Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Don Reto Nay in einem leidenschaftlichen Vortrag, gehalten in Patmos 2018, der hervorragend zu Pfingsten (und den Themen dieses Blog) paßt. Wo er mit so manchem Unsinn aufräumt, der so manches Gehirn verklebt hat. In diesem Zusammenhang und ergänzend erlaubt sich der VdZ auf einige seiner eigenen Ausführungen hinzuweisen, die er in einer mehrteiligen Reihe bereits vor einigen Monaten verfaßt und hierher gestellt hat.
Dieser Vortrag von Don Reto Nay ist nur per Link verfügbar, der Leser möge sich also auf die Seiten von gloria.tv. leiten lassen, wo das Video abrufbar ist. Aber er ist nicht einfach gut, er trifft manches so am Nerv, daß er hier erwähnt sein muß. "Nirgendwo wird so viel gelogen wie in der (und rund um die, Anm.) heutigen Kirche." So ist es. Aber warum? Don Reto bringt es auf den Punkt.
Don Reto Nay spricht anläßlich einer Pilgerreise nach Patmos im Spätsommer 2018 über Glaube, Liebe und Kirche und nimmt dazu das Johannes Evangelium als Grundlage. Er steht damit fest in der Tradition der Fastenpredigt.
Was wir heute in der Kirche erleben, sagt er, ist keineswegs ein Einzelereignis. Es ist die nächste Stufe einer langjährigen Entwicklung, in der erst Gott aus der Kirche entfernt wurde, um dann mit dem Rest - dem Moralismus, denn die Lebensweise haben wir quasi beibehalten - zu reüssieren. Das hoch Persönliche, das Theologische des Glaubens ist verschwunden. Stattdessen hat sich eine ferne, allgemeine Matrix der Moral breitgemacht, die über alles ausgebreitet wurde und erlaubt, von Gutsein und Weltrettung zu sprechen, ohne daß es jemandem wehtut oder etwas kostet (schon gar nicht uns selber), sodaß wir beliebt und bei den Menschen bleiben.
Es geht aber nicht um unsere menschliche Liebe, die ist lächerlich, auch wenn sie ihren irdischen Wert haben mag. Es geht auch nicht um die Natur oder deren Schönheit, die zwar von Gott erzählt, aber nicht eigentlicher Inhalt sein kann. Und es geht auch nicht darum, "Vorbild" zu sein - kein Heiliger hat sich jemals zu dieser Eitelkeit und zu diesem Narzißmus verstiegen. Vor Gott geht es um die Gebote, deren erstes und wichtigstes ist, in der Liebe Christi zu bleiben, dem wahren Weinstock, dessen Reben wir sind. Oder nicht.
Aber nicht um irgendwelchen Moralismus, wie im Puritanismus oder dem Kommunismus, die alle verkündet haben, endlich die besseren Menschen zu sein, und gottlos waren. Unsere Rettung ist eine theologische Realität und eine ontologische Angelegenheit, und der Weg dorthin ist schmal, nur wenige finden ihn. Sie finden ihn aber nicht über das Prädikat "Wir sind die Guten", "wir retten die Welt".
"Liebt einander, wie ich euch geliebt habe!"
Wie ich euch geliebt habe, betont Don Reto immer wieder. Es geht um die Liebe Christi, die sich am Kreuz erfüllt hat, wo er für unsere Sünden sein Leben hingab, um uns - über ihn - mit dem Vater zu versöhnen. Erst über Christus sind wir in diese Begegnung mit dem Vater hineingenommen, einen anderen Weg gibt es nicht. Deshalb ist es auch müßig so zu tun, als wäre jede andere Religion auch so irgendwie ein Weg zu Gott Vater. Der uns jedoch nur über Christus hegt, pflegt genau so wie reinigt und unsere dürren Äste beschneidet. Nur in dieser Verbindung mit Christus, die in der Taufe real gesetzt wird, treten wir dann in die Apokalypse ein. Die das tiefe wirkliche Geschehen beschreibt, in dem wir ständig stehen.
