Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Sonntag, 4. September 2016
Als Welt und Natur eins war
Freitag, 15. Juli 2016
Rache heißt - Schuldannahme der Täter
Weitere 12 Mio. Deutsche wurden nach den Siegesplänen der Alliierten aus dem europäisch- deutschen Osten vertrieben. Die Greuel an den seit Jahrhunderten im östlichen Europa angesiedelten, diese Länder maßgeblich aufgebaut habenden Menschen sind kaum zu beschreiben.* Der Film reißt das Thema an, und das reicht schon. Denn es gibt viel Härteres, das aber dem VdZ unerträglich zu sehen ist. Es sind Höllenvisionen. Davon genügt eine Ahnung. Die eigene Familiengeschichte reicht ohnehin. Der Plan war konkret, und er war unverhohlen, und er war wohl schon vor 1939 gefaßt: Die Auslöschung eines Volkes und einer Kultur.
Sonntag, 17. Januar 2016
Nicht alle Staaten haben sich aufgegeben
| Preisliste Bustour nach Ö/D - Bild aus Makedonien |
Denn diesem Umstand hat man bis heute nicht nur nichts entgegengesetzt, sondern wird fast offiziell-staatlich die "Balkanroute" so organisiert, daß "der Witterung Rechnung getragen" wird - es gibt glaubwürdige Berichte, daß etwa die Caritas (die Versorgungsstationen eingerichtet hat, sowie Tips für eine gelingende Asylbeantragung gibt) in Zusammenarbeit mit Flüchtlingshilfeorganisationen und Busunternehmern regelrechte Transitrouten eingerichtet hat. Man muß nicht einmal mehr "einwandern", sondern kann "einfahren". Während die UNO sowieso eine eigene Art beweist, mit dem Problem unzugehen. Das ist also die Art, wie man heute international "gemeinsam Probleme löst".
²Die kolportieren Äußerungen von Frau Merkel, daß sie von den jüngsten Ereignissen in deutschen Städten "betroffen sei" und "alle Härte des Rechtsstaatees verspreche", so kann man das nicht mehr anders sehen denn als Ausweis eines nun abgeschlossenen Realitätsverlusts. Will man es nicht als dreist (weil es die Bevölkerung für dumm erklärt, und zwar genau jene Bevölkerung, die fast schon mehr gewußt als geahnt hat, daß es zu solchen Konflikten kommen würde) und sogar politisch dumm qualifizieren. Was es in Wirklichkeit aber wohl ist.
***So ganz nebenbei sei es erwähnt: Ungarn hat 2015 mehr Asylwerber aufgenommen, als Österreich. Nur wollen die meist nicht hier bleiben. Denn Ungarn entspricht so gar nicht dem amazon-zalando-GeldfüralleausdemBankomaten-Rausch, in den sich so viele medial gesoffen haben. Da will (immer noch, trotz permanenter Verwestlichungsattacken) ernsthaft ein Volk leben. Und hier habe noch nicht alle vergessen, daß ein Volk nur aus der Poesie leben kann.
Dienstag, 28. Oktober 2014
Möge doch Gott endlich ... Oder: Beispiel Tschechei.
Welcher Narr hat das festgelegt? Pardon. Da sind ja nur noch Narren am Werk. Mögen sie mit Milde beurteilt werden.
Aber das kommt ja der Feigsüchtelei der Gegenwart nur entgegen. Die in Verbeamtung vollgefressenen Kleriker wagen es ohnehin schon seit ´zwei Jahrhunderten nicht mehr, auch nur irgendetwas an Proprium herauszustreichen, ja versuchen mit allen Mitteln solche Grundtatsachen zu vertuschen. Nur ja nicht gegen den Wind prunzen, das könnte mit gelber Hose ausgehen.
Der Pastoral, ja der Liebe - die hier auch mal keine Wahrheit braucht, wozu auch, Gefühl reicht - wegen. Offiziell. In Wahrheit würden all die Milch- und Butterbübis ihre Pfründe verlieren, auch kirchenintern - bitte, dem jetzigen Papst wird sogar Friedensnobelpreis-Qualität nachgesagt, was disqualifiziert heute mehr für dieses Amt!? Was ist da zu erwarten?
Bis auf ganz ganz ganz wenige Ausnahmen, deren Karrierechancen diese damit ohnehin durch den Schornstein jagen. Die jene Wahrheit zu vertreten wagen, die die Katholische Kirche eigentlich vertritt. Die nicht herumreden wie der Schorschl um den heißen Brei, um nur ja verträglich zu bleiben. Schmerzvermeidung, wußten Sie das nicht, verehrter Leser, ist doch das Grundprinzip der Kulturvernichtung? Dafür ist es demokratisch, oder so.
