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Montag, 30. April 2018

Deshalb können wir ganz ruhig bleiben

Dieser Bericht von den Seiten von William M. Briggs enthält mehr Aussage, als auf den ersten Blick erscheinen mag. Worum geht es? Da hatte der australische Rugby-Star (und Gott weiß, welchen Stellenwert Rugby in Australien hat!) Israel Folau ein Interview gegeben. Darin er gefragt wurde, was er denn glaube, worin Gottes Plan für Homosexuelle liege. Folau, der sich als "überzeugten Christen" sieht, was immer das sein möge, antwortete darauf: In der Hölle. Und er zitierte dazu den Korintherbrief des Apostels Paulus. Niemand der sich diesen Lastern hingibt, wird das Reich Gottes erben, heißt es dort sinngemäß.

Pfuh, das war starker Tobak für die Medien. Die da dachten, sie hätten endlich einen fetten Fisch am Haken, den sie nunmehr genüßlich braten könnten. Also lief das Procedere. Folau wurde an den Pranger gestellt, angeklagt, bespuckt und beschimpft, wie er sich nur erlauben könne, so etwas zu sagen, etc. etc. Bis es zum üblichen kam: Man erwartete den Kotau des der Homphobie Schuldigen.

Aber Folau tat einen Deibel. Als ihn die Medien vor die scheinbare Wahl stellten, angesichts solcher Homophobie nie mehr spielen zu können, es sei denn, er widerrufe, meinte Folau schlicht und ergreifend: Ich bin Christ, und eher möchte ich jede Karriere verlieren, als die Gnade Christi.

Bumm. Da war man sprachlos. Das hatte man nicht erwartet. Wie darauf reagieren? Die Medien versuchten nachzustoßen, der Besitzer des Klubs müsse nun handeln! Aber ohne Erfolg. Warum? Weil Folau ein derartig wertvoller Spieler für die Besitzer der Waratahs ist, daß die Medien umgekehrt gehörig "Druck von oben" bekamen. Weiter so, und es wird scharf zurückgeschossen. Und da geht es um viel Geld für die Medien.

Was herauskam? Folau wurde vom australischen Rugby-Verband ermahnt, er solle "in sich gehen" und "über seine Aussagen nachdenken". Das war's.  Was Folau natürlich postwendend tat. Und zu keinen anderen Schlüssen kam, als er bereits geäußert hatte. Aber da kümmerte es bereits niemanden mehr.

Die Moral von der Geschicht'? Diesen ganzen absurden Wahnsinn um Gender und LBGT gibt es nur, weil alle diese Leute, die das betreiben, nie in ihrem Leben von dem zu leben hatten, was sie mit Händen zu erarbeiten hatten. Alle diese "political correctness"-Ideen, der Genderwahn, alle diese Unvernunft des roten und grünen Abschaums - sie gehen von Menschen aus, die nichts, buchstäblich nichts arbeiten, und von denen leben, die arbeiten und dafür unbedingt und notwendig jene Gerüste der Normalität brauchen, die ihre Parasiten umstürzen wollen. Die nur "etwas tun", um substantielles Handeln vorzuschützen. Bestenfalls. 

Geht es aber darum, geht es um Arbeit, um Leistung, um Effizienz, ist es letztlich jedem wurscht (sogar einem Lenin war es schließlich wurscht, und er ließ das freie Wirtschaften im NEP wieder zu), was jemand denkt oder glaubt oder fühlt. Er macht einfach seine Arbeit. Das macht außerdem ruhig und selbstsicher. Und nur das, kein Facebook-Like! Denn nur darauf kommt es dann an: auf das Wirkliche.

Was immer diese Hosenpruntzer, die sich zum heutigen "Establishment" aufgeblasen haben, auch behaupten und verlangen mögen: Bleiben wir doch in Gottes Namen RUHIG! Sie wissen selber ganz genau, DASZ ES OHNE UNS NICHT GEHT. Das isset sogar ihre größte Angst.

Und deshalb wird dieser Wahn der Gegenwart zurückschlagen, und zwar ganz gewaltig. Spätestens dann, wenn diesen ganzen Klima-, Gender- und irgendwas-sonst-noch-Wahn jene dummen Kälber ausgehen, die sich selbst bereitwillig zur Schlachtbank führen. Denn jene, alle jene sind impotent und können nicht einen Tag ohne jene leben, die sie genau deshalb in "Schuld" gewälzt sehen wollen, um ihr Parasitentum zu finanzieren. Vergessen wir doch nicht, mit wem wir es zu tun haben! Mit lauter struntzdummen Impotenten!

Schon deshalb kann man Euch und uns, dieser ganzen pruntzfeigen Christenbrut, nur Verachtung entgegenwerfen. Ihr habt noch nie widerstanden, was ihr da angeblich auf Euren Fahnen heften habt. Schon gar nicht das Wort vom "aufs Blut widerstehen". Ihr wart nämlich noch nie frei, erlöst. Ach, einmal nur widerstehen. Im Kleinen!! Nicht im Großen die Kirchenkatastrophenthesen herunterdeklinieren, das ist doch wieder nur so ein Zumpferlspiel. Im Konkreten, im Kleinen beginnt es! DARUM GEHT ES! Und so viel wäre schlagartig besser.

Wie man eben so sagt: Das Böse breitet sich nie aus, weil es so stark ist. Das ist es nie! Es hat keine Substanz!! Es breitet sich nur aus, weil die Guten so schwach sind.





P. S. Bitte, sagen Sie, werter Leser, das nicht dem Babschd in Rom! Sonst gibt er die nächste Enzyklika heraus die erklärt, warum jeder, der behauptet, daß 1+1 =2 ist, ein pöhser pöhser Nichtkatholik sei. Denn nach der Definition dieses Lustigmundes ist ja nur noch der Katholik, der bereit ist, seinen Verstand abzuschalten. Kein Wunder - unter uns! - bei einem Babschd, der keinen hat, und jedem, der noch einen hat, eben diesen neidet.



*200418*

Die Welt in einer Nußschale (2)


Teil 2)




Einen interessanten Erklärungsansatz zur Dreifaltigkeit regt Jones aus Aristoteles heraus an. Der die menschliche Seele mit einer "Agora" (dem öffentlichen Marktplatz der Griechen) verglich. Sie bestehe aus drei Elementen, die in ständiger Kommunikation miteinander stehen: dem logos (Verstand), dem Willen als dem Ethos, und dem Begehren. Alle drei dieser Elemente stehen auf eine Weise für sich, auch wenn sie sich in einer Entität (dem konkreten Menschen mit einem Namen) befinden. Der Verstand reitet nunmehr (im Menschen) das Begehren, so wie ein Reiter sein Pferd bemeistert. Beide werden umfaßt, beziehungsweise umfassen sich im beziehungsweise vom Willen beziehungsweise dem Ethos, als dem Willen zu einem geglückten Leben, mit den Analogien als dem Guten - Wahren - Schönen also. Dies macht als Gleichnis den dreifaltigen Gott (Vater als reiner Geist - Sohn als Mensch und Gott - Hl. Geist als beide zusammenschließender Ethos) als Urbild des Abbildes des Menschen etwas begreifbarer. 

Das Aristotelische Konzept freilich fand in Gott keinen Beweger, keine Bewegung. Das erschließt sich erst, wenn man Gott als "Liebe" begreift, denn das ist das Element, das bewegt. So wird auch Gott als Bewegung in sich erst durch die Dreifaltigkeit begreifbar: als fortwährendes Gespräch, umfaßt von Liebe. Dieses Konzept hatte Aristoteles freilich nicht, das wurde erst über die Offenbarung und durch die Inkarnation Jesu Christi erkennbar. Aber so kommt diese Grundeigenschaftlichkeit Gottes (als in drei Personen, aber einem Gottsein, das alle drei Personen gleichermaßen umfaßt, also nicht auseinanderfällt in drei Götter, wie manchmal gemeint wird) auch in die Schöpfung (weil alles - wieder: Aristoteles - Geschaffene eine Analogie zum Schöpfer hat, also seine Eigenschaften rückfolgernd erkennen läßt) und bildet somit die Grundstruktur alles Seienden (aller Dinge in dem hier immer gemeinten umfassenden Sinn als Seiendes).* 

Aus der Verankerung im logos (als göttlichem Plan, als Zielgerichtetheit von allem also) ergibt sich auch, daß es für alle Dinge ein "Wesen" gibt, eine letztlich unveränderliche "Natur", weil alles im unendlichen Wissen Gottes (Vorsehung; Plan) eingeordnet ist, in einer Ordnung steht. Das betrifft auch die geschlechtliche Polarität, die Teil des göttlichen Planes für den Menschen ist, wo in dieser Haltung jeder Teil des Paares "zu sich" kommt - in der Form der Einigung (die wir als Ehe in die Geschichte beziehungsweise die Zeit setzen). Daß dieser Plan essentiell ist beziehungsweise besteht, läßt sich aus der Fortpflanzung ableiten, denn ohne diese würde der Mensch aufhören zu existieren. Während die Zuneigung beider zueinander (in Selbstüberschreitung, einer Art Tod also) die notwendige Haltung bewirkt, in der Gott gewissermaßen das Tor zur Schaffung des neuen Menschen (Kindes) geöffnet wird. (Dieses Prinzip des Todes als Tor zu neuem Leben läßt sich jedes Frühjahr in der Pflanzenwelt großartig nachvollziehen.)

Vielleicht wird so klar(er), warum sich eine Opposition zwischen Oligarchie (als Schichte der Reichen und Mächtigen) und dem Gesetz Gottes (als letztlich gottgegebene, unveränderliche Moral) bilden muß und mußte! Denn ein in Gott verankertes Moralgesetz würde den Stärkeren eine Limitierung bedeuten, die ausgerechnet von jener Seite kommt, die sie als Objekte ihrer Tätigkeiten möglichst in einer Form "brauchen", in der sie alles tun, was ihnen von den Oligarchen selbst gesagt wird. Das ist der Grund, warum die Zersetzung der Moral (und, muß man hinzufügen, der natürlichen Hierarchie menschlicher Gesellschaften), wie sie im 20. Jahrhundert systematisch passierte, eine Agenda der Oligarchie war und ist. Und das läßt sich historisch belegen, das ist eben keine Verschwörungstheorie. Es sind handfest erklärte und belegbare Absichten. 

Das einzige, was diesen Moral-Oberdefinitoren noch bleibt, sind die Eigenschaften in den Dingen (Menschen), und diese benützen die Oligarchen ja auch mit mehr oder weniger großem Geschick - zu ihren Gunsten. Zumal in ihren Augen (Evolutionismus / Darwinismus) es sogar Gesetz der Welt ist, daß der Stärkere siegen SOLL, um so die Menschheit in der Evolution voranzutreiben. Einen Sinn der Dinge aus ihrer Herkunft aus Gott gibt es damit nicht, die Welt an sich ist sinnlos. Damit sind dem Umgang mit der Welt auch keine Grenzen außerhalb dieses Nutzens auferlegt. Es bleibt nur noch Lustgewinn als "Glück". 

Die perfekte Form für diese Lebensweise ist deshalb - der Homosexuelle. Der ein Leben führt, dass ganz dem Lustgewinn geweiht ist, und der keine Verantwortung für eine Familie zu tragen hat, die ihm somit weiteres Ausgreifen in die Zeit abverlangen würde. Was den Grund dafür bietet, daß die Zuordnung "Du bist homosexuell" zu einer omnipräsenten Schlagwaffe wurde, die Menschen in die (ehelose, nachwuchslose) Auf-sich-Bezogenheit treiben soll.