Die Verlebendigung der Anbindung an Christus erfüllt sich aber über das bzw. im Kreuzesopfer, und damit in der Eucharistie, das dessen reale Vergegenwärtigung ist. Wer das nicht glauben möchte, sollte doch wenigstens die Ehrlichkeit aufbringen, zu dem zu stehen, was er glaubt. Ohne diese Selbstehrlichkeit, ohne diesen urkatholischen Realismus ist alles Bemühen wertlos. Die Kirche ist an diesem seidelwasserlauen "Ich glaube schon, aber ..." bereits hinlänglich verdorrt. Wo aber das Salz schal wird, wird es der Welt vor die Füße geworfen.
Teil 2) Alles vor Gott getan heißt: Transzendieren auf die objektive Ordnung hin
Das ist es auch, was Don Reto Nay in seinem großartigen Vortrag (Video ist hier abzurufen) als jenen Schlüsselmoment bezeichnet, wo alles auf Gott hingetan wird. Was aber heute auch die nominell katholischsten Gruppen (ja oft gerade die) beherrscht, ist jene grundtiefe, abscheuliche Feigheit, die genau diese Selbsttranszendierung verweigert, zugunsten einer pharisäischen Gesetzesgerechtigkeit der "guten Tat". Er legt den Finger auf die heute größte Wunde - die Kreuzesscheu, die in ihrem geistigen Untergrund die Verweigerung ist, die Welt als Ordnung zu begreifen, und die völlig falsch mit "Demut" schönredet, was in Wahrheit Verweigerung der Gnade und fundamentale Untreue (und Veruntreuung!) ist und ganz ganz an der allernächsten Haut anfängt. Gerade diese Stufe meinen aber die meisten überspringen zu können, und fangen irgendwo in einem Meter Abstand an. So wird die gute Tat zur bloßen Selbstvergewisserung der eigenen Gutheit, der Mensch aber zum schal gewordenen Salz, das weggeworfen wird.
Nur auf die objektive, vorgegebene Ordnung Gottes hin, in der zuerst einmal jeder steht, kann aber überhaupt von Gerechtigkeit gesprochen werden. Und erst dann sind wir Söhne und Kinder Gottes! Die bloße Tatsache der Geschaffenheit macht es nicht, sonst wäre jeder Baum und jeder Wurm Sohn Gottes. Zum Sohn Gottes aber muß man werden. In der Hingabe auf die sachliche Ordnung hin, wie sie sich der Vernunft erschließt. In diesem Akt liegt das Tor zur Gnade, dort liegt die Gerechtigkeit. Das subjektive Verhältnis zu Gott bleibt ein Geheimnis zwischen dem Einzelnen und Gott, es hat verborgen zu bleiben.
"Wir sind nicht gut, weil wir feige sind!" Weil wir zu feige und zu niederträchtig sind, unseren Ort zu ergreifen und uns auf ihn hin zu transzendieren. Deshalb müßte man Nay sogar ins seiner Philippika widersprechen. Wenn er meint, daß jeder wisse, was Gerechtigkeit sei. Nein, genau das weiß heute keiner mehr, Gerechtigkeit ist ersetzt durch subjektive Gefühligkeiten und zur Schau gestellte "gute Taten". Gerechtigkeit aber ist eine Sache vor Gott, und sonst vor niemandem, sagt Nay völlig richtig. Im Menschlichen gesehen ist kein Katholik besser als jeder andere Mensch der Erde, oft sogar weit schlechter.
Die Gerechtigkeit ist der wahre Gottesdienst. Sie ist ein Tun vor Gott. Sie ist die Erfüllung der sachlichen Gegebenheiten, die sich aus dem Ort ergeben, an dem wir stehen, der eine Maske, eine persona ist, die wir zu ergreifen, hinter der wir zu verschwinden haben. Erst daran können wir uns zum Ewigen Heil emporziehen lassen. Hier wird wirklich alles zu dem, was wir "an Gott getan" haben. Erst so wird die Feindesliebe überhaupt verstehbar, weil sie kein subjektives Gefühl kennt, sondern trotz allem der Ordnung Gottes zu dienen bereit ist.