Bis dorthin wird auch die Politik natürlich so weichgeklopft sein, daß sie angesichts des Desasters, das sie seit Jahrzehnten anrichtet, zwar umso mehr von Religion faseln wird, die doch der Mensch braucht. Weil aber sonst niemand mehr blöd genug ist, Moral und Steuern zu leisten, um die letzten Reste des einstigen Staates noch aufrecht zu halten. Und darauf werden sie bald noch kommen, wie nützlich für diese Fälle die Kirche ist. Das hat sogar die ÖVP geschnallt, deren vormaliger Hochschulminister deklarierter Heide war, der das Christentum auf "archetypische Topoi" reduzierte. Aber für solche Posten reicht es ja schon lange, "gebildet" daherzureden, um dennoch goldene Georgskreuze am weißgelben Vatikanbandel aus heiligen Bischofshänden umgehängt zu bekommen.
Dabei braucht es nicht den Hinweis darauf, daß seit zehn, zwanzig Jahren jedes zweite in Wien geborene Kind muslimisch ist. Oder längst ein Fünftel der Bevölkerung der Alpenrepublik zumindest islamaffin ist, Tendenz rapide steigend, während der Anteil der Katholiken gerade noch drei Fünftel beträgt, Tendenz rapide fallend. Da wird der Hinweis auf Demokratie zur gefährlichen Drohung der - verfassungsgemäßen! - Gleichberechtigung. Angesichts eines katholischen Bevölkerungsanteils, der betrachtet an die Kirchenbesuchsstatistiken gegen 5 (!) Prozent geht, wobei zur Gewinnung realistischer Ansichten über den Zustand der Kirche ein Gespräch mit einer realistischen schlichten Pfarrsekretärin die wahren Fenster öffnen würde.
Nur, das ist ja kaum zu befürchten. Denn wo gibt es angesichts des Ideologisierungsgrads katholischen Bodenpersonals noch realistische Pfarrsekretärinnen bzw. Kirchenbedienstete? Aber dort würde man Dinge über den Rand des Katholizismus als Gesellschaftsfaktor hören, die jede ohnehin schon desaströse Statistik in Grund und Boden stampfen würde.
Da kommt es also auf solche Gesetze auch nicht mehr an. Ist ja eh schon alles wurscht? Nein. Die Kirche als Physis erlebt ihr Urteil. So schaut's aus. Und sie wünscht endlich ihre Verurteilung. Und tut alles, um sie herbeizuführen, bzw. die Herbeiführung zuzulassen. Was wünscht der Mensche mehr als Gerechtigkeit?
Donnerstag, 2. Oktober 2014
Europa muß sich schaffen (3)
Zwischenruf, klein, leise, so nebenbei: Gibt es ihn also doch, den "Raum an sich"? Ah wa, natürlich nicht. Nicht in diesem bildlichen Zusammenhang. Denn es sind die Dinge, die Raum in sich, mit sich, durch sich bedingen, und in dieser Hinsicht "schaffen". Als Anschauungsform von Beziehungen. Wenn hier also von Anforderungen des Raumes die Rede ist, so nur in dieser Hinsicht, als Dinge Raum schaffen, als sie in ihrer Selbstwerdung (als aktverstandene Identitätssuche zwischen dem Realen und ihrer Idee) somit "schaffen" (als "bedingen".)
Die Dimension des Staates - als größte Weite der Person, damit selbst als (analoge) Person - ist dabei keine verzichtbare Zutat. Sie ist jene Errungenschaft, die es möglich macht, den Menschen noch mehr zu sich selbst zu führen. Denn Annäherung ist eine Frage des Abstands - in der Selbstwerdung. Einen "Europäer" aber gibt es nicht. Umgekehrt würden die Menschen kulturell zurückfallen (und was gefährlich ist: sie wissen es nicht, niemand scheint es mehr zu wissen), wenn sich Europa in "Völker" auflöst. Der Spruch de Gaulles - "Europa als Heimat der Völker" - wurde immer mißbräuchlich verwendet. Er sagte wörtlich "STAATSvölker". Was nämlich ist ein Volk? Auch die 20.000 Lavanttaler? Oder erst die 5 Millionen Schotten? Oder 10 Millionen Westukrainer (selbst wieder ein buntes Konglomerat an Völkern)?
Stufen in der Ordnung der Menschen aber können nie übersprungen werden. Was immer einander als Nachbar grüßt, ist gemeinsam nur auf einer nächsten Ebene. Jeder organische, ja jeder chemische Prozeß zeigt das deutlich, und verweist damit (analogisch) auf das Wesen der Welt. Nur so kann ein gemeinsames Europa entstehen, das seine geopolitische Dimension wahrnimmt, zum Wohle aller seiner Völker und Staaten.