Und genau das wurde ja herrschendes (weil äußerst nützliches) Paradigma. Es dient den Oligarchien insofern perfekt, als sie auf der einen Seite den Menschen folgenlosen Genuß (Lust) zusichern (was vor allem sexuelle Lust und Konsumismus heißt), und den Oligarchen auf der anderen Seite erlauben, sich wirtschaftlich nach Belieben auszutoben und zu bereichern. Ja, es besteht so etwas wie ein Pakt, in dem der heutige Mensch sagt, daß er nur eines möchte: Lustbefriedigung. Dafür mischt er sich nicht in die Politik und in die Geschäfte der Oligarchie ein.**

Morgen Teil 3)



*Es ist an dieser Stelle angebracht auf die Rolle der Konzeption Gottes in den Religionen der Welt hinzuweisen. Zum einen wird damit auch begreifbar, warum es oft so ausgeprägte Mythologien gibt - um Bewegung in Gott "hineinzudenken", die aus der Schöpfung prinzipiell als notwendig weil erkennbar, aber nicht begreifbar wird, was die Mythologie ja versucht - oder (wie im Islam!) weil ein ohne Dreifaltigkeit statischer Gott übrigbleibt, dem man nur noch Willkür einschieben kann, weil sich sonst ja nichts in der Welt bewegt, er also ein "Deus absconditus" bliebe (ein abwesender Gott). Damit lassen sich direkte Rückschlüsse auf die von diesen Religionen durchwirkte Kultur (oder eben Nicht-Kultur) ziehen. Weil wie im Islam erkennbar, die Abwesenheit des logos als innerer Faktor eines (dort nicht dreifaltigen) Gottes auch die Welt letztlich unlogisch macht. Diese Entscheidung fiel im Islam im 9./10. Jahrhundert (mit dem damals enorm starken Einfluß der griechischen Philosophie, die aber, wie gezeigt, das Problem nicht lösen konnte), und sie hat sich so ausgewirkt, daß der Islam seither logischerweise "erstarrt" ist, und jede Kultur und jede Moral nur noch von Willkür getragen sein kann.

**Diese Ausführungen werfen ein bezeichnendes Licht, übrigens, auf die sogenannten "Freihandelsabkommen", die heute die Welt umspannen sollen. Die Nutznießer sind nämlich genau die Oligarchen. Die klarerweise den noch dazu so weitgehend staatsabhängigen, an dessen Tropf hängenden Konsumenten erklären, wie toll sie fortan profitieren, was glatte Lüge und Täuschung ist. In Wahrheit wird durch diese Abkommen sogar der Staat - wo der Einzelne wenigstens noch da und dort Einfluß hätte, wenn auch schon sehr wenig, und doch bleibt ja noch die Rechtsordnung! - mehr und mehr aus den Geschäften herausgelöst. Das ist der Sinn der Entstaatlichung, die wir allenthalben auch bei uns beobachten. Der Staat wird nur noch zur Verteilungsorganisation für Ausgleichszahlungen, zur Feuerwehr in sozialen Nöten als Folgen der oligarchischen Geschäfte, sozusagen.





*160418*

Sonntag, 29. April 2018

Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christenheit (3)

Teil 3)




Als die Mohawks als nächstes dem Jesuitenpater Speere ins Fleisch stoßen, betet der laut: Jesus, habe Erbarmen mit uns! Und die Huronen, die mit ihm gemartert werden, wiederholen seine Worte. Um diesen Priestergiganten endlich zum Schweigen zu bringen, schneiden ihm deshalb die Peiniger die Unterlippe weg. Dann nehmen sie einen Speerschaft und stoßen ihm diesen in den Rachen. Aber immer noch gibt Brébeuf keinen Schmerzenslaut von sich. 

Also holen sie nun seinen jungen Mitbruder, Pater Gabriel Lalement. Auch er ist nackt. Sie schnallen rund um seine Hüfte einen Gürtel aus Birkenrinde. Wir werden zu einem Spektakel für die Welt gemacht, für die Engel und die Menschen, ruft Lalement aus. Er wird an einen Marterpfahl direkt neben Brébeuf gebunden, ehe die Mohawks seinen Gürtel anzünden. 

Mittlerweile haben die Indianer rund um Brébeufs Nacken ein Halsband aus rotglühenden Tomahawk-Klingen gelegt, vorne drei, hinten drei. Das hat den Sinn, daß er jedesmal, wenn er seinen Oberkörper um den Schmerz zu lindern nach vorn oder nach hinten beugt, von der anderen Seite umso mehr verbrannt wird. Wieder stößt er aus: Jesus, hab Erbarmen mit uns! 

Die Indianer toben vor Haß und Wut, weil sie den Pater nicht brechen können. Zunächst schnallen sie auch ihm einen Hüftgürtel aus Rinde um und stecken diesen in Flammen. Und nun treten Huronen, die vom Glauben aus Angst vor den Martern abgefallen sind, an ihn heran, und gießen ihm in einer Nachäffung der Taufe kochendes Wasser über den Kopf und verspotten ihn: Wir taufen Dich, damit Du im Himmel glücklich bist! Du weißt ja, ohne gute Taufe kann niemand gerettet werden! Du hast doch immer vom Wert des Leidens erzählt, Du solltest also glücklich sein, daß wir Dich leiden lassen. 

Immer noch gibt Brébeuf keinen Klagelaut von sich. Nun werden ihm aus seinen Beinen Streifen von Fleisch geschnitten. Das die Indianer dann vor seinen Augen essen in der Hoffnung, endlich den außergewöhnlichen Mut des Priesters zu brechen. Der aber betet laut für seine Peiniger. Die Indianer toben immer mehr vor Wut. Sie schneiden ihm die Nase ab, dann seine Oberlippe, und schließlich seine Zunge. Sie stecken ihm eine brennende Fackel in den Mund und reißen ihm die Augen aus den Höhlen. Dann schleifen sie ihn zu einem Podest und schneiden ihm die Füße ab. Daraufhin skalpieren sie ihn. Schließlich öffnen sie seinen Brustkorb, reißen ihm das Herz heraus und essen es. In der Hoffnung, den außergewöhnlichen Mut des Priesters in Besitz zu nehmen, trinken sie sein Blut, bis sie dem Leichnam mit einem Tomahawk das Gesicht spalten. 

Pater Lalement wird noch die ganze Nacht weitergefoltert, langsam und sorgfältig, um ihn nicht vorzeitig zu töten. Also bringen sie ihn stets nur an den Rand des Todes, um ihn dann wieder ins Leben zurückzuholen. Im Morgengrauen schneiden sie ihm die Zunge heraus, reißen ihm die Augen heraus, stecken ihm glühende Kohlen in die leeren Augenhöhlen, und schneiden ihm dann die Hände und die Füße ab. Aber das Herz des jungen Priesters schlägt immer noch. Also schneiden sie auch ihm Fleisch vom Körper und essen es, skalpieren ihn, öffnen seinen Brustkorb und schneiden ihm das Herz heraus, essen es, trinken sein Blut. Auch er hat während der ganzen Tortur nicht einen Moment geklagt.

Dabei wäre Lalement gar nicht zur Mission vorgesehen gewesen. Seine Oberen zweifelten an seiner Konstitution. Er sei zu schwach für die Härte der Mission in Kanada, meinten sie. Vielleicht stimmt es, vielleicht war er physisch wirklich nicht der Stärkste. Trotzdem hielt er sechzehn Stunden der härtesten Martern durch.


***

Am Ende der "Biberkriege" 1640 bis 1701, in denen die Irokesen ihr Stammesgebiet ausweiten und sich das Monopol als einzige Fellhändler (und als Mittler zwischen den Weststämmen und den Handelsniederlassungen an der Ostsee) aneignen wollten, werden die christianisierten Huronen (neben anderen mit den Franzosen verbündeten Stämmen) durch die vereinten Südstämme der Irokesen unter der Führung der Mohawk in einem Genozid vollständig ausgelöscht oder vertrieben sein. Sie konnten den Angriffen von Feinden, die in Gier und Haß keine Grenzen kennen und keine Grenzen kennen wollen, die in Dämonie versunken sind, nicht standhalten. Es war einer der grausamsten, blutigsten Kriege in der Geschichte Nordamerikas, der die gesamte Geographie der Indianer Nordamerikas dauerhaft veränderte. Die Huronen sind letztlich als Märtyrer gestorben. Wenige Jahre später verloren die Irokesen die niederländischen Händler, und die immer zahlreicher einsiedelnden Franzosen und Engländer übernahmen den Handel selbst. Letztlich war also alles umsonst gewesen.

***

Den vollen Sinn und Wert des stellvertretenden, sühnenden Leidens, den Wert des Martyriums, können wir nur begreifen, wenn wir begreifen, daß die Getauften in der Kirche in einem geistigen "mystischen" Leib zusammengeschlossen sind. In diesem Zusammengehören kraft der Taufe als "Kirche" ist das, was dem Teil geschieht, dem Ganzen geschieht, und umgekehrt.

Es ist ein Organismus und insofern eine Antwort auf den Universalienstreit des späten Mittelalters, der die Möglichkeit, die Erlösung Christi zu begreifen, immer mehr ausgetrocknet hat, weil er die Stellvertretung nicht mehr begreifen ließ. In dem es nämlich darum ging, ob universale Begriffe, Abstrakta sozusagen, Gattungsbegriffe, übergreifende, zusammenfassende Begriffe eine objektive Wirklichkeit sind oder nur Gedankendinge. Denn wenn sie geistige, abstrakte, aber reale Wirklichkeiten sind, kann diese Stellvertretung gedacht werden. Letztendlich läßt sich also auch die Erlösung durch Jesus Christus nur dann begreifen, wenn wir begreifen, daß Christus "als Mensch" dieses "volle Menschsein an sich", an dem wir teilhaben, je mehr wir Christus ein- und angehören, ihm ähnlich sind, in das göttliche innertrinitarische Leben hineingeholt hat. Durch seine Fleischwerdung.

Die Märtyrer Kanadas, von deren einigen oben gehandelt wird und von denen es insgesamt hunderte, wenn nicht tausende gibt, haben also mit Gewißheit der Kirche insgesamt, aber auch dort, jenen Boden bereitet, aus dem sie sich in Kraft entfalten hatten können. Immerhin war Kanada zumindest in seinem französischen Westen - also dem Raum der katholischen Kirche - immer ein tief katholisches Land gewesen. Daß es heute mit umso größerer Vehemenz von den Dämonien der Gegenwart gebeutelt wird - Genderismus, political correctness, Verrücktheiten sonder Zahl sind dort auf eine Weise implementiert, die man nur noch als kollektiven Wahnsinn bezeichnen kann - kann man deshalb nur als ebenso wütenden Haß verstehen, wie ihn die Mohawk angesichts des unglaublich mutig ertragenen Martyriums der beiden Jesuitenpater Jean le Brébeuf und Gabriele Lalement erfaßt hat. Denn es ist tatsächlich das Blut der Märtyrer, das den Samen der Christenheit bedeutet.





*190418*

Die Welt in einer Nußschale (1)

(Hinweis: Wenn der VdZ sich auf Fremdtexte bezieht oder Fremdvideos einstellt, so begreift er sie stets als Ausgangspunkt und Anregung für eigene Gedankenwege. Wenn der Leser also wissen möchte, was - wie in diesem Fall - E. Michael Jones GENAU sagt oder gesagt hat, sei er gebeten, sich das Video, das wie immer am Ende der Ausführungen folgt, selbst anzusehen.)

Auf etwas sehr Wichtiges weist E. Michael Jones in diesem jüngst aufgezeichneten Interviewgespräch hin. Und er tut es mit einem einzigen Satz: "Darwinism wrecks rationality." Darwinismus zerstört jede Rationalität. Das beginnt bereits in den Volksschulen, wo heute schon Darwinismus als Theorie für Alles gelehrt wird. Das zerstört bereits im frühen Stadium jede Chance auf den Aufbau von Vernunft. Warum? Weil der Darwinismus auf einem irrationalen Paradigma aufbaut, wenn er sagt, daß die Entstehung der Welt "aus sich heraus" (aus dem Nichts) geschehen sei.

Das ist tief unlogisch. Denn etwas kann nicht aus Nichts werden, wenn nicht Etwas da war, das es in die Existenz brachte. Die heutige Wissenschaft hat deshalb das ernste Problem, daß sie nicht aus der hinduistischen Erklärung herausgestiegen ist, in der die Welt auf vier Elefanten, diese auf Schildkröten, und diese wiederum auf einer Schildkröte stünde, diese wieder, und so weiter. Das erklärt gar nichts und verweigert jede Logik.