DORT erst wird der Mensch menschlich, weil als Mensch zum Abbild Gottes. In seiner Utopie, wie Ortegy Y Gasset es einmal ausdrückt. Der einzigen Utopie, die zulässig ist, im Versuch, das was einem immer vorausliegt zu erreichen und so das Ewige, ja Gott selbst in die Gegenwart zu holen, auf daß es in eines Leben sichtbar werde. Aber dazu muß man sich selbst einmal, diese irdische Karikatur eines Menschen, auf die Seite stellen.
Daran läßt sich erst wirklich die Gottesferne der Gegenwart erkennen. Auch bei einem Papst, der den Menschen das Papsttum vorenthält und die päpstliche persona durch eine lächerliche argentinische Pappnase ersetzt. Auch bei Politikern, die ihre absurde Provinzialität als Politik verkaufen. So aber muß auch jedes Verstehen der Vergangenheit und damit der Gegenwart scheitern, so muß jede Vergangenheit uminterpretiert werden, ohne noch zu begreifen, was Geschichte überhaupt ist. Denn der heutige Mensch transzendiert sich nicht mehr. Er glaubt, seine subjektive Verfaßtheit sei der Schlüssel. Und wundert sich, weil nichts mehr zu gelingen scheint, es sei denn, es wird von tausend Armen gehalten, die die Scheinkulissen aufrechthalten, die man in die Kameras hält. Während die ausgefransten Weibermünder mauscheln, daß "das" dann, das Fehlen jeder persona, die "eigentliche Wahrheit" über einen Menschen, das eigentliche Menschsein desjenigen sei.
Deshalb hat sogar diese Operettenarie mehr an wahrhaftiger Predigt als so gut wie alle noch so fromm und subjektiv abgesoffenen Frömmigkeitspredigten der Welt zusammen.
Die
meisten der heutigen Versuche, Geschichte "zu verstehen", können gar
nicht gelingen, weil sie das Schlüsselmoment des Menschen gar nicht mehr
verstehen. Entsprechend werden heutige Geschichtserzählungen oft zu Um-
und damit zu Fehldeutungen. Wie soll eine Zeit Geschichte verstehe, die
das Wesen der Persönlichkeit, das Wesen menschlicher Handlung gar nicht
mehr versteht? Die glaubt, alles Handeln sei subjektives Willküren,
bestenfalls gestützt von sachlichen Überlegungen? Ja, vielmehr wird es
heute sogar als pathologisch bezeichnet, wenn ein Mensch zwischen
mehreren "personas" (Masken) hin- und herspringen kann, und beide scharf
unterscheidet.
Es
ist aber ein Unterschied, ob jemand Vater den Kindern gegenüber, Mann
der Ehefrau, und Unternehmer im Alltag ist, so sehr sich manche Dinge
überlappen können. Aber diese "Dinge" sind von den Orten her bestimmt
und zu bestimmen, die ein Mensch auszufüllen hat, und von dort her haben
sie auch eine klare Hierarchie, die selbst wiederum eine Hierarchie der
Selbsttranszendierung ist. So ist es dann die höchste, allgemeinste
persona (Maske), die im letzten alles andere bestimmt, und die damit
auch das bestimmt, was "Identität" genannt wird. Es ist also tatsächlich
... der Staat, und von dort absteigend bis hinein in die Familie als
Vater, Ehemann, bis zu den letzten Stufen, dem Freund und dem Pönitenten
in der Beichte, wo es keine Masken mehr gibt, wo es nur noch um das
Grundverhältnis zu Gott selbst geht.
Das
Wesen der Persönlichkeit ist also das genaue Gegenteil von dem, als was
sie heute versucht wird darzustellen. Was im Grunde sogar ein
bösartiger, schwächlicher Versuch ist, Persönlichkeit zu vermeiden, denn
sie bedeutet Mühe und Sterben und Schmerz, und den anderen zu
schwächen, um ihm dennoch nicht unterlegen zu sein.
Persönlichkeit
ist die Fähigkeit eine sachliche Spannung aufzunehmen, in der sich
alles auf die Notwendigkeiten jener Stelle (als Ort im Mosaik dessen,
was als Geflecht von Orten zur räumlichen Welt wird, weil Raum Beziehung
ist) bezieht, die man einnimmt. In diesem Wechselspiel von Idealbild,
ja Utopie, und faktischen Vorhandenheiten, auch in einem selbst.