Die Aufgabe der EU kann nicht darin liegen, Wärmedämmverordnungen oder Olivenölkännchen oder Antirassismusdoktrinen oder Abtreibungsverordnungen durchzudrücken. Sie kann auch nicht darin liegen, die Einzelstaaten aufzulösen. Darin übernimmt sie sich heillos und unweigerlich, heir ist bereits unendlich viel schiefgelaufen. Sie liegt subsidiär in der Diskussion ("Parla"ment) und Verwirklichung großer politischer Themen, die die Dimension und Verwirklichungsmöglichkeit und Regelbarkeit durch Einzelstaaten eben übersteigen. Die alle Einzelsubjekte aber - Staaten - in größere Rahmen führen, um so sich selbst besser - und zwar zum Geist hin - in ihrer Eigenart, weil nun gerade eingebettet in einem großen Konzert der Ordnung, entfalten zu können.
Mittwoch, 1. Oktober 2014
Europa muß sich schaffen (2)
Zwei Richtungen müßte also die europäische Politik einschlagen: Auf höherer Ebene den Zusammenschluß mit Rußland suchen, das für Europa eine ideale Ergänzung wäre. Denn es ist keineswegs Zufall, und sehr metaphorisch aufzufassen, daß Rußland jene Rohstoffe und Energien liefert (weil hat), die Europa genau und existentiell fehlen. Die Vorteile, die so ein Bündnis in so vielen Hinsichten hätte, intern wie in einer sich neu formierenden globalen politischen Welt, wären gar nicht aufzuzählen, so zahlreich. Gleichzeitig müßte das Machtgebilde "unter" der EU durch die Schaffung etwa gleichstarker "Reiche" in Gleichgewichte ausgependelt werden. Dies erst würde den vielen Kleinstaaten wirklich nützen, so erst könnte man davon ausgehen, daß auch ihre Interessen genügend im Großkonzert berücksichtigt würden. Vielleicht sogar tatsächlich durch Einbindung der Türkei im Rahmen eines Mittelmeerkonzepts. Damit wäre auch die Position der EU in der Levante, in der Europa einfach viele Interessen hat, warum sollte man das nicht offen sagen, völlig anders, und vor allem: klarer und stärker.
Im aktuellen Fall der Ukraine, die in den Augen des VdZ zerbrechen wird, in einen (vermutlich sogar Kiew noch einschließenden) Rußlandteil, und in einen westlichen Teil, wäre eine Einbindung dieses westlichen Teiles in eine - sagen wir es ruhig - Donauraummonarchie nicht nur die einzige realistische Dauerlösung (denn eine NATO-EU-Einbindung würde das Problem mit den völlig berechtigten Bedürfnissen Rußlands angesichts des Ungleichgewichts der Kräfte nicht nur nicht beheben, sondern in Permanenz aufrechthalten), sondern auch für das Land und seine Kultur im Ringen um Selbststand, und das heißt eben auch: Abgrenzung zum Ostslawischen, der einzige Weg.
Es ist auch für die EU der einzige Weg, behauptet der VdZ. Sie kann nicht zu einem globalen Player weiterschreiten, das zeigt sich immer deutlicher, will sie nicht zu einem Appendix der USA werden. Sie wird aber die politische Einigung des Kontinents nicht schaffen, aus verschiedensten Gründen, und setzt heute - wie in einem Geburtsschaden - im Grunde ungeordnet intern auf vielfach falschen Ebenen an.
Aber selbst Rußland bräuchte dieses Europa, und der VdZ ist gewiß, daß gerade Putin das am besten weiß. Denn ein Pakt mit China ist widernatürlich und für Rußland auf lange Sicht sogar gefährlich. Man betrachte nur die Gestalten - hier ein dünn besiedeltes, riesiges Sibirien, dort ein mit Menschen vollgestopftes China. Räume fordern! China wird Rußland erdrücken. Doch läßt man Moskau derzeit keine Wahl. Und man stärkt damit ... China. Die derzeitige Strategie (soferne man davon überhaupt noch sprechen kann) ist also auch aus Sicht der USA (deren Raum wohl wirklich nur in Amerika liegt, Monroe wußte das) seltsam kontraproduktiv, ja sie hat sich selbst in eine Sackgasse manövriert, wo der nächste Schritt nur noch ein Retourgang sein kann, wie es sich doch seit Jahrzehnten zeigt. Und ist die Situation am Golf, wo der arabische Raum eine Positionierung in der globalen Lage zu schaffen sucht, etwas anderes?