Selbst wenn ein Hawkins (der unlängst verstarb) erklärt, daß vor dem Urknall eine Anti-Zeit bestanden habe, so fällt niemandem auf, daß das derselbe Unsinn eines nur immer weiter und bis ins Unendliche gezogenen Zirkelschlusses ist. Bleibt man dabei, dann gründet das gesamte Fundament des Denkens und der Logik auf ... dem Verzicht auf Logik. Das heißt, daß schon die ersten Prinzipien des Denkens eine irrationale (phantasieerzeugte, damit willkürliche) Matrix bilden, die sich späterhin bis in feinste Denkverästelungen auswirken.

Wir haben es hier mit der stringentesten Erklärung dafür zu tun, daß die Gegenwart auf jede Vernunft verzichtet, daß alle unsere Lebensbedingungen immer irrationaler werden. Denn Rationalität läßt sich dann nur noch in mehr oder weniger vereinzelten Teilbereichen aufrechthalten, denen aber jede Dynamik fehlt, denn an ihren Grenzen stoßen sie auf Irrationalität. Dem gegenüber ist die (bereits von Aristoteles als denknotwendig angesehene) Annahme eines Schöpfers, eines Gottes, tief rational!  Zumal sich aus dieser Prämisse heraus die Welt in ein in sich komplett geschlossenes und alles, wirklich alles umfassendes logisches Feld auflösen läßt. 

Und das entspricht überdies der menschlichen Erfahrung, das begründet auch erst jede Form von Wissenschaft, die ohne eine Prämisse der Logik völlig sinnlos wäre. Denn nach welchen Kriterien ließe sich "Wissen" über die Welt erlangen, das nicht in zahllosen subjektiven Sichten untergeht? Denn das Argument stimmt natürlich nicht, daß alles subjektiv, Wahrheit deshalb unzugänglich wäre. Zwar hat alles den Menschen, ein Subjekt als Empfänger, das stimmt, und nimmt in jedem eine gewisse eigene Form an, auch das stimmt, aber daß es einen gemeinsamen Wahrheitskern haben muß zeigt der Umstand, daß wir darüber sprechen können - und beide Seiten wissen, worüber gesprochen wird, ja können sich über jeweilige Irrtümer etc. etc. unterhalten.

Ohne eine göttliche Vernunft - logos - also anzunehmen, ist jedes Denken, ja jedes Sprechen völlig sinnlos. Nun mag das zwar der Erfahrung von vom Darwinismus Überzeugten tatsächlich entsprechen, aber es entspricht nicht der prinzipiellen humanen Erfahrung. Auch nicht der der Darwinisten, die ja oft genug mit ungeheurer Vehemenz und hohem verleumderischem Potential (weil Darwinisten jeden, der an eine Schöpfung glaubt, für geistig minderbemittelt oder bestenfalls für einen bedauerlichen und unfreien Krückenpatienten darstellen) jeden, der nicht vom Darwinismus überzeugt zu sein vorgibt, von der Wahrheit des Darwinismus zu überzeugen versuchen.

Jones baut hier den Begriff der Zeit gemäß Aristoteles auf dem Umstand der Bewegung auf. Denn Zeit ist im Grunde der quantifizierte Ablauf von Bewegungen. Einstein hat dieser Frage bekanntlich einen unhaltbaren Schluß gewidmet, indem er Zeit überhaupt ins Relative auflöste, weil auch der Beobachter sich in einem Verhältnis zum Beobachteten befinde und damit bewege, so daß alles zueinander zwar in Verhältnissen stehe, aber eine Zeit an sich nicht gegeben sei. So umgeht er aber die Schlüsselfrage: Warum es überhaupt Zeit und Beziehung und Bewegung gibt, wo diese Reihe anfing! Er bleibt einfach beim Phänomen.

Die nächste Kernfrage des Darwinismus ist wie es denkbar sein soll, daß es zu Artenbildung kommt, ohne daß es eine unendliche Reihe von Zwischenformen gibt. Wie es also jedem empirischen (auch archäo-paläontologischen) Befund entspricht. Was den Menschen anbelangt kommt die Frage dazu, warum es dem Menschen möglich ist zu sprechen - und es aber kein "sprechendes Tier" gibt. Bei welchem jeder "Kommunikation" strikt in Ursache-Wirkungs- und Nutzen-Verhältnisse eingebunden bleibt. Dieses Konzept wurde zwar oft auch auf den Menschen angewandt, aber es widerspricht jedem Befund. Denn der Mensch kann denken und das heißt sprechen, OHNE daß sein Denken und Sprechen in direkte Nutzenverhältnisse eingebunden, ja abstrakt ist (sodaß das Abstrakte wiederum alles Konkrete durchdringen und lösen kann) - was man Geist nennt. Denn die Grundsätze der Logik sind auch in allem Konkreten vorzufinden, das ist empirisches Faktum: Die ersten Grundsätze der Logik sind in jedem Ding und Teil der Welt zu erkennen.

Wieder einmal wendet sich Jones auch gegen den Irrtum des "Gott Vater der Physik" Isaak Newton. Newton war in Wirklichkeit ein Alchemist, der eine nebulose Theorie als Ursache für alles und jedes erfand (Gravitation) und dabei auf das uralte gnostische Konzept der Welt als Kampf zwischen Licht und Dunkel, Liebe und Kampf (Wettstreit) - Trägheit und Gravitation (als Beweger; damit braucht man keinen Gott mehr) - zurückgriff. Das sich als hervorragende Rechtfertigung für alles eignete, was sich dann später über Kapitalismus (als Sieg des Stärkeren) und Darwinismus (ebenfalls: als Sieg des Stärkeren oder Fitteren, im Grunde beides dasselbe) im reinen Eigennutzen ausbildete. Newton verkündete keine Physik, sondern ein kosmologisches Modell! Jones nennt seine Wissenschaft eine Umformung der Wissenschaft in eine gesellschaftlich relevante Waffe.

Zur Situation der Kirche meint Jones, daß die Kirche immer Probleme hatte, das ist kein Kriterium. Während man aber bei der Kirche von einer "societas perfecta" ausgehen müsse, sind die Menschen darin das Problem. Und hier sei festzustellen, daß diese heute die Befehle ihrer Unterdrücker und Feinde internalisiert hätten. Der große Fehler des 20. Jahrhunderts war, daß sich die Kirche im Kreuzzug gegen den Kommunismus als Partei deklarierte. Das hat sie von der Wahrheit weg und zu einer Nützlichkeit für ein politisches, gesellschaftliches System hin transferiert, dem sich die Kirche sogar unterworfen hat. Die Auswirkungen sind katastrophal und heute klar erkennbar. Denn fortan ist die Kirche unfähig geworden, ihre Feinde und Gegner zu erkennen, weil sie sich mit der amerikanischen / (westlichen) Gesellschaft identifiziert hat und deren Erhalt sogar ihre Verkündigung und Lehre unterordnete.

Das hat zu den bekannten grotesken Entwicklungen geführt, weil das Konzept vom geglückten Leben disponibel und zeitbedingt wurde. Nur so kann man erklären, warum die Kirche groteske Konzepte wie das der sexuellen Befreiung übernommen hat. Das jeden (Kleriker) plötzlich zur gestörten Person erklärte, der keinen (mehr oder weniger zügellosen) Sex habe. Plötzlich stand kirchliche Anthropologie und daraus folgende Morallehre im Widerspruch zum "natürlichen Wissen". Die Folgen waren ein Desaster, denn nun wurde auch der Klerus demoralisiert und folgte dem Konzept der Befolgung von Lust und Begierden als Weg der menschlichen Erfüllung. Die Wellen von sexuellem Mißbrauch sind in diesem Zusammenhang zu sehen, in denen sich die fatalen Folgen solcher Haltung am deutlichsten zeigen. Neben dem Umstand, daß seit den 1970er Jahren zwei Drittel des Klerus sich laisieren ließ und heiratete.

Morgen Teil 2)






*190418*

Samstag, 28. April 2018

Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christenheit (2)

Teil 2) Einfügen in die Lebenswelt




Dabei stellte Jean de Brébeuf fest, daß die Sprache der Huronen viele Begriffe nicht kannte, die aber für ein Verständnis des Glaubens unumgänglich waren. Die Franziskaner zuvor hatten dies dadurch "gelöst", also sie die fehlenden Begriffe durch englische oder lateinische Wörter einführen wollten, was natürlich ohne jeden Erfolg blieb. Brébeuf verfaßte hingegen nicht nur in jahrelanger Arbeit eine Grammatik des Huronischen, sondern versuchte, das in diesen notwendigen Begriffen erfaßte in Huronisch zu umschreiben.

So kannten die Huronen die Begriffe Vater oder Mutter oder Bruder etc. nicht. Obwohl ihre Sprache in vielerlei Hinsicht durchaus komplex und vollständig war (Fälle, Geschlecht etc.) kannten sie diese Beziehungen nur, wenn sie in Verbindung mit einem Possessivpronomen vorkamen, also: Mein, Dein, etc. So konnten sie aber schon mit dem Kreuzzeichen "Im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes" nichts anfangen! Brébeuf dachte lange nach, und suchte schließlich bei den Ordensoberen in Frankreich um die Genehmigung der Formel "Im Namen unseres Vaters und seines Sohnes und ihres Heiligen Geistes" an. Was theologisch subtil und wahr ist, und ihm auch gewährt wurde.

Die Jesuiten in der Mission waren intellektuelle Giganten, hoch gebildet und kultiviert. Doch sie nahmen auf sich, sich in primitivste Gesellschaften zu integrieren, und die Wahrheit des Glaubens vollgültig und wahr in die einfachen Verhältnisse zu transformieren. Brébeuf erhält bald unter den Huronen den Spitznamen "Der Mann, der alles trägt". Sie akzeptieren und mögen ihn, aber dennoch muß er ständig damit rechnen, daß sie ihn umbringen. 

Das Martyrium

Mitte der 1640er Jahre bricht der "Biberkrieg" aus. Die südlichen Irokesenstämme dringen in die Bibergründe der großen Seen im Norden ein, und machen den Huronen eine ihrer Lebensgrundlagen streitig. Am 16. März 1649 haben Pater Brébeuf und sein junger Mitbruder Lalement gerade die Messe fertig gelesen, als die Irokesen auch das Huronendorf überfallen, in dem die Jesuiten leben. Und deren Bewohner großteils bereits christianisiert sind. Alle werden gefangen genommen. Die meisten Huronenchristen werden auf der Stelle abgeschlachtet, ihre Schädel mit Tomahawks gespalten, ihre Kehlen durchgeschnitten. Alte, Kranke, Kinder, Frauen werden in Langhäuser getrieben und diese angezündet, sie verbrennen bei lebendigem Leib. 

Brébeuf und Lalement werden wie die noch verbliebenen Huronenchristen gefesselt und in das Nachbardorf St. Ignatius (alles in Ontario, an der Ostseite des Lake Huron/Huronsees) getrieben, das die Irokesen bereits zuvor geplündert und niedergemacht hatten.

Es gibt Berichte von den nun folgenden Ereignissen durch später entflohene Huronen, die es bis zur Jesuitenmission schafften. Der Jesuit Christophe Regnault ging daraufhin an den Ort des Todes der beiden Mitbrüder zurück, und fand deren Überreste und die Spuren der Ereignisse so, wie es berichtet worden war. Sein Bericht geht wie so viele andere Berichte sofort nach Frankreich.

Die Jesuitenpater werden zwar als das besondere Objekt der Folter angesehen, gemartert werden aber alle gefangenen Huronenchristen. Die mit dem rituellen "Gassenlauf" beginnt. Einem Spießrutenlauf, wo die Opfer von den eine Gasse bildenden Indianern (in der Mehrheit Mohawks, aber auch andere Stämme aus der "Allianz der sechs") mit allem geschlagen werden, was denen in die Hände kommt. Bleiben sie stehen, werden sie totgeschlagen. Zusammen mit den Huronenchristen, reißt man den Patres die Kleider vom Leibe und schickt sie in die Gasse. Mit Müh und Not überstehen die Jesuiten diesen ersten Durchgang

Währenddessen haben andere Mohawks und Algonkins und Seneca bereits Wälle aus Feuerholz und Ästen rund um die Marterpfähle aufgerichtet und entzündet. Zunächst aber werden die Jesuiten mit den Huronenchristen gemeinsam in eine kleine Hütte gesperrt, die einmal als Kapelle hergerichtet hätte werden sollen. Die Christen trösten einander, die Priester erteilen allen nacheinander die Absolution. Schließlich holt man Brébeuf und die Huronen zur Marter.