Deshalb
ist es kein Zeichen von Größe, wenn Personen in hohen oder
staatstragenden Ämtern ihr Handeln in lauter subjektiven Akten aufgehen
lassen. Sondern im Gegenteil. Es ist Zeichen von Größe, wenn sie in dem
Moment, wo sie ihrer Stellung gemäß zu handeln haben.
Das
kulminiert in der Figur eines persönlichen Herrschers, letztlich: des
Königs. Denn er steht für tatsächlich alle Bereiche der ihm
Zugeordneten, ein Spielraum für andere, privatere "Rollen" ist kaum noch
gegeben. Er hat so gut wie zur Gänze unter dem Mantel des Königs zu
verschwinden, in dessen Gewebe und Mustern jeder ihm Unterstellte sein
Leben in einem Grundschema wiederfindet. Das alles von einem einzigen
Schema durchwoben wird: Dem des Kreuzes der Selbsthingabe.
Umso
mehr versuchen immer mehr auch an Führungskräften der Welt, sachliche
Notwendigkeiten und Pflichten durch subjektives, gefühlsbesoffenes
Theater zu ersetzen, das einem ob der Verlogenheit die Zornesröte ins
Gesicht treibt. Denn diesen Menschen geht es um Selbstrettung durch zur
Schau gestellte, pharisäisch im phänomenologisierten Guten verweigerte
wirkliche "Gutheit", die oft so gar keinen irdischen Lohn einbringt.
Hier führen auch Fäden zusammen wie jene aus dem Versagen von Politik
und Kirche, wo die Kritik nur darauf abzielen kann zu fordern, vehement
zu fordern, daß diese lächerlichen Weichklumpen endlich endlich das
sind, was sich aus ihren Positionen ergibt, OHNE ständig darauf zu
schielen, was an persönlichem Profit daraus hervorgehen könnte. So wird
alles zur Lüge, zur einzigen Lüge, und jedes Amt zum Instrument
gräßlichsten Mißbrauchs. Im Falle des Papstes, im Falle des Klerus sogar
zur Blasphemie. Ihrer alle Aufgabe ist nicht, der Welt ihr subjektives
Grinsen ins Gesicht zu drücken, sondern das zu tun, was sie zu tun haben
- sachliche, sachgerechte Politik, ungeachtet der Folgen hier, und
Liturgie als jener Ort, an dem die Menschen Gottes ansichtig werden
können dort. Und wenn sie dazu nicht bereit sind, sollen sie sich ihr
Grinsen irgendwohin schieben, niemand interessiert sich dafür, weil das
nicht das ist, worum es den Menschen geht, die hier regiert werden.
Morgen Teil 2) Alles vor Gott getan heißt: Transzendieren auf die objektive Ordnung hin
Die
meisten der heutigen Versuche, Geschichte "zu verstehen", können gar
nicht gelingen, weil sie das Schlüsselmoment des Menschen gar nicht mehr
verstehen. Entsprechend werden heutige Geschichtserzählungen oft zu Um-
und damit zu Fehldeutungen. Wie soll eine Zeit Geschichte verstehe, die
das Wesen der Persönlichkeit, das Wesen menschlicher Handlung gar nicht
mehr versteht? Die glaubt, alles Handeln sei subjektives Willküren,
bestenfalls gestützt von sachlichen Überlegungen? Ja, vielmehr wird es
heute sogar als pathologisch bezeichnet, wenn ein Mensch zwischen
mehreren "personas" (Masken) hin- und herspringen kann, und beide scharf
unterscheidet.