Es schmerzt zu sehen, daß die Haltung der EU Rußland gegenüber so klare Züge haßerfüllten Zynismus' trägt. Eines Zynismus, der einem Charakter entspringt, der in seiner eigenen Verzweiflung lieber alles in den Abgrund reißt, als Scheitern einzugestehen, und sich neu zu orientieren. Selbstverständlich - die Rede ist vom nie übers Kleinkind hinausgekommenen Sprößling Europas, die Rede ist von den USA.
"West-Europa" hingegen, ungeeingt, uneinbar, außer mit Gewalt, denkt (schöpferisch) offensichtlich derzeit zumindest nicht in adäquatem Maßstab, bleibt unter seinen Möglichkeiten. Und weil es nach unten - in den Abgrund technischer Starre - blickt, wählt und schafft es seine eigene Zukunft nicht.
Dienstag, 30. September 2014
Europa muß sich schaffen (1)
Für diesen Teil Europas würde sich dann neben einer Donauraummonarchie (oder, meinetwegen, -republik) ein Raum Baltikum-Skandinavien-Polen, oder - immerhin ist Polen auf dem besten Weg zu einer europäischen Mittelmacht - nur Baltikum-Skandinavien, neben Polen. Vielleicht wäre das sogar ein Ausweg für Weißrußland, das sich in seiner Angewiesenheit an Rußland, folgt man den Einschätzungen von Peter Scholl-Latour, so gar nicht wohlfühlt. Aber dann stünde Rußland auch nicht mehr die NATO an der Grenze gegenüber, sondern ein etwa gleichrangiger Partner, den man nicht fürchten müßte, weil er sich nicht fürchtet, sodaß ein Neben- und Miteinander in ruhiger Vernunft möglich wird.
Darf man träumen? Darf man sich vorstellen, wie alle diese kleinen Länder ihre Spezialisierungen, die auch mit ihren begrenzten und spezifischen geographischen Räumen zu tun hat, in einem größeren Organismus - als Organe - nicht nur beibehalten, sondern zur wahren Stärke entwickeln könnten? Dann muß Ungarn nicht zwanghaft versuchen, ausländische Industrie ins Land zu holen, die Tschechei Lebensmittelachsen aufbauen, Österreich könnte endlich das einzige was es kann, verwalten, müßte nicht seine kleinstrukturierte Wirtschaft ersatzlos auflösen, Slowenien und Kroatien könnten die Seeanbindung bedeuten, die Westukraine (die eine Nähe zu Polen bzw. einem baltisch-polnisch-ukrainischen Gebilde aus historischen Gründen nicht akzeptieren wird) die Kornkammer sein, usw. usf. In einem Dreieck Alpen - Karpaten - Balkan.
Das hat auch die EU versprochen? Ja, aber es ist nicht eingetreten. Denn es gibt Adäquanzen auch und nicht zuletzt in der Größe. Das ist in der freien Natur nicht anders. Es ist auch ein Gesetz menschlicher Kultur, die sich im Staat ihre größte politische Gestalt gefunden hat, die freilich im überstaatlichen Rahmen der Reichsidee bedarf. (Was ist eine UN denn anderes als ein Reichstag?)
Man nehme nur Österreich, das mit dem EU-Beitritt alles, was seine Stärken waren, mit dem man auch die Menschen bei der Abstimmung lockte, ins Nichts aufgelöst bekam. Heute ist das Land so sehr wie noch nie ein lächerlicher Appendix deutscher Politik, und seine Souveränität ist bis zur Unerträglichkeit aufgelöst.
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Seher des Wirklichen
Technokraten, Bürokraten. Menschen, deren Grundstrukturen der Persönlichkeit nie an der wirklichen Wirklichkeit geformt wurden, die als mittlerweile überwältigende Gesellschaftsschicht, die an Wirklichkeitsverlust leidet, ganze Generationen bereits gelehrt hat, daß das was ihnen zustößt nichts mit ihrem Handeln zu tun hat. Daß es eine Separatwirklichkeit gibt, in der sie wie in einem Kunstland ihr Leben verbringen können.
Solche Menschen haben auch Angst, zu handeln. Solche Menschen haben auch Angst vor jeder möglichen Reaktion, die sie sich heftig ausmalen. Weil sie keine Ahnung haben, wie Menschen und Wirklichkeiten wirklich sind. Alltag in Kirche, Politik, staatsabhängigen Wirtschaftssektoren, im Bildungs- und Kunstsektor. Solche Menschen sind unfähig zu handeln. Aber sie sind Meister der Rechtfertigung.