Im nun beginnenden nächsten Durchgang (die Irokesen sind berühmt dafür, daß sie Marteropfer nur soweit quälen, als sich diese wieder erholen, so daß die Qualen über Tage gestreckt werden können) werden den Gefangenen die Finger gebrochen. Dann werden alle Fingernägel herausgezogen, und alte Frauen und Kinder kommen und nagen an den Enden der Finger. Dann wird Brébeuf allen voran an den Marterpfahl gestellt und daran gefesselt. Als der Pater an seinem Pfahl herantritt, küßt er ihn.

Zunächst legen die Indianer Glutnester um seine Füße, und fahren ihm mit brennenden Fackeln am Körper langsam hinauf und hinunter.  Besonders langsam sind sie zwischen seinen Beinen, in den Achselhöhlen, und um den Hals. Das Fleisch des Heiligen beginnt bereits Blasen zu bilden. Aber er gibt keinen Laut von sich. Das beeindruckt sichtlich die Peiniger. Deshalb beginnen sie, ihm mit ihren Messern tiefe Fleischwunden zuzufügen. 

Während aller dieser Torturen wendet sich Brébeuf immer wieder an seine Mitbrüder, die mit ihm gemartert werden, und tröstet sie: Meine Söhne, sagt er, meine lieben Brüder, laßt uns in unserer Bedrängnis die Augen zum Himmel heben! Laßt uns nicht vergessen, daß Gott Zeuge unserer Leiden ist, und schon bald wird er unsere alles übertreffende Belohnung sein. Laßt uns im Glauben sterben, laßt uns auf ihn und auf die Erfüllung seiner Verheißungen hoffen. Ich habe um euch mehr Sorge als um mich. Bleibt fest, am Ende unserer Leiden erwartet uns die Fülle der Gnade, und die Glückseligkeit wird ewig währen. 


Morgen Teil 3)






*190418*

Verrücktes mit so mancher Plausibilität (2)

Teil 2)




Dafür gibt es Mithör-Protokolle von italienischen Amateurfunkern (mit technisch aber perfekter Ausrüstung, es waren Millionärssöhne) die den sowjetischen Funkverkehr zufällig mitgehört haben. Vor Gagarin, und bei vermutlich etlichen anderen Missionen, die schrecklich gescheitert sein dürften. Dramatischer Höhepunkt ist ein Funkverkehr, in dem ein offenbar in die Weiten des Weltalls abtauchender Russe seine letzten Worte spricht. Soll heißen:

Den Sowjets war bald bewußt, wie überzogen ihr Ehrgeiz war. Die Lebensbedingungen außerhalb des Van Allen-Gürtels (der das Ende des Magnetfelds* der Erde anzeigt) sind für Menschen durch extreme Kälte und extreme Radioaktivität tödlich. Die gesamten Projekte bemannter Raumfahrt (nicht nur) der Sowjetunion und des späteren Rußland spielen sich deshalb innerhalb dieses Magnetfeldes ab. Auf eine "Reise zum Mond" hat Rußland nach den Erfahrungen aus den 1950er Jahren seither verzichtet.

Dieses Privileg ließ man den Amerikanern. Und die standen wie die Russen vor unlösbaren Problemen. Damals auch technischer Art. Der Mensch ist an die Erde gebunden, das ist sein Wesen, auf sie ist er ausgerichtet. Darüber hinaus kann er nicht, wie der Materialismus der Neuzeit glauben machen will, der alles auf abstrakte technische Funktionen auflösen zu können glaubt. Was immer und mit Notwendigkeit in Katastrophen mündet.

Freilich hatten die USA Hollywood, Meister der Scheinwelten, Meister der Massenillusionen, Meister von Massenmanipulation und Propaganda. Mit leichtem Spiel in einer Zeit, in der die Menschen durch Auflösung jeder Verwurzelung, durch immer dichteres Einziehen einer Scheinwelt, auch den Kontakt mit dem Wirklichen insoweit verloren haben und verlieren, weil die sinnliche Wahrnehmung nicht die Ebene des Wirklichen IST. Das Wirkliche ist eine Kategorie des Geistigen, weil es geistig und damit seinem Wesen nach unsichtbar ist, sich in den Sinnen nur indirekt, als Folge deren Ursache man aber nicht direkt findet, wiederspiegelt. Auch als Matrix, DURCH DIE überhaupt erst Sinneseindruck zur Wahrnehmung und zum Ding "wird" (das ist natürlich nicht ontologisch zu sehen, das wäre nur ein weiterer, aber sehr häufig gemachter Fehler), der aber um in die menschliche Welt einzutreten die Wahrheit braucht.

Der Leser möge sich selbst ein Bild machen. Aber es ist nicht "Wahrscheinlichkeit", die Welt konstituiert, sondern Plausibilität.** Als Anbindung an jene essentiellen Grunderfahrungen mit dem Wirklichen, die jeder Mensch vom Beginn seiner Empfängnis an hat, und die  niemandem zu nehmen sind. Die aber oft bereits schwer zugängig sind, weil die sprachliche Wirklichkeit ein in Zeiten der Medien immer dichteres (fremdes, außerhalb der Wahrheit konstruiertes) Netz darüber wirft, das Wirklichkeit und Weltbild (als Grundlage von Wahrnehmung) fast vollständig trennt.











*Magnetfelder zeigen Wesensgrenzen von Dingen an. Und zwar zeigen sie sie genau als "Orte" an, also als Beziehungsfelder, in denen Dinge konstitutiv stehen. Beziehungslos geworden, fallen alle Dinge ins Nichts, bleiben nur in der Erinnerung.

**William M. Biggs hat unlängst einen Essay darüber geschrieben, denn dieses Mißverständnis - daß Wahrscheinlichkeit auch konstituierende, quasi schöpferische Kraft hätte - hat auch die Quantenmechanik nach Heisenberg oft in die Irre geleitet. Wahrscheinlichkeit als mathematische Kategorie braucht, um Wirklichkeitsrelevanz zu haben, die Anbindung an das wesenhaft Mögliche, das potens. Die Ursache dafür liegt auch darin, daß die Quantenphysik Materie untersucht, die aufgrund ihrer Nähe zur "materia prima" (also der noch in Dinghaftigtkeit weitgehend unbestimmten Materie) noch sehr sehr pluripotent (also für sehr vieles mögliches Teilchen sein könnte) ist.

Was das mit der Frage nach einer Mondlandung zu tun hat? Viel. Denn wir müssen Wahrscheinlichkeiten abwägen. Aber dazu müssen wir beurteilen, ob es im Wesen der politischen Welt liegt, so etwas zu tun: solche Vorgänge vorzutäuschen. Und dazu braucht es Erfahrung und Kenntnis.





*170418*

Freitag, 27. April 2018

Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christenheit (1)

1539 wurden die Jesuiten gegründet. 1615 hatten sie bereits dreizehntausend Mitglieder, obwohl der Gründer des Ordens, der Hl. Ignatius von Loyola, die Höchstzahl der Mitglieder auf sechzig begrenzt hatte. Der Zulauf war enorm, dabei waren sie durch ihre ungeheure Strenge bekannt. 1645 betrieben sie am europäischen Kontinent bereits fünfhundertzwanzig Hochschulen und Seminare.

In einem Zeitalter, in dem die Wissenschaft erstmals in Europa zu einer nie gesehen Blüte kam, gehörten die Jesuiten zur absoluten geistigen Elite des Kontinents. Fünf, sechs, sieben Sprachen waren üblich, und unter heutigen Bedingungen würde wohl jeder der damaligen Jesuiten zu den Hochbegabten zu zählen sein, die ein Leben in Forschung und Wissenschaft vor sich hätten.  

Aber sie sahen eine ihrer Hauptaufgaben - neben Bildung und Erziehung - in der Mission. Und trotz ihrer intellektuellen Führerschaft in Europa, war der Drang der Jesuitenbrüder in die Mission, wo sie auf alles das verzichteten, das ihnen in Europa Ansehen und Anerkennung hätte bringen können, so groß, daß die Ordensoberen im 17. Jahrhundert extrem sieben mußten und konnten. Denn gerade die Besten drängte es am stärksten in die Welt, um das Evangelium zu verbreiten und den Menschen die Erlösung zu bringen. Sie sahen mit der allergrößten Klarheit die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen, begriffen am hellsten, was diese Erlösung brachte. 

Und in der Mission kam es ganz besonders auf ein Leben im Streben nach Heiligkeit an. Den Jesuiten war damals völlig klar, daß nur ein Heiliger auch missionieren konnte. Missionare mußten also nicht nur psychisch absolut stabil und intellektuell auf voller Höhe sein, sie mußten vor allem im geistigen und geistlichen Leben auf voller Höhe sein. Und die Glanztaten die die damaligen Jesuiten erbrachten, stehen bis heute an Ehrenplätzen in den Geschichtsbüchern.

Umso mehr ist dieser Drang der damaligen geistigen Elite in die Welt bemerkenswert, als sich bald herausstellte, daß ein Missionar nicht nur oft mit extremen Strapazen und Anforderungen fertig werden, sondern überaus häufig mit dem Martyrium rechnen mußte. Allein zwischen 1645 bis 1660 wurden zweihundert Jesuiten von Indogenen umgebracht. Kaum ein Jesuitenmissionar erlebte sein vierzigstes oder gar ein fünfzigstes Lebensjahr, ein höheres Alter war überhaupt extrem selten. Und dennoch drängten die Jesuiten in Europa darauf, ließen ein Leben an Universitäten und in Lehrstuben zurück, um unter den härtesten Bedingungen den Glauben zu verbreiten. Getrieben von einer Liebe zu den Seelen, wie sie eben Heiligen ansteht.

Dafür hatten sie Erfolge, die zuvor nie gesehen wurden, und die die manchmal doch recht dürftigen Erfolge der Franziskaner weit in den Schatten stellten. Franz Xaver etwa, der später in China starb, hatte alleine in Indien, wo die portugiesischen Franziskaner kaum etwas weitergebracht hatten, schätzungsweise eine Million Menschen getauft und bekehrt. Er war es auch, der hundert Jahre vor den Ereignissen in Kanada, von denen unten die Rede sein wird, die jesuitische Missionsmethode begründete. Die immer erst eine lange Phase des genauen Studiums der Gastkultur vorsah. Ja, erst einmal mußte sich der Missionar quasi assimilieren, erst dann konnte er missionieren. 

Also sollten, auf der Basis einer bestmöglichen Sprachkenntnis, Ähnlichkeiten mit dem katholischen Glauben erkannt und als Anknüpfungspunkt verwendet werden. Das persönliche Vertrauen wurde dadurch gewonnen, als jeder Missionar sich bemühte, die Lebensweise der indigenen Völker so weit wie möglich anzunehmen und als "einer der ihren" unter ihnen zu leben.

Die Mission in Neufrankreich-Kanada

Als einer der härtesten Böden für eine Mission galten die Indianer Nordamerikas. Teilweise lebten die Indianerstämme in Zuständen, die unbeschreiblich waren. Das galt vor allem für die meisten der Stämme in Neufrankreich im Osten des heutigen Kanada, wo im Gebiet der großen Seen im Süden die sogenannten "Sechs Stämme" lebten, die unter dem Sammelnamen "Irokesen" ein so passables "Föderalsystem von Staaten" eingerichtet hatten, daß es sogar für die Gründerväter der Vereinigten Staaten gewisse Vorbildfunktion hatte. Ihnen standen nördlich der großen Seen die Huronen gegenüber, deren kultureller Zustand ganz besonders erbärmlich war.

