es dem logos gefolgt ist, also in eigentlicherem, höherem Sinn vernünftig war.

Aber damit riskierte George auch jenes Schicksal, das ihm dann widerfahren ist. Er ist in die Zivilisation hinabgestiegen, seiner Frau zuliebe, um zu beenden, daß sie weiter auf die edlere Traumwelt der geliebten Frau, die doch jener Welt zugehört, so zerstörerisch einwirkt. Denn das Banale, das bloß Nützliche, Nutzbare, bloß Gerechnete, das nur Funktionale hat immer den Vorteil unbeschränkter Gewalt. Ihm fehlen die Grenzen, die das feine Herz aber grundlegend bestimmen. 

Er, der edle Ritter, muß es deshalb in jeder Hinsicht und ohne Rücksicht auf sich befreien. George hat Dornröschen aus dem Dornengestrüpp herausgeschlagen. Aber die Dornen haben ihn tödlich verletzt. 

"Wozu?! Wozu?!" ruft die Mutter, als alles zu Ende geht, das Haus lichterloh brennt, sämtliche Söhne tot sind, und der finale Kampf mit dem Altscheriff bevorsteht. Denn hier kann nur einer überleben, der Kampf muß lauten Mann gegen Mann(-Frau). In dem aber alle ihr Leben verlieren werden, die der Welt der Frau nicht zugehören. Moses darf das Gelobte Land nie selbst betreten, es ist nicht für ihn.  

Kostner kann auf die Frage der Frau keine rationale Antwort geben. Es bleibt dem Zuschauer nur die Antwort, daß er alles seiner Frau zuliebe gemacht hat. Seine Vernunft hätte von Anfang an anders geredet. Aber ihm bleibt ein Trost, er gehört doch ihrer Welt zu. Und seine geliebte Frau zeigt ihm das, indem sie ihm in seinen letzten Atemzügen etwas ins Ohr flüstert. Woraufhin sein Gesicht entspannt wird. Sanft lächelnd stirbt er.

Zurück bleibt die Frau, ein junger Indianer, ebenfalls ein Zivilisationsflüchtling, der ihnen geholfen hat, das Kind und dessen Mutter, die Schwiegertochter. Die den Schritt in diese andere, Anti-Zivilisationswelt gesetzt hat als sie, vor die Wahl gestellt, den zuvor von George völlig entmachteten Zweitehemann verlassen (und damit dem Tod ausgeliefert) hat. 

Bis zum Schluß bleibt der Film klug und aus den Charakteren heraus spannend weil glaubwürdig. Und nur dann kann ein Drama spannend sein. Denn Glaubwürdigkeit ist kein Kriterium, das das Überraschende ausschließt. Ist nicht jedes Leben ein Drama genau deshalb ein Drama, weil es ständig mit dem Überraschenden konfrontiert wird, das doch so viel über das Leben in seinem Ringen um den ultimativen Traum als des Wandelns in den Hainen des Paradieses erzählt? 

Hatten deshalb nicht, um diese Betrachtungen endlich abzuschließen, die Indianer in ihrem Anspruch auf Traumhaftigkeit den Rechtsanspruch des Strebens nach Glück bereits zu einem Zeitpunkt in ihre Verfassung geschrieben, als noch kein einziger Puritaner seinen Fuß auf dieses neue Paradiesesland gesetzt hatte? Könnte es also sein, daß der Haß, mit dem sie verfolgt und getilgt wurden, dem Neid entsprungen ist? Haben die Puritaner des 18. Jahrhunderts also nicht nur die Verfassung der Indigenen übernommen? 

Und jetzt kommt's: Weiß der Leser, daß die amerikanische Verfassung von 1783 tatsächlich die Verfassung der Irokesen (die mit ihrem "Fünf-Stämme-Pakt" am Sprung zu einem Imperium waren!) als Ordnungsprinzip ÜBERNOMMEN hat? Daß die amerikanische Verfassung also den Traum der Indianer weitergeführt hat? Kann daraus aber dann, wie wir nun wissen, etwas anderes folgen als ... Chaos und Gewalt? Als die gebündelte Zerstörungsgewalt dem Vernunftsystem des Abendlandes gegenüber?