Und sie sind Meister der "späten Einsichten". Beobachtbar etwa an jenen, die heute in den Ruhestand treten, und auf einmal beginnen, "Politik" zu betreiben, die so ganz anders ist als jene, die sie früher betrieben haben, als sie nur versuchten, ihre Schäflein aufs Trockene zu bringen. Die jene Feiglinge und Systemmitschwimmer waren, die das eingebrockt, in erster Linie zugelassen haben, durch Nichthandeln, Wirklichkeitsangst und Kriechertum, worüber sie sich heute in ihren netten Alterssitzen bei edlem Rotwein und Schmankerln aus handverlesenen Bauernbetrieben beschweren. Menschen, die der Welt auch noch das Letzte abbetrügen wollen, um ihr Leben noch ins Trockene zu bringen, so lange das noch geht und dabei nur fortsetzen, was sie je betrieben haben: Ihre Vorteile zu wahren. Um ihre Rente, oder ihre Renditen für Anlagen zu sichern. Die ihnen jene erarbeiten sollen, die sie zuvor im Stich gelassen haben, als sie ihnen noch gleichgültig sein konnten. Eine Generation, die tatsächlich meint, etwas aufgebaut zu haben.
Ja, Traumschlösser. Die sie nie bezahlt haben.
Montag, 26. August 2013
Schluß mit der Narretei
Ein Tip: Sorgen Sie dafür, daß bei solcher Reise kein Vorschlaghammer, keine Motorsäge und schon gar keine Schrotflinte erreichbar sind. Dafür viel Literatur über Kreuz. Und danken Sie für den Erkenntnisgewinn, hier die Auswüchse des Verhaltens jener zu sehen, die ihr "investiertes" Geld nie verdient, nie im Eigentum hatten, sondern in der Sozialstaats-Umverteilungslotterie gewonnen haben, es deshalb umso zeitgeistig "moralischer" loswerden wollten, um sich zu entschulden. Pekunäre Schadloshaltungen durch Haftungsbeschlüsse wird ohnehin die Zukunft bringen. Das wird der nächste Schritt. Beobachten wir die Tschechei. Die ist schon lange Vorreiter in manchem.
Dienstag, 15. Januar 2013
Europäische Wünsche (2)
Montag, 14. Januar 2013
Europäische Wünsche (1)
Ja, die die Politik auch der Gegenwart kennzeichnet, weil die sich gegen diesen Druck, der von "innen heraus" kommt, zur Wehr setzt, und damit erst recht nachgibt weil getrieben ist. So hat sich selbst der deutsche "Helferkomplex" (aus Wiedergutmachungsmentalität heraus) ins Gegenteil pervertiert. So wurde deutsche Finanzhilfe, die die anderen stärken sollte, zum Gegenteil: noch nie war Deutschland so mächtig! Und noch nie war es so getrieben.
Dienstag, 4. Dezember 2012
Blind für die Realität
| Vaclav Klaus |
Freitag, 12. Oktober 2012
Nur Not bringt Reformen
Freitag, 14. September 2012
Priestergehälter
Religionsgemeinschaften zu enteignen hat ja lange Tradition in der Geschichte, nicht nur in Europa, wenn es auch immer kräftige Mithilfe dieser selbst brauchte. So war dieser Punkt einer der wesentlichsten Treibsätze der Reformation, die deshalb von den Fürsten tatkräftigst unterstützt wurde, weil sie ihren wichtigsten Gegenspieler ausschalten konnten. Denn immer schon fühlten sich die Menschen ihrer Religion mehr verpflichtet, als dem Staat. Das änderte sich bekanntermaßen.
Dabei war Selbsterhaltung - und politisches Interesse - der einzige Grund, warum ursprünglich die Kaiser und Könige und Fürsten die Kirche mehr oder weniger großzügig mit Gütern ausstatteten, im Lehen, aber auch zum Eigentum. Gerade im Aufbau Europas seit Karl dem Großen war die Kirche die einzige Institution, die in der Lage war und das Wissen besaß, die Brachen und unzugängigen Wälder in blühende Landschaften zu verwandeln. (Herrenloses Land gehörte ja per se dem obersten Fürsten.) Schulen, Sozialeinrichtungen, Organisation (v. a. der Landwirtschaft, eben durch Lehen, und es ging den Bauern unvergleichlich besser unter kirchlicher Herrschaft, als unter der von weltlichen Herren!), sittliche Formung, und natürlich der Faktor Arbeitskraft - alles ging ganz oder teilweise von der Kirche aus. Direkte Besoldung von Priestern gab es zwar auch, aber praktisch nur in Einzel- oder Spezialfällen, und sie war meist mit Einflußnahme auf die Seelsorge verbunden.