Wir haben heute ganz umfassende Berichte und Schilderungen aus jener Zeit und von jenen Kulturen. Denn jeder Jesuitenmissionar sandte fortlaufend Bericht an die Zentrale in Paris. Dort sammelte man diese Berichte und legte so im Laufe der Zeit eine schließlich siebzig gewaltige Folianten umfassende Chronik an, das heute ein unschätzbares Archiv genauester Kultur- und Tätigkeitsbeschreibungen darstellt. Und aus dieser Chronik stammt auch der Bericht von einem der unglaublichsten Fälle von Martyrium, dem von Jean de Brébeuf, der am 16. März 1649 als Märtyrer starb. Ihm zur Seite sein weit jüngerer Mitbruder, Gabriel Lalement.

Jean de Brébeuf

Jean de Brébeuf wurde am 25. März 1593 in Frankreich geboren und trat erst im Alter von vierundzwanzig Jahren dem Jesuitenorden bei. Nach Studium, Noviziat und Priesterweihe, sowie drei Jahren als Universitätslehrer in Rouen ging er endlich, seinem brennenden Wunsche nach, 1625 nach Neufrankreich (Kanada). Er blieb bei den Huronen für den Rest seines Lebens, also 24 Jahre, bis zu seinem schrecklichen Tod. 1925 wurde er selig-, zusammen mit sieben weiteren Jesuiten-Missionaren 1930 heiliggesprochen. 1940 erhob ihn Papst Pius X. zum Patron Kanadas.

Als Brébeuf in Quebec in Kanada ankam, das damals ein kleines Fort von der Größe eines halben Fußballfeldes war, war die Mission durch die Franziskaner dort so gut wie gescheitert. Mit unendlicher Geduld näherte sich der Jesuit den ersten Huronen, ging ihnen immer tiefer nach und lebte schließlich drei Jahre mitten unter ihnen, teilte vor allem ihre harte Lebensweise. Dabei sprach er drei Jahre praktisch kein Wort, sondern hörte nur zu, studierte nur ihre Sprache und ihre Lebensweise. Aber noch immer blieb er äußerst vorsichtig, lebte dazu in ständiger Todesgefahr, denn ein ausbleibender Regen, einmal Unglück bei der Jagd, und er hätte jederzeit erschlagen werden können. Aber das unterschied sie auch fundamental von den Missionsbestrebungen der Protestanten, die diese Wege nie gingen und entsprechend erfolglos blieben.

Ganz langsam gewann Brébeuf die Zuneigung und das Vertrauen der Indianer, schließlich adoptierte ihn sogar eine alte Frau, und er war fortan halbwegs geschützt. Aber erst 1635 ließen sich die ersten Indianer taufen. Als 1640 eine Windpockenepidemie fast die Hälfte der Huronen hinwegraffte, begannen ihn die Huronen ob seiner Furchtlosigkeit, mit der er bei ihnen aushielt, endgültig zu bewundern, und erste Massentaufen fanden statt. Bald nahm die Bekehrung der Huronen großen Umfang an, und der ganze Stamm änderte nach und nach seine Lebensweise. Es sollte sich für sie tragisch auswirken, umso mehr verdienen sie unsere Achtung. Denn den Indianern waren die Folgen wohl bewußt: Das Christentum macht auf eine gewisse Weise gegen das Böse wehrlos, denn es ist durchdrungen vom Prinzip, daß kein Gut durch ein schlechtes Mittel angestrebt werden kann. Diese Wahrheit über das Sein ist das vielleicht am meisten am Christentum Unterschätzte.

Die Lebensumstände der Huronen

Bis zum Eintreffen Brébeufs lebten die Huronen in unsäglichen Zuständen. Sie wohnten (wie fast alle der Indianerstämme in Neufrankreich) zu zwanzig bis vierzig Menschen unterschiedlichster Familien in aus Rinde und Ästen erbauten Langhäusern, in deren Mitte offene Feuer als Kochstelle und Wärmequelle in den extrem kalten, langen Wintern und überaus feuchten Übergangszeiten brannten. Nur ein kleines Abzugsloch im Dach ließ den Rauch entweichen. Somit fiel einem im Inneren ob des bissigen Rauchs das Atmen schwer, und die Augen Brébeufs waren ständig rot, tränten und bissen.

Die hygienischen Umstände waren extrem. Jeder urinierte oder defäkierte wo immer es ihm gerade einfiel. Dazu kamen die Hunde, die ein gleiches taten. Dennoch spielten die Kinder am Boden. In den Hütten stank es bestialisch. Man wusch sich kaum. Was für ein gewaltiger Unterschied etwa zu den in Mexiko lebenden Azteken, die hygienischer lebten als die eintreffenden Spanier.

Überall herrschte aggressive Promiskuität. Orgien standen an der Tagesordnung. Was mit sich brachte, daß die Stämme viele Fragen wie das Erbrecht matrilinear (aber patriarchal) geregelt hatten, weil kaum jemand seinen Vater, sondern nur seine Mutter kannte. 

Regelmäßig fand ritualisierte Folter statt, und zwar an Gefangenen und Sklaven ebenso wie willkürlich aneinander. Die mit Methoden ungeheurer Brutalität und Raffinesse ausgeführt wurde. Die Nahrung war übelschmeckend, nährstoffarm, zufällig und primitiv, und nach hygienischen Gesichtspunkten widerlich. Die Grundnahrung bestand aus in bloßem Wasser gekochtem, geschmacklosem Wildgetreide, ab und zu mit Aal oder was eben leicht gefunden wurde. 

Schamanen und Medizinmänner hatten Einfluß auf jede Lebensregung, und hielten die indianische Bevölkerung in einer Atmosphäre pausenloser Furcht und Unberechenbarkeit, also in einer alle beherrschenden Dämonie. Sie vor allem davon zu befreien war Brébeufs innerstes Anliegen, und sein Herz brannte in einer Liebe zu diesen Menschen, wie sie eben Heiligen möglich ist. Er wollte ihre Seelen retten, wollte ihnen die Erlösung von dieser Dämonie bringen.


Morgen Teil 2) Einfügen in die Lebenswelt





*190418*

Verrücktes mit so mancher Plausibilität (1)

Es ist sicher schon dreißig Jahre her, als der VdZ in Wien (oder war es Berlin? er könnte es nicht mehr beschwören) eine dort ausgestellte sowjetische Sojus-Raumstation besichtigte. Er und sein Begleiter wunderten sich, daß dieses seltsame, irgendwie aus Rohren und Platten (nur leicht übertrieben) zusammengeschraubte und -geschweißte Gestell (eine Art Gangsystem) im Weltall gewesen sein soll. Sie hatten sich das alles viel mehr "high tech" vorgestellt, nicht als ob es der nächste Dorfschweißer gebastelt hätte.

Daran erinnerte sich der VdZ, als er auf den unten angehängten Videobericht stieß. Er behandelt nämlich eben diese Raummissionen. Und zwar sowohl die der Russen als auch die der Amerikaner. Das Fazit sei kurz vorweggenommen: Beide Länder hatten den sogenannten "Wettlauf ins All" - die einen waren, wie die Geschichtsbücher berichten, die schnellsten, die anderen dafür die ersten am Mond - im Grunde nur als PR-Spektakel inszeniert.

Und weil beide voneinander wußten, weil beide ähnliche Erfahrungen gemacht hatten, hatte man sich nobel mit Kritik am anderen zurückgehalten. In beiden Ländern war nämlich der Effekt der gleiche: Die Nachricht von ihren Siegen im Weltraum hatten die Bevölkerungen geeint, auf den Staat eingeschworen, und das mitten in ganz schwierigen Situationen. Die Amis mit dem Desaster eines auseinanderbrechenden Staates der 1960er Jahre, die Russen mit einer Bevölkerung aus zahlreichen Völkern bestehend, die sich allesamt mit dem angeblich allseligmachenden System nicht identifizieren konnten.

Die Dokumentation von Gerhard Wisnewski bleibt dazu recht distanziert, aber auch sehr plausibel. Wenn der VdZ auch mit spitzer Pinzette vorgeht, wenn er die vielen Informationen, die sie bietet, erwägt. Auch hier gilt seine Skepsis vor allem der posthoc-Aufarbeitung, er hat vor kurzem von diesem Problem der Historie gehandelt. Denn auf einen simplen Nenner gebracht, wächst die Zahl der Thesen, die oft zu deutlich grotesk und ganz sicher Unsinn sind, im Quadrat zur Entfernung in Jahren. Aber etwas an der Theorie, daß die Weltallsiege der beiden Supermächte praktisch zur Gänze "fake" gewesen sind, inszeniert, um eine verfahrene politische Situation durch einen Überraschungsangriff von links sozusagen aus dem Feuer zu reißen, scheint auch aus einem anderen Grund nicht unplausibel.

Die Entfernung von der Wirklichkeit durch den zunehmenden Medienkonsum hat den Westen nämlich ganz sicher seit den 1960er, 1970er Jahren immer weiter von der Wirklichkeit entfernt. Der VdZ meint manchmal eine Situation vor sich zu haben, in der heute bereits ein Zustand erreicht ist, in der sämtliche Menschen in Welten der Zweitwirklichkeit leben, jeden Kontakt mit der ersten, richtigen Wirklichkeit aber verloren haben. Unser gesamtes Weltbild heute, so könnte man es fast zuspitzen, ist ein einziges Fake-Bild, eine einzige Illusion, die von Ideologien und vor allem den Narrativen der Medien durchgeformt ist. Was der heutige Mensch denkt, was er glaubt, wie die Welt sei, ist, so könnte man den Eindruck gewinnen, regelrecht irrelevant und unsinnig. Deshalb ist er nicht mehr in der Lage, Welt und Leben zu bemeistern, gar schöpferisch zu leben. Er lebt vielmehr in einer Welt der Täuschung einer Sprache, die nur noch aus Nebelgranaten besteht.

Dazu gehört vor allem die Vorstellung von der Welt, und dazu gehört noch mehr die Vorstellung von den Möglichkeiten des Menschen. Beides ist dem heutigen Menschen bereits völlig unbekannt, und zwar im genau umgekehrten Verhältnis zu dem, was er vorgibt, von beidem zu wissen. Die seit den 1970ern immer häufigeren, immer umfassender auftretenden Vorstellungen, was mit Welt und Mensch geschieht und wie sein Zustand ist, die Zunahme der Esoterik, das Internet letztlich selbst, belegen das deutlich. Der Klimawandelwahn ist darin ja ein Höhepunkt der Unwirklichkeit, aber ganz sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Bilder oder Filmaufnahmen sind kein Beweis - wir kennen es schon, das "Dokumentenproblem" bei lange zurückliegenden Ereignissen. Auch nicht für eine Mondlandung. Die Amerikaner haben es zwar geschickter gemacht als die Russen, auch war die TV-Technik weiter. Denn die Russen hatten von ihrer angeblichen Erdumrundung durch den jungen, smarten, hübschen (aber als Pilot völlig unerfahrenen) Juri Gagarin, der zum Helden des Sowjetregimes aufgeblasen wurde, auf den jeder Russe bis heute stolz ist, nicht einmal ein Photo aus dem All! Es gibt nur Aufnahmen von Funkaufzeichnungen, und die sind fragwürdig.  


Morgen Teil 2)






*180418*

Donnerstag, 26. April 2018

Im Anbruch der Zeiten

Was soll einen im Grunde an der Gegenwart noch wundern, wenn man sich ansieht, was Ende der 1970er Jahre an Musikwelle rollte. Zwar hatte sich der VdZ damals längst aus allem ausgeklinkt, aber er versteht manches an sich besser, wenn er diese - im übrigen saugut gemachten - Szenen sieht. In ihrem Spiel mit Laszivität und der längst in Ambivalenz verschwimmenden Polarität von Geschlechtlichkeit. Der Rock'n Roll fand eine Art Endstadium, hat sich aufgelöst, und als Folge ist das Gender-Thema in den 1970ern, den Jugendjahren des VdZ, längst am Tisch.








*180418*

Gewalt ist Teil des Lebens

Auch in Zukunft wird die Gewalt ein Teil unseres Lebens sein. Davon wissen Menschen, die mit der Gewalt leben müssen, mehr als Menschen, die nur den Frieden kennen. Der Glaube an die heilende Kraft der Zivilisation ist eine Illusion. 