Hier nun der offizielle Trailer zu "Let him Go - Laß ihn gehen". Der Film ist natürlich auch in deutscher Synchronisation am Markt.


Morgen Teil 4) Exkurs zu den Quellen des Rechts


*280321*

Montag, 12. April 2021

Filmempfehlung (2)

Teil 2) Der Kampf des Matriarchats um das Recht endet in Gewalt.

Einem pensionierten Sheriff (gespielt von Kevin Kostner), George Blackledge, und dessen Frau Margaret, die zurückgezogen auf einer Farm im südlichen Minnesota leben, stirbt bei einem Sturz vom Pferd ihr einziger Sohn. Er läßt eine junge Frau sowie einen kleinen Sohn zurück. Der in seinen ersten Lebensjahren als "Großelternkind" aufwächst. Margaret läßt auch der leiblichen Mutter wenig Spielraum, und reißt die Herrschaft über das Kind an sich. Das zu "ihrem" wird, weil in ihm der tote Sohn weiterlebt.

Die junge Mutter ist damit alles anderes als glücklich, und heiratet wieder. Vielleicht auch, um die Gewalt über ihr Leben zurückzuholen, denn die Wahl ihres neuen Ehemannes ist offenbar überstürzt und nicht sehr glücklich. Da ist der Bub etwa fünf Jahre alt. Und vielleicht hat bei der Wahl des neuen Mannes auch die Stärke der Herkunftsfamilie eine Rolle gespielt. Denn natürlich macht der neue Mann von seinem Recht Gebrauch, ein eigenbestimmtes Leben aufzubauen. Damit gerät er erst recht in Konflikt mit Margaret. Und eines Tages ist er sogar samt Frau und Kind verschwunden, ohne zu hinterlassen, wohin die junge Familie gegangen ist. 

Die Großeltern - vor allem Margaret will es, einmal mehr fügt sich ihr Mann George - machen sich auf, und suchen nach ihrem Enkelkind. Sie finden die Familie auf der Ranch der Eltern des Mannes in Nord Dakota. Aber dort wird er von einem starken Familienganzen bestimmt, das wiederum fest in die sozialen Gefüge der Region eingebunden ist. 

QR Trailer "Let him go"

Auch der Sheriff des Ortes steht somit hinter der Familie, deren Integrität offenbar hoch geschätzt wird. Womit der Stiefvater, der solche Eingriffe in sein Leben nicht zulassen will - ob aus Gehorsam zur Mutter oder aus eigener Lebensvernunft kann aber offen bleiben - selbstverständlich auch das staatliche Rechtssystem auf seiner Seite hat. 

Dieses autoritär strukturierte, soziale Gefüge gibt das Kind ganz sicher nicht mehr frei. Die Familie wünscht nicht einmal engeren Kontakt mit den Großeltern. Denen (unausgesprochen, doch schwingt es mit: Margaret ist eine "Pferdeflüsterin", was sie am deutlichsten zur Indianerin macht) ein Geruch von Indianischem anhaftet. Das dort nicht unbedingt erwünscht ist. Nicht als Kulturerscheinung. Dabei sieht sich Margaret sogar als Atheistin. Aber auch das ist ein Widerspruch zu ihrer Herkunft und ihren tiefsten persönlichen Wurzeln.

Aber wie in einer Handlungsnebenlinie ausgesagt wird, werden in Nord Dakota Indianerkinder mit dem Schulalter ihren Herkunftsfamilien entrissen, und der Zivilisation zu- und ein-erzogen. Was jedoch bei den Kindern, sobald sie in der Adoleszenz wieder "in die Welt entlassen" werden, zur Identitäts- weil Ortslosigkeit führt. Sie gehören als Erwachsene keiner Welt mehr an. Nicht der der leiblichen Indianerkultur, schon gar nicht aber der westlichen Zivilisation, der sie angeblich durch ihre staatliche Erziehung assimiliert sind.