Fürsten zu etablieren barg hingegen viele Risken, so unvermeidlich es auch war. Aber sehr oft erwuchsen den obersten Herren damit unangenehme Konkurrenten oder nicht zu bändigende Partialkräfte. Gleichzeitig behielt man oft beträchtlichen Einfluß auf die Organisation der Religion der Menschen selbst, was immer ein Spannungsfeld zur Kirche hin blieb. Im Bedarfsfall war es (bei klugem Taktieren) dennoch relativ leicht, im Zuge des steigenden Landbedarfs - durch zunehmende Bevölkerung, politische Notwendigkeiten, oder als Maßnahme der Bindung durch Lehensvergabe - die Kirche wieder zurückzudrängen. Was in dem Maß leichter wurde, als (und soweit) die Religiosität der Menschen selbst sich abschwächte, ja Religion als Störfaktor für die Eigeninteressen gesehen wurde.
Nachsatz: Natürlich weiß der Verfasser dieser Zeilen, daß damit das Kapitel "Kirchenfinanzierung" noch keineswegs erschöpfend bgehandelt ist. Und natürlich weiß er, daß ein beträchtlicher Teil dieser Finanzierung über öffentliche Dienstleistungen geschieht - Schulen, Krankenhäuser, Altenheime, viele Dienste der Caritas etc. Aber das ist ja bereits eher ein Teil dieses "Auf sich Stellens", der Verdacht besteht lediglich, daß (sieht man von Klöstern ab, in denen das Armutsgelübde der Mönche einen anderen Umgang des Klosters selbst mit diesen Abgeltungen mit sich bringt) das geschilderte Verbeamtungsproblem an der Handhabung der Kirche selbst liegt. Der Verfasser dieser Zeilen weiß aus eigener Anschauung, zu welch erstaunlicher Höhe sich Gehälter einzelner Priester summieren können, die solcherart "mehreren Herren" dienen.
Samstag, 26. November 2011
Schwere Versäumnisse - II
So hätte zielgerichtete Außenpolitik aussehen müssen, und so müßte sie aussehen. Solange das nicht erkannt wird, wird es alle diese kleinen Staaten in der Spannung zwischen übermächtigem Zentralraum - EU, Weltgemeinschaft - und volkeigenen, "nationalen" Bedürfnissen zerreißen. Denn die Aufgaben sind so nicht lösbar, jeder Staat für sich gestellt stößt immer wieder auf eigentlich unlösbare Schwierigkeiten, weil die Probleme, die er ausgelöst hat, immer die falschen Ebenen betreffen. Ebenen, für die im Lande keine Strukturen da sind, nie waren wie nie sein werden.
Diese Staaten sind auch heute was sie sind, weil sie einen gewissen Weg gegangen sind, den man nicht einfach vergessen, auslöschen kann. Alle diese Länder sind in solchen übergroßen Strukturen aber ständig an den Rand des Abgrunds gedrängt, wo ihnen nur als Lösung bleibt: Überleben, aber totale Unterwerfung.
Zum Gegenbeweis kann die alle diese Länder gleichermaßen betreffende Problematik der jeweiligen Außenpolitik hergenommen werden, wo nur die Tschechei einen "Ausweg" insofern gesucht und gefunden hat, der übrigens historisch fast traditionell ist: durch eine starke Anlehnung an die USA hat dieses Land eine kleine Hintertür der starken zentraleuropäischen, aber damit vor allem deutschen Vorherrschaft geschaffen. An den Wirtschaftszahlen aber läßt sich deutlich absehen, daß eben dieser geographische Raum zu einem Hinterhof Deutschlands heruntergekommen ist. Auch das ist historisch absolut nicht einmalig, sondern nachvollziehbar gewachsen bzw. verursacht. Passiert nichts, wird der Konflikt sich erneut auf dasselbe alte und ungelöste Thema zuspitzen: Deutschland gegen England und Frankreich! Beide Länder können sich seit Jahrhunderten nicht mehr anders helfen, als Europa zu schwächen, um selbst zu überleben, angesichts eines unvermeidlich übermächtigen Deutschland.
Christoph Steding hat es in seiner Studie "Das Reich und die Krankheit der europäischen Kultur" 1937 überzeugend nachgewiesen (wenn auch mit anderen Schlußfolgerungen beendet): Europa pendelt seit vielen Jahrhunderten zwischen dieser Logik, wonach ein starkes Deutschland ein schwaches Westeuropa, und umgekehrt, bewirkt.*
Dafür gibt es nur einen Ausweg, und er ist historisch-politisch so logisch, daß alle Probleme, die diese Länder haben, damit weitgehend erklärbar sind, ob wirtschaftlich, ob kulturell, ob innenpolitisch wie außenpolitisch (so sehr diese beiden Bereiche nämlich zusammenhängen): wenn jeder dieser Staaten begönne, sich erst einmal um die regionalen, zentraleuropäischen Aufgaben und Nachbarn zu kümmern, um so die notwendige und richtige Symbiotik, Verwachsenheit im Nahraum zu erreichen. Um dann die nächsten Schritte anzugehen.