Nicht aus Friedfertigkeit, sondern aus Furcht sehnen sich die Menschen nach Sicherheit und Ordnung. Denn der Tod ist das Ende von allem. Der Mensch aber will überleben, und deshalb ist die Gewalt eine Erfahrung, die Ordnung stiftet. Jeder weiß um die Präsenz der Gewalt und die Verletzungsoffenheit des Menschen. 

Deshalb kommt die Ordnung aus der Einsicht, daß die Gewalt niemals verschwinden wird und dennoch gebannt werden muß. Eine deprimierende Einsicht, zweifellos, aber wenn man begriffen hat, daß Gewalt nicht aus der Welt zu schaffen ist, wird man auch Vorkehrungen treffen können, sie einzuhegen. Für den Träumer, der den ewigen Frieden herbeisehnt, ist die Erkenntnis enttäuschend, für den Realisten ist sie ein Trost.


Jörg Baberowski in "Räume der Gewalt"






*030418*

Mittwoch, 25. April 2018

Wer nimmt schon Feminismus ernst

An dieser (Schluß-)Szene aus dem sehenswerten Film "Chicago" sieht man weit mehr als zwei berückende Schauspielerinnen der Gegenwart - Renée Zellweger und Catherine Zeta-Jones. Man sieht etwas ganz Spezielles über das Wesen des Feminismus. Denn die beiden Schönen singen und tanzen da einen Abgesang auf die Unterwürfigkeit der Frau, kündigen ein selbstbestimmtes Leben an, in dem es sehr wohl okay ist, hier mit dem zu gehen, und mit dem anderen herumzumachen. Daran etwas zu sehen, das war einmal. 

Jaja, wer's glaubt ... denn um Glaubwürdigkeit geht es doch da gar nicht. Feminismus offenbart sich hier besonders als pures Werkzeug der Weiblichkeit in einer eigentlich absurden Forderungslandschaft der Welt, als Hinterlaufen eben dieser. An die Ernsthaftigkeit des Feminismus glauben nämlich nur die Zu-spät-Gekommenen und die Häßlichen. Aber nicht zwei Frauen wie diese. Die permanent mit dem Mann-Frau-Schema spielen, ohne das ihre Performance zum lächerlichen Hupftheater verkäme. Natürlich müssen die Maschinenpistolen weiß sein ... und sich den Feminismus gerne mal als Blume an den Hut stecken. Wenn er zum engen Kostüm paßt.

Noch etwas sieht man aber an dieser Szene und an diesem Film: Daß jeder Handlungsstrang nicht einfach eine lineare Ausfaltung von mathematisch-logischen Verhältnissen ist, sondern eine Komposition von Archetypen, zu einer Symphonie, wo der eine Ton, die eine Farbe ohne die andere niemals zu dem Leuchten kommen würde, als das sie schließlich im Gemälde den Betrachter verzückt. 

Besonders der Film ist eine Komposition aus Charakteren, aus dem, was hinter den Schauspielern erfaßbar wird. Oder glaubt der Leser, daß dieser Film mit diesen berückenden Damen ohne Richard Gere auch nur annähernd jenen Erfolg der Verzauberung gehabt hätte, wie es der Fall war? Man muß und darf deshalb am Zustand des heutigen Films vor allem eines beklagen: Daß es keine Maler mehr gibt, sondern nur noch trockene Teile-Flicker mit Blindenbrille und wegen Wirklichkeitsverlust umso fanatischer verfolgten Wahnvorstellungen.










*180418*

Immer wieder hörenswert

Immer wieder lesens-, wie hier: hörenswert, sind Sebastian Haffners "Anmerkungen zu Hitler". Das legendäre Buch des deutschen Historikers hat schon deshalb den Status eines Todfeindes der Linken, weil Haffner in seinen Thesen nachweist, daß es nur einen Gegner gegen Hitler gab: Und das waren die Konservativen. Denn während die Kommunisten für Hitler nur ein Polizeiproblem waren, hatten die Konservativen im ganzen Staat definitive Macht durch den Adel, die Positionen in der Gesellschaft, und vor allem durch die Beamten. NUR die Rechte war effektiver Gegner Hitlers!

Ihre Idee war zwar einerseits die einer Diktatur analog zu Mussolini (und wie sie später Dollfuß umzusetzen suchte), also ein Ständestaat, in dem auch eine Elite die (diktatorische) Führung des Staates übernahm, andererseits eine streng demokratische Ordnung durch einen Ständestaat.

Hitler war nichts weniger gelegen. Aus der Perspektive der Konservativen war er ein Linker, in seiner Position nicht einmal ein Faschist, sondern ein Sozialist, ein Linker, zwischen Mussolini und Stalin einzuordnen, aber eher auf Seiten Stalins.

Haffner wartet mit einer weiteren interessanten These auf. Deutschland war nach 1918 trotz aller Versuche, es zu schwächen, so stark aus dem Krieg hervorgegangen, wie es keine militärische Macht hätte erzwingen können. Und das hängt mit dem Zerschlagen der Gegenmächte zusammen - Europa war vor allem durch die Zerschlagung der Österreichischen Monarchie in lauter machtlose Kleinstaaten zerbrochen.  England und Frankreich waren jeweils zu schwach, um das in jeder Hinsicht stärkere Deutschland in Schranken zu weisen. Damit hatte man Deutschland (und das hat mit Hitler überhaupt nichts zu tun) fast gezwungen in die Rolle des Herrschers über Kontinentaleuropa zu schlüpfen. Mehr hätte man auch mit einem Sieg 1914 bis 1918 nicht erreicht.

Mit Hitler hat es nur insofern zu tun, als man Deutschland (als Raumbezug) regelrecht aufgefordert hatte, den nunmehrigen Raum des Machtvakuums auszufüllen. Was hätte sonst passieren sollen?

Höchst interessant ist Haffners Beweisführung, daß Hitler praktisch kaum wirkliche Erfolge hatte. Seine sogenannten Erfolge - und man kann davon nur von 1933 bis 1941 sprechen - waren auf die Schwächen und Fehler seiner möglichen Gegner zurückzuführen.

Hitler war nie der Revolutionär, als der er sich sah und inszenierte. Er hatte nur das Gespür für das Fallende, sagt Haffner, wie ein Geier stürzte er sich auf das, was ohnehin am Zusammenbrechen war. In dem Moment, wo sich substantieller Widerstand regte, versagte er. Seine Erfolge waren ihm zugefallen, aber ernsthafte Politik stürzte ihn sofort.

Hitler hat aber die endgültige Vorherrschaft von USA und Rußland über Deutschland BEWIRKT. Also das Gegenteil dessen erreicht, als er als Ziel vorgab. Das ist das deutlichste Zeichen von Dämonie. Deutschland war nach ihm so abhängig von diesen Mächten wie nie zuvor. "Hitler hat nichts bewirkt. Er hat nur viel angerichtet. Seine Wirkung ist an sich nicht wegzudiskutieren, darin ist er tatsächlich mit Alexander dem Großen oder Napoleon vergleichbar. Und er ist 1939 bis 1941 seinem Ziel sehr nahe gekommen. Aber er hat diesen Sieg willkürlich verspielt." Er war nicht fähig, einen wirklichen Plan zu verfolgen, der Deutschland die behauptete notwendige Vorherrschaft, die ihm die Alliierten praktisch bereits zugestanden hatten, aufzubauen.

Auch in dem Punkt ist er gescheitert, möchte man hinzufügen: Dem Versuch, die Macht der Juden zu brechen. NIE hatten sie mehr Macht, weltweit, wie nach dem Krieg und wie heute. Dabei hatte er damals ihre Macht sicher überschätzt, und sie waren traditionell extrem deutschfreundlich, sagt Haffner. Aber er hat sie zu Gegnern Deutschlands hochgezogen.

Darauf konzentriert sich Haffners legendäre Analyse: Er zeigt, daß Hitler nicht einen Moment wirklich als Politiker "vernünftig" agiert hat. So kam es zustande, daß er nicht nur seine Niederlagen, sondern vor allem seine Siege - 1940 stand er vor dem totalen Triumph Deutschlands in Europa! - nicht sehen und damit nützen konnte. Er handelte nur eben von Anfang an irrational.

Etwa: Zeitgleich mit dem Scheitern des Rußland-Feldzuges, was im Dezember 1941 feststand, erklärte er den USA den Krieg, für welchen Krieg er nicht einmal im Entferntesten die Mittel besaß. Damit erfüllte er nur die Forderungen der Kriegsparteien in den USA, das war alles. Deutschland konnte auch Japan nicht den geringsten aktiven Beistand leisten.

Hitler selbst war es, er ganz allein, der einen totalen politischen Triumph Deutschlands in Europa in irrationaler, nicht nachvollziehbarer Eigenmächtigkeit in eine totale Niederlage verwandelt. Interessant ist, daß Hitler sich ab 1942 kaum noch für Deutschland und die Welt zu interessieren scheint. Er zieht sich völlig zurück, trifft nur noch einsame - und katastrophale, einfallslose - Entscheidungen (Stalingrad, Nordafrika). Er setzt auch keine außenpolitische Initiativen mehr. Er scheint nur noch um Zeitgewinn zu kämpfen. Aber wofür?

Ab 1942 raubt Hitler der Welt zwar noch den Atem, aber er tut es nur noch wegen der nun so richtig einsetzenden Verbrechen. Die Judenvernichtung, die keinerlei politischen Zweck oder Nutzen mehr hat, setzt jetzt erst in großem Stil ein. Erst jetzt werden Gaskammern und Krematorien gebaut. Anders als mit dem Topos eines "grausamen Herrschers" - in der deutschen Geschichte eine Ausnahmeerscheinung - ist das nicht mehr vergleichbar. Er hat diese vermutlich nur persönliche Lust sogar dort eingesetzt, wo sie (wie in Rußland; man hatte die Deutschen dort am Anfang als Befreier begrüßt) gegen die politischen Interessen Deutschlands gerichtet waren.

Deshalb, so Haffner, kann man bei Hitler nicht einfach von "Kriegsverbrechen" sprechen, sondern es waren ganz einfach "Verbrechen". Das hat der Nürnberger Prozeß auf tragische Weise verwischt, indem hier zwischen Hitlers Verbrechen und Kriegsverbrechen - wie sie überall vorkommen und normalerweise stillschweigend nach Kriegsende amnestiert werden - nicht unterschieden wurde. So wurde der Sinn für die spezielle Charakteristik der Hitlerschen Verbrechen abgestumpft. Seine speziellen Verbrechen waren eben KEINE normalen Kriegsverbrechen. Hier ging es um Massenmord, um Ungeziefervertilgung. Das ist etwas ganz anderes.

Wie: Praktisch am selben Tag, wo er den Angriffsbefehl gegen Polen unterzeichnete, unterzeichnete Hitler den Befehl zur Vernichtung lebensunwerten Lebens bei Kranken und Behinderten. Kurz darauf erfolgte der Befehl zur Ausrottung der Zigeuner. Sein letzter schriftlicher Befehl dieser Art. Die Ausrottung der 'Intelligentsia' in Polen nach dem September 1939 ist schon nur noch mündlich erfolgt. Die Polen sollten nur noch untergeordnete, (wörtlich) versklavte Arbeitskräfte sein.

Dabei wußte er viel zu verheimlichen. Denn die Stimmung in Deutschland war keineswegs für solche Greuel. Man hatte allgemein eher Mitleid mit den Juden, und hieß die Brutalitäten keineswegs gut. Aufstände gab es freilich nicht. Die Bevölkerung war auch viel zu sehr mit den Kriegsereignissen beschäftigt. Aber es gibt Belege, daß Hitler schon Ende November, kurz vor Beginn der ersten sowjetischen Gegenoffensive, klar war, daß der Krieg nicht mehr gewonnen werden konnte. Und exakt zu diesem Zeitpunkt setzte der Wille zum totalen Selbstvernichtungskrieg ein: Die absurde Kriegserklärung an die USA am 8. Dezember 1941 drückt nur das aus.