Dieser Konflikt wird im Film zwar nicht direkt angesprochen, kommt aber als Motivgrund der Figuren klar zum Ausdruck. Zudem meint Margaret, daß die Schwiegertochter (und ihr Enkel) nicht ganz freiwillig auf dem Hof des Mannes lebt. 

Als Kostner und seine Frau keine Anstalten machen, wieder einfach zu verschwinden, wird ihnen das überdeutlich zu erkennen gegeben. George wird, als er Margaret schützen will, sogar brutal verletzt. Eigentlich will er nun endlich aufgeben. Aber das würde ihn von Margaret trennen. Die nun erst recht ihr Enkelking "befreien" will. Und George tut ihr auch diesmal den Gefallen, ihren Willen umsetzen zu wollen.

Margaret, gespielt von Diane Lane, wird dabei so entzückend ins Bild gesetzt, daß man als Mann freilich schon versteht, warum man ihr als Ehemann und freiwillig letztlich jeden Wunsch erfüllen möchte. Auch wenn die - männliche, sachliche - Vernunft so gar nicht dafür spricht und man weiß, daß man es bereuen wird, weil das Wertesystem der Frau mit dem des offiziellen Rechts in Konflikt steht. Ihre Gewalt über den Mann, der ihr, nicht dem Gesetz folgt, ist aber vielleicht nicht weniger skrupellos wie die der "Gegner". Sie ist zwar nicht explizit, aber sie liegt im Infragestellen der Gemeinschaft, in der Wahl, die sie ihm läßt, ob er sie weiterhin besitzen, weiterhin mit ihr leben möchte - oder nicht. Denn sie, sie wird diesen neuen und eigenbestimmten, eigensinnigen Weg beschreiten.

Das gesamte Geschehen wird somit dominiert von Frauen, von zwei starken Frauen. Die beide im Grunde ihr System betreiben, und sich hier unversöhnlich gegenüberstehen. Als Welt des Gefühlten, A-Rationalen, wie es auch das Indianische repräsentiert, und Welt der vernunftgeprägten, oder sagen wir besser: rationalen Zivilisation, repräsentiert von der Herkunftsfamilie des Stiefvaters. Die von der Mutter (ausgezeichnet gespielt von Lesley Manville) bestimmt wird, die bereits Witwe ist. Formal. 

Aber beide Frauen sitzen nun nicht im Stuhl der Herrschaft im Hause, die eine explizit, die andere mit psychologischer Gewalt, um das System für den Mann (ob Vater oder in dessen Nachfolger, dem Sohn) bereitzuhalten, um dessen Willen aufrechtzuhalten, sondern um nach ihrem eigenen Willen zu herrschen. Was der Handlung eine bemerkenswerte psychologische Tiefe und Erhellungskraft gibt. 

Ohne Vater, sind die vier Söhne somit nur die verlängerten Arme der Mutter. Sie erfüllen nun deren Willen und werden von ihr beherrscht. In so einer Situation verknüpft sich das bei Söhnen - weil Männern das Streben nach Ort, der immer mit Hierarchie einhergeht, quasi initial eingeschrieben ist - mit der Nähe zur Mutter. 
Sie in concretum, sie als Faktum, und nicht ein transzendentales Gesetz der Ordnung ist die Quelle der Autorität. Wer ihrem Willen gefügiger ist, steigt nach oben. Wer ausbricht, ja wer nur hinterfragt, wird verstoßen. Na? Fällt der Groschen, werter Leser, betrachtet man die seelische Situation heutiger Generationen?

Morgen Teil 3) Der Traum von einem Leben im Traum


*280321*