Daß die EU selbst sich in Hinblick auf diese Logik, die ja mehr Staaten und Räume betrifft (man denke da nur an das Baltikum mit Polen und Weißrußland, mit assozieerten Räumen in der Ukraine und in Rußland selbst; man denke an den Balkan, Räume, die allesamt ähnlich gelagerte Probleme haben, die Pleite Griechenlands hat ihre Wurzeln GENAU DORT: im inadäquaten Anspruchspartner), zwar neu adaptieren müßte, zugleich aber in einer Strukturreform weit besser aufgestellt wäre, als sie es derzeit ist, würde ihr en passent einen weiteren Vorteil verschaffen: sie hätte endlich jene Hände (weil den Rücken) frei, der sie die Aufgabe erfüllen ließe, zu der sie einzig - ich betone: einzig! - sinnvoll (und da wäre sie es wirklich) ist: um Europa im weltweiten Konzert seine angestammte und gleichfalls historisch gewachsene Rolle spielen zu lassen.
Denn die Welt leidet am selben Syndrom: es fehlt ihr jede Struktur, weil ihr jener Kopf, der ihr alle diese Ideen gab, die heute ihren Geist bestimmen, aber zu reinen Logizismen verkommen, weil ihr der Repräsentant abhanden gekommen ist. Man denke nur an Afrika! Ideen aber, Geist, lebt nur personal, persönlich, nicht als mathematische Formel und Funktion.
*Mit einer interessanten historischen Tatsache: daß es immer der schweizer-allemannische Raum war - Baseler Raum, Elsaß, Rheingebiet - der die Stärke Deutschlands von innen her bestimmte, oder aushebelte. In gewisser Hinsicht könnte man die Habsburger (Freiburg!) als Bestätigung dieser These betrachten: die Wahl Rudolfs von Habsburg zum deutschen König und Kaiser des Römischen Reichs 1278 erfolgte ... um einen starken zentraleuropäischen Raum zu vermeiden, der sich in Ottokar von Böhmen längst zu bilden angeschickt hatte, der in Wahrheit jene Mission verfolgte, die ihm die Habsburger dann aus der Hand nahmen, UND um ein starkes Deutschland zu verhindern.
Freitag, 25. November 2011
Schwere Versäumnisse - I
Zerschlagen in lauter Kleinstaaten, steht diesen Kleinstaaten nur eine große, übermächtige EU-Ebene gegenüber, und jeder dieser Staaten muß sich politisch nach der Pfeife Brüssels richten, das völlig logisch zu einer Hierarchie wird, an deren Spitze Deutschland steht, auch wenn Frankreich noch so tut, als könne und wolle es mithalten. Damit bauen sich in Europa dieselben Spannungen auf, die bereits im 19. Jahrhundert jene Pulversituation bewirkt haben, an der das Faß ab 1914 bis 1945 auseinanderflog - die Situation eines harmonischen Kräftespiels am Kontinent.
Es geht gar nicht um eine Wiedererrichtung der Monarchie, auch wenn diese als Konzept für alle betroffenen Staaten politisch das einzig Vernünftige wäre - aber reden wir von Österreich, Tschechei, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, und reden wir von "assoziierten Gebieten", wie der Westukraine und Siebenbürgen, denn als Ganzes wären diese Länder (die Ukraine wäre zu groß, zu inhomogen, Rumänien und Bulgarien wären allerdings überlegenswerte Kandidaten in einem späteren Stadium) und natürlich ... Südtirol und den Triestiner Raum. Hier ist ein historisch und kulturell homogener Lebensraum, in dem seine momentane kulturelle Gestalt historisch so gewachsen ist, daß er auf ein Ganzes hinzielt, bzw. aus diesem herauswuchs.
Das hätte auch anders kommen können, gewiß, aber es ist so gekommen, und in dieser Konstellation ist dieser Raum gewachsen, mit einer wirklich eigenen Kultur, mit ganz realen wirtschaftlichen und persönlichen Symbiosen: unsere momentanen Strukturen sind, ob wir das wollen oder nicht, aufeinander zu gewachsen und NUR miteinander das, geworden, was sie heute sind. Es ist deshalb regelrecht sinnlos so zu tun, als könnte sich für jeden dieser Staaten ein eigenes Profil, ein eigenes Szenario des Weiterlebens entwickeln. Alles das sind Notlösungen, und sie entsprechen nicht den wirklichen Gegebenheiten und Bedürfnissen.