Das ist nur noch mit einem Umschalten auf persönliche Genugtuung erklärbar, mit dem Abrücken von jedem politischem Ziel. Exakt derselbe Zeitpunkt, zu dem er auch die Ausrottung der Juden befahl. Das eigentliche Hauptziel, die Weltherrschaft Deutschlands, hatte er bereits aufgegeben, die war nicht mehr erreichbar. Im Dezember 1941 hatte der Politiker Hitler endgültig abgedankt. Alles Folgende war nur noch persönliche Genugtuung. Die militärische Kriegsführung war fortan nur noch eine Taktik der Zeitgewinnung für persönliche Genugtuungsräusche.

Ab Dezember 1941 gab es nur noch Niederlagen. Das Spiel mit der Wirklichkeit hatte er also verloren, und das wußte er. Also konzentrierte er sich auf das, was er noch beherrschen konnte - die Menschen unter seiner Gewalt.

Eine wirkliche, ausgewogene Aufarbeitung gibt es freilich bis heute nicht. Dazu kam nämlich nach 1945 das fatale Verhängnis, daß unter dem Eindruck der gerade erlebten Atomwaffenwirkung "Krieg" anders, nämlich als "totale Katastrophe", die "immer gegen die Menschlichkeit verstößt", gesehen wurde.









*290318*

Dienstag, 24. April 2018

Wie gesagt

Der VdZ gesteht seine Schwäche für Tanzszenen in Filmen, wie dieser in "Eve and the Gentleman - Blast from the Past". Da wünschte er sich sogar manchmal, wieder dreißig Jahre jünger (und damit dreißig Kilo leichter) zu sein ... Spritzig auch der Dialog, hoffentlich kann der Leser etwas Englisch. Und hoffentlich kennt er den Film im Ganzen, dessen Plot natürlich erst die volle Witzigkeit der Szene erschließt. Bleibt sonst trotzdem noch eine tolle Tanzszene.

Natürlich, es ist für den Film inszeniert (der im übrigen gar nicht schlecht ist). Aber die Szene hat ihr Berückendes daraus, daß das Wesen von Frau und Mann so deutlich wird. Und ist das nicht überhaupt erst Tanz? Die Frau, die möchte, und es genießt, wenn der Mann ... etwas mit ihr macht, was "Figur" in der Öffentlichkeit bedeutet, was immer es sei. Man schaue nur, wie sich die Frau vom Hauptdarsteller bewegt, als er sie auf die Tanzszene führt. Oder schon vorher, wie die Freundin sich "anhängt". Welche beide dann seinen Willen sofort aufnehmen, sich ihm ausliefern, um seine Figuren doch vorauszuahnen und nicht einfach grenzenlos auszulassen, sondern im Fügen dem Ort der Figur beizutreten. Weil alle um die institutionalisierten Einzelformen, diese Orte wissen - Kultur eben haben. Die sich hier einmal mehr auch als Faktor einer Zeit erweist.

Diese damit explizit frauliche, in der sohinnigen Stilisierung überaus frauliche Überraschung aus dieser kultivierten Bereitschaft ist hier ganz hervorragend dargestellt. Der VdZ möchte natürlich nicht wissen, wie viele Takes, wie viele Proben zu dieser nur dreiminütigen Szenen notwendig waren, bei der noch dazu eine reichhaltige Umgebung im Bild ist. Dieses allmähliche Zurückweisen der übrigen Tanzpaare - das können keine Laienstatisten mehr sein. Beachte der Leser doch das vielfältige Spiel, diese Achtnahme der übrigen Gäste auf die immer exaltiertere Tanzdarbietung der Hauptdarsteller!

Wie hervorragend auch geschnitten! Ja man sieht, was Schnitt im Grunde ist und sein muß: Präsentation der Wirklichkeit hinter allem, die aus der rein irdischen Zeit immer heraustritt, um zurückzuschlüpfen, und im Darstellen von Wirkungen aus Bezügen das unsichtbare Wirkliche zum Träger des Konkreten macht. Weshalb immer der Schnitt erst - erst der Schnitt! - aus eigentlich bedeutungslosem Photomaterial einen Film macht. Keine schauspielerische Glanzleistung, die nicht ihren Glanz erst dem Schnitt verdankte.










*180418*

Geistesgestörte Politik heißt nicht geistesgestörte Politiker

Wir haben diesen Vortrag von Hans Werner Sinn vom 18. Dezember 2017 bereits vorgestellt, um ihn selbst geht es also gar nicht. Damit nicht darum, daß er darin überzeugend darstellt, warum das, was sich als "Energiewende" in unseren Ländern abspielt, dermaßen verrückt, unlogisch, technisch grotesk undurchführbar, weil gegen jedes technische Gesetz und damit selbst auf dieser Ebene widersinnig ist, sondern wir bleiben bei dem Satz, den er am Ende ausspricht: Man müsse sich angesichts der unleugbaren Fakten fragen, ob da überhaupt noch jemand in der Politik wisse, was er tue.

Denn da erhebt sich die Frage, ob wir es tatsächlich mit Politikern zu tun haben, die wörtlich und direkt verrückt sind. Das hieße, daß Merkel etc. die Fähigkeit zu denken abgesprochen wird.

Nun, das wollen wir zur Überraschung mancher gar nicht so sehen. Man könnte auch Angela Merkel mit Sicherheit vor einen Computer setzen und einen IQ-Test absolvieren lassen, und er würde gute Daten ausweisen. Also muß sich etwas anderes zeigen.

Und das tut es vermutlich, zumindest liefert es die einzige Erklärung, die sich in zahllose andere Zustandsberichte einfügt. Es geht um den Zerfall der Politik als Entwicklungsstadium der Demokratie unseres Zuschnitts. In dem schon Tocqueville vor zweihundert Jahren angesichts der Beobachtungen in den USA feststellt, daß sich die Demokratie selbst zerlegt, weil sie einen Zerfall der Staatsmacht nach sich zieht, wo der Staat zur Beute von Teilinteressen wird.

Betrachtet man die Energiewende so, könnte genau das passiert sein und passieren: Eine große Anzahl von Lobbyisten und Interessensvertreter AUSZERPOLITISCHER, damit außerdemokratischer PROVENIENZ hat jeweils ihre Teilinteressen durchgesetzt, ohne sich ums Ganze zu kümmern. Ermöglicht wurde das durch einen Systemfehler unserer Demokratiekonstruktionen. Die automatisch eine Schwächung jenes Führungselements, also der direkten Staatenlenker, nach sich zieht. Damit fehlt das Zusammenfassende, damit fehlt unseren Ländern und allen unseren Demokratien das einende Element, das alle Teilinteressen gewichtet und in ein Gesamtziel eines Landes und Volkes - also auf eine Unfähigkeit, das Gemeinwohl zu wahren oder beachten.

Was wir sagen wollen: Ja, es gibt nicht ausreichend starke, geistig starke Politiker als Personen, die unsere Geschicke leiten könnten. Die in allen Teilaufgaben noch die Stärke haben, den inneren Einheitspunkt, auf den alles zulaufen müßte, aufrecht zu halten und nicht aus den Augen zu verlieren. NUR zeigt sich ein System immer nur so stark, wie es seine "Orte", also seine Institutionen, seine institutionalisierten Wege, seine Beziehungsfelder sind. Der Vorteil der Monarchie war ja nicht, daß immer großartige Regenten an der Macht waren.

Der Vorteil ist, daß das monarchische System (weil "im Absoluten" verankert) so stabil ist, daß es auch die größten Idioten verträgt. Fehlt das Einende, fehlt der Verankerungspunkt im Absoluten, so bricht mit der Person - zerrissen in Teilinteressen, die um des Ortes willen ("Machterhalt" hat in der Demokratie den Rang eines ersten Wertes, das dürfen wir nicht übersehen!) Verformungen des Gesamtzieles verlangen (denken wir an den alltäglich gewordenen Satz: "Ja, es wäre richtig, aber es ist nicht durchsetzbar ...!") - auch das System als Ganzes. Das nie an Personen und ihren Abhängigkeiten von der Tagespolitik hängen darf. Und zwar gerade nicht inhaltlich.*

Es fehlt also mehr: Es fehlt den Demokratien unseres Zuschnitts der Politik SYSTEMBEDINGT die Möglichkeit, schöpferisch tätig zu sein. Das erklärt auch das völlig richtige Gefühl der Menschen, daß "die Regierungen" die Lage nicht mehr meistern können. Derartige Riesenvorhaben wie die Energiewende (egal wie man dazu steht) sind noch dazu überhaupt nicht anders durchführbar. Das ist der Grund, warum sie entweder furchtbar scheitern und den Staat mitreißen, oder in einen brutalen Totalitarismus ausarten MÜSSEN, der das Unvereinbare zusammenzuschmieden versucht, koste es was es wolle.









*Man muß hier den außerordentlichen politischen Instinkt der vom Pragmatismus eines Konfuzius geprägten Chinesen bewundern. Denn was immer man dazu sagen könnte - die erst jüngst durchgeführte Änderung, die den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping "auf Lebenszeit" festigte, ist der pragmatische Rückgriff auf das monarchische System. Der damit Politik nicht von Teilinteressen abhängig macht, sondern in einer "Königsposition" verankert. Zur Erinnerung: Der Staatspräsident hat in so gut wie allen Demokratien die Aufgabe, die Position des Königs zu ersetzen beziehungsweise zu imitieren. 

Und der König ist es immer gewesen, in dem das alles Einende, die Zeit übergreifende Prinzip eines Volkes und seines Staates repräsentiert ist. Prinzipiell ahnen die Chinesen offenbar einmal mehr, was zu tun ist, indem sie ihrem Staat ein Prinzip der Kontinuität beifügen, das diese von der aktuellen Politik unabhängig macht. Die exakt gegenläufige Entwicklung zu unseren Ländern also, wo die Position des Staatspräsidenten immer mehr geschwächt, die Politik also in die Hand der aktuellen Regierungen gelegt wurde. Aber das Prinzip des Königs ist immer gewesen: Der König herrscht. Aber er regiert nicht.






*150418*

Montag, 23. April 2018

Da nähern wir uns manchen Wurzeln

Taschak bumm - sehr viel muß man zu dieser Explikation nicht mehr sagen. Was von diesem Video der russische Soziologe und Philosoph Walerij Wiktorowitsch Pjakin vorträgt, hat so hohe Treffsicherheit und Brisanz, daß jedes weitere Wort überflüssig ist. Er zeigt, warum und wie unser Establishment gar nicht die eigentliche Gefahr darstellt. Es ist nur nützliches Idiotentum. An seine Brisanz glauben nur allzu viele, und das glaubt vor allem das Establishment selbst. Wir werden darauf ganz sicher noch eingehen.

"Die strukturlose Führung ist immer mächtiger als die Struktur selbst. Letztere ist viel leichter und schneller handzuhaben." Soll heißen: Der Revolution auf der Ebene der Systemtreue zu begegnen ist ein prinzipieller Fehler, ein Fehler der Wirklichkeitsverfehlung. Die heutige liberale Massendemokratie kann somit aus sich selbst heraus ihre Feinde gar nicht bekämpfen, im Gegenteil, sie lädt sie ein, und liefert ihnen die Destruktionsinstrumente sogar zur Hand.

Da fällt dem VdZ eine Aussage eines Siemens-Vorstandes (als der Konzern noch gesund war; heute ist er ein Krebsgeschwür) ein, der da sagte: "Fragen wir uns nicht, was wir kurzfristig erreichen. Fragen wir uns, wo wir in zehn Jahren sein werden." Politik muß sich demgemäß fragen, wo sie mit diesem eingeschlagenen Weg in fünfhundert Jahren, nicht wo sie in den nächsten fünf Jahren sein wird. Aber dazu muß man in einem absolut gültigen Bild einer gesollten Gesellschaft - eines Idealbildes somit - verwurzelt sein! Nur auf das hin orientiert, läßt sich überhaupt Politik machen. Der Rest ist lächerliches, weibischstes Beamtentum.