Es
ist aber ein Unterschied, ob jemand Vater den Kindern gegenüber, Mann
der Ehefrau, und Unternehmer im Alltag ist, so sehr sich manche Dinge
überlappen können. Aber diese "Dinge" sind von den Orten her bestimmt
und zu bestimmen, die ein Mensch auszufüllen hat, und von dort her haben
sie auch eine klare Hierarchie, die selbst wiederum eine Hierarchie der
Selbsttranszendierung ist. So ist es dann die höchste, allgemeinste
persona (Maske), die im letzten alles andere bestimmt, und die damit
auch das bestimmt, was "Identität" genannt wird. Es ist also tatsächlich
... der Staat, und von dort absteigend bis hinein in die Familie als
Vater, Ehemann, bis zu den letzten Stufen, dem Freund und dem Pönitenten
in der Beichte, wo es keine Masken mehr gibt, wo es nur noch um das
Grundverhältnis zu Gott selbst geht.
Das
Wesen der Persönlichkeit ist also das genaue Gegenteil von dem, als was
sie heute versucht wird darzustellen. Was im Grunde sogar ein
bösartiger, schwächlicher Versuch ist, Persönlichkeit zu vermeiden, denn
sie bedeutet Mühe und Sterben und Schmerz, und den anderen zu
schwächen, um ihm dennoch nicht unterlegen zu sein.
Persönlichkeit
ist die Fähigkeit eine sachliche Spannung aufzunehmen, in der sich
alles auf die Notwendigkeiten jener Stelle (als Ort im Mosaik dessen,
was als Geflecht von Orten zur räumlichen Welt wird, weil Raum Beziehung
ist) bezieht, die man einnimmt. In diesem Wechselspiel von Idealbild,
ja Utopie, und faktischen Vorhandenheiten, auch in einem selbst.
Deshalb
ist es kein Zeichen von Größe, wenn Personen in hohen oder
staatstragenden Ämtern ihr Handeln in lauter subjektiven Akten aufgehen
lassen. Sondern im Gegenteil. Es ist Zeichen von Größe, wenn sie in dem
Moment, wo sie ihrer Stellung gemäß zu handeln haben.
Das
kulminiert in der Figur eines persönlichen Herrschers, letztlich: des
Königs. Denn er steht für tatsächlich alle Bereiche der ihm
Zugeordneten, ein Spielraum für andere, privatere "Rollen" ist kaum noch
gegeben. Er hat so gut wie zur Gänze unter dem Mantel des Königs zu
verschwinden, in dessen Gewebe und Mustern jeder ihm Unterstellte sein
Leben in einem Grundschema wiederfindet. Das alles von einem einzigen
Schema durchwoben wird: Dem des Kreuzes der Selbsthingabe.
Umso
mehr versuchen immer mehr auch an Führungskräften der Welt, sachliche
Notwendigkeiten und Pflichten durch subjektives, gefühlsbesoffenes
Theater zu ersetzen, das einem ob der Verlogenheit die Zornesröte ins
Gesicht treibt. Denn diesen Menschen geht es um Selbstrettung durch zur
Schau gestellte, pharisäisch im phänomenologisierten Guten verweigerte
wirkliche "Gutheit", die oft so gar keinen irdischen Lohn einbringt.
Hier führen auch Fäden zusammen wie jene aus dem Versagen von Politik
und Kirche, wo die Kritik nur darauf abzielen kann zu fordern, vehement
zu fordern, daß diese lächerlichen Weichklumpen endlich endlich das
sind, was sich aus ihren Positionen ergibt, OHNE ständig darauf zu
schielen, was an persönlichem Profit daraus hervorgehen könnte. So wird
alles zur Lüge, zur einzigen Lüge, und jedes Amt zum Instrument
gräßlichsten Mißbrauchs. Im Falle des Papstes, im Falle des Klerus sogar
zur Blasphemie. Ihrer alle Aufgabe ist nicht, der Welt ihr subjektives
Grinsen ins Gesicht zu drücken, sondern das zu tun, was sie zu tun haben
- sachliche, sachgerechte Politik, ungeachtet der Folgen hier, und
Liturgie als jener Ort, an dem die Menschen Gottes ansichtig werden
können dort. Und wenn sie dazu nicht bereit sind, sollen sie sich ihr
Grinsen irgendwohin schieben, niemand interessiert sich dafür, weil das
nicht das ist, worum es den Menschen geht, die hier regiert werden.
Morgen Teil 2) Alles vor Gott getan heißt: Transzendieren auf die objektive Ordnung hin