Otto v. Habsburg hat deshalb immer wieder sehr richtig von einer "historischen Mission" Österreichs gesprochen, und er hat genau das damit angesprochen. Diese Rolle hätte Österreich ausfüllen müssen, sie hätte uns Identität gegeben, und es wird uns auch keine andere Rolle Identität geben, so sehr wir uns auch bemühen, "selber" zu einer solche zu kommen - Identität hat mit Außenbeziehungen zu tun. Wenn wir aber dieses "für andere" umlügen wollen, umdeuten wollen, weil uns die wirkliche Baustelle zu mühsam ist, die auch wir mit angerichtet haben - es bedürfte da durchaus einer Aufarbeiten der historischen Schuld der Habsburger, denen Familienpolitik oft genug mehr wert war als Staatspolitik -
Natürlich hat es diese außenpolitischen Ansätze immer gegeben, ich erinnere an Erhard Busek, der gleichfalls immer von diesem zentralen europäischen Raum sprach, und der damit der letzte relevante Politiker Österreichs war, der dies thematisierte. (Wobei Busek sogar - allerdings in unbedeutenden Funktionen - an solchen Assoziationskörperschaften arbeitet, so sehr Busek selbst fragwürdige Gestalt ist.)
Dann, aus diesem geeinten Zentralraum heraus, wo mit Augenmaß und im Nahverhältnis alle jene Probleme gelöst werden können, die nur in jeweils stufenweise sich erweiternden Nahkreisen gelöst werden können, dann erst kann der nächste Schritt getan werden, der Zusammenschluß mit dem nächst weiteren Kreis, und damit erst sind wir bei der EU angelangt. Und aus dieser heraus erst kann es in Weltverbände gehen.
Freitag, 11. Februar 2011
Der Vorteil im Nachteil
Schrott, wie viele deutsche Unternehmer befanden - die nun "gezwungen" waren, mit Maschinen eine Produktion aufzubauen, die neuesten technischen Errungenschaften entsprach. Das Wirtschaftswunder war auch hier bereits grundgelegt. Schlauer ging die UdSSR im besetzten Ostteil vor - sie schien erst ein rasches Funktionieren der bestehenden Betriebe sehr zu wünschen, weshalb sich die dortigen Unternehmer sehr um den Wiederaufbau ihrer Unternehmen bekümmerten, um sie DANN, in den 1950er Jahren, abzubauen ...
Und für viele war das westdeutsche Wirtschaftswunder die Groteske der Erfüllung eines Versprechens, dessentwegen sie 1933 wieder an Deutschland geglaubt hatten. Mit kleinbürgerlicher, biedermeierhaft idyllischer Sicherheit und Wohlstand für alle.
Der Staat der Kleinbürger war endgültig durchgesetzt.
Montag, 25. Oktober 2010
Zu wenige echte Probleme
Ängstigt Sie der Vormarsch der Rechten in Europa?
SCHWARZENBERG: Ich würde eine Partei wie die Freiheitlichen nie als rechts bezeichnen. Nie. Weil rechts basiert für mich auf dem Gedanken des Rechtes. Und das Recht muß die Grundlage jeder konservativen Partei sein. Von Recht ist bei denen da aber nicht die geringste Spur.
Was sagen Sie zur Selbstauslöschung der ÖVP in Wien?
SCHWARZENBERG: Das tut weh. [...] Aber den Busek, den hat man ja rausexpediert. Dabei wollte der noch was, hatte ungewöhnliche Ideen, eine Vision.
In ganz Europa brechen die Volksparteien ein, die Ränder drückt es nach oben. Warum?
SCHWARZENBERG: [...] Das sind in Wahrheit alles nur mehr Apparate, die sich selbst verwalten und reproduzieren. Von tragenden Gedanken findet sich da keine Spur mehr. Ab dem Moment, wo eine Partei keine Idee mehr verkörpert, verliert sie aber an Attraktion.
[...] Die Grünen sind ja nur ein Mosaikstein. Man hat das Gefühl, Österreich bewegt sich politisch im Kreis. Teilen Sie den Befund?
SCHWARZENBERG. [...] Das Problem ist, daß wir uns immer mehr mit uns selber beschäftigen. Politik verkommt zur reinen Innenpolitik. Und das ist entsetzlich. Wir sind Betrachter des eigenen Nabels geworden.
Andere Länder, Großbritannien etwa, bringen sehr wohl die Kraft auf, sich neu zu erfinden. Warum schafft Österreich das nicht?
SCHWARZENBERG: {...] Wenn es einem zu gut geht, dann wird man faul. Das ist mir ja auch passiert.
Heißt das, dem Land geht es zu gut, als daß es den Antrieb hätte, sich noch einmal zu erneuern?
SCHWARZENBERG: Ja, nur nix ändern, nur nix ändern. Wo sonst auf der Welt gibt es Autobahnraststätten, die einer Mischung aus kitschigem Schubertfilm und dem "Rosenkavalier“ entsprungen sein könnten? Österreich verkitscht sich selbst.