Deutschland (und Österreich als Teil davon, auch wenn das keiner wahrhaben will) hat keine, nicht die winzigste, ernsthafte, geistige Vision einer Zukunft. Es gibt bestenfalls lächerliche Willkür, die Vision vortäuschen soll, weil sie zufällig die Zukunft tangiert. Das macht das Land und seine verwaltenden Politiker faktisch - nicht von seinem Wesen her! - so verachtenswert.

Pjakin unterscheidet zwischen lokalen und globalen Eliten. Die lokalen Eliten sind nur Werkzeuge in der Hand der globalen, von denen sie ihre Direktiven empfangen. Darf man sich das als Telegramme aus XY vorstellen? Lächerlich, natürlich nicht. Die Mechanismen sind subtiler einerseits, klarer andrerseits. Dazu ein andermal. 

Wir leben, so Pjakin, folgerichtig in einer Ära eines globalen Faschismus. Wo jeder zum Gesamtfeind wird, der anderer Überzeugung ist, ja der nur anders denkt. 









*180418*

Nachtrag zu den jüngst ausgeführten Thesen

Hat der Leser schon einmal von diesen Dingen gehört? In diesem Video erzählen ehemalige Häftlinge von ihrer Zeit im KZ Ausschwitz. Und bringen Aspekte, die man doch auch kennen sollte. Es gab Orchester, es gab Fußballmeisterschaften, es gab Kinovorführungen, es gab gut ausgestattete Bibliotheken, es gab sogar Zeitungen.

Ohne irgendetwas zu verharmlosen. Denn natürlich sagen auch die ehemaligen Häftlinge nicht, die in diesem Film zu Wort kommen, daß es ein Honiglecken war. Und 1944/45 erhöhte sich angesichts der immer klarer werdenden Kriegsniederlage der Druck immens.









*310318*

Sonntag, 22. April 2018

Ein Puzzlestein des Möglichen (3)

Aber ohne diese Aspekte sollte man die Geschichte um Rudolf Hess und Deutschlands (Hitlers) Friedensbemühungen im Zweiten Weltkrieg nicht sehen: Sie waren eingebettet in strategische Unumgänglichkeiten. Denn einen Zweifrontenkrieg konnte sich Deutschland niemals leisten, schon gar nicht, wenn er lange dauerte. Dazu fehlen strategisch sogar die Tiefen des Landes. Die Bemühungen, England zu beruhigen, sind deshalb ganz sicher unter diesem Aspekt zu sehen: Um freie Hände für den Krieg gegen Rußland zu bekommen. Und das war im übrigen genau ins strategische Festland-Konzept Englands, das ein Verbluten der Deutschen und Russen ANEINANDER als einzig mögliches Siegmittel sahen.

Bitte, die Geschichte um die angebliche Ersetzung des echten Rudolf Hess durch einen Doppelgänger ist zu seltsam, um plausibel sein zu können. Solche Ausflüge braucht es auch gar nicht, ob mancher Erhellungen besser begreifen zu können.

Deshalb: CUM GRANO SALIS. Da ist Helles mit Abstrusem kunterbunt vermischt. Mitten im größter Helligkeit taucht seltsamste Phantasie auf, mitten in grellster Phantasie finden sich sehr helle Aussagen.










*110418*

Ernstnahme ist nur Zeitverschwendung

Dieser Ratschlag sei gewährt, geneigter Leser. Der Ratschlag, der sich auf die Eigentümlichkeit der Weltretter bezieht und besagt, daß es zuerst um die Rettung der Welt gehe, und DANACH um Ihre persönliche Rettung, diese hänge geradezu von der ersten Rettung ab. 

Geneigter Leser, treten Sie solchen Personen in den Arsch. Mit aller Kraft. Denn das Wesen der Welt und Welthaftigkeit ist immer eine Verankerung im Persönlichen, niemals in quasi abstrahierbaren, vom Persönlichen trennbaren Geschehen. Und im Persönlichen insofern, als es das Sittliche bedeutet, und insofern die Verbindung mit dem persönlichen Gott - als Analogie, in vielerlei Hinsicht - bedingt. Insofern aber tatsächlich absolut, weil sich nur so ein Leben in der Wahrheit bildet, die Person ist. Wahrheit, die Teilnahme an ihr, als Fluidum des Guten und Schönen ist somit ein persönliches Geschehen.

In dieser Wahrheit, an der sich nur im persönlichen Geschehen teilhaben läßt, hängt nun die Welt. Nicht nachträglich, sondern konstitutiv. Die Welt, dieses unfaßbar, ja unendlich komplexe Gefüge, in dem eines durch die Teilhabe am anderen lebt und existiert. Die Welt, die sohin im Menschen, und weil so - im Gottmenschen Jesus Christus hängt. Nur so hat sie Bestand. Und so ist sie konzipiert.


***

Deshalb ist vor diesem Papst nur noch zu warnen. Versteht man das Papstamt so, wie es die Römisch-Katholische Kirche gerne hätte und 1871 zu ihrem eigenen Verderben als Dogma explizit gemacht und festgelegt hat. Solchen Menschen zu folgen ist dabei immer und jeweils ein persönliches Versagen. Der VdZ sieht es an zahlreichen "Followern" dieses Papstes. Sie sind allesamt in Irrsinn verfallen oder dabei, das zu tun. Nirgendwo mehr waltet Vernunft, sie sind damit in Gefahr zu "total failes" zu werden. Und sie sind selbst schuld. Verlust der Vernunft ist auch immer eigene Schuld. Etwas das die Situationsethik (in der Irrtum als unverschuldetes Geschehen dargestellt wird, sonst funktioniert es nicht zu sagen, daß es innerhalb eines Irrtums Gutes gäbe) gerne, allzu gerne vergißt.

Was alle diese - zur Führung Berufene - zur Welt zu sagen haben, ist irrelevant. Wie die Aussagen des heutigen Papstes, mit denen auseinanderzusetzen sich nicht lohnt. Zu banal, zu lächerlich, zu unsittlich, zu somit ungebildet, zu irreal und sohin zu strunzdumm ist dieser Argentinier, den sich die Römer da als Bischof "erwählt" haben. Wer soll da noch an die Implikationen des 1871 explizit gemachten "Unfehlbarkeitsdogmas" glauben, das wenn es drauf ankommt alleine im realen, historischen Papst verankert sei? Hat "katholisch" zu sein also damit zu tun, die Vernunft abzumelden, wie es dieser momentane Papst ständig zu "beweisen" versucht? Oder doch ständig zu wählen, was nun wahr und was nicht wahr ist? Wird, wie es der VdZ schon vor fünfundzwanzig Jahren einmal formuliert hat, Häresie zum Zwang?

Jagt stattdessen doch diesen Mann in Rom endlich davon. Dessen sogenannte "Lehrdokumente" doch nur eine Zielrichtung haben: Unsittlichkeit entwachsende Willkür durch Entrechtung der Wahrheit zu legitimieren, also das "Unfehlbarkeitsdogma" auf schlimmste Weise zu mißbrauchen. Indem er die Wahrheit verleumdet. So ist auch das jüngst in seinem Namen herausgegebene Dokument "Gaudete et exsultate" nichts als ein schamloser Versuch, seine persönlichen Gegner zu desavouieren, und zwar um jeden Preis. Dazu mißbraucht er mittlerweile notorisch das Amt, und zwar gerade, indem er mit dessen so schwer zu fassenden Implikationen, die nun jene Neblichtkeit zeigt, die ihr von Anfang an eingeschrieben wurde.

In immer mehr Dokumenten wird somit versucht, die Vernunft und damit die Freiheit zu zerstören. Und wenn man etwas als kontinuierliche Linie dieses Pontifikats feststellen wollte, dann ist es das: Der unausgesetzte Kampf gegen die Vernunft, und damit gegen die Freiheit.

Das zu sagen hat nichts mit Sedisvakanz zu tun. Denn auch Sedisvakantisten (die also meinen, es gäbe ein Papstamt in der offiziellen Definition, es sei nur nicht erfüllt, die es also doch von der Person losreißen), oder gar mit der Traditionalistenszene zu tun (die da meint, man müsse eben Wahrheit als Maßstab anlegen, um zu beurteilen, ob ein Papst und wo noch katholisch sei oder nicht, etc. pp., und nicht einmal mehr eine Ahnung davon haben, daß der Mensch Wahrheit in einem absoluten Hierarchieorganismus EMPFÄNGT, also gar nicht wählen KANN) gehen von einem falschen, viel zu korporalisierten Kirchenbild aus, gegen das aufzumucken niemand wagt, weil er sonst Angst ums Heil haben muß. Sodaß sie gar nicht auf den Gedanken kommen, daß mit dem Unfehlbarkeitsdogma in dieser explizit gemachten Form etwas nicht stimmen kann.

Entstanden zu einem Zeitpunkt, in dem man sich immer noch nicht vorstellen konnte, daß sich diese Kultur wie auf einer schiefen Ebene zu einem Punkt entwickelt, an dem der sensus fidei durch kulturalisierte Entstellung der Natur des Menschen verdunsten könnte. Noch heute ist ja den allermeisten nicht klar, wie eng Kultur und Glaube, Religion zusammenhängen und eine Symphonie bilden. Wie schon einmal gesagt: Es gibt Zeiten, und es gab sie ja schon, in denen die Wahl für den Katholiken nur unausgesetztes Martyrium heißen kann.

Nur einen Ort der Wahrheit gibt es noch. Und das ist die Liturgie. Nein, genauer noch: Es ist der Kult. Mitsamt der Frage, ab welchem Zeitpunkt dieser Kult noch Kult und kulturbildend blieb, und nicht umgekehrt von der Geschichte durch "pastorale Absichten" (als Anpassungen) okkupiert wurde. Wo die nie sichere Frucht der Erlösungsgnade zur subjektivistischen, psychogenen Gewißheit, das Geistige verdinglicht (und zwar genau durch Entdinglichung der Dinge und ihrer Ordnung selbst, in gewisser Hinsicht also ein Paradox), die Bedingung dieser Frucht aber, die beständig flehentliche Haltung, der Gnade als Hereinsenken in Immanenz in die Seinsordnung, immer mehr ausgelöscht wurde.

Nicht, weil dann eine Restauration der Kultur noch möglich würde. Daran glaubt der VdZ nicht, warum auch. Gratia supponit naturam. Die Stunde ist zu weit fortgeschritten. Sondern weil der Kult die Quelle ist, aus der die Kraft erfließt, die Kultur durch Informierung qua Teilhabe (als Gleichförmigmachung) bilden könnte. Und das heißt in einer Zeit des Kulturverfalls - Martyrium.

Der Glaubende, der Christusförmige (als dieses Wollende) paßt hinten und vorne nicht mehr in "seine" (Un-)Kultur, aus der er doch nicht fliehen kann. Und das bedeutet nicht "Sondergesellschaft", sondern unausgesetzter Widerspruch. Fundamentalopposition sozusagen.

Denn am Ende der Kultur (wie am Anfang übrigens) wartet immer das Martyrium des Einzelnen. Hier von einer "Sondergesellschaft" oder ähnlichem zu träumen ("Katakombenkirche im Verborgenen" hört man da etwa) ist pure Phantasie, ja bedeutet oft sogar Kreuzesscheu, also die contradictio in adjectio. Der Ort der Wahrheit ist immer die Kultur, letztere zugleich ihr innerstes Gerüst - oder beides ist nicht. Deshalb muß die Wahrheit Christi immer auf Kultur ausgerichtet sein, und deshalb ist sie zu Zeiten des Kulturverfalls auf Martyrium ausgerichtet. Auf daß sich die Liebe beweise und auf daß sie überhaupt erst werde, als Akt der Freiheit in Christus, der lebendigen Wahrheit.

***


Na klar. Sie haben ihre Urlaube gebucht, sind ihre Verbindlichkeiten eingegangen, weil sie davon existentiell abhängen. Und kraft einer himmelschreienden Unsittlichkeit ihre lächerliche Existenz aufrecht halten können. Die nur dadurch noch funzelhaft leuchten möchte, weil sie dem Zeitgeisttheater der "Weltrettung" jubelnd zustimmt.





*130418*